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LaufReport-Info zum Gornergrat Zermatt Marathon HIER

Berglauf und Trailrun im LaufReport

 
15.-17.9.23 - Masters-Berglauf-WM auf Madeira
Simone und Miguel holten Gold für Deutschland
Bei der Masters-Weltmeisterschaft in Ponta do Pargo auf Madeira debürte Simone Raatz auf der Traildistanz und holte als Tagesschnellste WM-Gold in der W45 zum LaufReport

 
14.-16.7.23 Skyrunning European Championships
Weltspitze beim Kräftevergleich in Gusinje, Montenegro
In drei Disziplinen, VERTICAL, SKY 30km und SKYULTRA 50 km, wurden 27 Medaillen für Einzel- und Mannschaftstitel an Teilnehmer aus über 20 Nat. vergeben PM Ger.Skyrunning Fed.

 
8./9.7.23 - Masters EM Berglauf & Trailrun Adelboden
Monika Pletzer vergoldet deutsche Auftritte ...
... im Trail-Wettbewerb. Thomas Kotissek gewinnt M45-Titel im Berglauf. Berglauf-Titel für Christine Sachs, Margret Göttnauer, Irmgard Olma & Brigitte Hoffmann zum LaufReport

 
6.-10.6.23 - Berglauf- & Trailrunning-WM Innsbruck-Stubai
Innsbruck und Stubaital setzen neue Maßstäbe
Filimon Abraham hält gegen die Asse aus Uganda und Kenia prächtig mit und holt Bronze. Domenika Mayer läuft nach Rang 6 beim Vertical nun auf Rang 5 im Classic-Rennen zum LaufReport

Berglauf & Trailrun Termine 2023

Direkt zum Rückblick auf die Saison 2022

Berglauf- und Trailrun-Saison 2023

Nachdem im Vorjahr immer noch einige Läufe wegen Corona ausfielen, kann man davon ausgehen, dass in diesem Jahr alle geplanten Läufe ausgetragen werden. Der Berglauf- und Trailkalender ist auf jeden Fall prallgefüllt, oder "pickepackevoll", um einen Begriff aus der WDR-Kultsendung "Zeigers wunderbare Welt des Fußballs" zu verwenden. Dennoch fehlen einige bekannte Bergläufe wie Schwarzer Grat Berglauf, Nockberg Marathon, Dolomitenlauf.

Die neue Berglaufsaison 2023 wurde traditionell am 21. Januar mit dem Swiss Snow Walk & Run in Arosa/Schweiz eröffnet. Benedikt Hoffmann (TSG Heilbronn) gewann den Halbmarathonlauf und feierte so seinen zweiten Sieg in Arosa. "Eigentlich wollte ich wie im Vorjahr den Berglauf aufs Weißhorn machen. Die Strecke konnte aber nicht präpariert werden. Der Halbmarathon ist auch sehr anspruchsvoll und ich habe eine schnelle Zeit hingelegt. Es war aber nur ein Saisoneinstieg. Die Winter-Bergläufe mache ich primär zum Formaufbau, der Fokus liegt beim Trail", äußerte sich Hoffmann.

Die Berglaufsaison wird traditionell im Januar mit dem Swiss Snow Walk & Run in Arosa/Schweiz eröffnet Benedikt Hoffmann bei seinem Sieg in Arosa 2022 (2 Fotos © Wilfried Raatz)

In Deutschland begann die Berglaufsaison mit dem Brocken-Challange in Göttingen. Die Brocken-Challenge (BC) ist ein Ultra-Marathonlauf, bei dem rund 80 km von Göttingen auf den Gipfel des Brockens im Harz gelaufen werden. Dabei geht es etwa 1.900 Meter bergauf und 1.100 Meter bergab. Nach 7:35 Stunden erreichte Oliver Helmboldt (LSKW Bad Lautersberg) als erster das Ziel auf den Gipfel des 1142m hohen Brocken. Rene Feder (Leipzig) belegte mit der Zeit von 7:43 Stunden vor Marcel Leuze (7:54) Platz zwei. Bei den Frauen gewann Stephanie Schöffzeck in 9:05 Stunden vor Johanna Vahlhaus (TSV Schloss Neuhaus/9:11) und Joëlle Krahlisch (ASFM Göttingen). Die Start- und Spendengelder fließen einen guten Zweck zu.

Am 25.Februar findet in Kitzbühel der Streif Vertical Up statt. Der Lauf wird auf der weltberühmten Abfahrtsstrecke auf der Streif ausgetragen, natürlich umgekehrt, also von unten nach oben. 3,31 km und 860 Höhenmeter müssen so bergauf gelaufen werden. Der Start ist beim Hahnenkamm Zielhaus. Das Ziel beim Streif Starthaus.

Beim Donnersberglauf, der im Februar die aus sechs Läufen bestehende Pfälzer-Berglauf Pokal Serie eröffnet, kann schon mal Schnee liegen Bad Dürkheimer Berglauf, der 4. Lauf des Pfälzer-Berglauf Pokal (Foto © Wilfried Raatz)

Ebenfalls am 25. Februar wird mit dem 30. Donnersberglauf in Steinbach, die aus sechs Läufen bestehende Pfälzer Berglauf Pokal Serie eröffnet. Am 18. März geht es beim Nanstein-Berglauf zum zweiten Mal um Wertungspunkte für die Cupserie, die im September mit dem Rietburg-Berglauf (9. September), dem Bad Dürkheimer Berglauf (14. Oktober), dem Potzberg-Berglauf (11. November) und dem Kalmit Berglauf 18. November/Finale) fortgesetzt wird.

Der erste Lauf zu dem in dieser Saison nur aus fünf Wertungsläufen bestehenden Schwarzwald Berglauf Pokal findet am 29. April in Bühlertal mit dem Hundseck-Berglauf statt. Hier wird auch die diesjährige Deutsche Berglaufmeisterschaft ausgetragen. Dazu später mehr. Zum Schwarzwald Berglauf Pokal gehören noch der Kandel-Berglauf in Waldkirch (6. Mai), der Rosskopflauf in Heuweiler (9. Juli), der Tote Mann Berglauf in Oberried (22 .Juli) und der Belchen Berglauf in Schönau (16.September). Der Blauenlauf am 18. Juni (diesmal mit Start in Badenweiler - Achtung: wurde abgesagt), der im Vorjahr nach mehrjähriger Pause erstmals wieder stattfand und zur Cup-Serie gehörte, ist diesmal kein Wertungslauf.

Kandel-Berglauf in Waldkirch, der 2. Lauf zum Schwarzwald Berglauf Pokal Der 3. Lauf der Schwarzwald Berglauf Pokal Serie: Rosskopflauf in Heuweiler

Der erste Höhepunkt ist, wie schon erwähnt, die deutsche Berglaufmeisterschaft in Bühlertal, die im Rahmen des 45. Internationalen Hundseck-Berglaufes ausgetragen wird. Damit ist Bühlertal, nach 1988, 1997 und 2015 zum vierten Mal Austragungsort der deutschen Berglaufmeisterschaft. Ein weiterer Höhepunkt für die Bühlertäler war die Ausrichtung der Masters Weltmeisterschaft 2012. Wie schon bei den deutschen Meisterschaften waren die Rückmeldungen nach der Masters WM, sowohl von den Läuferinnen und Läufern, als auch von den Funktionären äußerst positiv, so dass auch diesmal die örtlichen Ausrichter vom TV Bühlertal mit Ralf Fischer an der Spitze, die Deutsche Meisterschaft erfolgreich durchführen werden. Kurt König, Berglaufwart des Deutschen Leichtathletikverbandes dazu: "Es freut mich ungemein, dass wir mit der Deutschen Meisterschaft wieder im Schwarzwald Station machen und dass der TV Bühlertal nun zum vierten Mal eine Deutsche Berglaufmeisterschaft ausrichten wird. Besonders hervorheben möchte ich, dass uns der Veranstalter mit dem Termin entgegengekommen ist, da wir die Deutsche Meisterschaft als Sichtungswettkampf für die Weltmeisterschaft in Innsbruck-Stubai heranziehen wollen. Gleichzeitig soll nach der Winterpause die Form der WM-Kandidaten/innen überprüft werden." Die Meisterschaft und der offene Lauf finden auf der Weltmeisterschaftsstrecke statt.

Bühlertal Hundseck-Berglauf (Foto © Wilfried Raatz)

Gestartet wird die 9,9 km lange Strecke, bei der ein Höhenunterschied von 776 Meter überwunden werden muss, beim Haus des Gastes. Das Ziel ist auf dem 1008 Meter hohen Mehliskopf, unmittelbar beim Mehliskopf-Turm. Mit Spannung darf erwartet werden, wie sich diesmal der Junioren-Europameister Lukas Ehrle (LG Brandenkopf) gegenüber den "älteren" Läufern Julias Ott (TSG Weinheim/ Deutscher Meister 2022), Maximilian Zeuss (LG Finanz Regensburg/ Deutscher Meister 2021) und Benedikt Hoffmann (TSG Heilbronn/ 2. DM 2022) schlägt. Zweimal war er schon als Sieger seiner Altersklasse Gesamtzweiter. Aber diesmal steht die Schule (erst steht kurz vor dem Abitur) im Vordergrund. Deshalb ist er mit einer Prognose vorsichtig. "Ein konkretes Ziel auszugeben ist schwer, da der Termin direkt zwischen meinen schriftlichen Abi Prüfungen liegt. Trotzdem freue ich mich sehr auf das Event. Ich bin froh, dass es wegen dem Abi für mich nicht zu weit zum Fahren ist und sehe den Wettkampf auch als willkommene Abwechslung um vom Abistress abzuschalten."

Bei den Frauen kann Laura Hottenrott (PSV Grün Weiß Kassel) nach 2021 und 2022 ihren dritten Titel gewinnen. Bei den beiden letzten deutschen Berglaufmeisterschaften konnten sich hinter Laura Hottenrott Hanna Gröber (LAV Stadtwerke Tübingen/ 2. DM 2021 und 3. DM 2022), Domenika Meyer (LG Telis Finanz Regensburg/ 2. DM 2022) und Simone Raatz (ASC Darmstadt/3. DM 2021) vorne platzieren.

Bekannt bei Bergläufern ist das Stubaital auch durch den Schlickeralmlauf in Telfes, der auch schon Ausrichter internationaler Meisterschaften war (Foto © Axel Künkeler)

Am 24. Juni findet in Breitenbrunn im Rahmen des Sachsen Trails die Deutsche Meisterschaft im Ultratrail statt. 74,5 km und 2.120 Höhenmeter sind zu laufen. Start am Fuße des Rabenbergs - Ziel ist am Sportpark Rabenber.

Auch International ist der erste Saison-Höhepunkt diesmal sehr früh. Vom 6. bis zum 10. Juni wird in Innsbruck und im Stubaital die Berglauf- und Trail Running Weltmeisterschaft ausgetragen. Damit findet zum zweiten Mal, nach der Weltmeisterschaft in Thailand, eine gemeinsame Weltmeisterschaft der verschiedenen Fachverbände statt, so wie es der frühere Präsident des Berglauf-Weltverbandes und siebenfacher Berglauf-Weltmeister Jonathan Wyatt gefordert hat. Auf vier verschiedenen Strecken werden an vier Tagen die Titelkämpfe, zu denen rund 1400 Läuferinnen und Läufer erwartet werden, ausgeführt. 1.Tag: Vertical (7,3 km/ 1020 Höhenmeter); 2.Tag: Trail Short (44km/ 3132 Höhenmeter), 3.Tag: Trail Long (85 km/ 5.554 Höhenmeter); 4. und letzter Tag: Mountain Classic (eine Runde 6 km/ 370 Höhenmeter; Junioren eine Runde, die übrigen zwei Runden). Gestartet wird, mit Ausnahme des Mountain Classic, jeweils in Neufstift/ Stubaital. Für die Bergläufer/innen ist das Stubaital durch den Schlickeralmlauf, auch hier fanden schon internationale Meisterschaften statt, bekannt und beliebt.

Bei der ersten gemeinsamen Weltmeisterschaft im vergangenen November in Thailand war die deutsche Berglauf-Nationalmannschaft nur mit einem kleinen Aufgebot vertreten, wobei es aber gute Ergebnisse gab. Rosanna Buchauer (TSV Ruhpolding) kam über die Langstrecke (78 km/ 4807 Höhenmeter) auf einen sehr guten fünften Platz. Hanna Gröber (LAV Stadtwerke Tübingen) ging zweimal an den Start und belegte auf der Bergauf-/Bergab-Strecke Platz sieben und auf der Bergauf-Strecke Platz zehn. Bei der kommenden Weltmeisterschaft in Innsbruck/Stubaital will DLV-Berglauf-Chef Kurt König mit einem starken Team antreten. Die Anreise ist ja diesmal nicht so weit. "Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, dass wir mit einem quantitativ und qualitativ starken Team an den Start gehen und endlich die erhofften Medaillen erringen wollen. Das würde der deutschen Berglauf- und Trailszene einen weiteren Schub verleihen."

Für die in den beiden vergangenen Jahren kometenhaft in die Berglaufszene aufgestiegene Laura Hottenrott (PSV Grün Weiß Kassel) ist die Weltmeisterschaft eine Option. "Die Teilnahme an der Berglauf-Weltmeisterschaft ist definitiv ein Ziel. Ein möglicher Start hängt aber von den Ergebnissen im Straßenlauf im Frühjahr und den DLV Nominierungen ab", äußerte sie sich gegenüber LaufReport. Auch Benedikt Hoffmann geht von einer WM-Teilnahme aus. "Ich konzentriere mich voll auf die Weltmeisterschaft, wo ich über 44 Kilometer an den Start gehen werde. Zuvor werde ich noch beim Ecotrail Paris, dem UTMB Rennen in Istrien (42KM) und der deutschen Berglaufmeisterschaft starten." Auch für Lukas Ehrle ist die WM-Teilnahme ein Ziel "Ich würde sehr gerne bei der Weltmeisterschaft teilnehmen. Die Strecke ist schwer einzuschätzen, es geht über Teer und bergab. Sich da im Weltniveau einzuschätzen, ist sehr schwer. Ich werde mich auf mich selbst konzentrieren und mein Bestes geben", sagte der letztjährige Junioren-Europameister.

Für die Masters stehen Welt- und Europameisterschaften auf dem Programm. Zunächst wird vom 6. bis 9. Juli in Adelboden/Schweiz die Europameisterschaft (Berglauf und Trail-Running) ausgetragen, ehe am 15.bis 17. September die Titelträger bei den World Masters Mountain Running Championships in Madeira/Portugal ermittelt werden.

Das Matterhorn steht bei zwei Läufen im Mittelpunkt hier beim Matterhorn Ultraks ... ... und hier beim Gornergrat Zermatt Marathon

Neben den nationalen Cup-Serien, wie Pfälzer Berglauf Pokal, Schwarzwald Berglauf Pokal, Jura Top-Serie, Österreichischer Berglauf Cup, um nur einige zu nennen, stehen auch mehrere internationale Cup-Serien mit immer mehr Läufen im Kalender. Nachdem es vor Jahren beim Weltcup maximal vier bis sechs Läufe gab, stehen nun bei elf Veranstaltern 17 Läufe auf dem Programm. Gleich zwei Serien gibt es bei den sogenannten Golden Trail Serien. Zum einen, die Golden Trail World Series (GTWS) und zum anderen die Golden Trail National Series (GTNS). Zu letzteren gehören deutsche, österreichische und Schweizer Bergläufe, wie u. a. der Zugspitz Ultra Trail (16. Juni), der Gornergrat Zermatt Marathon (Halbmarathon/ 1. Juli) und der Mayerhofen Ultraks (9. September). In der UTMB World Serie sind 35 Ultralangstreckenlauf-Veranstalter aus Europa, Asien, Nordamerika und Australien zusammengeschlossen. Die bekanntesten Läufe in Europa sind Istrien 100 by UTMB (Istrien/ Kroatien/ 13. Bis 16. April), Mozart 100 by UTMB (Salzburg/Österreich/ 17. bis 18. Juni), Eiger Ultra Trail by UTMB (Grindelwald/Schweiz/ 12. bis 16 Juli), Wildstrubel by UTMB (Crans Montana/Schweiz/ 15. bis17. September). Das Finale, für das man sich bei den Läufen der UTMB Serie qualifizieren muss, findet vom 28. August bis zum 3. September in Chamonix statt.

Internationaler Hochfelln-Berglauf in Bergen/Chiemgau

Zu gleich drei internationalen Cupserien gehört der traditionsreiche Laufklassiker Sierre Zinal /Schweiz. Der Lauf wird am 12. August ausgetragen und gehört zum Berglauf-Weltpokal, zur GTWS Serie und zur GTNS Serie. Aber auch mit Laufveranstaltungen die weder zum Meisterschaftsprogramm noch zu einer nationalen oder internationalen Serie gehören ist der Berglauf- und Trail-Kalender reichlich bestückt. In Deutschland ist seit vielen Jahrzehnten der Internationale Hochfelln-Berglauf, der am 24. September in Bergen/Chiemgau stattfindet, die Nummer Eins. Die Ergebnislisten zieren alle Weltklasseläufer/innen, wie dem vielfachen Weltmeister Jonathan Wyatt (Neuseeland) und der mehrfachen Welt- und Europameisterin Andrea Mayr (Österreich). Wenige Wochen zuvor, am 3. September, steht der Hochgrat-Berglauf in Oberstaufen auf dem Programm. Am 25. Juni findet der Osterfelder Berglauf in Garmisch-Partenkirchen, am 1. Juli findet in Breitnau der X-Trail Run und am 2. Juli der Nebelhorn-Berglauf in Oberstdorf statt. Im Oktober stehen dann noch der TrailRUN21 und TrailRUN Light in Zell-Unterharmersbach (3. Oktober) und der Jenner Berglauf in Berchtesgaden (7. Oktober) auf dem Programm.

Breitnau der X-Trail Run TrailRUN21 und TrailRUN Light in Zell-Unterharmersbach

International erfreuen sich die Klassiker in den Alpen, die vor allem von der imposanten Bergwelt profitieren, besonderer Beliebtheit. Dort stehen dann die berühmtesten Berge wie Matterhorn, Eiger, Mönch, Jungfrau, der Großglockner, der Mont Blanc, die Drei Zinnen, der Wilde Kaiser, um nur einige zu nennen, im Mittelpunkt. Allen voran kann hier das Wallis punkten. Am 17. und 18. Juni findet auf Bettmeralp der Aletsch Halbmarathon statt. 21,1 km bei einer Höhendifferenz von 1050 Meter müssen zurückgelegt werden. Dabei führt die Strecke durch das UNESCO Welterbe und entlang des Aletschgletschers. Seit einigen Jahren wird die Veranstaltung an zwei Tagen durchgeführt. Bereits am Samstag werden mit dem Gletschilauf, dem Aletsch Minilauf und dem Aletsch Sprint drei Läufe ausgetragen. Nur zwei Wochen später kommt es am 1. Juli im nahegelegenen Zermatt zum Gornergrat Zermatt Marathon. Dabei stehen die traditionellen Läufe Marathon, Ultra-Marathon, Halbmarathon und die Zweier-Staffel auf dem Programm, das auch diesmal wieder durch den sogenannten "TOP20Run", ergänzt wird. Der TOP20Run, ein Halbmarathonlauf der in Zermatt gestartet wird und auf dem Gornergrat endet, wurde im Vorjahr, erstmals anlässlich des 20jährigen Jubiläums erstmals ausgetragen. Und wer nochmals nach Zermatt möchte um beim Laufen das Matterhorn zu genießen, der kann vom 25. bis 27.Juli an einer der sechs Läufe beim Matterhorn Ultraks teilnehmen. Auch der schon erwähnte Klassiker Sierre-Zinal gehört zum Wallis.

Beim Aletsch Halbmarathon mit Blick auf den Aletschgletscher

Aber auch in den übrigen Alpenregionen warten mit bekannten und beliebten Klassikern auf. Hier eine kleine Auswahl. Schafberglauf, St. Wolfgang/Österreich (20. Mai), Gamperney Berglauf, Grabs/Schweiz (21. Mai), Monte du Grand Ballon, Willer-sur-Thur/Frankreich (28. Mai), LGT Marathon Liechtenstein (3. Juni), Davos X-Trail Davos/Schweiz, ehemals Alpine Marathon (28. bis 29. Juli), Kaiserkrone Trail, Scheffau/Österreich (23. bis 24. Juni), Montafon Arlberg Marathon, St.Anton/Österreich (23.-24. Juni), Großglocknerlauf, Heiligenblut/Österreich (9. Juli.), Kitzbüheler Horn-Berglauf, Kitzbühel/Österreich (27. August), Schlickeralm Berglauf, Telfes/Österreich (9. September), Drei Zinnen Alpine Run, Sexten/Italien (9.September).

Drei Zinnen Lauf Großglocknerlauf

Am 9. September findet mit dem Jungfrau Marathon, der schon vor vielen Jahren von einer amerikanischen Sport-Zeitschrift zum schönsten Marathon der Welt gekürt wurde, einer der bedeuteten Berg-Marathons der Welt statt. Vom Start in Interlaken bis zum Ziel auf die Kleine Scheidegg vor dem Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau sind 42,195 km bei 1825 Meter bergauf und 306 Meter bergab zu bewältigen. Aus deutscher Sicht besonders erfreulich die Ergebnisse der Frauen in den vergangenen Jahren. Nachdem Michelle Maier (PTSV Rosenheim) in den Jahren 2016, 2017 und 2018 dreimal Zweite wurde, konnte sich Laura Hottenrott (PSV Grün-Weiß Kassel) 2021 und 2022 als Siegerin feiern lassen. Ob sie in diesem Jahr erneut beim Jungfrau Marathon starten wird und damit vielleicht ihren dritten Sieg erringt, ließ sie noch offen. "Das hängt vom Saisonverlauf im Sommer ab". Sie ist vom Jungfrau Marathon so begeistert, dass ein Start wahrscheinlich ist. "Mich fasziniert am Jungfrau Marathon die Strecke von Interlaken zum Eigergletscher mit Ziel vor dem Panorama Eiger, Mönch und Jungfrau, sowie die lange Tradition des Laufes. Ich finde es eine besondere Herausforderung, dass der Schwierigkeitsgrad der Strecke von Kilometer eins bis 42 immer weiter zunimmt." Im Oktober steht dann noch die dreitägige Tour de Tirol in Söll/Österreich auf dem Programm. Vom 6. bis 8. Oktober stehen am 1.Tag der Söller Zehner, am zweiten Tag die Königsetappe, der Kaisermarathon, der von Söll auf die Hohe Salve führt. Die Strecke, mit traumhaften Ausblicken auf den Wilden Kaiser, führt an mehreren Seen vorbei. Am dritten Tag steht der Pölven Trail auf dem Programm.

Laura Hottenrott gewinnt zweimal den Jungfrau Marathon (Foto Privat) Beim Jungfrau Marathon waren in den vergangenn Jahren deutsche Läuferinnen erfolgreich. Auf dem Foto Michelle Maier (PTSV Rosenheim), die in den Jahren 2016, 2017 und 2018 dreimal Zweite wurde. Laura Hottenrott (PSV Grün-Weiß Kassel) gewann den Jungfrau Marathon 2021 und 2022

Wenn man sich den nun angehängten "proppevollen" oder auch "pickpackevollen" (Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs) Berglauf- und Trailkalender anschaut, dann wird es erst richtig deutlich, wie umfangreich die Angebote für die Berglauf-Fans sind. Da ist für jeden etwas dabei. Da sind die nationalen- und internationalen Meisterschaften, die nationalen und internationalen Cup-Serien und auch viele Läufe, die auch ohne Meisterschaft und Serie ihren Reiz haben. Und auch die Auswahl zwischen klassischen Bergläufen, bergauf/bergab Bergläufen, Trails, Gebirgsmarathons, Vertical Up-Läufe oder Ultra-Marathon ist unendlich groß. Und alle haben eins gemeinsam, sie finden im Gegensatz zu Bahn- und Straßenläufen in der Natur statt und bieten den Läuferinnen und Läufern unbeschreibliche Naturerlebnisse. Das fasziniert auch Laura Hottenrott und Lukas Ehrle, die beide in den vergangenen Jahren nationale- und Internationale Erfolge im Berglauf, aber auch auf der Straße und Bahn feiern konnten. Laura Hottenrott: "Die Verbundenheit mit der Natur und das jede Strecke unterschiedlich und damit einmalig ist. Ich finde Berglauf unglaublich abwechslungsreich und herausfordernd", schwärmt die zweifache Jungfrau Marathon-Siegerin. Und Lukas Ehrle "Beim Berglauf ist das Naturerlebnis besonders schön. Gerade die tollen Landschaften machen den Reiz beim Berglauf aus. Kein Berg ist so wie der andere." Dem ist nichts hinzuzufügen.

Berglauf & Trailrun Termine 2023:

Diese Zusammenstellung ist lediglich eine Auswahl. Trotz sorgfältiger Überprüfung kann keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben gegeben werden.

Februar - März
25.2. Streif Vertical Up, Kitzbühel/Österreich 3,31 km/HD 860 m
25.2. Donnersberglauf, Steinbach ,PBP, 7,2 km/418 Hm
12.3. Ihringen Internationaler Kaiserstuhllauf 17,8 km
18.3. Nanstein-Berglauf,Landstuhl,PBP, 7,1 km/350 Höhenmeter

April
02.4. Lauberhorn Run, Lauberhon/Schweiz 4,5km/ HD 1028
15.4. Kyfhäuser Berglauf, Bad Frankenhausen, Marathon, Halbmarathon,14 km
23.4. Feldberglauf,Oberursel, 9,7 km/ HD 585 m
28.4.Tüfelsschlucht-Berglauf , Hägendorf, Schweiz, 8 km/HD 500 m
29.4. Hundseck-Berglauf in Bühlertal, SBP, 9,9 km/HD 654 m - mit Deutscher Berglauf Meisterschaft
30.4. Österreichische Berglauf-Staatsmeisterschaften Itter

Mai
06.5. Kandel Berglauf, Waldkirch, SBP, 12,2 km/ HD 940m
06.5. Chiemgau Trail Run Marquartstein: 60km,42km,21km10km
13.5. Weinheim Bergstraße-Odenwald 50 Wandern und Trailrun 50 km/HM1800, 25 km/HM1000, 15 km/HM700
13.5. Guthsmut Rennsteiglauf, Eisennach,Neuhaus,Oberhof; 73,9 km/HD3260 m;42,2 km/1613; 21,2 km/832m
17.5.Gempen-Berglauf, Dornach/Schweiz, 7,8 km/HD 426 m
20.5. Schafberglauf St.Wolfgang/Österreich, 5,83 km/ HD 1190 m
20.5 .Hochstaufen Trail Run, Bad Reichenhall, 18.7 km/ 1350 Hm
20.5. Ultra Trail Lamer Winkel, Lam, 54 km/ 2650 Hm, 24 Km/ 1200 Hm
21.5. Gamperney-Berglauf,Grabs/Schweiz, 8,8 km/ HD 1000 m
21.5. Hochgernlauf, Unterwössen, 7,5 km/ 905 Hm
28.5. International U18 Mountain Running Cup, Annecy, Frankreich
28.5. Monte du Grand Ballon, Willer-sur-Thur/Frankreich 14.2 km, /HD 1220m, 32 km,/HD 1450m

Juni
2.-4.6. Hochkönigman Trail Running Festival, Maria Alm/Österreich, Läufe zwischen
            1000 Meter (Kids Trail ) und 86,8 km
03.6. LGT Marathon Liechtenstein, 42,195 km/ HD1870 m
10.6. Saslong Halbmarathon, St.Ulrich,Italien ,21,1 km/HD 900 m.
16.6. Högl Berglauf,Ainring, 3,8 km/320 Hm
16.-18.6. Zugspitz Ultra Trail Startorte u.a. Garmisch-.Partenkirchen, Ehrwald, GTNS
                 5 Läufe von 106 km bis 25 km,
17.6. Schneeberglauf, Puchberg/Österreich, 10 km/ HD 1200 m
17.6. Mozart 100 Salzburg/Österreich, UTMB, 105 km +/-5400 m, weitere Läufe
18.6. Hohenneuffen-Berglauf,Beuren, 9,3km , +535 / -180 Hm mit baden-württem. Berglaufmeisterschaft
18.6. Mountain Run, Seefeld Österreich,6, 7km/1040 Hm
18.6. Blauenlauf , Badenweiler 9,8 km 950 Höhenmeter - Achtung: wurde abgesagt
17./18.6. Aletsch Halbmarathon, Bettmeralp/Schweiz, 21,2 km/ HD 1050m
22.-25.6. Marathon Mont Blanc: Chamonix/Frankreich ,GTWS 90 km,42 km,23 km,10km,3,8km
23.-24.6. Kaiserkrone Trail, Scheffau/Österreich, 14 km,20,7 km, 24,9 km, 56,3 km,
23.-24.6. Montafon Arlberg Marathon, Sr.Anton/Österreich, 42,195 km /HD 1300 m
23.-25.6. Sachsentrail mit Deutscher Meisterschaft im Ultra Trail, Breitenbunn,Erzgebirge , 74,5 km /2.120 Hm
25.6. Osterfelder Berglauf, Garmisch-Partenkirchen, 11,9 km/ 1297 Hm

Juli
01.7. Gornergrat Zermatt Marathon Zermatt/Schweiz,GTNS 42,195 km / HD+1944m
          Ultra Marathon 45,6 km/ HD +2458m / 22km/ HD +1850 m/21,1km/ HD + 1336m
01.7. X-Trail Run,Breitnau, 21,1 km /HD 900 m
02.7. Pitztaler Gletscher Marathon,Imst/Österreich, 42,195 km/HD 1679 m; 21,1km/HD 999 m
02.7. Nebelhornlauf, Oberstdorf, 10,5 km, HD 1.405 m
09.7. Kampenwand Berglauf,Aschau, 6 km/HD 830 m
09.7. Großglocknerlauf,Heiligenblut/Österreich, 13,36 km, 1.265 Hm
09.7. Rosskopflauf, Heuweiler, SWB, 18,4 km/ 560 HM,19 km/280 HM
14./15.7. Silvretta Run 3000 Ischgl/Galltür/Österreich, 42,195km HD1814m, 29,9km HD1482m, 12,10km HD 505
12.-15.7. Eiger Ultra Trail, Grindelwald/Schweiz,UTMB, u.a. 101 km/ 6700 Hm, 51 km/3100 Hm,
22.7. Oberrieder Tote Mann Berglauf, Oberried, SBP, 10,4 km, 750 Hm
22.7. Stockhorn HM Oberwill/Schweiz 21,1 km/ HD 1353 m (+ 1724 m / - 371 m)
28./29.7. Davos X-Trails, Davos/Schweiz (neuer Name zuvor Swiss Alpine Marathon), 68km, 43km, 2 km, 10km
29./30.7. Walsertrail Challenge,Widderstein/ Österreich 15 km/HD 980 Hm; 29 km/ HD 1700m, 63km/HD3.900
30.7. Täschalplauf, Täsch/Schweiz, 8,9km/916 Hm

August
01.8. Schweizer Berglaufmeisterschaft, Schwarzsee
5./6.8 Gondo Marathon, Gondo,Ried-Brig/ Schweiz, 28 km/ HD +/ -1400 m; 84,4 km HD +/- 4200m
05.8. Glacier3000 Run, Gstaad/Schweiz, 26 km/ HD 1900 m
06.8. Rugghubel-Berglauf, Engelberg/Schweiz, 8,5 km HD 1286 /
06.8. Tegelberglauf, Schwangau, 8 km/HD 920 m,
12.8. Sierre-Zinal, Sierre/Schweiz, BWP, GTWS,GTNS 31 km/ HD +2100m/-900m
13.8. Allgäu Panorama Marathon, Sonthofen, 5 Strecken u.a. 69 km/ 3272?Hm
19..8. Inferno Halbmarathon, Lauterbrunnen/Schweiz, 21,1 km / HD 2175 m
25.-27.8. Matterhorn Ultraks, Zermatt/Schweiz, u.a. 46 km / HD +/-3600 m
27.8. Kitzbüheler Horn-Berglauf, Kitzbühel/ Österreich, 12,9 km/ HD 1234 m
27.8. Weisensteinlauf, Weisenstein/Schweiz, 14,1 km/ HD 1020 m
28.8-3.9.Ultra Trail du Mont Blanc, Chamonix/Frankreich, 5 Läufe u.a. 290km

September
03.9 .Hochgrat-Berglauf, Oberstaufen, 6 km /HD 850m;
09.9. Schlickeralm Berglauf, Telfes/ Tirol, 11,5 km / HD 1177 m
8/.9.9. Mayerhofen Ultraks, Mayerhofen/Österreich,GTNS, 70km, 50 km, 30 km, 7 km
09.9. Rietburg-Berglauf,Edenkoben , PBP, 8,2 km/ HD 350 m
09.9. Jungfrau Marathon, Interlaken/Schweiz, 42,195 km / HD +1829 m/-306 m
09.9. Drei Zinnen Alpine Run, Sexten/Italien, 17,5 km/ HD 1350 m
15.-17.9. Berglauf Weltmeisterschaften Masters, Madiera, Portugal
16.9. Belchen Berglauf, Schönau, SBP, 11,4 km HD 824
16.9. Hörnlelauf, Bad Kohlgrub, 7 km/ 649 Hm
23.9. Arberland Ultratrail,Bodenmais/Bayrischer Wald,60 km/ HD 2500 m
24.9. Hochfelln-Berglauf,Bergen/Chiemgau mit bayrischer Berglaufmeisterschaft, 8,9 km/ HD 1074 m

Oktober -
03.10.TrailRun21,Zell-Unterharmersbach (19,6km/HD 780m) und TrailRUN Light (10,3km/HD 390m)t
            mit baden-württembergischer Trailmeisterschaft
6.-8.10. Tour de Tirol, Söll Österreich, 42,195km/ HD 2160 m Trail 23km/ HD 1200 m
07.10. Fichtel-Berglauf,Sehmatal-Neudorf, 9,1 km/ HD 550 m
07.10. Smarna Gora Race,Ljublijana/Slowenien,BWP, 9 km/ HD 710 m
08.10. Jenner Berglauf,Schönau am Königssee, 8,4 km /1.190 Hm
14.10. Bad Dürkheimer Berglauf, Bad Dürkheim, PBP, 8,7km/ 510 Hm
14.10. Harz Gebirgslauf, Wenigerode, Brocken Marathon, Halbmarathon,11, 5 km
22.10. Breisach Rimsinger Tuniberg Panoramalauf 11,45 KM und etwa 170 Höhenmeter

November
04.11. Berglauf in Neckargemünd, 11,8km/ 450 Hm, Berglauf zum Königstuhl (HD) mit Run & Bike Teamwertung
11.11. Potzberg-Berglauf,Gimsbach , PBP, 8,2km/ 350 Hm
18.11. Kallmit-Berglauf, Maikammer, PBP, 8,1 km 505 Hm
18.11. Hohenzollern Berglauf, Hechingen, 8km 365 m

Meisterschaftstermine

Berglauf Weltpokal

Golden Trail World Series (GTWS)

Golden Trail National Serie Deutschland, Österreich, Schweiz (GTNS)

Ultra-Trail Mont-Blanc, UTMB World Series - Läufe in Europa

Hinweis: Berglaufberichte sind im LaufReport links alphatisch anwählbar!

Ein Rückblick auf die Berglauf und Trailrun Saison 2022

von Winfried Stinn 

Schlagzeilen der Berglaufsaison 2022

Berglauf Europameisterschaft und Weltmeisterschaft

Erster internationaler Höhepunkt der zurückliegenden Saison war die Berglauf-Europameisterschaft Anfang Juni in El Paso, auf der Kanareninsel La Palma/ Spanien. Erstmals wurde die Berglauf-Europameisterschaft, die sogenannte Off-Road Running-Europameisterschaft, an drei aufeinanderfolgenden Tagen durchgeführt. Am ersten Tag wurde die klassische Variante, die Bergauf-EM angeboten, am zweiten Tag ging es um die Trail-Europameisterschaft und am dritten Tag wurde die Europameisterschaft bergauf/bergab ausgetragen. Die Verbindung zwischen dem klassischen Berglauf und Trail war schon immer ein Ziel des früheren Präsidenten des Berglauf-Weltverbandes Jonathan Wyatt, wie er nach seiner Wahl zum Präsidenten des WMRA darlegte. Dies wurde nun erstmals bei der Europameisterschaft und im November bei der zweimal wegen Corona verschobenen Weltmeisterschaft in Thailand nach seinen Vorstellungen durchgeführt.

Einige Läuferinnen und Läufer nutzten die Gelegenheit auch für Doppelstarts, so die mehrfache Schweizer Berglauf-Europameisterin Maude Mathys, die mit drei Gold-und einer Silbermedaille die erfolgreichste Teilnehmerin der Europameisterschaft war. Sie hatte kurz zuvor beim Aletsch Halbmarathon, den sie mit neuer Streckenrekordzeit überlegen gewann, ihre gute Form unter Beweis gestellt und war als Favoritin zu den Europameisterschaften angereist. Mit den drei Titelgewinnen wurde sie dieser Rolle gerecht. Aus deutscher Sicht begann das dreitägige Laufevent mit einem Paukenschlag. Der erst 18jährige Lukas Ehrle, der in Villingen/Schwarzwald wohnt und für die LG Brandenkopf startet, gewann überraschend bei der U20 die Goldmedaille. "Es war großartig. Mit diesem Sieg hatte ich nicht gerechnet. Zunächst konnte ich es lange Zeit gar nicht realisieren", so Lukas Ehrle.

Lukas Ehrle gewinnt Gold in der U20 bei der Berglauf Europameisterschaft (Foto privat) Mit drei Gold- und einer Silbermedaille war Maude Mathys die erfolgreichste EM Teilnehmerin

Für Schlagzeilen hatte Ehrle schon vor der EM mit seinem Erfolg als Gesamtsieger beim Gamperney Berglauf/Schweiz gesorgt. DLV Berglauf-Chef Kurt König zeigte sich begeistert, war aber, wie auch Ehrles Trainer Timo Zeiler nicht überrascht über den Gewinn der Goldmedaille. "Für mich war Lukas EM-Sieg keine Überraschung. Schon lange habe ich seine Entwicklung beobachten können. Lukas ist ein besonderes Talent und für sein Alter schon sehr weit. Er hat einen starken Willen und kämpft jeden Meter auf der Strecke", schwärmt König.

Gute Leistungen erzielten bei den Frauen die Deutsche Crosslaufmeisterin von 2020 und amtierende Deutsche Marathonmeisterin Domenika Mayer (LG Telis Finanz Regensburg) als Sechste und der dreifache Deutsche Berglaufmeister Maximilian Zeuss, der ebenfalls für die LG Telis Finanz Regensburg startet. "Ich bin glücklich über den sechsten Platz. Mein Ziel war eine Top-Ten Platzierung", so Domenika Mayer. Und auch Maximilian Zeuss war mehr als zufrieden mit seiner Leistung: "Meine Erwartungen waren unkonventionell. Platz acht ist aber super, Platz acht ist meine bisher beste internationale Platzierung." Einen guten vierten Platz erreichte das DLV Frauen-Team mit Domenika Mayer, Lisa Oed und Esther Jacobitz.

Pech hatte Laura Hottenrott (PSV Grün-Weiß Kassel). Sie war wegen Nachwirkungen ihrer Corona-Erkrankung und dem dadurch mangelnden Training nicht in Form und musste schon nach 1,5 km aufgeben. Eine Mannschaftsmedaille wäre sicher gewesen. "Daher konnte ich meine gute Leistungsfähigkeit bei der Berglauf-Europameisterschaft nicht zeigen. Bis heute bin ich sehr traurig, dass damit die Berglauf-EM sowie die zwei Wochen später stattfindende Marathon-WM ins Wasser gefallen sind", äußerte sich Hottenrott, die ein halbes Jahr später zum zweiten Mal den Jungfrau Marathon gewann.

Laura Hottenrott bei der Deutschen Berglauf-Meisterschaft in Berchtesgaden (Foto © Wilfried Raatz) Andrea Mayr mit 43 Jahren noch Weltklasse, hier läuft sie dem 12.Sieg beim Hochfelln Berglauf entgegen

Die ersten gemeinsamen Berglauf-Weltmeisterschaften der verschiedenen Fachverbände, wie dem Berglauf Weltverband WMRA, IAU (Ultra) und ITRA (Trail) waren zunächst für 2021 in Chiang Mai/Thailand geplant. Dann wurden sie wegen Corona auf den Februar 2022 veschobenund letztendlich fanden sie dann im November 2022 statt. Wie schon bei der Europameisterschaft auf La Palma wurden die Titelkämpfe an drei Tagen durchgeführt. Beim Auftaktrennen über 8,5 km und 1065 Höhenmetern fehlten die Berglauf-Asse aus Uganda. Sie waren am falschen Ort zum Start erschienen. Patrick Kipngeno und Philemon Kiriago erkämpften sich einen kenianischen Doppelsieg. Bei den Frauen gewann Allie McLaughlin (USA). Die Österreicherin Andrea May belegte, vor der mehrfachen Schweizer Europameisterin Maude Mathys den zweiten Platz und gewann damit, wie bei den letzten beiden Europameisterschaften (Zermatt und La Palma) die Silbermedaille. Für Andrea Mayr, die mit fünf WM- und vier EM-Titeln weltweit zu den erfolgreichsten Bergläuferinnen zählt, ein Riesenerfolg.

Die deutsche Berglauf-Nationalmannschaft war in Thailand mit einem kleinen Aufgebot vertreten, wobei sie mit guten Ergebnissen aufwartete. Dabei sorgte Rosanna Buchauer (TSV Ruhpolding) über die Langstrecke (78 km/4807 Höhenmeter) mit einem sehr guten fünften Platz für das beste Resultat aus deutscher Sicht. Benedikt Hoffmann (TSG Heilbronn) belegte Platz 18. Hanna Gröber (LAV Stadtwerke Tübingen) ging zweimal an den Start und belegte auf der Bergauf/bergab-Strecke Platz sieben und auf der Bergauf-Strecke Platz zehn.

Die Titelträger im Überblick: Uphill Mountain Race (8,5 km/1065 HM): Stian Hovind Angermund (Norwegen) und Allie Mclaughin (USA). Long Trail Race (78 km/4807 HM): Adam Peterman (USA) und Blandine Lhirondel (Frankreich). Short Trail Race (38 km/ 2425 HM): Stian Hovind Angermund (Norwegen) und Denisa Ionela Dragomir (Rumänien). Up and Downhill Mountain Race :(10,7 km/ plus/minus 475 Meter) Patrick Kipngeno (Kenia) und Jessica Bailey (Großbritannien).

Altesch Halbmarathon, der 2022 bereits zum 35. Mal ausgetragen wurde

Auch bei der Berglauf-Masters-Weltmeisterschaft in Clonmel/Irland waren nur wenige deutsche TeilnehmerInnen am Start. Titelgewinne gab es für Deutschland keine, doch gibt es einige Medaillengewinne zu vermelden. Bronze gewannen Elke Keller (LG Filstal /W55), Brigitte Hoffmann (LG Welfen/ W65) und Rolf Hesselmann (STV Hünxe /M65). Bei den Mannschaftswertungen gab es Silber in der M65, sowie Bronze in der W35 und M55. Besser schnitt das DLV Senioren-Team bei der Masters-Europameisterschaft im Berglauf und Trail in La Féclaz (Chambéry/FRA) im Savoyischen Bauges Massiv, ab. Elke Keller (LG Filstal/W55) gewann über 10 km bergauf und das Trail Running über 40 km. Damit baute sie ihre bereits umfangreiche Medaillensammlung weiter aus. Als Gesamtzweite über 40 km gewann ihre Mannschaftskameradin Monika Pletzer Gold in der Klasse W35. Alexandra Gundel (LG Allgäu/W50) Silber und Ann Carol Eberle (SSV Wildpoldsried/W35) Bronze. Über 10 km sorgte, neben der schon erwähnten Goldmedaille von Elke Keller, Elfriede Ganter (LG Brandenkopf/W65) für eine weitere Goldmedaille. Nils Lennert (TV Maikammer) gewann als Gesamtvierter Silber in der M35. Silber gewannen auch die Goldmedaillengewinnerin über 40 km Monika Pletzer (W35), Thomas Blum (SC Altstadten/M55) und Gertrud Ott (LG Allgäu/W60).

Berglauf Weltpokal und World Mountain Running Ranking

Gesamtsieger des aus 16 Läufen bestehenden Berglauf-Weltpokals wurde der Kenianer Patrick Kipngeno vor seinem Landsmann Philemon Kiriago Ombogo. Platz drei belegte Zak Hanna (Irland). Bei den Frauen gewann Joyce Muthoni Njeruf (Kenia). Andrea Mayr belegte einen ausgezeichneten zweiten Platz und verhinderte damit einen kenianischen Doppelsieg. Auf Platz drei kam Lucy Murigi Wambu (Kenia).

Einer der reizvollsten Streckenabschnitte am Leisee entlang beim Gornergrat Zermatt Marathon

Bei der Welt-Jahresbestenliste (World Mountain Running Ranking) sind bei den Männern auf den ersten drei Plätzen mit Patrick Kipngeno (Kenia), Philemon Ombogo Kiriago (Kenia) und Petro Shaku Mamu (Eritrea) die Afrikaner unter sich. Anders bei den Frauen. Hier nimmt, wie im Vorjahr Andrea Mayr (Österreich) den ersten Platz ein. Joyce Muthoni Njeru (Kenia) und Allie McLaughlin (USA) landen auf den weiteren Podesttplätzen. Vierte ist die mehrfache Europameisterin Maude Mathys (Schweiz). Damit kann die mittlerweile 43 jährige Andrea Mayr, trotz eines Vollzeitjobs als Ärztin in einer Klinik auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken. Silber bei der EM, Silber bei der WM, Platz eins beim World Mountain Running Ranking, Platz zwei beim Berglauf-Weltpokal. Dazu kommen einige Siege bei weiteren Berglauf-Klassikern, u.a. beim Hochfelln-Berglauf in Bergen/Chiemgau, wo sie zum zwölften Mal gewann. "Ich bin wirklich sehr zufrieden mit meinen erbrachten Leistungen im vergangenen Jahr. Besonders die Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft in Chiang-Mai freut mich sehr, da mir die Strecke, die ersten beiden Kilometer waren völlig flach, und auch das Klima, mir nicht wirklich entgegen gekommen sind. Aufgrund meiner beruflichen Belastung hatte ich einfach keine Zeit für eine sinnvolle Anpassung. Dass ich mit 43 Jahren und vollzeitig berufstätig nach wie vor gegen teils deutlich jüngere Vollprofis nach wie vor konkurrenzfähig bin, macht mich schon mächtig stolz. Auch über die Silbermedaille bei der Europameisterschaft habe ich mich sehr gefreut. Immerhin hatte ich meine erste EM-Medaille schon vor 18 Jahren gewonnen."

Deutsche Berglaufmeisterschaft

Die Deutsche Berglaufmeisterschaft fand nach 1993 und 2003 zum dritten Mal in Berchtesgaden statt und führte auf den Jenner. An gleicher Stelle fand 1994 die Berglauf-Weltmeisterschaft statt. Bei den Männern gewann überraschend Julius Ott (TSG Weinheim). Nur 18 Sekunden dahinter liefen Benedikt Hoffmann (TSG Heilbronn/ 1.M35) und der U20-Sieger Lukas Ehrle (LG Brandenkopf) zeitgleich durchs Ziel. Beide wurden auf Platz zwei gesetzt. Auf Platz vier kam Titelverteidiger Maximilian Zeuss (LG Telis Finanz Regensburg) vor David Sambale (TV Immenstadt).

Julius Ott Benedikt Hoffmann vor Lukas Ehrle Maximilian Zeuss
(3 Fotos © Wilfried Raatz)

Bei den Frauen gewann überlegen und in neuer Streckenrekordzeit Laura Hottenrott (PSV Grün-Weiß Kassel). Mit 54:19 Minuten verbesserte die zweifache Jungfrau Marathon Siegerin die alte Bestzeit von 56:43 der in Deutschland lebende Kolumbianerin Alexandra Olarte aus dem Jahr 1999 um mehr als zwei Minuten. Zweitschnellste aller Läuferinnen war die 15jährige Julia Ehrle (TV Villingen). Mit der Zeit von 56:02 Minuten blieb auch sie unter dem alten Streckenrekord. Die Schwester von Lukas Ehrle war aufgrund ihres Alters aber nicht für die Deutsche Meisterschaft startberechtigt. Platz zwei in der DM-Wertung belegte Hanna Gröber (LAV Stadtwerke Tübingen). Schon auf Platz drei kam die Siegerin der Klasse W45 Simone Raatz (ASC Darmstadt). Vierte wurde Sarah Kistner (MTV Kronberg) vor Monika Pletzer (LG Filder/1.W35).

Julia Ehrle Hanna Gröber Simone Raatz
(3 Fotos © Wilfried Raatz)

DLV Berglauf-Chef Kurt König zieht eine positive Bilanz: "Nach zahlreichen Wettbewerben in den Mittelgebirgen trugen wir 2022 die DM wieder einmal in den Alpen aus. Bei widrigen Witterungsbedingungen konnten sich die Favoriten durchsetzen. Besonders erfreulich ist der Sieg von Laura Hottenrott einzuordnen, da sie nach ihrer Corona-Erkrankung und ihrem Sieg beim Jungfrau-Marathon eindrucksvoll bewies, dass sich Berg- und Straßenlauf wunderbar kombinieren lassen. Julius Ott wurde von mir bereits im Vorfeld als Favorit gehandelt und konnte diesen Status erfolgreich umsetzen. Aber auch Benedikt Hoffmann zeigte mit seinem zweiten Platz, welch enormes Potential in ihm steckt. Eine überragende Leistung zeigte wieder einmal Lukas Ehrle, der zeitgleich mit Hoffman die Ziellinie überquerte. Besonders erfreulich war, dass erstaunlicherweise zahlreiche junge Athleten an der Startlinie standen."

Schwarzwald Berglauf Pokal

Pfälzer Berglauf Pokal

Golden Trail National Serie

Zum festen Bestandteil der deutschen Berglaufszene gehören die beiden traditionsreichen Berglauf Cup-Serien, der Schwarzwald Berglauf Pokal und der Pfälzer Berglauf Pokal. Eine weitere Cup-Serie mit sieben Läufen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Golden Trail National Serie.

Nur fünf, statt der sonst üblichen sieben Wertungsläufe gab es im Vorjahr beim Pfälzer Berglauf Pokal. Gestartet wurde mit dem Donnersberglauf in Steinbach, es folgten der Rietburg-Berglauf in Edenkoben, der Nanstein-Berglauf in Landstuhl, der Bad Dürkheimer Berglauf und der Potzberg-Berglauf. Den Pfälzer Berglauf-Pokal 2022 gewannen Tim Könnel (TuS Heltersberg) und Simone Raatz (ASC Darmstadt). Hinter Tim Könnel belegten Nils Lennert (TV Maikammer) und Gunnar Baar (Mutterstadt) die Plätze zwei und drei. Schon danach platzierte sich die Frauen-Gesamtsiegerin Simone Raatz (ASC Darmstadt) auf Platz vier. Sie gewann zum vierten Mal den Pokal. Marion Raab (VT Contwig) wurde vor Teunie Mosterd Zweite.

Pfälzer Berglauf Pokal Sieger 2022 Tim Könnel und Simone Raatz Nils Lennert und Marion Raab belegen die Plätze zwei
(3 Fotos © Wilfried Raatz)

Nach der Corona bedingten Absage des Kandel-Berglaufes bestand die Schwarzwald-Berglauf Pokal Serie in der vergangen Saison nur aus fünf Wertungsläufen. Gestartet wurde in Bühlertal beim Hundseck-Berglauf, es folgten Rosskopf Berglauf in Heuweiler, Tote Mann Berglauf in Oberried, Belchen Berglauf in Schönau und Blauen Berglauf in Müllheim. Der Blauen Berglauf stand nach einer mehrjährigen Pause erstmals wieder im Programm. Gesamtsieger des Schwarzwald Berglauf Pokals wurden Yannik Fuchs (Lauffreunde in Freiburg) und Sandra Kist-Boschetti (TV Bühl). Hinter Fuchs wurde Patrick Hartmann (LT Unterkirnach) Zweiter. Schon auf Platz drei kam mit Uwe Klauer (Freiburger FC), der Sieger der Klasse M50. 2013 wurde Klauer bereits als Gesamtsieger der Cupserie geehrt. Bei den Frauen belegte die Siegerin der Klasse W55 Annette Danner (Markgräfler Runners Club) hinter Sandra Kist- Boschetti Platz zwei. Dritte wurde Sabine Witschel (LG Brandenkopf).

Gestartet wurde die Schwarzwald Berglauf Pokal Serie in Bühlertal beim Hundseck-Berglauf
(Foto © Wilfried Raatz)
Yannik Fuchs und Sandra Kist- Boschetti , die Gesamtsieger des Schwarzwald Berglauf Pokals

Zur Golden Trail National Serie (Deutschland, Österreich und Schweiz) gehörten 2022 folgende sieben Läufe: Chiemgau Trail Run (42 km / 2.752 Höhenmeter), Gornergrat Zermatt Marathon, Halbmarathon (21,2 km / 1.850 Höhenmeter), Zugspitz Ultra Trail Basetrail (25 km/ 750 Höhenmeter), Pitz Alpine Glacier Trail P30 (28 km/ 1.600 Höhenmeter), Sierre-Zinal (31 km / 2.200 Höhenmeter), Ultraks Mayrhofen (30 km / 2.000 Höhenmeter), Rennsteig Herbstlauf (32,7 km/ 1.044 Höhenmeter). Gesamtsieger wurde der Brite Thomas Roach vor Dorian Marchal (Frankreich) und Manuel Innerhofer (Österreich). Als bester Deutscher kam Maximilian Grieser (Bad Reichenhall) auf Platz sieben. Bei den Frauen wurde Daniela Oemus aus Gernewitz Gesamtsiegerin vor der Dresdenerin Lena Laukner und Charlotte Moermann (Schweiz). Auf Platz vier kam mit Lea Wimmer eine weitere deutsche Läuferin.

Internationale und deutsche Klassiker

Bei den internationalen Läufen, die nicht zu einer Serie gehören, ragt aus deutscher Sicht der zweite Sieg von Laura Hottenrott beim Jungfrau Marathon (Interlaken/Schweiz) heraus. Dabei müssen 42,195 km bei 1953 Höhenmeter von Interlaken zur Kleinen Scheidegg überwunden werden. "Mich fasziniert am Jungfrau Marathon die Strecke von Interlaken zum Eigergletscher mit Ziel vor dem Panorama Eiger, Mönch und Jungfrau, sowie die lange Tradition des Laufes. Ich finde es eine besondere Herausforderung, dass der Schwierigkeitsgrad der Strecke von Kilometer eins bis 42 immer weiter zunimmt. Selbst auf den letzten Metern mit extremer Steigung kann man das Rennen noch gewinnen oder verlieren. Ich hatte im vergangenen Jahr erst 200 m vor dem Ziel die führende Kenianerin überholt", so Hottenrott. Überhaupt kann sie sich für den Berglauf begeistern. "Die Verbundenheit mit der Natur und das jede Strecke unterschiedlich und damit einmalig ist. Am Berg kann ich nicht einfach eine vorgegebene Pace laufen - auch muss ich keinem Pacer blind hinterherlaufen, sondern muss in meinen Körper fortwährend hineinhören, um den richtigen Anstrengungsgrad selbstständig zu wählen. Ich finde Berglauf unglaublich abwechslungsreich und herausfordernd", schwärmt die zweifache Jungfrau Marathon-Siegerin, die noch die deutsche Marathonmeisterschaft und die deutsche Berglaufmeisterschaft gewann.

Erfolgreich begann die internationale Saison für Benedikt Hoffmann (TSG Heilbronn). Er gewann zu Saisonbeginn beim 18. Swiss Snow Walk & Run in Arosa/Schweiz den "10 Meilen"-Weisshorn Trail. Beim Davos X Trail gewann er den Halbmarathon-Lauf, nachdem er ein Jahr zuvor den K68-Wettbewerb gewonnen hatte. Es folgten weitere Podestplätze bei internationalen Läufen, u.a. Platz drei beim Gamperneylauf in Grabs/Schweiz so auch bei der UTMB-Serie (Platz drei beim Mozart 100 in Salzburg und beim Wildstrubel Crans-Montana /Schweiz). Pech hatte Hoffmann als er Anfang Juli beim Zermatt Marathon wegen einer Verletzung zum Zuschauen "verdammt" war und so, nach zwei Siegen in Zermatt, den klassischen Hattrick verpasste.

Beim 20. Gornergrat Zermatt Marathon starteten mehr als 2000 Läuferinnen und Läufer bei vier verschiedenen Strecken und einer Zweier Staffel in St. Niklaus (Marathon, Ultra Marathon und Zweierstaffen) sowie in Zermatt (Halbmarathon mit Ziel Riffelberg) und dem neuen Halbmarathon mit Ziel Gornergrat.

Bilderbuchwetter beim 20. Gornergrat Zermatt Marathon Die Italienerin Ivana Iozzia gewann zum 3. Mal den Gornergrat Zermatt Marathon

Anlässlich des Jubiläums hatten die Veranstalter einen zweiten Halbmarathon, den sogenannten "TOP20Run-Gornergrat" ins Programm aufgenommen. Dieser Lauf (22 km/ + 1850 m/ -360 m) gehört zu der von Salomon veranstalteten Golden Trail National Serie. Den Marathonlauf, der in Zermatt als die Königsdiziplin geführt wird, gewann überraschend der erst 18jährige Norweger Petter Engdhal in 3:05:54 Stunden. Mark Weidler (TUS Heltersberg) belegte als bester Deutscher einen sehr guten fünften Platz. Bei den Frauen dominierte erneut die Italienerin Ivana Lozzia und gewann nach 2017 und 2018 zum dritten Mal. Beim neuen Lauf "TOP20Run-Gornergrat", mit Ziel auf den Gornergrat gab es durch die Dresdenerin Lena Laukner einen deutschen Sieg. Sie hatte erst kürzlich beim Mont Blanc Marathon die U23 gewonnen. "Das Streckenprofil liegt mir. Ich hatte mir schon Siegchancen ausgerechnet." Beim Halbmarathon mit Ziel auf den Riffelberg erkämpfte sich Franziska Schmieder (LG Brandenkopf) als Dritte einen Podestplatz. Beim Ultra-Marathon wurde Samy Schu (LTV Marpingen), der 2019 und 2021 als Erster das Ziel auf den Gornergrat erreichte, diesmal Zweiter.

Den 35. Aletsch-Halbmarathon, der im schweizerischen autofreien Ort Bettmeralp/Wallis ausgetragen wurde, gewannen Maude Mathys und Stephan Wenk. Damit setzten sich die Favoriten durch und sorgten für einen Schweizer Doppelerfolg. Dabei feierte die Berglauf-Europameisterin von 2019 Maude Mathys einen überlegenen Start-Ziel-Sieg. Mit der Zeit von 1:47:42 Stunden verbesserte sie den Streckenrekord der Britin Sarah Tunstall, die 2019 bei ihrem vierten Sieg 1:48:22 Stunden lief. Damit präsentierte sie sich, kurz vor der Berglauf-Europameisterschaft, wo sie wie erwähnt drei Goldmedaillen gewann, in Top-Form.

Gletscherblick beim Aletsch Halbmarathon, dem "Laufklassiker im UNESCO Weltnaturerbe" Ski-Olympiasieger Didier Défago mit dem Siegerpaar des 35. Aletsch-Halbmarathon Maude Mathys und Stephan Wenk (lnks)

Den Gamperney Berglauf in Grabs/Schweiz gewann überraschend der erst 18jährige Lukas Ehrle (LG Brandenkopf). Er gewann nicht nur seine Altersklasse, sondern wurde auch Gesamtsieger. Mit seinem Sieg reiht sich Lukas Ehrle in die Siegerliste des Gamperney Berglaufes ein, wo er nun zusammen mit dem siebenfachen Berglauf-Weltmeister Jonathan Waytt (Neuseeland) zu finden ist. Mit dem Gesamtsieg beim Gamberney Berglauf gehörte Ehrle bei Insidern zu den Favoriten für die Berglauf-Europameisterschaft, die er dann ja auch in seiner Klasse (U20) gewann. Aber auch national war Lukas Ehrle sehr erfolgreich. Bei der deutschen Berglaufmeisterschaft in Berchtesgaden gewann er als Gesamtzweiter seine Klasse, er wurde Deutscher Meister im 10 km Straßenlauf (U20). Drei Landesmeisterschaften und die Verbesserung seiner Bestzeiten vervollständigen seine Erfolgsbilanz. Gerne erinnert sich Ehrle an die baden-württembergische Berglaufmeisterschaft in Oberried/Schwarzwald, wo er den Biathlon-Weltmeister Benedikt Doll (Breitnau) besiegen konnte. All diese Erfolge führten dazu, dass er zum zweiten Mal zum Nachwuchsläufer des Jahres gekürt wurde. "2022 war ein großartiges Jahr, es war wirklich ein Traumjahr für mich, das ich nie vergessen werde. Mit so großen Erfolgen habe ich nicht gerechnet. Viel besser hätte es kaum laufen können", so bilanziert Ehrle die zurückliegend Saison. "Highlight war natürlich der EM-Titel. Ich habe nicht damit gerechnet beim ersten internationalen Start gleich Gold zu holen. Die Krönung der Saison war natürlich die Auszeichnung zum Nachwuchsläufer des Jahres." Für die kommende Saison hofft er, dass er Schule mit dem Abitur, er besucht die zwölfte Klasse des Gymnasium in Villingen, und das Laufjahr mit vielen Höhenpunkten, wie z.B. der Berglauf-WM, gut unter einen Hut bekommen kann.

Beim 33. Internationalen Schlickeralmlauf in Telfes/Stubai belegte die Deutsche Sarah Kistner (Bild rechts) hinter der strahlenden Siegerin Karin Freitag Rang zwei - (Fotos © Axel Künkeler)

Neben der deutschen Meisterschaft sind in Deutschland der Hochfelln Berglauf in Bergen/Chiemgau, der Zugspitz Ultratrail in Garmisch Partenkirchen und der Rennsteiglauf in Thüringen von besonderem Interesse.

Beim Internationalen Hochfelln Berglauf gab es durch Andrea Mayr und Manuel Innerhofer einen österreichischen Doppelsieg. Hinter Manuel Innerhofer und dem Slowenen Timotje Becan erreichte Gabriel Wimmer aus Neubeuren als Dritter noch einen Podestplatz. Bei den Frauen feierte Andrea Mayr überlegen ihren zwölften Sieg. "Dass ich von 13 Starts zwölfmal gewinnen konnte zeigt, dass mir die Strecke liegt. Mein Ziel ist es, den Hochfelln-Berglauf mit 45 Jahren, das ist in zwei Jahren, zu gewinnen. Das würde passen, denn dann ist auch der 50. Hochfelln-Berglauf." Platz zwei belegte Sophia Schneider (SV Oberteisendorf). Sie gehört dem Biathlon-Nationalteam an und trainiert beim Stützpunkt in Ruhpolding. Knapp dahinter erkämpfte sich Verena Bachmayer (SC Haag) den dritten Platz.

In Erwartung auf Andrea Mayrs zwölften Sieg beim Internationalen Hochfelln Berglauf überreichte OK Chef Jürgen Schmid ihr die Startnummer 12 Timotej Becan vor dem späteren Sieger Manuel Innerhofer

Beim Zugspitz Ultratrail in Garmisch- Partenkirchen, zu dem die Veranstalter rund 3000 Meldungen registrieren konnten, standen gleich fünf Läufe auf dem Programm. Dabei wurde beim Supertrail XL über 82 km und 3680 Höhenmeter die Deutsche Ultramarathon-Meisterschaft im Ultratrail ausgetragen. Deutscher Meister wurde zum zweiten Mal der Allgäuer Markus Mingo (TSV Penzberg). Bei den Frauen siegte Anna Hahner (SSC Berlin) und gewann damit auch die deutsche Ultratrail-Meisterschaft. Platz drei erkämpfte sich Anna Jansen aus Grafing. Den längsten und spektakulärsten Lauf, den sogenannten Ultratrail über 108 km und 5129 Höhenmeter, gewann Thomas Ungethüm (LG Vogtland). Zweiter wurde Volker Sauerzapf (LC Running Puchberg) vor Thorsten Reichert. Bei den Frauen siegte die Tschechin Lada Stalzerova vor Anni Johann aus Deutschland. Den Supertrail (68 km/ HD 2800 m) gewann der Schwede Petter Engdahl vor Florian Reichert. Bei den Frauen konnte sich Lisa Mehl (TSV Kusterdingen) nach 2017 zum zweiten Mal als Siegerin in die Ergebnisliste eintragen lassen. Miria Meinheit wurde Dritte. Beim Basetrail XL (50 km/1660 Höhenmeter) belegten Marcel Hoeche (TS Herzogenaurach) und Sebastian Hallmann (LG Telis Finanz Regensburg) hinter dem britischen Ex-Europameister Robbie Simpson die Plätze zwei und drei. Auch bei den Frauen gingen hinter der südafrikanischen Siegerin Toni Mccann mit Kim Schreiber (München) und Kim Strohmann die Plätze zwei und drei an deutsche Läuferinnen.

Beim Basetrail über 24 km und 610 Höhenmeter, der zur Golden Trail National Serie gehört, belegte Lena Laukner aus Dresden den dritten Platz. Der 49. Rennsteiglauf im Thüringer Wald, mit verschieden Läufen über Mini Marathon, Halbmarathon, Marathon, Super Marathon war mit rund 10.000 Läuferinnen und Läufer stark besetzt. Den Super Marathon über 73 km und 3260 Höhenmeter gewannen Frank Merrbach (LG Nord Berlin) und Tina Gebhardt von der LG Itzum. Den Marathonlauf mit 769 Höhenmetern gewann, wie im Vorjahr Anna Hahner (SSC Berlin). Den Halbmarathon entschieden Roman Freitag (Erfurter LAC) und Nadine Hübel (TV 1924 Dipperz) für sich.

Gesamtbilanz von DLV Berglauf-Chef Kurt König

"Zurückblickend darf man festhalten, dass wir die Berglauf -Europameisterschaft auf La Palma als Erfolg verbuchen können. Gerade auf den Uphill-Strecken konnten sich die Athleten/innen in Szene setzen. Vor allem Domenika Mayer und Lisa Oed bei den Damen haben mit den Plätzen sechs und zwölf die Erwartungen mehr als erfüllt. Schade war nur, dass Laura Hottenrott infolge einer Corona-Erkrankung das Rennen bereits nach 1,5 km aufgeben musste. Andernfalls wäre die Goldmedaille im Team nicht unrealistisch gewesen. Aber auch Maximilian Zeus konnte überzeugen und errang mit dem 8. Platz sein bestes Ergebnis bei einer int. Meisterschaft. Seiner Favoritenrolle gerecht wurde Lukas Ehrle, der mit seinem ungefährdeten EM-Titel wieder einmal sein außergewöhnliches Talent unter Beweis stellen konnte. Ernüchternd war die Ausbeute im Trailbereich. Es zeigte uns, dass wir auf der Mitteldistanz momentan nicht unbedingt mit Spitzenplatzierungen rechnen dürfen. Das Mini-Team, das bei der WM in Thailand an den Start ging, konnte zu 100% überzeugen. Besonders Hanna Gröber und Rosanna Buchauer liefen mit ihren Platzierungen in den erweiterten Kreis der Weltspitze. Aber auch "Vielläufer" Benedikt Hoffmann überzeugte mit seinem 18. Platz beim Long Trail", bilanziert König die zurückliegende Saison und schaut jetzt schon auf den Höhenpunkt der kommenden Saison. "Bereits im Anfang Juni steht die nächste WM in Innsbruck auf dem Programm. Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, dass wir mit einem quantitativ und qualitativ starken Team an den Start gehen und endlich die erhofften Medaillen erringen wollen. Das würde der deutschen Berglauf und Trailszene einen weiteren Schub verleihen."

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Berglauf-Journal 2023 Im LaufReport besprochen HIER

 

Berglauf-Saison im LaufReport
von Winfried Stinn

Fotos von Winfried Stinn und LaufReport-Archiv
Weitere Fotos von Wilfried Raatz, Axel Künkeler und privat

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