31.12.23 - 45. Spiridon Mainova Silvesterlauf Frankfurt/Main

Masse und Klasse treffen sich zum Jahresausklang

von Jörg Engelhardt 

Mit 2250 Zieleinläufen in allen Wettbewerben erfährt Hessens teilnahmestärkster Silvesterlauf einen deutlichen Zuwachs im Vergleich zum letzten Jahr

 

Der optische Eindruck sollte sich als Täuschung erweisen. Während sich im vergangenen Jahr am Silvestertag 2130 Teilnehmende in allen Wettbewerben bei fast schon zu warmen 16 Grad auf ihre jeweiligen Distanzen begaben und ihre Läufe bei scheinbar absolutem Bilderbuchwetter ins Ziel brachten, waren es heute trotz teilweise leichten Regens unter unansehnlich wirkendem Grauschleier sogar noch 120 Finisher mehr als vor Jahresfrist.

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Masse und Klasse treffen sich zum Jahresausklang beim 45. Spiridon-Mainova-Silvesterlauf
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Durchgängig trocken war es heute also nicht. Dennoch konnte man die Rahmenbedingungen für die Läuferschar als deutlich besser bezeichnen als vor Jahresfrist. Damals musste die Wintersporthalle noch geschlossen bleiben und das gemütliche Beisammensein an Tischen und Bänken bei Speis' und Trank fand nach dem Lauf nicht in der angestammten Form statt. Dieses Jahr jedoch war alles wieder wie in früheren Jahren und die Teilnehmenden verweilten nach den Läufen doch noch etwas länger, als bei der ersten realen Wiederauflage nach Corona im vergangenen Jahr.

 

Auch sportlich sollte es vor allem bei den Siegerzeiten im Hauptlauf zu einem deutlichen Aufwärtstrend kommen. Die Streckenrekorde von Iris Biba (DJK Freigericht - 33:04 min - 1999) und Davor Aaron Bienenfeld (SSC Hanau - Rodenbach - 29:35 min. - 2019) haben zwar weiterhin Bestand, dennoch sollten die Zeiten bei Frauen und Männern diesen Bestmarken so nahe kommen, wie schon Jahre nicht mehr. Vor allem war auch dieses Mal, wie schon des Öfteren in der langjährigen Geschichte dieses Laufs, eine größere Anzahl von Spitzenläuferinnen und Läufern aus anderen Regionen stark vertreten, was die Leistungsdichte an der Spitze des Feldes spürbar angehoben hat. Alleine die ersten acht Männer im Zieleinlauf konnten unter der 31-Minuten-Marke bleiben.

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Unter 35 Minuten blieben immerhin noch 38 Läufer. Gar 123 Laufprotagonisten konnten dann die ebenfalls immer noch sehr oft angegriffene 40-Minuten-Schallmauer durchbrechen. Selbiges gelang dann, wenn auch nur nach Nettozeit, den schnellsten 14 der insgesamt 743 ins Ziel kommenden Frauen.

Auch wenn ein Großteil der Aufgaben mittlerweile eine professionelle Veranstaltungsagentur übernimmt, wird eine Vielzahl von Tätigkeiten immer noch von den Vereinsmitgliedern selbst verrichtet. Wie beispielsweise hier an der Startnummernausgabe Für eine gute Ausschilderung ist beim Frankfurter Silvesterlauf immer gesorgt

Die Voranmeldungen in allen Wettbewerben ließ den veranstaltenden Verein Spiridon Frankfurt, der dieses doch recht große Ereignis seit 1979 zwar nicht ununterbrochen, aber doch so oft wie möglich ausgerichtet hat, vorübergehend auf einen neuen Teilnehmerrekord hoffen. Dass sich diese Hoffnung nicht erfüllte, lag dann, wie so oft bei Veranstaltungen dieser Art, an der hohen Zahl vorangemeldeter Freizeitlaufaktivisten, die letztendlich nicht antraten. Ob es am Wetter lag oder an anderen Gründen, lässt sich nur mutmaßen. Es bleibt aber festzustellen, dass das Wetter im Ballungsraum Frankfurt/ Rhein-Main im Vergleich zu anderen deutschen Regionen wesentlich erträglicher war.

 

Einem sportlich gelungenen Jahresabschluss stand der nur gelegentlich leichte Regen kaum entgegen. Zudem blieb es bei maximal 10 Grad absolut windstill, was den Teilnehmenden eher bessere Bedingungen verschafft haben dürfte als im Vorjahr.

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So konnte der Vorstand des Vereins mit seinem Vorsitzenden Dr. Michael Spreng ein positives Gesamtfazit ziehen. "Wir haben wieder Teilnehmerzahlen, wie vor Corona. Das ist erst mal am wichtigsten, dass die vielen Mitlaufenden, die uns schon vor der Pandemie die Treue gehalten haben, auch wieder zurückgekommen sind."

Bei den beiden Schülerläufen, die 1994 zum ersten Mal und bis heute 27 Mal im Rahmen des Silvesterlaufs ausgetragen wurden, erhalten die jeweils drei Jahrgangsschnellsten der Geburtsjahrgänge 2008 - 2017 einen Pokal Traditionell beginnt die Veranstaltung mit dem Schülerlauf über 2 Kilometer. 52 Mädchen und 93 Jungs kommen bei diesem Auftaktlauf ins Ziel

Da schwingt auch viel Erleichterung mit. Denn in der Zeit seit 2020 hat sich innerhalb des veranstaltenden Vereins eine Menge an personellen und auch inhaltlichen Veränderungen vollzogen. Der frühere Vorsitzende sowie auch alle übrigen Vorstandsmitglieder hatten sich 2022 nicht mehr zur Wiederwahl gestellt. Was zur Folge hatte, dass nicht nur der bereits erwähnte Vorsitzende neu im Amt ist, sondern auch alle weiteren Vorstandsmitglieder. Zudem werden die beiden großen Laufveranstaltungen des Vereins, nicht mehr auf rein ehrenamtlicher Basis, sondern in Zusammenarbeit mit der professionellen Veranstaltungsagentur eventpower organisiert. Außerdem unterhält der Club mittlerweile auch eine Geschäftsstelle mit einer angestellten Geschäftsführerin. In den Augen des jetzigen Vorsitzenden eine absolute Notwendigkeit. Dr. Michael Spreng: "Ich wüsste nicht, wie wir ohne unsere Geschäftsstelle überhaupt noch zurecht kämen."

Auch sonst konnten die zahlreichen Neuerungen, die von einigen Mitgliedern auch mit Skepsis begleitet wurden und in vereinzelten Fällen sogar zu Vereinsaustritten führten, als Erfolg verbucht werden. Zumal sich nur einiges und nicht alles geändert hat. So ist beispielsweise der ehemalige Vorsitzende Dr. Thomas Rautenberg zwar nicht mehr in dieser Funktion tätig, dafür hat er aber die heutige Veranstaltung, wie in all den Jahren zuvor, sicher und souverän moderiert. Altbewährtes darf also weiterhin Bestand haben, während Unumgängliches sich einer Veränderung unterziehen muss. Mit dieser Neuausrichtung ist der veranstaltende Verein an Silvester gut gefahren. Die sportlichen Ergebnisse, wie auch das positive Echo vieler Teilnehmender aus Nah und Fern, lässt diesen Schluss so zu.

Am Veranstaltungsprogramm hat sich während der personell wie auch strukturell spannenden Zwischenzeit nichts verändert. Die Veranstaltung beginnt wie bereits seit 1994 üblich mit dem Schülerlauf über 2 Kilometer, der den Schülerinnen und Schülern der Geburtsjahrgänge 2012 bis 2017 vorbehalten ist. Anschließend geht der Schülerlauf über 4 Kilometer für die Geburtsjahrgänge 2008 bis 2011 auf die Strecke. Der 10 Km Hauptlauf rundet das Programm mit zwei Startwellen ab. Pünktlich um 12:00 Uhr gehen die Frauen mit Bestzeiten unter 43:00 min. und Männer mit Bestzeiten unter 36:00 min. im Elitelauf an den Start. Fünf Minuten später folgen die übrigen Aktiven.

2 Km Schülerlauf (Jahrgänge 2012 - 2017)

Houd Tidjani aus Darmstadt gewinnt den 2 Km Lauf und wird zudem auch Jahrgangsbester des Jahrgangs 2013 Emil Alberts vom FV Delkenheim folgt ihm sowohl in der Jahrganswertung als auch insgesamt auf den zweiten Platz Den Schlussspurt um den dritten Platz gewinnt Mousa Tidjani (1. Jg. 2015 / Eintracht Frankfurt) gegen Patrik Lechner (3. Jg. 2013 / TV Preungesheim)

Hier konnte der 2013 geborene Houd Tidjani aus Darmstadt nach 7:42 min. den ungefährdeten Gesamtsieg davon tragen. Emil Alberts vom Wiesbadener Vorstadtverein FV Delkenheim gehört ebenfalls diesem Geburtsjahrgang an und belegte nach 7:53 min. den zweiten Platz. Die laufbegeisterte Familie Tidjani fand sich schon in der jüngeren Vergangenheit bei den Schülerläufen auf Sieg- und Podestplätzen wieder. Auch der 2015 geborene Mousa Tidjani konnte als Drittplatzierter im Gesamteinlauf auf das Podest springen und damit auch seine Altersklasse gewinnen. Weitere Altersklassensieger waren: Benedikt Kutschera (Jahrgang 2012 - 8:20 min.), Neven Dzeko (Jahrgang 2014 - 8:43 min.), Miroslad Sirch (Jahrgang 2016 - 9:24 min.) sowie Felix Cioska (Jahrgang 2017 - 10:38 min.).

Rebecca Spröhnle ist das schnellste Mädchen über 2 Km und liegt damit auch im Geburtsjahrgang 2014 ganz vorn Mara Brenner (SG Egelsbach) läuft auf den zweiten Gesamtplatz und ist im Geburtsjahrgang 2013 damit auch die Nummer 1. Knapp dahinter folgen Leni Spröhnle (1.Jg. 2012) und Clara Weber (2.Jg.2013)

Bei den Mädchen war Rebecca Spröhnle (Jahrgang 2014 - 8:17 min.) die schnellste Läuferin über 2 Kilometer. Mara Brenner (Jahrgang 2013 - SG Egelsbach 1874 e.V. - 8:21 min.) konnte den zweiten Gesamtplatz als auch den Altersklassensieg perfekt machen. Platz 3 insgesamt belegte die um zwei Jahre ältere Schwester der heutigen Gesamtsiegerin, Leni Spröhnle, die damit auch den Altersklassensieg im Jahrgang 2012 errang. Ihre Endzeit: 8:23 min. Alicia Weis von der TSG Niederhofheim war nach 8:58 min. auch Schnellste im Geburtsjahrgang 2015. Im Geburtsjahrgang 2016 war Ashlyn Burke in 10:20 min. die Nummer 1. Im Geburtsjahrgang 2017 kam Elissa Benaicha nach 11:47 min. als Siegerin ins Ziel. 93 Jungs und 52 Mädchen brachten diesem Lauf erfolgreich zu Ende.

4 Km Schülerlauf (Jahrgänge 2008 - 2011)

70 Mädchen und Jungs warten auf den Startschuss zum 4 Km Schülerlauf Der Nachwuchs erobert die Flughafenstraße

Gesamtsieger Christof Kittner vom ASC Darmstadt benötigte für die gesamte Strecke 13:24 min. und war damit auch im Jahrgang 2008 nicht zu bezwingen. Der aus Belgien stammende Schüler Emil Dosse ging für die RSG Frankfurt ins Rennen und belegte nach 14:39 min. sowohl im Gesamteinlauf als auch in der Jahrgangswertung 2008 den zweiten Platz. Till Grundmann von der LG Seligenstadt konnte im Gesamteinlauf eine Podestplatzierung erringen und nach 14:45 min. neben dem dritten Platz auch noch den Altersklassensieg im Geburtsjahrgang 2011 festmachen. Auf Platz 5 in der Gesamtwertung konnte Hannes Warnecke (Spiridon Frankfurt) nach 15:34 min. den Altersklassensieg im Geburtsjahrgang 2009 erzielen. Emilian Huber (TSG Maxdorf) war der Schnellste aus dem Geburtsjahrgang 2010. Er brachte seinen Lauf auf Gesamtrang 4 nach 14:59 min. zu Ende.

Christof Kittner vom ASC Darmstadt gewinnt in der Gesamtwertung des 4 Km Schülerlaufs und ist damit auch im Jahrgang 2008 die Nummer 1 Auf Gesamtrang 3 einkommend, belegt der aus Belgien stammende Emil Dossche (RSG Frankfurt), den zweiten Platz bei den Jungs Till Grundmann (LG Seligenstadt) wird drittschnellster Junge und gewinnt im Geburtsjahrgang 2011

Luise Brzoska (Eintracht Frankfurt) konnte dieses Jahr schon beim Schnellen Heiner in Darmstadt für Aufsehen sorgen. Damals wurde sie nicht nur Hessische Meisterin über 5 Km in der Altersklasse W13, sondern ließ auch alle erwachsenen Frauen aus dem offenen Rennen hinter sich. Ihre Endzeit damals am ersten Sonntag im September betrug 19:13 min. Die heutige Konkurrenz auf einer vergleichbar schnellen Strecke war zwar um einen satten Kilometer kürzer, dennoch weist ihre Endzeit von 14:14 min. eine deutliche Leistungssteigerung aus. Hochgerechnet auf 5 Kilometer wäre sie heute mindestens eine Minute schneller gewesen als vor etwas weniger als 4 Monaten. Eine bemerkenswerte Entwicklung, zumal sie nicht nur das schnellste Mädchen im gesamten Feld war, sondern auch schneller als nahezu alle Jungs. Wäre Gesamtsieger Christof Kittner nicht am Start gewesen, hätte sie alle Jungs im Feld deklassiert.

Luise Brzoska (Eintracht Frankfurt), die im September schon beim "Schneller Heiner" in Darmstadt den hessischen Meistertitel im 5 Km Straßenlauf der Schüler und Jugendlichen holte, gewinnt nicht nur die Gesamtwertung bei den Mädchen, sondern lässt abgesehen vom heutigen Sieger auch alle Jungs im Feld deutlich hinter sich Clara Hanisch (Spiridon Frankfurt) wird zweitschnellstes Mädchen und gewinnt im Geburtsjahrgang 2008 Lina Rittgen (TV Waldstraße Wiesbaden) belegt den dritten Platz in der Gesamtwertung der Mädchen und liegt im Geburtsjahrgang 2011 an erster Stelle

Gesamtplatz 2 ging an Clara Hanisch (Spiridon Frankfurt), die nach 16:11 min. auch im Geburtsjahrgang 2008 den Sieg davon trug. Lina Rittgen vom TV Waldstraße Wiesbaden belegte nach 16:46 min. Gesamtplatz 3 und war damit auch im Geburtsjahrgang 2011 nicht zu bezwingen. Lina Fischer vom Frankfurter Vorstadtclub TV Preungesheim kam auf Gesamtrang 5 ins Ziel und sicherte sich nach 17:49 min. den Altersklassensieg im Jahrgang 2009. 31 Mädchen und 39 Jungs kamen bei dieser Entscheidung ins Ziel.

10 Km Hauptlauf mit Frankfurter Kreismeisterschaften des HLV

Wieder war der Hauptlauf über 10 Kilometer das eindeutig beliebteste Wettkampfangebot des Tages. 743 weibliche und 1292 männliche Finisher überquerten bei diesem Wettbewerb erfolgreich den Zielstrich. Aber nicht nur quantitativ, auch qualitativ hatte dieses Rennen schon einiges in sich. Mit Lukas Ehrle von der LG Brandenkopf hatte sich immerhin der amtierende Deutsche Berglaufmeister des Jahres 2023 angesagt. Zudem ist er auch noch Träger eines weiteren bedeutenden Berglauftitels. In seiner Altersklasse U20 ist er nämlich nicht nur Deutscher-, sondern sogar Europameister. Gemessen an seinen bisherigen Erfolgen, durfte man ihm sogar den heutigen Gesamtsieg zutrauen.

Lukas Ehrle (4771/LG Brandenkopf) hat die Führung im 10 Km Lauf übernommen. Doch er wird diese Position nicht halten können und auf Rang 4 ins Ziel laufen. Die hinter ihm laufenden Richard Vogelsang (4245/TSG Markkleeberg von 1903) und Simon Huckestein (4294/SG Wenden) werden ebenfalls aus den Podiumsrängen fallen und die Plätze 5 und 7 belegen. Lediglich Patrick Andres (38/LG Bischofsheim-Ginsheim) und Abraham Tewoderos Ashene aus der Schweiz vom STB Bern (im rot -weißen Trikot am Ende des Feldes ) werden aus dieser Gruppe die Plätze 3 und 2 belegen

Das es dennoch anders kam, lag am Vorjahressieger Moges Dargie Mengesha (TuS Kelsterbach), der seine Siegeszeit aus dem letzten Jahr um sage und schreibe 71 Sekunden steigern konnte und nach 29:53 min. den Lauf souverän gewann. Im Kampf um den zweiten Platz erzielte der Schweizer Abraham Tewoderos Ashene (STB Bern), die exakt gleiche Bruttozeit wie Patrick Andres (LG Bischofsheim-Ginsheim). Für beide wurde eine Bruttozeit von 30:01 min. ermittelt. Das der Spitzenläufer aus unserem Nachbarland Schweiz, gegen den Gewinner des diesjährigen Halbmarathons beim Mainzer Gutenberg Marathon die Oberhand behalten konnte, lag an der um 2 Sekunden schnelleren Nettozeit. Der Marke von 29:57 min. des Schweizers stand eine Nettozeit von 29:59 min., die für den Lokalmatador ermittelt wurde, gegenüber.

Dennoch kann der heute auf den Bronzerang verwiesene Regio-Star, der in unmittelbarer Nähe zur rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz beheimatet ist, auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Vermutlich wird er mit seiner damaligen Siegerzeit von 1:06:45 h der für lange Zeit letzte Halbmarathonsieger aus der Region gewesen sein. Denn durch die Neuausrichtung der Veranstaltung wird der Marathon gänzlich weg fallen und der Halbmarathon zum künftigen Hauptlauf aufgewertet. Die Wahrscheinlichkeit, dass die künftigen Sieger in Mainz eher aus der internationalen Laufelite kommen werden, ist deshalb ziemlich hoch. Aber auch heute zeigte der junge Mann von der Mainspitze, eine äußerst überzeugende Leistung. Denn einen Lukas Ehrle, der gleich ob Berg, ob Straße oder Bahn, zu den herausragenden deutschen Nachwuchsläufern gehört auf den vierten Platz zu verweisen, ist auch schon ein Erfolg, der einem sicher nicht jeden Tag gelingt. Zumal der neuerliche U20-Sieger mit einer Endzeit von 30:05 min. eine sehr starke Leistung abgerufen hat.

Die drei schnellsten Männer im 10 Km Hauptlauf: 2. Abraham Tewoderos Ashene (CH STB Bern), Sieger Moges Dargie Mengesha (TuS Kelsterbach) und 3. Patrick Andres (LG Bischofsheim-Ginsheim) Die drei schnellsten Frauen im 10 Km Hauptlauf: 2. Franziska Baist (SGK Bad Homburg), Siegerin U18 Starterin Julia Ehrle (LG farbtex Nordschwarzwald) und 3. Tania Moser (Spiridon Frankfurt)

Auch Lukas Schwester Julia musste schon alleine aufgrund ihres dritten Platzes bei den deutschen Berglaufmeisterschaften, den sie hinter den beiden nordhessischen Top-Läuferinnen Laura Hottenrott und Nina Voelckel erreichen konnte, als Top-Favoritin gehandelt werden. Die deutsche Berglauf-Meisterin der Altersklasse WU18 wurde mit ihren gerade mal 16 Jahren ihrer Favoritenstellung auch gerecht. Ähnlich ihrem Bruder kann sie zudem auf große Erfolge auf der Straße und der Bahn zurückblicken. In Rostock beispielsweise gelang ihr der Gewinn des Deutschen Meistertitels in der W U18 über 3000 Meter. Den baden-württembergischen Landesmeistertitel in dieser Disziplin hat sie, wie ihr Bruder Lukas, ebenfalls schon gewonnen.

Aber dann erschöpfen sich die geschwisterlichen Gemeinsamkeiten auch schon wieder. Denn anders als ihr Bruder Lukas läuft Julia nicht für die LG Brandenkopf, sondern für die national ebenfalls erfolgreiche LG farbtex Nordschwarzwald. Zudem hatte sie anders als ihr Bruder keine bedrohliche Konkurrenz zu fürchten. Mit 34:13 min. erzielte sei eine Siegerzeit, die so von keiner ihrer unmittelbaren Vorgängerinnen als Silvesterlaufsiegerinnen erzielt werden konnte. In den letzten Jahren konnte keine eine Endzeit von unter 35 Minuten erzielen. Platz 2 sicherte sich die bei Laufveranstaltungen in der Region immer sehr erfolgreiche Franziska Baist. Nach 36:36 min. hatte sie die Siegerin des Jahres 2019, Tania Moser (Spiridon Frankfurt), hinter sich gelassen. Die konnte sich mit ihrem dritten Platz in einer Zeit von 36:48 min. zur neuen Frankfurter Kreismeisterin küren. Platz 2 ging in dieser Wertung an Paulina Poggendorf (Eintracht Frankfurt), die auf dem vierten Gesamtplatz nach 37:25 min. ihren Lauf abschließen konnte. Die Bronzemedaille verblieb ebenfalls beim gastgebenden Verein. Sarah Kistner konnte sich nach 37:54 min. als Gesamtfünfte diesen Erfolg sichern.

Die drei schnellsten Frauen bei der Frankfurter Kreismeisterschaft des HLV: 2. Paulina Poggendorf (Eintracht Frankfurt/Gesamt 4. und U20-Siegerin), Kreismeisterin Tania Moser und 3. Sarah Kistner (beide Spiridon Frankfurt) Auch eine Endzeit von knapp unter 50 Minuten war für zahlreiche Aktive ein lohnenswertes Ziel
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Bei den Männern errang Dejen Atanau Ayele (Eintracht Frankfurt) nach 32:01 min. den Kreismeistertitel. Dominic Stahl (Spiridon Frankfurt) erlief sich in 34:01 min. die Silbermedaille. Eine halbe Minute später konnte sich sein Vereinskamerad Dr. Karl Hempel in 34:31 min. die Bronzemedaille erlaufen.

Die heutige Veranstaltung muss sportlich, wie auch atmosphärisch und organisatorisch, als äußerst gelungen bezeichnet werden, zumal die beiden Schülerläufe mit 225 Zieleinläufen einen neuen Teilnehmerrekord in den Nachwuchswettbewerben darstellen. Der heutige Silvesterlauf bildet auch traditionell den Abschluss der Main-Lauf-Cup-Serie, sowie die kommende Vereinsveranstaltung, der Spiridon Mainova Halbmarathon 2024 auch wieder den Auftakt zum Main-Lauf-Cup 2024 macht. Außerdem wird dann am 17. März auch die Wertungsserie Frankfurt Hero mit eingeläutet. Wer dort gewertet werden will, muss außer dem Halbmarathon noch das Radrennen "Rund um den Finanzplatz Frankfurt-Eschborn" am 1. Mai sowie den Frankfurt City-Triathlon auf der olympischen Mitteldistanz ins Ziel bringen. Zeit zum Ausruhen bleibt dem Verein und die ihn unterstützende Agentur eventpower also nicht. Es gibt für alle Beteiligten im Organisations- und Helferstab bis dahin noch viel zu tun.

Bericht und Fotos von Jörg Engelhardt

Ergebnisse & Infos www.spiridon-silvesterlauf.de

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