21.12.19 - 43. Seligenstädter Winterlaufserie - 2. Lauf

Win-Win-Winterlaufserie

von Thomas Disser 

Seligenstadt ist immer einen Ausflug wert. Zu Beispiel, um den netten Weihnachtsmarkt an den beiden vergangenen Wochenenden zu besuchen. Oder zur Winterlaufserie am jeweils dritten Samstag von November bis Februar. Das bewährte Team der Triathlon-Abteilung der Spvgg. Seligenstadt richtet die Serie nun schon zum 43. Mal aus. Auch wenn zum Inventar gehörende "Alte Hasen" nicht mehr dabei sind, finden sich dankenswerterweise neue Helfer, die sich gut in dem Team einbringen. Das Team um Klaus Rumrich und Bernd Wilczek steht.

So kann praktisch nichts mehr Unvorhergesehenes passieren. Außer der Klimawandel zeigt sich von seiner unschönen Seite und sorgt für Sturmschäden im Wald. Der Sturm am 18. August diesen Jahres ging auch über Stadtteile und Waldgebiete von Seligenstadt hinweg und richtete einige Schäden an. Der südlich gelegene Wald blieb davon so gut wie verschont. So kann die Winterlaufserie auf bekannter Strecke auch diesmal stattfinden.

Neben dem 10 km Hauptlauf bietet die Winterlaufserie in Seligenstadt einen 1 km langen Kinderlauf und einen 5 km Einsteigerlauf
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Die erst in den letzten Jahren hinzu gekommene Ausschreibung der 5 km-Strecke als "richtige" Serie lockt wirklich schnelle Athleten an. So wurde der Streckenrekord der Damen bei der letzten Ausgabe der Serie 2018/19 im Februar geknackt. Annika Koch schaffte dies in 17:15 Minuten. Bei den Männern steht diese bei 15:41, aufgestellt von Aaron Bienenfeld in 2015. Aaron hat sich inzwischen in die Spitze der Deutschen Laufszene gemischt und ist bereits international unterwegs. Lisa Oed, wie Aaron auch für den SSC Hanau-Rodenbach startend, hält mit weitem Abstand den Rekord über 10 km in 35:21 Minuten. Mibale Andemicale hält den 10 km-Rekord der Männer in 31:02.

Die Serienausschreibung mit 3 Wertungsläufen bei 4 Austragungen verzeiht auch einmaliges Nichtantreten. Auch Serien-Wettkampfläufer müssen sich nicht zu sehr unter Druck setzen, falls ein schöner Weihnachtsmarkt oder Geschenke-Einkauf mit dem Termin kollidiert. Andererseits ein schönes Argument, das Shopping zeitlich zu begrenzen, weil man am Samstagnachmittag um 14 Uhr bei der Winterlaufserie starten muss. Das spart möglicherweise Geld, und gelaufen ist man anschließend auch. Eine Win-Win-Situation.

Genau 15 Jahre ist es her, mein allererster Volkslauf, hier an dieser Stelle. Rund 10 Kilo schwerer, alles andere als fit und viel zu dick angezogen. Nervös dem ersten Startschuss entgegenfiebernd, aber gleichzeitig erstaunt, was diese Startnummer auf der Brust mit einem anstellt. Nach der Start-Sirene renne ich wie verrückt los. GPS-Uhren gab es noch nicht, oder ich hatte zumindest noch keine. Daher erst beim km 1-Schild bemerkt, dass ich viel zu schnell losgelaufen bin. Mit der Hoffnung, das Tempo gefunden zu haben, was für 10 Kilometer ausreichen sollte, geht es weiter. Natürlich nicht bis km 10. Der gnadenlose Einbruch kommt viel früher, und nur mit viel Euphorie und dem Gedanken "ich schaffe das, es kann ja nicht mehr so weit sein" komme ich ins Ziel. Stolz es geschafft zu haben, geht's nach kurzer Wiederbelebung gleich in die Sporthalle zum leckeren Kuchenbuffet. Ein Ritual dass ich seitdem beibehalte. Kuchen muss sein. Nach dem ersten Lauf-Wettkampf meines Lebens ist die Couch der einzige Wohlfühlort für das Wochenende. Hausarbeit nicht mehr möglich.

Lukas Bagar vom VFL Münster, Sieger über 1 km Lächeln nicht nur vor dem Start: Julia Roth (LuT Aschaffenburg) und Nadja Heininger (TSG Kleinostheim) Ein Däne auf Reisen: Peter Vestergaard, 8. M55 im 10km Rennen, rechts Klaus Rumrich bei der Zeitnahme

Der zweite Lauf der Serie 2019/2020 findet wie bereits der erste im November bei Sonnenschein und 8 Grad, natürlich über Null, statt. Die Strecke ist auch diesmal gut zu laufen, die wenigen Matsch-Passagen sind kein Problem. Sogar Wurzelwerk auf dem Weg ist farbig markiert.

Auf der 1-km-Distanz starten 33 junge Athleten. Die Sieger des ersten Laufs vom November können sich auch diesmal durchsetzen. Der in der M12 startende Lukas Bagar vom VFL Münster entscheidet das Rennen für sich und ist mit 3:33 Minuten Schnellster, 2 Sekunden schneller als im November auf gleicher Strecke. Zweiter wird Maxim Wagner (M10) vom TG Hanau in 3:56 Minuten, eine Sekunde vor dem Drittenplatzierten Marten Brückmann (M12) von der TSG Heusenstamm. Dessen Vereinskameradin Nina Vogt (W9) gewinnt in exakt 4:00 Minuten und verbessert sich gegenüber dem ersten Lauf der Serie um 12 Sekunden. Paulina Worm (W8) vom TV Roßdorf wird in 4:25 Minuten Zweite, knapp vor der Drittplatzierten Zoe Krieger (W9), für UTSG startend, in 4:27 Minuten.

Sieger über 10 km: Dominik Müller vom SSC Hanau-Rodenbach Seine Vereinskameraden Julius Hild laufen auf Rang 4 bzw. ... ... Ingbert Reinke als 7. auf Platz 1 in der M40

5 km

135 Starter und damit der teilnehmerstärkste Lauf an diesem Tag in Seligenstadt. Darunter schnelle Athleten vor allem aus Unterfranken: 16:42 Minuten lautet die Siegerzeit David Johnsons von der TSG Mainaschaff, in der MHK startend, wie der Zweitplatzierte Fabian Lotter vom TriTeam WIKA, der in 17:07 Minuten das Ziel erreichte. Dritter wurde der ebenfalls für die TSG Mainaschaff startende Jan Herzog in 17:42 Minuten.

Zwei Damen bleiben unter 18 Minuten: Nadja Heininger (W30) von der TSG Kleinostheim gewinnt in sehr guten 18:19 Minuten, gefolgt von Emma Graf (WJA) vom Königsteiner LV in 18:55 Minuten. Veronika Ulrich von NOWALALA Sports Offenbach zeigt wieder einmal, dass in der W50 richtig schnell gelaufen wird. 19:19 Minuten diesmal ihre Zeit, damit der Dritte Platz, nach ihrem Sieg bei dem ersten Lauf der aktuellen Serie. Im November noch auf Platz zwei, erreicht Julia Roth (LuT Aschaffenburg) in 19:41 Minuten Platz vier.

Beim Durchsehen der Ergebnisliste fällt mir noch jemand auf: Susanne Hasenstab vom Verein "Gelber Sack Aschaffenburg". Ah ja: Die Kabarettistin hat sich nach einem ihrer letzten Programme benannt, das hieß "Morgen ist Gelber Sack". Ein geflügeltes Wort zuhause.

Siegerin über 10 km: Anna Starostzik von Spiridon Frankfurt Matthias Winnhauer wird 2. M50 Herbert Breunig vom TV 04 Woerth 2. M55
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10 km mit 128 Finishern

Die schnellen Jungs vom SSC Hanau-Rodenbach dominieren auf den Plätzen 1 bis 5 und Platz 7. 32:14 Minuten lautet die Siegerzeit von Dominik Müller, gefolgt von Marius Abele in 33:15 und Jakob Thömig in 34:43, Julius Hild in 35:39 und Okubazigher Teferi-Abai in 36:09. Zweimal MJA und MHK, um den Laufnachwuchs in der Region braucht man sich keine Sorgen zu machen. Ingbert Reinke (M40) wurde in 36:49 Siebter.

Bei den Damen hatte Anna Starostzik (W30) von Spiridon Frankfurt in 37:22 Minuten die Nase vorn. Die in der WJB startende Elena Taubel vom SSC Hanau-Rodenbach wurde Zweite in 41:23. Dritte, die ebenfalls für Spiridon Frankfurt startende Heike Brendemühl in 42:03 Minuten.

Ein Läufer sollte übrigens noch erwähnt werden: Peter Vestergaard. Der sportliche Däne, unterwegs in den Weihnachtsurlaub nach Frankreich, nutzt die notwendige Pause nicht nur zur Übernachtung. Er sucht sich unterwegs noch ein passendes Läufchen aus. Internet sei Dank findet sich schnell etwas passendes, diesmal eben Seligenstadt. Der Lauf hat ihm sehr gut gefallen, auch wenn er laut seiner Frau sonst auch schneller laufen kann. Aber darauf kommt es heute nicht an. Viel wichtiger: der Kuchen schmeckt.

Bericht und Fotos von Thomas Disser

Ergebnisse www.tria-seligenstadt.de

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