15.12.19 - 38. Rheinzaberner Winterlaufserie - 1. Lauf 10km

Wie gehabt: Jan-Lukas Becker und Melina Wolf

von Wilfried Raatz 

Auch wenn das Wetter nicht sonderlich gute Vorhersagen für den Sonntagvormittag prognostizierte, zum Startschuss mit der neuen Startzeit 10.20 Uhr war es zumindest "von oben" trocken und der Wind hielt sich anständig zurück, sodass die letztlich 1025 Finisher beim 10 km-Auftaktrennen der 38. Winterlaufserie des TV Rheinzabern gute Laufbedingungen in einem überaus kompakten Starterfeld hatten. Es gab an der Spitze zwar kein "Hauen und Stecken", doch ein erboster Jan-Lukas Becker schimpfte über den wenig sportlichen Auftritt des Marokkaners Khalid Lablaq, der mit einer Radbegleitung als Pacemaker (und Windabweiser) glaubte, zum Erfolg und zu einer "Sub 30er Zeit" zu kommen. "Wir sehen zwar von einer Disqualifikation ab, aber letztlich ist es höchst unsportlich", kommentierte Winterlaufserie-Chef Daniel Hochmuth den Auftritt des 35jährigen Läufers vom französischen Club Athlétic Vallée d'Avre. Und letztlich setzte sich der Karlsruher Serien-Vorjahressieger beim Auftaktrennen der überaus populären Serie knapp aber bestimmt durch. Mit 31:01 Minuten lag der 26jährige zwar nur vier Sekunden vor dem Marokkaner, doch sein Sieg war vom Augenschein her deutlich sicherer.

Der Winter lässt noch auf sich warten, die 38. Rheinzaberner Winterlaufserie startet unabhängig davon mit dem 1. Lauf über 10km
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"Erst dachte ich, es sei eine offizielle Radbegleitung seitens des Veranstalters, doch dann war ich etwas verwundert, als der Radfahrer unmittelbar vor ihm fuhr und ihm dadurch Windschatten gab", schilderte Jan-Lukas Becker die Situation. "Der Marokkaner war anfangs über 100 Meter voraus, bei der Wende in Jockgrim hatte ich ihn eingeholt und sogleich attackiert, was vielleicht etwas zu früh war. Richtig weglaufen konnte ich jedenfalls nicht...!"

Sichtlich zufrieden mit dem Tagessieg war der Karlsruher jedenfalls, wohl weniger mit der Endzeit, auch wenn diese dreißig Sekunden flotter war als seine Siegerzeit des Vorjahres, damals gab es allerdings mit überraschendem Schneefall völlig andere Bedingungen. Und der mehrfache Seriensieger kündigte sogleich an: "Das wird allerdings mein einziges Rennen in Rheinzabern sein, auch wenn dies mein zweites Wohnzimmer ist!" Der Grund liegt auf der Hand, denn Jan-Lukas Becker wird bei termingleich angesetzten Crossläufen in Frankreich an den Start gehen. "Unser Schwerpunkt liegt diesmal im Cross!"

Jan-Lukas Becker von der LG Region Karlsruhe gewinnt den 1. Durchgang Der Marokkaner Khalid Lablaq (Athletic Vallée d'avre) läuft knapp dahinter auf Platz 2 Jannik Arbogast vom Laufteam Rennwerk wird 3. Dustin Uhlig von der TSG Heilbronn läuft auf Rang 5, Julian Großkopf (LAZ Ludwigsburg) hinter ihm wird 4.

Im dichten Verfolgerfeld behauptete sich Jannik Arbogast in 31:27 Minuten vor Julian Großkopf (31:29), Dustin Uhrig (31:30) und dem letztjährigen Serienzweiten Jochen Uhrig (31:49). Mit Sebastian Pieczarek (10./ 32:31) und dem U20-Sieger David Mahnke (11./ 32:34) dominierte die LG Region Karlsruhe die Mannschaftswertung in 1:36:06) deutlich vor der TSG 1876 Heidelberg (1:41:08) und dem SV Waldkirch (1:41:48) und den zeitgleich dichtauf folgenden LG Region II und LAZ Ludwigsburg (jeweils 1:41:56). Im weiteren Feld gefielen vor allem die U20-Junioren Till Federolf (33:28) und Leander Fink (33:53), der zuletzt vor allem sein Talent beim Pfälzer Berglauf-Pokal eindrucksvoll unter Beweis stellen konnte.

Die Teamkolleginnen von der LG Region Karlsruhe Melina Wolf (Nr. 4) und Johanna Flacke (Nr. 8) belegen die Plätze 1 und 2. Begleitet werden sie hier von Vereinskamerad Stefan Fritz Hinter dem 3. M40 Marcel Ganszky (ULG TV Flein) läuft Veronica Clio Hähnle-Pohl von der TSG Heilbronn auf Platz 4 und Sarah Hettich (LG Region Karlsruhe) hinter dem 2. der M50 Dr. Moritz Christian Braun (LG Offenburg) auf Rang 3 im Rennen der Frauen

Bei den Frauen zeigte sich Melina Wolf nach ihrem krankheitsbedingten Ausstieg beim Darmstadt-Cross prächtig erholt und freute sich über die "unverhofft schnelle" Endzeit von 35:30 Minuten. "Das war heute eine schöne Erfahrung mit dem Negativsplit von 18 Minuten zur Streckenhälfte", freute sich das LGR-Ass, die nach Verabredung ihrer Teamkollegin Johanna Flacke bis ins Ziel hinein die Pace vorgab. "Wir konnten auf dem letzten Kilometer noch einmal richtig Gas geben!" Sprach's und verschwand zum Duschen und dann pünktlich zum Hochzeitstag ab in den (Ski-)Urlaub. So blieb das Podium auf Platz eins ausnahmsweise unbesetzt, dafür präsentierten sich die jungen Karlsruher Läuferinnen Johanna Flacke (35:33) und Sarah Hettich (36:20) auf den Plätzen zwei und drei zur Siegerehrung. Melina versprach jedenfalls nach ihrem locker herausgelaufenen Sieg eines: "Ich werde die Serie laufen!" Wenn das nicht eine klare Ansage für die Serien-Kandidatinnen ist!

Tobias Balthesen (Nr. 20) von der TSG Heidelberg gewinnt die M40 Gerhard Kelter (1013) vom USC Freiburg liegt in der M55 vorn

Doch wer sind diese? Da ist zunächst einmal Veronica Clio Hähnle-Pohl zu nennen, die nach einer Operation im Herbst noch Defizite verspürt und die Rheinzabern-Serie als Saisonaufbau nutzen möchte. "Ich möchte schon noch einmal eine 34:30 laufen…" gestand sie mit einem Zwinkern und lief entspannt zur W35-Siegerehrung und zu Platz eins nach ihren 36:39 Minuten. Direkt hinter der Heilbronner Marathonspezialistin folgte mit Aoife Quigly die Serienzweite des Vorjahres - und freute sich trotz spätem Einstieg in das Wintertraining über einen neuen Hausrekord mit 36:55 Minuten.

"Das kommt etwas überraschend, aber nehme ich gerne mit!" Die Trailspezialistin hatte in der zurückliegenden Saison die Salomon Golden Trail Series wie auch die Tour de Tirol mit bemerkenswertem Erfolg bestritten - und plant mit ihrem Freund Fabio als Saisonhöhepunkt den Transalpine-Run. "Die Grundlage möchte ich mir zunächst aber bei der Winterlaufserie in Rheinzabern und beim Freiburg-Marathon legen, bevor es in die Berge geht!" Wie im Vorjahr dürfte allerdings auch mit der Seriendritten Laura Jansen zu rechnen sein, die im guten Frauenfeld hinter Merle Brunnée (37:42) und Annalena Hofele (37:46) als Achte in 37:49 Minuten einlief.

Simone Raatz vom ASC Darmstadt gewinnt die W40, direkt hinter ihr Vereinskollegin Sylvie Müller, die mit 38:41 noch in die Top-ten des Frauenrennens läuft W50-Siegerin Kirsten Wieditz (re) von der TSG Wiesloch im einzigen Anstieg nach einer Tunneldurchquerung, der sonst brettflachen Strecke Die blinde Langstrecken-Spezialistin Michaela Kummer von der LG Calw (rechts neben ihrem Guide) gewinnt die W55

Einträchtig zusammen liefen die drei Darmstädterinnen Emma Waßmer (38:33), Sylvie Müller und Simone Raatz (beide 37:41) das Rennen und sprangen damit hinter der LG Region Karlsruhe auf Rang zwei der Teamwertung, Simone sicherte sich zudem die W40-Wertung. Während Ultraläuferin Natascha Bischoff (LSG Karlsruhe/ Erste W45) mit 39:39 Minuten knapp unter der begehrten 40-Minuten-Marke blieb, fehlten der U18-Siegerin Sophia Seither (LG Region Karlsruhe) mit 40:28 Minuten eine halbe Minute zu dieser Marke. Wie übrigens auch der W50-Ersten Kirsten Wieditz (TSG Wiesloch/ 40:32).

Schnelle Altersklassen von jung bis alt: David Mahnke (339) von der LG Region Karlsruhe gewinnt die U20 in 32:34 Minuten Elisabeth Henn (752) vom SC Önsbach siegt in der W60 Und Erwin Hube vom TV Schwetzingen ist mit 53:30 in der M80 nicht zu schlagen
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Weiter geht es in Sachen Winterlaufserie mit dem 15 km-Lauf am 12. Januar und mit den 20 km-Lauf am 9. Februar 2020 - dann allerdings auf einer geänderten Strecke, die wegen des neuen Fahrplantaktes der Stadtbahn konzipiert werden musste.

W. Raatz

Bericht von Wilfried Raatz - Fotos von Ekkehard Gübel

E. Gübel
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Ergebnisse & www.laufinfo.eu - Info www.tv-rheinzabern.de

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