29.11.25 - 32. Villmarer DorflaufAbdi Uya siegt erneut über 5 und 10 Kilometer |
| von Helmut Serowy |
Nördlich von Limburg - im Lahntal zwischen Westerwald und Taunus - liegt der Marktflecken Villmar. Im Jahre 1053 wurde Villmar erstmals urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit schenkte Kaiser Heinrich III. den Königshof Villmar an das Kloster St. Euchar-Matthias in Trier. Kaiser Karl IV. Verlieh dem Ort 1346 auf Vermittlung des Trierer Erzbischofs Baldewin die Stadtrechte. Dieser Schenkung versagten allerdings die Klostergrund- und Vogteiherren die praktische Ausnutzung. So blieb Villmar weiterhin ein mit Burg, Mauerring und Wehrtürmen bebauter Marktflecken.
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Villmar, das in der geologischen Lahnmulde liegt, ist reich mit Bodenschätzen aus dem Mitteldevon gesegnet (Silber, Eisenerz, Dachschiefer, Kalkstein). Der Betrieb der ältesten bekannten Villmarer Eisensteingrube "Gottesgabe" reicht weit in das Mittelalter zurück.In der Grube "Altemann" im Waldgebiet "Lange Heck" lässt sich seit dem 17. Jahrhundert Silber nachweisen. |
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| Start zum 10-km-Lauf in Villmar |
Die 5-km-Läufer müssen nach einer halben Einstiegs-Runde noch zwei 2-km-Runden durchziehen |
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Eine besondere wirtschaftliche Bedeutung erlangte allerdings die seit dem 18. Jahrhundert nachgewiesene Marmorverarbeitung. Villmar und seine Umgebung bilden das Zentrum des "Lahnmarmor".
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Aus Riffen, die vor allem von Stromatoporen gebildet wurden - einer ausgestorbenen Art von Meereslebewesen, die Kalk abschieden - entstand durch Druck im Laufe der Erdgeschichte polierfähiger Kalkstein. Durch seine Farbigkeit wurde dieser hoch geschätzt. Über Jahrhunderte wurde der Lahnmarmor als dekoratives Baumaterial weltweit exportiert. Er fand Verwendung in Schlössern (u.a.Weilburger Schloss, Eremitage in St. Petersburg), Kirchen (u.a. Berliner, Limburger, Würzburger Dom), aber auch in der Eingangshalle des Empire-State-Building in New York. 1894/96 wurde sogar die Villmarer Lahnbrückd aus diesem Marmor erbaut. |
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Der Lahnmarmor wird inzwischen nur noch sehr begrenzt abgebaut. Der Verein "Lahn-Marmor-Museum" erinnert mit dem Villmarer Unica-Bruch - der als einmaliges Zeugnis der Entwicklung eines Stromatoren-Riffs gilt - an die glanzvolle Marmorgeschichte. Zudem gibt der Villmarer Lahnmarmor-Weg Einblick in die Geschichte des Marmorabbaues. Ausgehend von der König-Konrad-Halle führen zwei Rundwege an den wichtigsten Stationen des Villmarer Lahnmarmors vorbei.
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| Neben dem 5- und 10km Lauf wird für Bambini eine 500m und für Schülerinnen und Schüler eine 2km lange Strecke angeboten | |
Auf einem flachen, amtlich vermessenen Rundkurs oberhalb des Marktfleckens richtete der 1987 gegründete Verein "Leichtathletikfreunde Villmar" seinen inzwischen 32. Villmarer Dorflauf aus. Bereits 1992 - nur fünf Jahre nach ihrer Gründung - organisierten die LF Villmar erstmals Hessische Crossmeisterschaften. Auf dem anspruchsvollen Kurs neben dem Sportgelände wurden 2008 erneut Hessische Crossmeisterschaften ausgetragen.
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Weiteres Highlight in der Vereinsgeschichte waren schließlich die Hessischen Straßenlauf-Meisterschaften auf dem 2000-m-Rundkurs mit Start und Ziel vor der Johann-Christian-Senckenberg-Schule. Der damals noch als Jugendlicher startende Homiyu Tesfay (Eintracht Frankfurt) gewann das 10-km-Rennen in 31:11 min. Die Frauen-Konkurrenz führte Tinka Uphoff (Spiridon Frankfurt) führte in 36:36 min an. Die aktuellen Streckenrekorde des Dorflaufes halten Abdi Hundessa Uya (Diezer TSK Oranien) mit 32:21 min und Frederike Schoppe (LSG Goldener Grund) mit 37:32 min. |
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Ein wolkenverhangener, aber weitgehend ruhiger Wettkampftag bot beim 32. Villmarer Dorflauf den 277 Startern aus 55 Vereinen gute Bedingungen. Für die Jahreszeit waren diese geradezu angenehm. Entsprechend flott waren die Läuferinnen und Läufer auf den amtlich vermessenen Kursen über 5 und 10 Kilometer, aber auch die Schüler/innen über 2 Kilometer und die Bambini über 500 Meter unterwegs.
Das Finale des 32. Villmarer Dorflaufes bildete der 10-km-Lauf auf dem amtlich vermessenen 2-km-Rundkurs durch die Dorfstraßen. Der Start erfolgte eine Stunde nach dem 5-km-Start und eröffnete damit etlichen Teilnehmern einen Doppelstart.
Diese Möglichkeit nutzte Abdi Uya vom LC Mengerskirchen, um seine Vorjahres-Titel auf beiden Strecken zu verteidigen. Nachdem ihm dass bereits über 5 Kilometer gelungen war, stürmte er auch über 10 Kilometer einer starken Spitzengruppe voraus. Nicht abschütteln konnte er allerdings Ruben Auer von der LG Rhein-Wied, der zwischenzeitlich sogar näher heranrückte. Letztlich setzte sich Abdi Uya aber wieder weiter ab. Mit 32:44 min unterbot er seine Vorjahreszeit um eine Sekunde. Zu seinem Streckenrekord fehlten lediglich 23 Sekunden.
Der Gesamt-Zweite, Ruben Auer, erkämpfte sich mit 33:07 min auch in der M30 Silber. Dominik Seip vom LAV Stadtwerke Tübingen - der bereits über 5 Kilometer den zweiten Rang erreichte - siegte als Dritter in 34:13 min in der Männer-Hauptklasse. Dem vereinslosen M30-Dritten Patrick Wunsch (34:34 min) folgten mit Denni Neumann von der LG Rhein-Wied (35:10 min) und dem Bestzeit laufenden Vorjahres-Dritten Nico Debus vom Team Naunheim (35:20 min) der Zweite und Dritte der Hauptklasse.
Der mehrfache hessische Seniorenmeister Sören Plag vom LC Mengerskirchen hatte mit dem siebten Platz in 35:52 min die M40 unter Kontrolle. Top-Ten-Platzierungen erreichten zudem der M30-Vierte Andrij Hrytsenko vom LC Mengerskichen (36:16 min), der Hauptklassen-Vierte Marlon John von der LG OVAG Friedberg (36:28 min) und der M40-Zweite Andrè Fladung von der LSG Goldener Grund Selters/Ts. (38:12 min). Dahinter verteidigte Andreas Schütz vom SV Blau-Weiß Niederelbert mit 38:26 min seinen Titel in der M50 vor Toni da Conceicao (39:41 min).
Weitere Klassen-Siege verbuchten in der M35 Jan Wozniak von der VLG Eisenbach (38:48 min), in der M45 Jörg Wieser vom TuS Lindenholzhausen (39:48 min), in der M55 Maik Schön von der VLG Eisenbach (41:37 min), in der M65 Heinz Dankers von der LG Brechen (44:11 min) und in der M75 Norbert Wüst vom TuS Wallmerod (61:47 min).
Leichten Schrittes eilte die Hessische Halbmarathon-Meisterin Celine Stark vom LC Mengerkirchen ihren Mitstreiterinnen über 10 Kilometer davon. Sie setzte sich mit 39:11 min an die Spitze. Die W40-Siegerin Alina Schulte-Bleich vom LT Ettlingen holte sich ungefährdet Silber vor Sarah-Maria Althaus von der Diezer TSK Oranien, die nach 43:48 min in der Hauptklasse den zweiten Platz vor Lea Pötz vom LC Mengerskirchen (44:06 min) belegte.
Auf den Plätzen fünf und sechs folgten die W40-Zweite Nina Erdmann von der LG Brechen (44:36 min) und die Hauptklassen-Vierte Fabienne Schlag-Chiara von der LG Dornburg (45:05 min). Die W35 gewann Daniela Samer von der VLG Eisenbach (53:55 min), die W45 Simone Arnemann von der LSG Goldener Grund Selters/Ts. (57:23 min).
Auf dem amtlich vermessenen und ebenfalls bestenlistenfähigen Rundkurs über zweieinhalb Runden hatte Abdi Uya vom LC Mengerskirchen wie im Vorjahr die 5-km-Konkurrenz im Griff. Bei den guten Bedingungen steigerte er sich um 25 Sekunden auf 15:48 min. Härteste Verfolger waren Dominik Seip vom LAV Stadtwerke Tübingen, der mit 16:03 min ebenfalls noch unter der Siegerzeit des letzten Jahres blieb, und Julius Laudagè von der RSG Montabaur mit 16:21 min.
Hinter dem dritten Hauptklasse-Starter Luc Willenbrock vom Geisenheim-Runners-Club (17:59 min) gewannen Iskander Nabiullin mit 18:33 min die M40 und Frank Reichel von der RSG Montabaur mit 18:49 min die M50. Anschluss hielten der M45-Sieger Till Ziegler von der VLG Eisenbach (18:52 min) und der Zweite der M50, Oliver Martin (Laufteufel.de, 18:54 min).
Die M55 führte Hans-Gerrit Auel vom SC Steinatal (19:31 min), die U20 Luca Zorrmann von der LG Dornburg (20:56 min), die M65 Rüdiger Müller von der LG Lahn-Aar-Esterau (23:14 min), die M60 Peter Eckert von der LG Brechen (25:11 min), die M70 Hermann Henne von Spiridon Frankfurt (26:18 min) und die M80 Kurt Felde von der LGV Marathon Gießen (30:55 min) an.
Eine beachtliche Leistungsdichte zeigten die Läuferinnen über die 5-km-Distanz. Hinter den fünf schnellsten Männern mündete das Finale um den Frauen-Sieg in einem dramatischen Sprint. Zeitgleich stürmten die W14-Siegerin Pauline Solbach von den Steuler TRIKids RSG Montabaur mit neuer Bestzeit und die W30-Schnellste Mara Fladung von der LSG Goldener Grund Selters/Ts. in 18:40 min über die Ziellinie. Mit 19:01 min holte sich Lucie Bäcker von den Steuler TRIKids RSG Montabaur Frauen-Bronze und U18-Gold.
Die A-Jugend (U20) gewann als Gesamt-Vierte Leonia Reichel von der RSG Montabaur in 20:05 min vor der Hauptklassen-Siegerin Anna-Klara Eis von der LG Dornburg (22:26 min). Erfolgreich waren zudem in der W40 Lena Kaiser vom TuS Eschbach (23:29 min), in der W45 Nadin Horn von der LG Dornburg (27:11 min) und in der W50 Christina Solbach (Steuler TRIKids RSG Montabaur, 27:51 min).
Mit den Läufern wurden auch die Walker auf ihre 5-km-Tour geschickt. Die Konkurrenz führte Felicitas Beßeier souverän in 34:20 min an. Lange gemeinsam unterwegs waren in der Verfolgung Uwe Wollenweber vom LSV Porz in 38:52 min und Sibylle Nickel (Silly-Walker) in 39:26 min.
Für die Schülerinnen und Schüler stand in Villmar die große 2-km-Schleife durch die Dorfstraßen auf dem Programm. Hier stürmte der M14-Schüler Konstantin Hofmann vom LC Mengerskirchen mit starken 6:54 min dem Feld weit voraus. Ausgezeichnet schlugen sich als Zweiter und Dritter aber auch der M10-Sieger Elias Wolf mit 7:56 min und der M9-Sieger Ben Roos mit 8:01 min, die beide für den Spiridon-Club Oberlahn starten. Auf dem fünften Platz folgte der schnellste M11-Läufer Emil Meuser vom TV Vorwärts Villmar (8:07 min).
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| Überlegen gewinnt Konstantin Hofmann (M14) das Schüler-Rennen | Den zweiten Rang schafft Elias Wolf (M11) | Ein weiteres Top-Ergebnis erzielt als Dritter Ben Roos (M9) |
Herausragend präsentierte sich zudem als Gesamt-Zweite und überlegene Schülerin Juna Bäcker (Steuler TRIKids RSG Montabaur) mit 7:30 min. Zugleich gewann sie die Wertung der W13. Silber in der Wertung der Schülerinnen und Gold in der W14 sicherte sich Enna Danthony vom TV Eschhofen in 8:03 min. Die Gesamt-Dritte, Lotta Herdter von der LSG Goldener Grund, erreichte mit 8:52 min den zweiten Rang in der W14 vor der W13-Zweiten Luna Joan Rath von der TG Camberg (8:57 min). Mit den Plätzen fünf und sechs setzten sich die Schülerinnen der LSG Goldener Grund - Maja Sturm (9:21 min) und Marta Litzinger (9:23 min) in der W10 und der W12 an die Spitze.
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| Mit dem zweiten Rang im Gesamteinlauf über 2 km überzeugt June Bäcker (W13) | Emma Dantony (W14) läuft zu Silber | Dritte Schülerin ist die Zweite der W14, Lotta Herdter |
Den 32. Villmarer Dorflauf eröffneten die Bambini mit einer 500-m-Runde um die voll einsehbare "Schafsweide". 70 Finisher und ihr begeisterter Begleit-Tross bildeten dabei eine großartige Kulisse neben dem Start-Ziel-Bereich vor der Christian-Senckenberg-Schule.
Aufgrund der großen Teilnehmerzahl ließen die Organisatoren die U8-Läuferinnen und Läufer getrennt starten. Ein packendes Rennen lieferten sich bei den Jungs Hannes Laux von der LSG Goldener Grund mit 2:03 min vor den nach 2:04 min zeitgleich registrierten Lennart Koch von der LG Dornburg, Raphael Hörig von der LSG Goldener Grund, Timo Jung und Jakob Jung-König (beide TV Vorwärts Villmar).
Die U8-Mädels führte Sophia Jung von der SG Anspach in 2:29 min knapp vor den für den LC Mengerskirchen startenden Marie-Luise Becker (2:32 min) und Felicia Kröner (2:36 min) an.
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| Begeistert stürmen die U8-Mädels zum Bambini-Rennen über 500 m | Die U8-Jungs gehen ihre Runde engagiert an |
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Beim gemeinsam gestarteten 500-m-Rennen der U10-Bambini hatte Clemens Böcher von der LSG Goldener Grund mit 1:56 min knapp die Nase vor Eric Arend vom TV Vorwärts Villmar (1:57 min) und Eloy Vorwerk vom TV Eschhofen (1:58 min). Top-Ten-Platzierungen schafften auch die schnellsten Mädchen. Schnellste war Lucia Kröner vom LC Mengerskirchen mit 2:11 min vor Lisa-Sophie Schoppe von der LSG Goldener Grund (2:14 min) und Greta Rücker vom TuS Eschbach (2:15 min).
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Bericht und Fotos von Helmut Serowy Ergebnisse leichtathletik.de & Infos www.lf-1987-villmar.de Zu aktuellen Inhalten im LaufReport HIER |
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