22.11.25 - Sparkasse Trier Euro Cross in RalingenNoch klein, aber Großes vor |
| von Holger Teusch |
Vorbereitung auf die Deutschen Crosslauf-Meisterschaften und die Läufer der Großregion zwischen Rheinland-Pfalz, Luxemburg, dem Saarland und Belgien zusammenbringen soll der Euro-Cross in Ralingen. Ein junges Organisationsteam hat viel vor.
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Viele der weltbesten Läufer auf Straße und Bahn waren oder sind auch gute Crossläufer. Eliud Kipchoge war als Junior Crosslauf-Weltmeister, Haile Gebrselassie brachte sieben WM-Medaillen aus dem Gelände mit nach Hause und der deutsche Marathon-Rekordler Samuel Fitwi war nicht nur dreimal in Folge Deutscher Meister, sondern auch U23-Vizeeuopameister. Aber Querfeldeinrennen zu finden, das diesen Namen auch verdient und einen Parcours bietet, der sich als Vorbereitung beispielsweise auf eine Crosslauf-DM eignet, ist nicht leicht. Auch aus dieser Erfahrung heraus organisiert ein junges Team von teilweise noch aktiven Läufern des PST Trier seit 2024 selbst Rennen. |
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Der Termin: eine Woche vor den Deutschen Meisterschaften. Die Strecken: Kurz und knackig und so gut geeignet als DM-Vorbereitung inklusive einen Cross-Sprint. Der Austragungsort: Ralingen an der Sauer, vis-à-vis von Luxemburg. Wenn man die Veranstaltung mit Blick auf die nationalen Titelkämpfe sieht, sind Termin und Streckenauswahl klar.
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Dafür, dass die Sportler des PST Trier nicht in der alten Römerstadt, sondern etwa 20 Kilometer entfernt ihre Veranstaltung ausrichten, gibt es zwei Argumente: Zwar wurden auf dem Gelände des Trierer Moselstadions bereits erfolgreich Crosslauf-Meisterschaften ausgetragen, aber das zentrale Sportgelände von Deutschlands ältester Stadt wird von vielen anderen Vereinen genutzt. Außerdem hatten die Spikes der Athleten zuletzt die ein oder andere Wiese etwas aufgewühlt. |
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Das bleibt beim Crosslauf nun einmal nicht aus! Auf den Uferwiesen der Sauer kümmert das niemanden. Im Fall der Fälle ist das Gelände Überschwemmungsgebiet. Zwei der Organisatoren, die Brüder Adrian und Abraham Wirtz, stammen zudem aus dem Grenzort und kennen die Möglichkeiten, die sich in unmittelbarer Nähe der Grundschule und des Ralinger Sportplatzes ergeben.
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Und aus der Nähe zu Luxemburg soll perspektivisch Großes erwachsen: eine Crosslaufserie der Großregion mit Veranstaltern aus Rheinland-Pfalz (in Ralingen), dem Saarland, Luxemburg und Belgien. Das ist die Vision. Deutsche Läufer können sich zwar natürlich schon jetzt der starken Konkurrenz in Belgien oder dem Großherzogtum stellen, aber das wird viel zu selten wahrgenommen. Eine grenzüberschreitende Laufserie könnte die Leichtathleten im europäischen Sinne näher zusammenbringen. |
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Bis dahin ist es aber noch ein gut Stück holprigen Crosslaufpfads! Anders als bei der Premiere waren diesmal ebenso wenig Luxemburger wie Saarländer dabei. Ärgerlich dabei: Einen Tag nach dem Euro-Cross in Ralingen fand der traditionsreiche Eurocross in Diekirch (bisher meist im Februar) als Wertungslauf der populären luxemburgischen Crosslaufserie statt. Dafür kamen einige Athleten aus Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.
Therese Schuhenn und Ayoub Chalguoum vom ASV Köln dominierten die Hauptläufe über etwa 3,5 km. Wichtig dabei: Beim Euro-Cross gibt es getrennte Rennen für Frauen und Männer. Denn beim Cross geht es ja um den direkten Vergleich Frau gegen Frau, Mann gegen Mann. Chalguoum dominierte auf den zuschauerfreundlichen zwei kleinen und vier großen Laufrunden dabei von der Spitze weg. Nach 11:43 Minuten lag er aber nur neun Sekunden vor Yannick Pütz. Der dreimalige rheinland-pfälzische Landesmeister vom PST Trier konnte die einmal gerissene Lücke zu dem aus Marokko stammenden Läufer des Kölner Klubs zwar nicht mehr schließen, größer ließ er sie aber auch nicht werden. Dahinter sprinteten Pütz' Vereinskameraden Lucas Meyer und U20-Junior Louis Decker um den dritten Platz. Der U18-Jugendliche Theo Knopp (ebenfalls PST) konnte sich als Fünftplatzierter gegen André Ramisch (Silvesterlauf Trier) durchsetzen.
Dieser hatte allerdings ebenso wie sein junger Klubkollege Demian Güntzer (Siebter über 3,5 km) bereits zwei Rennen des sogenannten Cross-Sprints in den Beinen. Dabei ging es zwar nicht über die von Marc Kowalinski "Kamelhügel" getauften Erdwälle, aber auf flachen 500 Metern wurde ordentlich aufs Tempo gedrückt. Kowalinski, vor zwei Jahrzehnten Deutscher 1500-Meter-Vizemeister, mit der Crosslaufmannschaft des PST Deutscher Meister und jetzt Trainer der Trierer Läufer, teilte sich die Moderation mit Lotta Schlund. Die aus Bremen stammende und mittlerweile an der Mosel heimisch gewordene Läuferin nannte Crosslauf die ehrlichste Art zu laufen. Im Cross-Sprint ging es auch nur um Platzierungen. Die Resultate beider Rennen wurden zu einem Gesamtergebnis addiert. Das kann vermehrt Spannung bringen. Aber wenn wie in Ralingen die Mittelstrecklerinnen Adeline Haisch und Johannes Hein von der LG Region Karlsruhe in beiden Rennen gewinnen, ist es natürlich eine klare Angelegenheit. Im ersten Lauf konnte sich Hein allerdings nur knapp gegen Matusen Kumarathas vom PST Trier durchsetzen. Haisch siegte dagegen zweimal deutlich vor Rebecca Bierbrauer.
Die ehemalige Bundesliga-Triathletin war allerdings auch die fleißigste Kilometer-Sammlerin: Erst gewann sie das Hobbyrennen. Nur Stefan Metzen von Tri Post Trier war über 5,5 km schneller als die 21-Jährige. Nach zwei Cross-Sprint-Rennen lief Bierbrauer auch noch im Elitelauf mit und belegte den fünften Platz. Dabei fehlte ihr nach der dreifachen Vorbelastung vermutlich nur die Spritzigkeit, um die Tempowechsel einer lange Zeit vierköpfigen Spitzengruppe mitzugehen. Therese Schuhenn, Theresa Böttel (Silvesterlauf Trier), Lilly Förster (PST Trier) und Adeline Haisch (LG Region Karlsruhe) boten den leider nur wenigen Zuschauern (darunter die dreimalige W50-Senioren-Europameisterin von Regensburg 2007, die in Ralingen lebende Heidi Schneider) ein spannendes Rennen. Sprint-Gewinnerin Haisch wurde es auf der ersten Hälfte erst zu langsam, sodass die 1500-Meter-DM-Achte sich trotz Rest-Laktat in den Beinen an die Spitze setzte. Dann forcierte Böttel. Ein Fehler und Missverständnis. Bei zwei kleinen und vier großen Runden sei sie während des Rennens durcheinander gekommen, wähnte sich schon kurz vor dem Ziel, als sie beschleunigte, erzählte die rheinland-pfälzische Landesmeisterin. Nur Schuhenn setzte konsequent nach. Als Böttel ihren Fehler bemerkte, rückte das Quartett erst noch einmal etwas zusammen, bevor die Kölnerin die entscheidende Attacke setzte. Diesmal war es nur die 14-jährige Lilly Förster, die den Anschluss halten konnte. Zumindest halbwegs. Aber lediglich drei Sekunden Vorsprung für die noch aktive Bundesliga-Triathletin zeigen das Potential von Förster.
Potenzial, das auch der Euro-Cross hat. Die Veranstaltung mit den auf den ersten Blick leichten (weil flachen), in der Laufpraxis aber anspruchsvollen Strecken (viele Richtungswechsel, "Kamelhügel") ist in erster Linie etwas für (junge) Leistungssportler. Die Vision einer grenzüberschreitenden Crosslaufserie zielt aber ebenfalls in diese Richtung. Hier ist aber eine bessere Terminkoordination mit Luxemburg, dem Saarland und im weiteren Verlauf vielleicht Belgien notwendig. Keine leichte Aufgabe, wenn die Rennen gleichzeitig zur direkten Vorbereitung auf die Deutschen Crosslaufmeisterschaften dienen sollen.
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Bericht und Fotos von Holger Teusch Ergebnisse & Infos www.euro-cross.de Zu aktuellen Inhalten im LaufReport HIER |
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