8.11.25 - 33. DEULUX-Lauf in LangsurSonne strahlt grenzenlos beim LUX-Doppelsieg |
| von Holger Teusch |
Zum 33. Mal waren beim Deulux-Lauf in Langsur Grenzen unwichtig. 1850 Läufer
kamen bei der größten Laufveranstaltung, die je zur Hälfte in
Deutschland und Luxemburg stattfindet, ins Ziel.
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Léon Gloden ist ein Deulux-Lauf-Fan. Das zeigt schon daran, dass der luxemburgische Minister für innere Angelegenheiten die Schirmherrschaft für die grenzüberschreitende Laufveranstaltung vor den Toren von Trier zusammen mit Dirk Müller, dem Regionaldirektor Trier des Hauptsponsors Volksbank Trier Eifel übernommen hat. "Gerade in einer Zeit, in der der europäische Gedanke insbesondere durch die Wiedereinführung von Grenzkontrollen in Frage gestellt wird, sendet dieser Lauf ein starkes Zeichen für Einheit, für grenzenlose' Zusammenarbeit und für ein Europa, das auf Begegnung statt Abgrenzung setzt", schrieb Gloden in seinem Grußwort. |
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Passend zur Bedeutung des Deulux-Laufs durchbrach auch die Sonne das am zweiten November-Samstag sonst an der Mosel vorherrschende Nebel-Grau und strahlte den Läufern quasi grenzenlos.
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Seit seiner Premiere 1992 steht der Deulux-Lauf für völkerübergreifende Begegnung. Läufer aus 36 Nationen standen diesmal in der Meldeliste. Das hat natürlich damit zu tun, dass in Luxemburg Menschen aus vielen verschiedenen Ländern ihren Lebensunterhalt verdienen. |
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Aber auch damit, dass der Deulux-Lauf wie wohl keine andere Laufveranstaltung für ein zusammenwachsendes Europa ohne Grenzen steht. Jeweils fast genau die Hälfte der 10-km-Strecke führt durch Deutschland und Luxemburg. Es geht am Ufer des kleinen Flusses Sauer entlang. Zwischen dem Langsurer Ortsteil Metzdorf und Moersdorf wird die Grenze auf einer Radfahrer- und Fußgänger-Brücke überquert. Das Bauwerk ist für diesen Zweck außerordentlich breit. Denn es steht für einen weiteren Teil grenzüberschreitender Zusammenarbeit in der Region. Sie ist so ausgelegt, dass Feuerwehr- und Rettungswagen egal ob aus Deutschland oder Luxemburg im Notfall jeweils schnell dort hinfahren können, wo sie gebraucht werden.
Der Bau dieser Brücke war Anfang der 1990er Jahre das Startsignal für die damals gerade gegründete LG Langsur eine eigene Laufveranstaltung auf die Beine zu stellen. Ein bisschen Geschichte: Damals war das Schengen-Abkommen noch nicht in Kraft getreten. Man erzählt sich, dass in der ersten Genehmigung stand, dass "die Teilnehmer dafür Sorge zu tragen haben, dass sie sich beim Grenzübertritt ausweisen können". Ob wirklich jemand Personalausweis oder Reisepass dabei hatte? Jedenfalls wurde kein Läufer von Zollbeamten aufgehalten. Ernst Brüssel, der ein Jahr zuvor Achter der Deutschen 100-km-Meisterschaften geworden war, siegte in 32:19 Minuten.
Schnellste Frau war seine Vereinskameradin bei Athletik Waldniel Birgit Brauckmann in 37:38 Minuten. Das war schon flott. Doch die Streckenrekorde stehen mittlerweile weit höher. Die Tschechin Petra Drajzajtlova lief 2001 34:02 Minuten und im vergangenen Jahr schraubte Luxemburgs 1500-Meter-Olympiafinalist von Tokio 2021 Charles Grethen die Männer-Bestmarke auf 29:39 Minuten.
Kein Läufer, egal wie schnell, wurde beim Deulux-Lauf jemals aufgehalten. Bei Léon Gloden hätte es sowieso niemand gewagt. Der Minister mischte sich ins Feld der fast 1600 gemeldeten Läufer im 10-km-Hauptlauf und lief nach 53:07 Minuten ins Ziel. Bei aller Freude am Laufen: Ehrgeiz gehört dazu. Im Ziel galt Glodens Blick erst einmal seiner Armbanduhr, um zu sehen, wie schnell er war.
Seine Namensvetterin Jenny Gloden brauchte diesen Blick nicht, um zu jubeln. Die Tochter des Marathon-Olympiateilnehmers (1988) Justin Gloden freute sich nach 36:04 Minuten Laufzeit über ihr Resultat, aber vor allem, dass das Unternehmen Bestzeit bei Anny Wolter funktioniert hatte. Acht Kilometer lang machte Gloden für ihre Vereinskollegin Tempo. Auf den finalen 2000 Metern machte sich die eingesparte Energie bei Wolter bemerkbar. Die 32-Jährige lief in 35:52 Minuten zur Bestzeit und zu ihrem dritten Deulux-Lauf-Sieg nach 2022 und 2024. Dritte wurde Teresa Frank, die zur Halbzeit auf besagter Sauerbrücke zwischen Metzdorf und Moersdorf noch mit den beiden Luxemburgerinnen von CA Fola zusammen lief. Doch dann machte sich bei der 32-Jährigen bemerkbar, dass sie vor dem Deulux-Lauf krank war. Ein Tempo auf Bestzeitniveau konnte die junge Mutter noch nicht über die kompletten 10 km durchhalten. In 36:21 Minuten belegte die Läuferin des LT Schweich den dritten Platz. Nur zwei Wochen nachdem sie beim Frankfurt-Marathon unter 2:50 Stunden geblieben war, münzte Franks Vereinskameradin Michelle Trumm ihre gute Form auch in eine 10-km-pb von erstmals unter 37 Minuten (36:52) um und belegte den vierten Platz.
Auch bei den Männern stand mit Alois Ebel der beste Deutsche auf dem dritten Podestplatz. Der 32-Jährige aus Landkern in der Eifel, der für das Team seines Arbeitgebers Westnetz startete, war drauf und dran, die luxemburgische Siegesserie zu beenden. Durch einen kurzen Augenblick der Unaufmerksamkeit nach 3 km verlor er aber den Anschluss zu Gil und Charel Weicherding. Er habe sich wohl zu sehr auf den vor ihm laufenden Läufer konzentriert, aber nicht rechtzeitig bemerkt, dass dieser den Brüdern von Celtic Diekirch nicht mehr folgen konnte. Die Lücke war dann schnell zu groß. Alle Bemühungen Ebels, der ab 2026 für die Milers Colonia startet, noch einmal heranzulaufen, blieben vergeblich. "Ich musste 7 km allein laufen", sagte der 32-Jährige im Ziel. Deshalb sei er mit einer Zeit von 31:05 Minuten nur sechs Sekunden über seiner bei der DM in Siegburg aufgestellten Bestmarke sehr zufrieden. Zwei Monate zuvor konnte Ebel sehr viel länger mit anderen zusammen laufen.
So gingen diesmal wie bei den Frauen auch bei den Männern die ersten beiden Plätze nach Luxemburg. Gil und Charel Weicherding von Celtic Diekirch sorgten für den ersten Brüder-Doppelsieg der Deulux-Lauf-Geschichte. Gil, der mit 24 Jahren jüngere der beiden, siegte in 30:40 Minuten vor dem zwei Jahre älteren Charel (30:52). Sie traten damit in gewisser Weise die Nachfolge von ihrem Trainer Bob Bertemes an, der 2022 siegte. Anders als Michelle Trumm ließ es der 29-malige (!) luxemburgische Meister zwei Wochen nach seinem Marathon-Debüt in Frankfurt (2:28:59) ruhig angehen. "Ich war nach dem Marathon mit einem Freund auf Texel zum Vögel beobachten", erzählte der 31-Jährige. Den Deulux-Lauf genoss er diesmal etwas mehr als 40 Minuten lang. "Am Start zu sein, ist für mich aber immer Ehrensache", ließ Bertemes keinen Zweifel, dass der Deulux-Lauf zu einem gelungenen Saisonabschluss einfach dazu gehört.
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Genauso wie für diesmal insgesamt 1850 Läufer, die im Ziel registriert wurden. Das ist das fünftbeste Teilnehmerergebnis der Deulux-Lauf-Geschichte. Eine Bestmarke gab es beim Nachwuchs mit mehr als 500 Kindern und Jugendlichen im Ziel der Rennen über 360 Meter, einen und zwei Kilometer. Der absolute Teilnehmerrekord wurde vor zehn Jahren mit 2188 Finishern aufgestellt. Das brachte die Organisation in Langsur aber an ihr Limit. Einleuchtend, wenn man bedenkt, dass der Hauptort Langsur als Zentrum des Laufs mit Start, Ziel, Startnummernausgabe und Siegerehrung nur rund 1000 Einwohner zählt. Zudem wird der Ort von drei Seiten von der Sauer umflossen. Parkplätze zu finden, ist für die Organisatoren der LG Langsur deshalb schon immer eine Herausforderung. Die aber dank eines immer ausgeklügelteren Park- and Ride-Service (kostenlos!) stets reibungsloser gemeistert wird. Dass man auch im November eine Siegerehrung nicht nur in einer Halle durchführen muss (die eigentlich Siegerehrung findet vor der kleinen Langsurer Kulturhalle statt) zeigt, dass bis Mitternacht zu den Klängen der Liveband Replay gefeiert wurde.
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Bericht und Fotos von Holger Teusch |
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