30.11.25 - Argenthaler Quarzit AdventstrailSaubere Schnellmänner im Soonwald-Schlamm |
| von Holger Teusch |
So viele Läufer wie noch nie kamen beim Argenthaler Quarzit Adventstrail im Hunsrück ins Ziel. Kathrin von Eichel-Streiber lief Streckenrekord, siegte aber dank einer besonderen Wertung mit Altersklassenfaktor nicht.
![]() |
Wie das möglich war, ist Vera Henecka und Florian Henecka-Ott ein Rätsel. Bis auf ein paar Schlammspritzer rund um ihre Fußgelenke blieb die Schneemann-Kostüme des Paars beim Argenthaler Quarzit Adventstrail so blütenweiß, wie vor dem Start. Dabei waren die Strecken des Landschaftslaufs auf die Höhen des Soonwaldes, anders als in den beiden Vorjahren bei Schnee und Frost, diesmal aufgeweichter. Ein paar matschige und einige rutschige Passagen inklusive. Die laufenden Schneemänner schafften es irgendwie nach 11,8 km auf der Mitteldistanz sauber ins Ziel zu kommen. |
|
|---|---|---|
| Banner anklicken - informieren LR-Info zur Winterlaufserie des ASV Duisburg HIER |
|
Nichts für reine Asphalt-Cowboys:
Berglauf & Trail-Run im LaufReport HIER |
|---|
"Wir hatten auf Schnee gehofft", gestand Florian Henecka-Ott. Im November-Grau fielen die laufenden Schneemänner dafür umso mehr auf. "Wir haben gedacht, wir machen uns einen Spaß daraus - und die Leute hatten ihren Spaß, wenn sie uns gesehen haben." Ursprünglich wollten sie als Weihnachtsmänner laufen, erzählt das Paar. "Aber wir haben gedacht, das gibt es zu oft."
![]() |
Einige verkleidete Läufer nahmen auch zehn Jahre nach der Premiere des Adventstrails die 2,9 km, 11,8 km und 17,6 km langen Strecken weihnachtlich kostümiert in Angriff - und sei es nur mit aufgesetztem Rentiergeweih. Die Kurzdistanz ist nahezu ein reiner Jugendwettbewerb. Hier gibt es auch (für den Nachwuchs) eine klassische Altersklassenwertung. Die Mainzerin Raya Sawatzky (Küferwegfighters) verbesserte nach neun Jahren endlich die Bestmarke der späteren Deutschen Schüler-Meisterin Merit Joeris aus Bad Kreuznach um zwölf Sekunden auf 12:52 Minuten. Bei den Jungen setzte sich U16-Läufer Constantin Stark (LC Bingen/11:00) durch. |
|
|---|---|---|
| Banner anklicken - informieren LR-Info zum Heilbronn Trollinger Marathon HIER |
Auch über 11,8 km gab es einen Streckenrekord. Kathrin von Eichel-Streiber blieb mit 53:43 Minuten deutlich unter ihrer eigenen alten Bestzeit von 55:01 Minuten aus dem Jahr 2022. "Ich habe aber noch nie hier gewonnen", erzählte die 33-Jährige von Meddys LWT Koblenz. Sie wurde nur als Sechstplatzierte zur Siegerehrung gerufen. Wie das möglich ist? Die ausrichtende LLG Hunsrück gewichtet in den Hauptwettbewerben die Laufzeiten mit einem Altersfaktor. So schoben sich fünf Seniorenläuferinnen vor Eichel-Streiber. Inge Umbach (1:17:00) war zwar fast 25 Minuten später ins Ziel gekommen, die 72-Jährige aus Ellscheid in der Eifel bekam aber fast 28 Minuten Bonus (Altersfaktorzeit: 49:35).
Das System habe man aus dem Amerikanischen übernommen, erklärt der LLG-Vorsitzende Dirk Müller: "Wir setzten das aber nicht extrem um, sondern so, dass die Jüngeren nicht zu sehr viel Vorsprung brauchen." Trotzdem versuchte Christian Bock auf der 11,8-Kilometer-Distanz von Anfang an möglichst viel Boden auf die Masters gutzumachen. Der 33-Jährige aus Frankfurt, der für das Sebamed-Team startete, setzte alles auf eine Karte und schnelle Carbon-Laufschuhe für die Straße. Die Rechnung ging auf den gut befestigten Forstwegen, den "Waldautobahnen", auf.
"Da bin ich teilweise 3:10 bis 3:15 Minuten pro Kilometer gelaufen", erzählte Bock. Aber auf den technischen Passagen hätte er mehr Profil unter den Sohlen gebraucht. Zum Schluss kam André Hergenröder sogar wieder an Bock heran. Dank Altersbonus (48:44) lag der Läufer von X-Sport Kastellaun in der Altersfaktor-Wertung als Drittplatzierter vor Bock. Den Sieg sicherte sich M65-Läufer Michael Mueller (1:01:31/47:42) mit fünf Sekunden vor Thomas Koch (Ausdauerteam.de Morbach, M45), der lange zusammen mit Lukas Polz (LC Alzey, M30, Siebter) lief.
Auch über 17,6 km siegte ein Altersklassenläufer, diesmal der Kategorie M50. Arne von Schilling hatte sich zwar eine vordere Platzierung ausgerechnet, vom Gesamtsieg war er dann aber doch etwas überrascht. Der Vorsitzenden des VfL Waldbreitbach war bei seinem Adventstrail-Debüt voll des Lobes für die Organisatoren: "Super! Tolle Strecke, klasse ausgeschildert, alles top. Hier ist alles mit sehr viel Liebe zum Detail gemacht." Ehrgeiz hin oder her, er habe auch viel von der Landschaft und den Kleinigkeiten, mit der das LLG-Team die Läufer erfreut, mitbekommen. "Klar, auf jeden Fall habe ich die Weihnachtsbaumkugeln gesehen", antwortete von Schilling auf die Frage, ob ihm die geschmückten Bäume und Sträucher am Streckenrand auffielen.
Von Schilling (Laufzeit: 1:20:30) setzte sich mit der Altersfaktorzeit von 1:12:06 Stunden gegen M45-Starter Andreas Jechke vom SRL Triathlon Koblenz (1:17:35/1:12:36) und Martin von Roeder durch. Der Vorjahresgewinner aus Mandel bei Bad Kreuznach war nach 1:12:55 Stunden zwar wieder am schnellsten zurück im Start-Ziel-Bereich an der beheizten Schutzhütte am Argenthaler Sportplatz, bekam aber als M35-Läufer nur 18 Sekunden Bonus. Äußerst knapp, um eine Sekunde verpasste er so in der Altersfaktorwertung den zweiten Platz.
Bei den Frauen setzte sich - mal wieder - Iris Walter durch. "Du kannst bald eine Mauer bauen", sagte der LLG-Vorsitzende Dirk Müller, als die W55-Läuferin vom TV Meisenheim die aus Argenthaler Quarzit gefertigte Trophäe entgegennahm. Interessant: Die ersten vier Plätze belegten über 17,6 km bei den Frauen Läuferinnen aus Iris Walters Altersklasse. Anne Frenk (LT Rheinhessen-Pfalz) lag mit 1:37:35 Stunden (Altersfaktorzeit: 1:18:47) 1:55 Minuten hinter der Siegerin. Es folgten Sabine Hundrieser (1:43:09/1:23:17) und Petra Ripplinger vom Tritonic Team St. Wendel (1:44:44/1:24:34). Erst auf dem fünften Platz folgte mit Grit Weise vom SRL Triathlon Koblenz (1:26:55/1:25:53) eine Läuferin, bei der der Altersfaktor nur wenig ausmachte.
| |
Ausführliche und einladend präsentierte
Laufankündigungen im LaufReport HIER
|
|---|
Mit 642 Läufern im Ziel verzeichnete die LLG Hunsrück wieder einen Finisherrekord. Dass rund 300 angemeldete Starter nicht kamen, sieht Dirk Müller gelassen: "In der Jahreszeit hat man immer viele Ausfälle. Damit muss man rechnen. Wir sind rundum zufrieden!" Aber nach der Siegerehrung wartete auch wieder Arbeit, den andere Veranstalter nicht haben: der Weihnachtsbaumschmuck musste eingesammelt werden!
![]() |
Bericht und Fotos von Holger Teusch |
![]() |
| Foto-Impressionen im LaufReport HIER | ||
| Ergebnisse
& Infos www.llghunsrueck.de/adventstrail Zu aktuellen Inhalten im LaufReport HIER |
© copyright
Die Verwertung von Texten und Fotos, insbesondere durch Vervielfältigung
oder Verbreitung auch in elektronischer Form, ist ohne Zustimmung der LaufReport.de
Redaktion (Adresse im IMPRESSUM)
unzulässig und strafbar, soweit sich aus dem Urhebergesetz nichts anderes
ergibt.