11.11.23 - 38. Potzberg-Berglauf des TuS Glan-Münchweiler

Wenn Lennart nicht startet - dann gewinnt eben Eric

von Wilfried Raatz 

Informationen zum Lauf 2024 - siehe Ankündigung im WO LÄUFT`S WIE?

Kuseline Jil war die Erste an der Startlinie. Als Repräsentantin des Landkreises Kusel ließ sie von Organisator Rainer Lang, der nach dem plötzlichen Tod seines Mitstreiters Dieter Kratsch als Orga-Doppelspitze die alleinige Verantwortung bei der 38. Auflage hatte, einige Eckdaten der Veranstaltung nennen. Und gab den Startschuss für 162 LäuferInnen am Ortsausgang von Gimsbach - und verließ die Startline sicherlich als Letzte. Programmgemäß.

Ablaufbesprechung des Organisationsleiters Rainer Lang mit "Kuseline" Jil Der Potzberg-Läuferzug setzt sich in Bewegung…
Nichts für reine Asphalt-Cowboys:
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Programmgemäß verlief dann auch das Rennen über die 8,2 km vom Ortsausgang Gimsbach über Neunkirchen und Föckelberg zum Parkplatz am Potzberggipfel in 562 m. Nies und Raatz - so steht es letztlich im Ergebnistableau der 38. Auflage.

 

Doch halt, Lennart war lediglich in "Zivil" vor Ort und wegen einer Sturzverletzung beim Tennis (!) nicht aktiv im Rennen. Doch der Sieg blieb im weiteren Sinne doch in der Familie, denn Eric (Lennart: "Wir sind schon weitläufig verwandt!") sprang erfolgreich in die Bresche. Und Simone war trotz starkem Auftritt beim New York-Marathon sechs Tage zuvor (mit 2:59:48 auf Rang 85. der Frauen-Overall-Wertung und Sechste der Mastersklasse W45) am Start, schließlich wollte die für den ASC Darmstadt startende 47jährige Karlsruherin die noch fehlenden Punkte für den fünften Gesamtsieg im Pfälzer Berglauf-Pokal einkassieren.

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Eric Nies lässt sich den Sieg bei der 38. Auflage nicht nehmen Starker Auftritt des 19jährigen Christoph Hörtner wird mit Platz 2 belohnt Auf Kurs Rang drei der Pfälzer Berglauf-Pokalwertung: M45-Sieger Alexander Barnsteiner Spannendes Duell um die Plätze vier und fünf zwischen Gunnar Baar (links) und Jonas Janzer (886)

Mit einem flotten Tempo übernahm zunächst aber der noch der U20-Klasse angehörende Christoph Hörter die Spitze und führte das Starterfeld nach dem eher flachen Anlauf in den allmählichen Anstieg.

 

"Ich wollte von Anfang an alles geben", gestand der 19jährige, der seit wenigen Tagen einen Dualen Studiengang Elektrotechnik in Mannheim begonnen hatte. "Ich bin das erste Mal hier und Bergläufe habe ich bislang nur am Donnersberg bestritten". Nach einer verkorksten Saison, die durch eine Wadenverletzung eher bescheiden ausfiel, offenbarte der für den TuS Framersheim startende Christoph sein Talent als U20-Sieger in 1:15:52 Stunden beim Halbmarathon im Rahmen des Köln-Marathon Anfang Oktober. Öfters ist er auch in der Trainingsgruppe von Hans-Peter Tiedje in Alzey anzutreffen und trainiert hier auch ab und an mit Tim Könnel.

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Als M60er läuft Andy Tindall erneut unter die "Top Acht" des Gesamteinlaufs In der stark besetzten M45-Klasse wird Bernhard Joa als Gesamtachter Dritter Matthias Andes gewinnt die M35 Gewohnt zuverlässig: Routinier Tom Heuer gewinnt M50-Wertung

Doch schon nach 1,5 km wechselte bereits die Spitze, denn Eric Nies hatte aufgeschlossen und sofort an der Spitze davon gezogen. Mit 31:35 Minuten lag der 24jährige Gerichtsreferendar aus Neustadt im Ziel nach 350 Steigungsmetern deutlich voraus, denn Christoph büßte noch achtzig Sekunden auf den für den TV Maikammer startenden Tagesschnellsten als Zweiter ein.

 

"Das ist übrigens mein erster Berglauf-Sieg", freute sich Eric Nies. Dabei ist er in der Szene keineswegs mehr ein Nobody, schließlich gewann er noch Mitte Oktober den Bottwartalmarathon in 2:36:32. Bezeichnet aber die 10 km-Distanz eher als seine Hauptstrecke.

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"Mit Lennart habe ich natürlich ein tolles Vorbild", so seine Vorliebe zum Laufen. Und noch eine Parallele drängt sich auf, wie auch Lennart spielt Eric leidenschaftlich gerne Tennis. "Eigentlich seit meiner Kindheit spiele ich Tennis. Da ich ausschließlich alleine mein Lauftraining bestreite, ist Tennis ein besonderer Ausgleich und verbessert zudem meine Kondition und allgemeine Fitness!"

Der Kuseler Philip Steuer hat Grund zur Freude: Rang 2 bei den Jung-Masters M35 Auch wenn es "nur" 350 Höhenmeter sind, brennen die Oberschenkel auch bei Sebastian Wintringer auf der Zielgeraden Wird M40-Zweiter: Matthias Burkhart … vor Sascha Christmann

Nach einem im Frühjahr erlittenen Muskelfaserriss kommt Alexander Barnsteiner immer besser in Schwung. Mit Rang zwei in Bad Dürkheim und nun dem dritten Rang am Potzberg rückt der 49jährige von der LLG Landstuhl im Gesamtklassement des Pfälzer Berglauf-Pokals auf Rang drei hinter Lennart und Eric Nies vor. "Das gibt aber noch einen spannenden Kampf um diesen dritten Platz beim Finale in Maikammer", wehrt Alexander Barnsteiner voreilige Glückwünsche ab. Und das liegt an Jonas Janzer, der aktuell, im Gegensatz zu dem Landstuhler Konkurrenten, nur drei Läufe in die Gesamtwertung einbringen kann und mit einem starken Resultat beim Kalmit-Berglauf noch vorrücken kann. Am Potzberg schaffte Alexander 33:31 Minuten, Jonas dichtauf 33:43. In Punkte umgerechnet waren dies gerade einmal 2,36 Zähler Differenz. Profitieren konnte bei diesem Rennen Jonas Janzer vom "Privatduell" mit Gunnar Baar, die sich bis zur Ziellinie ein packendes Finale lieferten.

Kämpfen um jede Sekunde bis zur Ziellinie (von rechts): M55-Sieger Timo Rokitta (910), Martin Creutziger (880) und Mario Huf (906) Lukas Tschoepke führt eine lange Läuferschlange zum Potzberggipfel

Erneut lief Andy Tindall als Siebter ein starkes Rennen, für den M60-Sieger wurden 35:35 Minuten notiert. Auf den Rängen 9 und 10 folgten die Kategoriensieger Florian Merz (M40) und Matthias Andes (M35) bevor Simone Raatz als Gesamtelfte mit ihrem vierten Sieg in Folge nach 36:17 das Ziel erreichte - und damit den fünften Pokalsieg vorzeitig sichern konnte. Eine der ersten Gratulanten war natürlich Lennart Nies, der wie Simone vor Wochenfrist beim New York Marathon gestartet war, und sich bereits durch seinen Sieg in Bad Dürkheim und dem vierten einzubringenden Ergebnis vorzeitig den Gesamtsieg gesichert hatte.

Trotz New York-Marathon-Strapazen gewinnt Simone Raatz nun bereits zum vierten Mal in Folge am Potzbergturm Als Zweite der Frauenwertung wahrt Natascha Hartl die Chance auf Rang zwei der Pfälzer Berglauf-Pokal-Wertung Erneut stark am Berg: W45-Zweite Marion Raab - diesmal auf Rang drei der Frauenwertung

"Trotz der müden Beinmuskulatur ging es heute recht gut. Wo ich allerdings die Zeit verloren habe, das weiß ich wirklich nicht. Vielleicht habe ich mich durch den zwischenzeitlich einsetzenden Regen etwas aus dem Rhythmus bringen lassen. Jetzt freue ich mich natürlich auf den Glühwein…" kommentierte die zudem die W45 gewinnende Simone ihren Lauf. Etwas mehr als drei Minuten dauerte es, bis Natascha Hartl nach 39:21 Minuten als Frauenzweite das Potzberglauf-Ziel erreichte. Auch sie kann den Sprung ins Pokal-Klassement noch schaffen, dazu muss die für die LG Rülzheim startende W35-Siegerin beim Finale beim Kalmit-Berglauf nochmals stark punkten. Derzeit rangiert die auch in Gimsbach stark laufende Marion Raab (Dritte in 39:38/ 2. W45) in der Gesamtwertung auf Rang zwei. Die weiteren Ränge belegten Sonja Deiß (3. W45/ 42:52), Isabelle Berg (1. W40/ 42:55) und bei ihrer Berglaufpremiere Klara Heidenreich (1. HK/ 43:15).

Mit der Startnummer 918 kommt der M65-Sieger Joachim Weingart (zusammen mit Oliver Rui/ M45) ins Ziel Zur Premiere läuft die 21jährige Klara Heidenreich sogleich auf Rang sechs Ein Nies kommt selten alleine zum Berglauf: Tagessieger Eric (links) zusammen mit dem nach Verletzung diesmal nur zuschauenden Lennart

"Mit 162 Finishern können wir zufrieden sein. Schließlich haben wir kein großes Einzugsgebiet, das uns die Teilnehmer bringt", so das Fazit von Rainer Lang als Organisationsleiter des Traditionslaufes am Potzberg.

Rein sportlich ist für reichlich Spannung beim Finale am kommenden Samstag beim Kalmit-Berglauf gesorgt, auch wenn die Gesamtsieger des diesjährigen Pfälzer Berglauf-Pokals bereits feststehen. Das Finale am Kalmit wird übrigens auf einer um 300 m längeren Strecke ausgetragen, da das neue Organisationsteam des TV Maikammer eine Schleife durch den Ortskerm eingeplant hat.

Gesundes im Korb gab es für die Tops der Frauen mit (v.l.) Natascha Hartl, Simone Raatz und Marion Raab …und auch für die Männer mit (v.l.) Christoph Hörter, Eric Nies und Alexander Barnsteiner
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Bericht und Fotos von Wilfried Raatz

Ergebnisse my.raceresult.com
Infos www.tusglanmuenchweiler.de

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