7.11.21 - 33. Karlsbader Volkslauf

"Umarmungen sind zu vermeiden"

SV Langensteinbach trotzt Herbst und Hygieneregeln einen Lauf ab

von Hannes Blank 

 

"Umarmungen sind zu vermeiden" stand in den Hygieneregeln für den 33. Karlsbader Volkslauf am 7. November 2021. Natürlich ließen sich es viele Eltern nicht nehmen, ihre Sprösslinge nach dem Schülerlauf in die Arme zu schließen. Was dem Volkslauf vielleicht an Herzlichkeit (Hygieneregeln) und Geselligkeit (keine Halle zum Aufwärmen) fehlte, versuchte Stadionsprecher Steffen Rößler mit aufgemunterten Durchsagen etwas wettzumachen.

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Der 33. Karlsbader Volkslauf war für viele Teilnehmer einfach eine schöne Herbstveranstaltung
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Der Karlsbader Volkslauf steht für das Wettkampf-Trio 5km-Lauf, 2km-Schülerlauf und 10km-Lauf, in einer leicht hügeligen Herbstlandschaft mit Start und Ziel in einem schönen Stadion, in dem auch fast jedes Jahr Leichtathletikmeisterschaften stattfinden. Seit 2020 besteht die Möglichkeit eines individuellen Laufs außerhalb des Wettkampftages mittels Transpondermessung mit Start und Ziel am Eingang zum Grundstück des veranstaltenden SV Langensteinbach - die Strecken sind ausgeschildert. "Wir wollen diese Möglichkeit auch nach dem 7.11. beibehalten und planen verschiedene Challenges", erläuterte Rößner. In der Zeit vor dem Präsenzlauf machten dies immerhin über 500 Läufer individuell, wovon die Hälfte Schüler waren, die den Schulwettbewerb bestritten, was angesichts der Nähe des Vereinsgeländes zum Karlsbader Schulkomplex (gegenüberliegend) und der Beliebtheit des Schulwettbewerbs in den letzten Jahren keine Überraschung ist.

Startaufstellung für den 10er auf der Gegengerade, mit Einweisung Anfangs führt beim 10er bei den Frauen noch Sonja Kümmerle von der TG Stein

Dreikämpfe an der Spitze

Obwohl die 33. Ausführung keine großen Teilnehmerzahlen aufweisen kann, waren die Treppchenplätze beim 10km-Lauf heiß umkämpft. Zunächst liefen Roland Golderer (Gazelle Pforzheim) und Christoph Hakenes vorweg, gefolgt von dem SSV-Ettlingen-Läufern Clemens Axtmann und Frank Scholl, sowie Daniel Kirchenbauer (VfB Pfinzweiler) und dem vereinslosen Yannik Weber. Weber schloss noch zu Golderer/Hakenes auf, zwischen diesem Trio und dem Rest sollte dann eine Lücke entstehen, die schlussendlich im Ziel über eine Minute lang sein sollte. Aber das Führungstrio lief mitnichten einträchtig nebeneinander. Nein, es gab immer wieder Tempoverschärfungen und Zwischensprints, wobei Roland Golderer erfolgreich auf die Anstiege setzte, Christoph Hakenes jedoch die Gefällstrecken zu nutzen wusste, bei denen er raumgreifend und leichtfüßig immer wieder zu Golderer aufschloss. Yannik Weber schien Mühe zu haben, diesem Höllentempo-Duo zu folgen, geriet aber nie außer Sichtweite zu den beiden vorderen Läufern.

10km-Siegerin Diana Peukert vom TV Bretten im Ziel Freud' und Leid im Ziel: Sieger Roland Golderer, eingerahmt von Yannik Weber (links), der zum Schluss noch auf Platz 2 vorsprintete und einen leicht enttäuscht wirkenden Christoph Hakenes (rechts), der seine zwischenzeitliche Führung nicht nach Hause bringen konnte

Das alles war im Stadion mittels einer Übertragung einer Helmkamera auf einer große Leinwand zu beobachten, bis schließlich auf dem Weg oberhalb des Stadions die Athleten in echt zu sehen waren. Es folgte der letzte, kurze Anstieg zum Stadion hoch - für Golderer genau die richtige Stelle, um seine letzte Trumpfkarte auszuspielen. Auf den finalen 300m durchs Stadion verteidigte der 44-jährige Sieger seinen Vorsprung, aber nur drei Sekunden später folgte Jannik Weber, der eine zweite Luft erhalten zu haben schien. Golderer ("Das härteste Rennen, das ich je gelaufen bin!") 35:24 Minuten, Weber 35:27 Minuten, Hakenes 35:41 Minuten - alles Spitzenzeiten auf dieser Strecke, die einige Steigungen aufzuweisen hat und nur stellenweise asphaltiert ist.

Los ging es mit dem 5km-Lauf, zuerst führte ausgangs des Sonotronic-Sportparks Nelia Harstick Spannend: Die pixelige Live-Übertragung von einem Begleit-Fahrrad hatte eine gewisses Ego-Shooter-Computerspiel-Flair, ist aber bisher noch Alleinstellungsmerkmal des Laufs in der Region, sieht man von den Übertragungen beim Baden-Marathon in Karlsruhe ab (bei denen die Kameras allerdings am Läufer hingen)

Athletinnen mit stillem Führungswechsel

Bei den Frauen führte ausgangs des Stadions zunächst noch Sonja Kümmerle von der TG Stein, gefolgt von Julia Sommavill. Auf der Strecke setzten sich mit kurzen Abständen dazwischen Katja Schulz (Kreuz&Quer SwimRun) und Christine Holdermann (SG Stern Gaggenau) an die Spitze. Doch von hinten kam Diana Peukert (TV Betten) auf und setzte sich schließlich durch. Die 42-Jährige war hinten im Feld gestartet und überholte die weibliche Konkurrenz unauffällig während des Rennens. Im Ziel im Stadion des SVL blieb die Uhr bei 47:01 Minuten für die Langdistanz-Triathletin stehen: "Das ist eine Überraschung für mich, hier auf der kurzen Strecke zu gewinnen." Auf den Plätzen 2 und 3 folgten die vereinslosen Theresa Maier-Kraus (47:15min) und schließlich Katja Schulz (47:22min) - also fast ebenso dicht hintereinander wie die Männer.

Beim 5er gab es auch eine Walking-Wertung Die beiden 5km-Sieger, Sandra Kist-Boschetti und Salvatore Corriere kamen gemeinsam ins Ziel

Entspannter 5km-Lauf

Der kleine 5km-Lauf (36 Teilnehmer) war weniger kämpferisch. Zunächst führte 400m lang die 19jährige Nelia Harstick vom gastgebenden SV Langensteinbach. Doch Sandra Kist-Boschetti und Salvatore Corriere, beide vom TB Bühl, machten gemeinsame Sache. "Die liefen Strategie!", so Harstick. Das Bühler Duo konnte sich jedenfalls bald von der jungen Karlsbaderin absetzen und den Doppelsieg entspannt nach Hause bringen. Sie brauchten bei gleichzeitiger Ziellinienüberschreitung 19:20 Minuten, Harstick folgte auf Gesamtplatz 3 in 20:01min. Platz 4 ging an den jungen Pfälzer Marty Silzle vom SSC Landau in 20:45 Minuten. "Ich mache eigentlich Bergläufe im Schwarzwald", sagte Boschetti, die sich sehr über ihren Sieg beim Debüt in Langensteinbach freute.

Start des 2km-Schülerlaufs im SVL-Stadion Tim Schulz (LG Region Karlsruhe) gewinnt den Schülerlauf in Karlsbad Paula Löffler (LG Region Karlsruhe) wurde schnellstes Mädchen des Schülerlaufs

LG Region Karlsruhe dominiert den Schülerlauf

Tim Schulz, Jona Hakenes, Lorenz Löffler und Nathaniel Becker übernahmen als Quartett die Führung beim 2 Kilometer langen Schülerlauf, der an diesem Tag knapp 40 Teilnehmer fand. Die vier jungen LG Region Karlsruhe-Läufer blieben bis knapp zur Hälfte der Strecke zusammen, dann bröselte die Gruppe auseinander. Schulz setzte sich ab und gewann den Lauf in 7:30 Minuten. Bei den Mädchen war Paula Löffler, ebenfalls von der LG Region Karlsruhe, die schnellste (9:30min).

Vorab hatten im Individuallauf schon knapp 270 Schülerinnen und Schüler die Strecke gemeistert - leider lässt die Ergebnisliste nicht erkennen, welche Schule die beste oder größte Mannschaft stellte.

Siegerehrung für (vlnr) Nelia Harstick vom SV 1899 Langensteinbach - Leichtathletik, Sandra Kist-Boschetti vom TV Bühl 1847 e.V und Sarah Hickel vom LT Ettlingen 5km-Siegertreppchen für (v.l.n.r.) Marty Silzle (SSC Tri Team Landau), Salvatore Corriere (TV Bühl 1847 e.V ) und Stefan Anderer (Albtal Runners)
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Auch beim Individuallauf über 5 und 10km gab es interessante Ergebnisse, die Strecke ist allerdings um 400m kürzer und deshalb nicht so einfach mit dem Präsenzlauf am 7. November zu vergleichen. Interessanterweise hatte dort der 5km-Lauf etwas mehr teilnehmenden Zuspruch als der 10er erhalten.

Bericht und Fotos von Hannes Blank

Ergebnisse my.raceresult.com & Infos svl-leichtathletik.de

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