14.11.21 - 24. Hockenheimring-Lauf

Dualstart ade - für immer? - 1.446 Teilnehmer im Ziel

Markus Görger sub 29 Minuten

von Günter Krehl 

2020 waren einen Tag vor dem Lockdown nur 387 Läufer im Ziel des Zehners und weitere Wettbewerbe fanden nicht statt. Heuer blieben die Veranstalter optimistisch, boten 4 Läufe an, es gab keine Teilnehmerbeschränkung und die Meldefrist wurde vom 31. Oktober auf den 13. November verlängert.

 

Obwohl natürlich viele Voranmelder nicht anreisen konnten, waren insgesamt immerhin 1.446 Sportler über die verschiedenen Distanzen erfolgreich unterwegs. Erstmals musste der traditionelle Termin 1. November wegen einer Motorsportveranstaltung nach hinten verschoben werden. Das heißt, dass zum Beispiel die Ergebnisse nicht mehr in die gedruckte Ausgabe der Württembergischen Bestenliste gelangen, digital werden sie natürlich erfasst.

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Der Hockenheimringlauf 2021 bot neben dem 10km Lauf wieder ein 5km Rennen und Laufwettbewerbe für Kinder an
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Am Eingang zum Motodrom wurde die Einhaltung der 3G Regel kontrolliert, auf dem Gelände war Maskenpflicht, wenn der vorgeschriebene Abstand nicht möglich war. Immerhin konnten sich die vermutlich wenigen Ungeimpften am Tag zuvor wieder kostenlos testen lassen.

 

Mit dem Rennen über 5 Kilometer begann um 9.00 Uhr der sportliche Teil. Oliver Fischer (TV Schriesheim) legte einen Blitzstart hin, zehn Meter dahinter führten Julian Beuchert (LAZ Mosbach/Elztal) und Jurek Hegemann (TSG Heidelberg) ein langgezogenes Verfolgerfeld an. Auf der Strecke konnte sich der Mosbacher dann aber klar absetzen und gewann nach 15:09 mit großem Vorsprung vor Fischer (15:59) und Hegemann (16:13). Julian Beuchert war vor 14 Tagen bei den Deutschen Meisterschaften in Uelzen mit 30:47 schon Bestzeit gelaufen. Weitere 8 Männer blieben unter 17 Minuten.

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Julian Beuchert gewinnt mit 50 Sekunden Vorsprung das 5 Kilometer Rennen Oliver Fischer als Zweiter bleibt zwei Sekunden unter 16 Minuten Jurek Hegemann wird Dritter

 

Auch bei den Frauen gab es mit der starken Mittelstrecklerin Nina Waltert (VfL Sindelfingen) nach 17:20 eine überlegene Siegerin. Einen heißen Kampf bis ins Ziel lieferten sich Helena Schenk (TSG Bruchsal/18:28) und Kathrin Lehnert (MTG Mannheim/18:28).

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Auf Platz vier folgte mit Emely Krieger (LC Rehlingen) die erste Läuferin U16, die sich mit 18:47 auf Platz eins der DLV Bestenliste W14 setzte, sofern diese aktuell ist. 7 weitere Läuferinnen unterboten die 20 Minuten. Insgesamt erreichten 392 Sportlerinnen und Sportler das Ziel.

Die starke Mittelstrecklerin Nina Waltert wird mit über einer Minute Vorsprung überlegene Siegerin beim 5 km Lauf Einen heißen Kampf bis ins Ziel liefern sich Helena Schenk (1425; 2.) und Kathrin Lehnert (verdeckt; 3.) Bambinilauf Siegerin Luise Kremer (174) vom TV Schwetzingen-LG Kurpfalz (Gesamtdritte) und Sieger Jayden Werwein (103) vom Ludwigshafener SV gemeinsam an der Spitze

Endlich wieder Kinderlaufen. Nicht nur durch Schulschließungen und Sportverbote in Vereinen und auf Plätzen waren die Jüngsten im Besonderen benachteiligt. Auch bei den spärlich stattgefundenen Volks- und Straßenläufen wurde meist nur der Hauptlauf durchgeführt. Die vielen betreuenden und anfeuernden Eltern und Großeltern galten im Getümmel bei Start und Ziel als größte Gefahrenträger. Zwar war dies auf dem weitläufigen Gelände in Hockenheim auch nicht ganz von der Hand zu weisen aber Abstände waren doch wesentlich besser einzuhalten.

 

Mit einer Feuerpower dampften um 9.40 Uhr die 29 Mädchen und 17 Jungen zwischen 7 und 2 Jahren über die etwa 300 m lange Bambinistrecke. Luise Kremer als Gesamtdritte und Jayden Werwein mit 68 beziehungsweise 65 Sekunden waren die Schnellsten.

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Die Schüler, die um 10.00 Uhr am Startbogen des Zehners 1,1 Kilometer zu bewältigen hatten waren zwischen 8 und 13 Jahre alt. 59 Mädchen kamen ins Ziel, Mia Sewell (U12) war in 4:10 die Siegerin, ihr folgten weiter 3 Mädels der gleichen Altersklasse. Erst danach kam mit Romy Schäfer (4:20) die Erste der U14. Mit 4:37 gewann Cara Bugert die U10. Schnellster der 62 Jungs war Tim Müller (U14) in 3:45 eine Sekunde vor Yassin Bouchti (U12). Als 9. Junge siegte Felix Munk mit 4:15 in der U10.

Disziplinierte Startaufstellung beim Schülerlauf Spitzengruppe Schülerlauf: Tim Müller (1.) 544 von der LG Rülzheim vor Yassin Bouchti (2.) von der Neckarsulmer Sport-Union, Nathaniel Becker (5.) vom TV Gondelsheim, Max Müller (3.) von der LG Rülzheim und Fabian Geile (4.) vom TV Trebur

Auf den ach so geliebten Dualstart musste beim Hauptlauf über 10 Kilometer schon 2020 verzichtet werden. Was damals durch die geringe Teilnehmerzahl zu verschmerzen war, machte den Berichterstatter diesmal doch etwas traurig. Es fehlte einfach der hintere Start mit seiner pfeilschnellen langen Geraden. Das Feld konnte sich so leistungsmäßig richtig einsortieren ehe beide Ströme sich vereinten. Nun beträgt die Startlinie nur noch ein Viertel der ehemaligen und nach dem Loslaufen folgt sofort die erste Kurve. Was für die Spitze kein Problem bedeutet, ist schon für die schnellen Pulks und erst recht für das Mittelfeld weniger schön. Ideallinie zu laufen ist kaum möglich und so summieren sich doch etliche Zusatzmeter bei den meisten Sportlern. Warum aber fast alle Läufer etwa 150 bis 200 Meter mehr auf ihren Laufuhren haben, dürfte andere Gründe haben. Grundsätzlich gilt: Offizielle Vermessung schlägt Satelliten, speziell die "seltsamen" im Motodrom. Ich zitiere einen Mathematiker: "Ich habe mal die Garmindaten angeschaut und reingezoomt. Da ist wirklich zu sehen, dass die GPS-Uhren mit diesen langen Krümmungen nicht zurecht kommen und zu weite Wege, die man nicht gelaufen ist, interpolieren." Dass die Strecke nicht zu lang ist, kann man auch an den seit Jahren extrem schnellen Zeiten ablesen.

Start des 10 Kilometerlaufes auf einem Viertel der einstigen Startlinie Nach gut 3 Kilometer läuft Markus Görger mit großen Vorsprung vor seinen Verfolgern

Da nun auch auf dem Hockenheimring die Nettozeiten ermittelt werden, gab der Sprecher, den Ratschlag sich ruhig noch Zeit - bis zu 4 Minuten meinte er - zu lassen mit dem Überqueren der Startmatte. In gut 70 Sekunden war das tatsächlich der Fall und nur wenige ließen sich noch etwas länger dazu Zeit. Ob diese Taktik, ein so großes Feld auf der Außenbahn von hinten zu "überrollen", für schnellere Läufer erfolgsversprechend war, bleibt anzuzweifeln.

Vom Start weg drückte Markus Görger (LG Region Karlsruhe) mächtig aufs Tempo mit dem Angriff auf seine persönliche Bestzeit von 29:07, die er im Oktober in Karlsruhe aufgestellt hatte. Die Kilometerabschnitte lagen deutlich unter drei Minuten und schon bei Halbzeit deutete sein Riesenvorsprung auf eine sensationelle Siegerzeit hin. War er vor Jahresfrist mit 29:37 nur 2 Sekunden vor Ilyas Osman im Ziel gewesen, so lag er dieses Mal am Ende 1:17 Minuten in Front. Seine neue Bestzeit von 28:53 bedeutet eine Verbesserung um einen Platz in der Deutschen Bestenliste. Er liegt nun 1 Sekunde vor Richard Ringer auf Rang 7.

Markus Görger in der 2. Runde bei Kilometer 8 Marc Corin Steinsberger (vorne; 3.) und Christoph Kessler (2.) zwei Kilometer vor dem Ziel noch eng beisammen Maximilian Walter (2711; 7.) führt in der ersten Runde die Gruppe mit Sebastian Hauf (2097; 4.) und Lennart Nies (2765; 5.) an

Sein Teamkamerad Christoph Kessler ist allgemein als herausragender Mittelstreckler (800 m: 1:46,11) bekannt. Im 1. Coronajahr gab er auf dem Hockenheimring als 8. mit 30:47 ein beachtliches Debüt. Er scheint auf dem Geschmack gekommen zu sein und zeigte am Ende der Saison mit Platz zwei und einer Steigerung auf 30:10 seine Ausdauerqualität. Lange hatte ihn Marc Corin Steinsberger (LG farbtex Nordschwarzwald) begleitet. Der Dornstettener war schon bei den Landesmeisterschaften in Heilbronn mit 30:38 bis auf eine Sekunde an seine 6 Jahre alte Bestmarke herangelaufen, die er diesmal mit neuer PB von 30:19 deutlich verbessern konnte.

Sebastian Hauf (TV Trebur/31:52), Lennard Nies (TV Maikammer/1. M35/32:20), Filmon Alazar (LSG Saarbrücken-Sulzbachtal/1. U23/32:21), Maximilian Walter (TV Schriesheim/32:40) und Alex Paulien (TV Waldstraße Wiesbaden/2. U23/32:44) blieben noch unter 33 Minuten.

Sabrina Mockenhaupt-Gregor als Führpferd auf der ersten Runde ... ... und einsam zum Sieg nach Kilometer 7

Vor dem Start wurde Sabrina Mockenhaupt-Gregor nach ihren heutigen Ambitionen gefragt. Sie meinte, sie wäre am liebsten im Bett geblieben doch eigentlich wollte sie 35:40 laufen. Anmerkung des Berichterstatters: Das wäre die Verbesserung um 1 Sekunde gegenüber ihrer Leistung, die sie bei der BW Meisterschaft in Heilbronn erzielt hatte. Diese Zeit traue sie sich aber nun eigentlich nicht zu. Der erfahrende Reporter wusste aber, dass man an den Tagen, an denen man sich schlecht fühlt, oft über sich hinauswachsen kann. Tatsächlich lief die junge Mutter in ihrer "2. Karriere" mit 35:21 zum sicheren Sieg. "Mocki", wie die 45fache Deutsche Meisterin in Läuferkreisen genannt und geliebt wird, bleibt für die Szene auch als W40erin ein Goldmädchen. Sie zeigt, dass man nach einer internationalen Karriere weiterhin mit Freude und Begeisterung Vorbild für viele Hobbyläuferinnen bleiben kann. Einst im Siegerland zu Hause und aktiv, ist sie nach einem Zwischenspiel in Hamburg nach ihrer Heirat nun im Schwäbischen gelandet und startet seit dieser Saison für LV Pliezhausen 2012.

Isabel Leibfried auf dem Weg zu Platz 2 Eirini Tsoupaki (3. Frau) hat den talentierten Nachwuchsläufer Linus Schaller (1. U16) LG Region Karlsruhe 36:20 im Schlepptau Die ehemalige deutsche Spitzenläuferin Petra Wassiluk, präsentiert sich als Siegerin der W50 noch immer in blendender Verfassung

Isabell Leibfried (TSG 1845 Heilbronn/1. W30) blieb als Zweite mit 35:39 genau 26 Sekunden über ihrer Berliner Bestzeit vom Juli dieses Jahres. Eirini Tsoupaki (MTG Mannheim) wurde mit 35:54 Dritte vor der Siegerin U18 Marie Kraft (TSG 1845 Heilbronn/36:30), Nina Albers (TSG Heidelberg/37:18), der erfahrenen Julia Bongiovanni (TV Schriesheim/1. W35/37:24) und der ehemaligen Spitzenläuferin Petra Wassiluk, die sich als Siegerin der W50 mit 38:01 noch immer in blendender Verfassung präsentierte.

Stellvertretend für die vielen herausragenden Altersklassenresultate sollen zwei Peter genannt werden. Sieger der M80 wurde nach krankheitsbedingter Pause der frühere Seniorenweltmeister und amtierende M70 Rekordhalter (39:00) Peter Lessing (SC Önsbach). Die M70 dominierte Peter Beil (LSG Karlsruhe) mit 42:37 und einem Vorsprung von annähernd 6 Minuten.

Peter Beil (1. M70) geht schwungvoll in die Kehre nach Kilometer drei Der frühere Seniorenweltmeister und amtierende M70 Rekordhalter (39:00) Peter Lessing (2868) siegt nun in der M80 Nummer 2149 Roswitha Schön (4. W60), die Statistikerin des Kreises Göppingen, kann ihre Bestenliste ergänzen

Von den 1.205 Gemeldeten konnten viele leider nicht antreten, 27 mussten das Rennen vorzeitig beenden, so dass schließlich 887 das Ziel erreichten.

Das Team der ASG Triathlon Hockenheim hatte wieder ein unermessliches Pensum an Arbeit auf sich genommen und damit in dieser schwierigen Zeit viele Sportler glücklich gemacht, die persönliche Bestzeiten laufen oder sich endlich einmal wieder mit Gleichgesinnten messen konnten. Trotz fehlendem gemütlichem Beisammensein und ausgefallenen Siegerehrungen war so etwas wie läuferische Gemeinschaft über mehrere Stunden zu spüren. Dank an die vielen freundlichen und geduldigen Helfer und den Organisatoren im Hintergrund. Auch die Ergebnisse waren wieder zeitnah und übersichtlich zu finden, kleine Korrekturen wurden zügig vorgenommen. Vielleicht können in Zukunft die Zeiten ohne Zehntel ausgewiesen werden. Statistiker sind gezwungen, diese auf die nächste volle Sekunde aufzurunden und dabei gibt es hin und wieder Missverständnisse was das korrekte Ergebnis betrifft.

Endspurt auf der Zielgerade Zieleinlauf nach 43:30 brutto
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Bleibt zu hoffen, dass es eines Tages wieder einen "normalen" Hockenheimringlauf geben wird. Sicherlich kommen aber auch im 3. Coronajahr wieder viele Sportbegeisterte, wenn man sie auf dem Motodrom laufen lässt.

Bericht und Fotos von Günter Krehl

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Ergebnisse www.de-timing.de Info www.asgtria-hockenheim.de

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