7.11.21 - 47. Königsforst-Marathon in Bergisch-Gladbach

Vom Frühjahrsklassiker zum November-Highlight

von Jörg Engelhardt 

Auch ohne Streckenrekord macht Nordrhein-Westfalens zweitälteste Marathonveranstaltung mit 1005 Zieleinläufen in 3 Wettbewerben bei wechselhaftem Wetter eine gute Figur.

 

Als "Marathonveranstaltung zwischen Hoffen und Bangen" hatte der unvergessene Michael Schardt, die letzte Auflage dieses unverwüstlichen Dauerbrenners, der 1973 zum ersten Mal über die Bühne ging, apostrophiert. Es war seine Vorletzte von über 400 Reportagen, die er in seiner gut 11-jährigen Tätigkeit für den LaufReport verfasst hat. Eine Woche später noch, dann seine allerletzte, den Porzer Herbstwaldlauf in Köln. Bei dieser Veranstaltung konnte vor allem eine noch sehr junge und auch in Zukunft ebenfalls noch sehr entwicklungsfähige Läuferin zum ersten Mal von sich reden machen. Nicole Scholz. Die nunmehr 22jährige Nachwuchshoffnung des TV Refrath gewann dort eine Woche nach dem letztjährigen Königsforst Marathon den 10-Km-Lauf in einer Endzeit von 35:18 min. und stellte damit nicht nur eine neue persönliche Bestzeit auf, sondern zugleich auch einen neuen Vereinsrekord. Noch nie zuvor war eine Frau im Trikot des Vereins, dessen Laufsportabteilung den Königsforst Marathon seit 2014 ausrichtet, so schnell auf dieser Distanz gewesen.

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Das Schloss Bensberg thront über dem gleichnamigen Stadtteil von Bergisch Gladbach, in dem der Königsforst Marathon traditionell ausgetragen wird Über 1000 Läuferinnen und Läufer nehmen beim 47. Königsforst-Marathon den namensgebenden Forst für einige Stunden in Besitz
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Auch heute sollte Nicole Scholz bei der Durchführung der aktuellen Auflage ihre Rolle spielen, wenn auch eine weit unscheinbarere als damals auf Kölns rechter Rheinseite. Sie gehörte zu den etwas mehr als 80 Helfer*Innen, ohne die die Durchführung eines solchen Laufsportereignisses überhaupt nicht möglich ist. Ein weiteres sportliches Aushängeschild des renommierten Sportclubs, der außer im Laufsport unter anderem auch schon im Handball und im Tischtennis überregional in Erscheinung treten konnte, ist Lukas Kley.

 

Erst vor einigen Wochen im thüringischen Suhl gemeinsam mit dem Berliner Alexander Dautel Deutscher Meister im Ultra-Trail-Lauf geworden, stellte er sich heute als helfende Hand im Start- und Zielbereich in den Dienst dieser langlebigen Veranstaltung.

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Lediglich zweimal wurde sie in all den Jahren nicht ausgetragen und dies ist ausnahmsweise mal nicht der plötzlich wieder rasant an Fahrt aufnehmenden Corona-Pandemie geschuldet. Denn durch die zweimalige Verlegung vom Frühjahr in den Herbst hinein, konnte das Organisationsteam rund um Abteilungsleiter Jochen Baumhof der landauf, landab tosenden Absageflut entgehen.

Lukas Kley wurde gemeinsam mit dem Berliner Alex Dautel Deutscher Meister im Ultra-Trail-Lauf. Bei seinem Triumph im thüringischen Suhl hatte er dabei auf einer Strecke von 64,9 km, 2491 Höhenmeter zu bewältigen. Heute war er als Helfer im Start- und Zielbereich eingesetzt Den Besendienst übernahmen Radfahrer, wie hier für Reiner Roos, der diese Position als Vorletzter aber im Verlauf des Rennens abgab

Seit 1963 schon, also gut ein Jahr länger, als der Schreiber dieser Zeilen auf der Welt ist, existiert diese Laufsportabteilung, die unter ihrer selbst erwählten Bezeichnung TV Refrath Running firmiert, in diesem Großsportverein vor den Toren Kölns. Jochen Baumhof steht ihr nach eigenem Bekunden erst seit 18 Jahren vor. Was darauf schließen lässt, dass auch seine Vorgänger auf dieser maßgeblichen Position eine recht lange Amtszeit zu erfüllen hatten. Denn in den 58 Jahren ihres Bestehens, hat die Abteilung gerade mal vier Leiter gesehen.

 

Die Veranstaltung an sich wurde allerdings nicht von der Läuferschaft des TV Refrath sondern von anderen Vereinen ins Leben gerufen. Die Gründe für die recht häufigen Wechsel der Organisationsstäbe sind durch all die Jahre und Jahrzehnte hinweg kaum mehr nach zu vollziehen. Doch jetzt scheint die Veranstaltung auch in den kommenden Jahren auf stabilen Füssen zu stehen. Jochen Baumhof: "Wir brauchen für die Planung, Vorbereitung und Durchführung immer rund um die 80 Leute und die können wir nahezu vollständig nur aus unserer Abteilung rekrutieren."

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Und das mag auch mit ein Garant dafür sein, warum der Königsforst Marathon gerade auch bei der Läuferschar, trotz seines mittelschweren Anforderungsprofils, nach bald schon 50 Jahren immer noch einen so hohen Beliebtheitsgrad besitzt. Sie ist von Läufer*innen für Läufer*innen gemacht und gerade auch die Besten unter Ihnen sind sich nicht zu schade für den Erfolg dieses Ereignisses mit an zu packen. Dies allerdings nicht nur am Veranstaltungstag selbst, sondern schon eine ganz lange Zeit davor. Außerdem werden auch für die misslichsten Situationen, wie beispielsweise im letzten Jahr, wo alleine der Wettbewerb im Halbmarathon auf drei aufeinanderfolgende Sonntage aufgeteilt werden musste um den Genehmigungsauflagen gerecht zu werden, immer wieder kreative Lösungen gefunden und notwendige Veränderungen in die Wege geleitet, um den Königsforst Marathon auch in den kommenden Jahren weiter am Leben zu halten.

Neu im Wettbewerbsangebot, ein 63,3 km langer Ultra-Maraton. Hier in Front Dietmar Stoppenbach, der im Ultra-Marathon M50-Sieger wird Auch mit Sandalen läuft sich ein Ultra-Marathon flott. Philipp Bannies läuft auf den 4. Platz

So wurden nunmehr endgültig die Schülerläufe sowie die Wettbewerbe über 5- und 10-Km aus dem Veranstaltungsprogramm verbannt und als Refrather Herbstlauf auf den dritten Sonntag im Oktober terminiert. Dafür wurde die ursprüngliche Herbstveranstaltung, der Martini-Lauf ganz aus dem Veranstaltungsprogramm genommen. Im Gegenzug dafür wird der Königsforst Marathon um ein Wettbewerbsangebot bereichert, den 63,3 Kilometer langen Ultra-Marathon, der heute seine Premiere feiern konnte. Dies ermöglicht drei verschiedene Wettbewerbe bei ein und demselben Streckenverlauf, lediglich die Anzahl der zu laufenden Runden variiert zwischen 1 und 3. Dass die Austragung auf den ersten Sonntag im November fiel, soll jedoch eine einmalige Ausnahme bleiben. Im kommenden Jahr hofft man auf den Ursprungstermin am dritten Sonntag im März zurückkehren zu können.

 

So weit und so gut: Von Organisationsseite wurde alles Menschenmögliche getan um den Teilnehmenden ein schönes Lauferlebnis zu ermöglichen und doch fiel zumindest ein Wehrmutstropfen in den Freudenbecher. Von den weit über 1400 gemeldeten Aktiven holten mehr als 400 ihre Startnummer nicht ab. Am Wetter konnte dies kaum liegen, denn außer ein paar kurzweiligen Schüben mit Nieselregen, die bereits schon kurz vor dem ersten Startschuss abgeklungen waren, blieb es während der Läufe durchgängig trocken. Allerdings verliehen die Regenschauer auf dieser sehr wald- und hügelreichen Strecke dem Geläuf einen teilweisen leicht crossigen Charakter.

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Rutschig soll es an einigen Stellen dank des gefallenen Herbstlaubs auch gewesen sein. Andererseits gewann der Lauf durch das herbstliche Farbenspiel im Wald auch viele optische Reize hinzu.

Max Kreitner und Lucas Worth (leicht verdeckt) geben zu Beginn das Tempo im Halbmarathon vor. Maciek Miereczko hat sich auf Tuchfühlung hinter ihnen einsortiert. Marathon-Läufer Phillipe Gillen (grüne Nummer) wird im Kampf um die Podiumsplätze keine Rolle spielen, er beendet das Rennen nicht Silke Schneider geht beim Halbmarathon der Frauen beherzt an die Spitze und wird zum zweiten Male hintereinander diesen Wettbewerb gewinnen

Halbmarathon

Schon gleich nach dem Startschuss gingen Max Kreitner (Bunert - Der Kölner Laufladen) und Lucas Worth (Milers Colonia) gemeinsam an die Spitze, ihnen folgte Maciek Miereczko (Sebamed-Team) auf Tuchfühlung. Lange Zeit schien es so, als könnten die beiden Führenden, die beide noch der Hauptklasse angehören, ihren Vorsprung gegen den deutlich Älteren verteidigen. Doch je länger das Rennen vonstattenging, wurde deutlich, dass der Routinier sich nicht abschütteln ließ. Im Gegenteil, zum Ende hin konnte Maciek Miereczko die beiden überholen und sich nach und nach einen ausreichend großen Vorsprung sichern. Der Deutsch-Pole, der 2017 den Kassel Marathon nach Fehlleitung fünf vor ihm liegender ostafrikanischer Läufer gewinnen konnte, spielte seine Routine aus und gewann das Rennen nach 1:12:32 h. Max Kreitner und Lucas Worth kamen nach 1:12:51 h Hand in Hand zeitgleich ins Ziel, wobei das um 3 Jahre höhere Lebensalter den Ausschlag zu Gunsten von Max Kreitner gab, der sich damit den zweiten Platz sichern konnte. Marian Bunte (Bunert - Der Kölner Laufladen) kam nach 1:13:51 h exakt eine Minute später ins Ziel und konnte sich mit dem undankbaren vierten Platz zumindest noch den Sieg in der M30 sichern.

Maciek Miereczko spielt am Ende seine Routine aus und gewinnt den Halbmarathon Hand in Hand gehen Lucas Worth (866) und Max Kreitner (695) gemeinsam durchs Ziel. Durch sein höheres Lebensalter, bekommt Max Kreitner Rang 2 zugesprochen, Lucas Worth wird somit Dritter

Bei den Frauen sollte der Sieg nur über die Vorjahresgewinnerin Silke Schneider von Bunert - der Kölner Laufladen erfolgen. Diese lief von Anbeginn ein einsames Rennen und konnte sich im Vergleich zum Vorjahr nochmals um mehr als 2 Minuten steigern. Nach 1:27:24 h blieb für sie die Uhr stehen, was die Titelverteidigung zur Folge hatte. Erst 7 Minuten später sollte ihr die Zweitplatzierte Hanna Kirchner nach 1:34:40 h folgen, die ihrerseits einen Vorsprung von über 3 Minuten auf die Tagesdritte Sandra Sachs (LG Wuppertal) herauslaufen konnte und damit auch in der W30 erfolgreich war. Nach 1:37:53 h war das Podium vollständig besetzt und auch Platz 1 in der W50 für die Drittplatzierte zementiert. Karin Ratzlaff, die letztes Jahr noch auf den zweiten Platz einkam, ging als Vierte nach 1:38:20 h im Gesamtklassement zwar leer aus, gewann jedoch mit dieser Zeit die W35. Wie so oft war die Halbmarathondistanz die beliebteste im Wettbewerbsangebot. 218 Frauen und 511 Männer konnten auf der kürzesten Distanz des Tages ihre Läufe erfolgreich ins Ziel bringen.

Sichtlich glücklich ist Silke Schneider im Ziel. Sie hat nicht nur zum zweiten Male in Folge den Halbmarathon gewonnen, sondern war zudem auch noch gute 2 Minuten schneller als letztes Jahr Sandra Sachs von der LG Wuppertal wird im Halbmarathon Platz 3 belegen und damit auch in der W50 siegreich sein

Marathon

Ein neuer Streckenrekord, wie im letzten Jahr war diesmal nicht zu erwarten. Dominik Fabianowski war nicht am Start und auch sonst gab es keinen Teilnehmer im Feld, der in der jüngeren Vergangenheit mit einer ähnlich schnellen Zeit hätte aufwarten können. Dennoch stand mit Tom Peiter von der LG Gummersbach ein Akteur in der Meldeliste, der schon seit längerem für Siege und Podiumsplätze gerade im Rheinland immer gut ist. So konnte er zum Beispiel vor zwei Jahren den Halbmarathon beim teilnehmerstarken Martinslauf in Düsseldorf für sich entscheiden. An die Siegerzeit von 2:24:39 h aus dem letzten Jahr würde er höchstwahrscheinlich nicht herankommen, aber der Sieg war ihm im Starterfeld schon zuzutrauen. Eine Prognose, die sich im Laufe des Rennens bewahrheiten sollte. Nach 2:45:08 h blieb für ihn die Uhr stehen, eine Endzeit die ziemlich eindeutig zum Tagessieg reichte.

Eingangs der zweiten Marathonrunde kann Moritz Rothstein (764) noch mithalten, doch am Ende wird Tom Peiter (966) den Königsforst Marathon für sich entscheiden Sichtlich glücklich strebt Tom Peiter als erster Marathonläufer auf den letzten Metern dem Ziel entgegen

Moritz Rothstein (RXD Gear) konnte noch am ehesten mithalten. Dennoch fiel der Rückstand auf den Gewinner mit 91 Sekunden relativ deutlich aus. Der zweite Platz unterdessen geriet für ihn nie in Gefahr, so dass auch er sich nach 2:46:39 h auf das imaginäre Siegerpodest stellen durfte. Denn eine Siegerehrung vor Ort war durch die Genehmigungsauflagen nicht möglich, so dass die Preise mit der Post an die Sieger verschickt werden müssen. Im nächsten Frühjahr freilich hofft man darauf, die Siegerehrung wieder in der Aula des Albrecht-Magnus-Gymnasiums, das auch diesmal wieder der logistische Dreh- und Angelpunkt der Veranstaltung war, durchführen zu können.

Fast 8 Minuten mussten nach der Zielankunft von Moritz Rothstein vergehen, bis durch Oliver Baumert (#iamsport) der letzte freie Platz auf dem nicht wirklich vorhandenen Podest vergeben war. Eine Endzeit von 2:54:10 h wurde für ihn notiert, was am Ende dann aber immer noch sehr komfortabel zum 3. Platz reichte. Denn erst 4 Minuten später kam mit Clemens Küppers (RXD Gear - 2:58:12 h) der vierte Läufer ins Ziel. Ein Ergebnis das ihn, ebenfalls hinter Oliver Baumert, noch auf Rang 2 in der M35 führte.

Der 2. Marathonmann Moritz Rothstein im Ziel Interview mit Jochen Baumhof Oliver Baumert läuft auf Rang 3 im Marathon

Im Frauenrennen war Doris Marquardt (LAV Bonn Bad Godesberg) eine Klasse für sich. In Abwesenheit der Vorjahressiegerin Nele Alder-Behrens lief sie äußerst unbedrängt zum Tagessieg. Nach 3:08:43 h durchquerte sie den Zielbogen und kürte sich zur diesjährigen Marathon-Gewinnerin. Es sollten über 10 Minuten vergehen, ehe ihr das Altersklassenphänomen Alexandra Schwartze vom OSC Waldniel auf das Podium folgen konnte. Die letzten 4 Wochen hatten es für die 58-Jährige, was die Aufbesserung ihrer Erfolgsbilanz betrifft, jedenfalls in sich. Nach dem zweiten Platz bei der Seerunde des Essen-Marathons am 10. Oktober, der natürlich auch den Sieg in der W55 nach sich zog, wurde sie in Hamburg bei den Deutschen Halbmarathon-Meisterschaften auch Deutsche Meisterin in der W55 und auch letzte Woche in Uelzen, gelang ihr das gleiche Kunststück über 10-Km gerade noch einmal. So dass ihre Altersklassentitelsammlung auf den unterschiedlichsten Distanzen nunmehr auf 11 Deutsche Meistertitel angewachsen ist. Eigentlich überflüssig zu erwähnen, dass sie nach 3:19:00 h neben dem zweiten Platz auch noch den Sieg in der W55 mit nach Hause nehmen konnte.

Doris Marquardt gewinnt die diesjährige Auflage des Königsforst Marathon Alexandra Schwartze, die sich erst vor kurzem bei den Deutschen Halbmarathonmeisterschaften in Hamburg, sowie den Deutschen Meisterschaften im 10 km Straßenlauf in Uelzen ihre deutschen Altersklassentitel 10 und 11 erlaufen hat, wird Gesamtzweite und gewinnt zudem auch heute wieder in der W55 Martina Ottes freut sich über den 3. Platz im Marathon und den Sieg in der W40

Mit der gebürtigen Leverkusenerin Martina Ottes, die für den oberbayerischen TSV Tutzing ins Rennen ging, war dann der letzte freie Platz auf dem virtuellen Treppchen vergeben. Nach 3:24:19 war ihr dritter Platz perfekt und zudem auch der Sieg in der W40 eingetütet. Natalie Hoffmann-Lentz vom TuS Jahn Hilfarth lief zwar deutlich abgeschlagen am Podium vorbei, konnte sich mit einer Endzeit von 3:30:01 h aber wenigstens noch über den Sieg in der Altersklasse W50 freuen. Insgesamt kamen beim namensgebenden Hauptlauf 45 Frauen und 196 Männer auf dieser teilweise recht anspruchsvollen Strecke ins Ziel.

Königsforst Ultra-Marathon - 63,3 Km

Die Teilnehmerresonanz sah auf dieser Distanz mit 73 Anmeldungen recht vielversprechend aus. Dennoch war hier die Differenz zwischen angemeldeten und dann nicht angetretenen Teilnehmern deutlich zu spüren. Dazu kam, dass einige Teilnehmer nach der zweiten Runde ihr Rennen vorzeitig beendeten und es vorzogen, sich auf der Marathondistanz werten zu lassen. Was zur Folge hatte, das der Wettbewerb mit insgesamt gerade mal 25 Zieleinläufen doch einen sehr hohen Teilnehmerschwund erfuhr. Dennoch waren die Teilnehmenden voll des Lobes über das neue Angebot.

Carina Jochum, die im letzten Jahr im Marathon auf den 4. Platz kam, ist im Ultra-Marathon nicht zu schlagen und gewinnt die Premiere des neuen Wettbewerbs mit über 7 Minuten Vorsprung Antje Kreisel läuft im Ultra-Marathon auf den 3. Platz

Besonders profitieren konnte die Sauerländerin Carina Jochum (W45 - SV Selbstläufer Altenahr), die letztes Jahr im Marathon den vierten Platz belegte und sich entschloss, diesmal auf die Ultra-Distanz zu wechseln. Mit Erfolg: Sie lag von Anbeginn stets in Führung und kürte sich nach 6:00:51 h zur ersten Siegerin des Königsforst Ultra-Marathon. Konkurrenz hatte sie nicht zu fürchten. Denn die zweitplatzierte Nina Ropertz kam erst über 7 Minuten später ins Ziel, was nicht nur den zweiten Platz mit einer Endzeit von 6:07:45 h zur Folge hatte, sondern auch den Sieg in der W35 mit sich brachte. Das Podium komplettieren konnte Antje Kreisel (LT Gruiten-Neandertal), die nach 6:46:43 h zuhause war und damit neben ihrem dritten Platz auch Rang 2 in der W35 einfuhr. Nach 7:03:10 h kam Marion Konradt (Alte Liebe) ins Ziel und war als Tagesvierte in der W55 erfolgreich.

Einsam strebt Markus Meinke im Ultra-Marathon dem Sieg entgegen Steffen Hager belegt im Ultra-Marathon Platz 2

Bei den Männern war Trail-Spezialist Markus Meinke (Milers Colonia / Dynafit) mit einer Endzeit von 4:36:37 h in einer anderen Liga unterwegs und konnte mit mehr als einer halben Stunde Vorsprung die Premiere für sich entscheiden. Zeitweise lag er auf Kurs einer Endzeit von unter 4:30 h, musste aber seinem hohen Anfangstempo Tribut zollen. Dennoch stand sein Sieg zu keiner Zeit in Frage. Steffen Hager (o. V.) konnte nach 5:06:51 h den zweiten Platz in Beschlag nehmen und zudem den Sieg in der M30 erringen. Nach 5:22:19 h sorgte Thomas Dogen von der LoCom Medien Akademie Bonn dafür, dass alle Plätze auf dem gedachten Treppchen vergeben waren. Der dritte Platz für ihn bedeutete zudem Platz 2 in der M45 hinter dem Gesamtsieger. Nach 5:26:11 h kam Philipp Banies (o. V.) ins Ziel und belegte neben dem 4. Platz gesamt Rang 2 in der Altersklasse M30.

Mwale Blessing scheint den schweren Ultra-Marathon eher leicht zu nehmen und wird als 11. in der Gesamtwertung die Männerhauptklasse gewinnen Auch Konrad Schürmert nimmt es trotz der schweren Herausforderung mit Humor und fährt zudem als 12. insgesamt den Sieg in der M60 ein
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Eingedenk der Tatsache, dass die diesjährige Auflage anders als im vergangenen Jahr nicht die einzige Laufveranstaltung in Nordrhein-Westfalen war, denn mit dem Rursee-Marathon in Simmerath-Einruhr, dem RWW-Herbstwaldlauf in Bottrop, dem DJK Halbmarathon in Gütersloh, sowie dem Steinhart500 im münsterländischen Steinfurt, standen der Läuferszene in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland vier weitere traditionsreiche Events zur Auswahl, hat das Running-Team des TV Refrath wieder unter Beweis gestellt, dass man mit viel Liebe und Leidenschaft für den Laufsport auch unter pandemiebedingten Einschränkungen ein Laufsportereignis auf die Beine stellen kann, das fast 50 Jahre nach seiner ersten Austragung nichts von seiner ursprünglichen Anziehungskraft verloren hat. Bei noch etwas besserem Wetter im Frühjahr und dem dann hoffentlich wieder vollen Rahmenprogramm stünden die Chancen auch wesentlich besser, dass der üblich gewordene Teilnehmerschwund unter vorangemeldeten Aktiven, deutlich geringer ausfällt und die eigentliche Atmosphäre dieses Dauerbrenners unter den Teilnehmenden, wie den Zuschauern, noch besser zur Geltung kommt.

Bericht und Fotos von Jörg Engelhardt

Ergebnisse & Informationen unter koenigsforst-marathon.de

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