1.10.23 - Straßenlauf-Weltmeisterschaften in Riga (Lettland)

Titelvergabe neben Halbmarathon-Distanz auch über 5 Kilometer und Meile

von Jens Priedemuth 

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Die Straßenlauf-Weltmeisterschaften in Riga wurden zur erwarteten Leistungs-Schau der Laufasse aus Ostafrika. Beim neuen Format, erstmals wurden neben den Titelträgern auf der Halbmarathon-Distanz auch die Weltmeister über 5 Kilometer und auf der Meile (1609 Meter) ermittelt.

Zieleinlauf der Siegerin Diribe Welteji über die Meile unterhalb des Freiheit-Monuments
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Meile (1609 Meter) Frauen

Und auf der kürzesten WM-Strecke, die besonders in den USA und auch England einen hohen Stellenwert hat, gab es dann auch gleich zwei Weltrekorde - und eine große Überraschung. Faith Kipyegon, die während der Bahnsaison bereits Weltrekorde über 1500 Meter, die Meile und auch 5000 Meter auf den Tartanbelag gezaubert hatte, war einer der großen Namen bei den bestens organisierten Weltmeisterschaften in Lettland. Nach 1609 Metern setzte sich eine der jüngeren Athletinnen durch. Diribe Welteji (Jahrgang 2002) stürmte in hervorragenden 4:20,98 Minuten über die Ziellinie unterhalb des Freiheit Monuments. Damit verbesserte die Äthiopiern den rund fünf Monate alten Weltrekord der Amerikanerin Nikki Hiltz um fast genau sieben Sekunden. Für die neue Rekordmarke gab es für die 1500-Meter-Vizeweltmeisterin von Budapest einen netten Rekord-Bonus in Höhe von 50.000 US-Dollar. Wahrlich ein satter Stundenlohn.

Rekord-Bonus in Höhe von 50.000,- US-Dollar für Diribe Welteji aus Äthiopien

Freweyni Hailu machte mit 4:23,06 Minuten den Doppelsieg für Äthiopien perfekt. Favoritin Kipyegon (KEN), sie holte jüngst in Budapest die Bahn-Titel über 5000 und 1500 Meter, komplettierte das Podium mit 4:24,13 Minuten als Dritte. Gleich drei Europäerinnen schafften den Sprung unter die Top-Ten. Angeführt wurde das Trio von Marta Perez (ESP) mit 4:34,12 Minuten auf dem sechsten Platz. Eine Position dahinter finishte die Französin Berenice Cleyet-Merle in 4:34,41 Minuten. Bei Marissa Damink (NED/10.) leuchteten 4:36,49 Minuten auf der Anzeigetafel auf.

Meile (1609 Meter) Männer

Bei den Männern reiste Samuel Prakel als amtierender Weltrekordhalter ins Baltikum an. Der US-Mtittelstreckler setzte Ende April das neue Maß der Dinge in Des Moines bei 4:01,21 Minuten. Der Kampf um Gold auf dem Asphalt in Riga entwickelte sich zu einer ziemlich spannenden Angelegenheit mit ganz engem Ausgang. Innerhalb von einer knappen Sekunde stürmten gleich fünf Athleten ins Ziel.

Ebenfalls in Weltrekordzeit gewinnt der US-Amerikaner Hobbs Kessler die Meile

Die besten Beine hatte Hobbs Kessler (USA), der bei seiner WM-Premiere den Weltrekord auf gute 3:56,13 Minuten drückte. Dahinter jubelte Elson Callum (GBR), der mit 3:56,41 Minuten die einzige Einzel-Medaille der WM für Europa holte. Der entthronte Rekordhalter Samuel Prakel blieb als Dritter mit 3:56,43 Minuten ebenfalls locker unter seiner alten Rekordmarke. Prakel hatte übrigens extra wegen der WM seine Hochzeit um eine Woche nach hinten verschoben. Unter der Vier-Minuten-Schallmauer bleiben noch acht weitere Läufer, darunter drei Europäer. Den Anfang machte mit 3:56,57 Minuten Mael Gouyette (FRA) auf dem undankbaren vierten Platz, gefolgt von Giovanni Filippi (ITA/7.) in 3:57,41 Minuten sowie Benoit Campion (FRA/8.) mit 3:57,62 Minuten.

5-km Frauen

Start zum 5 Kilometer Lauf der Frauen

Die 5-Km-Premiere bei den Frauen endete mit einem Doppelsieg für Kenia. Nach Gold bei der Cross-WM tütete Beatrice Chebet mit starken 14:35 Minuten ihren zweiten großen Titel ein und blieb bei ihrem Triumph lediglich um sechs Sekunden über dem zwei Jahre alten Weltrekord von Sembere Teferi (ETH). Die Zeit ist sicherlich auf den beiden zu überquerenden Brücken auf der Strecke geblieben, da es hier ein wenig bergauf ging und der Wind krätig blies. Lilian Kasait Rengeruk machte mit 14:39 Minuten das Kenia-Double perfekt.

Schnellste Frau auf der 5 km Distanz: die Kenianerin Beatrice Chebet Nadia Battocletti aus Italien wird mit Platz 5 beste Europäerin

Nur eine Sekunde später war auch Esgayehu Taye (ETH) durch. Dass man nach einer langen Bahnsaison auch auf der Straße noch richtig gut performen kann, stellte Nadia Battocletti eindrucksvoll unter Beweis. Die Italienerin war immer in der (erweiterten) Spitzengruppe präsent und konnte am Ende als Fünfte mit 14:45 Minuten einen neuen Landesrekord bejubeln. Verity Ockenden (GBR) trat als Achte mit der neuer PB von 15:18 Minuten die Heimreise auf die Insel an.

5-km Männer

Start zum 5 Kilometer Lauf der Männer

Zeiten unter 13 Minuten bei den Männern sind auf der 5-km-Distanz schon ein echtes Pfund. Als Einziger knackte der Äthiopier Hagos Gebrhiwet mit 12:59 Minuten diese Marke und hatte gegenüber seinem Landsmann Yomif Kejelcha (13:02 min.) das bessere Ende für sich. Mit 13:16 Minuten hatte der Kenianer Nicholas Kipkorir schon einen etwas größeren Rückstand. Zwei Landesrekorde gingen nach dem Fünfer noch nach Skandinavien. Awet Nftalen Kibrab (8.) setzte das neue Maß für Norwegen bei 13:28 Minuten. In Schweden ist nun Jonas Glans (10. mit 13:32 min.) der neue Rekordhalter.

Der Äthiopier Hagos Gebrhiwet siegt im 5 km Rennen vor seinem Landsmann Yomif Kejelcha und dem Kenianer Nicholas Kipkorir

Halbmarathon Frauen

Halbmarathon-Rennen der Frauen angeführt von Catherine Reline Amanangole und Margaret Kipkemboi

Sie kam, sah und siegte erneut. Peres Jepchirchir machte in Riga ihren dritten WM-Titel perfekt! Nach 2016 (Cardiff/GBR) und 2020 (Gdynia/POL) setzte sich die zierliche Kenia-Läuferin erneut die Krone im Halbmarathon auf. Wie bei den Männern, wurde auch hier moderat angelaufen, ehe eine Tempoverschärfung erfolgte. Bei der 20er Marke war eine Fünfergruppe zusammen. Auf den letzten Metern der Zielgerade zog dann Peres Jepchirchir davon und setzte sich mit dem neuen Meisterschaftsrekord von 67:25 Minuten hauchdünn gegen ihre Landsfrau Margaret Kipkemboi durch. Den Kenia-Triumph komplettierte Catherine Reline Amanangole (67:34 min).

Zieleinlauf des kenianischen Siegertrios Das britische Frauenteam mit Celli Thackery, Samatha Harrison, Clara Evans und Abbie Donnelly gewinnt Bronze

Als schnellste Europäerin hatte es Celli Thackery (GBR/7.) in der neuen PB von 68:56 Minuten geschafft. Mit Samatha Harrison (69:26 min) erkämpfte sich eine weitere Britin als Neunte eine starke Platzierung.

Halbmarathon Männer

Den Männer-Halbmarathon gewinnt Sebastian Kimaru Sawe aus Kenia Der Franzose Jimmy Gressier läuft mit der neuen persönlichen Betzeit von 59:46 Minuten als 5. ins Ziel

Dem Männer-Halbmarathon drückten die "Kenia-Jungs" ihren Stempel auf. Nachdem die erste Hälfte etwas ruhiger angelaufen wurde, ging es auf den zweiten zehn Kilometern etwas flotter zur Sache. Sebastian Kimaru Sawe und Daniel Simiu Ebenyo setzten sich in der Folge ein wenig vom Rest des Feldes ab. Rund fünf Kilometer vor dem Ziel übernahm dann Ebenyo die Initiative. Bei der 20er Marke hatte der Vize-Weltmeister (10.000 m) noch einige Meter Vorsprung, die er jedoch nicht ins Ziel retten konnte. Sawe, nach seinem im Frühling gelaufenen Berlin-Halbmarathon auch in Deutschland kein Unbekannter, konnte in der Endphase noch an seinem Landsmann vorbeiziehen und das Rennen in der Meisterschaftsrekordzeit von 59:10 Sekunden noch gewinnen. Ebenyo holte mit 59:14 Minuten Silber und Samwel Nyami Mailu komplettierte mit 59:19 Minuten das Kenia-Tripel. Letztgenannter steht Ende des Monats auch beim Frankfurt-Marathon in der Startliste.

Davor Aaron Bienenfeld und Richard Ringer vor dem Italiener Iliass Aouani, der in 1:02:51 auf Platz 40 läuft Peter Herzog (50. in 1:03:47) läuft nach Andreas Vojta (42. in 1:02:55) als 2. von 2 Österreichern ins Ziel Filmon Teklebrhan-Berhe hier noch vor dem US-Amerikaner Reed Fischer (53. in 1:03:56) und Hamza Sahli aus Marokko (47. in 1:03:20)

Einen starken Auftritt hatte Jimmy Gressier. Der vielseitige Franzose, er läuft auch Cross- und Bahnrennen, wurde mit der neuen persönlichen Betzeit von 59:46 Minuten Fünfter. Einen neuen "Hausrekord" gab es auch für Davor Aaron Bienenfeld. Der Mann vom SSC Hanau-Rodenbach (32.) drückte seine Bestmarke vom Rennen am 2. April in Berlin um zwei Sekunden auf nun 61:49 Minuten. Richard Ringer (LC Rehlingen), der Marathon-Europameister von München, kam auf 62:47 Minuten (38.), befindet sich aber in der Vorbereitung auf den Valencia Marathon am ersten Dezember-Wochenende. Das DLV-Trio komplettierte Filmon Teklebrhan-Berhe (LAC Freiburg), der unterwegs jedoch mit Problemen an der Ferse zu kämpfen hatte. Seine 64:12 Minuten bedeuteten am Ende Rang 57.

Bei den Weltmeisterschaften in Riga dabei, das deutsche Halbmarathon Trio v.l.: Richard Ringer, Filmon Teklebrhan-Berhe und Davor Aaron Bienenfeld Das kenianische Halbmarathon-Weltmeisterpodium mit Sebastian Kimaru Sawe, Daniel Simiu Ebenyo und Samwel Nyami Mailu
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Straßenlauf-Weltmeisterschaften in Riga (Lettland) 2023
Halbmarathon Männer

Rk. Name Land Zeit

1

Sabastian Kimaru SAWE

KEN

59:10 CR

2

Daniel Simiu EBENYO

KEN

59:14

3

Samwel Nyamai MAILU

KEN

59:19 PB

4

Jemal Yimer MEKONNEN

ETH

59:22

5

Jimmy GRESSIER

FRA

59:46 PB

6

Thabang MOSIAKO

RSA

59:52 PB

7

Nibret MELAK

ETH

1:00:11

8

Benard KIBET

KEN

1:00:13

9

Samsom AMARE

ERI

1:00:19

10

Tsegay KIDANU

ETH

1:00:21

11

Stephen MOKOKA

RSA

1:00:29

12

Tomoki OTA

JPN

1:00:43

13

Elroy GELANT

RSA

1:00:56 PB

14

Mohamed Reda EL AARABY

MAR

1:01:03

15

Djamal Abdi DIREH

DJI

1:01:05

...32 Davor Aaron Bienenfeld (SSC Hanau-Rodenbach)
GER
1:01:49 PB
...38 Richard Ringer (LC Rehlingen)
GER
1:02:47
...57 Filmon Teklebrhan-Berhe (LAC Freiburg)
GER
1:04:12

Straßenlauf-Weltmeisterschaften in Riga (Lettland) 2023
Halbmarathon Frauen

Rk. Name Land Zeit

1

Peres JEPCHIRCHIR

KEN

1:07:25 CR

2

Margaret Chelimo KIPKEMBOI

KEN

1:07:26

3

Catherine Reline AMANANG'OLE

KEN

1:07:34

4

Tsigie GEBRESELAMA

ETH

1:07:50

5

Irine Jepchumba KIMAIS

KEN

1:08:02

6

Ftaw ZERAY

ETH

1:08:31

7

Calli THACKERY

GBR

1:08:56 PB

8

Rahma TAHIRI

MAR

1:09:19 PB

9

Samantha HARRISON

GBR

1:09:26

10

Cacisile SOSIBO

RSA

1:09:31 PB

11

Sofiia YAREMCHUK

ITA

1:09:37

12

Glenrose XABA

RSA

1:09:47

13

Molly GRABILL

USA

1:09:53 PB

14

Isobel BATT-DOYLE

AUS

1:10:08

15

Cian OLDKNOW

RSA

1:10:08 PB

Straßenlauf-Weltmeisterschaften in Riga (Lettland) 2023
5 Kilometer Männer

Rk. Name Land Zeit

1

Hagos GEBRHIWET

ETH

12:59 CR

2

Yomif KEJELCHA

ETH

13:02

3

Nicholas KIPKORIR

KEN

13:16

4

Dawit SEARE

ERI

13:21 PB

5

Cornelius KEMBOI

KEN

13:24

6

Etienne DAGUINOS

FRA

13:25 PB

7

Morgan MCDONALD

AUS

13:26 PB

8

Awet Nftalem KIBRAB

NOR

13:28 NR

9

Scott BEATTIE

GBR

13:32 PB

10

Jonas GLANS

SWE

13:32 NR

Straßenlauf-Weltmeisterschaften in Riga (Lettland) 2023
5 Kilometer Frauen

Rk. Name Land Zeit

1

Beatrice CHEBET

KEN

14:35 CR

2

Lilian Kasait RENGERUK

KEN

14:39 PB

3

Ejgayehu TAYE

ETH

14:40

4

Medina EISA

ETH

14:41 PB

5

Nadia BATTOCLETTI

ITA

14:45 NR

6

Joy CHEPTOYEK

UGA

14:50 NR

7

Weini KELATI FREZGHI

USA

15:10

8

Verity OCKENDEN

GBR

15:18 PB

9

Francine NIYOMUKUNZI

BDI

15:23 NR

10

Klara LUKAN

SLO

15:25 NR

Straßenlauf-Weltmeisterschaften in Riga (Lettland) 2023
Straßenmeile Männer

Rk. Name Land Zeit

1

Hobbs KESSLER

USA

3:56.13 WR

2

Callum ELSON

GBR

3:56.41

3

Samuel PRAKEL

USA

3:56.43

4

Maël GOUYETTE

FRA

3:56.57

5

Kieran LUMB

CAN

3:56.98

6

Ryan MPHAHLELE

RSA

3:57.35

7

Giovanni FILIPPI

ITA

3:57.41

8

Benoit CAMPION

FRA

3:57.62

Straßenlauf-Weltmeisterschaften in Riga (Lettland) 2023
Straßenmeile Frauen

Rk. Name Land Zeit

1

Diribe WELTEJI

ETH

4:20.98 WRwo

2

Freweyni HAILU

ETH

4:23.06

3

Faith KIPYEGON

KEN

4:24.13

4

Nelly CHEPCHIRCHIR

KEN

4:31.18

5

Jessica HULL

AUS

4:32.45

6

Marta PÉREZ

ESP

4:34.12

7

Berenice CLEYET-MERLE

FRA

4:34.41

8

Nozomi TANAKA

JPN

4:35.32

Text & Fotos von Jens Priedemuth

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