26.10.25 - 46. Pfinztallauf des TSV BerghausenAlle Jahre wieder in Pfinztal-Berghausen - attraktive Laufangebote für jeden! |
| von Anette Judith Scholl |
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Wer es noch nicht gewusst hatte, konnte es am Sonntagmorgen spätestens an der großen Kreuzung in Berghausen dem leuchtend gelben Plakat unterhalb der Martinskirche entnehmen: Heute fand der Pfinztallauf statt, denn seit fast fünfzig Jahren gibt es in Pfinztal einen festen Termin. Regelmäßig am letzten Sonntag im Oktober lädt der TSV Berghausen Laufbegeisterte zum Pfinztallauf ein, und das nun schon zum 46. Mal. |
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| Zentrale Ankündigung in der Ortsmitte ... | ... für den 46. Pfinztallauf in Berghausen (Foto © Jens Geiger) |
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Eigentlich ein optimaler Termin, denn in der Nacht wird - trotz mehr als 80% Stimmen der EU-Umfrage gegen diesen Wechsel von Sommerzeit und Winterzeit - die Zeitumstellung durchgeführt, und wir können eine Stunde länger schlafen.
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Insofern erfolgt der erste Startschuss um 9:30 Uhr noch zu wirklich moderater Zeit, und dieses Mal lag morgens trotz regenreicher Woche und trüben Aussichten viel Sonne auf dem Hopfenbergstadion. Der Pfinztallauf hat für jeden Laufwilligen etwas im Angebot: Einsteiger und Freizeitläufer können die 5km Strecke unter die Füße nehmen, und für die Jugend gibt es Bambini- und Schülerläufe. Besonders attraktiv für Schulklassen, Vereine und andere Teams ist der Schülermannschaftslauf über 3km, wo auf die drei Teams mit den meisten Finishern ein Geldpreis wartet. |
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Die Temperaturen waren mit knapp 8° ganz schön frisch. In der TSV Halle gab es viel Gewusel, und draußen machten sich die 5km-Läufer und die Schülerteams schon warm. Letztere hatten vor Aufregung schon rote Bäckchen. Die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren, die Schlange zur Abholung der Startnummern verlangte den etwas später angereisten Vorangemeldeten zuweilen ein wenig Geduld ab, denn allein für den Hauptlauf waren 218 Voranmeldungen eingegangen.
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| Gemeinsamer Start Schülerlauf über 3km und 5km Lauf | |
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Für die 5km-Distanz standen insgesamt 89 Starter unter dem Startbanner, das bedeutete fast eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr. Gut 18 Minuten nach dem Start wurde es spannend im Hopfenbergstadion, als Rasmus Ellwanger (LG Region Karlsruhe) als Erster in die Stadionrunde einlief. Bernhard Stobitzer, der wortstarke Moderator, der auch dieses Mal wieder alles im Blick hatte, kündigte schon den Führenden an. "Aber Rasmus, pass auf, der Jens ist dir dicht auf den Fersen! Wer wird denn hier das Rennen machen?" |
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Am Ende konnte Rasmus Ellwanger (Jahrgang 2005) seine Führung behaupten und lief nach 18:57min über die Zielmatte. Jens Fabisch-Klammer (TSV Berghausen) brauchte nur zwei Sekunden mehr und war nach netto 18:59min im Ziel. Mit diesem Ergebnis lässt sich gut leben, denn Jens Fabisch-Klammer hat mit Jahrgang 1974 dreißig Jahre mehr auf dem Buckel und in den Beinen. Dritter wurde in 19:22min Jörg Baumgartner und komplettierte das 5km Männer-Podest.
Bei den Damen teilten sich die Schwestern Kiana und Malia Urich (beide Ortho Konzept) den Sieg: Kiana Urich, U17-Fußballerin, konnte in 19:43min den Sieg für sich behaupten, für Malia Urich, U15-Fußballerin, blieb nach 19:44min die Uhr stehen. Drittschnellste Frau war die W35-Läuferin Manuela Dumas (TSV Berghausen) in 25:28min.
Die Besonderheit des Schüler-Mannschaftslaufs über 3km lockte wieder einige Schüler-Teams an den Start. Ein Team musste aus mindestens 8 Teilnehmern bestehen, und das Team mit den meisten Zieleinläufern - unabhängig von der Zeit, aber innerhalb eines Zeitlimits von 25 Minuten - würde gewinnen. Die Schüler drehten eine 3km-Runde um das Sportareal, bevor sie ins Ziel im Stadion einliefen. Hier liefen die TSV Basketball U12/U 14 mit 13 Finishern auf Platz 1, den zweiten Platz belegten die TSV-Turner mit 12 Finishern und bei Platz 3 gab es gleich zwei erfolgreiche Mannschaften: Die Kinder vom ATSV Kleinsteinbach und die jungen Läufer:innen der Buchwaldschule aus Kleinsteinbach brachten je 10 Finisher auf die Beine.
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| Das Team der Buchwaldschule Kleinsteinbach mit viel Motivation am Start | Ehrung Schülermannschaftslauf (Foto © Jens Geiger) |
Wer schon einmal in Pfinztal gelaufen ist, kennt die schöne Wendepunktstrecke zum Teil entlang der idyllischen Pfinz. Die Hauptlauf-Strecke verläuft auf asphaltiertem Grund und bietet trotz des eher moderaten Anstiegs ein schnelles Pflaster. "Durchführung: Bei jeder Witterung" - das war dieses Mal wörtlich zu nehmen. Nachdem vor dem Start bei strahlendem Sonnenschein der eine oder andere am Überlegen gewesen war, ob er noch ein Kleidungsstück ausziehen möchte, hatte es sich die Sonne bis zum Start um 10 Uhr offenbar anders überlegt und war hinter schweren Wolken verschwunden. Zusätzlich wehte ein kühler Wind. Einige der 237 Starter:innen warteten fröstelnd auf den Startschuss.
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Bernhard Stobitzer warnte davor, die Kurven zu schnell zu nehmen. "Die Gemeinde hat mit viel Aufwand versucht, das ganze Laub von der Strecke zu räumen. Das Ergebnis - naja, das seht ihr dann selbst. Seid vorsichtig, dass ihr nicht wegrutscht!" Die vermessene Laufstrecke führte wie jedes Jahr zunächst durch Söllinger Wohngebiet und nach dem Durchlaufen einer Unterführung in Richtung Kleinsteinbach. Ungefähr zwei Kilometer führten durch den Wald und leicht wellig konstant nach oben, bevor man den Wendepunkt erreichte und dann wusste: nun geht es vorwiegend abwärts. Gut 40 Höhenmeter sind auf der Pfinztallaufstrecke zu absolvieren, die drosseln schon das Tempo.
Als man gerade spürte, dass der sich langsam ziehende Anstieg in die Beine ging, setzte Nieselregen ein, der in Verbindung mit dem kalten, aber teils starken Wind den Wohlfühl-Modus doch erheblich beeinträchtigte. Auf den letzten Kilometern auf dem Radweg gen Berghausen konnte man vor der letzten Rechtskurve mit Blick auf die trübe Pfinz richtig gehend stürmisches Wasser und sprudelnde Verwirbelungen wahrnehmen - ein herbstlich-stürmischer Pfinztallauf. Die letzten zweihundert Lauf-Meter führten wieder durch Berghauser-Wohngebiet und vorbei an der Rückseite des großen Bildungszentrums, bevor man durch den Seiteneingang ins Hopfenberg-Stadion gelangte und auf der roten Laufbahn nochmal Gas geben konnte.
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Als schnellster 10km Läufer kam Roland Golderer (SV Oberkollbach) nach 35:50min ins Ziel, ein toller Erfolg für den M45-Läufer, der nur noch ein weiteres Jahr in dieser Altersklasse starten wird, dann kommt die 50. Roland Golderer, der seit diesem Jahr für den württembergischen Verein SV Oberkollbach startet ("Der SV Oberkollbach macht viel in Richtung Crosslauf, und das liebe ich!"), ist fast jedes Wochenende bei einer Laufveranstaltung zu bewundern, meistens auf einem Siegertreppchen.
Bevor Roland Golderer sich dem Laufsport zuwandte, feierte das Allroundtalent bei den "Schwalben Ellmenndingen" Erfolge in den Disziplinen Mountainbike Cross-Country und Marathon, Querfeldein- und bei Straßenradrennen. Nach 22 Jahren Hochleistungssport beim Radsportverein "Schwalbe" Ellmendingen beendete er 2015 seine überaus erfolgreiche Karriere und verlegte sich mehr aufs (schnelle) Laufen. Die Lauf-Gene hat er offenbar weitergegeben. Seine Tochter Marit wurde beim 400m Schülerlauf Gesamtzweite und Siegerin der weiblichen U8, während sein Sohn Lorenz beim 5km Lauf als Schnellster der männlichen U12 ins Ziel kam.
Der 28-jährige Felix Kumm nahm seine "Vereinsangabe" wörtlich: Mit Vollgas überquerte er als Zweiter nach 35:57min die Zielmatte. Felix Kumm (Vollgas) ist ansonsten auch im Triathlon erfolgreich und bei Laufevents in der Region häufig vertreten. Kürzlich beim Badenmarathon schrammte er nur knapp an der 3-Stunden-Grenze, als er in 3:00:07std als 30. Mann im Ziel finishte. Im Pfinztallauf-Ziel ging es Schlag auf Schlag: Nur 5 Sekunden später sicherte sich Tim Weber (VfB Pfinzweiler) den dritten Podest-Platz. Tim, der auch Berglauf "kann", gehört ebenfalls zu den Vielstartern in der badisch-pfälzischen Laufszene. Beim flachen Hardtwaldlauf 14 Tage zuvor in Karlsruhe hatte der M40-Starter ebenfalls den dritten Platz errungen - in 35:15min.
Bei den Damen hatte die W30-Siegerin Katrin Andriani in 40:40min die Nase vorn. Zweite wurde die ebenfalls Vereinslose Alexa Graf in 45:33min, gefolgt von der Dritten Stephanie Weissert (TV Nöttingen) in 46:38min.
Bevor es in die TSV-Halle gehen konnte, erfolgten ab 11:15 Uhr der Schülerlauf über 400m und der Bambinilauf über 200m, mit zusammen über 150 jungen Starter:innen eine feste Größe in Berghausen. Bevor die Starts erfolgen konnten, wurden die Eltern gewarnt: "Bitte lasst die Kinder alleine laufen! Lauft nicht mit ihnen an der Hand, sie sollen nicht über die Strecke gezogen werden!" In den meisten Fällen klappte das sogar.
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| Norbert Ehrler stimmt die Bambini auf den 200m Lauf ein | Nach Alter gestaffelte Starts der Bambini Läufe |
So kam beim Pfinztallauf wieder jeder auf seine Kosten, und auch Zuschauer und Besucher konnten sich darauf verlassen, dass sie sich an einer großen Getränkeauswahl, an Deftigem und einer reichhaltigen Kuchentheke stärken konnten.
Daher herrschte nach dem Lauf in der TSV Halle Hochbetrieb, viele verweilten bei Speis und Trank und verfolgten die Siegerehrungen. Die zogen sich etwas in die Länge, kein Wunder bei so vielen Geehrten. Die Bürgermeisterin Nicola Bodner musste dieses Mal einen Paralleltermin wahrnehmen, ließ sich aber von Frank Hörter würdig vertreten, der es sich nicht nehmen ließ, jedem Geehrten die Urkunde zu überreichen.
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| Heißer Tee im Ziel aus bewährten Helfer-Händen | Armin Ringwald und seine Helferkolleginnen sind für Deftiges und Getränke am Start | Das umfangreiche Kuchenbüffet ist für den Ansturm vorbereitet |
Bevor es mit den Erwachsenenehrungen losging, hatte Bernhard Stobitzer noch eine besondere Aufgabe: Für den Geehrten eher unerwartet, gab es Dankesworte für den Hauptorganisator Norbert Ehrler, denn der hatte angesagt, dass dies sein letzter Pfinztallauf in dieser Rolle sein würde. "Ich werde auch nächstes Jahr noch hier zu sehen sein, aber nicht mehr als der Hauptverantwortliche." Der enorme Aufwand für Planung, Vorbereitung, Werbung, Helfer- und Sponsorengewinnung sollte zukünftig von jemand anderem übernommen werden. Dieser andere ist noch nicht gefunden. Norbert Ehrler erhielt neben Dank und einer herzlichen Umarmung einen großen Geschenkkorb "Wir haben gehört, der Norbert trinkt so gerne dunkles Bier!", und vielleicht denkt er beim Genuss der dunkelgebrauten Hopfengetränke doch nochmal über seine Entscheidung nach.
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| Bernhard Stobitzer dankt Norbert Ehrler für viele Pfinztalläufe | Bis zur 47. Austragung am Ende der Sommerzeit 2026 |
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Auch der 46. Pfinztallauf ging reibungslos über die Bühne, mit nahezu 330 Finishern über 5km und 10km und dazu gut 200 Schülern und Bambinis eine Teilnehmersteigerung vor allem bei den Erwachsenenläufen. Norbert Ehrler und sein großes, engagiertes Helferteam hatten wieder mit einer Top-Organisation bei moderaten Startgebühren, Nettozeitmessung, umfangreicher Verpflegung und sogar heißen Duschen überzeugt. Der sympathische Pfinztallauf wird hoffentlich auch künftig auf der Palette der badischen Laufszene nicht fehlen, für das kommende Jahr ist der Lauf beim DLV bereits gemeldet. Wir freuen uns auf die 47. Austragung am Ende der Sommerzeit 2026.
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Bericht und Fotos von Anette Judith Scholl Ergebnisse my.raceresult.com & Info www.tsv-berghausen.de Zu aktuellen Inhalten im LaufReport HIER |
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