2.10.22 - 2. Rothenberger Panoramalauf in Oberzent

Kein Glück mit Wetter-App-Guckern

von Thomas Disser 

Rothenberg ist ein Stadtteil im Süden von Oberzent. Und Oberzent ist jung und alt, groß und klein zugleich. Erst seit 2018 gibt es die Stadt Oberzent. Historisch wurde der südliche Teil des Odenwaldkreises Oberzent genannt. Beerfelden als größter Stadtteil ist noch am ehesten bekannt.

 

Oder die früheren Orte im Sensbachtal, speziell bei Motorradfahrern, aufgrund der inzwischen am Wochenende gesperrten Krähbergstrecke. Groß ist Oberzent: nach Frankfurt und Wiesbaden die drittgrößte Stadt Hessens. Und zwar flächenmäßig. Mit etwas mehr als zehntausend Einwohnern allerdings auch eine der kleineren Städte im Land. Dafür mit 19 Stadtteilen wieder an der Spitze Hessens. Drangvolle Enge ist ausgeschlossen. Wie beim zweiten Panoramalauf.

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Sportliche Topleistungen waren beim 2. Rothenberger Panoramalauf wetter-technisch erschwert
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Nach erfolgreichem Start 2021 ist das Orga-Team mit Stefan Pahl voller Vorfreude, erweitert das Streckenangebot und schreibt zusätzlich einen Halbmarathon aus. Leider macht sich das in der Voranmeldeliste mit 18 Startern kaum bemerkbar. Dabei wurde der Online-Anmeldeschluss auf 2 Tage verkürzt. Wobei das einen Wetter-App-Gucker auch nicht zum Anmelden motivieren kann. Zu mies ist das Wochenende vorausgesagt und erst ab Montag Besserung in Sicht. Es soll eben auch Läufer geben, die lieber bei schönem Wetter ihrem Sport frönen. Der Autor zählt sich da eigentlich auch dazu.

Vor dem Lauf lief schon das Wasser im Mund zusammen … … und draußen die Strasse hinunter

"Laufen wo andere Urlaub machen" - ein schönes Motto. Meine LaufReport-Kollegin Anette Judith Scholl ist praktisch auf Kurz-Urlaub und bleibt das Wochenende hier. Schön, jemand aus unserem Team kennenzulernen. Und ungewöhnlich, da wir meist als Solisten kreuz und quer im Läuferland unterwegs sind. Dazu ist sie erfolgreich und holt sich heute über 10 km den dritten Platz der Damenwertung.

Sportliche Topleistungen sind heute wetter-technisch erschwert. 250 € Prämie für einen neuen Streckenrekord über 10 km sind ausgelobt. Dafür müssen 31:50 Minuten bei den Herren unterboten werden, die Tim Könnel bei der Premiere des Panoramalaufes im letzten Jahr vorgelegt hat. Julian Beuchert vom LAZ Mosbach/Elztal wird heuer als heißer Kandidat gehandelt, kann dies mit 33:13 Minuten allerdings nicht toppen. Trotzdem eine beachtliche Zeit bei diesem Streckenprofil und den Bedingungen. Zweiter wird Carlays Wenz von der LGO/SC Beerfelden in 35:14 Minuten. Lokalmatador Jonas Hamman von der SG Rothenberg bleibt als Dritter in 39:52 Minuten noch knapp unter der 40er-Schallmauer.

10 km-Sieger Julian Beuchert Zweiter Carlayl Wenz Myriam Siefert gewinnt die 10 km bei den Frauen

Myriam Siefert, ebenfalls für die SG Rothenberg startend, gewinnt die Damenwertung über 10 km in 48:58 Minuten. Den zweiten Platz erreicht Kristin Graff in 49:21 Minuten und Dritte in 49:38 Minuten wird Kollegin Anette Judith Scholl vom TSV 05 Rot.

Die 32 Teilnehmer über die 10 km-Distanz sind als erste im Ziel. Zuvor gestartet sind allerdings die 15 Halbmarathon-Läufer und zwei -Läuferinnen. Mehr sind es leider nicht, die die Premiere der Halbmarathonstrecke in Rothenberg erleben oder besser erlaufen wollen. Die Voranmeldungen ließen schon keine allzu große Läufergruppe erahnen, und bei dem vorhergesagten Wetter meldet keiner nach.

Werner Stojetz vom SC Güttersbach wird 5. über 10 km Der Regenbogen des Tages Gute Miene zum bösen Wetter strahlt Alexandra Reeg (7. über 10 km) aus

Ja, das Wetter. Petrus lässt die Läuferinnen und Läufer derart im Regen stehen, wie man es selten erlebt. Stefan Pahl's Regenmesser wird heute 30 Liter pro Quadratmeter notieren. Schön über den Tag verteilt, damit alle Läufer was davon haben.

11 Grad Celsius, zum Glück läuferfreundlich. Man braucht wenige Schichten Funktionskleidung. Wobei diese bei Dauerregen an ihre Grenzen kommt und eben nicht mehr funktioniert. Meine Gebrauchtlaufklamottentasche ist gottseidank wasserdicht und zuhause werden die Sachen wie ein Schwamm ausgedrückt - und aus geruchstechnischen Gründen sofort in die Waschmaschine befördert.

Sollen wir wirklich raus und einen Halbmarathon laufen? Halbmarathonstarter werden persönlich begrüßt

Der Halbmarathon-Start für die kleine Läufergruppe hat was. Jeder wird persönlich begrüßt. Nach dem Runterzählen des Countdowns geht es gleich bergauf. Moderat, wie der Veranstalter versichert. Im Großen und Ganzen ist dem zuzustimmen und bis auf eine Rampe etwa bei der Hälfte des Halbmarathons gut zu laufen. Man muss nur öfters entscheiden, ob man die plattgefahrene, mit Wasser gefüllte Spur oder die matschige und grasbewachsene Mitte des Waldweges auswählt. Ich wechsle zwischen beiden und komme trotz flachgeschlurfter Laufschuhe zum Glück blasen- und sturzfrei ins Ziel.

Den Halbmarathon gewinnt Kevin Jan Schneider. Der für Breaking1 laufende M30er ist nach 1:33:29 Stunden im Ziel. Zweiter wird Jochen Fischer, M50-Starter aus Waldbrunn, in 1:38:22 Stunden. Den dritten Platz erreicht Krunoslav Trkranjec aus Eberbach (M40) in 1:42:25 Stunden. Die Damenwertung zeigt Anita Bauer als Siegerin, die nach 1:57:18 Stunden ins Ziel kommt. Auf den zweiten Platz läuft Hilde Mertens vom Projekt Rothenberg in 2:03:51 Stunden.

Bei diesem Wetter kaum Zuschauer an der Strecke Für den Vorausfahrer kein Vergnügen Anita Bauer siegt beim Halbmarathon

Über 5 Kilometer starten 15 Teilnehmer. Marc Braun von der SG Rothenberg gewinnt bei den Herren in 21:38 Minuten vor Jesús Gil Gustavo in 21:59 Minuten. Auf den dritten Platz kommt Jürgen Daum in 24:30 Minuten.

Die beste Zeit über 5 km wird allerdings von Anna Schulz-Coulon von der TSG 78 Heidelberg erzielt. Nach 20:41 Minuten nimmt sie dem Sieger fast eine Minute ab. Zweite wird Helena Daum von der LG Odenwald/TSG Bad König in 22:05 Minuten. Der dritte Platz geht an Lynn Sauter von der LGO/SC Beerfelden in 23:09 Minuten.

Fünf Walkerinnen und Walker sind über 5 km unterwegs. Dazu sieben Jedermanns-Läufer über 2,1 km.

Siegerehrung 5 km Damen: v.l. 2. Helena Daum, 1. Anna Schulz-Coulon, 3. Lynn Sauter Siegerehrung 5 km Herren: v.l. 2. Jesús Gil Gustavo, 1. Marc Braun, 3. Jürgen Daum Auch 5km Walking wurde geehrt und bekam Sachpreise

Die Kinder stellen die teilnehmerstärksten Läufe. Über 1000 Meter werden 40 Finisher gezählt. Tim Nikel von der LGO/TSG Bad König siegt in 3:36 Minuten vor Ole Walter vom SV Mörlenbach in 3:44 Minuten. Den dritten Rang erläuft Paul Meisinger vom TSV Kirchbrombach in 4:05 Minuten.

Die Wertung der weiblichen Jugend gewinnt Ida Walter vom SV Mörlenbach in 4:13 Minuten. Sie ist Jahrgang 2014 und hat sicher eine sehr erfolgreiche Zukunft. Fast zeitgleich wird eine halbe Sekunde später Lara Balles vom SV Rothenberg Zweite. Der dritte Platz geht an Paula Krages in 4:20 Minuten, ebenso wie die Zweitplatzierte für die LGO/TSG Bad König am Start.

Siegerehrung 400 m Jungen: v.l. 2. Mats Bartmann, 1. Tom Gugau, 3. Max Kasper Siegerehrung 400 m Mädchen: v.l. 2. Lisa Freidel, 1. Lena Balles, 3. Maria Fink

Bei den 400 Metern für die Jüngsten werden 31 Finisher gezählt. Tom Gugau ist in 2:32 Minuten der Schnellste vor Mats Bartmann, der fünf Sekunden später im Ziel ist. Beide sind für die Grundschule Rothenberg gestartet. Max Kasper erreicht in 2:52 Minuten den dritten Platz. Die erst 6 Jahre alte Lena Balles (LGO TSG Bad König) ist das schnellste Mädchen in 2:44 Minuten vor Lisa Freidel, die eine Sekunde später über die Ziellinie flitzt. Dritte wird Maria Fink in 2:48 Minuten. Ebenso wie die Zweite startet sie für die Grundschule Rothenberg.

Erwähnt werden soll, dass für den 400m-Kinderlauf keine Startgebühren erhoben werden. Keine Selbstverständlichkeit und eben nur durch gute Vernetzung in heimischer Wirtschaft zu stemmen. Speziell bei derart niedrigen Teilnehmerzahlen.

Siegerehrung 10 km Damen: v.l. 2. Kristin Graff, 1. Myriam Siefert, 3. Anette Judith Scholl Siegerehrung 10 km Herren: v.l. 2. Carlyl Wenz, 1. Julian Beuchert, 3. Jonas Hammann

Einem Hauptgewinn gleich kommt die Verlegung des Laufes auf den Termin der Rothenberger Kerwe und die damit angebotene Vielfalt an Kulinarik. Mit einem rekordverdächtigen Kuchenbuffet, das freilich nicht nur für die Läufer da ist, sondern auch für die Kerwe-Besucher. Nur sind die Läufer früher aufgestanden und haben eine riesige Auswahl bei über 70 Kuchen und Torten. So habe ich meinen durch den Halbmarathon entstandenen Kalorienbedarf mehr als gedeckt und der Gattin noch was mit nach Hause gebracht.

Siegerehrung Halbmarathon Herren: v.l. 2. Jochen Fischer, 1. Kevin Jan Schneider, 3. Kunoslav Trkaniec Siegerehrung Halbmarathon Damen: v.l. 2. Hilde Mertens, 1. Anita Bauer

Nirgendwo ist Panama. Der Satz aus der Janosch-Geschichte für Kinder, ergänzt um zwei Buchstaben, trifft heute auf Rothenberg zu: Nirgendwo ist Panorama. Dafür kann der Veranstalter rein gar nichts. Das war Petrus, der uns heute die Sicht vernebelt hat.
Trotzdem hat sich der Ausflug nach Oberzent gelohnt. Nicht nur lauftechnisch, trotz Dauerregen. Es sind Läufer um Stefan Pahl, die sich in diesen Zeiten motivieren, eine neue Veranstaltung in den Laufkalender und ins Gedächtnis der Läuferschar zu bringen. Nicht leicht, aber wer schon ´mal hier gelaufen ist, wird wiederkommen. Besonders bei besserem Wetter, um auch mal das Panorama zu sehen. Dann werden auch deutlich mehr als die diesjährigen 145 Finisher gezählt.

Fröhliche HM-Finisher: v.l. Armin Schumacher, Siegerin Anita Bauer, Arndt Simmendinger Die schöne Sporthalle in Rothenberg taugt für Sport und Kerwe
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Stefan Pahl hat netterweise die Fotos der Siegerehrungen zur Verfügung gestellt. Der LaufReporter war noch auf der Strecke unterwegs und hat danach zu lange die heiße Dusche genossen.

Bericht und Fotos von Thomas Disser
Weitere Fotos von Stefan Pahl

Ergebnisse my.raceresult.com & Infos www.panorama-lauf.de

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