16.10.22 - 29. Offenbacher Mainuferlauf

Optimale Vorbereitung auf den Frankfurt Marathon

Der 29.Offenbacher Mainuferlauf war für viele Teilnehmer ein willkommener Test

"Masterläufer" Wassiluk und Busch distanzieren jüngere Konkurrenz

von Sascha Arndt 

Offenbach. Mit 1124 Teilnehmern zählte der 29.Mainuferlauf des Offenbacher LC wieder einmal "vierstelligen Zuspruch", was in Post-Corona-Zeiten auch bei renommierten Veranstaltern längst nicht mehr selbstverständlich ist.

 

Verlass war ebenso auf das organisatorische Geschick des OLC, der mit Diethelm Kuttich einen ehrenamtlichen Profi an der Spitze der Traditionsveranstaltung hat, die reibungslos über die Bühne ging, viel Lob erfuhr und zusätzlich beim "Drumherum" der Verpflegungsstellen und Siegerehrungen punkten konnte. Selbst die aufgrund der städtischen Energiesparmaßnahmen als "kalt" angekündigten Duschen wiesen immerhin Hallenbad-Temperatur auf und sorgten nach dem schweißtreibenden Laufeinsatz für wohltuende Abkühlung unter den Athleten.

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Diese hatten zuvor wider Erwarten gute Witterungsbedingungen vorgefunden und feierten so manche persönliche Bestzeit, die immer wieder auch als Gradmesser für den noch folgenden Start beim Frankfurt-Marathon herhalten durfte, den der Offenbacher Lauf 14 Tage nach sich als Saisonhöhepunkt für viele Langstreckler der Region weiß.

Hochklassig fielen die Einsätze der deutschen Seniorenmeister Petra Wassiluk (ASC Darmstadt/Laufprojekt Frankfurt) und Dirk Busch (SSC Hanau-Rodenbach) aus, die als Gesamtsieger ihrer Wettkämpfe der weitaus jüngeren Konkurrenz keine Chance ließen. Kurz vor ihrem 53.Geburtstag spulte die Olympiateilnehmerin von 1996 die zehn Kilometer als forcierten Trainingslauf in 38:37 Minuten ab und verwies dabei Lea Blandamura (1.Jugend) vom SSC Hanau-Rodenbach bei deren neuer persönlicher Bestzeit von 39:24 Minuten auf den zweiten Platz. Das Podest komplettierte die im Spurt knapp geschlagene Tatjana Euler (TV Dieburg) in ebenfalls 39:24 Minuten.

 
U20-Siegerin Lea Blandamura vom SSC Hanau-Rodenbach (vorne) wird Zweite Frau über 10 km mit persönlicher Bestzeit. Ihre Vereinskollegin Maja Severloh (4664) wird Zweite der U20. Dahinter folgt mit Christina Schießer (5341) von Spiridon Frankfurt die schnellste der W45

 

Wenn gesundheitlich alles passt, stehen die Zeichen für Wassiluk nun auf einer erfolgreichen Frankfurt-Marathon-Teilnahme. Schon Ende September hatte sie mit ihrem nationalen W50-Halbmarathontitel in 1:19:35 Stunden die Voraussetzungen für ein Spitzenergebnis in Frankfurt gelegt, während aktuell der Formerhalt im Mittelpunkt steht.

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Bei den Männern verfehlte Sebastian Bienert seine persönliche Zehn-Kilometer-Bestzeit lediglich um fünf Sekunden. Der mehrfach als Start-Ziel-Sieger beim Rosbacher Main-Lauf-Cup in Erscheinung getretene Athlet der LG Bad Soden/Neuenhain ließ von Beginn an keinen Zweifel an seiner Überlegenheit aufkommen und setzte sich schließlich mit 32:48 Minuten vor dem Steinberger Orientierungslauf-Spezialisten Toby Scott (33:31 Minuten) und Patrick Wunsch (33:42 Minuten) aus Mainz durch. Ohne deren Leistung schmälern zu wollen: Was wenig später Dirk Busch über die Halbmarathondistanz ablieferte, war eindeutig die stärkste Tagesleistung, was sich im indirekten Vergleich zeigte:

 
Die zwei Halbmarathonschnellsten Dirk Busch (4286) und Lukas Abele
vom SSC Hanau-Rodenbach

 

Die Siegerzeit des 43-jährigen Rodenbachers von 1:08:42 Stunden beinhaltete bei der Zehn-Kilometer-Marke mit 31:55 Minuten eine derart bemerkenswerte Zwischenzeit, dass an diesem Tag niemand sonst in diesen Tempobereich vorstoßen konnte. Trotzdem, und obwohl der Vorsprung im reinen Halbmarathon auf seinen zweitplatzierten SSC-Vereinskameraden Lukas Abele (1:13:15 Stunden) im Ziel mehr als einen Kilometer betrug: Ganz auszuschöpfen vermochte Dirk Busch, in diesem Jahr zweifacher deutscher M40-Meister über 10.000 Meter Bahn und zehn Kilometer Straße (30:29 Minuten, sein Potenzial heuer nicht. "Zwischendurch hatte ich brutale Seitenstiche, keine Ahnung warum. Selbst mit Nasenatmung gingen die Schmerzen zunächst nicht weg, erst ab Kilometer 18 wurde es besser", so Busch, der mit Abklingen der Beschwerden nochmals Geschwindigkeit aufnahm und die letzten 1000 Meter gegen den zunehmenden Westwind in 3:04 Minuten auf den Asphalt des Mainufer-Radwegs trommelte.

Dirk Busch (M40) vom SSC Hanau-Rodenbach gewinnt den Halbmarathon beim 29. Offenbacher Mainuferlauf

Seine dadurch in Offenbach erzielte deutsche M40-Jahresbestzeit rundete er gemeinsam mit Lukas Abele und dem viertplatzierten Fabian Sposato im Team des SSC Hanau-Rodenbach mit 3:35:54 Stunden als sechstbeste Mannschaftszeit in der 2022er-Bestenliste des Deutschen Leichtathletik-Verbandes ab.

Stark auch der Hausrekord des drittplatzierten Oliver Kreuzburg (1:13:42 Stunden), der ebenso wie die Ultramarathonläufer Frank Wiegand (Passtschon 98/1.M55) in 1:27:24 Stunden und der Offenbacher Altmeister Uli Amborn (Frankfurter Laufshop/1.M65) in 1:31:46 Stunden auf dem Weg zum Frankfurt-Marathon ist.

Den letzten Schliff holte sich auch Frauensiegerin Franziska Baist, deren 1:19:42 Stunden in jedem Fall das Potenzial eröffnet erstmals die 3:00-Stunden-Marke auf der klassischen 42,195-Kilometer-Strecke zu unterbieten. Sie habe in den letzten Wochen viel trainiert, so Baist, die zwar gerne noch "ein bisschen schneller" gelaufen wäre, sich aber angesichts der Vorbelastungen recht zufrieden zeigte. Zumal auch der Vorsprung auf Friederike Schoppe (LSG Goldener Grund/1:22:10 Stunden) und Lena Becker (TGV Schotten iQ athletik team/1:27:41 Stunden) beträchtlich ausfiel. Einmal mehr eine Klasse für sich war in der W60 Marisa Gomez-Ruhland aus Steinberg. Sie lief 1:41:25 Stunden und damit gut zwölf Minuten schneller als die zweitplatzierte Ruth Jones (1:53:32 Stunden).

Im Fünf-Kilometer-Lauf dominierte mit Maxime Fabienne Dammeyer (TV Neu-Isenburg/18:48 Minuten) vor Paulina Poggendorf (Eintracht Frankfurt/19:01 Minuten) und Nico Debus (SSC Hanau-Rodenbach/17:58 Minuten) vor Ingbert Reinke (SSC/18:01 Minuten) die leistungsstarke Jugend U16 vor der älteren Konkurrenz. Den Schülerlauf über zwei Kilometer entschieden Emilia Wagner (TV Preungesheim/8:08 Minuten) vor Leonie Stockmar (SC Steinberg/8:56 Minuten) und Mila Krill (TGS Niederrodenbach/9:12 Minuten) sowie bei den Jungen Lukas Büchner (8:03 Minuten), Robin Fröhlecke (TV Dreieich/8:07 Minuten) und Timon Galahn (Spiridon Frankfurt/8:19 Minuten) für sich.

Veranstaltungsleiter Diethelm Kuttich zog ein rundum positives Fazit: "Wir können sehr zufrieden sein, es hat alles gepasst, sogar das Wetter hat mitgespielt, obwohl die Vorhersage windiges Regenwetter angekündigt hatte. Uns haben viele Läufer auf die schöne Strecke am Main angesprochen, außerdem hat sich durch die Siegerehrung in der Halle auch im Nachgang eine ansprechende Atmosphäre eingestellt. Das war dann im Vergleich zu den Corona-Einschränkungen der Vorjahre sehr wohltuend." Mit einem Euro Spende pro Teilnehmer unterstützte der Offenbacher LC die soziale Aktion "Essen und Wärme" des Pfarrers Kremer, dessen Mitarbeiter im Gegenzug einen Teil der Bewirtung bei der Siegerehrung übernahmen. Eine weitere Win-win-Situation machte Kuttich in der Einbeziehung des Boxclub Nordend in seinen 80-köpfigen Helferstab aus, der wie die örtliche Kulturbehörde und das Gebäudemanagement zu wichtigen Unterstützern der Veranstaltung zählt. "Da ist es wichtig, gleich auf den Termin im nächsten Jahr hinzuweisen, damit wir wieder die Halle und die entsprechenden Materialien haben. Für heute ist die Arbeit erstmal geschafft - aber nach dem Lauf ist ja auch schon wieder vor dem Lauf", so Kuttich, dessen Planungen für das 30.Mainuferlauf-Jubiläum am 15.Oktober 2023 bereits begonnen haben.

Anm. der Redaktion: Wir danken Marius Abele für die Bereitstellung der für den SSC Hanau-Rodenbach aufgenommenen Fotos und Sascha Arndt für seinen ungeplanten Einsatz als LaufReport-Journalist.

Bericht von Sascha Arndt - Fotos von Marius Abele

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