22.10.22 - 50. Herbstlauf des LSV Porz in Köln-Porz

Ein zeitlos schönes Laufvergnügen

von Jörg Engelhardt 

Zum 50. Geburtstag des Dauerbrenners bescheren 566 Finisher in den sechs angebotenen Wettbewerben dem "Geburtstagskind" einen würdigen Rahmen.

 

"Ältester Straßenlauf Kölns", titelt Organisationsleiter Helmut Urbach auf seiner Internethomepage nicht ohne Stolz, auf der alle Laufveranstaltungen des LSV Porz aufgeführt sind und auch gebucht werden können. Doch genau genommen ist er sogar noch älter, als alle gegenwärtig noch existierenden Straßen- und Volksläufe von denen es im Kölner Stadtgebiet nun einmal, wie sollte das in der Millionenmetropole auch anders sein, nicht eben wenige gibt. Denn als die erste Auflage dieses Klassikers, der in der Pandemie nur 2020 nicht stattfinden konnte, im ereignisreichen Olympiajahr 1972 über die Bühne ging, war der heutige Stadtteil Eil noch gar kein Stadtteil von Köln, sondern von der bis zum 31.12.1974 eigenständigen Großstadt Porz am Rhein, die schon vor ihrer Eingemeindung nach Köln über 100.000 Einwohner zählte.

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Der Herbstlauf des LSV Porz präsentierte sich im Naherholungsgebiet Leidenhausen in wunderschönen Farben
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"Damals, beim allerersten Mal, habe ich hier den Startschuss gegeben. Da war ich gerade mal 28 Jahre alt." Das erzählt der rührige Veranstaltungsmacher nicht ohne Augenzwinkern den in der Startaufstellung zum 1 Km Schülerlauf befindlichen Jungen und Mädchen und produziert damit schon die ersten Lacher, beim zu dieser Zeit noch recht zahlreich anwesenden Publikum. Denn diejenigen, die ihn besser kennen, und das sind bei dieser doch sehr familiär gehaltenen Veranstaltung schon ziemlich viele, wissen, dass er damals schon 30 war. Auch sonst ist sein Moderationsstil, schlichtweg unvergleichlich. Denn während so manche professionell agierenden Moderatoren bei freilich viel größeren Veranstaltungen bei allem was sie auf Hochdeutsch zu Gehör bringen, grundsätzlich das meinen was sie sagen, sagt Helmut Urbach im Kölsch akzentuiertem Umgangsdeutsch lieber das, was er meint. Während professionelle Moderatoren ab und an auch mal unbeabsichtigte Fehler machen, fabriziert Helmut Urbach seine Fehler absichtlich, um ein bisschen Stimmung unter die Leute zu bringen. Auch das macht diese langlebige Veranstaltung so einzigartig.

 

Wer hier läuft, begibt sich auf eine Zeitreise zurück in die Anfänge der deutschen Straßen- und Volkslaufgeschichte. Umgekleidet wird sich im Freien unter einem Unterstand und Duschen stehen auf dem Hofgut Leidenhausen auch nicht zur Verfügung. Die meisten der anreisenden Laufliebhaber schreckt das nicht ab. Das Gros der Teilnehmenden kommt aus der Region und kann zu Hause duschen.

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Ansonsten besinnt man sich auf Kölns rechter Rheinseite auf das, was man seit nunmehr 50 Jahren am besten kann. Nämlich preisgünstige Läufe für aktive Läufer zu organisieren, die von ehemals guten und teilweise auch herausragende Läufern für die Laufszene der Gegenwart gemacht sind. Der feierliche Rahmen hielt sich deshalb in Grenzen und außer einer schönen Jubiläumsmedaille gab es wie sonst auch, nur das wichtigste von allem, nämlich schöne Läufe in einer sehr schönen Umgebung.

 

Allerdings ein bisschen beeinträchtigt durch den Verkehrslärm, den die von Bundestraßen und Autobahnen umrahmte Strecke mit sich bringt. Natürlich trägt auch die Einflugschneise des nahe gelegenen Köln-Bonner-Flughafens ihren Teil zur manchmal nicht ganz angenehmen Geräuschkulisse bei. Doch jenseits von diesen akustischen Beeinträchtigungen findet man einen landschaftlich schönen und vor allem auch schnellen Kurs vor, der die Teilnahme an dieser zeitlos schönen Veranstaltung lohnenswert macht.

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Wie immer gab es an diesem vorletzten Oktoberwochenende sechs Wettbewerbsangebote. Zwei davon richteten sich an ambitionierte Walker und Nordic-Walker über 5 Km. Für die Läufer gab es Angebote vom 1 Km Schülerlauf, über 5- und 10-Kilometer bis hin zum Halbmarathon.

1 Km Schülerlauf

Hier konnte Justus Timo Löbach von der Troisdorfer LG, wie schon beim letzten Schülerlauf in der Winterserie zu Jahresbeginn, den Sieg davon tragen. Damals noch in 4:00 min erfolgreich, zeigte er sich nunmehr nochmals stark verbessert und gewann den Lauf in sehr guten 3:32 min. Auch der zweitplatzierte Louis Elias Klein vom TSV Bayer 04 Leverkusen zeigte eine starke Leistung und beendete den Lauf in einer Zeit von 3:40 min. Der Dritte im Bunde der Jungs, die auf das Podest steigen durfte, war Aaron Janßen (CBIV Siegburg) in einer Endzeit von 4:10 min.

 

Lina Brandenburger von der Spvgg. Lülsdorf-Ranzel war bei den Mädchen eine Klasse für sich. Mit einer Endzeit von 3:43 min. ließ sie lediglich die ersten beiden Jungs vor sich und hatte bei den Mädchen keine Konkurrenz zu fürchten. Zweitplatzierte wurde Charlotte Grieper (TSV Bayer 04 Leverkusen) mit einer Endzeit von 4:05 min und Juliane Brandt (CBIV Siegburg) kam mit 4:09 min. auf den dritten Rang.

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27 Mädchen und 28 Jungs nahmen an diesem Schülerlauf erfolgreich teil.

5 Km Walking

Christian-Marcel Labonde beherrschte das Walkerfeld souverän und gewann in 33:10 min. deutlich vor Ernst Hoffmann, der nach 34:39 min. den zweiten Platz belegen konnte. Als Drittplatzierter durfte dann Herbert Schramm von den Lauffreunden HADI Wesel nach 35:07 min. ebenfalls noch mit auf das Treppchen steigen. Sonja Schramm (Lauffreunde HADI Wesel) machte nach 36:28 min. den Sieg in der Frauenwertung perfekt. Nach 38:20 min. folgte ihr Herta Hamann (W80) als Zweitplatzierte auf das Podest. Den dritten Platz sicherte sich Maria Fey aus Frechen, die nach 42:10 min. den letzten freien Ehrenplatz in Beschlag nehmen konnte. 12 Frauen und 9 Männer kamen bei dieser Konkurrenz ins Ziel.

Herbert Schramm von den Lauffreunden HADI Wesel walkt über 5 Km auf den 3. Platz Seine Ehefrau Sonja hat da mehr Glück, sie gewinnt knapp nach ihrem Ehemann ins Ziel kommend den 5 Km Walking Wettbewerb bei den Frauen Uwe Wollenweber vom gastgebenden LSV Porz / Köln belegt im 5 Km Nordic Walking den zweiten Platz hinter Michael Redlich vom TSV Dieringhausen

5 Km Nordic-Walking

Michael Redlich vom TSV Dieringhausen beherrschte diese Konkurrenz bei den Männern und gewann den Wettbewerb in 33:31 min. mit komfortablen Vorsprung. Platz 2 sicherte sich Uwe Wollenweber vom gastgebenden LSV Porz/ Köln in 36:51 min. Das Podium komplettieren konnte Heinz Ohl, der als Dritter nach 37:09 min. den Zielstrich überqueren konnte. Beatrix Horstmann trug in der Frauenkonkurrenz nach 37:19 min. den Sieg davon. Brigitte Tollnick (Nordic-Walking mit Herz) kam nach 37:42 min. auf dem zweiten Platz ins Ziel. Petra Simons-Felwor (HTV Lady-Elefant) walkte mit einer Endzeit von 45:42 min. als Drittplatzierte ins Ziel. 6 Frauen und ebenso viele Männer wurden in diesem Wettbewerb im Zieleinlauf erfasst.

Marco Müller führt im 5 Km Lauf von Anfang an Hinter ihm läuft Jakob Nowicki-Koth (SFD 75 Düsseldorf-Süd) auf den zweiten Platz Sein Vereinskamerad Hugo-Augustin Kluczkowski springt als Letzter auf das Podest und sichert sich Rang 3

5 Km Lauf

Bei diesem Lauf war die Teilnahmeresonanz schon wesentlich höher, als bei den Walkingwettbewerben. 60 Frauen und 145 Männer brachten ihr Rennen erfolgreich zu Ende. Marco Müller beherrschte hier das Feld nach Belieben und sicherte sich nach 15:56 min. den souveränen Sieg. Nach 16:40 min. erlief sich Jakob Nowicki-Koth (SFD 75 Düsseldorf-Süd) den zweiten Platz. Sein Vereinskamerad Hugo-Augustin Kluczowski konnte das Podium komplettieren und in 16:49 min. den dritten Platz belegen.

Denise Hellwig von der Aachener TG gewinnt den 5 Km Herbstlauf bei den Frauen Sarah Valder vom Team Bunert - Der Kölner Laufladen folgt ihr auf den zweiten Platz Denise Moser (SFD 75 Düsseldorf-Süd) läuft als Dritte über 5 km auf das Podest

Bei den Frauen war Denise Hellwig von der Aachener TG eine Klasse für sich und sicherte sich den Sieg nach 19:48 min. Sarah Valder (Bunert - Der Kölner Laufladen) belegte nach 20:09 min. den zweiten Platz, ehe Denise Moser (SFD 75 Düsseldorf-Süd) nach 21:15 min. eine weitere Podiumsplatzierung für ihren Verein erlaufen konnte.

10 Km Lauf

Zu Beginn des Rennens lag hier erst einmal Dennis Hirsch (PV Triathlon Witten) in Front. Doch der anfangs Führende sollte schon bald aus den Podiumsplätzen heraus und bis auf Platz 4 zurückfallen. Nach ihm ging Lucas Lasczyk (Run Squad CGN) in Führung. Doch auch der musste bald seine Führungsposition an den noch etwas stärkeren Lukas Gardeweg (TuS Köln rrh.) abtreten. Lukas Gardeweg konnte seinen Vorsprung vergrößern und am Ende das Rennen in exakt 35:00 min. zu seinen Gunsten entscheiden. Spannend wurde es dann im Kampf um die Plätze 2 und 3. Der stark aufkommende Luke Kelly (LAZ Puma Rhein-Sieg) kam zwar immer näher, musste aber dennoch mit Platz 3 vorlieb nehmen. Lukas Lasczyk verteidigte in 35:08 min. den zweiten Platz, während Luke Kelly als Dritter in 35:10 min. auch den Altersklassensieg in der MJU 23 für sich verbuchen konnte.

Zu Beginn des 10 Km Laufs hat sich Lucas Lasczyk (Run Squad CGN) an die Spitze gesetzt. Der hinter ihm laufende Lukas Gardeweg (Tus Köln rrh.), wird ihn aber bald überholen und diesen Lauf zu seinen Gunsten entscheiden Luke Kelly (LAZ Puma Rhein-Sieg) wird auf Platz 3 einlaufen und zudem in der MJU23 den Sieg erringen

Bei den Frauen hatten zwei Läuferinnen des TV Refrath den Rest des Feldes klar im Griff. Alexandra Tiegel lag von Beginn an in führender Position und konnte ihren Vorsprung sogar noch ausbauen, so dass sie sich nach 39:09 min. zur diesjährigen Siegerin im 10-Km-Herbstlauf küren konnte. Ihre Vereinskameradin Carola Riethausen kam bei weitem nicht an sie heran, hatte aber auch von hinten keine Konkurrenz zu fürchten. Am Ende belegte sie nach 40:10 min. einen ungefährdeten zweiten Platz, ehe Ellen Boudry nach 41:20 min. den letzten freien Podiumsplatz einnehmen konnte. Mit 47 Frauen und 152 Männern im Ziel war dieser Lauf der Wettbewerb mit der höchsten Teilnehmerresonanz.

Alexandra Tiegel vom TV Refrath gewinnt den 10 Km Lauf der Frauen mit großem Vorsprung Ihre Vereinskameradin Carola Riethausen läuft auf den zweiten Platz Ellen Boudry komplettiert als Dritte das Podium

21,0975 Km - Halbmarathon

Dieser Wettbewerb war als die längste Distanz im gesamten Veranstaltungsangebot nicht so stark frequentiert. Es war Louis Cesbron Lavau (Run Squad CGN), der mit einer Endzeit von 1:20:22 h diesen Lauf mit relativ deutlichem Vorsprung für sich entscheiden konnte. Es sollte über eine Minute vergehen, ehe mit Rafael Brzezinski (Mila Erftstadt), nach 1:21:26 h der Zweitplatzierte den Zielstrich überquerte. Deniz Gündüz nahm nach 1:22:08h den letzten freien Podestplatz ein.

Auffallend bei diesem Resultat war, dass sich diesmal keine Vertreter der renommierten Laufsportvereine aus der Region auf den ersten drei Plätzen befanden. Dies war auch schon im letzten Jahr so. Die ambitionierten Freizeitläufer aus Köln und Umgebung befinden sich entweder noch in der Regeneration vom jüngst stattgefundenen Köln Marathon oder bereiten sich derzeit auf die noch kommenden Marathonevents vor. Für die Winterserie, die Mitte Januar beginnt, dürfte sich das dann wieder schlagartig ändern. Dort sind die Teilnehmerzahlen traditionell immer nahezu doppelt so hoch, weil die Winterserie des LSV Porz generell immer gerne zur Vorbereitung auf die Frühjahrsmarathonläufe genutzt wird.

Auch bei den Frauen hatte man in der Vergangenheit schon schnellere Siegerzeiten gesehen, was aus genanntem Grund nachvollziehbar ist. Die stärksten Läuferinnen aus Köln und Umgebung waren nicht am Start. Rebecca Bein (Triathlon Steckel Cologne) konnte sich in die Siegerliste der Jubiläumsauflage eintragen. Nach 1:36:55 h hatte sie ihr Tagwerk vollbracht und den Halbmarathon beim diesjährigen Herbstlauf gewonnen. Denise Bartlett (Run Squad CGN) sicherte sich mit knappem Vorsprung nach 1:38:51 h den zweiten Platz. Neuerlich eine Podiumsplatzierung in der Region konnte sich Carina Jochum (Selbstläufer SV Altenahr) erlaufen. Sonst eher auf Ultra-Langdistanzen erfolgreich, gelang ihr auch auf der wesentlich kürzeren Halbmarathondistanz der Sprung aufs Podest. Mit ihrer Endzeit von 1:38:55 h verfehlte sie den Silberrang nur um wenige Sekunden. Der Halbmarathon war mit 13 Frauen und 61 Männern im Ziel die Laufentscheidung mit dem geringsten Teilnehmerzuspruch des Tages.

Jens Diblik (SG Sportfreunde 69 Marmagen), Fünfter und Sieger der M35 beim Passieren des Hofgut Leidenhausen Lukas Gardeweg vom TuS Köln rrh kürt sich zum diesjährigen Sieger im 10 Km Lauf Das Männerpodium im 10 Km Herbstlauf von links nach rechts: 2. Lucas Lasczyk, Sieger Lukas Gardeweg und 3. Luke Kelly
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Insgesamt ist es Helmut Urbach und seinem fleißigen Helferteam vom LSV Porz einmal mehr gelungen eine läuferfreundliche und vor allem auch preisgünstige Veranstaltung auf die Beine zu stellen, an die sich die Teilnehmenden sicher gerne zurück erinnern werden. Hoffentlich kann das auch in den kommenden Jahren so weitergehen. Denn auch wenn die ausrichtenden Damen und Herren vom LSV Porz längst nicht mehr die jüngsten sind, so versprühen sie noch einen Elan, der vielen deutlich lebensjüngeren Menschen in dieser doch recht unangenehmen Zeit völlig abgeht. Vom oft zitierten Nachwuchs im Organisations- und Helferstab ist hier weit und breit leider nichts zu sehen.

Bericht und Fotos von Jörg Engelhardt

Ergebnisse time-and-voice.com/de & Info www.helmuturbach.de

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