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2./3.10.21 - 9. GELITA Trail Marathon Heidelberg

Herrlich-harte Kontraste

"Amazing - Incredible"
von Constanze & Walter Wagner 

LaufReport Foto-Impressionen vom GELITA Trail Marathon Heidelberg HIER

Der Drittplatzierte des Long-Distance-Trails, Edward O´Connor aus Tallaght, einem Vorort der irischen Hauptstadt Dublin, war im Ziel voll des Lobes. Wird er im nächsten Jahr wieder dabei sein? "Definitely!" Auf jeden Fall will er bei diesem unglaublichen Lauf wieder dabei sein.

 

Letztlich sind es dank ihm 666 Zieleinläufe gewesen, die der Trail-Event bei seiner 9. Auflage verzeichnen konnte. "666 ist nicht mehr allein, er holt dir das Mark aus deinem Rückgrat", heißt eine Zeile aus Supper´s Ready der Rocklegende Genesis. Was diese Zahl mit bzw. nicht mit Corona verbindet, könnte nur mit höchster Vorsicht Einzug in eine Sportreportage finden, denn Aberglaube führt zum Wahnsinn, wovor wir uns hüten sollten, denn die Zukunft wird noch turbulenter werden.

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Sahnehäubchen des GELITA Trail Marathon Heidelberg sind die grobgehauenen Sandsteinstufen der Himmelsleiter. Egal welche Disziplin, ob 5km Twilight Trail, 50km-Long Distance Trail, 42,2km-Trailmarathon oder 30km-Half-Trail, alle kommen mehr oder weniger in diesen Genuss. Die Half-Trailer ein kurzes Stück bergab, die Marathon und Long Distance Trailer bergauf
Nichts für reine Asphalt-Cowboys:
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Halten wir uns strickt an die Resultate. Um zu Siegen wurde vieles abverlangt, aber es blieb bei Hautabschürfungen. Außer etwas Blut trat nichts zutage. Beim 50 km Long-Distance-Trail siegten Pierre-Emmanuel Alexandre und Juliane Rößler. Den Trail-Marathon über die klassische Distanz dominierten Markus Mingo und Christina Erdbrink. Beim 30 km langen Half-Trail, dem teilnehmerstärksten Lauf, waren Michael Chalupsky und Katharina Grabinger die Schnellsten. Den Prolog am Vortag über rund 5 Kilometer gewannen Pierre-Emmanuel Alexandre und die Juniorin Roxane Peterhans.

 

Es erfordert an sich einen enorm hohen Organisationsaufwand eine Laufveranstaltung durchzuführen bei der zum gleichen Zeitpunkt über drei Distanzen Rennen ausgetragen werden. Zudem mit Start und Ziel im Herzen einer der weltweit berühmtesten Altstädte. Erschwerend kam leider auch 2021 hinzu, dass es eine Reihe von Auflagen zu erfüllen galt, die bei einer erklärten pandemischen Lage von nationaler Tragweite einzuhalten sind, um eine Durchführung jetzt und eventuell auch in Zukunft genehmigt zu bekommen. Die lückenlose Austragung seit der Premiere im Jahr 2013 ermöglichte einerseits das Engagement des Titelsponsors GELITA, andererseits die Hartnäckigkeit der veranstaltenden Agentur M3, die sich erneut mit den Behörden einig wurde.

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LaufReport-Info zum Gornergrat Zermatt Marathon HIER

Nach dem Prolog mit dem 5km Twilight Trail am Vorabend des Trail-Marathons begrüßte Maria Morganti vom Titelsponsors GELITA am Sonntag die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 50km-Long Distance Trail, 42,2km-Trailmarathon und 30km-Half-Trail.
GELITA war mit einem eigenem Laufteam auf allen 4 Strecken vertreten

 

Erlaubt wurde die Teilnahme bei Erfüllung eines der drei G. Die beliebten Schlauchtücher, die es 2020 für alle Teilnehmenden gab, genügten aber nicht mehr als Mund-Nasen-Bedeckung. Eine medizinische oder eine FFP2 Maske zu tragen, war angeraten, wenn es an Abstand mangelte. Die Einteilung in kleine Startgruppierungen machte es einem eventuell durchgeschlupften Kronenvirus schwer, sich auf dem zugigen Karlsplatz einem neuen Wirt anzuhaften.

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LaufReport-Info Mein Freiburg Marathon HIER

Ob es denn überhaupt einem Virion gelänge einen durchtrainierten athletischen Trailläufer in die Knie zu zwingen? Nun gut, es galt auch Helfer, Medienvertreter und Zuschauer zu schützen. Doch wiederum wollen wir uns nicht an der Sinnhaftigkeit mancher Maßnahme verbeißen. Immerhin gab es wieder Siegerehrungen und ein Imbisswagen war im Einsatz. Leider war das Duschen nicht genehmigt worden.

Auch die beliebte Teamstaffel fiel dem Rotstift zum Opfer, denn Menschenansammlungen in den Wechselzonen sowie in den zubringenden Shuttlebussen wollte M3 vermeiden. Dies ist besonders einschneidend, denn auf die langen Kanten wagen sich nicht allzu viele Läuferinnen und Läufer aus der Region, die aber gern eine machbare Herausforderung nutzen um teilnehmen zu können. Denn nur mit den niederschwelligen Möglichkeiten gelingt es, die erforderliche Teilnehmerzahl zu erzielen, die den großen Organisationsaufwand rechtfertigen. Wobei häufig ausgesprochenes Lob einen willkommenen Zusatzbeitrag liefern dürfte, in Zeiten, in denen Veranstaltungsagenturen ums Überleben bangen, die Einnahmen kaum die Ausgaben decken, und es zu guter Letzt die Hoffnung ist, die zum Weitermachen treibt.

Der Start auf dem Karlsplatz unterhalb des Heidelberger Schlosses erfolgte in Blockstarts alle 20 Sekunden mit je 50 Läufern unterteilt nach Disziplin, erst Long Distance, dann Marathon, dann Half Trail

Alle Sorgen und Nöten waren bestimmt wie weggeblasen, als Moderator Andreas Menz die erste Gruppe aufforderte zur Startlinie vorzurücken. Die Ordnung war mit den vermeintlich Stärksten der längsten Distanz zu beginnen, die weiteren Long-Distanz-Trailer folgen zu lassen. Dann kamen die vermutlich Besten des Trail-Marathons usw. und so fort. Der jeweils zeitliche Vorsprung reichte meist, ihn auf dem Weg über die Alte Brücke auf die gegenüberliegende Neckarseite zu halten, wo der erste Anstieg vorbei am mystischen Schlund des Talos wartet. Talwärts führt der Philosophenweg um bald am Philosophengärtchen wieder aufzusteigen zum ersten Highlight, der Durchquerung der Thingstätte. Kaum mehr als 5 Kilometer sind abgespult, da helfen die Anfeuerungsrufe noch gut die vielen Treppenstufen hinauf.

Eine erste echte Herausforderung bildet die Thingstätte bei km 5 Herrliche Aussichten bis tief ins Neckartal bietet der Streckenabschnitt an der Schlossblickhütte

Nicht lange danach geht es schon wieder hinunter ins Rheintal, beinahe bis Handschuhsheim hinein, aber doch gleich wieder hinauf, durch das Mühlbachtal, wo sich die Wege trennen, für den Half-Trail ziemlich direkt weiter zum Weißen Stein, während die beiden Langdistanzstrecken mit einer großen Schleife in den Odenwald Zusatzkilometer sammeln. Kurz vor dem 548 Meter hoch gelegenen Ausflugsturm kommen alle wieder zusammen. Die enorme Zahl an Höhenmetern kommt in der Mittelgebirgsregion nur zustande, durch das dauernde Auf und Ab. Die tiefen Landschaftseinschnitte sowohl im Neckar- als auch im Rheintal bringen zudem die gewünschten Steigungsprozente, das Gewürz in der Trail-Suppe.

Weniger Trail-lastig sind die Passagen am Aussichturm auf dem Weißen Stein. Kilometer 10,5 für Half Trail, Kilometer 16,8 für Marathon + LDT (Long Distance Trail) und ... ... am Benediktiner-Abtei Stift Neuburg. Kilometer 21,7 für Half Trail, Kilometer 28 für Marathon + LDT (Long Distance Trail)

engelhorn sports Half Trail keine halbe Sache - 30 km und 1.325 Höhenmeter

Michael Chalupsky entschloss sich erstmals zur Teilnahme am Half-Trail. Kurz nach seiner Teilnahme am Berlin-Marathon in 2:28:43, der für ihn überraschend medienwirksam als Helfer von Rabea Schöneborn verlief - eine sympathische Aufgabe, die sich zufällig im Rennen ergab - sicher eine vernünftige Entscheidung. Zumal dem 37jährigen Sparkassen-Angestellten noch einige Rennen in der laufenden Saison bevorstehen. "Vielleicht starte ich noch bei den Deutschen 10 km Straßenlaufmeisterschaften in Uelzen", so Chalupsky vom engelhorn sports Team TV Schriesheim. Auch bei den Deutschen in Hamburg würde ihn Trainer Christian Stang gern über Halbmarathon einsetzen, doch hat er am Wochenende dieser nationalen Meisterschaft eine berufliche Weiterbildung. Sicher ist seine Teilnahme bei den Deutschen Marathonmeisterschaften in München, wo er wieder für die richtige Pace sorgen wird. Diesmal für die Teamkollegin und Duathlon-Weltmeisterin Merle Brunée, die im Vorjahr den Trail-Marathon in Heidelberg gewonnen hatte. Mit den zeitlich so eng anberaumten Meisterschaftsterminen hat der Verband den teilnahmewilligen Vereinen eine unlösbare Aufgabe gestellt, so dass am Ende der Saison zwar wieder Meistertitel vergeben werden, über deren Wert man aber geteilter Meinung sein wird.

Michael Chalupsky hatte beim Half-Trail die Favoritenrolle, doch um den Sieg musste er bangen. Zweimal ist er bei diesem Event den Marathon - "ohne Ambitionen" - gelaufen und im Vorjahr war er beim Ultra-Trail-Marathon Zweiter hinter Nikki Johnstone geworden. Auch beim im Frühjahr ausgetragen profilierten SAS Halbmarathon der TSG Heidelberg findet er sich in den Siegerchroniken. Dennoch, das Bergablaufen müsse er noch besser trainieren, gibt er seine Schwäche bekannt. Als ortsansässiger Läufer bezieht sich seine Aussage sicher auf Alpentrails, denn um Heidelberg herum kennt er jeden Stock und Stein. Als er nach 2:10:55 Stunden als Sieger die Ziellinie überquerte hatte er nur 11 Sekunden Vorsprung.

Michael Chalupsky vom engelhorn sports team auf dem Weg zum 30km langen Half-Trail Sieg An der Thingstätte bei km 5 liegt Nils Bergmann vom TV Waldstraße Wiesbaden noch auf Rang 2 Jörn Harland vom SSC Hanau-Rodenbach taucht als 3. auf. Im Ziel liegt er dann aber auf Platz 2 und gewinnt zudem die M40 Orientierungsläufer Cedric Guthier vom OLV Steinberg findet seinen Weg zu Platz 4

Stark aufgekommen war Jörn Harland vom SSC Hanau-Rodenbach. Der konnte auf dem Bergab der untersten Himmelsleiterstufen und im Schuss via Schloss in die Altstadt den Abstand aber nicht verkürzen. Mit 2:11:06 steht der 40jährige Lehrer, der in Frankfurt wohnt und in Offenbach unterrichtet, auf dem zweiten Rang der Ergebnisliste. Bei den Deutschen Berglaufmeisterschaften im September in Bad Kohlgrub holte er sich den Titel in der M40. Er würde gern noch seinen Frieden mit der Marathondistanz machen. Ihm fehlt zur 67er-Halbmarathonbestzeit das adäquate Resultat auf der doppelte Strecke unter 2:30 Stunden und er will es nicht bei den 2:32 belassen.

Nils Bergmann vom TV Waldstraße Wiesbaden lag bis Kilometer 7 auf Rang zwei, dann ist ihm Jörn Harland weggelaufen. Seine Bestzeit über 10 km in 32:47 lief er im letzten Jahr auf dem Hockenheimring. Auf der verbleibenden Strecke verlor er noch ein paar Minuten, wurde in 2:18:44 aber ungefährdet Dritter. Orientierungslauf-Spezialist Cedric Guthier (OLV Steinberg) blieb in 2:28:49 der vierte Rang.

Katharina Grabinger vom Team Nikar Heidelberg kam bei den Frauen in 2:38:00 zu einem deutlichen Sieg, hatte nach dem Rennen aber ordentlich muskuläre Probleme. Die Heidelberger Jurastudentin ist dem Triathlon verbunden, dort startet die 24jährige über die olympische Distanz, würde aber gern an einem Mitteldistanz Triathlon teilnehmen. Nach 20 Kilometern bekam sie Krämpfe, ließ aber nichts mehr anbrennen. Dass es der im nahen Edingen beheimateten zum Sieg reichte, hat sie der Betreuung beim Aera Fitness & Health Club zu verdanken, ist sie sicher.

Katharina Grabinger vom Team Nikar Heidelberg siegt bei den Frauen beim 30km langen Half Trail Sophie Crommelinck vom engelhorn sports team wird 2. Clara Ebner aus Freiburg läuft auf Rang 3 vor... ... Maike Baldus vom TuS Griesheim

Sophie Crommelinck vom engehorm sports team kam nach 2:55:01 als Zweite ins Ziel. Die gleiche Platzierung gelang ihr beim Pfalztrail über 21 km. Erst im Januar hat sie Emil geboren, der sich noch nicht so sehr für die sportlichen Erfolge seiner Eltern interessiert, und kommt also stark zurück. Die promovierte Geo-Informatikerin wohnt und arbeitet in Karlsruhe, zu Emils Vater, Pierre-Emmanuel Alexandre kommen wir noch. Beiläufig erwähnt sei, dass der Saisonhöhepunkt der Zweitplatzierten der La Palma Trail Ende Oktober werden sollte, der verständlicherweise wegen des Vulkanausbruchs abgesagt werden musste. Als Dritte folgte Clara Ebner aus Freiburg wieder mit einigem Abstand nach 3:03:56 vor Maike Baldus vom TuS Griesheim in 3:10:25 und Dorothea Lehmann aus Heidelberg in 3:12:33. Der Half-Trail verzeichnete 89 Frauen und 200 Männer im Zieleinlauf und war damit die klar vorgezogene Distanz.

Als letzte gestartet, als erste im Ziel - die engelhorn sports Half Trail Siegerinnen und Sieger bei der Ehrung auf dem Karlsplatz

GELITA Trail-Marathon - 42 km und 1800 Höhenmeter - alles außer Felsenmeer

Nach der Benediktiner Abtei Neuburg führt der Weg entlang des Neckars stromaufwärts bis zur Ziegelhäuser Brücke und darüber nach Schlierbach, dort sogleich steil bergan um hinter dem bebauten Uferterrain in den Wald einzutauchen. Nun werden die Beine schwerer, doch noch steht die legendäre Himmelsleiter allen bevor. Während für den Half-Trail dort nur ein schwieriger Abschnitt bergab über die letzten Stufen der Himmelsleiter wartet, müssen die Langstreckler bis hinauf auf den mit 570 Metern höchsten Berg des Kleinen Odenwaldes, den Königstuhl. Hier trennen sich auch die Wege des Marathons vom Ultra-Marathon, denn eine eingepflegte 8 km Schleife sparen sich die Klassiker und erklimmen sogleich Naturstufe nach Naturstufe bis hinauf auf den Heidelberger Hausberg. Zurück geht es am Gaiberg vorbei, zur Mittelstation Molkenkur der Bergbahn und als letzter Höhepunkt noch durch den Schlossgarten der weltberühmten Schlossruine.

Vorjahressieger Markus Mingo stand erneut an der Startlinie. Bereits 2019 konnte er in Heidelberg als Zweiter des Ultra-Trail-Marathons glänzen. Heuer war sich der Realschullehrer (Informatik, BWL und Sport) nicht sicher, wie es nach seinem CCC-Rennen beim UTMB über 101 km mit 6100 Höhenmetern in Heidelberg laufen würde. Seine Saison begann im Mai und er kam nicht zuletzt dank einiger Starts in Österreich in diesem Jahr nicht zu kurz. Als Saisonabschluss passte ihm der Trail-Marathon in Heidelberg gut und er schließt nicht aus, es auch im nächsten Jahr so zu halten. Nach seinem überlegenen Sieg in 3:27:03 lautete das erste Statement des XC-Run Athleten: "Es fühlt sich super an."

Beim Trail-Marathon liegt Markus Mingo (XC-Run) wie erwartet vorn Christoph Stiefel folgt auf Platz 2 Der Spanier Javier Gonzalez wird 3.

Bereits an der Himmelsleiter wusste er, dass ihm der Sieg nicht mehr zu nehmen war und er freute sich, endlich in den Gehschritt wechseln zu können. Was den Lauf in Heidelberg ausmacht, ist aus seiner Sicher die Mischung: "Nette Menschen, schöne Stadt und ein wunderschön zu laufender Kurs. Für mich war es das schönste Wochenende", so Markus Mingo, der von Florian Stelzle begleitet wurde, dem München Marathon Sieger von 2015 mit einer Marathonbestzeit von 2:24:39 (Berlin 2016). Wie Mingo ist er Lehrer: "Wir müssen beide morgen früh vor unseren Schülern antreten." Er konnte viele gute Eindrücke sammeln und könnte sich gut vorstellen 2022 mitzulaufen. Dann sollte man den Passauer auf der Rechnung haben, auch wenn er nicht über das ideal bergige Trainingsterrain verfügt, wie der Tagessieger aus dem Bayrischen Wald.

Nach 3:36:32 kam Christoph Stiefel aus Heidelberg als Zweiter ins Ziel. Der 28jährige arbeitet bei der SAP in Walldorf und kann somit gut im Gelände am und um den Königstuhl trainieren. Anfangs lief er zusammen mit Christian Alles, für den der Lauf ein persönliches Jubiläum war. Seit 25 Jahre läuft der aus der klassischen Leichtathletik mit Bahnläufen stammende 43jährige nun Marathon. Bei seinem ersten war er noch keine 20 Jahre alt und es hatte damals in Frankfurt gleich gefunkt. Den Trail-Marathon beendete er schließlich auf Rang 5 nach 3:52:01. Im regionalen Trail-Cup ist der Schriesheimer mit Unterstützung der M3 noch im Oktober als Veranstalter des Strahlenburg-Trails gefordert.

Steffen Kundel vom TSV Amicitia Viernheim wird 4. Marathonmann
Teammanager des erfolgreichen engelhorn sports Runningteams Christian Alles läuft auf den 5. Platz
Hannes Meister vom Triathlon Team DSW Darmstadt läuft auf Rang 6 als letzter Mann vor der Frauensiegerin ins Ziel

Dritter wurde Javier González, der 3:43:12 benötigte. Der 36jährige Programmierer aus Madrid lebt seit sieben Jahren in der Rhein-Neckar-Metropolregion, lag zwar immer hinter Steffen Kundel, konnte sich aber später doch noch bis auf Rang 3 vorarbeiten. Es war seine dritte Teilnahme am Trail-Marathon Heidelberg und seine beste Platzierung nach Rang 6 vor zwei Jahren. Vierter wurde Steffen Kundel vom TSV Amicitia Viernheim in 3:47:50.

Bei den Frauen blieb einzig Christina Erdbrink unter vier Stunden. Die 34jährige Kinderkrankenschwester aus Darmstadt ist in keinem Verein, läuft aber bereits neun Jahre Wettkämpfe. In Heidelberg war sie vor zwei Jahren beim Half-Trail Zweite geworden, nun in 3:54:14 Marathonsiegerin. Halbmarathon lief sie immer gerne und seit 2019, ihrem Debüt beim Frankfurt Marathon in 3:07:55 eben auch die doppelte Distanz. Gern läuft sie eben auch bergige Strecke, hat schon öfter beim SAS Halbmarathon in Heidelberg teilgenommen und siegte vor zwei Wochen beim 36 km langen Pfalztrail. Es war heute ihr bisher schwierigster Berglauf. Trainiert hat sie dafür am Melibokus im hessischen Odenwald, aber auch auf der Himmelsleiter. Es fiel ihr nicht leicht sich einzuschätzen und sie hatte nicht gedacht, dass sie so weit kommt. Aber ihre Einteilung war gut, urteilte sie.

Christina Erdbrink aus Darmstadt führt von Beginn an das Marathonfeld der Frauen an Die Marathon-Siegerin von 2019, Silvia Felt aus Weinheim, wird diesmal 2. Sarah Ziem aus Heidelberg wird 3. W50-Siegerin Amanda Reiter vom PTSV Rosenheim läuft auf den 4. Platz

Auf Platz 2 folgte nach 4:09:13 Silvia Felt aus Weinheim, die 2019 den Marathon gewonnen hatte. Aufgrund eines gebrochenen Zehs fehlten ihr drei Monate Training. "Ich will das Rennen locker angehen und abwarten wie es läuft", sagte die W40-Siegerin am Start. Silvia Felt war im Vorjahr als Helferin im Einsatz und diesmal hatte sie Firmenangehörige des Titelsponsors Gelita vorbereitet, die auf allen Distanzen erfolgreich teilnahmen. Dritte wurde Sarah Ziem aus Heidelberg in 4:19:51 gefolgt von der W50-Schnellsten Amanda Reiter vom PTSV Rosenheim in 4:45:19. Den Trail-Marathon beendeten 42 Frauen und 132 Männer.

Geadelt unterhalb des Heidelberger Schlosses, die Gelita Trail Marathon Siegerinnen

Salomon Long Distance Trail - 50km und 1950 HM - ziemlich anspruchsvoll

Pierre-Emmanuel Alexandre vom Team Salomon Running Germany galt als Favorit und wurde dieser Rolle gerecht: "Wenn man es genießt, macht man es locker." Er wollte über die Ultradistanz gewinnen, war sie doch die einzige Strecke des Trail-Marathons, die ihm in seiner Erfolgsserie noch fehlte. 2017 lief er beim Marathon aufs höchste Treppchen und zweimal hat er bereits den Half-Trail gewonnen (2019 und 2020). Und wie im letzten Jahr schaffte er mit dem Prologsieg am Tag davor das Doppel. Nach 4:02:57 war er zurück auf dem Karlsplatz und sagte: "Ich bin heute ziemlich schnell gelaufen. Hinten raus war es hart, die letzten 10 Kilometer." Der 28jährige Chemiker kommt aus der nordwestfranzösischen Stadt Angers, hat in Heidelberg studiert und kennt die Strecken der Region aus unzähligen Trainingskilometern längst bestens.

Pierre-Emmanuel Alexandre steigt über die Himmelsleiter auf das Long Distance Trail Siegerpodest Treuer Teilnehmer mit Sturzpech. Jens Santruschek vom TV Bretten lag auf Position 2. Der letztjährige Viertplatzierte des Long Distanz Trails
stürzte auf dem Waldpfad Richtung Weißer Stein über eine Wurzel so heftig, dass er das Rennen aufgeben musste
Der letztjährige Drittplatzierte Matthias Krah steigt auf Rang 2 auf

Matthias Krah wurde nach Platz 3 im Vorjahr nun Zweiter. Der 36jährige konnte sich bei der ersten Verpflegungsstelle von Edward O´Connor absetzen und in 4:14:32 einen knappen Kilometer Vorsprung bis ins Ziel herauslaufen. Unglaublich der Zeitvergleich mit seinem Vorjahresergebnis. Die 4:14:29 hatte er diesmal um Haaresbreite verfehlt. Der Unterfranke aus Elsenfeld nahe Aschaffenburg, taucht auch in Ergebnislisten erheblich längerer Distanzen auf, so beim 170 km langen Ultra Trail du Mont Blanc. Rennen von 100 bis 120 km bevorzugt er, aber immer im Gebirge. Doch seine Marathonbestzeit, 2:36, stammt aus Düsseldorf.

Richtig begeistert war Edward O´Connor aus Dublin von seinem sportlichen Ausflug nach Heidelberg. Unbeschreiblich, toll, er kommt auf jeden Fall wieder, keine Frage. Bereits am Dienstag war seine Rückreise. Der Anlass seiner Reise war der Lauf, - und noch ein paar Freunde treffen. Nach 4:17:42 war er Dritter und hatte über eine halbe Stunde Vorsprung auf Steffen Knoblauch, dem Viertplatzierten.

Edward O´Connor aus Irland angereist, erobert bei seiner 1. Teilnahme den 3. Podestplatz Steffen Knoblauch aus Nideggen wird 4. Langdistanzler Felix Leonhardt vom Triathlon Team DSW Darmstadt gewinnt als 5. die M45

Nicht alle kamen gut durch. So stürzte mit Jens Santruschek der Vorjahresvierte und musste aufgeben. Auch Tobias van Ghemen, 2020 Neunter, schaffte es in diesem Jahr nicht ins Ziel, schon vor dem Start meldete er seinen Bruder Markus, den Vorjahressechsten ab, der erkrankt war.

Und auch im Frauenrennen gab es Überraschungen. Zunächst führte Almuth Grüber, die einst die ersten beiden Trail-Marathons in Heidelberg gewann. Doch es reichte nicht über die ganze Distanz. Nach 30 km zog die spätere Siegerin an ihr vorbei und irgendwann danach gab sie auf. Auch der Ergebniseintrag der Vorjahresdritten Jasmin Volz ziert dieses Jahr ein DNF. Sehr früh ging die 24jährige aus dem Rennen. Vorjahressiegerin Joanna Zukowska-Kasprszyk, die in Heidelberg lebende polnische Wissenschaftlerin, hatte erheblichen Trainingsrückstand durch eine Verletzung, lief dahin gehend ein schlaues Rennen, aber eben nicht ganz vorn und wurde Fünfte in 5:49:27 hinter der W45-Läuferin Claudia Klumpp vom LT Ettlingen in 5:46:37.

Almuth Grüber führte zunächst das 50 km Rennen der Frauen an Dahinter erreichte Pia Winkelblech vom TSV Kandel die Thingstätte Juliane Rößler aus Mainz folgte mit Abstand vorübergehend als 3. Langdistanzlerin

Doch wer schaffte es zur Siegerehrung?

Als Drittplatzierte war dies die 39jährige Kathrin Paetzold aus Böblingen in 5:34:34. Bekannter Name, und richtig, sie war Profisportlerin im ersten Jahrzehnt dieses Jahrtausends, wurde mehrmals Deutsche Meisterin im Duathlon und zweimal Zweite beim Ironman. Als 2fache Mutter relativ kleiner Kinder ist von ihr der Zeitaufwand für ein Triathlon-Training aber nicht mehr aufzubringen. Auch sie war gestürzt, machte darüber aber kein Aufheben: "Da lasse ich mich gleich beim Sani versorgen." Die Lehrerin hätte sich häufigere Verpflegungsstellen gewünscht. Die wenigen Wasserstellen sind ein üblicher Umstand, dem Trailläufer damit begegnen, Getränke und Riegel mitzuschleppen.

Die frühere Elite-Triathletin Kathrin Paetzold holt sich den 3. Rang über 50 km
4. wird Claudia Klumpp vom LT Ettlingen
Für Vorjahresiegerin Joanna Zukowska-Kasprzyk läuft´s von Beginn an nicht richtig rund, sie bleibt aber im Rennen und holte sich den 5. Platz

Die ewige Heidelberg-Zweite, aber ohne Absicht

Sicher hätte Pia Winkelblech vom TSV Kandel ihre Serie gern als Siegerin beendet, aber dreimal in Folge Zweite, das muss ihr erst einmal eine nachmachen. Nicht auszuschließen, dass die 1975 in Kandel geborene Diplom-Betriebswirtin 2022 ihre Serie mit einem Sieg beendet. In der laufenden Saison zeigte sie sich in hervorragender Form, war beim Transalpin Run Zweite geworden. Dies bestätigte sie mit einer Zeit von 5:23:05, deutlich schneller als im Vorjahr, wo sie mit 5:31:08 notiert ist. Zurecht, war sie mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Nach der starken Caroline Kopp (4:56:09) 2019 und Joanna Zukowska-Kasprszyk in 5:25:19 im letzten Jahr, war es nun eine Heidelberg-Trail-Novizin auf der langen Strecke, die mit 5:01:08 eine klasse Vorstellung gab.

Technisch anspruchsvoll ist die Himmelsleiter, die die Marathonis und Langdistanzler bergauf und die "Kurzstreckler" bergab überwinden müssen

Die Siegerin des Ultra-Trail-Marathons heißt Juliane Rößler, studiert Medizin in Mainz und macht im April ihr Examen. Trotz ihrer erst 23 Lebensjahre kann man sie als lauferfahren bezeichnen. Schon als 16jährige haben sie die Landschaftsläufe begeistert, als Jugendliche nahm sie bereits am 52 km langen Karwendelmarsch mit 2281 Höhenmetern teil. In diesem Jahr wurde sie in Davos Siebte beim Swissalpine über 68 km. Den Chiemgau Trail über 42 km beendete sie im September auf Rang 13 und beim Pfalztrail vor zwei Wochen lief sie über 36km auf den dritten Rang. Straßenläufe sind nicht so ihr Ding, aber beim Gutenberg-Marathon in Mainz hat sie mal teilgenommen: "Wenn man da schon wohnt."

Woher kommt ihr Berglauf-Faible? Richtig, sie kommt aus Niederbayern, genauer aus Zwiesel. Mit dem 1456 m hohen Großen Arber ist die höchste Erhebung des Bayerischen Waldes in der Nähe. Als sie bei Kilometer 30 an Almuth Grüber vorbei lief, freute sie sich über deren aufmunternde Worte: "Ich übergebe Position eins, viel Erfolg."

Der Lauf hat Juliane Rößler viel Spaß gemacht, "tolle Stimmung an der Thingstätte und der Himmelsleiter". Sie fand die Strecke nicht sonderlich schwer, die Treppenpassagen gar kurzweilig. Trotzdem kam es zu einem ersten Sturz in ihrer Laufkarriere. Ein Bauchplatscher, so ihre Worte, auf den letzten 4 Kilometern, auf einem Streckenabschnitt, auf dem man gar nicht mehr stürzen konnte. War aber auch nicht weiter schlimm. Den Sturz hat sie unbeschadet überstanden, die Sorge galt mehr ihrem Smartphone, dass sie im Schultergurt mit sich trug. Und warum diese langen Landschaftsläufe: Juliane schmunzelt: "Da ist man als Frau besser platziert." Unabhängig von der Teilnehmerzahl, kann nur eine siegen. Es kamen 21 Läuferinnen und 82 Läufer ins Ziel.

Auf den letzten Kilometern wird das Heidelberger Schloss zunächst passiert und durch den Schlossgarten Richtung Ziel gelaufen

Aufgepasst? Bisher sind wir in Summe bei 566 Zieleiträgen. Es fehlen 100 weitere zu den unpassenden, einleitenden Worten. Die steuerte der Prolog am Samstagnachmittag bei.

Triple Perform Twilight Trail - 5 km und 245 Höhenmeter - das WarmUp

Pierre-Emmanuel Alexandre und Markus Mingo boten den Zuschauern einen spannenden Zweikampf, der zugunsten des 12 Jahre jüngeren ausging. Für Pierre wurden 25:22 gestoppt, Markus folgte neun Sekunden später ins Ziel. Dritter wurde Felix Girault in 26:40.

Bei den Frauen war Roxane Peterhans in 32:21 nach ihrem Ritt über die Himmelsleiter hinauf zum Königstuhl und über anspruchsvolle Trails 17 Sekunden schneller zurück auf dem Molkenkurweg als Beatrice Casati, die in 32:38 ihre Teamkameradin vom engelhorn sports team, Kathrin Lehnert auf den dritten Rang in 32:56 verwies.

Die Doppelstarter Pierre Emmanuel Alexandre und Markus Mingo (li.) - Beim Prolog über 5km belegten sie die Plätze 1 und 2, am Rennsonntag gab es für beide einen ersten Platz Preise und Applaus durch Maria Morganti vom Titelsponsor GELITA bei den Siegerehrungen, hier für die ersten Drei des Salomon Long Distance Trail Organisationsleiterin Jessica Herbert mit der neuen Siegerin über den 50 Kilometer langen Salomon Long Distance Trail Juliane Rößler
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Auch eine gelungene Veranstaltung kommt zum Ende

Die Messen waren gesungen, die Siegerpreise übergeben. Rings um den Karlsplatz lungerten geschundene, meist glückliche Trail-Giganten herum, machten es sich auf ungemütlichen Bordsteinen bequem, fachsimpelten über das Erlebte. Bis zum Zielschluss wurde den Helferinnen und Helfern noch Geduld abverlangt. Die Leistungsschere geht beim Trail eben ziemlich weit auf. Es war nur wenige Schritte zum Auto, hatte man in der Tiefgarage direkt unterm Karlsplatz geparkt, so dass man rasch in trockene Kleidung wechseln konnte. Apropros trocken, das blieb es bis in den Nachmittag, so dass die Austragung weitgehend bei sehr guten äußeren Bedingungen über die Bühne ging. Böige Winde drangen kaum bis in die Täler der waldreichen Strecken vor.

Dr. Christian Herbert, Geschäftsführer des Veranstalters M3, konnte zurecht zufrieden sein und lobte sein Team und alle Beteiligten. Wieder wurden die Hygienevorgaben diszipliniert eingehalten und die Vorgaben gut umgesetzt. Nun schon mit einer gewissen Routine realisiert, dürfte dennoch die Hoffnung viel Raum einnehmen, die 10. Austragung endlich wieder frei von Beschränkungen organisieren zu dürfen. Schon diesmal erfolgte eine Aufhebung der Limitierung hinsichtlich Teilnehmer und Zuschauer, doch zu einem so späten Zeitpunkt, dass diese kaum noch in Anspruch genommen wurde. Zumal es im Laufherbst des Jahres 2021 zu einem Überangebot an Angeboten kam, durch aus dem Frühjahr verlegte Veranstaltungen und einem einsetzenden Verdrängungswettbewerb um Termine, die nach den erzwungenen Absagen im Vorjahr nun vermeintlich frei verfügbar schienen. Dazu die bereits erwähnte Schwemme an Meisterschaftsrennen. Man wird sich in der Szene wohl so einiges zu verzeihen haben.

Für M3 geht es sogleich mit dem Franklin Meilenlauf in Mannheim weiter und die Woche darauf beim Strahlenburgtrail in Schriesheim, dem finalen Wertungslauf des engelhorn sports Trailcup.

Bericht und Fotos von Constanze & Walter Wagner

unter

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