24.10.21 - Föhren 4. IRT - Park Halbmarathon

mit Rheinlandmeisterschaft Halbmarathon und 5km (M/J U16)

Meisterparcours in Corona-Zeiten

von Holger Teusch 

Zum vierten Mal in Folge richtete die LG Meulenwald Föhren im Industriepark Region Trier die Rheinlandmeisterschaften im Halbmarathonlauf aus. Nur dank des Parcours durch das Gewerbegebiet gab es in Corona-Zeiten überhaupt Verbandstitelkämpfe.

 

Als Wolfram Braun, der Vorsitzende der LG Meulenwald Föhren, 2012 mit der Idee aufwartete, im Industriepark Region Trier (IRT) eine Laufveranstaltung zu organisieren, gab es nicht wenige Skeptiker. Laufen im Industriepark, das hört sich nicht unbedingt attraktiv, schon gar nicht abwechslungsreich an. Wer das etwa 2,5 Quadratkilometer große Gebiet zwischen Föhren, Bekond und Hetzerath, wenige Kilometer östlich von Trier gelegen nicht kennt, könnte auch auf die Idee kommen, dass Sport zwischen Industrieanlagen wenig gesundheitsförderlich, vielleicht sogar schädlich sein könnte. Im IRT rauchen aber nicht die Schornsteine und auch ansonsten erinnern weite Teile des Gewerbegebiets nicht an das Klischee von schmutzig grau-braunen Straßen.

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Viel Grün (im Herbst auch buntes Laub), ein eigens angelegter Park sollen den rund 3000 hier beschäftigten Menschen ein angenehmes Arbeitsklima bieten - und Sportlern gute Laufbedingungen.

Läufer kommen aus dem Nebel: Halbmarathonläufer bekamen die Sonne am vorletzten Sonntag während des Rennens am Vormittag nicht zu sehen. Erst später klarte es auf Lennart Rüdel (LLG Hunsrück/532/1:17:29) und Michael Comes (LG Bernkastel-Wittlich/rechts/1:17:17) lagen auf der ersten der beiden kleinen Runden noch vor dem Luxemburger Laurent Mei (40) und Thierry van Riesen (LG Rhein-Wied)
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Ein Erlebnisparcours aufgrund landschaftlicher Highlights wird ein Lauf durch den IRT deshalb natürlich noch lange nicht. Aber zwei Punkte sprechen für das Gebiet: Es ist flach! Eine Eigenschaft, die man in der Eifel-Mosel-Hunsrück-Region nicht so einfach findet. Es sei denn, man weicht an die Flussläufe, insbesondere die Mosel aus. Dann muss man allerdings mit einem entsprechenden Aufwand (finanziell wie personell) für Absperrungen und Umleitungen (auch von Radwegen!) rechnen. Dieser Aufwand ist im IRT an Wochenenden, insbesondere sonntags, gering. Zum überwiegenden Teil geht es sowieso über Park- und Radwege (die anders als an der Mosel aber nicht stark von Touristen frequentiert sind). An den Straßen kommt die LG Meulenwald Föhren teilweise sogar mit einer Sperrung für die Läufer aus. Die Stellen, an denen Streckenposten stehen müssen, sind überschaubar. Nachteil zu normalen, Vorteil in Corona-Zeiten: das IRT liegt abseits von Wohnbebauungen und Ausflugszielen. Abgesehen von Trainern, Betreuern und Familienangehörigen verirren sich nur wenige Zuschauer an die Strecke.

Beeindruckender Lauf: Der 42-jährige Kai Merten von der TG Konz siegte in 1:10:51 Stunden überlegen. Ende August war er in Köln bereits eine Minute schneller gewesen (1:09:53). Beim Berlin-Marathon erzielte er 2:28:26 Stunden und eine vor den Halbmarathon-Meisterschaften lief er ebenfalls im IRT-Park in 32:22 Minuten 10-km-Bestzeit Martin Müller von der ausrichtenden LG Meulenwald Föhren wurde in 1:13:27 Stunden Vizemeister Der Luxemburger Laurent Mei (links, CA Fola) war in 1:15:39 Stunden drittschnellster Läufer im IRT-Park, wurde aber natürlich nicht in die Rheinlandwertung aufgenommen. Den Bronzeplatz der Verbandsmeisterschaft sicherte sich Thierry van Riesen von der LG Rhein-Wied in 1:15:59 Stunden

Während im ersten Corona-Jahr zunächst nur in Stadien mit Zugangskontrolle Wettkämpfe durchgeführt wurden, wurde der LG Meulenwald Föhren im IRT schon im August 2020 ein Straßenlauf genehmigt. Besser gesagt: mehrere an einem Tag! Denn aufgrund der Corona-Beschränkungen durften immer nur 30 Läufer auf einmal auf die Strecke. Es wurden kurzerhand zehn einzelne Rennen ausgetragen und via Nettozeit in einer Ergebnisliste zusammen gefasst. Nicht wirklich toll, aber besser, als gar nicht zu laufen! Unter ähnlichen Bedingungen wurde Anfang Juni erstmals für 2021 wieder ein Straßenlauf in der Region Trier organisiert. Bei den beiden Herbstläufen waren 2020 wie auch in diesem Jahr wieder Massenstarts erlaubt.

In Lauerstellung: Rheinlandmeisterin Chiara Bermes (LT Schweich/1:29:01) geht ganz entspannt hinter der am Ende Zweitplatzierten Franziska Schneider (VfL Waldbreitbach/1:30:50) in die vorletzte 4-km-Runde. Dahinter setzt aus dem Nebel der schnellste Mann Kai Merten zum Überrunden an Hahn im Korb: Bernhard Pawelke (LG Bernkastel-Wittlich/4. M55 in 1:37:58) zusammen mit der Gesamt-Dritten und W35-Gewinnerin Diane Schmidt (LT Schweich/534/1:33:53) und seiner LG-Kollegin Bettina Weber (547/2. W30 in 1:38:01) nach etwa einem Kilometer

Ohne das Engagement der LG Meulenwald Föhren hätte es sowohl 2020 wie auch 2021 wohl keine Rheinlandmeisterschaften im 10-km- und Halbmarathonlauf gegeben. Die 10-km-Titelträger wurden jeweils Mitte Oktober im Rahmen des IRT-Läufermeetings ermittelt, 2012 der Keimzelle aller IRT-Rennen. Die Halbmarathonmeisterschaften fanden am vorletzten Oktober-Sonntag bereits zum vierten Mal in Folge im Industriepark statt.

Alwin Nolles von der LG Meulenwald Föhren ist seit bald 40 Jahren im Wettkampfgeschehen dabei und siegte in 1:24:02 Stunden in der M55 Stefan Zenzen aus der Nähe von Trier hätte die M45-Wertung der Rheinlandmeisterschaft in 1:21:14 Stunden gewonnen. Aber der 47-Jährige gehört keinem Verein an

Bei Nebel und empfindlicher Kühle gab es gute, wenn auch keine überragenden Resultate. Zumindest, wenn man den Altersklassenfaktor außer Acht lässt. Dieser lohnt sich bei der Siegerzeit von Kai Merten aber einzubeziehen. Denn mit 42 Jahren ist der Läufer der TG Konz nicht nur einer der ältesten Rheinlandmeister, seine Siegerzeit von 1:10:51 Stunden gehört in dieser Altersklasse deutschlandweit zu den besten. Dabei ist Merten Ende August in Köln bereits fast eine Minute schneller gewesen (1:09:53). Nach 10 km (32:50) war er sogar noch auf Bestzeitkurs. Doch Nebel, Kälte und fehlende Begleitung auf dem letzten Renndrittel ließen diese dann außer Reichweite kommen.

Er hätte es gerne gehabt, wenn die Sonne früher durch das Grau gebrochen wäre, sagte Merten. Doch erst bei der Siegerehrung (wie alles unter freiem Himmel) wurden er, Lokalmatador und Vizemeister Martin Müller (LG Meulenwald Föhren/1:13:27) und der drittplatzierte Thierry van Riesen (LG Rhein-Wied/1:15:59) von deren Strahlen gewärmt.

Klaus, genannt "Eule", Frings vom SV Altenahr siegte in 1:30:52 Stunden in der M60 M60-Vizemeister Edgar Bauer von der LG Bernkastel-Wittlich (1:44:03) führt das Trio mit M70-Sieger Ferdinand Kremer (505/LT Schweich/1:44:08) und dem glücklichen M45-Schnellsten Thorsten Krist (506/Lauffreunde Nahetal/1:44:00) an Unverwüstlich: Rainer Eich von der DJK Ochtendung siegte in 1:31:09 Stunden in der Altersklasse M65

Etwas wärmer hätte es während des Rennens auch gerne Chiara Bermes gehabt. Die 27-Jährige vom Lauftreff Schweich war erst eine Woche zuvor an gleicher Stelle mit persönlicher Bestzeit von 35:19 Minuten Rheinlandmeisterin über 10 km geworden. Bei den Halbmarathon-Titelkämpfen feierte die 5000-Meter-DM-11. ihr Wettkampf-Debüt über 21,1 km. Angesichts der Unterdistanzzeiten war Bermes Favoritin, sollte sich eine Woche nach dem Bestzeiten-Zehner und sechs Tage vor der Veranstaltung ihres Vereins im benachbarten Schweich schonen. So lief die Mathematikerin lange Zeit zusammen mit Franziska Schneider vom VfL Waldbreitbach. Erst auf der letzten von vier großen, gut 4 km langen Runden (zu Beginn wurden zwei kleinere Runden absolviert) entschied Bermes das Rennen für sich. Am Ende in 1:29:01 Minuten allerdings sehr überlegen vor Schneider (1:30:50) und ihrer Vereinskameradin Diane Schmidt (1:33:53).

Der Spanier Antonio Blanco im Trikot der LG Laacher See (4. M40 in 1:27:31) schüttelt auf den letzten Metern M35-Sieger Lars Olk (LG Bernkastel-Wittlich/1:27:33) ab Lockerer Lauf für eine Meisterschaft: Dominik von Wirth von der TG Konz (links) und Yannik Erz (LG Bernkastel-Wittlich) liefen nach 1:24 Stunden gemeinsam ins Ziel Mystisch wirkten die Brücken über die kleinen Teiche im IRT-Park im zähen Morgennebel des vorletzten Oktober-Sonntags
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Für LT-Schweich-Vereinschef Dirk Engel, der sich in 1:26:59 Stunden seinen ersten M50-Titel sicherte wichtig: "Seine" Frauen gewannen - komplettiert durch Simone Anell (1:39:11) - auch die Teamwertung. Bei den Männern feierte die LG Bernkastel-Wittlich einen Doppelerfolg mit ihren Mannschaften auf Platz eins und zwei.

Bericht und Fotos von Holger Teusch

Ergebnisse leichtathletik.de Infos www.lg-meulenwald-foehren.de

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