GELITA Trail Marathon Heidelberg wird im LaufReport präsentiert von
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3. & 4.10.20 - 8. GELITA Trail Marathon Heidelberg

Viral, vital und sensationell

Joanna Zukowska-Kasprszyk und Nikki Johnstone siegen auf der Königsdistanz

Merle Brunnée und Markus Mingo gewinnen den Trail-Marathon

Tinka Uphoff und Pierre-Emmanuel Alexandre schnellste beim Half-Trail

von Constanze & Walter Wagner 

LaufReport Foto-Impressionen vom GELITA Trail Marathon Heidelberg HIER

Ganz unter dem Eindruck der Virus-Pandemie stand die 8. Austragung des Trail-Marathons in der Touristenhochburg Heidelberg und zeigte einmal mehr wie stark das Veranstaltungsleben von den massiven Auflagen betroffen ist und warum dies oft auf Unverständnis stößt.

 

Waren Mund-Nasen-Bedeckung im Start-Ziel-Bereich und in den Verpflegungszonen vorgeschrieben, zur Nachverfolgbarkeit persönliche Angaben zu machen und eine Gesundheitserklärung abzugeben, kam man beim Anmarsch aufs Wettkampfareal am Tag der deutschen Einheit unweigerlich mit gänzlich ungeschützten Touristenströmen in Kontakt, wie etwa beim Twilight Trail am Samstagabend.

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Am sonnigen Sonntag musste man sich nicht den engen Aufstieg zum Schloss mit den Urlaubern und Tagesgästen teilen, dafür ballten sich die Massen aus aller Herren Länder in den Cafés und Baudenkmälern.

Am Samstagabend fand die Premiere des Triple Perform Twilight Trails statt. Die 5 Kilometer lange Strecke führte in der Dämmerung über die Himmelsleiter hinauf zum Königstuhl und wieder zurück zum Ziel auf dem Molkenkurweg
Nichts für reine Asphalt-Cowboys:
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Läuferinnen und Läufer hielten sich strikt an die Verordnungen, ein Mund-Nasen-Tuch gab es beim Zugang auf dem Kornmarkt, wo auch Desinfektionsspray bereit stand. Nicht einfach war es in den Verpflegungszonen, denn mit der Maske vor dem Mund war die Versorgung nicht zu bewerkstelligen. Alle Einschränkungen wurden klaglos hingenommen, es herrschte allgemeine Freude, dass überhaupt wieder gelaufen werden konnte und dies bei einem mit enormen Aufwand betriebenen Lauf.

 

Als es die Agentur M3 im Oktober 2013 wagte in Heidelberg einen Marathon mit dem Zusatz Trail aus der Taufe zu heben, erntete man sogleich geteilte Stimmen. Von "die spinnen doch", angesichts der abverlangten "Himmelsleiter", einer rohbehauenen Sandsteintreppe hinauf auf den 567 m hohen Königstuhl, bis zur Klage über einen zu geringen Trailanteil reichten die Urteile. Letzterem begegnete der Veranstalter mit Streckenveränderungen. Die Himmelsleiter blieb fester Bestandteil und für die Teilnehmer*innen des im letzten Jahr eingeführten Ultramarathons kommt es zum doppelten Genuss quasi Direttissima den Heidelberger Hausberg zu erstürmen.

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Gleichwohl waren die Wege und Steine in diesem Jahr trocken. Rutschpartien, die häufiger mit aufgeschlagenen Knien endeten, sah man diesmal nicht.

Sahnehäubchen des GELITA Trail Marathon Heidelberg sind die grobgehauenen Sandsteinstufen der Himmelsleiter. Egal welche Disziplin, ob Twilight Trail, 50km-Long Distance Trail, 42,2km-Trailmarathon oder 30km-Half-Trail, alle kommen mehr oder weniger in diesen Genuss. Die Half-Trailer ein kurzes Stück bergab, die Marathon und Long Distance Trailer bergauf

Dem Bemühen der ums finanzielle Überleben ringenden Veranstaltungsagentur war es zu verdanken, dass sich die noch junge Geschichte des Heidelberger Trail-Marathons lückenlos fortschreiben konnte. Nach der Absage des SRH Dämmer Marathon in Mannheim, musste das Team um Dr. Christian Herbert auch für den FRANKLIN Meilenlauf in Mannheim die Segel streichen. Für den Trail-Marathon zauberte der Organisator, legte einige Programmpunkte, wie etwa den Staffel-Marathon auf Eis, akzeptierte das Teilnehmerlimit, den Verzicht auf Verköstigung und Siegerehrungen, nahm den Mehraufwand für Absperrungen und Teilnahme-Belehrungen hin.

 

Letztlich waren alle Steine aus dem Weg gerollt, ausgenommen die auf den trailligen Pfaden, wo sie sich mitunter ziemlich gemein unterm Laub verborgen hielten.

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Als das Wochenende begann, wurde es quasi amtlich, der getriebene Aufwand war nicht umsonst, die Läufe würden stattfinden können. Schaut man über die Grenze nach Tschechien, wo am gleichen Wochenende ein Geländelauf mit 2067 Läufer*innen von RunCzech noch vor Einführung von Maßnahmenverschärfungen durchgeführt wurde, hofft man bei uns ebenfalls auf das Aufkeimen weiterer Laufveranstaltungen, zumal sich die Sportler hier wie dort als vorsichtig und besonders diszipliniert zeigen. Da das Startprozedere mit der Aufteilung in kleine Gruppen das Renngeschehen nebulös verschleiert, bleibt den Sieganwärtern nur, alles zu geben, denn alleine die direkten Gegner nieder zu halten, reicht am Ende nicht zwingend zum Sieg. Dies erlebte man am Samstag beim Kohlbrandbrückenlauf in Hamburg und ebenso in Heidelberg beim neuen Opener, dem nur 5 km langen Twilight Trail, der seine Feuertaufe bestens bestehen konnte und vielleicht sogar die Coronakrise überdauern wird.

Triple Perform Twilight Trail

Den neuen Prolog am Vorabend des Trail-Marathons nutzten einige Trailläufer*innen zum Aufwärmen. Ausdrücklich gewarnt davor, diesen Lauf wegen der geringen Distanz nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, verlangte der "Ersatz" des coronabedingt gestrichenen Himmelsleiter Trails den Teilnehmer*innen einiges ab. Erschwerend zum Aufstieg über arg groben 850 Sandsteinstufen hinauf zum Königsstuhl, kam beim technisch anspruchsvollen Abstieg die einsetzende Nacht hinzu, die im Schein der Stirnlampe Trittsicherheit abverlangte.

Doppelstarter Pierre Emmanuel Alexandre (am Sonnatg startet beim beim Half Trail über 30km) gewinnt den Triple Perform Twilight Trail Simão Albuquerque aus Portugal freut sich über Rang Zwei Als erste im Ziel des Triple Perform Twilight Trails war Sylvie Müller (li.), doch die später gestartete 17jährige Pauline Becker siegte

Als Favorit und mit viel Streckenkenntnis ausgestattet, konnte der 27jährige Pierre-Emmanuel Alexandre aus der nordwestfranzösischen Stadt Angers gelten, der zwar derzeit in Karlsruhe wohnt, aber in seinen Heidelberger Studentenjahren genau diese Streckenabschnitte gelegentlich auch abends lief. Der von Freunden nur Pierre gerufene konnte sich auf der Strecke durchsetzen, wenngleich ein ihm nicht bekannter Verfolger mächtig Druck machte und sich erst nach der Hälfte der Distanz abschütteln ließ. Pierre-Emmanuel Alexandre siegte in 25:17 min für das Salomon Trail Running Team, der unbekannte Gegner war der Portugiese Simão Albuquerque, Jahrgang 1997, der sich in 26:08 min den zweiten Platz vor dem noch zwei Jahre jüngeren Emil Friedemann Leibrock vom engelhorn sports Team - MTG Mannheim (27:11 min) sicherte.

Viele weitere Bilder vom Prolog TRIPLE PERFORM Twilight Trail im LaufReport HIER

Ein direktes Aufeinandertreffen der beiden schnellsten Damen wäre interessant geworden, so glaubte man mit Sylvie Müller vom ASC Darmstadt die Siegerin im Ziel zu haben, die dort nach 31:01 min als Erste eintraf. Doch in einem später gestarteten Block flog das 17jährige Leichtgewicht Pauline Becker von der TSG Wiesloch, begleitet vom gleichaltrigen Vereinskameraden und Klassensieger Julian Wieditz, drei Sekunden schneller durch den Parcours und entriss der in Mannheim wohnenden Südhessin den Auftaktsieg. Als Dritte in 33:20 min hätte man gern Beatrice Casati von der MTG Mannheim bei der Siegerehrung gesehen, doch waren derlei Feierlichkeiten dem Corana-Rotstift zu opfern.

157 Teilnehmende fanden im Schein ihrer vorschriftmäßig getragenen Stirnlampe unbeschadet das Ziel oberhalb der berühmten Schlossruine. Für Helfer und Ordnungskräfte war der Prolog eine gute Übung für den kommenden Hauptkampftag, denn die Twilight-Strecke war im Prinzip verkehrsfrei. Das Tragen von Gesichtsmasken, war vor und nach dem Lauf bei der Veranstaltung obligatorisch. Beim Anmarsch und auf dem Heimweg kam man aber unweigerlich mit den Flaneuren zwischen Schloss und Altstadt ins Gedränge.

Der Zielbogen auf dem Karlsplatz unterhalb des Heidelberger Schlosses zum 8. GELITA Trail Marathon Heidelberg ist aufgebaut Das engelhorn sports team auf allen Distanzen am Start: v.l. Marius Meyfarth (30km), Merle Brunée (Marathon) und Michael Chalupsky (50km) Die Brüber Markus (links) und Tobias van Ghemen vor ihrem Start zum Long Distance Trail. Trotz mangelndem Trainingszustand erreichten sie das Ziel nach 4:48:02 (Markus als 5. und 1. M50) und Tobias bei seiner Ultramarathonpremiere in 4:54:57 als 9. (1. M45)

GELITA Trail-Marathon

Sonntags rührte sich Heidelberg schon früh

Der erste Start erfolgte um 11.00 Uhr auf dem Karlsplatz im Herzen der Heidelberger Altstadt. Da die Trail-Distanzen Teilnehmer*innen auch aus weiter Ferne locken, war das Areal zeitig bevölkert. Begleitung und Zuschauer waren auch in Heidelberg nicht zugelassen und noch waren die frühen Touristen versprengt. Später lockte das schöne warme Herbstwetter wieder viele Tagesausflügler in die geschichtsträchtige Universitätsstadt, die sich gern in den Gartenlokalen und Cafés auf den Plätzen entlang der Heidelberger Hauptstraße tummelten.

Der Start auf dem Karlsplatz erfolgte in Blockstarts mit je 20 Läufern unterteilt nach Disziplin, erst Long Distance, dann Marathon, dann Half Trail

Salomon Long Distance Trail 50km

Die Läuferinnen und Läufer der längsten Distanz wurden zuerst auf die Strecke entlassen, diese aber bereits auch schon im 20er Pulk mit Abstand. Vorsortiert gingen die Favoritinnen und Favoriten jeweils im ersten Startblock ins Rennen, spätere Blocks waren alphabetisch zugeordnet und nicht nach Leistungsklassen. Die Frage, ob Vorjahressieger Nikki Johnstone tatsächlich vorne lag, beantwortete der Schotte aus dem Rheinland früh mit einem gewaltigen Vorsprung. Schon die wenigen Zuschauer an der Thingstätte stellten verwundert fest, dass die lokale Konkurrenz seinem Ansturm wohl nichts entgegen zu setzen hatte. Dies war allerdings auch keine wirkliche Überraschung.

Der Lehrer, der an einer internationalen Schule in Neuss Sport und Englisch unterrichtet, und in der Vergangenheit trotz enormer Wettkampfhäufigkeit eine verblüffende Verlässlichkeit an den Tag legt, baute im Verlauf des Rennens seinen Vorsprung kontinuierlich aus und siegte mit der Zeit von 3:45:58 h, verpasste also seine Vorjahreszeit trotz der langen Pause um nur 10 Sekunden. Im Ziel war sein Fazit: "Heute wusste man nicht, wo man steht." Er ist in den letzten Monaten weniger gelaufen. "Die letzten 10 Kilometer waren hart", räumte der M35er weiter ein. Er hat seit seinem Sieg im Januar in 32:03 min beim 10 km Angerlauf in Duisburg keine Läufe mehr bestritten. "Und dann noch 5 Monate Kurzarbeit, und die Kinder sind so eine Bereicherung", erinnert er sich an die zurückliegende Zeit: "Es freut mich, wieder dabei zu sein. Es hat mir stark gefehlt."

Long Distance Trailer Nikki Johnstone taucht mit großem Vorsprung an der Thingstätte bei km 5 auf Pia Winkelblech führt zunächst das Frauenfeld in der Long Distance Wertung an

Michael Chalupsky fand aus Mangel an anderen Möglichkeiten zum Trail, lief im September beim Innsbruck Alpine Trailrun Festival über die Marathondistanz auf Rang 3. Dass er nicht nur flach laufen kann, belegt sein Sieg beim SAS Heidelberger Halbmarathon im letzten Jahr. Aber auch am Trail-Marathon hatte er bereits zweimal teilgenommen. "Aber ohne Ambitionen", so der Lokalmatador vom engelhorn sports team - TV Schriesheim. 2014 war er nach 3:59:40 im Ziel, im Folgejahr in 3:41:17. Beim SRH Dämmer Marathon lief er im Vorjahr auf Rang 4 ins Ziel. "Gegen Nikki habe ich keine Chance", erkannte er dessen Überlegenheit an. "Bergab habe ich Zeit liegen gelassen." Immerhin traten keine Verletzungsprobleme auf. "Spaß hat es gemacht", so der "erste Verlierer", nach 4:12:52 und 2200 Höhenmetern im Ziel. Nun hofft er auf einen schnellen Marathon im Frühjahr mit dem Zeitziel 2:25 h. Seine persönliche Bestzeit steht bei 2:29:20 und über 10 Kilometer bei 31:05 min.

Unauffällig lief Matthias Krah dahinter, rückte aber Meter um Meter näher heran. Im Ziel wurde für den Dritten für compressport - ON die Zeit von 4:14:29 notiert. Der Unterfranke aus der Nähe von Aschaffenburg war im vergangenen Jahr bester Deutscher über 170 km beim Ultra Trail du Mont Blanc. Er bevorzugt Distanzen von 100 bis 120 km, aber immer im Gebirge, da kam das Ziel in Heidelberg für ihn einen Ticken zu früh. Seine Marathonbestzeit im Flachen lief er in Düsseldorf in 2:36 Stunden.

Führender Marathontrailer Markus Mingo in der Thingstätte Merle Brunnée hatte die Favoritinnenrolle beim Marathon

Jens Santruschek vom TV Bretten merkte man an, dass es nicht so richtig rund lief. Der zweimalige Sieger beim Magdeburg Marathon, weiter mit dritten Plätzen beim Ficucia & GAD Baden Marathon Karlsruhe und beim Heilbronner Trollinger Marathon auffällig, war gerade von einer Hirnhautentzündung, die er sich Mitte Juli zuzog genesen. Lange auf einem Podestplatz liegend, zeigte er sich als Vierter in 4:24:28 zufrieden im Ziel. "Bergab nach der Himmelsleiter war schwierig." Er läuft lieber die 50 km in Bretten, da kann er jederzeit abbrechen, wenn es nicht reicht. Im Kopf beschäftigt ihn derzeit mehr, dass sein Einkommen mit dem Kinobetrieb unter Corona leidet und dass der Start des neuen James Bond nun auch verschoben wurde, der endlich wieder Geld in die Kassen spülen sollte. Hygienevorschriften sind für den M40-Sieger im Beruf Alltag: "Viele zeigen sich uneinsichtig und der Betreiber muss dafür gerade stehen."

Long Distance Trailerin Joanna Zukowska-Kasprszyk taucht das erste Mal ins Blickfeld ... ... an der Schlossblickhütte, die an sonnigen Tagen einen herrlichen Blick bis tief ins Neckartal bietet Eszter Varga zeigt sich hier an zweiter Stelle im Marathonrennen der Frauen

Der Start der beiden van Ghemen Brüder war eine schöne Überraschung. Während der mit 48 Jahre jüngere Tobias seinen Wohnsitz nach Dachau verlegt hat, ist der 50jährige Markus in der Rhein-Neckar-Region ansässig. Beide haderten mit ihrer mangelnden Vorbereitung: "Unser Ziel ist Ankommen." Dieses hinderte sie aber nicht daran in ihren Altersklassen M45 und M50 den Sieg davon zu tragen. Der Ältere wurde in 4:48:02 für das engelhorn sports team - TV Schriesheim Fünfter im Gesamteinlauf.

Dass die Aufgabe nicht leicht werden würde, verriet der von Veranstalterseite zur Favoritin erkorenen Pia Winkelblech aus Kandel, die im nächsten Jahr wieder für den TSV Kandel starten will, ein Blick in die Starterliste. Dennoch lief die Vorjahreszweite befreit ihr Rennen und führte lange die Frauenkonkurrenz auf dem langen Kanten an. Beim zweiten Anstieg musste sie die spätere Siegerin auf der Himmelsleiter passieren lassen, versuchte mitzugehen, aber vergebens. In 5:31:08 wurde sie für das Team UltraSport / Jol Sport Athlet wieder Zweite.

Kurz vor dem Weißen Stein, Anfeuerung für den LDT Führenden Nikki Johnstone durch Christian Alles, Mitveranstalter des Schriesheimer Strahlenburg Trails Michael Chalupsky liegt auf Platz 2 in der Long Distance Wertung Jens Santruschek vom TV Bretten hat in der Verfolgung zunächst Rang 3 eingenommen

Joanna Zukowska-Kasprszyk hatte außer Pia niemand so richtig auf der Rechnung. Die polnische Staatsbürgerin lebt seit 7 Jahren in Heidelberg, hat im Hauptlabor von EMBL European Molecular Biology Laboratory die wissenschaftliche Leitung. "Meine Stärke ist mein Selbstbewusstsein und mein Glaube daran, alles erreichen zu können", verrät sie auf ihrem Profil im Internet. Neben Trails nennt sie Rennen bei Obstacle Races, also Hindernisläufen, als ihre Disziplinen. Dort landet sie regelmäßig auf dem Siegerpodest und bevorzugt auf der höchsten Stufe. Die 31jährige räumt entschuldigend ein, dass ihr Deutsch nach so vielen Jahren nicht gut ist. Man muss sie aber entschuldigen, denn an ihrem Arbeitsplatz ist Englisch Umgangssprache. Nach 5:25:19 war ihr Sieg unter Dach und Fach. Begeistert ihr Lob: "Wundervoll, gut organisiert, nette Leute." Dreimal war sie bereits beim 10 km langen Himmelsleiter-Trail dabei, kannte das Herzstück des Rennens also bestens.

Pierre Emmanuel Alexandre führt beim Half Trail über 30km Verpflegungstelle am Aussichturm auf dem Weißen Stein. Kilometer 10,5 für Half Trail, Kilometer 16,8 für Marathon + LDT (Long Distance Trail) Schnellste Frau beim 30km langen Half Trail wird Tinka Uphoff

Gerne hätte man Jasmin Volz von der TV Rheinau 1893 auf dem Treppchen gesehen, das die 23jährige nach 5:59:32 komplettierte. Dies war leider wegen Corona nicht möglich, so dass sich nach dem Zieleinlauf auch nur mühsam Stimmen einfangen ließen, denn ein geselliger Ausklang war untersagt und nur vereinzelte Läuferinnen und Läufer hielten sich noch etwas am Karlsplatz auf.

Gelita Trailmarathon mit 1800 Höhenmetern

Markus Mingo war im Vorjahr hinter Nikki Johnstone Zweiter beim 50 km Long Distance Trail. Nun hatte der deutsche Ultra-Trail Meister der Jahre 2017 und 2018 sowie Transalpine Run Gesamtsieger andere Pläne. Der Realschullehrer (Informatik, BWL und Sport) aus dem Bayrischen Wald startet am 17. Oktober beim Chiemgau Trail Run über 60 km mit 3147 Höhenmetern, da passte der Trail-Marathon dem 39jährigen besser in die Vorbereitung. Nach 3:11:24 war er für XC-Run als Sieger im Ziel. Seine zweite Teilnahme in Heidelberg, und: "Immer wieder gern! Es war super. Toll, dass es durchgeführt werden konnte. Respekt." Ihm folgten Philipp Zewe in 3:17:41 und Vorjahressieger Marius Klein (KTT 01), der sich von 3:36:10 auf 3:32:33 verbesserte.

Alexander Nicolaus (549) und Adrian Wolf vom A-Team laufen fast zeitgleich auf die Plätze 3 und 2 beim 30km langen Half Trail Bei den Frauen holt sich Lea Cagol von der LSG Karlsruhe den zweiten Platz im Half Trail Und auf Rang 3 läuft W50-Siegerin Kirsten Wieditz von der TSG Wiesloch

Beinahe war ihr Sieg Pflicht, denn als Siegerin des Mannheimer Dämmer Marathon 2018 und einem starken Saisonauftaktsieg über 50 km beim Rodgauer Ultramarathon, mit dem sie ad hoc Platz 10 der ewigen deutschen Bestenliste einnahm, war mit Merle Brunnée, der angehenden Ärztin im praktischen Jahr, zu rechnen. Die aus Bremen stammende 26jährige begann 2014 mit dem Laufsport, hat eine Marathonbestzeit von 2:51:30 h, startet für das engelhorn sports team - MTG Mannheim und strahlte dem Ziel entgegen. Das erreichte sie nach 3:35:12 als Erste. Wie es nach den noch zwei ausstehenden Prüfungen weiter geht, weiß sie noch nicht, will aber gern in der Region bleiben. Bis zum nächsten Dienst in der Heidelberger Unfallchirurgie hatte sie einen Erholungstag. Den braucht sie auch, denn: "War hart. Das Tempo ist schwer einzuschätzen. Downhill wollte ich nichts riskieren, wusste ja aber nicht, wer in den späteren Blocks gestartet ist." Nun also erster Start, erster Sieg. Eine makellose Bilanz. Besonders herausfordernd fand sie das lange Stück bis zum Fuße der Himmelsleiter und die danach folgende Downhill Passage. Weitere Starts plant sie zunächst nur bei 10 km-Läufen, wie etwa beim Hockenheimring-Lauf am 1. November.

Die Benediktiner-Abtei Stift Neuburg erreichen die Half-Trailer bei ca km 21, die Ü30-Distanzler haben hier etwa 27 km hinter sich

Auf Rang zwei lief Eszter Varga, Jahrgang 1981, von der Landau Running Company. "Heute lief es sehr gut", so die Tageszweite in 3:52:50. Vor zwei Jahren nahm sie am Half Trail über 30 km teil. Sie kommt aus Frankenthal, nördlich von Ludwigshafen, bevorzugt Trails bis 70 Kilometer. Normalerweise macht sie in dieser Jahreszeit Wettkampfpause, aber dieses Jahr lief ja alles anders. Sie hatte sich sofort angemeldet als es möglich war und wird noch andere Läufe, z. B. den Halbmarathon beim Königsforst Marathon in zwei Wochen mitnehmen. Am 19. September wurde sie beim Deichenwand-Trail über 11 km in Wilgartswiesen/Pfälzerwald Dritte. Diesen Rang sicherte sich beim Trailmarathon Isabelle Schöffl füf DAV Bamberg in 4:31:13.

Übrigens war Silvia Felt, die Marathonsiegerin des Vorjahres als Organisations-Helferin im Einsatz und somit mehr als entschuldigt.

Auf der Marathondistanz ist Markus Mingo uneinholbar Philipp Zewe folgt auf Rang 2 Vorjahressieger Marius Klein wird diesmal Dritter

engelhorn sports Half Trail über 30 Kilometer

Dass der Chemiker Pierre-Emmanuel Alexandre nach dem Prologsieg auch beim Half Trail gewinnen und seinen Vorjahressieg wiederholen würde, schien ausgemachte Sache. Der Überraschungssieger des Heidelberger Trail-Marathons im Jahr 2017, es war damals sein allererster Marathon, war im Training umgeknickt, hatte aber bereits am 19. September den Deichenwand-Trail im Pfälzerwald gewonnen. In der wettkampffreien Zeit suchte er sich mit dem Neckartrail eine Herausforderung, bewältigte den 126 km langen Fernwanderweg non-stop. LaufReport berichtete darüber. Auf den Plätzen folgten in friedlicher Eintracht die Läufer des A-Teams, Adrian Wolf in 2:32:15 und Alexander Nicolaus in 2:32:16.

Marathontrailerin Merle Brunée liegt auch in der Himmelsleiter-Passage weiterhin in Führung Eszter Varga hat ihren 2. Treppchenplatz im Marathonrennen der Frauen weiter gefestigt

Gar nicht schlecht war die Konkurrenz für die stark auftrumpfende Tinka Uphoff, der es mit Jahrgang 1983 und ihrem Vollzeitjob als Juristin noch locker zum Siegen reicht. In 2:35:09 gelang ihr das auch beim Half Trail gegen die im Verborgenen laufenden Mitbewerberinnen. Lea Cagol von der LSG Karlsruhe wurde in 2:42:53 Zweite und Kirsten Wieditz, im Vorjahr Vierte, schaffte es in 2:48:40 diesmal auf den Bronzerang und zum erneuten W50-Sieg. Die Läuferin der TSG Wiesloch, die lieber mit mehr Überblick gegen ihren Gegnerinnen in einem vorderen Startblock gewesen wäre, wurde aber alphabetisch hinten eingereiht. Zur Erinnerung, am Abend zuvor hatte ihr Sohn die Siegerin des Twilight Trail begleitet.

LDT-ler Nikki Johnstone hat das erste Teilstück der Himmelsleiter bei km 35 schon hinter sich, nun geht es für ihn nach der Zusatzschleife im Felsenmeer ein weiteres Mal noch einmal die ganze Himmelsleiter hinauf, jetzt aber mit 43 km in den Knochen Michael Chalupsky folgt weiterhin auf Platz 2 in der Long Distance Wertung Matthias Krah hat sich auf den 3. Rang vorgearbeitet

Christian Herbert, Geschäftsführer des Veranstalter M3, zog ein positives Fazit: "Die Strecke am Samstag war zwar kurz, aber dafür sehr anstrengend und technisch anspruchsvoll - die Himmelsleiter, getaucht in das Licht der Stirnlampen, das war fast schon ein magischer Moment."

Im Hinblick auf den Ablauf der Veranstaltung am Sonntag in der Heidelberger Altstadt führte er weiter aus: "Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben unser Hygienevorschriften sehr diszipliniert umgesetzt und sich an alle Vorschriften gehalten. Damit haben wir gemeinsam mit unseren großartigen Teilnehmern bewiesen, dass auch in Zeiten der Pandemie ein hygienisch einwandfreies Lauf-Event realisierbar ist. Für viele Läufer war es überhaupt der erste Wettkampf in diesem sehr schwierigen Jahr, in dem so viele Rennen abgesagt werden mussten." Einen besonderen Dank richtete er an die 150 Helferinnen und Helfer auf der Strecke oder im Start- und Zielbereich: "Diese haben die Veranstaltung erst möglich gemacht."

Auf den letzten Kilometern wird das Heidelberger Schloss zunächst passiert und durch den Schlossgarten Richtung Ziel gelaufen

Unisono richteten immer wieder Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihren Dank an den Veranstalter für den erkennbaren Kraftakt, den GELITA Trail-Marathon unter diesen Bedingungen zu schultern. Insgesamt umfassten die Ergebnislisten 501 erfolgreiche Einträge. Wie es mit dem Laufsport in Zeiten der Corona-Pandemie weiter gehen soll, steht in den Sternen. Ohne Großveranstaltungen dürften die Kassen bald leer und das Sponsoreninteresse verblasst sein. Überlegungen hin zu aufwandsärmeren kleineren Läufen hegt man auch bei M3, um den Fortbestand der Agentur zu retten. Bleibt zu hoffen, dass den Veranstaltern und den Unternehmen im wirtschaftlichen Umfeld das Überleben gelingt.

Bei dem zum zweiten Mal ausgetragenen 50 Kilometer langen Salomon Long Distance Trail siegte Joanna Zukowska-Kasprszyk aus Polen Medaillen von der Stange - Abstandregeln mussten auch bei der Übergabe der Zieltrophäen eingehalten werden
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Fotos von Constanze & Walter Wagner

unter

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