27.9. - 6.10.19 - 17. Leichtathletik Weltmeisterschaften in Doha

Marathon Frauen

Hitzeschlacht beim WM-Marathon der Frauen!!

Keine deutsche Teilnehmerinnen am Start

Bericht von René van Zee - Fotos von Jens Priedemuth 

800m Frauen Männer   1500m Frauen Männer   3000mH Frauen Männer
5000m Frauen Männer 10000m Frauen Männer Marathon Frauen Männer

27.9. - 6.10.19 - 17. Leichtathletik Weltmeisterschaften in Doha
Frauen Marathon

1.

Ruth CHEPNGETICH (KEN)

2:32:43

2.

Rose CHELIMO (BRN)

2:33:46

3.

Helalia JOHANNES (NAM)

2:34:15

40 Marathonläuferinnen im Ziel - 29 aufgegeben

Bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in London 2017
- 78 Marathonläuferinnen im Ziel - 14 aufgegeben

Am ersten Tag der Weltmeisterschaften in Doha war der Marathon Frauen. Es wurde viel diskutiert, ob man einen Marathon unter solch heißen Bedingungen machen sollte. Viele Läuferinnen verzichteten auf diesen Marahon. Die Organisation versicherte, dass zusätzlichen Maßnahmen getroffen wurden: extra Wasserposten, extra medizinische Betreuung usw. In meinen Augen war es doch unverantwortlich eine WM bei diesen Bedingungen zu organisieren. In der Vergangenheit gab es mehrmals Kritik an der IAAF, dass man den Marathon oft um 12.00 Uhr starten ließ. Wir erinnern uns an die WM in Moskau, wo viele Leichtathletinnen während des Rennens umkippten. Vor dem Rennen habe ich erwartet, dass viele Leichtathlinnen nicht ins Ziel kommen würden.

Mitten in der Nacht, dafür taghell erleuchtet, starteten die Marathonläuferinnen auf eine 6mal zu durchlaufende 7km Strecke
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

In Doha war die Startzeit um Mitternacht!!! 69 Leichtathletinnen aus 40 Ländern waren in der Hitzeschlacht von Doha dabei. Eine schnelle Zeit konnte man sowieso vergessen. Die schnellste je bei einer WM gelaufe Zeit ist von Paula Radcliffe mit 2:20:57 h in Helsinki. Die langsamste Marathonsiegerin einer WM war Catherine Ndereba im heißen Osaka 2007 mit 2:30:37 h. Edna Kiplagat (2011 und 2013) und Catherine Ndreba (2003 und 2007) gewannen zwei Mal den WM-Titel.

Edna Kiplagat war wieder am Start. Im Alter von 39 Jahren und 317 Tagen wäre sie die älteste Titelgewinnerin bei einem Weltmeisterschaftsmarathon (sie wurde 4. in 2:35:36). Jahresschnellste im Marathon ist die Kenianerin Ruth Chepngetich. Die Äthiopierin Ruti Aga (DNF) und 10.000-Meter-Europameisterin Lonah Chemtai Salpeter aus Israel (DNF) hatten ebenfalls mit starken Zeiten auf sich aufmerksam gemacht. Gewinnen würde jedoch die Athletin, die am besten mit den Bedingungen umgehen kann.

Edna Kiplagat läuft mit 39 Jahren und 317 Tagen als eine der ältesten Teilnehmerinnen auf Platz 4 in 2:35:36 Volha Mazuronak aus Weißrussland wird 5. in 2:36:21 und damit beste Europäerin Schnellste Mastersläuferin ist die US-Amerikanerin Roberta Groner mit 41 Jahren, sie wird 6. in 2:38:44. Ihre Landsfrau Carrie Dimoff läuft in 2:44:35 auf Rang 13

Titelverteidigerin Rose Chelimo (Bahrain) ist in diesem Jahr noch nicht unter 2:30 Stunden geblieben.

Für die deutschen Läuferinnen haben die Herbst-Marathonläufe Vorrang, zumal es für sie auch um das Erreichen der Olympia-Norm von 2:29:30 Stunden geht.

Favoritinnen waren die Weltmeisterin von 2017 Rose Chelimo und die Jahresweltbeste (2:17:08) Ruth Chepngetich (KEN). Bei Temperaturen von 32,7 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 73,3 Prozent war es für viele eine zu schwierige Aufgabe.

Nur 40 der 69 gestarteten Teilnehmerinnen kamen in Katars Hauptstadt ins Ziel. Es herrschte eine Geisterkulisse.

Die vier schnellsten Marathonfrauen haben sich früh abgesetzt: v.l. Ruth Chepngetich (KEN), Helalia Johannes aus Namibia, Edna Kiplagat aus Kenia und Rose Chelimo aus Bahrain Ruth Chepngetich aus Kenia läuft am Ende allein zur Goldmedaille

Beim ersten Weltmeisterschaftsnachtmarathon gewann Ruth Chepngetich (25) in 2:32:43 h, die langsamste Zeit bei einer Weltmeisterschaft bisher.

Titelverteidigerin Rose Chelimo aus Bahrain wurde Zweite in 2:33:46 h. Dritte wurde die Commonwealth-Siegerin aus Namibia, Helalia Johannes in 2:34:15 h.

Wenig Publikum, keine Atmosphäre. Es war kein gutes Vorbild, aber das war nicht das erste Mal, dass bei Weltmeisterschaften die Temperaturen viel zu hoch waren (Moskau, Osaka). Auch dort erreichten viele das Ziel nicht. Wenn ich Trainer wäre, wären meinen Athleten nicht gestartet!!! Dies gefährdet die Gesundheit der Athleten!!!

Die Hitze machte den Athletinnen schwer zu schaffen. Nastassia Ivanova aus Weißrussland, 17. in 2:48:41, lief ihre Marathon Bestzeit von 2:27:24 2012 in Düsseldorf Salomé Rocha aus Portugal, die ihre persönliche Bestzeit letztes Jahr beim London Marathon mit 2:24:47 aufstellte, erreichte das Ziel in Doha als 28. in 2:58:19 Die deutsch-palästinensische Marathonläuferin Mayada Al-Sayad (1. VfL Fortuna Marzahn), die in Hannover 2019 mit 2:39:28 h pB und palästinensischen Rekord lief, hielt das Hitzerennen in Doha durch und erreichte in 3:10:30 den 39. Platz

Reaktion Siegerin: "Es war ein hartes Rennen. Ich bin sehr glücklich über den Sieg und darüber, Gold nach Kenia zu bringen. Ich möchte eine weitere Goldmedaille in Tokio gewinnen", sagte Chepngetich nach der Tortur über 42,195 Kilometer und mit Blick auf die Olympischen Spiele 2020.

Intermediate Times:
5 km:
Lonah Chemtai SALPETER (ISR) 18:21 - DNF
10 km:
Visiline JEPKESHO (KEN) 36:44 - 15.
15 km:
Ruth CHEPNGETICH 54:01
20 km:
Visiline JEPKESHO (KEN) 1:12:34 - 15.
25 km:
Rose CHELIMO 1:31:01
30 km:
Rose CHELIMO 1:49:13
35 km:
Ruth CHEPNGETICH 2:07:23
40 km:
Ruth CHEPNGETICH 2:24:526

Für LaufReport berichten aus Doha:
Bericht René van Zee - Fotos Jens Priedemuth

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René van Zee Jens Priedemuth

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