5.9.21 - 45. Gießener Frühjahrslauf startet als "Spätsommerlauf"

Strahlender Sonnenschein und läuferfreundliche Temperaturen
entschädigen für Verschiebung

von Helmut Serowy 

Der Gießener Frühjahrslauf durch die Wieseckauen eröffnet traditionell die mittelhessische Straßenlauf-Saison. Das aktuelle Programm umfasst die Wettbewerbe über 5, 10 und 21,1 Kilometer.

 

Die flachen, vermessenen und bestenlistenfähigen Strecken entlang der Wieseck eignen sich vorzüglich zur Vorbereitung auf größere Ziele, bieten aber auch schon früh die Möglichkeit, schnelle Zeiten zu erzielen. Die von der Läufer- und Gehervereinigung (LGV) Gießen organisierte Veranstaltung blickt auf eine abwechslungsreiche Geschichte zurück und erlebte immer wieder Anpassungen mit wechselnden Start-Ziel-Bereichen, Streckenführungen und Streckenlängen. In den frühen Jahren fanden in ihrem Rahmen zwischen 1977 und 1983 auch sieben Marathonläufe statt.

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Der 45. Gießener Frühjahrslauf wurde als "Spätsommerlauf" mit Rennen über 5 und 10 Kilometer durchgeführt
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Ein markanter Einschnitt erfolgte zuletzt im Jahre 2013. Wegen umfangreicher Bauarbeiten zur 5. Landesgartenschau in Gießen 2014 musste die Runde durch den idyllischen Gießener Stadtpark Wieseckaue und um den Schwanenteich aufgegeben werden. Neues Zentrum ist jetzt die neben der Wendepunkt-Strecke liegende Sporthalle im Stadtteil Wieseck.

Zum Auftakt der Lauf-Serie um den Mittelhessen-Cup sorgten bei der 44. Auflage des Gießener Frühjahrslaufes im Jahre 2019 noch über 1000 Starter für reges Treiben auf den Strecken. Ein Jahr später zählte der Lauf dann allerdings zu den ersten, die vor Corona die Segel streichen mussten.

Vor dem Wiesecker Bürgerhaus traffen sich die Startgruppen vor dem 10-km-Rennen Organisationsleiter Oliver Lauff (re) gibt die Laufrichtung vor

Der 45. Gießener Frühjahrslauf konnte auch in diesem Jahr nicht gestartet werden. Die Organisatoren der LGV Marathon Gießen um ihren Vorsitzenden Oliver Lauff hielten sich aber die Option offen, zumindest einen Lauf mit Rennen über 5 und 10 Kilometer im Spätsommer durchzuführen. "In der aktuellen Lage muss man Pläne leider sehr häufig verwerfen oder einfach etwas umplanen. Mit dem diesjährigen Frühjahrslauf geht es uns nun auch so. In Absprache mit den anderen teilnehmenden Vereinen des Mittelhessen-Cups planen wir einen Spätsommerlauf", verkündeten sie anfangs der Saison. Schweren Herzens verzichteten sie auf die Durchführung des Halbmarathons. Aber auch auf die Bambini- und Schüler-Läufe, zu denen mit Unterstützung der Schulen immer wieder über 200 Nachwuchs-Sportler mobilisiert werden konnten. Zumindest zogen die Verantwortlichen den ebenfalls äußerst beliebten Frauenlauf im Schiffenberger Wald in Gießen als virtuelles Rennen durch.

"Frühjahreslauf im Spätsommer" lautete anschließend die Devise der Organisatoren der LGV Marathon Gießen, die zur Freude der Starter eine Woche nach dem Lahnpark-Lauf des Team Naunheim in Wetzlar nun die zweite Veranstaltung im Rahmen der Lauf-Serie um den Mittelhessen-Cup 2021 ausrichteten. Strahlender Sonnenschein und läuferfreundliche Temperaturen erinnerten tatsächlich an den eigentlich im März geplanten Lauf. Strenge Hygiene-Maßnahmen, Wellenstarts, der Verzicht auf die liebgewordene Läufer-Fete zeigten allerdings, dass derzeit die Straßenlauf-Veranstaltungen nur mühsam wieder Fuß fassen.

Fröhlich geht es auf die 10km Strecke

"Saugutes Wetter, schnelle Zeiten", waren das kurze und bündige Zwischen-Resümee des Vorsitzenden der LGV Marathon Gießen, Oliver Lauff, der sich freute, nach schier endlos scheinender Zeit wieder viele altbekannte Gesichter - wenn auch maskiert - begrüßen zu können. Deutlich mehr Helfer waren diesmal im Einsatz, um bei den außergewöhnlichen Voraussetzungen eine reibungslose Organisation zu gewährleisten. "Diese Veranstaltung ist die richtige Einstimmung auf unseren nächsten Frühjahrslauf", zeigte sich Lauff optimistisch, bald wieder an die vorhergehenden Veranstaltungen anknüpfen zu können.

Zuversicht verbreitet ebenfalls Sven Schnitker - Koordinator der im Mittelhessen-Cup eingebundenen Vereine. Nachdem auch 2021 wieder viele der geplanten Läufe gecancelt wurden, hofft er, dass die für Oktober geplanten Rennen in Treis und Leihgestern sowie die Auftakt-Wettbewerbe der Winterlauf-Serien im November in Alten-Buseck und Pohlheim stattfinden können. Damit würden zumindest sechs Veranstaltungen in die Wertung einfließen.

Gabriel Lautenschlager führt das 10-km-Feld vor dem späteren Sieger Moritz Weiß an Alexander Claas gewinnt als Dritter die M30 Rang vier und M35-Sieg erreicht Timo Biedenkapp Daniel Hoffmann führt die M45 an

10 Kilometer

Bei herrlichen Bedingungen bereiteten sich die 10-km-Läufer in ihren Startblöcken vor dem Wiesecker Bürgerhaus auf ihr Rennen vor. Nach dem Wellenstart mit Mundschutz nahmen sie mit Elan die 3-km-Schleife entlang des Flüsschens in Richtung des Gießener Stadtparks in Angriff. Bei der 3-km-Marke passierten sie wieder den Start-Ziel-Bereich und stürmten auf dem nunmehrigen Wendepunkt-Kurs weiter. Das Veranstaltungszentrum erreichten sie erneut nach 5 Kilometern um anschließend die zweite Runde zu absolvieren.

Auf dem schnellen, vermessenen Kurs ergriffen erwartungsgemäß Gabriel Lautenschlager vom TSV Krofdorf-Gleiberg und Moritz Weiß (Team Svens Laufshop) die Initiative. Eine Woche zuvor waren sie noch beim Lahnpark-Lauf in Wetzlar getrennt unterwegs gewesen. Moritz Weiß gewann hier mit Streckenrekord (1:12:30 Std) den Halbmarathon und Gabriel Lautenschlager dominierte in 33:13 min das 10-km-Rennen. Entlang der Wieseck jagten sie nun gemeinsam Kopf-an-Kopf über die Radwege. Im packenden Finish setzte sich schließlich Moritz Weiß - der hier die beiden letzten Halbmarathon-Läufe gewann - hauchdünn mit ausgezeichneten 32:54 min gegen den in 32:55 min folgenden Gabriel Lautenschlager durch.

Schnellster der M50 ist Volker Karger Johannes Hafer dominiert die M55 In der M60 setzt sich Michael Regina vor Peter Büchele durch Einen weiteren M65-Erfolg verbucht Harald Schick

Durchgängig als Solist war dahinter Alexander Claas vom Team Naunheim unterwegs. Als Dritter bestätigte er seine starke Form vom Wetzlarer Halbmarathon. Nach 34:59 min sicherte er sich zugleich den Erfolg in der M30. Aus der Verfolgergruppe löste sich Timo Biedenkapp (Schunk läuft) und holte sich letztlich ebenfalls unbedrängt den M35-Sieg in 35:31 min. Kämpferisch zeigte sich einmal mehr dahinter Felix Kern von der TSG Kleinostheim mit 36:23 min. Dichtauf liefen Sven Weisser vom Team Naunheim (37:05 min) und Sebastian Reif von der SK Winterberg (37:08 min) auf die zweiten Plätze in der M30 und der M35.

Schnellster Starter der M40 war Tomasz Stöckmann (42:45 min). Nach seinem Erfolg in der M45 mit 38:51 min verlängerte Daniel Hoffmann (FC St. Pauli Marathon) seine Aktivitäten in den Wieseckauen auf insgesamt 30 Kilometer. Eine Woche zuvor im Lahntal beim Halbmarathon erfolgreich, siegten nun Volker Karger vom MTV Gießen mit 41:34 min in der M50 und Johannes Hafer aus Wetzlar mit 39:44 min in der M55. Der hessische Seniorenmeister der M60 über 1500 m, Michael Regina vom TV Wetzlar setzte seinen Erfolgskurs mit 40:45 min vor Peter Büchele vom TSV Krofdorf-Gleiberg (41:47 min) fort. Auch Harald Schick vom Lauf-Treff Biebertal erweiterte in der M65 seine Siegesserie nach dem Halbmarathon-Erfolg in Wetzlar mit 45:01 min über 10 Kilometer fort. Die M70 gewann Elmar Stein nach 1:01:20 Stunden.

Anna Starostzik (W30) trumpf als 10km Siegerin mit 36:30 min auf Als Zweite führt Judith Krechting die Frauen-Hauptklasse an W45-Siegerin Ann-Kathrin Müller erkämpft sich "Bronze" im Gesamteinlauf

Zügig unterwegs waren in den taufrischen Wiesen östlich von Gießen auch die 10-km-Läuferinnen. Das eingespielte Moderaten-Duo Markus Bourcarde vom Team Naunheim und Sven Schnitker von der ausrichtenden LGV Marathon Gießen feierte im Start-Ziel-Bereich insbesondere die stark auftrumpfende Anna Starostzik, die berufsbedingt bei Baunatal lebt, für Spiridon Frankfurt startet, ihre Wurzeln aber im mittelhessischen Wallau bei Marburg hat. "Hier laufe ich besonders gerne", strahlte sie nach dem Auslaufen. Ihre 10-km-Bestzeit hatte sie erst Ende Juli bei der Berliner Laufnacht auf blanke 35:00 min gesteigert. Direkt nach einem Wanderurlaub ließ es die zierliche Läuferin in Gießen-Wieseck etwas ruhiger angehen. Sie mischte dennoch eifrig in der Verfolger-Truppe der Männer mit. Den Zielbogen erreichte Anna Starostzik schließlich in hervorragenden 36:30 min.

Platz vier bringt Sarah Haustein "Silber" in der W30 In der W35 liegt Zane Grike als 5. in Front Die Sechste, Sophie Cyriax, freut sich über den Gewinn der W40 Fikret Süt kontrolliert die W50-Konkurrenz

In der Vorbereitung auf den Berlin-Marathon ging auch Judith Krechting vom TSV Krofdorf-Gleiberg den 10-km-Lauf recht energisch an. Hochzufrieden schaffte sie die Strecke in 38:34 min als Zweite und Schnellste der Frauen-Hauptklasse. Ann-Kathrin Müller vom Team Naunheim startete als Dritte mit ausgezeichneten 39:17 min in die Saison und lag damit in der W45 klar in Front. Die 40-Minuten-Marke verpassten dahinter die W30-Siegerin Sarah Haustein vom Team Naunheim in 40:09 min und die zum Schluss noch einmal mächtig aufholende Halbmarathon-Siegerin von Wetzlar und stärkste W35-Starterin - Zane Grieke (Lübbers-mpt) - mit 40:15 min nur knapp.

Schnellste W60-Läuferin ist Bärbel Camara Petra Schladitz lässt in der W65 nichts anbrennen Isabelle Pawelleck gewinnt die Wertung der U16

Den sechsten Platz erreichte Sophie Cyriax vom USC Marburg, die sich nach 43:55 min in der W40 durchsetzte. Über ihren Erfolg in der W50 freute sich Fikret Süt vom Team Naunheim nach 46:51 min. Ursula Vogel vom TSV Allendorf/Lumda (55:28 min) lag in der W55 vorne. Ausgezeichnet hielten sich in der W60 Bärbel Camara vom TSV Cappel mit 51:08 min und in der W65 Petra Schladitz vom TV Kesselbach mit 52:00 min.

5 Kilometer

Über eine Runde führte der 5-km-Kurs in den Wieseckauen. Durch die deutliche Entzerrung des Programms wurde es hier den Startern nach der kühlen Witterung der vergangenen Tage bereits recht warm.

Niklas Raffin verteidigt seinen Titel über 5 km erfolgreich Unbedrängt läuft Janek Waldschmidt auf den zweiten Rang Der Dritte, Max Otto, liegt bei den A-Jugendlichen in Front

Nicht beeindrucken ließ sich dadurch Niklas Raffin vom TSV Krofdorf-Gleiberg. Vom Start weg zog er dem Feld davon und wiederholte seinen Sieg von 2019 sicher in 17:09 min. Ebenfalls solo unterwegs war Janek Waldschmidt vom ASC Dillenburg, der nach 18:29 min als Zweiter einlief. "Bronze" sicherte sich der A-Jugendliche Max Otto vom LAZ Gießen in 19:05 min vor M35-Sieger Thibault Hoffmann von der LGV Marathon Gießen (19:50 min). Jan Heberling (TheBabbsägg) lag nach 23:39 min bei den B-Jugendlichen, Norbert Kern vom AS LahnLaender Lahnau nach 25:49 min in der M55 vorne.

Einem klaren Erfolg über 5 km strebt Betty Will entgegen Dietlind Nieke feiert als Zweite eine flotte Zeit und den Sieg in der W35 Mit einem starken Finish stürmt Teresa Walter zu "Bronze" und Erfolg in der W30 "Geburtstagskind" Sven Schnitker (li) und Markus Bourcarde hatten als eingespieltes Moderatoren-Team alles im Griff
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Die Frauen-Konkurrenz führte ebenfalls überlegen Betty Will vom TV Wetzlar in flüssigem Laufstil mit 20:07 min an. Stark hielt sich als Zweite und W35-Siegerin Dietlind Nieke vom LC Diabü Eschenburg mit 21:17 min. Im Kampf um die Bronzemedaille hatte die W30-Schnellste Teresa Walter mit 23:06 min zum Schluss die größeren Reserven vor der zweiten W35-Starterin Saskia Hoffmann von der LGV Marathon Gießen (23:14 min). Katrin Lohse aus Wetzlar (27:37 min) gewann die W45, Susanne Ikemann (28:43 min) die W50 und Alice Henke-Saipt (Die Zwei + Eins, 35:32 min) die W60.

Mit Maske und Freibier nach dem Zieleinlauf ausgerüstet, machten sich alle Starter des "Frühjahrlauf im Spätsommer" durch die Wieseckauen nach kurzer Rast wieder auf den Heimweg, bedankten sich bei den Verantwortlichen der LGV Marathon Gießen, dass sie eine weitere Straßenlauf-Veranstaltung erleben durften und hoffen, dass 2022 wieder mehr Normalität einzieht.

Bericht und Fotos von Helmut Serowy

Ergebnisse lgv-marathon.de/fruehjahrslauf

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