26.9.21 - 47. Int. Adelholzener Hochfelln-Berglauf in Bergen

Andrea Mayr gewinnt zum elften Mal

Filimon Abraham Sieger bei den Männern

von Winfried Stinn 

Den 47. Internationalen Hochfellnberglauf, den der SC Bergen in Bergen/Chiemgau veranstaltete, gewannen die mehrfache Berglauf Welt- und Europameisterin Andrea Mayr (Österreich) und Filmon Abraham (LG Festina Rupertiwinkel) aus Eritrea. Damit setzten sich die Top-Favoriten durch.

 

Der Hochfelln-Berglauf gehört zu den anspruchsvollsten Bergläufen in Deutschland und wirbt zu Recht mit dem Slogan "Weltklasse am Start". Davon zeugen die Siegerlisten, wo sich u.a. mit Jonathan Wyatt, Helmut Schmuck, Antonio Molinari, Marco de Casperi, Petro Mamu, Andra Mayr, Isabella Zatorska, Swetlana Demidenko, Angela Mudge, Christian Fladt, Oliver Grüner, Birgit Sonntag und Martina Strähl unzählige Berglauf-Weltmeister/innen und Medaillengewinner haben eintragen lassen.

Viermal fand in Bergen die Deutsche Berglaufmeisterschaft statt. 2000 wurde die Berglauf-Weltmeisterschaft ausgetragen. Mehrmals war Bergen Austragungsort der Grand Prix- und Weltcup-Serie.

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Im Vorjahr konnte wegen Corona der Hochfellnberglauf nicht durchgeführt werden. Und auch diesmal stand wegen Corona lange Zeit nicht fest, ob der Lauf überhaupt stattfinden wird. Die Verantwortlichen des Skiclub Bergens, mit OK-Chef Jürgen Schmid an der Spitze, haben sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. "Wir wollten, nachdem Bibi Anfang im Frühjahr gestorben ist, den Lauf gerne ihm zu Ehren durchführen. Aber wenn man zwei Monate vor dem Termin noch nicht weiß, ob und unter welchen Bedingungen der Lauf stattfinden kann, ist das für eine größere Sportveranstaltung äußerst schwierig", so Schmid. Wegen der begrenzten Seilbahnkapazität musste für dieses Jahr die Teilnehmerzahl auf 150 begrenzt werden. Auch die Rahmenveranstaltungen, wie Nudelparty und Siegerehrung, fielen den Corona-Beschränkungen zum Opfer. "Zum Glück sind fast alle Sponsoren wieder an Bord. Insbesondere der Titelsponsor Adelholzener Alpenquellen unterstützt auch 2021 den Hochfellnberglauf", freute sich Schmid.

So stellten sich rund 150 Läuferinnen und Läufer am Sonntagmorgen bei der Talstation der Hochfelln Seilbahn dem Starter, um die 8,9 km lange Strecke anzugehen, die einen Höhenunterschied von 1074 Meter aufweist. Die Strecke führte über die Mittelstation zum Ziel, etwas oberhalb der Bergstation. Ein anspruchsvoller, landschaftlich reizvoller Lauf. Der Lohn für die Anstrengungen, eine traumhafte Aussicht auf den Chiemsee und die Alpen.

Andrea Mayr gewinnt zum elften Mal

Top-Star der 47. Auflage war die Österreicherin Andrea Mayr. Sieben Mal Gold bei Weltmeisterschaften, drei Mal Gold bei Europameisterschaften, mehr als 50 österreichische Staatsmeisterschaften, zweimalige Olympiateilmahme stehen auf dem Erfolgskonto der vielseitigen Sportlerin. Sie erreichte nach ihrem ersten Sieg 2008 zum elften Mal als Siegerin das Ziel unterhalb des Hochfelln-Gipfels und lief mit 48:33 Minuten eine sehr gute Zeit. Nur drei Männer waren schneller als sie. Mit ihrer Teilnahme löste Andrea Mayr ein Versprechen ein, welches sie unmittelbar nach Bibis Tod in einem von LaufReport veröffentlichen Nachruf, dass sie künftig weiterhin in Bergen an Bibis Lauf starten wird, angekündigt hatte. "Ich werde ihm zu Ehren weiter an seinem Lauf teilnehmen, wenn es mir irgendwie möglich ist. Ich bin mir sicher, dass auch er da sein wird. Mit Bibi verbinde ich natürlich unweigerlich seinen Hochfellnberglauf und die stets große Wertschätzung, die er uns Läufern gegenüber zeigte." (https://laufreport.de/vermischtes/berglauf/anfang/anfang.htm).

Und auch diesmal zeigte sich Andrea Mayr, die in dieser Saison mehrmals in Italien für Erfolge sorgte, beeindruckt und fasste ihre Begeisterung in wenigen Worten zusammen. "Bergen war wieder einmal eine Reise wert. Super Wetter, super Stimmung an der Strecke, eine würdige Bibi-Gedenk-Veranstaltung", so die Österreicherin.

Zweite wurde Annika Seefeld in 58:50 Minuten. Die für das Sparda-Team Rechberghausen startende Läuferin feierte bislang ihre größten Erfolge im Nationaltrikot der deutschen Berglauf-Nationalmannschaft, wo sie bei den Juniorinnen mit dem Team Gold bei der Welt- und bei der Europameisterschaft gewann. Auf Platz drei kam in 59:58 Minuten Lena Bächle (SV Oberteisendorf), die im Juli beim Zermatt Marathon den Halbmarathon-Wettbewerb gewonnen hatte. Den vierten Platz erkämpfte sich Birgit Sonntag-Unterberger (Kleinmachnower Lauf Club), die im Jahr 2000 an gleicher Stelle Vize-Weltmeisterin hinter der Britin Angela Mudge wurde. Auch Birgit Sonntag-Unterberger hatte viele Jahre lang ein besonders herzliches Verhältnis zu Anfang. Moni Fritz belegte Platz fünf.

Auch bei den Männern gab es durch Filimon Abraham einen Favoritensieg. Abraham, der in den vergangenen Jahren immer wieder durch erste Plätze und vorderen Platzierungen bei Klassikern wie den Großglocknerlauf für Schlagzeilen sorgte, siegte in 43:11 Minuten. Zweiter wurde der mehrfache österreichische Staatsmeister im Berglauf und Sieger des diesjährigen Kitzbüheler Hornalaufes Manuel Innerhofer (LC Oberpinzgau) in 44:19 Minuten vor David Sambale (SC Immenstadt/ 37:59). Martin Leitner (Team BMK Jettenberg) und Anian Rottmüller (TuS Bad Aibling) belegten die Plätze vier und fünf. Die Chiemseewertung gewann der Gesamtsieger Filmon Abraham vor dem Viertplatzierten Martin Leitner und dem Sechsten Anian Rottmüller. Frauensiegerin der Chiemseewertung wurde dir Drittplatzierte Lena Bächle vor Carla Schmidhuber und Kati Wallweger.

Favoritensieg durch Filimon Abraham beim 47. Int. Adelholzener Hochfelln-Berglauf
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Der Mut, die Veranstaltung trotz Corona bedingter Einschränkungen durchzuführen, wurde belohnt. So konnte OK-Chef Jürgen Schmid ein positives Fazit ziehen. "Tolles Wetter, ein gutes Rennen, zufriedene Läufer. Was will man als Veranstalter mehr", war seine erste Reaktion und weiter: "Natürlich wäre es schön gewesen, wenn wir frühzeitig fest planen hätten können, wenn wir die Veranstaltung entsprechend hätten bewerben können und wie sonst eine große Anzahl an Spitzenläufern am Start gehabt hätten. So hatte der 47. Hochfellnberglauf einen etwas regionaleren Anstrich. Die Spitze war mit Filimon Abraham und Manuel Innerhofer bei den Männern und Andrea Mayr bei den Frauen etwas dünn, aber absolut erstklassig. Filimon war in Höchstform und Andrea wie gewohnt souverän am Hochfelln."

"Zu den notwendigen Änderungen gehörte auch eine geringe Modifikation des Zieleinlaufes. Die letzten paar Meter auf die Terrasse des Hochfellnhauses fielen weg und es wurde davor nach rechts abgebogen. Von den Läufern wurde dies positiv kommentiert", führte Schmid weiter aus.

Verwundert zeigte sich der OK-Chef über das völlige Desinteresse bei den Verbandsoffiziellen und auch den deutschen Kaderläufern, trotz weniger Bergläufe die in Deutschland in dieser Saison stattfanden: "Aber wir machen den Lauf ja für die, die gerne kommen und Freude daran haben."

Ergebnisse

Männer
1 ABRAHAM Filimon ERI 1992 LG Festina Rupertiwinkel, 43:11.6
2 INNERHOFER Manuel AUT 1995 LC Oberpinzgau, 44:19.3
3 SAMBALE David GER 2000 SC Immenstadt ,47:59.7 +4:48.1
4 LEITNER Martin GER 1993 Team BMK Jettenberg,50:23
5 ROTTMÜLLER Anian GER 1999 TuS Bad Aibling, 51:56.6
6 ROHRINGER Daniel AUT 1990 La Sportiva Mountain , 52:27.1
7 REINDL Raimund AUT 1985 SC Bergen, 52:56.7
8 LECHNER Sebastian GER 1985 SC Bergen, 53:49.1
9 ESTERMAIER Klaus GER 1970 LG Gendorf, 54:28.0
10 HAFNER Jakob GER 1998 , 55:37.3

Frauen
1 MAYR Andrea AUT 1979 ,48:33.2
2 SEEFELD Annika GER 1996 Sparda-Team Rechberghausen, 58:50.4
3 BÄCHLE Lena GER 1999 SV Oberteisendorf, 59:58.0
4 UNTERBERGER Birgit GER 1976 Kleinmachnower Lauf Club, 1:01:55.7
5 FRITZ Moni GER 1983 Geiger Medius Bike Base, 1:03:24.0
6 WAGENBRENNER Faye GER 1992, 1:09:04.7
7 SCHMIDHUBER Carla GER 2006 SC Aising-Pang, 1:12:54.3
8 KRAMER Susi GER 1968 Bergbund Hausham, 1:13:32.7
9 SCHAFFNER Theresa GER 1998, W20 1:14:01.4
10 HALLWEGER Kathi GER 1978 1:16:29.1

Bericht und (Archiv)Fotos von Winfried Stinn

Ergebnisse & Infos www.hochfellnberglauf.de

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