5.9.20 - Distance Run in Schifferstadt

Wenn das Startnummern-Anlegen schon Glücksgefühle auslöst -
Endlich wieder ein Präsenzlauf mit Zeitnahme!

von Birgit Schillinger 

"Startnummer an - und zack läuft´s!" Für Eszter Varga ist die Wettkampfstimmung wichtig, um gute Leistungen zu bringen. Nach einem halben Jahr ohne Wettkämpfe waren die Läufer glücklich, dass mal wieder ein Präsenzlauf angeboten wurde. "Alleine im Training laufe ich doch nicht so schnell", meinten gleich mehrere Teilnehmer, die in Schifferstadt die Chance nutzen, fünf oder zehn Kilometer auf Zeit laufen zu können. Jedoch war corona-bedingt kein gemeinsamer Start erlaubt: Alle Minute wurde ein Läufer auf die Strecke geschickt.

Daniel Jalalpoor und Ramona Klein haben den Mut gehabt, in diesen Zeiten einen etwas anderen Lauf anzubieten. Danke an euch ! Welch Glücksgefühle, wenn man von der netten Michaela Müller an der Anmeldung seine Startnummer in Empfang nehmen darf!
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Sehr kurzfristig kam die behördliche Genehmigung für den Wettkampf, daher hatte der LC Schifferstadt nur vier Tage (!) Zeit, um Werbung zu machen. Immerhin 50 Teilnehmer konnten so für den Start gewonnen werden. Die knapp 2,5 Kilometer lange Runde auf breiten, flachen Waldwegen konnte wahlweise zwei oder vier Mal gelaufen werden. So kam man auf etwa fünf bzw. zehn Kilometer. Der Lauf diente als Test für Wettkämpfe der nächsten Monate.

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Es war ein Konzept mit überschaubarem Aufwand und durchdachtem Hygiene-Plan. Auch Helfer brauchte man nicht viele: Durch den Einzelstart entzerrt sich die Anmeldung und dank perfekt markierter Wege waren nicht einmal Streckenposten nötig.

Alle Minute wurde ein Läufer auf die Strecke geschickt Kein Startschuss, sondern ein Countdown, bis die Uhr deine Startnummer anzeigt

"Was gewünscht wurde, waren Toiletten", erkannte Daniel Jalalpoor vom Orga-Team des LC Schifferstadt. "Dass es keine Duschen gab, wurde nicht moniert." Kuchentheke und Zielgetränke sind notfalls auch verzichtbar. Eine Siegerehrung wurde nicht vermisst, denn jeder Sportler war einfach nur dankbar. Da ging es nicht um Plätze und Bestzeiten. Durch die Erfahrung des Testlaufes wird es aber beim nächsten Mal Toiletten geben.

 

Schon bei der Meldung konnte man einen Startblock wählen und die Startnummer war dann die Startzeit: Die Nummer 1205 ging um 12:05 Uhr auf die Strecke. Durch eine Nettozeit-Matte am Start kam es hier nicht auf Sekundengenauigkeit an. Die Favoritin Eszter Varga (Landau Running Company) legte gleich im ersten Startblock eine Zeit vor, die dann nicht mehr unterboten wurde - auch nicht von einem Mann! Die 39jährige Ungarin lief im Alleingang 38:34 Minuten und war damit Gesamtschnellste!

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Janine Friedel (TV Herxheim) nutzte die ungewöhnliche Einzelstart-Möglichkeit zu einem Doppelstart - erst zehn, zwei Stunden später noch fünf Kilometer Schon die Kurvenlage deutet es an - das war ein engagierter Lauf, der mit dem Gesamtsieg(!) für Eszter Varga belohnt wurde Seit einem Jahr Veganerin - und fühlt sich topfit - Gesamtsiegerin Eszter Varga

Eszter konnte sich sogar über eine neue Bestzeit freuen. Nach so langer Wettkampf-Pause wusste sie nicht, wo sie steht. Geplant sind weitere Trailläufe, was sie auch am liebsten macht. Seit einem Jahr isst sie vegan. "Ich fühle mich stark, habe keine Gewichtsprobleme mehr und regeneriere schneller", meint sie zu ihrer rein pflanzlichen Ernährung. Die Frankenthalerin hat auch einen körperlich fordernden Beruf: Sie ist Arbeitsreiterin bei der Seckenheimer Pferderennbahn. Das heißt, sie reitet die Galopp-Pferde unter der Woche, damit diese in Bewegung bleiben.

Allyn Raw stand lange als schnellster Mann in der Ergebnisliste, am Ende wurde er zweiter Mann - und Gesamtdritter Daumen hoch für und von Karsten Reinholz Läufer Allyn war voller Euphorie, weil Zeitnehmer Martin Hellige einen Wettkampf ermöglichte

 

Lange lag Allyn Raw (TV Edingen) mit 41:37 Minuten auf Platz eins der Männer, aber dann kam in einem späteren Startblock Bernd Mürb (TV Rheinau). Der 58jährige, starke Seniorenläufer war im Alleingang mit 40:57 Minuten noch deutlich schneller.

"Ich bin zunächst zu schnell angegangen, aber die Euphorie und die Freude über den Wettkampf war so groß", berichtet Allyn, der zwischenzeitlich den eine Minute vor ihm gestarteten Tobias Schneider (LG MuLi) eingeholt hatte. Tobias konterte zwar in der letzten Runde, holte aber keine Minute mehr heraus. Solche Überholmanöver waren eine reizvolle Motivation und Abwechslung, aber die meiste Zeit waren die Läufer schon (corona-gerecht) einsam auf der Strecke.

"Es ist gut, dass ich da mitgemacht habe", meint der Sieger Bernd Mürb (Foto links), "denn die langen Einheiten habe ich im Sommer vernachlässigt. Und das merkt man." (Foto © LaufReport-Archiv)

Ulla Held war gesamtschnellste Walkerin Klementina Kovac geht genussvoll in die nächste Runde Marianne Ludwig-Simon und Reinhard Held vertraten den Laufclub Ludwigshafen

"Endlich wieder Wettkampf-Feeling, das hat mir so gefehlt", erklärte Brigitte Nittel. "Ich laufe sonst jedes Wochenende mindestens einen Wettkampf." Die 73jährige Seniorenathletin war zusammen mit ihrer Vereinskollegin Sabine Keller extra aus Kirchzarten bei Freiburg angereist. Von ihrer Freundin Birgit Schillinger hatten die beiden am Mittwoch von dem Lauf erfahren und sich sofort angemeldet. Zwei Stunden Autofahrt (einfach) waren ihnen die seltene und sehnsüchtig erwartete Startgelegenheit wert. Beide sind auch bei Senioren-Meisterschaften erfolgreiche Sportlerinnen. Die 61jährige Sabine Keller gewann auf Frauenrang vier die W60, Brigitte Nittel als sechste Frau die W70!

Wahnsinn - die beiden Seniorenläuferinnen Brigitte Nittel und Sabine Keller sind extra aus Kirchzarten bei Freiburg angereist, um die seltene Startgelegenheit zu nutzen Auch ein Held des Tages - Zeitnehmer Martin Hellige, hier im Zeitnahme-Bus mit seiner Frau Manuela, hat ein Hygienekonzept erdacht und den Lauf angeboten
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Die Laufeinnahmen gehen zum großen Teil an den Vogelpark Schifferstadt, der durch Corona finanzielle Schwierigkeiten hat. Die Sportler des LC Schifferstadt wollten möglichst viele Runden für den guten Zweck laufen: Sie schafften über 70 Mal die 2,5km-Strecke.

Martin Hellige, der sich dieses Jahr mit der Zeitmess-Firma de-timing selbständig gemacht hat, hat an dem Hygiene-Konzept lange gefeilt. Mit einem überzeugenden Ergebnis: Dieses Modell ist für die nächsten Corona-Monate sicher eine Lösung - und besser als die Absage aller Wettkämpfe. Hoffentlich kommen die behördlichen Genehmigungen künftig nicht so kurzfristig, damit Teilnehmer mehr Zeit haben, sich anzumelden. Auch wenn ein gemeinsamer Start schöner wäre, so ist das Einzelzeitlaufen doch eine reizvolle Herausforderung mit großen Tempohärte-Effekt!

Bericht und Fotos von Birgit Schillinger

Ergebnisse de-timing.de - Infos www.lcschifferstadt.de

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