28.8.21 - 23. Maare-Mosel-Lauf von Daun nach Gillenfeld

Maare-Mosel-Lauf: Die Strecke ist der Star

von Holger Teusch 

Auf Nummer sicher gingen die Organisatoren des Maare-Mosel-Laufs. Das bedeutete unter Corona-Bedingungen für den größten Punkt-zu-Punkt-Lauf der Eifel Startmöglichkeiten für sechs Stunden.

Olaf Röder und Torsten Schneider waren nach etwa 4 km des 10-km-Laufs nach der Durchquerung des Eisenbahntunnels guter Dinge Einen kurzen Stopp um die Aussicht vom Maarkreuz auf Schalkenmehrener Maar und den Ort dahinter zu genießen nahmen sich Thomas Steil von der LG Langsur und Joachim Jakobi von der LG Pronsfeld-Lünebach
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Den Maare-Mosel-Lauf selbst mitlaufen und mit Fotos darüber zu berichten, das war 22 Mal unmöglich. Dicht getaktet, teilweise gleichzeitig wurde an den verschiedenen Startorten in Daun, Schalkenmehren, Mehren, aber auch - für die Kinder - am Zielort Gillenfeld losgelaufen. Wie so vieles andere hat Corona den Takt auch beim Maare-Mosel-Lauf verlangsamt. Um auf Nummer sicher zu gehen, ersann das Organisationsteam um Inge Umbach einen Startmodus mit jeweils halbstündigen Startfenstern verteilt über sechs Stunden von 11 Uhr vormittags bis 17 Uhr am späten Nachmittag mit jeweils 50 Läufern pro Zeitfenster und Startort. Damit wähnte man sich zuversichtlich, die Veranstaltung nach einem Jahr Pause sicher durchführen zu können. Letztendlich wären am letzten Augustsamstag in der Vulkaneifel mit der immer noch verhältnismäßig niedrigen Inzidenz sogar Massenstarts möglich, aber den Modus noch einmal zu ändern, wäre aufwendiger gewesen.

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Die alten Signale standen auf freie Fahrt und für die Läufer war auf der ehemaligen Bahntrasse von Daun nach Bernkastel-Kues, die seit 1998 als Radweg fungiert, in Daun und hier in Schalkenmehren die nötige Technik für einen Start und einen Lauf nach Nettozeit aufgebaut Vom Dauner Viadukt hat man einen guten Blick auf den alten Burgberg der Kreisstadt des Vulkaneifelkreises

Zudem war es ein interessantes Experiment. Würden die Läufer den Maare-Mosel-Lauf so noch annehmen? Immerhin kamen vor der Pandemie zeitweise mehr als 1200 Starter. Würden es die Sportler akzeptieren dass sie ihren Transport zwischen Start- und Zielort selbst organisieren mussten? Der gewohnte Bustransfer - auch hier ließ Corona grüßen - war nicht möglich. Und wie würde die Stimmung sein, wenn fast jeder nahezu allein laufen musste?

Ein Transparent "Herzlich Willkommen im GesundLand Vulkaneifel" musste diesmal beim Start in Daun noch die Zuschauer ersetzen Das viele Grün links und rechts der ehemaligen Bahntrasse spendet an warmen Sommertagen Kühlung. Beim 23. Maare-Mosel-Lauf war das nicht nötig

Erstaunlich erfolgreich verlief das Experiment am Ende. Rund 500 Läufer nahmen am 23. Maare-Mosel-Lauf teil. Wenn man bedenkt, dass Kinderläufe von vornherein zum Bedauern von Inge Umbach abgesagt werden mussten, ist das gut die Hälfte der vor Corona erzielten Teilnehmerzahlen. Die 67-Jährige war positiv überrascht, wie viele strahlende Gesichter sie am Ziel im Gillenfeld sah.

Zu Beginn des Dauner Viadukts, das seit mehr als 100 Jahren ein Seitental des Flüsschens Lieser bei Daun überspannt, war der Start für 10-km- und Halbmarathon-Strecke

 

Bei einem Landschaftslauf fällt es weniger ins Gewicht, wenn man allein oder nur in kleinen Gruppen unterwegs ist. Die Strecke mit dem Schalkenmehrener Maar und der Durchquerung des 560 Meter langen Eisenbahntunnels der ehemaligen Bahntrasse zwischen Daun und Bernkastel-Kues ist seit jeher der Star. Nicht zuletzt, weil man wegen der nötigen Mattensysteme zur (Netto-)Zeitmessung aus Kosten- und Personalgründen reduzieren wollte, gab es neben der sogenannten Gesundlandstrecke ohne Zeitmessung (und entsprechendem Mattensystem) nur noch Starts in Daun und am Bahnhof Schalkenmehren. Um auf exakt zehn Kilometer über den Maare-Mosel-Radweg bis Gillenfeld zu kommen, musste am Dauner Viadukt losgelaufen werden.

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Licht am Ende des Tunnels: Die Zwischendecke wurde eingezogen, damit Fledermäuse darin ungestört leben können Die W60-Halbmarathon-Schnellste Elke Grossenbacher sieht am Südportal des ehemaligen Eisenbahntunnels "Großes Schlitzohr" winzig aus

Dem Halbmarathon fehlten plötzlich rund 2 km. Helena Dunkel und Torsten Ringer, zwei Vulkeneifel-Läufer und vielfache Maare-Mosel-Lauf-Teilnehmer, ersannen neue Zusatzschleifen für die 21,1 km. Dass es bis hinauf zum Maarkreuz über Schalkenmehren ging, ließ manchen zunächst erschaudern, erwies sich aber als weniger schwer, als gedacht. In der Summe hat die neue Strecke sogar weniger Anstiegsmeter als die alte, sagt Inge Umbach. Das auch deshalb, weil die bisherige "Mürmes-Runde" durch die "Sangweiher-Runde" ersetzt wurde. Rund um die ehemaligen kurfürstlichen Fischteiche, die vor wenigen Jahre ebenfalls als Maar, also vulkanischen Ursprungs identifiziert wurden, sind weniger Höhenmeter zu bezwingen.

Gut 500 Meter trocken war es für die Läufer im ehemaligen Eisenbahntunnel Der Saarländer Sammy Schu war zum achten Mal in 1:18:23 Stunden schnellster Halbmarathonläufer beim Maare-Mosel-Lauf

Neben der Strecke ist Sammy Schu seit Jahren der Star des Maare-Mosel-Laufs. Siebenmal gewann der Saarländer den Halbmarathon im Kampf Mann gegen Mann. Auch diesmal war er in 1:18:23 Stunden der schnellste. Matthias Adams vom Lauftreff Schweich in 1:25:59 Stunden und der 57-jährige Alwin Nolles von der LG Meulenwald Föhren in 1:26:46 Stunden folgten in respektvollem Abstand. Für Nolles, wie für etliche andere war die Lauferei im Ziel noch nicht zu Ende. Sie liefen noch einmal zum Start zurück. Die Halbmarathonläufer mussten dafür ja nicht noch einmal die kompletten 21,1 km zurücklegen, sondern konnten die 10-km-Strecke über den Maare-Mosel-Radweg in umgekehrter Richtung nach Daun laufen.

Erstmals waren beim Maare-Mosel-Lauf auch Rollstuhlfahrer und Inlineskater mit dabei. Die neue 10-km-Strecke ist komplett asphaltiert und hat keine extremen Steigungen oder Gefälle Auf den letzten Kilometern ging es durch das flache Alftal vorbei an Weiden und Feldern Richtung Ziel

Während Sammy Schu sich über seinen achten Sieg freute, feierte Michelle Bauer ihren ersten. Schon etliche Male war die 31-Jährige aus Steiningen in der Vulkaneifel, die für den Lauftreff Schweich startet, bei ihrem Heimrennen dabei, war 2018 schon einmal Zweite. Aber erst nach der Pandemiepause reichte es zur schnellsten Zeit in 1:32:29 Stunden. Zweitschnellste war W45-Siegerin Susanne Harz (Team Erdinger Alkoholfrei/1:38:41) vor der W40-Besten Manuela Kaufmann (Die Eifelläufer/1:50:13).

Über 10 km siegte der amtierende Rheinlandmeister Julien Jeandrée von der LG Kreis Ahrweiler in 31:47 Minuten. Schnellste Frau war Melina Mauren (DJK Kelberg/50:25).

Stimmungsvoll ging es im Zielbereich bei Schalkenmehren mit dem nimmermüden Moderator Alfons Benz (Mitte) zu Kein Maare-Mosel-Lauf ohne Medaille. Diesmal allerdings durch fleißige Helferinnen mit Mund-Nasen-Schutz verteilt

Apropos Ahr: Inge Umbach dankte den Freiwilligen Feuerwehren. Nichts Ungewöhnliches? Sie sind doch allenthalben bei Veranstaltungen mit dabei. Richtig! Aber erst einmal war es für alle Helfer ein besonders langer Lauf-Tag. Viele Feuerwehrleute aus dem Vulkaneifelkreis waren aber auch bei der Juli-Flutkatastrophe im eigenen Landkreis, aber auch im Nachbarkreis Ahrweiler, beispielsweise im unter so unglücklichen Umständen bekannt gewordenen Ort Schuld im Einsatz. Dass sie sechs Wochen später wieder als Streckenposten und bei der Getränkeausgabe (natürlich nur verschlossene Flaschen) dabei waren - keine Selbstverständlichkeit!

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Bericht und Fotos von Holger Teusch

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Ergebnisse www.maaremosellauf.de
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