30.8.20 - 16. Sparda-Bank City Marathon Bremerhaven

Gute Zeiten in schlechten Zeiten

von Jörg Engelhardt 

Mit ausgefeiltem Hygiene- und Sicherheitskonzept zeigt die Stadt am Mündungstrichter der Weser, dass Laufsportveranstaltungen mit über 500 Teilnehmern trotz Coronapandemie auch in Zukunft noch eine Chance haben

Das Bundesland Bremen besitzt schon historisch gesehen drei Alleinstellungsmerkmale die es politisch, wie auch geographisch von allen anderen deutschen Bundesländern unterscheidet. Nicht nur, dass es mit etwa 682.000 Einwohnern das bevölkerungsärmste Bundesland ist, es ist auch mit Abstand das flächenmäßig kleinste unter den 16 Ländern, die zur heutigen Bundesrepublik Deutschland gehören. Ein weiteres drittes Alleinstellungsmerkmal erhält es dadurch, dass es als einziges Bundesland keine einheitlich zusammenhängende Fläche besitzt. Es besteht lediglich aus den etwas mehr als 70 Kilometern voneinander entfernten Großstädten Bremen, das strenggenommen ja Freie- und Hansestadt Bremen heißt und unter dieser offiziellen Bezeichnung dem gesamten Bundesland seinen Namen gibt, sowie der Stadt Bremerhaven, die heute etwas mehr als 113.000 Einwohner zählt und ihrerseits wiederum unorganisch von zwei anderen Gebietskörperschaften optisch unmerklich durchdrungen wird.

 

Zum einen geschieht dies dadurch, das ihr nordöstlicher Stadtteil Fehrmoor zu einem kleinen Teil, von einem niedersächsischen Landstreifen zerschnitten wird, der seinerseits zum Landkreis Cuxhaven gehört und dafür sorgt, das ein geringfügiger Teil Bremerhavens, das ja zum Bundesland Bremen gehört, eine Exklave auf niedersächsischem Gebiet darstellt und zum anderen eben deshalb, weil das " Stadtbremische Überseehafengebiet", das im Volksmund nur Überseehafen genannt wird und der Stadt Bremerhaven ihren heutigen Namen verleiht, obwohl in ihr befindlich, gar nicht zu Bremerhaven gehört, sondern zur Hansestadt Bremen, die ja wie schon hier beschrieben, etwas mehr als 70 Kilometer südlich von Bremerhaven liegt.

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Denkmal für den Bremer Bürgermeister Johann Smidt, der mit dem Bau des Bremer Überseehafens, die Stadt Bremerhaven im Jahre 1827 gegründet hat Das Deutsche Auswandererhaus stellt die 300 Jährige Geschichte deutscher Auswanderer nach Amerika da. Hier in Bremerhaven begann für die meisten Auswanderer die Schiffsreise in die neue Welt
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Verantwortlich dafür zeichnet der frühere Stadtrat der Freien- und Hansestadt Bremen, der unter der Führung des damaligen Bürgermeisters Johann Smidt im Jahre 1827, an der Mündungsstelle des Flusses Geeste in die Außenweser, vom Großherzogtum Hannover ein großes Stück unbesiedeltes Land käuflich erwarb, um eben dort einen Überseehafen zu errichten, der sich im Eigentum der Hansestadt Bremen befand. So entstand durch die Ansiedlung von vielen Tausend Arbeitskräften, die zur Bewirtschaftung und Unterhaltung des neuen Überseehafens gebraucht wurden, die spätere Großstadt Bremerhaven, die unabhängig von der Hansestadt Bremen durch einen eigenen Stadtrat regiert wurde.

 

Dieser durfte dann über das gesamte neue Bremerhavener Stadtgebiet die Entscheidungshoheit ausüben, nur eben über diesen Überseehafen nicht. Der verblieb weiterhin im Eigentum Bremens, was von der politischen Führung aber auch der Bevölkerung Bremerhavens stillschweigend toleriert wurde.

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Erst 111 Jahre später, im Jahre 1938, wurde im Zuge einer damaligen Reichsgebietsreform, die im gesamten damaligen Deutschen Reich zu einschneidenden Veränderungen von Städten und Gemeinden führte, dieser Überseehafen als Stadtteil offiziell der Freien- und Hansestadt Bremen zuerkannt. Seit dieser Zeit ist die politische wie auch geographische Gemengelage so wie hier beschrieben. Im Jahre 1949 wurden beide Städte, obwohl räumlich von Niedersachsen umgeben, wie auch getrennt, dann zu einem Bundesland vereinigt.

Der Mündungstrichter der Weser ist so breit, das er den optischen Eindruck vermittelt, das hier schon die Nordsee beginnen würde. Doch die beginnt erst am Austritt des Trichters einige Kilometer nördlich der Blickrichtung. Das was hier wie das Meer aussieht, ist lediglich die Außenweser, die sich durch die Geestemündung so breit gemacht hat, das man das gegenüberliegende Ufer selbst bei strahlendem Sonnenschein optisch kaum erkennen kann Die Bodenmarkierung sorgt für die Wahrung der Sicherheitsabstände bei der Startaufstellung

 

Doch damit nicht genug der Alleinstellungsmerkmale. Denn seit heute besitzt der "Zwei-Städte" - Gliedstaat auch eine laufsportliche Ausnahme, die wiederum die derzeitige Regel bestätigt, das Laufsportveranstaltungen dieser Größenordnung grundsätzlich nicht ausgetragen werden dürfen. Nämlich den bisher einzigen deutschen Stadtmarathonlauf in diesem Jahr, der nicht abgesagt werden musste, sondern tatsächlich, wenn auch unter spürbaren Einschränkungen, erfolgreich ausgetragen werden konnte.

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Dieses Alleinstellungsmerkmal, der erste seiner Art in Deutschland in diesem Jahr zu sein, dem dieses gelungen ist, wird ihm keiner mehr nehmen. Organisationsleiter Carsten Decker, von der Sportevent-Agentur executiveSports GmbH, die diesen City-Marathon von Beginn an seit 2005 veranstaltet, meint dazu: "Es bedurfte einer akribischen Vorbereitung und viel Überzeugungsarbeit bei den aufsichtführenden Behörden von Stadt und Bundesland um diesen Lauf heute durchzuführen. Glücklicherweise konnten wir schon früh feststellen, dass seitens der Behörden viel Wohlwollen vorhanden war und die Bereitschaft, unter den gegebenen Bedingungen alles möglich zu machen, was derzeit möglich ist. Natürlich hatten wir viele Einschränkungen hinzunehmen, aber das haben wir gerne getan, um diese Veranstaltung auf jeden Fall gut zu retten."

Die Helfer im Start- und Zielbereich müssen über viele stunden hinweg die Maske tragen Ilka Groenewold ist die neue Stimme des Bremerhaven-City-Marathons

Selbstredend hatte das Ganze aber auch seinen Preis. Denn statt der 10 Wettbewerbe, wie in den letzten Jahren üblich, konnten diesmal lediglich 6 Konkurrenzen durchgeführt werden. Zudem fand die sonst übliche Marathon-Messe nicht statt und auch das gastronomische Angebot von Speisen und Getränken konnte nicht vorgehalten werden. Letzteres war dann aber weniger das Problem, denn in unmittelbarer Nähe zum Start- und Zielbereich, befanden sich einige geöffnete Bistros und Kaffeehäuser, die mit Sitzgelegenheiten draußen diese Lücke füllen konnten.

 

Zudem war die gesamte Teilnehmerzahl auf maximal 1000 Teilnehmer limitiert, was zum Wegfall der sonst üblichen Kinder- und Schülerläufe führte, sowie des Walking-Wettbewerbs über die 8-Km-Distanz.

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Auch auf der Moderatorenposition gab es eine neue Stimme zu hören. Ilka Groenewold, vielen vor allem als Fernsehmoderatorin von Musiksendungen beim Sender VIVA bekannt, versorgte das anwesende Publikum mit Unterhaltung und Informationen. Neben einer sehr durchschlagskräftigen Stimme besitzt sie die nötige Fachkompetenz um eine solche Veranstaltung gut präsentieren zu können. Sie hat unter anderem ein erfolgreiches Sportstudium absolviert und vor 2 Jahren den Ironman-Triathlon in Hamburg erfolgreich hinter sich gebracht. Auch an anderen Volks- und Straßenläufen hat sie schon teilgenommen und ist zudem als Trainerin mit eigenen Laufcoaching-Seminaren unterwegs. Ihr zur Seite stand ebenfalls zum ersten Mal mit Rob Hard ein DJ und Musikproduzent, der seinerseits auch wiederum internationalen Bekanntheitsgrad genießt. Neben vielen deutschen Größen der DJ- und Technoszene hat er auch schon mit Künstlern aus Großbritannien und den USA zusammengearbeitet. Diese Kombination entpuppte sich als gelungen. Die Frontfrau war für die Stimme zuständig und der DJ hinter ihr für die Stimmung. Eine Personalentscheidung die sich als atmosphärisch richtig und für die Läufer*innen als zusätzliche Motivation erwies. Auch hier war ein stimmungsvoller Rahmen geschaffen worden, der bei den aktiven Sportlern, wie auch dem zahlenmäßig sehr überschaubaren Publikum gut ankam.

Auch die Läufer halten sich strickt an die Trageverpflichtung der Maske im Startbereich. Erst beim Überqueren der Startlinie werden sie von der Maskenpflicht befreit Durch das hohe Leistungsgefälle der Teilnehmer bleiben auch während des Rennens die Sicherheitsabstände gewahrt

So gut, dass die erbrachten sportlichen Leistungen in weiten Teilen deutlich besser waren, als in den letzten Jahren zuvor. Abzulesen war dies vor allem an den Siegerzeiten der Männer in den drei längsten Konkurrenzen, Marathon, Halbmarathon und 10-Kilometer. Denn die waren deutlich besser als im Vorjahr. Neben diesen drei Hauptwettbewerben gab es noch einen 6,5 Km-Lauf, sowie eine Walking-Konkurrenz auf der gleichen Distanz. Ein Wettbewerb für Marathonstaffeln rundete das sportliche Tagesprogramm ab.

Nicht nur in der Leistungsspitze, auch in der gesamten Breite des Feldes war nach der recht langen marathonfreien Zeit eine gesteigerte Lauflust zu spüren. Zwar ging die Gesamtfinisherzahl im Vergleich zum Vorjahr von damals 1110 auf 752 zurück. Dennoch ist die Teilnehmerzahl pro ausgetragenen Wettbewerb angestiegen. In jeder der sechs ausgetragenen Disziplinen kamen durchschnittlich rund 15 Teilnehmer mehr ins Ziel als vor 12 Monaten. Die folgende Reportage konzentriert sich auf die beiden längsten Strecken und fasst den 10-Km-Lauf anschließend in einem kurzen Block zusammen. Die Ergebnisse der übrigen Wettbewerbe können über den Link ganz am Ende des Berichts abgerufen werden.

Michael Majewski gewinnt den 6,5 Km Lauf (Foto von Michael Schardt) Siegerin des 6,5 Km Laufs wird Rebekka Gerdes vom VfL Wolfsburg (Foto von Michael Schardt) Am alten Fischereihafen kommen sich die Laufathleten durch den hier gesetzten Wendepunkt entgegen

Halbmarathon

Die Voraussetzungen für ein schnelles Rennen waren sehr gut. Bei strahlendem Sonnenschein kamen am Ende des Tages 223 Läufer*innen ins Ziel. Dies waren 18 mehr als im Jahr zuvor. Bei den Frauen war Vorjahressiegerin Sigrid Bühler (LAZ Puma Rhein-Sieg) nicht am Start. Es würde also auf jeden Fall eine neue Siegerin geben. Das der Tagessieg erneut nach Nordrhein-Westfalen ging, lag dann an Annika Herrmann von der LG Oerlinghausen aus dem Lipperland, die sich von Beginn an ein recht spannendes Duell mit Camilla Zaage vom SV Werder Bremen lieferte.

Das der Sieg nur unter diesen beiden Läuferinnen ausgemacht würde, war schnell zu erkennen. Zum Ende hin hatte Annika Herrmann die besseren Reserven und entschied nach 1:26:57 h diesen Lauf zu ihren Gunsten. Die junge Frau hatte nicht nur aufgrund ihres Sieges Grund zum Strahlen, sondern auch bedingt durch die Tatsache, dass die heutige Marke eine neue Bestzeit für sie bedeutete. 17 Sekunden später hatte sich dann Camilla Zaage den zweiten Platz gesichert und ihr Rennen ebenfalls mit einer neuen persönlichen Bestzeit beendet. Nach 1:27:14 h hatte sie ihr Tagwerk ebenfalls mit strahlendem Lächeln vollbracht. Die ebenfalls als Dritte ungefährdete Martina Dannheimer (Laufteam Haspa-Marathon-Hamburg) war dann auch schon nach 1:29:58 h die letzte Läuferin, die die 90-Minuten-Marke noch unterbieten konnte. Insgesamt kamen bei den Frauen diesmal nur 57 Starterinnen ins Ziel, was aber durch den starken Finisherzuwachs bei den Männern mehr als ausgeglichen werden konnte. Denn hier konnten 166 Läufer ihr Rennen zu Ende bringen.

Halbmarathonsieger Mario Callsen-Bracker hat gleich die erste der zwei Halbmarathonrunden hinter sich gebracht Halbmarathonsiegerin Annika Herrmann hat hier bei Km 8 schon als Erste die Geestepromenade erreicht

Der vereinslose Läufer Mario Callsen-Bracker konnte das Glanzlicht setzen und den Lauf zu seinen Gunsten entscheiden. Nach 1:14:34 h war er zuhause und hatte damit ebenfalls eine neue Bestmarke erzielt. Zudem war er deutlich schneller als der Vorjahressieger Thomas Heß. Seine bisher schnellste Zeit erreichte er bis dato im vorletzten Jahr beim renommierten CPC-Loop im niederländischen Den Haag, womit er aber, anders als in Bremerhaven, keine Siegchance hatte, da dieser Lauf mit absoluten Weltklasseathleten gespickt ist. Zuhause ist er im niedersächsischen Eystrup, zwischen Verden an der Aller und Bremen gelegen. Aus Verden an der Aller, kam dann auch der Tageszweite Fisha Werede (LG Kreis Verden), der mit einer Endzeit von 1:16:06 h noch viel Luft auf den Drittplatzierten Alexander Schlüter aus Hamburg hatte. Dieser kam nach 1:18:01 h ins Ziel und sicherte sich damit ebenfalls mit großem Vorsprung den letzten freien Podestplatz.

Fisha Werede folgt im Halbmarathon auf den 2. Platz Alexander Schlüter wird am Ende mit Rang 3 zurück nach Hamburg fahren

Gestartet wurde, wie in allen anderen Wettbewerben auch im Drei-Wellen-Verfahren. Maximal 100 Läufer pro Welle durften gleichzeitig im Startbereich sein. Die Aufstellungsplätze waren farblich auf dem Boden des Startblocks markiert um den notwendigen körperlichen Abstand zwischen den Teilnehmern zu gewährleisten. Der Aufenthalt im Start- und Zielbereich war nur mit Maske erlaubt.

Marathon

In der Königsdisziplin war der Zuwachs an Teilnehmern am deutlichsten zu spüren. Hatten vor 12 Monaten noch 84 Frauen und Männer den Zielstrich überquert, so waren es diesmal 171. Also mehr als doppelt so viele. Damals hatte Jan Kaschura (Run Artist Holzminden) mit der schnellsten Zeit seit Jahren nach 2:33:12 h den Sieg davongetragen. Eine Zeit, von der nicht wenige glaubten, dass sie so schnell nicht mehr zu erreichen wäre. Doch mit Benjamin Franke (Hamburg Running), stand ein Läufer an der Startlinie, der schon letztes Jahr in Berlin eine Endzeit von 2:29:00 h erzielen konnte. Der spulte dann sein Rennen auch wie ein Uhrwerk ab und ließ dem Rest des Feldes keine Chance. Mit einer größeren Anzahl starker Konkurrenten, wäre er sicherlich noch schneller gewesen als damals in der Bundeshauptstadt, aber so musste er sein Rennen ganz alleine und von vorne laufen. Dennoch verlor er nur 39 Sekunden auf seine Bestzeit und kürte sich nach 2:29:39 h zum eindrucksvollen Sieger. "Ich bin super zufrieden, vor allem weil mir heute der Sieg wichtiger war als die Zeit."

Die spätere Marathonsiegerin Susan Witte (in Gelb) läuft in Gesellschaft zahlreicher Männer, von denen sie aber später die meisten noch hinter sich lassen wird Am Ufer der Geeste hat Benjamin Franke seinen Vorsprung auf der Königsdistanz schon gehörig ausgebaut

Mit dieser Marke ist er zugleich auch der schnellste deutsche Läufer in der Geschichte dieser Veranstaltung. Der Streckenrekord stammt übrigens von Mariko Kiplagat Kipchumba aus Kenia, der im Jahre 2006 mit einer Endzeit von 2:15:20 h erfolgreich war. Da man aber auch in Bremerhaven davon abgerückt ist, ausländische Läufer mit hohen Startgeldern zur Teilnahme zu bewegen, bleibt diese Marke wahrscheinlich für immer stehen.

Weniger zufrieden gab sich der Tageszweite Jan Kerkmann (TSVE 1890 Bielefeld) der nach 2:36:30 h zumindest seinen zweiten Platz absichern konnte. Doch zumindest mit diesem Silberrang war er am Ende doch wieder sehr schnell mit sich versöhnt. "Es war heute so ein Tag, bei dem ich schon von Anfang an gemerkt habe, dass irgendwie nichts läuft. Ich lief irgendwie nicht rund, aber zum Schluss war ich dann doch froh, dass ich durchgelaufen bin. Der zweite Platz war heute das Optimum, denn Benjamin Franke war einfach zu stark", gab sich der gebürtige Ostwestfale, der schon seit Jahren im südbadischen Freiburg ansässig ist und sein Geld als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der dortigen Universität verdient, als fairer Unterlegener im Kampf um den Sieg. Niklas Schröder (Let´s Run Bremen) sprang dann schon nach 2:38:05 h als letzter auf das Podest. Noch vor zwei Jahren hätte er mit dieser Endzeit einen souveränen Sieg gefeiert.

Jan Kerkmann läuft souverän auf den 2. Marathonplatz Im Kampf um den zweiten Platz abgeschlagen, sichert sich Niklas Schröder ebenfalls souverän den 3. Platz

Insgesamt bot die Männerkonkurrenz auch in der Breite starke sportliche Leistungen an. Denn während im Vorjahr gerade einmal die ersten drei Läufer unter der 3-Stunden-Grenze bleiben konnten, waren es dieses Mal sogar 12 und auch die Finisherzahl insgesamt stieg sprunghaft an. Kamen vor Jahresfrist gerade mal 68 Männer ins Ziel, waren es dieses Mal gar 148. Die lange marathonlose Zeit hatte doch spürbar mehr Teilnehmer nach Bremerhaven gelockt, als sonst. Dazu nochmal der heutige Tageszweite Jan Kerkmann: "Wahrscheinlich hat der Umstand, dass hier heute gelaufen wird, mehr Teilnehmer aus anderen Regionen gelockt. Ein Lob auch an die Organisation, die Startfläche war super kalibriert, die Sicherheitsauflagen fantastisch umgesetzt. Ich hoffe das jetzt von hier aus auch ein Zeichen an andere Veranstalter ausgeht, das Laufsport auch in Coronazeiten möglich ist."

Bei den Frauen entpuppte sich sehr schnell die Marathondebütantin Susan Witte (Lauftreff Wilhelmshaven), als das Maß aller Dinge. Sie siegte nach 3:06:25 h eindrucksvoll. Bei anderen Marathonläufen hätte sie damit keine Siegchance, aber hier in Bremerhaven, ist sie damit schon die schnellste deutsche Siegerin aller Zeiten. Den Streckenrekord hält übrigens die Russin Olga Glock, die schon bei der Premiere im Jahre 2005 die bis heute gültige Rekordmarke von 2:41:08 h gesetzt hat. Auf Platz 2 kam Vorjahressiegerin Ludmilla Bossmann (Lübecker Marathon e.V.) ein. Gut eine Minute langsamer als im Vorjahr kam sie nach 3:13:10 h auf den Silberrang. Den letzten freien Podestplatz konnte Andrea Barde aus Kassel nach 3:19:08 h in ihre nordhessische Heimat entführen.

Mario Callsen-Bracker stürmt souverän zum Sieg im Halbmarathon und läuft dabei neuen persönlichen Rekord Annika Herrmann und Camilla Zaage freuen sich gemeinsam nicht nur über die Plätze 1 und 2 im Halbmarathon, sondern auch über ihre neuen persönlichen Bestzeiten Martina Dannheimer mit einem starken Schlussspurt noch unterhalb der 90 Minuten Marke auf Platz 3 im Halbmarathon
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10-Km-Lauf

Mit einer Endzeit von 30:52 min. stellte Abiel Hailu (SG Akquinet Lemwerder) einen neuen Streckenrekord über 10-Km bei den Männern auf und verwies Julius Schröder (Turnerbund Hamburg-Eilbeck) mit ebenfalls starken 31:52 min. auf den zweiten Platz. Dritter wurde Alexander Krenz (VfL Wolfsburg) in 34:56 min.

Bei den Frauen war Katharina Stark (VfL Wolfsburg) nach 37:44 min. nicht zu schlagen. Ihr folgte Lea van Beek (Bremen 10) mit einer Endzeit von 40:37 min. auf den zweiten Platz. Auch diese Marke hätte im letzten Jahr noch zu einem deutlichen Sieg gereicht. Auf Platz 3 kam Ayleen Lang vom Bremischen Schwimmverein, die nach 42:09 min. das Podium komplettierte.

Fazit: Mit der heutigen Austragung hat die Organisationsleitung des Bremerhaven City-Marathon, auch dank kooperativer Behörden, ein positives Zeichen an die doch sehr erstarrte Veranstaltungsszene gesetzt. Erste Früchte trägt das schon. Denn auch der City-Marathon im nahe gelegenen Cuxhaven wird unter vergleichbaren Bedingungen nach zweimaliger Verlegung am 18. Oktober über die Bühne gehen und gemeinsam mit dem Königsforst-Marathon in Bergisch Gladbach am gleichen Tag mit dafür sorgen, dass wenigstens die Herbstmarathonsaison nicht vollständig ins Wasser fällt.

Bericht & Fotos von Jörg Engelhardt
2 Fotos von Michael Schardt

Infos www.bremerhaven-marathon.de

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