31.7.21 - 19. hella Marathon Nacht Rostock

Die Nacht, die etwas länger war

Ein bewegendes Wochenende im Zeichen des Breiten- und Nachwuchssports

von Jörg Engelhardt 

Rostock, die größte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns, stand an diesem Wochenende, pünktlich zum Abschluss der Sommerferien in diesem Bundesland, gleich in doppelter Hinsicht im Mittelpunkt der nationalen Läuferwelt. Denn während sich die Laufelite bei den olympischen Ausscheidungen in Tokyo und Sapporo befindet, trugen die vielleicht künftigen Olympioniken ihre Deutschen Leichtathletikmeisterschaften in den Altersklassen U18 und U20 im Rostocker Leichtathletikstadion aus.

Doch nicht nur die Eliteläuferschaft von Morgen, nein auch das Heer der weniger ambitionierten Freizeitläufer von Heute, war an diesem Samstag in der Hansestadt an der Ostsee zu Gast. Denn neben den bereits erwähnten Nachwuchschampionaten fand auch noch die diesjährige Auflage der Rostocker Marathonnacht, wenn auch pandemiebedingt unter etwas anderen Vorzeichen statt. Das Zusammenspiel zwischen Hochleistungs- und Breitensport, gerade in den Laufdisziplinen, hat in der Ostseemetropole, die rund 210.000 Einwohner zählt, nicht nur eine sehr vorzeigbare Gegenwart, sondern auch eine äußerst ruhmreiche Vergangenheit. Denn an Töchtern und Söhnen mit klangvollen Namen mangelt es hier beileibe nicht. Egal ob Marita Koch oder Silke Möller, Hans-Jörg Kunze oder Ulrike Maisch. Allesamt nicht nur Kinder dieser Stadt, sondern auch Titelträger und/oder Medaillengewinner*innen bei Welt- und Europameisterschaften oder Olympischen Spielen.

Der Rostocker Stadthafen bietet eine optische Mischung aus Industriekultur und maritimen Flair Auch fast 31 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung bleiben die Einflüsse sozialistischer Architektur im Rostocker Stadtbild teilweise immer noch erkennbar. Die verkachelten Plattenbauten aus den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts, einst als moderne Antwort auf die antiquierte Architektur des Großbürgertums gedacht, wirken mittlerweile wieder historisch
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Das waren jetzt nur Beispiele für äußerst erfolgreiche Protagonisten in den Laufdisziplinen. Mit den Gebrüdern Andreas und Michael Raelert im Triathlon, der ehemaligen Weltmeisterin und Olympiazweiten im Speerwurf Steffi Nerius, sowie dem Olympiasieger im Zehnkampf, Christian Schenck, hat die Hanse- und Universitätsstadt auch in anderen Disziplinen der Leichtathletik und des Ausdauersports weitere Garanten für internationale Erfolge im Spitzensport hervor gebracht. Dies war zu DDR Zeiten so und hat sich auch nach der Wende nicht vollständig geändert. So war es sicher kein Leichtes, für die Verantwortlichen in der Rostocker Stadtverwaltung, die organisatorischen Vorgaben für beide Ereignisse, sprich Nachwuchsmeisterschaften und Marathonnacht am gleichen Tag, so zu definieren, dass beide Veranstalter, der Deutsche Leichtathletikverband einerseits sowie der 1. LAV Rostock und die Hamburger Laufgesellschaft BMS andererseits, ihre Events taggleich unter Wahrung der Sicherheitserfordernisse erfolgreich durchführen konnten.

 

Im Rahmen der Möglichkeiten hatte man an alles gedacht. Zwar musste man den interessierten Zuschauern den Zugang zum Leichtathletikstadion verwehren, dafür baute man aber auf der Kröpeliner Straße, der Rostocker Shoppingmeile, eine Großbildleinwand auf, auf der das interessierte Publikum, dem Ereignis via Livestream von leichtathletik.tv mitverfolgen konnte. Unglaublich, was in Zeiten der Pandemie so alles möglich ist: Public Viewing bei einer Deutschen Leichtathletik Nachwuchsmeisterschaft.

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So etwas hat es selbst bei Olympischen Spielen bislang noch nie in irgendeiner deutschen Großstadt gegeben. Zumal die Sitzbänke, die dafür bereitgestellt wurden, zeitweise bis auf den letzten Platz gefüllt waren. Dies lag vor allem an den nach und nach eintrudelnden Teilnehmern der Marathonnacht, die fachkundig und interessiert den Leistungen der kommenden Generation hoffentlich künftiger Spitzenläufer*innen zumindest zeitweise folgte. Grund zum Jubeln gab es für die einheimischen Hobbyläufer auch. Kurz vor 14.00 Uhr gewann die 17jährige Rostockerin Lia Flotow den Titel im 100-Meter-Hürdenlauf WJU18. Ob da eine große Athletin für die Zukunft heran wächst, wissen wir jetzt noch nicht. Auf jeden Fall hat ihr Triumph auch unter den Teilnehmern der Marathonnacht für einigen Gesprächsstoff gesorgt und die Ostseestadt hat ein sportliches Faustpfand auf die Zukunft mehr.

Michael Havemann geht hier als 3. auf die 7 Kilometer Runde und verteidigt seinen Platz bis ins Ziel Louis Hellmuth (770) liegt am Anfang zwar noch hinter ihm, kommt aber am Ende mit deutlichem Vorsprung als Sieger ins Ziel

Doch kurz nach diesem Erfolg leerten sich die Bänke vor dem Großbildschirm, denn die Starnummernausgabe für den Nachtmarathon nahm die Arbeit auf. Nach und nach pilgerten die Laufbegeisterten zum Veranstaltungsort in den Stadthafen, der in diesem Jahr seine Premiere als Austragungsort feiern durfte. Doch wenn es nach dem Willen des Veranstalters geht, dann ist diese Premiere auch schon wieder ein Abschied. Denn in der Vergangenheit, hatte die Veranstaltung ihren Start- und Zielpunkt am Neumarkt im Herzen der Stadt. Gelaufen wurde immer nur eine große Runde durch das gesamte Rostocker Stadtgebiet. Doch nun wurde der Kurs umgestaltet.

Eine 7-Km-Runde mit viel Hafenpanorama, die von den Marathonis sechsmal und den Halbmarathonis dreimal zu durchlaufen war, trat in diesem Jahr ausnahmsweise an die Stelle des eigentlichen Streckenverlaufs. Einziger Schönheitsfehler dabei war, dass die Runde um einige Meter länger war als eigentlich beabsichtigt. So dass die Laufathleten, allesamt länger unterwegs waren, als geplant. Ganz ohne Ecken und Kanten verliefen die Entscheidungen über 7-Km, Halbmarathon und Marathon schon alleine deshalb nicht.

 

Die Strecke, obwohl in Norddeutschland gelegen, wies an einigen Stellen durchaus hügelige Passagen auf und der mehrmals einsetzende Regen, der sich mit der Sonne ein lebhaftes Wechselspiel gab, wurde zudem immer mal von einem recht starken Wind flankiert, der den aufgeblasenen Zielbogen bisweilen gehörig ins Wanken brachte. Die Helfer jedenfalls hatten alle Hände voll zu tun, um die Start- und Zielvorrichtung, vor den Tücken der Natur zu schützen. Dennoch war die Austragung der diesjährigen Auflage niemals in Gefahr. Gelaufen wurde trotzdem, auch wenn die eben erwähnte Streckenführung gepaart mit den geschilderten Wetterkapriolen keine optimalen Laufzeiten für die Protagonisten zuließen.

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"Normalerweise wäre ich heute schneller gelaufen", war von einigen Teilnehmern immer mal wieder zu hören. Doch dieses Manko, konnte keinem Teilnehmer die Freude daran vermiesen, endlich mal wieder an einem echten Volks- und Straßenlauf teilnehmen zu können.

Insgesamt war die Teilnehmerzahl dieses Mal auf 1000 begrenzt. Bis zum Meldeschluss hatten sich 919 Aktive in die Meldelisten eingeschrieben. 746 davon brachten dabei ihren Lauf erfolgreich zu Ende. Der Teilnehmerrekord aus dem Jahre 2019, als 2169 Finisher im Ziel begrüßt wurden, war also schon aufgrund der offiziellen Vorgaben diesmal nicht zu knacken.

Rostocker 7

Um 16.30 Uhr gingen insgesamt 183 Frauen und Männer auf die Strecke. Wobei diese Konkurrenz im Tagesverlauf die einzige blieb, in der mehr Frauen als Männer den Zielbogen überqueren konnten. 86 männliche standen 97 weiblichen Finishern gegenüber. Die schnellsten Zeiten bei diesem Rennen wurden jedoch ausnahmslos von männlichen Teilnehmern gelaufen. Der Auftaktsieg von Louis Hellmuth (LAC Olympia '88 Berlin) sollte nicht der einzige Erfolg eines Protagonisten aus der Bundeshauptstadt an diesem Tag bleiben. Nach 25:46 min. konnte er seinen ungefährdeten Sieg feiern.

Florian Lochhaas der aus der Nähe von Fulda zu diesem Ereignis angereist war, belegte nach 26:49 min. den zweiten Platz und war trotz der widrigen Bedingungen glücklich mit dem Streckenverlauf: "Ich finde die norddeutschen Läufe immer sehr schön. Wir hatten ein tolles Hafenpanorama und auch viel Natur im Streckenverlauf." Nach dem Lauf entschied er sich noch in Rostock zu bleiben und erst am Sonntagabend zurück nach Nordhessen zu fahren. Michael Havemann (TC Fiko Rostock) sorgte dann nach 27:23 min. dafür, dass wenigstens ein Podestplatz in Rostock verblieb. Er konnte seinen ärgsten Verfolger Kevin Schmeelke aus Garbsen (27:39 min.) hinter sich halten und auf den undankbaren 4. Platz verweisen. Christian Thämlitz aus Bentwisch lief dann nach 28:51 min. auf den 5. Platz.

Die schnellsten Damen im 7 km Lauf Eva-Sophie Detmers (links) und Hannah Schölzke (rechts) präsentieren ihre Siegerurkunden. Die beiden in der WU14 startenden Jugendlichen haben alle erwachsenen Frauen im Teilnehmerfeld hinter sich gelassen Die männlichen Sieger über 7 km von links nach rechts. 3. Michael Havemann, 2. Florian Lochhaas und Sieger Louis Hellmuth

Eva-Sophie Detmers (1. TCO Die Bären Oldenburg) kam nach 32:10 min. als erste Frau ins Ziel. Ihr folgte Hannah Schölzke vom Laufteam Rügen nach 33:02 min. auf den zweiten Platz. Im Kampf um Platz 3 behielt dann Juliane Göllnitz (SC Lage) die Oberhand gegen ihre Vereinskameradin Joelina Raith. Juliane kam nach 34:29 min. ins Ziel und war damit 3 Sekunden schneller als Joelina. Hinter diesen beiden konnte sich die vereinslose Susanne Barthels aus Rostock in 34:43 Rang 5 erlaufen.

Trotz der leicht überhöhten Streckenlänge waren die meisten Aktiven mit dem neuen Kurs sehr zufrieden.

Halbmarathon

Auch hier wurden 182 Meter "zu viel" gelaufen. Chris Eidhof (Laufpark Stechlin) hatte zwiespältige Gefühle, als er nach 1:17:49 h diesen Wettbewerb gewinnen konnte. "…allerdings war ich heute auf der Halbmarathondistanz deutlich langsamer als bei meinem letzten Marathon, da bin ich unter 2:35 h geblieben. Trotzdem fand ich es geil, dass endlich mal wieder ein Wettkampf stattfand.

Obwohl Chris Eidhof mit der gelaufenen Zeit nicht ganz zufrieden ist, freut er sich über den errungenen Sieg Hinter ihm läuft Bisrat Tekle Aweno auf den zweiten Platz

Mit dem Sieg bin ich zufrieden, mit der Endzeit allerdings nicht." Lange Zeit lieferte der heutige Tagessieger sich ein erbittertes Duell mit Bisrat Tekle Aweno (TC Fiko Rostock), der nach 1:18:20 h nur 31 Sekunden später als Zweiter ins Ziel kam. Der Triathlet Markus Rühlmann (hella Laufteam) sicherte sich nach 1:19:19 h den 3. Platz und machte damit das Podium komplett. Auf dem 4. Platz landete David Werner vom Laufteam Kassel, ein Läufer aus Nordhessen. Nach 1:23:30 h hatte dieser dann schon einen beträchtlichen Rückstand auf das Podium. Ihm folgte nach 1:23:42 h Marcus Kunze (TC Fiko Rostock) auf Platz 5.

Mit Almut Dreßler (LG Nord Berlin Ultrateam) kam die Deutsche Meisterin des Jahres 2019 über 50 Kilometer als Siegerin bei den Frauen ins Ziel. Auf der für sie eher ungewohnt kurzen Strecke hatte sie nach 1:27:07 h immer noch einen deutlichen Vorsprung auf Yvonne Loock (SSV Einheit Perleberg), die nach 1:30:42 h auf einem ungefährdeten 2. Platz einkam. Nadine Emminghaus (Die Laufpartner) konnte nach 1:37:25 h den letzten freien Podestplatz festmachen. Lea Doppelbauer aus Berlin musste nach 1:38:52 h mit dem undankbaren 4. Platz zufrieden sein. Den 5. Platz belegte Claudia Radßuweit (Lübecker Marathon e.V.) mit einer Endzeit von 1:41:08 h.

Markus Rühlmann komplettiert das Männer-Podium und freut sich über Platz 3 Almut Dreßler die 2019 die gemeinsam von DLV und DUV ausgerichteten Deutschen Meisterschaften im 50 km Lauf gewinnen konnte, ist diesmal auch auf der für sie eher unüblich kurzen Halbmarathondistanz ganz vorn

Marathon und Marathon-Staffeln

Die Königsdisziplin war trotz oder gerade wegen der widrigen Bedingungen und der etwas zu langen Strecke der sportliche Höhepunkt des Tages. Bei den Männern hatten mit Paul Schmidt-Hellinger von der LG Nord Berlin, der seit 2015 mit 2:19:35 h den Streckenrekord hält und Raoul Jankowsky (Braunschweiger Laufclub), der Gewinner 2019 gemeldet. Allein diese Tatsache versprach eine spannende Entscheidung um den Sieg im Männerrennen. Denn Schmidt-Hellinger, der in den letzten Jahren immer mal wieder durch Verletzungen zurück geworfen wurde, schätzte im Vorfeld sein derzeitiges Leistungsvermögen geringer ein, als es im Jahr 2015 war. Dennoch hielt er eine Zeit von knapp unter 2:25 h für möglich, Raouls Siegerzeit 2019 war 2:32:04. Damals ging der Hannoveraner noch für Hannover Athletics an den Start, war in 2:24:19 h zweitbester Deutscher beim Volksbank Münster Münster, 6 Sekunden hinter Elias Sansar, der diese Sonderwertung damals in einem Kopf-an-Kopf-Rennen bis zum Schluss gewann.

Die Marathonis fiebern dem Startschuss entgegen Paul Schmidt-Hellinger (140) und Raoul Jankowski (rechts) diktieren das Renngeschehen im Marathonlauf von Anfang an

Genauso so sah das Rennen in Rostock auf den ersten 5 der insgesamt 6 Runden aus. Beide marschierten auf gleicher Höhe von Anbeginn an der Spitze und setzten sich auf gleicher Höhe mehr und mehr vom Rest des Feldes ab. Von Runde zu Runde vergrößerte sich der Abstand zwischen ihnen und der übrigen Läuferschar. Wer von beiden am Ende als Sieger durch den Zielbogen gehen würde, war nicht auszumachen. Erst eingangs der letzten Runde hatte Paul Schmidt-Hellinger plötzlich einen Vorsprung von rund 50 Metern. Raoul Jankowsky machte sich immer wieder Mut und rief sich selbst die Worte zu: "Kämpfen, Kämpfen." Doch zudem erwischte ihn ein Krampf, der ihn die Hoffnung, das Ruder zu seinen Gunsten herumreißen zu können, endgültig begraben ließ.

Raoul Jankowski (82) und Paul Schmidt-Hellinger bleiben weiterhin auf gleicher Höhe und verschaffen sich einen immer größeren Vorsprung auf den Rest des Feldes Lena Sommer (151) setzt sich von Anita Fritsche (54) und Christiane Neidiger (113) ab und wird den Marathon, obwohl dieser etwas zu lang ist, mit Veranstaltungsrekord gewinnen

Die vorgenommenen Zeiten von unter 2:25 h würden für beide, dies war nach spätestens der dritten Runde klar, heute nicht zu erreichen sein. Also mussten beide zusehen, sich vom Widersacher abzusetzen, um wenigstens den Tagessieg unter Dach und Fach zu bringen. Die Attacke von Paul Schmidt-Hellinger in der vorletzten Runde hätte Raoul Jankowsky wahrscheinlich kaum, selbst ohne Krampf, parieren können, doch der Abstand der Beiden wäre wohl bei weitem nicht so groß geworden, wie er am Ende war. Paul Schmidt-Hellinger siegte in glatten 2:32:00 h vor Raoul Jankowsky, der sich mit 2:36:13 h dann sich doch ein bisschen unter Wert geschlagen geben musste: "Die Strecke war zwar schön, aber auch schwer. Dann kam auch noch der Wind dazu und ich habe oft den richtigen Rhythmus nicht gefunden." Auch der Sieger empfand die Strecke, nicht nur wegen der Überlange von 42,490 Km als sehr anspruchsvoll: "An einigen Stellen war es richtig hügelig und Marathon im Sommer, ist auch nicht immer ganz einfach zu trainieren."

Vorübergehend liegt Raoul Jankowski sogar vor Paul Schmidt-Hellinger, doch am Ende hat der Berliner StreckenrekordhalterSchmidt-Hellinger die Nase vorn Eingangs der letzten Runde, hat sich Paul Schmidt-Hellinger einen Vorsprung von gut 50 Metern herausgelaufen. Da der hinter ihm liegende Raoul Jankowski in der letzten Runde auch noch einen Krampf erleidet, beträgt der Abstand zwischen ihm und seinem ärgsten Verfolger schließlich über 4 Minuten

Auch im Kampf um die folgenden Plätze hatten einheimische Läufer keine Chance. Mit Alex Sellner vom LAC Passau konnte sich dann ein Läufer aus Niederbayern für seine weite Anreise belohnen und nach 2:46:14 h den 3. Platz erobern. Hinter ihm kam mit Holger Aselmeyer (OSC Vellmar) ein weiterer Läufer, der auch nicht gerade um die Ecke wohnt, nach 2:51:37 h auf den undankbaren 4. Platz. Der Nordhesse ist bei Läufen in seiner Heimatregion sehr oft siegreich oder wenigstens auf dem Podium zu finden. Auch der 5. Platz wurde durch einen Läufer aus südlicheren Gefilden belegt. Johannes Strobl aus dem mittelfränkischen Ansbach konnte nach 2:57:05 h seinen Lauf mit einer Top-Platzierung beenden.

Den absoluten Höhepunkt des Tages lieferte aber doch wieder eine Frau. Lena Sommer (Braunschweiger Laufclub) unterbot den bisherigen Veranstaltungsrekord der Niederländerin Denise Van Elst um mehr als 4 Minuten und hätte bei einer exakten Streckenlänge bestimmt als erste Frau die 3-Stunden-Marke dieses Marathons unterboten. Nach 3:00:48 h blieb für sie die Uhr stehen, was eine Endzeit von 2:59:32 h bei exakter Streckenlänge von 42,195 Km bedeuten. Hinter ihr konnte Christiane Neidiger (Die Laufpartner) als Zweitplatzierte mit 3:03:16 h ebenfalls deutlich unter der bisherigen Rekordzeit bleiben. Es dauerte dann über 6 Minuten bis eine Eidgenossin das Podium komplettieren konnte. Anita Fritsche (100 Marathon Club Schweiz), durfte sich nach 3:09:40 über den Bronzeplatz freuen. Eine Viertelstunde später folgte Kerstin Hötte (Lieber Laufen als fahren) nach 3:22:29 h auf Platz 4. Mit Josefine Molzan aus Dallgow-Döberitz lief eine Läuferin aus Brandenburg nach 3:49:37 h auf den 5. Platz.

Lena Sommer erreicht als neue Streckenrekordhalterin das Ziel und verbessert die bisherige Marke der Niederländerin Denise van Elst um mehr als 4 Minuten Christiane Neidiger bleibt als Zweitplatzierte ebenfalls noch unter der alten Rekordmarke

Den Staffellauf gewann das Team der TG TriZack Rostock mit einer Endzeit von 2:42:41 h vor dem Team "Die Strolche" des PSV Wismar, das nach 3:11:13 h zuhause war und dem Damenteam der TG TriZack Rostock, das mit 3:22:31 h zahlreiche Männerstaffeln hinter sich lassen konnte. Insgesamt waren 17 Staffeln im Ziel. Von denen die meisten eher auf das Teamerlebnis, als das Ergebnis aus waren.

Die siegreiche Marathonstaffel vom Triathlonteam TG TriZack Rostock e.V. wechselt hier schon in Führung liegend vom ersten Läufer auf den Zweiten Die zwei schnellsten der namensgebenden Strecke hella Marathon Nacht Paul Schmidt-Hellinger und Raoul Jankowski (82) im Ziel
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1500 Aktive bei den Deutschen Nachwuchs-Leichtathletik-Meisterschaften und 746 Finisher bei der Marathon-Nacht. Die Stadt Rostock hat sich ihrer Tradition bewusst als Sportstadt präsentiert und sowohl Veranstaltern, Zuschauern und Athleten bei beiden Ereignissen zwar nicht beste, aber eingedenk der Pandemielage bestmögliche Bedingungen und auch Lösungen angeboten. Der 1. LAC Rostock und die Laufgesellschaft BMS, haben ein Laufereignis auf die Beine gestellt, welches abgesehen von der geringfügig falsch vermessenen Strecke keine Wünsche der Läuferschaft offen ließ. Einen Vorteil hatten die Freizeitläufer im Vergleich zur Nachwuchselite im abgeriegelten Stadion aber doch. Sie konnten den Beifall und die Anfeuerungsrufe in den bisweilen ansehnlichen Publikumsinseln am Streckenrand wenigstens wahrnehmen. Der einheimischen Lia Flotow, ist dies verwehrt geblieben. Der Jubel über ihren Erfolg auf der Kröpeliner Straße war zwar recht groß, aber im zu weit entfernten Stadion, sicher nicht mehr zu hören.

Bericht und Fotos von Jörg Engelhardt

Infos & Ergebnisse www.rostocker-marathon-nacht.com

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