17.7.21 - Bretten Night52 & Night75 Ultralauf

Rolling Bretten

Ultralauf mit neuem 75km-Wettkampfformat

von Hannes Blank 

Der Ultralauf beim TV Bretten steht für Kontinuität. 2020 wurde er trotz aller Schwierigkeiten ebenso durchgeführt wie 2021.

 

Dieses Jahr gab es zwar wieder keinen parallel stattfindenden City-Cup über 5 und 10km, aber einen zusätzlichen Ultralauf mit einer Länge von 75km. Insgesamt bewältigen 218 Läuferinnen und Läufer als Solisten oder Staffelteilnehmer die Strecken. Es war ein schöner, entspannter Läuferabend, der im Stadion des Vereins endete.

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Nachtlauf im Kraichgau rund um Bretten: Pfeile auf den Wegen und kleine quatratische Schildchen weisen den Weg Die Passage über den Brettener Marktplatz ist bei vielen Läufer*innen
ein beliebter Aufheller kurz vor dem Ziel
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Erste Siege für die siegreichen Frauen

 

Als Sieger entpuppten sich bei den Männern keine großen Überraschungen, bei den Frauen schon. 75Km-Siegerin Katharina Mühlhoff ist in der Region unter Läufern unbekannt. Die 37-Jährige startete zudem für einen südspanischen Verein mit dem kuriosen Namen "Club Athletisme Ets Sitges Burjassot". Das hielt die Athletin, die einst in den Farben der Laufgemeinschaft Saarbrücken an den Start ging, nicht davon ab, diesen ersten 75km-Lauf in und rund um Bretten zu gewinnen: Mit einer Zeit von 7:15:12h war sie auch deutlich schneller als die erfahrene Anne Staeves (LG Trampeltier), die 35 Minuten mehr brauchte.

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Beim 52km-Lauf war Martina Manz (LSG Weiher) die schnellste und hat damit ihre bisherige Ultralauf-Karriere gekrönt: Die 54-Jährige war zwar schon mal Fünftplatzierte beim Karlsruher Fidelitas-Nachlauf, aber der Triumph in Bretten ist ihr erster Sieg. Hinter Manz (Zeit: 5:09:19h) kam Julia Wege-Beitsch (VC/LG Nienburg Weser) in 5:23:30h auf Platz 2.

Katharina Wolff vom schnellsten 52km-Staffeltrio (Team Rennwerk) kommt ins Ziel Veranstalter Stefan Hammes (links) im Gespräch mit Staffeltrio-Siegerin Katahrina Wolf

Wegen der coronakonformen "rolling starts" (so eine Art Kleingruppenstart) zu den Brettener Startzeiten ab 16 Uhr (75km) und ab 17:45 Uhr (52km-Lauf) konnte man auf die realen zeitlichen Abstände vor Ort im Ziel nicht allzu viel geben. Aber es war schon beindruckend, wie früh die schnellste Staffel ihr Tagwerk verrichtet hatte: Noch vor Sonnenuntergang sprang Katharina Wolff über den Zielstrich. Die 31-Jährige hatte sich die Strecke mit zwei Läufern der LG Region Karlsruhe geteilt, die unter dem Namen "Rennwerk - Die Laufexperten" starteten.

 

Zuerst lief Dominik Hahn und ab Knittlingen übernahm der Deutsche Meister von 2018 über 10km, Jannik Arbogast auf seiner Paradestreckenlänge: "Wunderschöne Gegend!", meinte Arbogast dazu, er ist zwar in Bretten geboren, wuchs aber in Graben-Neudorf im Rheintal auf. Die beiden "Sprinter" brachten Kathi Wolff so weit nach vorne, dass für die Triathletin keine Gefahr wegen des Staffelsieges mehr bestand. Sie startet ansonsten für das Tri-Team Heuchelberg, dieses Jahr ging Triathlon aber nur im Ausland - in der Region fanden bisher keine Ausdauerdreikämpfe statt. Bei 3:16:36h blieb die Uhr für das Trio stehen, auf Platz zwei kamen in 3:43:57h die drei Brüder Friedbert, Christoph und Tobias Stiefel, die im Namen der Brettener Bäckerei ihres Vaters liefen.

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Das schnellste 52km-Staffeltrio Team Rennwerk mit Jannik Arbogast, Katharina Wolff und Dominik Hahn v.l.n.r Die Ludwigsburger Lina Kabsch und Moritz Güttinger (schneller als die Praxis) sind das erste Staffelduo, das den 75km-Lauf gewinnt

Klassiker 52km wieder vorab ausgebucht

Es dämmerte in der Melanchthon-Stadt, als Sieger Christoph Hakenes als erstes des 52km-Wettbewerbs die Ziellinie überschritt. Er wäre in der Vergangenheit gerne beim City Cup 10km Lauf-Stadtmeister von Bretten geworden - doch das hat nie geklappt. Nun hat er den 52km langen Ultralauf durch die Hügel des Kraichgaus gewonnen. "Ein einziges Rauf und Runter und Kampf", beschrieb der 47-Jährige den Lauf, für den der gebürtige Nordrhein-Westfale 3:33:57h brauchte. Um Rang 2 wurde hart gekämpft, zwischen Sebastian Häge (TSV Zaisenhausen) und Stefan Fritz (LG Region Karlsruhe). Häge kam schließlich in 3:48:31h auf Platz 2, Stefan Fritz brauchte 30 Sekunden länger.

Der 52km-Sieger Christoph Hakenes (weißes T-Shirt) von der LSG Karlsruhe und Stefan Fritz von der LG Region Karlsruhe, der auf Platz 3 läuft Der erste Brettener 75km-Ultralauf-Sieger Hannes Jochem freut sich sehr über seinen Sieg

Knapp hinter Hakenes lief Moritz Güttinger ins Ziel, der sich jedoch in einem anderen Wettbewerb befand. Der Ludwigsburger war Schlussläufer des schnellsten 75km-Duos. Im Ziel wartete schon Partnerin Lina Kabsch (LAZ Ludwigsburg), bei 5:19:21h blieb die Uhr für sie stehen. Die beiden hatten sich für das Wettkampfformat begeistert und meldeten sich an: "Da machen wir mit und sind schneller", sagte Kabsch. Schneller waren sie als die Zweitplatzierten, "Die Praxis Ludwigsburg" mit Martin Kreißig und Timo Striegel, die 5:34:11h brauchten. Dritte wurden die Lokalmatadoren, Axel Büchler und Marcus Jancura von der LG Kraichtal (6:08:30h).

Bleibt die Frage, wer den 75km-Run als Solist gewann - Hannes Jochem war es. Er urteilte begeistert: "Geiles Wetter, es war super!". Der 38jährige Industriekaufmann, der nicht weit entfernt in Pfinztal wohnt, schäumte über vor Freude. Er, der für die Laufgruppe "Chicken Express" startet, und schon mal Sieger beim 80km langen Karlsruher Fidelitas Nachtlauf war, hatte sich eigentlich für einen 100km-Lauf an der Zugspitze vorbereitet. Als dieser ausfiel, meldete sich Jochem in Bretten an. "Da hatte ich genug Kraft für 75 Kilometer und wollte auch den Streckenrekord holen!", witzelte er im Ziel als erster Gewinner über diese Distanz in Bretten. Den Streckenrekord wird er vielleicht nicht so schnell los, seine Zeit von 5:41:13h wird nicht so leicht zu überbieten sein. Auf Rang zwei kam Marius Seith von LSG Karlsruhe - 37 Minuten später. Dritter wurde der vereinslose Kevin Schumacher in 6:30:07h.

Die Verantwortlichen vom TV Bretten sorgen immer für einen stimmungsvollen Platz im finalen Stadionrund des Vereins
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TV Bretten glänzt mit stimmungsvollem Stadion und einer ganzen Sportwoche

Der TV Bretten bereitet allen Ankommenden immer einen stimmungsvollen Empfang mit Weglichtern, beleuchteten Zelten und großem Zieltor, in den Vorjahren gab es auch Feuerwerk. Die Organisatoren rund um Armin Schulz, Simon Jung und Stefan Hammes konnten sich auf 50 Helfer verlassen, insgesamt gab es 9 Verpflegungsstellen. Der Ultralauf-Abend war der Auftakt zu einer gesamten Sportwoche des TV Bretten. Insgesamt gab es 21 Programmpunkte, sie richten sich alle an Hobbysportler, darunter auch ein Orientierungslauf. Im Vergleich zu 2020 also ein echter Zugewinn, nicht nur durch die 75km-Ergänzung.

Bericht und Fotos von Hannes Blank

Ergebnisse my.raceresult.com - Infos www.night52.de

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