22.6.19 - 17. Remmers-Hasetal-Marathon des VfL Löningen

Erstmals 3000er Marke geknackt - 25 Prozent mehr Marathonanmeldungen

Hasetal Marathon ist ein Läuferfest vom Feinsten

Elias Sansar siegt zum fünften Mal in Folge

von Michael Schardt 

26.6.21 - 19. Remmers-Hasetal-Marathon des VfL Löningen HIER

Man kann alte oder neue Berichte über den Remmers-Hasetal-Marathon lesen, in Fachblättern oder in der regionalen Tagespresse, eines wird immer besonders hervorgehoben. Dass nämlich diese Laufveranstaltung ein ganz besonderes Läuferfest sei. Als Gründe wird immer die gelungene Mischung von Sport und Volksfest angegeben, die fröhliche Atmosphäre an der Strecke und im Ziel und die sprichwörtliche Fürsorge der Organisatoren und Helfer für die Athleten, die die ganze Empathie des Veranstalterteams für seine Ausdauersportler zeigt. Man könnte das auch nüchterner ausdrücken: die Organisation läuft wie am Schnürchen, die Standards für eine solche Laufveranstaltung wie vermessene Strecken, korrekte Auszeichnung, Kilometerschilder, ärztliche und leibliche Versorgung, Führungsfahrräder, terminierte Siegerehrungen, mehrere Moderatoren usw. werden eingehalten, die Kommunikation erfolgt schnell und unbürokratisch und die Informationsbereitstellung ist vorbildlich. Zudem ist das Orgateam um Stefan Beumker kreativ, innovativ und rührig. Da lassen sich auch Sponsoren nicht lange bitten, weil sie wissen, bei welch großartigem Event sie sich präsentieren dürfen.

Das Flüsschen Hase ist nicht nur Namensgeber des Löninger Marathons, sondern steht auch im Zentrum der verschiedenen Strecken. Hier läuft das Zehnerfeld am Ufer der Hase und quert sie
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Für nicht wenige einheimische, schnelle Läufer ist der Löningen Marathon deshalb so sympathisch, weil er niemandem Antrittsgelder zahlt und die erheblichen Siegpreise als Reisegutscheine vergibt. Da habe man es als Lokalmatador nicht mit der zweiten Garde von Ostafrikanern zu tun und eine gute Chance, aufs Treppchen steigen zu dürfen, sagen diese. Anfangs wurde noch Bares ausbezahlt, was schnelle Afrikaner und Osteuropäer angelockt und die Streckenrekorde in unerreichbare Höhen geschraubt hatte. "Das machen wir jetzt ausdrücklich nicht mehr", sagt Beumker, der Jahr um Jahr von Laufmanagern angerufen wird, die ihre Laufstars anbieten. Der Löningen Marathon ist aufs Engste mit dem Landkreis, der Stadt und den Menschen an der Hase verbunden, und so soll es auch bleiben. Die regionale Verbundenheit ist der vielleicht wichtigste Grund für diese Erfolgsgeschichte.

Diese beiden Foto stehen für Anfang und Ende der Veranstaltung. Links ist die Schule mit dem Logistik- und Meldezentrum zu sehen, rechts der Marktplatz und das Abschlussfest, das kaum vor sechs Uhr morgens endet

Schlüssiges PR-Konzept

Überregionale Bekanntheit hat der Hasetal Marathon nicht zuletzt dadurch erlangt, dass ihm ein professionelles Konzept zur Öffentlichkeitsarbeit zugrunde liegt. Man inseriert nicht nur in fast allen Fachmedien, sondern verlinkt auch die erschienenen Berichte auf der Homepage, damit sie jeder Läufer in Gänze lesen kann. Berichte aus Tageszeitungen erscheinen ebenfalls dort im Layout und mit den Fotos der Gazetten. Die Veranstaltungsbroschüre liefert freilich auch Anzeigen, lässt aber das letzte Event durch eine umfangreiche mediale Retrospektive Revue passieren. Die beste Einstimmung für eine neuerliche Teilnahme. Freilich, sagt Beumker, sei der zuletzt deutlich erhöhte Werbeetat schon ein finanzielles Brett, was gebohrt werden will, aber es lohnt sich. Auch Beumker weiß, dass eine große Laufveranstaltung heutzutage ohne Investition in die PR keine Chance hat zu wachsen. Und gewachsen ist der Löninger Marathon fast jährlich. Diesmal wurde sogar die lange angestrebte Marke von 3000 Anmeldungen geknackt, und das deutlich.

Neu im Programm an der Großen Hase war ein hoch frequentierter Bambinilauf mit über 170 Kindern, der den langen Laufabend eröffnete

Noch 2018 war man an dieser Wunschgrenze nur knapp gescheitert. Zwölf Anmeldungen waren es im Vorjahr zu wenig. In diesem Jahr stand schon länger fest, dass sie fallen würde. Über 2900 Teilnehmer hatten vorangemeldet, und da man auf jährlich etwa 400 Nachmeldungen hoffen durfte, konnte man schon etwas früher feiern. Tatsächlich schnellte die Zahl der Anmeldungen auf fast 3300 Teilnehmer an, was gleichzeitig auch einen neuen Finisherrekord von 2773 Läufern bedeutet. Im Vorjahr waren es 260 weniger. Ein Aspekt ist dabei allerdings zu berücksichtigen, nämlich, dass der neu eingeführte Bambinilauf davon allein 171 Kinder beitrug. Aber auch ohne Bambini wurde ein neuer Finisherrekord erreicht. 2602 in 2019 lautet der Vergleich gegenüber 2515 im Vorjahr.

Der Bambinilauf, der in der Langestraße in Höhe der Position von Kultmoderators Bernd-Willi Deiters startete, war dann auch der stimmungsvolle Auftakt zum diesjährigen Hasetal Marathon. Mit etwa 100 mitlaufenden Eltern bewegten sich rund 250 große und kleine Menschen in Richtung Ziel. Es waren genau die letzten 200 Meter, die später alle anderen Erwachsenen inklusive der Marathonis laufen würden. Die Kinder waren begeistert, und Moderator Deiters brachte mit seinen Sprüchen ("Die Kinder laufen ja schneller als Mama zu Hause bügelt") Teilnehmer wie Zuschauer ein ums andere Mal zum Lachen.

Orgachef Stefan Beumker hatte zu sommerlichen Temperaturen wieder Sambarhythmen an die Hase geholt und damit bei den Läufern fast für brasilianische Temperamentsausbrüche gesorgt

König Sansar - Prinz Schönherr

Aus dem angekündigten Duell zwischen dem viermaligen Sieger des Löningen Marathons, Elias Sansar, und dem letztjährigen Sieger im Halbmarathon, David Schönherr, wurde nichts. Und Schönherr verriet im Ziel auch, warum. Er habe vorher mit Sansar schon Kontakt gehabt, und sie hätten überlegt, eine gewisse Zeit zusammen zu laufen. Dann aber habe sich gezeigt, dass er, Schönherr, mangels Training nicht habe mithalten können. Er sei zuletzt nur noch dreißig Kilometer pro Woche gelaufen. Die Folge sei gewesen, dass Sansar mehrmals sein Tempo runtergeschraubt und auf ihn "gewartet" habe. Irgendwann habe der sich aber von ihm gelöst, ohne wirklich aufs Tempo zu drücken.

Bei Schönherr waren es vielleicht gar nicht die fehlenden Trainingseinheiten allein, die seine Formschwäche ausmachte, sondern mindestens auch eine gewisse Ermüdung dürfte ursächlich gewesen sein. Hatte er doch noch den London Marathon (2:29h) in den Beinen und den Wings For life World Run Anfang Mai, wo er bei diesem globusumspannenden Rennen mit über 62 km - gelaufen gegen ein Auto - weltweit zweiter wurde. Nun hofft der M30er von den Laufsportfreunden Münster auf eine Nominierung für die 50-km-WM im rumänischen Brasov am 1. September, für die er auf einem startberechtigenden Listenplatz steht.

Fünfter Marathonsieg in Folge für Dauerbrenner Elias Sansar Nach seinem Sieg im HM im letzten Jahr nun Rang 2 im Marathon für David Schönherr. Er hofft auf seinen ersten Einsatz im Nationaltrikot bei der 50km WM in Rumänien Robin Breer von der TSVE 1890 Bielefeld wird 3. Rang 4 für den Neuseeländer Jon-Paul Hendriksen

Elias Sansar lag bei Halbzeit etwa eine Minute vor Schönherr, sah aber überaus locker aus, so als täte er nur das Nötigste. Ähnlich locker kam er auch nach 2:34:37h als umjubelter Sieger ins Ziel auf dem Marktplatz. Wenn man weiß, dass der 39jährige, zehnfach Hermannslaufsieger von der LG Lage immer 2:25h und schneller laufen kann, dann wird seine Ausgeruhtheit erklärlich. Schönherr finishte in 2:34:38h vor Robin Breer (TSVE 1890 Bielefeld, M35) in 2:42:33h und dem Neuseeländer Jon-Paul Hendriksen (M40, Laufwerk Hamburg, 2:48:17h). Sansar gab nach seinem Sieg zu Protokoll, dass die Temperaturen in der ersten Runde noch sehr hoch waren, man die zweite Runde aber - nach einer leichten Abkühlung - besser habe laufen können. Bei Temperaturen zwischen 25 und 22 Grad waren die Bedingungen schon etwas anstrengend, ein leichter Wind sorgte aber gegen Abend für angenehmere Bedingungen.

Obwohl keine brutale Hitze herrschte, hatten die medizinischen Einsatzkräfte viel zu tun. Ein torkelnder HM-Läufer wurde von zwei Läuferinnen, die ihr Rennen schon beendet hatten, gestützt und die letzten zweihundert Meter ins Ziel gebracht. Der Mann hatte noch Kraft, eine Hand etwas hochzurecken, weil er sich so freute (und trotz Hilfe in die Wertung kam). Er erholte sich bald wieder. Schlimmer sah es bei einem Marathonläufer aus, der 15 Minuten mittels Herzdruckmassage reanimiert werden und ins Krankenhaus gebracht werden musste. Ihm soll es auch wieder besser gehen, war zu hören.

Queen Schönherr-Hölscher - einige Favoritinnen stiegen aus

Das letztjährige Frauenrennen war denkwürdig gewesen. Da hatte Anita Ehrhardt sich in der ersten Runde hängen und Konkurrentin Birgit Schönherr-Hölscher davonziehen lassen. "Meine Mutter", sagt Sohn David Schönherr, "neigt dazu, zu schnell anzugehen." Das war 2018 wohl auch der Fall, denn Ehrhardt fing die Fünfzigjährige in der finalen Runde noch ein und gewann. Beide waren 2019 wieder am Start, doch lief es jetzt ganz anders. Schönherr-Hölscher eilte erneut dem Feld voraus, so dass sich ein Zuschauer scherzend äußerte, sie will sicher vor ihrem Sohn im Ziel sein. Diesmal hatte sie aber ihre Kräfte besser eingeteilt.

Konnte sich für ihre Vorjahresniederlage gegen Anita Ehrhardt revanchieren und den Sieg davontragen: Birgit Schönherr-Hölscher. Ehrhardt gab diesmal das Rennen nach der Hälfte auf Katharina Niggemann wird 2. Tina Giesen profitierte von der Aufgabe weiterer Favoritinnen und wird 3.

Und Ehrhardt, die inzwischen Cordes heißt, war ganz und gar nicht gut drauf. Sie brach das Rennen nach der Hälfte ab und ging in die Halbmarathonwertung ein. Auch andere Favoritinnen, etwa Christin Kulgemeyer und Christine Kowalski-Beckmann, die dritte von 2018, gaben ihr Rennen auf. So siegte Schönherr-Hölscher vom PV Triathlon Witten in 3:16:39h vor Katharina Niggemann (W30, Lustlauf mein Verein) in 3.34:38h und Tina Giesen (W30, o.V.) in 3:39:06h.

Dass aufgrund der vielen Ausfälle nur dreizehn Frauen ins Ziel kamen, wo sonst doch bezüglich Marathon auf das weibliche Geschlecht so großen Verlass ist, war sicher enttäuschend. Die Organisatoren waren noch so froh gestimmt, dass sich insgesamt 125 Läuferinnen und Läufer für den Marathon gemeldet hatten, 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Das sei in absoluten Zahlen zwar immer noch nicht viel, sagt Beumker, aber man müsse das in Prozenten sehen. Die Ernüchterung kam später, als bekannt wurde, dass nur 94 Marathonis an den Start gegangen waren, von denen letztendlich 88 finishen konnten. Das waren zwei weniger als 2018, womit die Königsdistanz das einzige Rennen mit kleinem Teilnehmerschwund war.

Start des Leistungslaufs der Schülerinnen mit der Siegerin Carolin Hinrichs (mitte in Gelb; Nr. 8170) und der zeitgleichen Zweitplatzierten Sonja Richter (2. v.l. in Gelb; Nr. 8193) Auch die Jungs laufen eine Strecke von 1800m. Sieger wurde Fynn Mesch vor ... ... Alisina Rajahi

Schüler, Walker, Special-Olympics, Jedermänner

Der Löningen Marathon hat alle gängigen Strecken im Angebot, dazu noch Sonderwettbewerbe wie die Marathonstaffel oder die Special-Olympics. Insgesamt werden zehn Wettbewerbe durchgeführt. Drei dieser Wettbewerbe werden auf einer 1800-Meter-Strecke absolviert, die für Schüler, Schülerinnen und gehandicapte Sportler vorgesehen ist.

Die beiden Schülerläufe sind dabei keine Allerwelts-Kinderläufe, sondern rufen mehrheitlich solche Athleten auf den Plan, die in Leichtathletikvereinen aktiv sind. Unter ihnen selbstverständlich besonders jene, die aus der Talentschmiede des VFL Löningen kommen, die schon mehrfach mit ihren Youngstern bei Landes- und Bundesmeisterschaften erfolgreich waren, zuletzt Lea Meyer, die deutsche Juniorenmeisterin über 3000m Hindernis wurde und aus dem goldenen Jahrgang 1997 stammt - zusammen mit ihren gleichaltrigen Konkurrentinnen Alina Reh und Konstanze Klosterhalfen.

Schnellster Läufer der Special-Olympics-Teilnehmer war Enrico Fischer Flotteste Frau war Nidal Kerit Mit 54 Teilnehmern über 5 km war auch der Walking-Wettbewerb recht gut besetzt

Kein Wunder also, dass die zwei schnellsten Mädchen über 1800m aus dem Stall des Veranstalters stammen. Es siegte Carolin Hinrichs in 5:55min vor der zeitgleichen Sonja Richter, beide U16. Dritte wurde U14-Läuferin Lera Miller vom Team Pawlenko in 6:01min. Dahinter drei weitere Löninger Mädchen. - Bei den Jungs konnten sich drei U16-Läufer durchsetzen. Fynn Mesch von der St. Ludgeri Realschule siegte in 5:23min vor Alisina Rajahi von der Gutenbergschule in 6:00min und dem zeitgleichen Saimon Edelburg vom Copernikus Gymnasium Löningen. Fast 400 Schüler und Schülerinnen waren ins Ziel gekommen.

Bei den Special-Olympics gab es mit 45 Teilnehmern ebenfalls eine gute Beteiligung. Da siegte Enrico Fischer in 6:56min und Nidal Kerit in 8:40min, beide von der Maximilian-Kolbe-Schule.

Start des Fünfers, der es auf knapp 300 Finisher brachte. Vorne rechts in rot der spätere Sieger Lars Rolfes (5164) Konnte ihren Vorjahressieg über 5 km wiederholen: Annasophie Drees. Die U18-Europameisterschaftsteilnehmerin 2018 hatte am Vorabend eine neue PB über 3000m in 9:42min aufgestellt und sich auf Rang 2 der deutschen Bestenliste (U20) katapultiert

Auch die Siegerin über vermessene fünf Kilometer ist ein Eigengewächs des veranstaltenden VFL Löningen: Annasophie Drees. Im letzten Jahr war die damals 16-Jährige für die Jugend-EM nominiert worden, hat seither weiter hart an sich gearbeitet mit dem Ergebnis, dass sie am Vorabend des Löningen Marathons ihre Bestzeit über 3000m auf 9:42min verbessern konnte. Die zierliche Läuferin war Titelverteidigerin, hatte natürlich noch etwas schwere Beine von ihrem Rekordlauf, und tat nur das Nötigste, um erneut zu gewinnen. Das machte sie in der Zeit von 18:53min, wohl wissend, dass keine Konkurrenz im Feld war. Zweite wurde Esther Eichholz vom 1. TTO Die Bären. Die 13-Jährige brauchte 21:45min. Dritte wurde Marinka Geis (W35, o.V.) in 24:33min. - Nur zwei Männer waren schneller als Siegerin Drees. Das war Lars Rolfes (MHK) vom OSC Damme in 16:36min und der vereinslose Rene Anselment (M35) in 17:29min. Dritter wurde Peter Sandmann (MHK, o.V.) in 19:45min.

Auf die flache Landschaftsstrecke entlang der Hase und durch die Siedlung machten sich auch über fünfzig Walker und Nordic-Walker, die sich hinter die 5-km-Läufer aufstellten. Es waren über fünfzig an der Zahl. Zwar wird für sie auch eine Zeitmessung vorgenommen, aber in der Ergebnisliste tauchen sie in alphabetischer Reihenfolge auf. Schnellste waren Anika Kurmann aus Garrel in 34:28min und Ulrich Wehrmann aus Harpstedt in 39:46min.

Die größten Felder gab es beim Zehner und beim Halbmarathon. Die Löninger Veranstaltung verzeichnete einen neuen Anmelde- und Finisherrekord. Erstmals gab es über 3200 Startwillige

10km: Thomas Pollmann und Tabea Themann

Der Jedermannslauf und der Zehner werden im Abstand von dreißig Minuten angeschossen. Ihre Strecke ist auf den ersten knapp vier Kilometern identisch, den letzten Kilometer laufen die einen rechtsseitig der Hase Richtung Ziel, die anderen linksseitig. Zumindest die langsameren Läufer sehen ihre Laufkameraden dann möglicherweise am anderen Ufer, können ihnen zuwinken und gegebenenfalls auch gemeinsam ins Ziel laufen. Mit über 600 Teilnehmern erfreut sich der Zehner immer größerer Beliebtheit. Auch die Siegzeiten haben sich zuletzt sehr gesteigert.

Bei den Männern kam es zu einem Sieg von Thomas Pollmann (M30) vom LC Wechloy. Das ist jener Verein aus Oldenburg, den der mehrfache deutsche Seniorenmeister Georg Diettrich vor wenigen Jahren gründete, als er von der LG Braunschweig zurück an die Hunte wechselte. Pollmann ist einer der ersten Schützlinge Diettrichs, die zu guten Erfolgen kommen. Er gewann in 33:51min mit deutlichem Vorsprung vor Thomas Bruns vom SV Union Meppen. Der M40er, der schon mehrfach den Ems-Cup gewonnen und eine HM-Bestzeit von 1:08h hat, gelaufen beim Osterlauf in Bawinkel, brachte es als 2. auf 34:42min. Sebastian Maschmeyer vom SC Herringhausen (M40) komplettierte das Treppchen (35:38min).

10-km-Sieger Thomas Pollmann Thomas Bruns aus Meppen (vorne) wird 2. vor Sebastian Maschmeyer Tabea Themann, ein Eigengewächs der Region und inzwischen für Hamburg-Running startend, gewann über 10 km Zweite 10km: Die Niederländerin Manon Otter

International war das Stockerl bei den Frauen besetzt. Tabea Themann, die beim benachbarten SV Molbergen das Laufen erlernt hatte und inzwischen für Hamburg Running an den Start geht, siegte in 38:36min. Die 26-jährige Lokalmatadorin hatte keine Mühe, zwei Läuferinnen aus den Niederlanden und den USA auf Distanz zu halten. Manon Otter (WHK, Sperwers) wurde 2. in 43:03min vor Margaret Marshall (W30) von der Norfolk Academy in 43:07min.

Halbmarathon und Staffeln

Eine interessante Frage ist in Löningen immer, ob ein Marathonläufer die erste der beiden Runden beendet, oder ein Halbmarathonläufer. Manchmal ist es auch eine Staffel, wie im letzten Jahr. Denn Marathonis, Halbmarathonis und die Staffelteams gehen um 17 Uhr gemeinsam an den Start.

Im letzten Jahr 2., nun HM-Sieger: Abdelmajeed Abdalla Yonas Abadi wird 2. Christian Oelke (vorne) wird 3. Er war eigentlich im Marathon unterwegs, lief aber schon nach einer Runde ins Ziel und kam noch in die HM-Wertung. Da wurde er 4.: Sebastian Heymann

Da Elias Sansar im Marathon nicht volle Pulle lief, konnten sich die beiden ersten HM-Männer den Zuschauern als erste präsentieren. Das waren Abdelmejeed Abdalla (MHK) vom Hilfsprojekt "Jede Oma zählt" und ein Mann aus Eritrea, Yonas Abadi (MHK). Abdalla war letztes Jahr hinter David Schönherr zweiter geworden, konnte diesmal den Entscheid klar für sich buchen. Er siegte in 1:14:06h.

Abadi blieb fast drei Minuten dahinter und brachte es auf 1:16:57h. Auf Platz drei lief Christian Oelke vom Team ultra Sports (M45) ein. Er finishte nach 1:25:11h. Vierter wurde ein Mann, der eigentlich für Marathon gemeldet war, aber nach der Halbdistanz ins Ziel lief. Seine Zeit von 1:26:32h wurde nachträglich in die HM-Liste eingepflegt (ein Service des Veranstalters genau wie die kostenlose Ummeldemöglichkeit vor den Rennen). Es war Sebastian Heymann vom SV Salzbergen (M35).

Edith Stiepel wiederholte ihren HM-Vorjahressieg Nicole Krinke, 2018 im Zehner siegreich, wird 2. Rang 3 für Verena Cordes Tanja Poppensieker holt Rang 4

Marathonis, die abbrechen und nicht ins HM-Ziel laufen, fehlen später in der HM-Liste, so etwa Mitfavoritin Christin Kulgemeyer aus Osnabrück. Anita Ehrhardt, heute Cordes, tat dies aber und ist in der HM-Liste vertreten, allerdings auf keinem vorderen Rang. Da tummelten sich andere. Als erste die Siegerin des Vorjahres: Edith Stiepel. Die Läufer vom LC Nordhorn (W35) hatte einen guten Tag erwischt und siegte recht klar in 1:29:43h. Da war Nicole Krinke von der LG Nienburg (W40) ohne Chance. Ihre Zeit als zweite war 1:31:26h. Die Ränge drei und vier gingen Verena Coordes vom TuS Weene (W30) in 1:34:42h und Tanja Poppensieker vom TSVE Bielefeld (W45) in 1:39:39h. Mit über 800 Teilnehmern war der HM erneut die beliebteste Distanz.

Theresa von Lehmden führt als 2. Läuferin ihr Staffelquartett zum Sieg in der Mixedkategorie. Ihre Team "Stiftung Wadentest" war sogar schneller als das schnellste Männerteam von ... ... LSF Oldenburg mit Michael Ibelings als 2. Läufer Andreas Ungemach, Jahrgang 1933, wurde nur 4. in der M80 über 10km. Der älteste Teilnehmer der Veranstaltung läuft eigentlich in der M85. Aber diese Kategorie war nicht vorgesehen. Er hatte aber nichts dagegen, dass er bei den "jungen Hüpfern" rubriziert wurde

Bei der Viererstaffel hatte ein Mixedteam (mindestens eine Frau) die Nase vorn. Die "Stiftung Wadentest" vom TuS Blau-Weiß Lohne mit Tobias Penski, Theresa von Lehmden, Stefan Fangmann und Bernd Eick siegten 2:44:004h. Sie teilten sich je zwei Teilstücke von gut 13 und knapp acht Kilometern. Die Männer und Frauenwertung ging an den LSF Oldenburg in 2:51:29h bzw. 3:27:09h. Als Gewinn spendiert der Veranstalter für die ersten beiden Teams je Wertung je ein mit Partygut gut gefüllter Bollerwagen, das meistens schon auf der anschließenden Fete auf dem Marktplatz verputzt wird. Schwerstarbeit hatte diesbezüglich der LSF Oldenburg zu leisten, denn sie gewannen allein vier der sechs Bollerwagen.

Wenn das Ziel erreicht ist, können sich die Läufer der Rock- und Popmusik widmen und das Tanzbein schwingen
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Fazit

Geschildert wurde hier nur das Geschehen am Renntag von etwa 11 Uhr bis weit nach Mitternacht. Die Veranstaltung erstreckt sich eigentlich aber von Freitag bis Sonntag. Sie beginnt am Freitagabend mit der ersten Startnummernausgabe und der Pastaparty und endet sonntags in der Früh mit einem prächtigen Läuferfrühstück. Die Buchung eines kompletten Wochenendes in den überbelegten Hotels lohnt sich daher unbedingt, man sollte das aber früh erledigen. Zur Erinnerung: der Remmers-Hasetal-Marathon Löningen findet immer am vierten Samstag im Juni statt - auch 2020.

Bericht von Michael Schardt
Fotos von Mike Hesse

Ergebnisse de.remmers-hasetal-marathon.de

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