1.5.26 - 34. Lehwaldlauf in MehrenLaufen auf Karl Fleschens Spuren |
| von Holger Teusch |
Wo Weltklasseläufer Karl Fleschen einst seine ersten Trainingseinheiten abspulte, findet seit 1991 der Lauf mit dem vielleicht größten Waldanteil in der Eifel statt, der Lehwaldlauf des SV Mehren.
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Der Lehwaldlauf führt seit 1991 durch das Waldgebiet, auf der Karl Fleschen auf seinem Weg zum Weltklasseläufer trainiert hat. Zu Beginn der 1990er Jahre gab der deutsche Rekordler dem SV Mehren Tipps bei der Organisation der ersten Veranstaltungen und lief lange Zeit selbst mit. Gewinnen konnte er, der mit 1:13:58 Stunden seit 1978 über 25 km in den deutschen Rekordlisten steht, allerdings nie. |
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| Nur beim Start auf dem Sportplatz des SV Mehren bekamen die Läufer, wie hier die Starter über 5 km, wirklich viel Sonne ab, bevor es in den schattigen Lehwald ging |
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Zum Silberjubiläum des Lehwaldlaufs hatte sich der langjährige Organisator Hubert Eiden noch einmal vergewissert. In einem Telefonat habe Karl Fleschen ihm bestätigt: "Der Kurs, den ihr seit Jahren lauft, das war wirklich meine Trainingsstrecke. Ich hatte mir diese fünf Kilometer ausgeguckt und bin sie jahraus jahrein immer wieder gelaufen", erzählte der aus Mehren stammende ehemalige Weltklasseläufer Eiden vor elf Jahren. |
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Seine größten Erfolge feierte Fleschen zwar im Trikot des TSV Bayer Leverkusen (seit 1977), Fleschens läuferische Ursprünge liegen aber bei der LG Vulkaneifel und im Mehrener Lehwald.
"Für Karl gab es kein Zögern", erinnerte sich Eiden beim Silberjubiläum, wie der Weltklasseläufer reagierte, als der SV Mehren nach Hilfe für die Lehwaldlauf-Premiere fragte. Die Vermittlung und erste Einweisungen ins Auswertungsprogramm, Ratschläge zur Urkundengestaltung und zu Preisen, Fleschen habe viele Tipps gegeben und war meist auch selbst am 1. Mai mitgelaufen. Für einen Sieg reichte es nach seiner Hochleistungskarriere allerdings nicht. Bei der Premiere 1991 wurde Fleschen über 10 km in 35:41 Minuten hinter dem Trierer Triathleten Marc Suhrcke (34:35) und Gerd Uhren (LG Vulkaneifel/35:03) Dritter. Im zweiten Jahr musste sich Fleschen (33:24) dem mehrfachen luxemburgischen Rekordler Justin Gloden geschlagen geben. Der Marathon-Olympiateilnehmer von Seoul 1988 lief mit 32:11 Minuten den immer noch bestehenden 10-km-Lehwaldlaufrekord.
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So hochkarätig die Teilnehmer, die riesigen Teilnehmerfelder (1992 waren es 130) kamen nie nach Mehren. Auch nicht bei der 34. Auflage am 1. Mai. Das lässt sich vielleicht mit dem Termin erklären. Am 1. Mai sei es schwierig, die Lauftreff-Teilnehmer zu einer Veranstaltung mitzunehmen, erzählte ein Abteilungsleiter von einem Verein aus der Eifel. So zählte der SV Mehren diesmal knapp über 100 Zieleinläufe, vom Bambino bis zum mit 92 Jahren ältesten Teilnehmer Hans Both aus Prüm, der die 5 km lange Strecke mit Rollator absolvierte. |
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| Die Starterzahlen über 10 km waren beim Lehwaldlauf schon größer. Bei der 34. Auflage gingen nur 22 Läufer auf die längste angebotene Distanz |
Als Lauf in den Mai ist der Lehwaldlauf aber trotzdem mittlerweile eine Marke und ein Geheimtipp. Das Organisationsteam ist längst verjüngt. Die Gründergeneration wie Hubert Eiden haben den Staffelstab längst an ein junges, engagiertes Team weitergegeben. Man darf hoffen, dass das mit steigenden Teilnehmerzahlen honoriert wird.
Die Strecke ist zwar nicht spektakulär, aber der Waldanteil dürfte nur schwer zu übertreffen sein. Nur der Start findet auf dem gepflegten Fußballplatz des SV Mehren statt. Dann geht es direkt in den Wald und nur zum Zieleinlauf beziehungsweise für die 10-km-Läufer zur zweiten Runde, wieder heraus. Der Rest des Parcours führt ausschließlich über meist fein geschotterte Waldwege durch das frische Frühlingsgrün. Das hat die gewohnten Vorteile: Außer gelenkschonendem Untergrund bietet der Wald Windschutz (das war diesmal wichtig) und Kühle (2025 war es sehr warm).
Auch wenn die Strecke - vor allem für die Verhältnisse in der Eifel! - keine großen Steigungen aufweißt, richtig schnelle Zeiten darf man auf diesem Untergrund natürlich nicht erwarten. Für das Highlight sorgte diesmal Michelle Trumm. Die letztjährige Deutsche Marathonmeisterin mit dem LT Schweich blieb in 39:27 Minuten unter der 40-Minuten-Schallmauer. Eine Zeit, die vor ihr nur eine Frau erreicht hat. 1994 lief Birgit Lennartz (LLG St. Augustin) mit 38:48 Minuten schneller durch den Lehwald.
Trumm ließ mit Stefan Zens (LG Meulenwald Föhren/38:08) diesmal nur einem Mann den Vortritt. Zweitschnellste Frau war ihre Vereinskameradin Katja Leis in 47:36 Minuten. Die Triathletin hatte zuvor allerdings schon mehr als 60 Rad-km absolviert. Als zweitschnellster Mann verpasste Tobias Drath in 40:08 Minuten den Sprung unter die 40-Minuten-Schallmauer knapp, nachdem er auf der ersten Runde mit Trumm gelaufen war. Dritter wurde mit Christian Feilen vom SC Blau-Weiß Schalkenmehren ein Lehwaldlauf-Dauergast.
Über 5 km dominierten bei den Männern im Übrigen die heute Masters genannten Senioren: Günter Willems vom SV Neunkirchen-Steinborn (M60) siegte in 21:13 Minuten vor seinem Vereinskameraden Oliver Högner (M55/22:45) und Dietmar Krämer (HSC Gamlen/M45/23:04).
Dafür gab es bei den Frauen durch die 20-jährige Marie Brösch vom PSV Wengerohr (24:57) eine junge Gewinnerin. Hinter Tina Theisen (25:17) belegte Tina Lewis (25:33) den dritten Platz. Die Frau des zweimaligen Dreisprung-Olympiateilnehmers Randy Lewis (Grenada) kam in besonderer Mission. Natürlich freuten sich die ehemalige Mittelstrecklerin und der Weltklasse-Dreispringer über die Siege ihrer Tochter Leane über 2 km und ihres Sohns Phil in der Altersklasse M9 über 1 km. Tina Lewis, die als Lehrerin am Dauner Geschwister-Scholl-Gymnasium arbeitet, geht es aber vor allem darum, Schüler den Spaß am Laufen zu vermitteln und dass man den gerade auch bei kleinen Läufen wie dem Lehwaldlauf und nicht nur bei den kommerziellen Großveranstaltungen haben kann.
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