9.5.26 - 16. TEBA-Radweglauf in Hermeskeil

Uli-Schmitt-Gedenklauf

Vierter Rekord in Folge beim Radweglauf im Hochwald

von Holger Teusch 

Der TV Hermeskeil nutzt den Radweg über eine stillgelegte Bahntrasse. Beim der 16. Auflage kämpften über 10 km zwei Deutsche Meister um den Sieg.

 

Einst schnauften zwischen Hermeskeil und Reinsfeld im Hochwald die Dampfloks, mittlerweile sind es Radfahrer und Läufer, die laut atmend auf der zum Radweg umgebauten ehemaligen Bahnstrecke unterwegs sind. Seit 2009 gehört das Asphaltband einmal im Jahr allein den Läufern. Beim Teba-Radweglauf geht es auf Wendepunktstrecken mit Start und Ziel am ehemaligen Hermeskeiler Bahnhof wahlweise über 5 km oder 10 km.

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Dazu kommen zahlreiche Nachwuchsrennen, die bei der 16. Auflage einen gehörigen Anteil am vierten Teilnehmerrekord in Folge hatten.

Bekommen die Radweglauf-Teilnehmer auch mit: Windräder sorgen im Hochwald für Energie und die Autobahn A1, unter der die 10-km-Strecke hindurch führt, sorgt für eine leichte und schnelle Erreichbarkeit von Hermeskeil
Über den Ruwer-Hochwald-Radweg geht es erst einmal raus aus Hermeskeil, aber natürlich wieder zurück. Tine Hausmann vom LT Schweich (253) erlebte das gleich zweimal. Erst siegte sie über 5 km, dann belegte sie über 10 km den zweiten Platz
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Der sogenannte Ruwer-Hochwald-Radweg führt von Hermeskeil durch Reinsfeld, an Kell am See vorbei bis zum namensgebenden Ort Ruwer unweit von Trier. Einst fuhr auf dieser Strecke die sogenannte Hochwaldbahn von Trier durchs Ruwertal auf die Höhen des Mittelgebirges. Am 15. August 1889 wurde der Abschnitt von Trier nach Hermeskeil eröffnet. Fast 100 Jahre lang fuhren Personenzüge auf der Strecke. Güter wurden auf der Weiterführung bis Türkismühle im Saarland sogar noch bis zur Jahrtausendwende transportiert.

 

Eine Initiative, die sich für den Erhalt der Gleisanlagen einsetzte, konnte den Streckenabbau letztlich nicht verhindern. Nur zwischen Hermeskeil und Türkismühle verkehrte bis 2012 eine Museumsbahn. Mittlerweile zeugen nur noch einige verwachsene Schienen und das Dampflokmuseum nahe des ehemaligen Hermeskeiler Bahnhofs von der Eisenbahntradition.

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"Mountainer" vom TV Hermeskeil wissen auf dem nicht allzu breiten Radweg, wie man als Führungsfahrradfahrer den Weg freimacht Gut gelaunt auf dem Ruwer-Hochwald-Radweg: Bärbel Besch und Nicole Henkes vom LTF Theeltal hatten offensichtlich Spaß beim Frühlingslauf im Hochwald Hochgefühl und hohe Sprünge beim Lauf im Hochwald: Chloe Eicher machte es vor, was Lauffreude bedeuten kann

 

Zugverkehr in den dünn besiedelten Hochwald und Hunsrück war nicht nur in jüngster Vergangenheit unrentabel, schon im 19. Jahrhundert setzten sich die Interessen der Schwerindustrie mit dem Bau der Eisenbahnstrecke entlang der Saar von Trier nach Saarbrücken gegen die seit 1840 ins Spiel gebrachte Variante über den Hochwald durch. Das Argument, dass eine Trassenführung durch den Hochwald gegenüber dem Erzfeind Frankreich geschützter liegen würde, verfing nicht

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Dies lässt sich auf der Internetseite www.hochwaldbahn.info nachlesen. Aus dem Mittelgebirge gab es hauptsächlich Holz zu transportieren. An der Saar ging es um Kohle und Stahl.

Der ehemalige Deutsche Meister über Halbmarathon (2019) Moritz Beinlich von der LG Rhein-Wied kam spontan nach Hermeskeil und gewann das 10-km-Rennen vor Vorjahressieger Alexander Bock Für den Hattrick, seinen dritten Sieg über 10 km in Folge reichte es beim Deutschen 100-km-Meister Alexander Bock diesmal nicht bei seinem Heimrennen. Für seine alte Schule, das Gymnasium Hermeskeil antretend, belegte er diesmal den zweiten Platz Theresa Böttel vom Verein Silvesterlauf Trier war in 41:06 Minuten schnellste Frau über 10 km Schon oft beim Radweglauf dabei und diesmal Dritte über 10 km, W45-Siegerin Miriam Engel-Haumann von der TG Konz lief diesmal in 43:10 Minuten über den Radweg

Vorangetrieben wurde der Eisenbahnausbau trotzdem aus militär-strategischen Interesse. Statt Truppentransporte wie in den Weltkriegen rollen seit mehr als eineinhalb Jahrzehnten friedlich Fahrräder über die ehemalige Bahntrasse und Läufer nutzen das verhältnismäßig flache Terrain. Das Asphaltband abseits von Autostraßen überwindet auf 48 Kilometern zwischen Ruwer und Hermeskeil rund 400 Höhenmeter. Was einst für die Lokomotiven eine angenehme Steigung war, ist nun die einzige Möglichkeit mit dem Fahrrad verhältnismäßig einfach von der Mosel ins auf knapp 500 Meter Höhe gelegenen Hermeskeil zu gelangen. 20 Brücken werden überquert. Der Anstieg von Ruwer in den Hochwald ist zwar kontinuierlich, durch die Bauwerke gibt es aber keine extremen Steigungen. Tunnels gibt es übrigens anders als auf dem Maare-Mosel-Radweg in der Eifel nicht.

Zwei Altersklassensiegerinnen Schulter an Schulter: Lana Funk vom LT Schweich gewann die U18, Annette Reiser (Westnetz) die W55 im 10 km Rennen
Die vielfache Deutsche Seniorenmeisterin Lilo Hartenberger vom LAZ Birkenfeld war in der Altersklasse W75 wieder eine Klasse für sich Hans Knieling vom VfL Algenrodt belegte Rang 2 in der M75 über 10 km und blieb unter 50 Minuten (49:48)

Der oberste Abschnitt des Ruwer-Hochwald-Radwegs wird seit dem Eröffnungsjahr auch vom TV Hermeskeil für die Austragung einer Laufveranstaltung genutzt. Sie steht in einer langen Tradition. Schon in den 1980er Jahren gab es einen Volkslauf des Kneipp-Vereins. Dann folgte der Stadtlauf des TV Hermeskeil. Parallel richtete der Verein zeitweise auch einen Crosslauf aus. Dieser war in die Hochwald-Serie integriert, die zeitweise bis zu 500 Teilnehmer zum Laufen ins Gelände brachte. Bei den Crossläufen üblich waren eine Mittel- und eine Langstrecke. In dieser Tradition war klar, dass der 5-km-Lauf des Teba-Radweglaufs gegenüber sonstigen Jedermannläufen ebenfalls aufgewertet wurde. Damit hatte man im Hochwald den Trend zur kurzen Distanz früh erkannt. Mittlerweile ist der "Fünfer" der teilnehmerstärkste der acht Wettbewerbe. 230 Läufer kamen auf dieser Distanz ins Ziel. Marten Franke von der LSG Saarbrücken-Sulzbachtal in 16:30 Minuten und Tine Hausmann vom LT Schweich in 18:50 Minuten waren die schnellsten.

Mit einem exakt 3:30iger-Schnitt entschied Marten Franke von der LSG Saarbrücken-Sulzbachtal das 5-km-Rennen für sich Platz drei über 5 km für Lokalmatadorin Bettina Bernarding vom TV Hermeskeil. Auf die alte Bahnhofsuhr sollte man sich übrigens nicht verlassen. Sie steht konstant auf drei Uhr

Die sportlich höhere Bedeutung hat aber weiterhin das 10-km-Rennen. Ursprünglich gab es beim Teba-Radweglauf die selten angebotene 15-km-Distanz als Hauptlauf. Mit dieser Entscheidung wollte man 2009 eine Lücke im Wettkampfangebot der Eifel-Mosel-Hochwald-Region schließen. Als sich jedoch Ende des vergangenen Jahrzehnts die Möglichkeit bot, der Laufserie Bitcup beizutreten, musste die Strecke auf 10 km gekürzt werden. Mittlerweile als 4-Regio-Cup firmierend ist der Teba-Radweglauf fester Bestandteil unter zwölf Wertungsläufen, von denen sechs absolviert werden müssen, um am Jahresende in die Wertung zu kommen.

Moritz Beinlich hat bereits zwei dieser Rennen gewonnen. Der Deutsche Halbmarathonmeister von 2019 (damals für die LG Telis Finanz Regenburg) hatte bereits den Cup-Auftakt im März in Schweich gewonnen. Zwischenzeitlich lief der 29-Jährige, der in den elterlichen Betrieb für landwirtschaftliche Bewässerungstechnik in Ulmen in der Eifel eingestiegen ist und wieder für seinen Ausbildungsverein LG Rhein-Wied startet, einen schnellen Halbmarathon in Berlin (1:06:28 Stunden) und die volle 42,195-km-Distanz in Hamburg (2:18:33 Stunden). Am Vorabend des Hermeskeiler Radweglaufs siegte er über 5,2 km beim Cochemer Firmenlauf (in 16:03 Minuten).

Ältester Teilnehmer: Alfred Schinnerer, Jahrgang 1939, lief die 5 km in 36:57 Minuten und ist damit ein Vorbild für alle jüngeren Läufer Bescheidener Organisationsleiter: Der Leichtathletik-Abteilungsleiter des TV Hermeskeil Bernd Schmidt hat beim Radweglauf seit Jahren alles im Griff

Im Hochwald waren seine Beine aber nicht nur wegen dieser Vorbelastung, sondern auch wegen der ungewohnten Wärme nicht mehr ganz locker. 32:03 Minuten benötigte Beinlich im Alleingang. Lokalmatador Alexander Bock hielt sich nach dem Start erst in der Verfolgergruppe zurück, sicherte sich aber in 33:48 Minuten am Ende souverän den zweiten Platz vor Amselm Schwindling von der LLG Wustweiler (36:23). Für Bock, 2022 und 2025 Deutscher Meister im 100-km-Lauf, hat der Hermeskeiler Teba-Radweglauf eine besondere Bedeutung. Am Gymnasium der Hochwaldstadt legte er sein Abitur ab. Auch seine Laufkarriere startete beim TV Hermeskeil, bevor es ihn erst zum PST Trier und jetzt zum LC Rehlingen führte. Beim Radweglauf startet Bock traditionell für seine ehemalige Schule.

Diese engagiert sich wie andere Schulen aus Hermeskeil und Umgebung beim Radweglauf. Seit Jahren gelingt es diesen, eine große Zahl an Schülern auf die verschiedenen Strecken zu bringen. Natürlich in den speziellen 1-km-Rennen, aber auch über 5 km oder gar 10 km. Die Schulen haben einen großen Anteil an den stetig wachsenden Teilnehmerzahlen beim Teba-Radweglauf. Bei der 16. Auflage verzeichnete der TV Hermeskeil den vierten Rekord in Folge. 890 Zieleinläufe verzeichnete man auf dem Bahnhofsvorplatz. Was die Schulen auch motiviert: Für die teilnehmerstärksten sind Sonderpreise ausgelobt. Den ersten Platz belegte diesmal die IGS Hermeskeil vor dem Gymnasium, dass dank Bock aber eine Mannschaftswertung über 10 km gewonnen hätte.

Dass der Teba-Radweglauf an der 1000-Teilnehmer-Marke kratzt, liegt zu einem großen Teil auch an den Schulen, die sich engagieren und viele Nachwuchsläufer für die 1-km-Läufe melden, aber auch etliche ältere Schüler für die 5 km und gar 10 km motivieren Fleißige Medaillenverteiler sind nötig, um vor allen in den Kinderläufen allen Mädchen und Jungen ihre Auszeichnung um den Hals zu hängen
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Nach ihrem Sieg über 5 km stand Tine Hausmann auch über 10 km wieder auf dem Siegerpodest. Diesmal reichte die Kraft allerdings nicht mehr bis ganz nach oben. Rheinland-Pfalz-Crosslaufmeisterin Theresa Böttel vom Verein Silvesterlauf Trier siegte in 41:06 Minuten mit knapp einer Minute Vorsprung auf die Doppelstarterin (42:01) und Miriam Engel-Haumann von der TG Konz (43:10).

Bericht und Fotos von Holger Teusch

Ergebnisse www.chiplauf.de & Infos www.teba-radweglauf.de

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