24.5.25 - 1. Stadtfelder Schrotelauf in Magdeburg

Premiere an der Schrote - Laufen mit besonderer Note

von Almuth Steinhoff 

"Ist denn die Elbe immer noch dieselbe …" - na kloar, würde der Machdeburcher sagen. "Und die Schrote?" "Die hat eine besondere Note!" Der ca. vierzig Kilometer lange Bachlauf durchfließt nicht nur das Stadtgebiet Magdeburgs, sondern ist auch Namensgeber für einen einmaligen "Grünzug". Was der Schrotepark an Breite nicht hat, macht er in der Länge wett. Gerade mal sechzig Meter breit, erstreckt sich diese Grünanlage drei Kilometer von der Grenze Diesdorfs bis zur Olvenstedter Straße. Hier hat der Bach natürlichen Untergrund, ehe er weiter östlich in einem gemauerten Bett fließt und kurzzeitig sogar unterirdisch geführt wird. Der westliche Teil der Schroteanlage, genauer gesagt, eine 2,3km lange Runde, gehört täglich den vielen Fußgängern, Läufern, Radfahrern und dem ein oder anderen Vierbeiner.

400 Läufer an der Schrote
geben der Premiere eine besondere Note
"Ja, wo laufen sie denn?" "Na, an der Schrote!"
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Der Bürgerverein für Stadtfeld, seit über zwanzig Jahren aktiv, hat schon vieles "auf die Kette gekriegt", um mal im sportlichen Metier zu bleiben: Weihnachtsmärkte, Trödelmärkte, Spielplatzausbau … "Was tatsächlich noch fehlt, ist eine Laufveranstaltung." Der Vereinsvorsitzende Thomas Opp beschreibt den Werdegang von der Idee bis zur Laufpremiere: "Ein Orga-Team von sechs Leuten bildete den Kern, und die vielen Freiwilligen kamen "wie Selbstläufer (!)" hinzu." Seien es der Moderator Sören Thümmler (tätig beim MDR) oder Doreen Kraska (Organisatorin des Sudenburg-Laufes) oder Sabine Björn (welche viele Jahre Mitorganisatorin des Elbe-Brücken-Laufes war).

"Da geht's zum Ziel!" - Die letzten Meter des Bambinilaufs Warten auf die Finisher; jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin erhielt eine wertvolle Medaille Die Hüterinnen und Ausgeberinnen der isotonischen Getränke; zumindest sah die eine Becherfraktion wie Gerstenkaltschale aus :)

Auch die vier Helferinnen und Helfer an der Anmeldung im angrenzenden Montessori-Zentrum schauen lediglich auf die Uhr, um im Zeitplan zu bleiben. Die letzten Bambini werden registriert und "abgehakt", denn die eigentliche Anmeldung ist schon lange geschlossen. Das Teilnehmerlimit von vierhundert Läuferinnen und Läufern war schon kurz nach Öffnung des Portals erreicht. "Für uns ist diese Teilnehmerzahl ein Testlauf; immerhin ist es ja zum ersten Mal, dass wir einen Volkslauf geplant haben und auf rein ehrenamtlicher Basis durchführen", so Thomas Opp.

Motivation pur Pokale für die Erstplatzierten aller vier Läufe

Ein Blick in die Meldelisten zeigt, die regionale Volkslaufszene hat das Angebot angenommen, obwohl der Schrote-Lauf bei seiner Premiere kein Wertungslauf der Stadtrangliste ist. "Wenn dieser Lauf ein Erfolg wird, möchten wir ihn zu einem festen Termin in Magdeburgs Laufkalender machen." Dem Wunsch des Vereinsvorsitzenden, "zum Anfeuern und Mitlaufen zu kommen", sind viele Stadtfelder gefolgt - selten habe ich bei einem Volkslauf eine so gut besuchte Strecke erlebt. Auch das "Danke!" vieler Läuferinnen und Läufer für den Beifall ertönt öfter als sonst bei solchen Wettbewerben üblich.

Der MSV Börde nutzte den Schrotelauf als teambildende Maßnahme Nein, nicht vor einem Fußballspiel, sondern vor dem Schrotelauf: Trainer Thiele schwört seine Mannschaft ein

Es ist also kein bloßes Ablaufen dieser attraktiven Schrote-Runde, sondern ein Wettbewerb, in welchem durchaus die Platzierungen eine Rolle spielen. Denn im Wertungsmodus des Elbe-Ohre-Cups gibt es wertvolle Zähler zu erlaufen. Apropos Ohre - die Schrote mündet bei Wolmirstedt in die Ohre … So viel zur regionalen Geografie, soweit zu den kleinen und großen Parkanlagen der Landeshauptstadt.

Start des 2,3km- Laufes ... und die Siegerin Emily Siebert (Gaensefurther Sportbewegung)

Hendrik Meyer, am orange-grünen Helfer-Leibchen erkennbar, entscheidet spontan, doch als Streckenfahrer dem 58köpfigen Teilnehmerfeld des 2,3km-Laufes voranzufahren. Die zehnjährige Gesamtsiegerin Emily Siebert sammelt weitere vierzig Punkte in der EOC-Wertung (Laufzeit: 9:07min); für die Börde-Kicker Hugo Brandt und Joseph Butz (Gesamtplätze zwei und drei in 9:19min bzw. 9:45min) ist es hingegen ein besonderes Training mit der Mannschaft. Nico Thiele, Übungsleiter bei MSV 90 Börde, nutzt die Laufveranstaltung als teambildende Maßnahme für seine Mädchen und Jungen, die in der E- und F-Jugend spielen. Viertklässlerin Luise Bessert schnappt sich kurz vor dem Ziel noch Platz zwei bei den Mädchen. "Einmal Training wöchentlich beim VfB Ottersleben, dazu die Läufe in Magdeburg und das Sportabzeichen", so schildert Luise ihr recht entspanntes Sportprogramm. Der Silberpokal ist jetzt der größte Pott und gesellt sich zu den fünf anderen Pokalen, die schon im heimischen Kinderzimmer stehen.

Auf dem Podest waren die Tränen getrocknet: Die Drittplatzierte und WU8-Siegerin Lotta Siebert freute sich über ihren Pokal. Daneben Schwester Emily (Platz eins-WU12) - beide von der Gaensefurther Sportbewegung und Luise Bessert (VfB Ottersleben), die Zweite gesamt und in WU12 wurde
Ito 2.0: Zwei Fußballer rocken das Siegerpodest. Hugo Brandt gewinnt vor Joseph Butz (beide MSV Börde, MU12) und Ben Gayda MU10-Sieger vom SV Germania Tangerhütte

Auch der Wolmirstedter Armin Brett, inzwischen vierzehnjährig, kennt die "kleinen Strecken" innerhalb des Elbe-Ohre-Cups noch. Inzwischen ist er regelmäßig in den TopAcht der Großen zu finden. Beim zweimaligen Durchlaufen der 2,3 Kilometer wird Armin als bester Jugendlicher Siebenter (18:10min). Sören Thümmler kommentiert launig den Zieleinlauf: "Auch der FC Liverpool ist heute am Start!" Insider wissen, dass Armin in jeder Saison ein anderes Shirt auswählt, "und in diesem Jahr ist es eben das rot-weiße Shirt dieses Vereins." Bei den Wettkämpfen seines Heimatvereins SV Kali Wolmirstedt trägt Armin die offizielle Wettkampfkleidung.

"Aus dem hohen rot-weißen Tor dringt ein buntes Gewimmel hervor" - Start zum 4,6km-Lauf Kloppo hätte seine wahre Freude an ihm gehabt, Armin Brett vom SV Kali Wolmirstedt, der in dieser Saison in Rot-Weiß unterwegs ist, Schnellster der MJU16 im 4,6km Lauf Laufurgestein Joachim Engelhardt vom HSV Medizin Magdeburg, gewinnt die M80 in 30:11 über 4,6km

Daniel Heidel von den "Parchener Laufsocken" sichert sich auf dieser Strecke Gesamtsieg und Pokal mit einer halben Minute Vorsprung vor Sebastian Ziems (M35/16:31min) und Jürgen Trommer (M40/16:54min), seines Zeichens Triathlet vom USC Magdeburg. Zumindest der Sieger und auch Armin Brett sind in der kommenden Woche beim Magdeburger Hopfengartenlauf am Start. Insgesamt finishen 145 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Für mich war es eine große Freude, die beiden Laufurgesteine, Joachim Engelhardt (Jahrgang 1942) und Ewgeni Nakhlupin (Jahrgang 1938) auf den beiden Laufrunden zu sehen.

"Der rasende Reporter" Jens-Uwe Börner von der Gaensefurther Sportbewegung läuft an den Jugendlichen Melvin Göres und Armin Brett vorbei, um seine blau-weißen Gaensefurher "fotomäßig" einzufangen So sehen Sieger (4,6km) aus: Der Zweitplatzierte Sebastian Ziems aus Magdeburg und Jürgen Trommer (USC Magdeburg, Abt. Triathlon/Platz drei, rechts) rahmen Sieger-"Laufsocke" Daniel Heidel aus Parchen ein

Siegerin Julia Dieterichs (19:03min) kommt zu den Klängen von AC/DC (der DJ hatte einen eindeutigen Hardrock-Geschmack) ins Ziel. Die Krankenschwester im Schichtsystem läuft seit zwölf Jahren regelmäßig und "ambitioniert seit drei Jahren. Eine wunderbare Art, abzuschalten und neue Kräfte zu tanken", so die 35Jährige, die für den VfB Ottersleben startet und längst eine Laufgröße in der Region geworden ist. Bevor sie zur Siegerehrung geht, gibt sie noch einen einfachen Tipp: "Einfach mit dem Laufen beginnen, eine Minute joggen, eine Minute gehen - so habe ich auch begonnen. Mein erster Kilometer dauerte acht Minuten!" Lena Drohns (20:30min, auch seit Jahren Cupläuferin) und Anne Siebert (W40/21:49min) aus Staßfurt vervollständigen das Siegerpodest.

4,6km-Siegerin Julia Dieterichs vom VfB Ottersleben "Wir sehen aus, als ob wir fit sind!" - Zitat dieses Trios

"Jetzt kommt die schönste Zeit eures Lebens!" Mit diesen Worten schickt Moderator Thümmler 182 Läuferinnen und Läufer auf fünf Runden durch den Schrotepark. Drei Runden lang verfolgen die zahlreichen "Streckengucker" das Führungstrio Manuel Stary, Frank Trommer und Maik Marschhausen, Mal übernimmt der Triathlet Trommer die Führung, mal läuft der international startende Manu Stary voran. Zwei Runden vor dem Zieleinlauf ist es Manuel Stary, der auf das Tempo drückt und Meter für Meter zwischen sich und die beiden Verfolger legt. Am Ende sind es dann noch fünf Sekunden, welche die beiden Erstplatzierten Manuel Stary (39:42min) und Frank Trommer trennen. "Hopfenläufer" Maik Marschhausen aus Schackensleben folgt eine knappe Minute später.

Start des längsten Laufes: Fünf Runden a 2,3 Kilometer "Es kann nur einen geben." Manuel Stary vom SC Magdeburg (in Schwarz) gewinnt den 11,5 Kilometer-Lauf

Noch enger geht es bei den Frauen zu: Frauke Neumann von der SG Eintracht Ebendorf siegt mit zwei Sekunden Vorsprung (48:26min) vor Sylvia Bornstedt (MLV "Einheit"). Erst auf den letzten Metern überholt die Ebendorferin die auf der letzten Geraden führende Magdeburgerin. Andrea Reiser, ebenfalls aus Magdeburg, wird Dritte in 52:23min. Martha Theuerkauf (Jahrgang 2010) war hier die jüngste Läuferin, Birgit Kermbach vom TSV Niederndodeleben finisht als älteste Teilnehmerin auf dieser Strecke.

"Ob zwei oder drei, die Eins war schon vorbei!" - Mit der 211 der 2. Frank Trommer, davor mit der 156 Maik Marschhausen, der 3. "Eintracht" gewinnt gegen "Einheit": Die spätere Siegerin Frauke Neumann (182, SG Eintracht Ebendorf) setzte sich im Zielsprint gegen Sylvia Bornstedt (160, MLV "Einheit") durch

Was bleibt nach der Laufpremiere? "Durchgehend positive Rückmeldungen und Anfragen, ob es eine zweite Auflage geben wird." Thomas Opp ist optimistisch. Zu der perfekten Organisation und Durchführung kam optimales Laufwetter, an welchem auch das am Freitag durchgezogene Gewitter Anteil hatte: saubere, nicht zu warme Luft, blankgewaschene Bäume, wenig Pollenflug. Keine Läuferin, kein Läufer hat abgekürzt "oder sich im dichten Gras versteckt und eine Runde abgewartet." Dieses Phänomen muss wohl früher im Sportunterricht des Öfteren passiert sein, wenn man den Dauerlauf abwählen wollte oder zur nächsten Mathestunde einfach nicht auffindbar war …

"Neue Farben machen Kinder froh und das Magdeburger Laufrudel sowieso": Maik Barthel (9./M50) im neuen rosa Laufshirt Martin Finkeler "on tour", diesmal nicht als FCM-Ordner, sondern als Läufer C. D. Friedrich hätte es nicht besser gemalt: Ein etwas anderer "Schrote"-Blick
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

So wie der Sudenburg-Lauf "Der Lauf mit einem Lächeln" heißt oder der Hopfengartenpokal-Lauf als "Der Lauf mit Tradition" bekannt ist, könnte der "Neuzugang" von der Schrote genau damit punkten: "Der Lauf an der Schrote mit der besonderen Note" (Freundlichkeit).

Bericht und Fotos von Almuth Steinhoff
Bildtexte von Plaste P.

Ergebnisse my.raceresult.com - Info schrotelauf.de

Zu aktuellen Inhalten im LaufReport HIER

© copyright
Die Verwertung von Texten und Fotos, insbesondere durch Vervielfältigung oder Verbreitung auch in elektronischer Form, ist ohne Zustimmung der LaufReport.de Redaktion (Adresse im IMPRESSUM) unzulässig und strafbar, soweit sich aus dem Urhebergesetz nichts anderes ergibt.

Datenschutzerklärung