26.4.26 - Dresden – 27. VVO Oberelbe-Marathon

Natur - Kultur und Laufspektakel pur

von Jörg Engelhardt 

 

Dresden und das Obere Elbtal gehören zu den beliebtesten Reisezielen Deutschlands und Europas. Die das ganze Jahr über von Touristen stark frequentierte Region eignet sich vor allem durch den Elberadweg auch für die Austragung eines stimmungsvollen Laufsportspektakels.

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Dies erkennen begeisterte Läuferinnen und Läufer aus Sachsen, Deutschland und der ganzen Welt schon seit längerem. Dies sieht man auch daran, dass der Oberelbe-Marathon zum dritten Mal hintereinander einen neuen Teilnehmerrekord erlebte.

Die Elbe ist eine stetige Begleiterin aller Mitlaufenden Die Dresdner Frauenkirche und Semperoper eine anschauliche Silhouette
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Trugen sich vor 2 Jahren schon über 5600 Läuferinnen und Läufer in die Meldeliste ein, waren es vor 12 Monaten schon mehr als 6800. In diesem Jahr waren es sogar mehr als 9000 Aktive, die sich bis zur Setzung eines Teilnehmerlimits schon vor dem offiziellen Anmeldeschluss in die Meldelisten der jeweiligen Läufe eintrugen. Zwar gingen längst nicht alle, die noch einen Startplatz für einen der bereits vorzeitig ausgebuchten Läufe ergattern konnten an den Start, dennoch erlebte der Dauerbrenner mit über 8100 Zielankünften zum dritten Mal in Folge einen neuen Teilnahme- und Finisherrekord.

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Die ebenfalls sehr stark frequentierten und noch größeren Marathonveranstaltungen in Hamburg und Düsseldorf änderten daran nichts. Die Tatsache, dass man auf größtenteils flachen und landschaftlich reizvollen Punkt-zu-Punkt-Strecken nicht nur eine Stadt, sondern gar eine ganze Region unter die Füße nehmen kann, scheint auch für Läuferinnen und Läufer aus anderen Teilen Deutschlands und der Welt ein Motivationsgrund zu sein, dem oberen Elbtal und seiner größten Stadt einen läuferischen Besuch abzustatten.

Flußlandschaft und Stadtatmosphäre

Das zumeist schöne Wetter, das auch dieses Mal wieder die jeweiligen Strecken in Sonnenlicht tauchte, dürfte seinen Teil zu dem starken Teilnahmezuspruch beigetragen haben. Natürlich auch der stimmungsvolle Zieleinlauf im runderneuerten Heinz-Steyer-Stadion, das im letzten Jahr Schauplatz der deutschen Leichtathletik-Meisterschaften war. Der veranstaltende Verein Oberelbe-Marathon e.V. mit Gesamtleiter Toralf Niese und die Veranstaltungsagentur xperience sport & events unter der Federführung von Organisationsleiter Uwe Sonntag freuten sich über den Melderekord.

 

Doch könnte das sehr beliebte Laufsportereignis langsam an seine Kapazitätsgrenzen kommen. Cordula Blaschke, im Organisationsteam für die Marketing- und Pressearbeit zuständig, deutete dies im persönlichen Gespräch jedenfalls an.

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Seit mittlerweile 20 Jahren trommelt die "Blechlawine" die Finisher auf ihren letzten 400 Metern ins Ziel im Heinz-Steyer Stadion

 

"Wir sind von den erfreulichen Anmeldezahlen regelrecht überrannt worden, so dass wir kurzfristig beim Halbmarathon eine zusätzliche Startwelle einrichten mussten. Dazu kam, dass die Verspätung einiger öffentlicher Verkehrsmittel dazu führte, dass wir den Marathonlauf erst zehn Minuten später starten konnten. Es ist am Ende alles gut gegangen und es gab keine Probleme. Aber eine nochmalige Steigerung im nächsten Jahr könnte dann irgendwann dazu führen, dass die Qualität unserer Veranstaltung darunter leidet und das wollen wir eigentlich nicht. Uns ist ein guter Veranstaltungsablauf mit zufriedenen Teilnehmern lieber, als ein stetig steigendes Teilnehmerwachstum, das es immer schwieriger macht, die hohen Auflagen, die uns auch die Ordnungsbehörden der beteiligten Städte und Gemeinden vorgeben, zu erfüllen. Zumal wir den Elberadweg, auf dem unsere Strecken zum großen Teil verlaufen, auch nicht breiter machen können."

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Zahlreiches Publikum empfängt die Laufathleten vor dem Einlauf ins Heinz-Steyer-Stadion

In der Tat verlief die gesamte Veranstaltung mit Ausnahme der bereits erwähnten geringfügigen Verzögerungen, die im Feld der vielen Teilnehmer auf Verständnis stießen, in der gewohnten Qualität, so dass es wieder das gab, was langjährige Stammgäste am Oberelbe-Marathon besonders schätzen und lieben. Stimmungsvolle Atmosphäre am Streckenrand in den beteiligten Städten und Gemeinden bis ins Ziel, sowie ein Lauf durch wunderschöne Landschaften, die in ihrer Vielzahl bei kaum einem anderen Marathonlauf so wahrzunehmen sind.

Stadt - Land - Fluss und eindrucksvolle Panoramabilder in Hülle und Fülle

Eine Mischung, die für Läufer aus aller Welt in jedem Jahr auf ein Neues so anziehend ist. Den Auftakt zu dieser Veranstaltung bilden der 2,7 km lange AOK PLUS Minimarathon sowie der 400 Meter lange SachsenEnergie Bambinilauf, der ohne Zeit- und Ergebnisermittlung durchgeführt wird. Um 9.10 Uhr gehen dann die Läufe über 5-, 10-km, Halbmarathon zeitgleich auf die jeweiligen Strecken, der Marathonstart erfolgte um 9.20 Uhr. Mit Ausnahme der beiden Kinder- und Jugendläufe werden alle Rennen in der nun folgenden Reportage behandelt.

Das Heinz-Steyer Stadion hat in seiner langen Geschichte viele Weltrekorde erlebt. Auf dieser Gedenktafel sind sie verewigt Großer Andrang zum Start des Bambinilaufs, an dem 251 Kinder ohne Zeit- und Platzierungswertung teilnehmen

Sachsenmilch 5-km-Lauf

An der Dresdner Waldschlößchenbrücke gingen über 600 Frauen und Männer auf den schnellen 5-km-Kurs. Joel Davis aus Grimma kam in einem lange Zeit engen Duell gegen Jamil Rezai (Dresdner SC 1898) zu einem knappen Tagessieg. Nach 15:54 min hatte der diesjährige Gewinner seinen Lauf ins Ziel gebracht und sich dadurch auch den Gesamtsieg gesichert. Auch Jamil Rezai konnte noch unter 16 Minuten bleiben und in 15:56 min. den zweiten Platz belegen. Michael Siegel (Läuferbund Schwarzenberg) belegte nach 17:15 min. den dritten Platz. David Hempelt (Athletics Team Dresden) kam nur eine Sekunde später als Vierter ins Ziel. Den fünften Platz belegte Benjamin Geissler aus Dresden, der nach 17:27 min. sein Rennen zu Ende bringen konnte. Den letzten freien Ehrenplatz belegte Leif Albrecht (ABX - Coaching) in 18:10 min.

Trotz der verschiedenen Laufdistanzen, von hier aus ist es für alle Finisher nur noch 1 km bis ins Ziel

Julie Lehner (OP-timisten) hatte bei den Frauen keine Konkurrenz zu fürchten und gewann das Rennen souverän in 19:11 min. Zweite wurde Finja Hellwig vom SV TuR Dresden, die nach 19:41 min. ebebfalls noch unter 20 Minuten blieb. Aljona Voronkov (ECC Chemnitz) belegte nach 20:34 min. den letzten freien Platz auf dem Podest. Auf dem vierten Platz folgte ihr Janine Nagler (Athletics Team Dresden) nach 20:36 min. Isabel Stephan aus Dresden folgte nach 22:23 min. auf Platz 5, ehe Charlotte Refert (Athletico Leipzig) nach 22:47 min. den letzten freien Ehrenplatz bei den Frauen einnahm.

344 Frauen und 299 Männer kamen bei diesem Lauf ins Ziel.

schulz 10-km-Lauf

Das Restaurant "Schillergarten", unterhalb der Brücke "Blaues Wunder", war der Startort für Frauen und Männer, die dieses Wettbewerbsangebot in Anspruch genommen hatten. Felix Friedrich (Ostsächsische Sparkasse Dresden) war nach 31:54 min. der erste Läufer, der den Zielstrich im Heinz-Steyer-Stadion in diesem Lauf überqueren konnte. Markus Bichlmaier (Zirkus Artista) war schon weit abgeschlagen und kam nach 34:11 min. auf Platz 2. Nach 34:18 min. nahm Peer Wächter (Athletics Team Dresden) den dritten Platz in Beschlag. Adrian Beer (UKW Bydgoszcz) war als Viertplatzierter nach 34:20 min. im Ziel. Tillmann Prüfer aus Dresden ließ lange auf sich warten und beendete sein Rennen nach 36:02 min. auf Platz 5. Tim Herold (Chemnitzer LV Megware) sicherte nach 36:19 min. als Sechster im Ziel den letzten freien Ehrenplatz und M40-Sieg ab.

Adrian Beer (UKW Bydgoszcz) läuft im schulz 10-km-Lauf als schnellster der M30 auf Platz 4 Beliebt: gemeinsamer Zieleinlauf. Das Team Schmidt mit Nadine, Amelie und Volker Schmidt nach 1:16 h im 10 km Ziel

Bei den Frauen trug die polnische Läuferin Angieliki Czarnecka (Road2Run) den Sieg davon. Nach 40:43 min. hatte sie den Gesamtsieg unter Dach und Fach gebracht. Sophie Neunaber aus Dresden belegte in 40:45 min. den zweiten Platz. Jasmin Eisold vom Triathlon Team Lausitz nahm nach 41:14 min. den dritten Platz ein. Der vierte Platz war für eine Läuferin aus dem Vogtland reserviert. Charlotte Will (SVV Plauen) war nach 42:26 min. im Ziel. Julia Schirutschke folgte ihr nach 42:37 min. auf Platz 5. Die Ukrainerin Maryna Yakovleva (Rhythmische Sportgymnastik BIW) beschloss den Reigen der Ehrenplatzinhaberinnen nach 43:52 min. auf dem sechsten Platz.644 Frauen und 603 Männer wurden am Ende des Tages im Zieleinlauf erfasst.

Sparkassen-Halbmarathon

1410 Frauen und 2021 Männer kamen bei diesem Lauf ins Ziel. Der Halbmarathon hat sich - auch bei anderen Veranstaltungen - längst zur absolut teilnahmestärksten Disziplin gemausert. Im letzten Jahr siegte mit Marcel Bräutigam, der jüngst erst wieder Deutscher Meister über 50 Kilometer geworden ist, in einer Klassezeit, die nur knapp über dem derzeitigen Streckenrekord lag. Ein so bekannter und erfolgreicher Langstreckenläufer war im heutigen Teilnehmerfeld bei den Männern, aber auch Frauen, nicht zu finden. So ergaben sich Erfolgschancen für Läuferinnen und Läufer, die bei anderen Großveranstaltungen keine realistische Sieg- oder Podestplatz Chance haben. Dies ist alleine auch schon deshalb so, weil nicht nur die ersten 3 im Gesamteinlauf, sondern gleich die ersten 6 geehrt werden.

Stolz zeigt Vater Alex Blank (2.M50 Halbmarathon) auf seinen Sohn Max, den Sieger des Halbmarathon Lina Epperlein ist schnellste Frau im Halbmarathon

Ein Läufer aus Hessen nutzte diese Chance und fuhr gleich in seinem zweiten Halbmarathon überhaupt den ersten Sieg bei einer Großveranstaltung ein. Max Blank aus Darmstadt läuft für das Team Run Puma und war im Team auf den Oberelbe-Marathon aufmerksam geworden. Seinen nächsten Start, wird er gemeinsam mit seinem Team schon nächste Woche im nahegelegenen Tschechien haben. Mit dem Verlauf seines Rennens war der Athlet der Altersklasse M35 sehr zufrieden, da er in 1:13:46 h einen ziemlich deutlichen Sieg einfuhr. Wenn es hier eine Familienwertung gegeben hätte, wäre er sicherlich, auch in dieser ein Aspirant auf den Tagessieg gewesen. Denn sein Vater Alex Blank sicherte sich in einer Zeit von 1:22:57 h für das Team Run Puma den zweiten Platz in der M50. Gewonnen hat diese Altersklasse übrigens ein weiterer hessischer Läufer. Felix Kaiser vom TSV Niederelsungen in Nordhessen finishte seinen Lauf in 1:19:36 h und landete als Sieger der M50 auf dem 19. Gesamtplatz.

Auf dem zweiten Platz setzte sich Simon Münzner aus Thum im Erzgebirgskreis fest. In 1:14:20 h sicherte er sich zudem den Sieg in der M20. Den "Bronzeplatz" konnte Stefan Fuhrmann vom Landesjugendpfarramt in einer Zeit von 1:14:58 h erringen. In der Altersklasse M35 durfte er als Zweiter hinter dem Gesamtsieger nochmals auf das Podest. M40-Sieger Marius Faber (X-Runners Jena e.V.) belegte in 1:15:08 h den vierten Platz. Fünfter wurde Jonas Wartenberg vom SC Freital, der in 1:15:25 h das Podium in der M35 komplettierte. Den letzten freien Ehrenplatz nahm Ralf Böhm vom TSV Einheit Süd Chemnitz, ebenfalls M35, in 1:15:36 h ein.

Cathleen Meier, Marathonsiegerin 2024, hier von Moderator Roman Knoblauch zum Interview begleitet, läuft dieses Mal im Halbmarathon auf den zweiten Platz Über Platz 3 und den W30 Sieg freut sich Jennifer Lux

Auf die Britin Amy Fry, die vor 12 Monaten auf der Halbmarathondistanz den Sieg holte, folgte mit Lina Epperlein von der Gänsefurther Sportbewegung eine Läuferin aus Sachsen-Anhalt auf dem ersten Gesamtplatz. Sie war in 1:21:53 h auch in der W20 nicht zu besiegen. Cathleen Meier (Bohlig Lauteam) ist Stammgast beim Oberelbe-Marathon und stand hier in der jüngeren Vergangenheit schon des Öfteren auf dem Podest. Vor zwei Jahren gewann sie den Marathon und wurde letztes Jahr im Marathon Fünfte, dazu kam noch ein Sieg in der Zwischenwertung auf der Marathondistanz, der hier in Dresden ebenfalls prämiert wird. Heute sicherte sie sich in 1:24:52 h den zweiten Platz und feierte den W35-Sieg. Jennifer Lux vom SCC Berlin war nach 1:29:01 h in der W30 vorn und belegte in der Gesamtwertung den dritten Platz.

Dustin Mühle überreicht den Sonderpreis der Uhrenmanufaktur Mühle für Platz 157 im Halbmarathon Veronika Lummer (23706, links) und Maxi Lena Altermann freuen sich mit ihrem tschechischen Zugläufer Jiri Holecek, der die Beiden, zum ersten Mal in ihrem Läuferleben, zu einer Zielzeit von unter 1:40 h gezogen hat

Helene Bergmann vom Triathlonverein Dresden wurde als Vierte in der W20 Zweite. Für sie wurde eine Endzeit von 1:30:05 h gestoppt. Platz 5 ging an Louise Werner (Neptun Fürstenwalde), die in 1:30:32 h zudem Zweite in der W30 wurde. Den letzten freien Ehrenplatz nahm Sarah Westerholt vom SC 53 Landshut ein. Für die Läuferin aus Niederbayern bedeutete die Zeit von 1:32:02 h Platz drei in der W30.

VVO Oberelbe-Marathon

Lucas Herrmann vom SCC Berlin war der überragende Marathonläufer des Tages. Bei der Halbmarathonmarke lag er mit einer Zwischenzeit von etwas mehr als 1:11 h sogar noch auf Streckenrekordkurs. Damit hatte er sich schon den Sonderpreis für den Sieg in der Zwischenwertung erarbeitet. Auf der zweiten Hälfte konnte er zwar das Tempo nicht mehr halten, hatte aber im Kampf um den Sieg keine Konkurrenz zu fürchten. Mit einer Endzeit von 2:24:45 h lag er exakt 10 Minuten unter der Siegeszeit von Thomas Kerkel aus dem Vorjahr.

Lucas Herrmann gewinnt den VVO Oberelbe-Marathon mit einer der schnellsten Siegerzeiten, die hier je gelaufen wurden Patrick König läuft auf Platz 2

Auch der zweitplatzierte Patrick König (Europamarathon Görlitz) lag nach 2:25:35 h noch deutlich unter dieser Marke. In der Altersklasse M35 bedeutete diese Endzeit hinter Lukas Herrmann ebenfalls den zweiten Platz. Dritter wurde der in Dresden lebende Österreicher Peter Frohnwieser (Dresdner Laufsportladen/ Salomon), der in 2:29:19 h als Letzter unter der Marke von 2:30:00 blieb. Er lag gleichfalls noch deutlich unter der letztjährigen Siegerzeit und gewann damit die M40. Der ältere Bruder des heutigen Gewinners, Lennart Herrmann (Athletics Team Dresden e.V.), hätte mit seiner Zeit von in 2:30:08 h als Vierter den Vorjahresmarathon noch immer klar gewonnen. In der Altersklasse M40 belegte er hinter Peter Frohnwieser den zweiten Platz.

Große Freude auch bei dem in Dresden lebenden Österreicher Peter Frohnwieser, der das Podium der Männer als Dritter komplettiert Die vier schnellsten Männer im Marathonlauf: 2. Patrick König, 3. Peter Frohnwieser, Sieger Lucas Herrmann und sein Bruder Lennart, der als Vierter Platz 2 in der M40 einnimmt

Auch Paul Werner (Sport Freigang), Fünfter in 2:33.37 h und MJ U20 Sieger Jonas Wegner (LSV Pirna), der in 2:33:50 den sechsten Gesamtplatz belegte waren immer noch schneller als Gesamtsieger Thomas Kerkel vor Jahresfrist.

986 Männer kamen bei der größten sportlichen Herausforderung dieses Tages ins Ziel.

In Abwesenheit der letztjährigen Gewinnerin Yvonne van Vlerken, die an einem Ermüdungsbruch laboriert, war davon auszugehen, dass keine der 320 Frauen, die im längsten und auch namensgebenden Hauptlauf ins Ziel kamen, auch nur annähernd an ihre Siegeszeit des vergangenen Jahres heranlaufen könnte. Die spannende Frage war, ob heute überhaupt eine der anwesenden Frauen es schaffen würde die begehrte Zielzeit von weniger als 3 Stunden zu erreichen.

Ricarda-Sofie Meyer, schnellste Frau beim 27. VVO Oberelbe-Marathon Nachdem sie erst letzte Woche beim Leipzig Marathon den sechsten Platz belegte, wird Theresa Döpping dieses Mal Zweite Olga Khvostikova freut sich über ihren dritten Platz, sowie den Altersklassensieg in der W40

In der Tat war eine Läuferin aus dem bayerischen Landesteil Mittelfranken in der Lage, die 3-Stunden-Marke zu unterbieten. Ricarda-Sofie Meyer (Nuremberg Tracking-Club), hatte sich kein besonderes Platzierungsziel gesteckt. Lediglich unter 3 Stunden wollte sie auf der 42,195 Kilometer langen Strecke bleiben. In 2:58:40 h gelang ihr das überzeugend. Dass sie aber mit dieser Leistung einen völlig ungefährdeten Gesamtsieg feiern durfte, war für sie noch mehr Grund, zufrieden zu sein. Auch den Sonderpreis für die Marathon-Zwischenwertung konnte sie mühelos gewinnen. Selbstverständlich war sie auch in der W35 die Nummer 1. Eine reiche Ausbeute eben, die sie in dieser Form nach eigenem Bekunden nicht unbedingt erwartet hätte. Umso mehr freute sie sich über ihren Triumph.

Die zweitplatzierte Theresa Döpping (Scott Running Team), hatte erst in der Vorwoche beim Leipzig-Marathon die 3-Stunden-Marke geknackt. Mit einer Zeit von 2:59:59 h wurde sie dort insgesamt Sechste und feierte mit dieser Zeit den Sieg in der W35. Mit ihrer Zeit von 3:07:24 h zeigte sie sich schon wieder gut erholt und erreichte eine bessere Gesamtplatzierung als in der Messestadt, kam aber auch in der Altersklasse nur auf den zweiten Platz. Den dritten Platz auf dem letzten freien Treppchen erlief sich Olga Khvostikova (Infineon Turnbeutelläufer) in 3:16:41 h. Mit dieser Leistung kam sie auch zum W40-Sieg.

Die drei schnellsten Marathon Frauen: 2. Theresa Döpping, Siegerin Ricarda-Sofie Meyer und 3. Olga Khvostikova Die Ehrenplätze unterhalb des Podiums im Marathonlauf der Frauen: 4. Franziska Dorn, 5. Sabine Beck und 6. Nikolett Szacska

Auch die viertplatzierte Franziska Dorn vom Laufklub Berlin konnte in der W20 einen Altersklassensieg erzielen. Nach 3:17:26 h blieb für sie die Uhr stehen. Sabine Beck aus der zahlreich vertretenen Abordnung des RLT Rodgau war nach 3:18:06 h im Ziel und fuhr als Fünfte in der Gesamtwertung sowie Zweite in der W40 zurück nach Hessen. Nikolett Szacska (TS Herzogenaurach) kam gleich zu zwei Ehrenpreisen. Sie erreichte in 3:18:21 h den sechsten Platz und komplettierte zudem das Altersklassenpodium in der W35.

Einen weiteren Sonderpreis stiftete die sächsische Uhrenmanufaktur Mühle. Das Familienunternehmen, das seit 1869 besteht und zu DDR-Zeiten im Jahre 1980 in den VEB Glashütter Uhrenbetriebe eingegliedert wurde, unterstützt den VVO Oberelbe-Marathon schon seit vielen Jahren. Mittlerweile befindet sich das Unternehmen wieder in Familienbesitz und lobte anlässlich ihres 157jährigen Bestehens einen Sonderpreis aus. Wer im Halbmarathon und Marathon auf Platz 157 ins Ziel lief durfte eine Uhr aus dem Hause Mühle und weitere Beigaben mit nach Hause nehmen.

Dustin Mühle überreicht den Sonderpreis der Uhrenmanufaktur Mühle, für Platz 157 im Marathon Die drei schnellsten Marathonmänner: 2. Patrick König, Sieger Lucas Herrmann und 3. Peter Frohnwieser
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Der VVO Oberelbe-Marathon hat den Ansturm gut verkraftet und die Auflage sehr gut über die Bühne gebracht. Mit der Anmelde- und Finisherzahl dürfte das Event an seine absoluten Grenzen gestoßen sein. Man wird um Teilnahmelimits auf den insgesamt 6 Distanzen nicht herum kommen, wenn man die Qualität für die Läufer und Zuschauer erhalten will.

Der VVO Oberelbe-Marathon hat erneut bewiesen, dass man mit über 8000 Zieleinläufen ein atmosphärisch sehr gelungenes Laufsportfest mit Laufangeboten für alle Alters- und Leistungsklassen feiern kann. Vor allem der Zuspruch über Sachsen hinaus ist ein Beleg dafür. Nicht nur aus anderen Bundesländern sind viele Aktive an die Oberelbe gekommen. Auch aus Polen, Tschechien, Großbritannien, den Niederlanden und den USA sind zahlreiche Läuferinnen und Läufer nach Dresden und das Obere Elbtal gereist. Der VVO Oberelbe-Marathon wird auch künftig regionales und internationales Flair unter einen Hut bringen. Dessen kann man sich nach der heutigen Auflage ziemlich sicher sein.

Bericht und Fotos von Jörg Engelhardt

Ergebnisse my.raceresult.com & Infos www.oberelbe-marathon.de

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