19.4.25 - 77. Paderborner Osterlauf mit DM-Halbmarathon

Erstaunlicher Kraftakt für Esther Pfeiffer

von Wilfried Raatz 

Informationen zum Lauf 2026 - siehe Ankündigung im WO LÄUFT`S WIE?

Medaillenspiegel Deutsche Halbmarathon Meisterschaft 2025 in Paderborn HIER

Rekordspenden-Ergebnis beim 77. Paderborner Osterlauf

Große Spende aus Osterlauf-Erlösen: St. Louise Kinderklinik erhält 3.573,52 Euro

Paderborn - Nicht nur sportlich, auch in Sachen Hilfsbereitschaft war der 77. Paderborner Osterlauf ein voller Erfolg. Mit einer Gesamtsumme von 16.694,09 Euro erreichten die Spendeneinnahmen in diesem Jahr ein Rekordniveau. Wie in jedem Jahr bleibt ein Teil der Erlöse in der Region: Am vergangenen Dienstag übergab das Organisationsteam des Osterlaufs 3.573,52 Euro an die St. Louise Kinderklinik in Paderborn.

Grün-Weiß Vereinsmanager Mathias Vetter, PD Dr. Cho-Ming Chao (Chefarzt Klinik für Kinder- und Jugendmedizin), Osterlaufmaskottchen Paola, Grün-Weiß Präsident Martin Kaiser, Michaela Kretzschmar (Pflegedienstleitung) und Mareen Walbaum (Sportmanagerin SC Grün-Weiß Paderborn) bei der Übergabe des Spendenschecks (v.l.).

Der Präsident des SC Grün-Weiß Paderborn, Martin Kaiser, Mathias Vetter (Vereinsmanager SC Grün-Weiß Paderborn) und Mareen Walbaum (Sportmanagerin SC Grün-Weiß) überreichten nun die Spende an PD Dr. Cho-Ming Chao, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, und Michaela Kretzschmar, Pflegedienstleitung der Kinderklinik.

Die Spendensumme stammt aus der traditionellen Spendenmatte am Fürstenweg, über die viele Läuferinnen und Läufer liefen, einer Sammlung im VIP-Zelt sowie einer Veredelungsaktion des Osterlaufpartners PaderTextilDesign im Rahmen der Sport- und Vitalitätsmesse.

Für zusätzliche Freude bei den kleinen Patientinnen und Patienten sorgte außerdem eine besondere Überraschung: Das Osterlauf-Team übergab 21 Plüschtiere des Osterlaufmaskottchens "Paola", die von Spenderinnen und Spendern im VIP-Zelt gekauft wurden.

"Die Unterstützung der St. Louise Kinderklinik ist uns eine echte Herzensangelegenheit. Mit den Spenden möchten wir die wichtige Arbeit vor Ort würdigen und unterstreichen, dass regionales Engagement ein fester Bestandteil des Osterlaufs ist", betonte Vereinsmanager Mathias Vetter.

Während ein Viertel der Spendengelder in der Region bleibt - neben der Spende an die St. Louise Kinderklinik gehen in diesem Jahr zusätzlich 700€ an das Obdachlosenessen des Projekts "… aus der Nachbarschaft" von Osterlauf-Moderator Tobias Fenneker - kommt der Großteil dem weltweiten Engagement der German Doctors e.V. zugute. Mit den Geldern wird die medizinische Versorgung im Mathare Valley Slum in Nairobi unterstützt - ein starkes Zeichen dafür, dass die Gemeinschaft des Osterlaufs sowohl in Paderborn als auch über Ländergrenzen hinaus Gutes bewirkt.

Pressemitteilung des Paderborner Osterlaufs vom 10.9.2025

19.4.25 - 77. Paderborner Osterlauf mit DM-Halbmarathon

Regen und trist-kühles Wetter waren gestern, die 77. Auflage des Paderborner Osterlaufes hätte mit Sonnenschein (und leichtem Wind) kaum idealer ablaufen können - und ebneten eine nahezu ideale Plattform für die integrierten deutschen Halbmarathonmeisterschaften und den inzwischen prächtig in Fahrt gekommenen R5K, dem von German Road Races (GRR) und dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) initiierten über fünf Kilometer führenden Nachwuchswettbewerb. Für die Macher des ältesten deutschen Straßenlaufes mit Organisationschef Christian Stork und dem Grün-Weiß-Vorsitzenden Martin Kaiser an der Spitze sorgten über 14.000 Anmeldungen für eine weitere Höchstmarke in der langen Geschichte dieses einzigartigen Laufspektakels am Ostersamstag.

Die Show gehört zum Osterlauf… … wie auch das Warten in der langen Läuferschlange auf den "Knall"
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Unter den exakt 14.127 Startwilligen starke 4.529 über die 10 km-Distanz, beachtliche 3055 über die in den zurückliegenden Jahren eher schwächelnden Halbmarathon und 3.557 über die 5 km-Strecke sind höchst beeindruckende Zahlen, daneben stehen atemberaubende Startfelder bei den SchülerInnen und Bambini - ein sportliches Familienfest par excellence. "Ein phantastischer Tag für uns, für den Laufsport", so Martin Kaiser in einem kurzen Schluss-Statement gegen Ende der Veranstaltung. "Ich kann nur danke sagen an alle, die im Vorfeld und heute eingebunden waren!"

Opening beim 77. Osterlauf im Sportzentrum Maspernplatz mit v.l. Dirk Happe (SportService der Stadt), Mathias Vetter (Finanzchef Osterlauf), Mareen Walbaum (Anmeldungen) und Organisationschef Christian Stork Die Bambini sind die ersten Starter von den gemeldeten 14.000 Osterläufern

Kaum hatten über 1300 Kindergarten-Bambini (samt elterlichem Begleitschutz) als Opener den sportlichen Reigen gestartet, folgte mit dem R5K-Wettbewerb der erste Knüller. Und dieser sollte die beiden bislang in diesem Jahr durchgeführten Wertungsläufe in Dresden und Hannover in den Schatten stellen, denn über 70 Nachwuchsläufer der U23 und U20 stellten sich im Showdown. Und ließen die persönlichen Bestmarken reihenweise purzeln. Ausgewiesene Kenner der Szene wie Irina Mikitenko, Peter Horak und Wolfgang Heinig staunten nicht schlecht über die Ergebnisse der frühen Standortbestimmung. Und die Initiatoren dieses neuen Laufformats zeigten sich angesichts der doch kurzen Anlaufzeit mit dem großartigen Zuspruch merklich zufrieden.

Start frei für das große Nachwuchsrennen R5K der U20 und U23 (Foto © Norbert Wilhelmi) Volles Tempo für (in der Bildmitte v.l.) Paul Walochny, Bela Diettrich und Floyd Schnaars (7264)

Tagesschnellster war der als U23-Favorit ins Rennen gegangene Christoph Schrick, zuvor bereits Sieger in Hannover. Mit einem furiosen Schlussspurt sicherte sich der eigentliche 1500 m-Spezialist auf der Zielgeraden den Sieg in 14:15 Minuten. Dahinter kämpften mit Dresden-Sieger Jakob Dieterich, Kurt Lauer und dem U20-Vorjahressieger Tristan Kaufhold um die nächsten Plätze - und brachten die Zeitmessdienstleister derart in Schwierigkeiten, dass die direkt nach dem Zieleinlauf geplante Siegerehrung sich um fast eine Stunde verzögerte. Rang zwei sicherte sich im Zentimeterentscheid schließlich Tristan Kaufhold (ebenfalls 14:15) vor den U23-Assen Jakob Dieterich und Kurt Lauer, die final mit 14:16 Minuten ausgewiesen wurden.

Während nun Tristan der Gesamtsieg der U20 kaum noch zu nehmen sein dürfte, muss Christoph beim Finale am Vortag zum Berlin-Marathon den Turbo zünden, um den mit 14 Sekunden in der Addition von zwei Wertungen führenden Jakob in der Gesamtwertung noch überholen zu können. Die gelaufenen Zeiten waren exzellent, so steigerte sich beispielsweise Tristan Kaufhold um vier Sekunden, Christoph verpasste seinen Hausrekord um eine einzige Sekunde beim schnellsten und dichtest besetzten Rennens der 2023 ins Leben gerufenen Serie.

Wie bereits in Hannover setzt sich Christoph Schrick als Gesamtsieger in starken 14:15 Minuten durch Spannendes Finale um die Plätze zwischen Jakob Dieterich (7216) und Kurt Lauer (Fotos 2 © Norbert Wilhelmi)

"Ich wollte das Rennen schnell machen und schon einmal in den Bereich knapp über 14 Minuten laufen", gestand der für Frankfurt Athletics startende Jakob Dieterich, der in Erlangen Wirtschaftsmathematik studiert und in einer leistungsstarken Trainingsgruppe vor Ort um 5000 m-Meister Florian Bremm trainiert und den Saisonfokus auf die U23-EM in Bergen legt, wofür er eine Endzeit von 13.50 vorweisen muss. "Aber unterwegs wurde doch etwas gebummelt, alleine gegen den Wind konnte ich das Tempo nicht hochhalten!"

Und Christoph Schrick bedankte sich bei dem Frankfurter für die lange Führungsarbeit: "Als eigentlicher 1500 m-Läufer konnte ich auf der Zielgeraden meine Spurtqualitäten ausspielen. Das war auch ganz im Sinne meines Trainers!" Und dieser ist mit Wolfgang Heinig ein "alter Fuchs" in der Szene und freute sich gewiss vor Ort über den tempostarken U23-Läufer, der auch schon in Rotterdam und Amsterdam als Pacemaker unterwegs war und dabei auch für Gesa-Felicitas Krause die Schlagzahl hochhalten konnte.

Entspannt kann sie lächeln: Vanessa Mikitenko wartet mit einem Spitzenresultat auf Stark verbessert auf Rang zwei: Pia Schlattmann
(Fotos 2 © Norbert Wilhelmi)

"Natürlich freue ich mich über die Endzeit, denn ich war etwas schneller als bei meinem Sieg im Vorjahr", so Tristan Kaufhold. Gestand aber, dass er nach dem ersten Kilometer in Führung liegend, mit dem Tempo etwas Probleme hatte. "Ich musste kämpfen, mir gelang es aber, sowohl Jakob als auch Kurt zu überspurten". Auch Tristan wird sein Augenmerk auf die Europameisterschaften richten, wo er gerne über 3000 m-Hindernis starten möchte. "Die geforderte Qualifikationszeit von 9:06 Minuten sollte eigentlich machbar sein!"

Während das Juniorenrennen bis auf die Ziellinie spannend blieb, hatte Vanessa Mikitenko, die Dritte der Hallen-DM über 1.500 Meter bei den Frauen, einen exzellenten Vorsprung herausgelaufen, dass sie sogar mit einem Lächeln die Ziellinie überqueren konnte. Bei Ihrem ersten Auftritt in der Rennserie steigerte sie ihren Hausrekord gleich um 25 Sekunden auf 15:40 Minuten. Und weiß nun genau, wo sie leistungsmäßig zu Saisonbeginn steht. Dennoch am Vorabend hatte sie etwas verhalten geklungen: "Ich bin vor zwei Tagen aus dem Trainingslager in Südafrika zurückgekommen und weiß nicht, wo ich derzeit stehe!" Für die anstehenden Europameisterschaften sollte sie sich angesichts der geforderten 16:10 Minuten nach dem vorzüglichen Auftritt in Paderborn weniger Gedanken machen müssen!

Sichtbares Zeichen für die Siegerin Vanessa Mikitenko
(Foto © Norbert Wilhelmi)
Nach Regen folgt just zum Osterlauf der Sonnenschein und entspannte Atmosphäre im VIP-Bereich

Gegen die wie entfesselt laufende Vanessa Mikitenko hatte selbst die Cross-EM-Vierte Pia Schlattmann das Nachsehen, setzte sich aber mit 16:17 Minuten klar gegen ihre Teamkollegin bei der LG Brillux Münster Nele Heymann (16:33) und der U23-Vorjahressiegerin der R5K-Tour Carolina Schäfer (16:34) deutlich durch. Die Wertung der weiblichen U20 holte sich Johanna Ewert nach 17:36 Minuten.

Afrikanische Läufer bestimmten einmal mehr das Geschehen auf der 10 km-Distanz. Michael Kiplagat Moiben setzte sich nach etwas verschlepptem Tempo in 28:07 Minuten gegen seine Landsleute James Kipkurui (28:14) und Edwin Kiptoo Kibet (28:15) und den aus Äthiopien stammenden für den SV Fun-Ball Dortelweil laufenden Vorjahreszweiten Kefyalew Kifle Sioleshi (28:17) durch. Die beiden Deutschen Maximilian Thorwirth und Jan-Lukas Becker gingen mit der Spitze mit und mussten erst im Schlussdrittel dem Tempo etwas Tribut zollen. Dank 13:55 auf dem zweiten 5 km-Abschnitt lief Maximilian Thorwirth mit 28:26 Minuten auf Platz fünf ein und verwies den zur Marathonstrecke tendierenden Jan-Lukas Becker (28:36) auf Rang sieben.

Mit der Startnummer 13 zum Sieg: Michael Kiplagat Moiben Auch die nächsten Plätze gehen nach Kenia durch James Kipkurui (7) und Edwin Kiptoo Kibet (11), dahinter der gebürtige Äthiopier Kefyalew Kifle Sileshi (2) Toller Einstieg für Maximilian Thorwirth als Bahnspezialist auf der Straße mit 28:26 Minuten In starker Frühjahrsform: Jan-Lukas Becker läuft 28:32 Minuten

"Dass ich so eine gute zweite Hälfte laufen konnte, stimmt mich wirklich sehr zufrieden", zeigte sich Maximilian zufrieden, der "lediglich" auf ein gutes Ergebnis und eine persönliche Bestzeit gehofft hatte. "Paderborn trägt dich auf der Strecke. Ich bin ja Bahnläufer, ich kenne das nicht so wie die Marathonis, es hat richtig Spaß gemacht!" Für den Düsseldorfer wird es allerdings (vorerst) das erste und letzte Straßenrennen der Saison bleiben, bereits Mitte Mai wird man den Deutschen Hallenmeister beim Läufermeeting in Pliezhausen über 3.000 Meter am Start sehen.

Mit einem starken Resultat auf seiner "Lieblingsdistanz" wusste Jan-Lukas Becker, nunmehr im Dress vom TSV Bayer 04 Leverkusen, den Frühjahresblock abzuschließen, schließlich bedeuten die 28:36 Minuten eine Bestmarke, die allerdings noch knapp über seiner 10.000 m-Bahnzeit liegt.

Läuft als Siegerin unter 32 Minuten: Rency Jepngetich Kogo Freut sich über Rang drei: Laura Hottenrott Für ASG Teutoburger Wald läuft Stefanie Snelting im dichten Einlauf im 44-Minuten-Bereich

Für Laura Hottenrott, die hinter Rency Jepngetich Kogo (31:56) und Christine Akuuta Komen (32:47) in 32:49 Dritte wurde, gab es beim Paderborner Osterlauf ein starkes Ergebnis. Und dies zwei Wochen nach Rang zwei bei den deutschen Marathonmeisterschaften in Hannover. "Ich konnte nach Hannover sehr schnell regenerieren, weil ich dort noch gar nicht so richtig fit war. Ich hatte wegen einer Grippe keine ideale Vorbereitung laufen können. Der Osterlauf war heute ein sehr guter Test, ich bin sehr zufrieden mit dem Resultat. Jetzt kann Düsseldorf kommen. Und möchte Spaß haben, denn eine Zeithetzte habe ich nicht! Das soll sich dann im Herbst erst wieder ändern!"

Kommen wir zu den im Rahmen des 77. Paderborner Osterlaufes ausgetragenen Deutschen Halbmarathonmeisterschaften. Eine Punktlandung gelang dabei Esther Pfeiffer, denn sie verteidigte mit einem eindrucksvollen Start-Ziel-Sieg ihren im Vorjahr in Hamburg gewonnenen Halbmarathon-Meistertitel. Dass sie dabei die 70-Minuten-Marke um eine einzige Sekunde verpasste, ist allenfalls ein Schönheitsfehler in einer nicht ganz makellosen Halbmarathon-Frühjahreskampagne.

Die Hatz um die Meistertitel beginnt. Eher zufällig nebeneinander die späteren Sieger Luca Madeo (215) und Esther Pfeffer (461) Blick ins Feld mit Deborah Schöneborn (534) und Sophia Kaiser (499)

Denn ihr Wettkampfprogramm ist atemberaubend. Vor zwei Wochen lief sie in Berlin mit 69:15 Minuten Hausrekord, bei der Halbmarathon-EM vor Wochenfrist war sie nach 13 km vorzeitig aus dem Rennen gegangen - nun aber ein glanzvoller Auftritt in Paderborn. "Ich bin mega zufrieden! Die letzte Woche war nicht ganz leicht für mich. Ich bin froh, dass es heute wieder so gut geklappt hat. Das Rennen hat richtig Spaß gemacht. Dadurch, dass wir zwei Runden gelaufen sind, war durchgängig eine richtig gute Stimmung!" Ihre leichten muskulären Probleme jedenfalls haben sie nicht behindert. Ist dies im Reigen einer Titelserie der Auftakt? "Es heißt ja: Aller guten Dinge sind drei…." Dass Esther Pfeiffer in der über 21,097 km führenden halben Marathonstrecke derzeit die ideale Strecke sieht, das sollte man jedoch ohne Vorbehalte unterstreichen. Denn genau in einer Woche wird sie in ihrer Heimatstadt Düsseldorf beim uniper Marathon Düsseldorf wieder am Start stehen, natürlich über Halbmarathon.

Konzentriert zur erfolgreichen Titelverteidigung ist Esther Pfeiffer (hier mit Nicolai Riechers (458), Jannik Ernst (542) und Sebastian Kohlwes Alleinige Verfolgerin wiederum Blanka Dörfel (in Begleitung von Paul-Simon Reiß (295) und Daniel Müller

Ebenfalls ungefährdet lief dahinter Blanka Dörfel (70:24), die damit nur eine halbe Minute hinter ihrer in Berlin gelaufenen Bestmarke von 69:46 Minuten blieb. So richtig zufrieden wirkte der Schützling von Trainer Dieter Hogen allerdings nicht, denn wie im Vorjahr wurde sie "nur" Vizemeisterin. Sie schöpft allerdings weiter Hoffnung auf einen Meistertitel. Alleine Spannung verhieß der Kampf um die Bronzemedaille, denn letztlich die eigentliche Triathletin Tanja Neubert in starken 71:38 Minuten gegen die routinierte Melina Wolf knapp, aber dennoch sicher gewann.

Melina legte allerdings mit Rang vier den Grundstock für den Teamerfolg für die LG Region Karlsruhe. Allerdings konnten Sophia Kaiser (Siebte) und Jule Hediwg (Zwölfte) mit Melina den Titel nicht feiern, denn unmittelbar nach der Medaillenzeremonie mussten sie zum Hauptbahnhof regelrecht spurten, um die Verbindung ins Nordbadische noch zu bekommen. Dabei war der Karlsruher Sieg mit 3:51:03 vor dem LC Kronshagen (4:03:51) und dem SCC Berlin (4:20:22) überaus komfortabel ausgefallen. Mit Deborah Schöneborn gab eine weitere Medaillenanwärterin vorzeitig auf, offenbar steckten ihr die Marathonmeisterschaften in Hannover, bei denen sie Dritte wurde, noch in den Beinen.

Unverwüstlich: Miguel Molero-Eichwein gewinnt in starken 1:11:22 die M55 Die 1:30er Gruppe bei der Wende zur zweiten Runde Knapp an Bronze vorbei, aber Garant für den Sieg der LG Region Karlsruhe: Melina Wolf

Massiv beeinflusst haben die Deutschen Halbmarathonmeisterschaften die Gesamtstatistik jedenfalls nicht, denn nur 94 Frauen wurden gewertet, bei den Männern waren dies 208.

Bei den Männern debütierte der 22jährige Luca Madeo auf der Halbmarathondistanz - und gewann diese auf Anhieb. Der 22jährige im Trikot der LG Filder hielt sich lange Zeit eher im Hintergrund einer fünfköpfigen Spitzengruppe auf, um in der Endphase seine Titelchancen wahrzunehmen. Nach 1:05:21 Stunden durfte er über seinen ersten Meistertitel jubeln. Der aus dem nahen Warburg stammende, inzwischen für die LG Telis Finanz Regensburg startende Bastian Mrochen holte sich im Jahr nach dem U23-Sieg in Hamburg nun bei den Männern die Silbermedaille in 1:05:38 vor dem erstmals überhaupt bei einer deutschen Meisterschaft startenden Gabriel Lautenschlager (1:05:48; LG Bamberg).

Dichte Spitzengruppe bei Kilometer 10 mit (v.l.) Gabriel Lautenschlager (492), Konstantin Wedel (348), Bastian Mrochen (345), Luca Madeo (verdeckt), Lars Franken (334) Im Duell der Verfolger Chris Ziehmer (519), Julius Hild (549) und Marco Giese (390)

In Abwesenheit der deutschen Langstreckenprominenz triumphierte der hierzulande wenig bekannte Luca Madeo. Dies ist allerdings auch wenig verwunderlich, denn in der Corona-Phase begann der aus Ostfildern stammende Luca mit einer 55er Zeit über 10 km, ging 2023 zum Studium der Sportwissenschaften nach North Carolina - und startet dort offensichtlich eine eindrucksvolle Kariere. Ende März hatte er sich in Raleigh mit 29:01,53 Minuten über 10.000 m nicht nur die Qualifikationsnorm für die U23-EM in Bergen gesichert, sondern damit einen Fuß in die nationale Klasse gesetzt. Als zweifacher Halbmarathonmeister (neben dem Männertitel gewann er zudem auch den der U23-Klasse) möchte er auf der Jahn-Kampfbahn in Hamburg auch für die EM-Nominierung laufen. "Das war mein erster Straßenlauf seit drei Jahren, und mein erster Halbmarathon. Ich bin hundert Prozent zufrieden", jubelte er im Zieleinlauf am Maspernplatz.

Die Top 3 der Männer mit (v.l.) Gabriel Lautenschlager, Luca Madeo und Bastian Mrochen Die Top 3 der Frauen mit v.l. Blanka Dörfel, Esther Pfeiffer und Tanja Neubert

Im Kampf um die weiteren Podestplätze im Halbmarathon hielt zunächst der 29jährige angehende Arzt Gabriel Lautenschlager am längsten mit Luca mit, musste aber im Spurt gegen Bastian Mrochen mit Rang drei zufrieden sein - und durfte dennoch seine erste Medaille feiern. Mit einer starken Präsenz konnte die SG Wenden mit Frederik Jonas Wehner (Vierter), Fabian Jenne (Siebter) und Marco Giese (Elfter) erneut eine Langstreckenmeisterschaft feiern, mit 3:23:53 lagen die Läufer aus dem Sauerland klar vor dem Braunschweiger Laufclub (3:31:49) und dem SSC Hanau-Rodenbach (3:34:48).

Als Mannschaftsmeister strahlen Frederik Jonas Wehner, Fabian Jenne und Marco Giese (v.l.) von der SG Wenden Novum in der Teamwertung der M60 und älter: Die LAV Stadtwerke Tübingen mit Martin Rapp (1.) Christian Diedrich (2.) und Gerold Knisel (3.) gewann mit der Idealpunktzahl 6!
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Bleibt noch ein Blick in die Wertungen der Mastersklassen. Mit Maciek Miereczko gelang sogar dem M45-Sieger der Sprung in die "Top 10" der Titelkämpfe. Beindruckend vor allem aber die Leistung von Miguel Molero-Eichwein, der als M55-Sieger nicht nur starke 1:11:22 Stunden lief, sondern auch im Gesamteinlauf der Männer auf Rang 23 kam. Der dreifache Masters-Weltmeister von Gainesville (10 km, Cross, 3000 m) gewann übrigens vor zwei Wochen auch den Marathontitel in Hannover in 2:32:03 Stunden. Bei den Frauen holte sich Simone Raatz als W45-Meisterin mit Rang 13 und 1:22:44 Stunden ihren insgesamt 26. Titel. Schneller war unter den Mastersfrauen alleine die W35-Siegerin Annika Börner als Siebte in 1:17:22.

Deutsche Halbmarathon Meisterschaft 2025 in Paderborn
  Frauen (94) Männer (208)
Ges. Name Verein Zeit Name Verein Zeit
1 Pfeiffer, Esther Düsseldorf Athletics 1:10:01 Madeo, Luca LG Filder 1:05:21
2 Dörfel, Blanka SCC Berlin 1:10:27 Mrochen, Bastian LG Telis Fina. Regensburg 1:05:38
3 Neubert, Tanja nextgendingmad e.V. 1:11:40 Lautenschlager, Gabriel LG Bamberg 1:05:48
4 Wolf, Melina LG Region Karlsruhe 1:12:10 Wehner, Frederik Jonas SG Wenden 1:06:45
5 Nahen, Kiara LC Paderborn 1:13:43 Franken, Lars LG Olympia Dortmund 1:07:00
6 Kümpers, Julia Leichtathletikclub Kronshagen 1:16:36 Kruse, Manuel LSF Münster 1:07:41
7 Kaiser, Sophia LG Region Karlsruhe 1:16:37 Jenne, Fabian SG Wenden 1:07:53
8 Saathoff, Katharina Braunschweiger Laufclub 1:17:13 Rauscher, Silvan TSG Münsingen 1:08:33
Deutsche Halbmarathon Meisterschaft 2025 in Paderborn - Altersklassen
U23 Weyers, Hannah LC Jena 1:26:07 Madeo, Luca LG Filder 1:05:21
35 Börner, Annika Ayyo-Team Essen 1:17:22 Kruse, Manuel LSF Münster 1:07:41
40 Kovacic, Kathrin Kissingensportverein 90 1:25:17 Justus, Steffen nextgendingmad e.V. 1:11:41
45 Raatz, Simone ASC Darmstadt 1:22:44 Miereczko, Maciek LG Donatus Erftstadt 1:08:54
50 Franken, Petra LG Olympia Dortmund 1:28:16 Borgenheimer, Martin Lauffeuer Chiemgau 1:12:31
55 Gelsema, Astrid Spiridon Frankfurt 1:32:26 Molero-Eichwein, Miguel Spiridon Schleswig 1:11:22
60 Schwartze, Alexandra OSC Waldniel 1:34:27 Ritter, Johannes TV Refrath 1:22:04
65 Lyda, Hannelore SG Bredenbeck-Holtensen 1:41:14 Rapp, Martin LAV Stadtwerke Tübingen 1:25:55
70 Sarasa, Marion SCC Berlin 1:55:20 Wolff, Ulrich PSV Brilon 1:29:43
75 Klas-Gundel, Irene LG Meulenwald Föhren 2:26:31 Dr. Juckel, Bernd SG Neukirchen-Hülchrath 1:38:28
80 Kluge, Maria-Luise Hannover Runners 2:14:38 Johnen, Walter LAV Stadtwerke Tübingen 1:50:21
85
-
-
-
Trümper, Karl Walter LC Rapid Dortmund 2:02:29

Deutsche Halbmarathon Meisterschaft 2025 in Paderborn - Teamwertung (netto)
1
SG Wenden
Wehner, Frederik Jonas 1:06:44
Jenne, Fabian 1:07:52
Giese, Marco 1:09:17
3:23:53
LG Region Karlsruhe
Wolf, Melina 1:12:08
Kaiser, Sophia 1:16:35
Hedwig, Jule 1:22:20
3:51:03
2
Braunschweiger Laufclub
Riechers, Nicolai 1:09:20
Müller, Daniel 1:10:14
Boohs, Christian 1:12:15
3:31:49
Leichtathletikclub Kronshagen
Kümpers, Julia 1:16:34
Wellbrock, Nele 1:23:59
Timm, Svea 1:24:18
4:04:51
3
SSC Hanau-Rodenbach
Hild, Julius 1:09:49
Johnson, David 1:10:51
Abele, Lukas 1:14:08
3:34:48
SCC Berlin
Dörfel, Blanka 1:10:25
Niesch, Christiane 1:32:30
Lahmann, Sabine 1:37:27
4:20:22

Bericht von Wilfried Raatz
Fotos: Wilfried Raatz und Norbert Wilhelmi/ German Road Races (6)

Ergebnisse & Infos www.paderborner-osterlauf.de

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