21.4.25 - 47. Ouschterlaf in GrevenmacherTraditionsreicher luxemburgischer Osterlauf Olympiateilnehmer Charles Grethen gewinnt 47. Ouschterlaf
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| von Holger Teusch |
Den 47. Ouschterlaf feierte der CAE Grevenmacher (CAEG) am Ostermontag. Seine Tradition reicht zwar nicht ganz so weit zurück, wie die seines deutschen Pendants in Paderborn, ist aber ebenfalls beeindruckend. Insgesamt 931 Läufer kamen diesmal ins Ziel. Der überwiegende Teil startete über 10 km - und diesmal gab es einen besonderen Gewinner: Der zweimalige Olympiateilnehmer des Großherzogtums und vielfacher nationaler Meister und Rekordhalter Charles Grethen dominierte mit zwei richtig schnellen Schlusskilometern das Rennen. Der 32-Jährige siegte in 31:04 Minuten vor dem Ungarn Balázs Marx (31:42) und Yannik Erz (Silvesterlauf Trier/31:54). Schnellste Frau war die Luxemburgerin Lena Kieffer in 37:47 Minuten.
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Fast ein halbes Jahrhundert gibt es den Osterlauf in Grevenmacher und auch der Ausrichterverein blickt auf eine lange Geschichte zurück: Das 10-km-Rennen wird von einem der ältesten Leichtathletik-Vereine Luxemburgs, dem "Club Athlétique de l'Est Grevenmacher", kurz C.A.E.G., ausgerichtet. Der Zusammenschluss formierte sich bereits 1957 als "Club des Marcheurs", der Geher und Marschierer. Bereits drei Monate nach Einreichung der ersten Statuten bei der Gemeindeverwaltung gab es eine Änderung. Die Leichtathletik wurde explizit aufgenommen. 1962 wurde aus dem "Club Athlétique et de la Marche de la Moselle Grevenmacher" der heutige C.A.E.G.
Bei aller Tradition hat sich der C.A.E.G. Neuerungen nicht verschlossen. Das zeigt sich besonders beim Osterlauf. Fand dieser vor einiger Zeit noch ausschließlich an der Mosel und auf der breiten Uferstraße statt, so hat man seit etlichen Jahren die schmucke Fußgängerzone mit eingebunden. Dadurch ließ sich der Dreh- und Angelpunkt der Veranstaltung mit Start und Ziel direkt ans großzügig bemessene und frisch renovierte Kulturzentrum Machera' legen. Der Lauf durch die Fußgängerzone bietet den Teilnehmern noch mehr Abwechslung.
Ebenso wie auf dem Rückweg an der Mosel ist die Strecke fast vollkommen eben. Nur zwischen diesen beiden Hauptachsen müssen ein paar Meter bergan bzw. bergab bewältigt werden. Der 10-km-Hauptlauf gliedert sich in eine kleine, zirka ein Kilometer lange, und zwei große Runden. Dadurch können die Zuschauer die Läufer oft sehen. Wer als Schlachtenbummler ein paar Meter geht, kann die Läufer zweimal pro Runde anfeuern. Der Stimmung an der Strecke kommt das in der Regel zugute.
Dass man in Grevenmacher flott laufen kann, beweisen die Streckenrekorde von 29:14 Minuten (Männer/2014) und 33:04 Minuten (Frauen/2001). So schnell musste Charles "Charel" Grethen für seinen Osterlauf-Sieg diesmal nicht rennen. Gerade aus dem Höhentrainingslager in Südafrika zurückgekehrt reichte es für den zweimaligen Olympiateilnehmer (2016 in Rio de Janeiro und 2021 in Tokio) die dreiköpfige Spitzengruppe zu kontrollieren. Balázs Marx, einst ungarischer Schülermeister, sorgte meist für die Pace, konnte aber weder Grethen noch Yannik Erz abschütteln. Der Läufer vom Verein Silvesterlauf Trier hatte bereits 2024 den dritten Platz belegt. Dieses Resultat wiederholte er auch diesmal. Mit 31:54 Minuten war der 29-Jährige diesmal schneller als vor Jahresfrist (32:16), aber zehn Sekunden langsamer, als bei seinem zweiten Platz 2023.
Balázs Marx wurde für seine Tempoarbeit mit einer Zeit deutlich unter 32 Minuten (31:42), dem zweiten Platz und damit 150 Euro Prämie sowie einer Magnum-Flasche der am Parcours ansässigen Sektkellerei Bernard Massard belohnt. Die 200-Euro-Siegprämie sicherte sich Grethen in 31:04 Minuten. Der Mittelstreckenspezialist, der mit 3:32,86 Minuten und 7:43,00 Minuten unter anderem die luxemburgischen Rekorde über 1500 Meter und 3000 Meter hält, war auch auf den Langstrecken schon schneller. Im vergangenen Herbst gewann der Hallen-EM-Fünfte von 2023 in 29:39 Minuten den Deulux-Lauf in Langsur.
Bei dem grenzüberschreitenden Rennen stand Lena Kieffer 2017 noch als 16-Jährige (damals mit 38:07 Minuten) auf dem Podium. 2019 belegte sie den sechsten Platz und war mit 37:40 Minuten etwas schneller als diesmal beim Osterlauf. Um ihren Sieg musste Kieffer, die wie Grethen für den Klub CSL startet, beim Osterlauf aber für die luxemburgische Armee an den Start ging, nie bangen. Vier Läuferinnen blieben unter 40 Minuten, aber die drei übrigen blieben im 39-Minuten-Bereich. Den zweiten Platz belegte W45-Siegerin Runa Egilsdottir (DEQUIPE) in 39:14 Minuten vor Judith Weber. Die Läuferin des PST Trier distanzierte als W40-Schnellste in 39:45 Minuten Anne-Claire Decker (CA Fola/1. W35) um neun Sekunden.
Bemerkenswert waren die Leistungen etlicher Altersklassenläufer. Der Italiener Giovanni Bivona siegte in 37:47 Minuten bei den Über-60-Jährigen und musste M50-Gewinner Thierry Majerus (37:31) nur knapp den Vortritt lassen. Der älteste Teilnehmer Guy Wengler (Spiridon Lëtzebuerg, Jahrgang 1943) blieb nur knapp über einer Stunde (1:01:02) und der M70-Schnellste Victor Kiessel vom ausrichtenden CAEG schaffte es mit 38:18 Minuten klar und deutlich unter die 40-Minuten-Marke. Danielle Wolff (Spiridon Lëtzebuerg, Jahrgang 1954) schaffte es als jüngste der Altersklasse W70 unter 60 Minuten (56:52). Der traditionsreiche Osterlauf des CAEG bietet also nicht nur den jungen Athleten, sondern auch den Veteranen gute Bedingungen für schnelle Zeiten.
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| Suchbild für die schnellste W70-Läuferin: Danielle Wolff von Spiridon Lëtzebuerg (594) lief die 10 km in 56:52 Minuten und ließ damit noch fast 200 (meist jüngere) Läufer) hinter sich |
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Bericht und Fotos von Holger Teusch Ergebnisse www.chiplauf.de & Infos www.caeg.lu/ouschterlaf Zu aktuellen Inhalten im LaufReport HIER |
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