14.3.26 - 14. Schweicher FährturmlaufFrühjahrslauf bei winterlichen Bedingungen |
| von Holger Teusch |
In manchen Jahren wurde beim Schweicher Fährturmlauf Anfang März die Sonnencreme ausgepackt. Diesmal waren bei vielen Mützen und lange Laufklamotten angesagt. Aber auch bei kühler Witterung und Wind war der Frühjahrsauftakt in der Region Trier wieder ein Erfolg mit Teilnehmerrekord.
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Wenn Dirk Engel zurückblickt, muss der Vorsitzende des LT Schweich selbst manchmal staunen. "Vor ein paar Jahren waren wir noch hin und weg über mehr als 1000 Teilnehmer", sagt der 56-Jährige über die Entwicklung des Fährturmlaufs. Mittlerweile sind es doppelt so viele Läufer, die in der aufstrebenden Kleinstadt unweit von Trier das Ziel erreichen. Mit 2098 Finishern erzielte der Fährturmlauf bei seiner 14. Auflage sogar trotz ungemütlicher Witterung wieder einen Teilnehmerrekord. |
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| Start zum 10-km-Hauptlauf: Hunderte Zuschauer
verfolgten, wie knapp 500 Läufer auf die flache Wendepunkt-Strecke entlang der Mosel gingen |
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Das Konzept geht auf! Der Fährturmlauf soll ein Laufevent für die ganze Familie sein, erklärt Engel. Vom Bambino bis zum Senior, für Laufanfänger genauso wie für ambitionierte Läufer auf nationalem Niveau. 13 Wettbewerbe umfasst das Programm mittlerweile. Sportlich am hochwertigsten ist der Hauptlauf über 10 km. Der Wettbewerb ist Jahresauftakt zur Laufserie 4RegioCup mit zwölf Rennen an Mosel und Saar, in Eifel und Hunsrück. Auf der flachen Wendepunktstrecke entlang der Mosel können die Sportler mit Ambitionen in der Cup-Wertung eine Grundlage für die weitere Saison legen.
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Das tat beispielsweise Tobias Paszkiet. 2025 hatte er den 4RegioCup gewonnen. Mit 32:27 Minuten legte er bereits wieder eine gute Grundlage für das neue Jahr. Das reichte beim Fährturmlauf aber "nur" knapp für den zweiten Platz. Erst im Endspurt konnte sich der Läufer des Vereins Silvesterlauf Trier gegen Abraham Wirtz vom Stadtrivalen aus Deutschlands ältester Stadt, den Post-Sportverein, durchsetzen. |
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Entlang der Mosel hatte das Duo lange Zeit zusammengearbeitet, sich wechselseitig Windschutz gegeben. Diese Möglichkeit hatte Moritz Beinlich nicht. Der frühere Deutsche Meister auf der Halbmarathondistanz (2019) lief ein einsames Rennen. Dass man sich mit dem Wind am Fluss arrangieren muss, weiß der 29-Jährige von der LG Rhein-Wied nur zu gut. In Kaisersesch in der hügeligen Eifel aufgewachsen, läuft Beinlich die wichtigen Einheiten oft auf den Radwegen von Cochem aus entlang der Mosel. Trotz Wind wiederholte er seinen Vorjahressieg in 31:23 Minuten. Der Fährturmlauf sei einfach ein schöner Lauf. Auch wenn er eine Woche zuvor in Leverkusen rund ums Bayerkreuz mit 30:20 Minuten als Zehntplatzierter rund eine Minute schneller war, fuhr er deshalb mit seiner Freundin nach Schweich.
Mara Winden belegte in 41:01 Minuten den fünften Platz. Sie war damit aber nur zweitschnellste Triathletin. Einen Platz vor ihr kam in exakt 39 Minuten Lina Nieschlag ins Ziel. Die Frau von Triathlon-Olympiateilnehmer Justus Nieschlag war 2022 und 2023 Altersklassen-Europa- und -Weltmeisterin auf der Ironman 70.3-Distanz und arbeitet mittlerweile im Saarland als Triathlon-Trainerin. Läuferisch ist sie für den LTF Theeltal unterwegs.
Die Podestplätze bei den Frauen waren aber wieder für die schnellen Damen des Ausrichtervereins reserviert. Dabei versuchte Vereinschef Dirk Engel als Trainer zu bremsen. Im Fokus steht bei den Schweichern in diesem Frühjahr die Halbmarathon-DM in Frankfurt. Trotzdem überraschte Teresa Frank mit einer Zeit unter 36 Minuten (35:50). Ihre Teamkolleginnen Michelle Trumm (37:32) und Tine Hausmann (38:32), die im Sommer auch meist als Triathletin unterwegs ist, liefen angesichts der Bedingungen ebenfalls flott. 2025 konnten die Marathonläuferinnen des LT Schweich mit dem größten Erfolg in der Vereinsgeschichte aufwarten. In Hannover gewannen Trumm (2:53:16), Pia von Keutz (2:54:06), die beim Fährturmlauf nicht am Start war, und Hausmann (2:54:25) den Frauen-Mannschaftstitel.
442 Läufer kamen über 10 km ins Ziel. Damit ist der Zehner zwar weiterhin das größte Einzelrennen, mehr liefen allerdings 5 km: 302 mit und 147 ohne Zeitmessung. Man merke in den vergangenen Jahren, dass 5 km immer beliebter werden, analysiert Dirk Engel. Beim Fährturmlauf gibt es neben dem Rennen über diese Distanz, das Lokalmatadorin Carolin Schichel in 20:34 Minuten und Damian Gindorf (Silvesterlauf Trier) 17:04 Minuten für sich entscheiden konnten, den sogenannten Gesundheitslauf. Ohne auf die Uhr zu achten absolvierten hier 147 die Distanz. Darunter auch der mit 92 Jahren älteste Teilnehmer. Hans Both aus Prüm in der Eifel nutzt zur Sicherheit zwar einen Rollator, dabei sein ist für den früheren Radrennfahrer aber weiterhin wichtig. Viele Jahre lang gehörte er zu den schnellsten Altersklassenläufern der Grenzregion zu Luxemburg und war auch als Trainer aktiv. Die Bewegung und der Austausch mit den anderen Teilnehmern sind ihm weiterhin wichtig.
Den Senior braucht man nicht zur Bewegung zu motivieren. Aber dem Nachwuchs zu einer aktiven Lebensweise führen, dass ist dem LT Schweich wichtig. Dass eine Fährturmlauf-Teilnahme nur ein kleines Puzzleteil sein kann, ist den Verantwortlichen klar. Aber für manches der diesmal fast 900 Kinder kann das Erlebnis bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Die Kinderläufe werden durchweg im Stefan-Andres-Stadion ausgetragen, wo sich Start und Ziel aller Wettbewerbe befinden. Dabei wird grundsätzlich auf Zeitmessung verzichtet. "Der Zeitdruck kommt noch früh genug", argumentiert Dirk Engel. Bei den Jüngsten seien es ja oft nur die Erwachsenen, die nach den Laufzeiten schielen. Den Mädchen und Jungen sind Minuten und Sekunden meist egal. Sie wollen und sollen Spaß haben. Sei es nun einfach, wenn sie eine halbe oder bis zu fünf Stadionrunden gemeinsam zurücklegen und sich von den vielen Zuschauern, zugegebener Weise meist Eltern, Omas und Opas, Tanten und Onkel, beklatschen lassen, oder zu den Schnellsten gehören.
Die besten drei Mädchen und Jungen werden natürlich auch groß im schmucken Bürger- und Schulzentrum von Schweich geehrt. Diane Schmidt und Philipp Hensel mussten deshalb die Zieleinläufe konzentriert im Blick behalten und schnell Startnummern und Namen notieren. Denn ohne Zeitmessung und Chip in der Startnummer ist das natürlich Handarbeit. Dadurch kann das Startgeld für den Nachwuchs aber auch bei einem symbolischen Euro belassen werden. Der würde gerade so die Kosten für den Druck der Startnummer decken. Jeder Nachwuchsläufer bekommt aber zusätzlich eine Medaille. Und überhaupt spendet der LT Schweich die Einnahmen der Kinderläufe, diesmal an eine integrative Kita.
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Durch den Wunsch auch Menschen mit Beeinträchtigung explizit in die Veranstaltung zu integrieren, entstand das jüngste Angebot des Fährturmlauf: der Inklusionslauf. Zweieinhalb Runden im Stadion laufen, rollen, walken oder gehen Menschen mit und ohne Beeinträchtigung - ein emotionales Erlebnis für alle.
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Bericht und Fotos von Holger Teusch Ergebnisse www.chiplauf.de Info lauftreff-schweich.de Zu aktuellen Inhalten im LaufReport HIER |
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