20.3.22 - Karlsruhe-Rüppurr 18. Rißnertlauf

Viel Schotter braucht der Mensch!

Überraschung: 18. Rißnertlauf des TuS Rüppurr glänzt mit Streckenrekorden

von Hannes Blank 

 

Volkslauf beim TuS Rüppurr: Das heißt laufen im Oberwald südlich der Karlsruher Innenstadt mit Blick auf die Hänge des Schwarzwaldes. Beim Rißnertlauf gibt es die ungewöhnliche Distanz von 15 Kilometern, diese Länge ist sonst nur Teil von Laufserien. Wer kürzer mochte, konnte auch nur 5000m laufen. Dieses Jahr fühlten die Läufer einen auf manchen Abschnitten neu aufgetragenen recht groben Schotter unter ihren Füßen.

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Beim Rißnertlauf in Karlsruhe-Rüppurr werden die Streckenlängen 15 km und 5 km auf einem Rundkurs durch den Oberwald angeboten Liefen im Ukraine-Look: Monika Kaluza (189), Renata Kordemann (142) und Renata Stychlok (18)
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3G-Kontrollen in der Eichelgartenhalle (Duschen und Umkleiden), zeitversetzte Starts von kleinen Startblöcken und Kaffee- und Kuchenverkauf nur aus dem Fenster des Vereinsheims heraus - damit sind die coronabedingten Einschränkungen beim 18. Rißnertlauf am 20. März 2022 kurz genannt und man kann sich auf das Wichtigste konzentrieren: Auf das Laufen. Eine Schnapszahl von 444 Teilnehmern erreichte die Ziellinie vor dem TuS Vereinsheim. Orga-Chef Thomas Stahl war zufrieden mit dieser Zahl und sieht in die Zukunft: "Wir planen für den Oberwaldlauf im Oktober". Etwa Zweidrittel der Läuferinnen und Läufer war auf der 15km-Distanz (Start ab 9:30 Uhr), ein Drittel auf der 5000m-Strecke (Start ab 9:45 Uhr) unterwegs. Dabei ist der Untergrund fast ausschließlich Waldboden, zuweilen auch etwas matschig.

Schon kurz nach dem Start auf der Steinmannstraße setzt sich Simon Stützel an die Spitze des 15km-Feldes Die Verfolger (v.l.n.r) Lucas Bittighofer (326, Platz 4), Joshua Sickinger (154), der das Rennen nicht beendet, M45-Sieger Roland Golderer, Felix Möhler (328, Platz 2) und Holger Körner (2, Platz 3)

Haisch und Stützel laufen Streckenrekorde

Dass Simon Stützel (LG Region Karlsruhe) das Zeug zu einem neuem Streckenrekord hat, bewies er bereits ein Woche zuvor auf der Halbmarathondistanz in Kandel, als er dort eine neue Bestzeit auflegte. In der Zwischenzeit hat er nicht viel trainiert, aber die Beine waren offenbar wieder frisch. Seine schnellen Laufkollegen von der LG Region Karlsruhe mussten ihn schon ab dem Startschuss ziehen lassen und genügten sich in einer Verfolgergruppe, zu der von weiter hinten keiner mehr aufschließen konnte. Einzig der neue M45-Crosslaufmeister von Baden-Württemberg, Roland Golderer (Gazelle Pforzheim/Königsbach), hielt sich anfangs noch in dieser Gruppe auf.

Noch mehr Verfolger, von denen sich Florian Lechermann (211, Gesamt-6.) und dahinter Bernd Mürb (9, 1. M60) noch gut schlagen werden Die erste Kurve ist geschafft und die Rißnert-Läufer befinden sich im Karlsruher Oberwald

Vorne lief Stützel zum neuen Streckenrekord von 47:35min. "Ich habe eigentlich keine großen Ziele, sondern will nur dort mitmachen, wo ich richtig Lust darauf habe", berichtete der 35jährige Unternehmer (Stipendienberatung) im Ziel. Das scheint die richtige Einstellung für gute Ergebnisse zu sein. Hinter ihm belegten seine Mannschaftskollegen Felix Möhler (52:45min) und Holger Körner (52:46min) die Plätze 2 und 3. Rang 4 ging in 52:48min an Lucas Bittighofer (ebenfalls LG Region Karlsruhe), bevor auf Platz 5 der erste Nicht-LGR-Läufer ins Ziel kam: Der letzte Stutensee-Cup-Gewinner Marius Seith von der LSG Karlsruhe, er brauchte 53:17min.

Die Schnellsten des 5 km Laufs: Florian Zittel und Adeline Haisch (Foto rechts Ekkehard Gübel)

800m-Läuferin Adeline Haisch (wieder LG Region Karlsruhe) machte aufgrund der für sie ungewohnt langen Strecke einen abgekämpften Eindruck, knackte auf der 5000m-Strecke dennoch die alte Bestmarke. 17:49min steht nun neu in den Annalen des Rißnertlaufs. Die 21-jährige Studentin des Wirtschaftsingenieurwesens will auf der doppelten Stadionrunde ihre bisherige Bestzeit, eine 2:07:88min, toppen, das steht für dieses Jahr auf ihrem Plan. Vor ihr im Ziel war Florian Zittel (LG Region Karlsruhe), der als schnellster 5km-Rißnertläufer in diesem Jahr 15:47min unterwegs war und anfangs gemeinsam bis Kilometer 3 mit dem Klubkollegen Lennart Grothe lief, der in 16:17min Zweiter wurde. "Dann habe ich das Tempo angezogen, das hat sich richtig angefühlt", so Zittel. Der U23-Läufer ist ein ehrgeiziger Typ mit klaren Zielvorstellungen: Die Teilnahme an der Deutschen U23-Meisterschaft.

Bei den Frauen ist Franziska Schmieder von der LG Brandenkopf auf der 15km-Distanz die Schnellste 15km-Siegerin Franziska Schmieder (links), mit der Zweitplatzierten Talianna Schmidt, die ihren Rang ... ... zeitgleich mit Nina Tossenberger teilen wird
(Foto Ekkehard Gübel)

Bei den Frauen über 15km hatte Talianna Schmidt (Sport Löwen Baden) nach 1:02:30h die Ziellinie formal als erste überquert, die 42jährige Physikerin winkte bei Siegesglückwünschen aber erstmal ab. Und in der Tat trog ihr Gefühl nicht, die weiter hinten gestartete Franziska Schmieder von der LG Brandenkopf gewann den Lauf in 1:00:52h. Die 23jährige Bergläuferin aus dem Schwarzwald hat nach einem -verletzungsreichen Vorjahr mit OP nun einen guten Einstieg ins Wettkampfjahr 2022 geschafft.

Hier freuen sich Walker, die die 5km-Strecke gegangen sind, angeführt von Inge Kiefer (693) Das Clubhaus des Mehrspartenvereins TuS Rüppurr, davor das Ziel des Rißnertlaufs
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Die sog "Zwergenläufe" der umliegende Schulen mussten dieses Jahr ausfallen. Die Schüler des nahen Max-Planck-Gymnasium hatten aber eine Woche zuvor Ihren großen Auftritt im TuS-Stadion: 950 Schülerinnen und 80 Lehrer formten mittels einer Menschenkette in weißer Kleidung eine große Friedenstaube auf dem Rasen.

Hannes Blank
Bericht und Fotos von Hannes Blank
Ekkehard Gübel
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Ergebnisse my.raceresult.com - Infos www.tus-rueppurr.de
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