5.3.22 - 41. Rodgauer Winterlaufserie in Rodgau-Jügesheim

Großes Finale bei der Winterlaufserie in Jügesheim

von Markus Heidl 

Als Ersatz für den coronabedingt im Januar ausgefallenen dritten Serientermin fand der finale Durchgang der 41. Jügesheimer Winterlaufserie am ersten Samstag im März statt. Und was für ein Finale es war: auf der einen Seite mit sportlichen Spitzenleistungen und großer Beteiligung, auf der anderen Seite auch mit der Kehrseite der Medaille - das Organisationskomitee beendet das Engagement und hofft auf Nachfolge.

Vielen Dank für die Organisation!

Stellvertretend für das 12-köpfige Organisationskomitee sei zuallererst Detlev Gumbmann gedankt, der nicht nur für 15 Jahre den Vorsitz über das Planungsteam der Winterlaufserie sowie des Osterlaufs vereinte, sondern außerdem auch der Langlaufabteilung des JSK Rodgau vorstand. "Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht", sagte er noch vor wenigen Tagen zur Offenbach Post - insbesondere ohne Nachfolge schmerzte es natürlich, die mutmaßlich letzte Veranstaltung zu organisieren. Doch noch vor dem Start konnte er Hoffnung machen, der Hauptverein scheint sowohl die Winterlaufserie als auch einen weiteren Lauf fortführen zu wollen. Dennoch ist der Osterlauf 2022 bereits abgesagt. Ein Indiz, wie herb der Verlust für die Laufszene wäre, würde es die Läufe in Jügesheim nicht mehr geben!

In Jügesheim gibt es traditionell schnelle Gruppen. Hier führt der Zweite der Serienwertung Björn Dollmann (41) Jonas Uster (5., 1393), Nils Huckschlag (4., 1200), Tristan Kaufhold (3., 1208) und Ruben Zillig (7.)
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Umso größer ist der Dank an das komplette Planungsteam: vielen Dank für die vielen reibungslos ablaufenden Veranstaltungen, für die perfekt präparierte, schnelle Strecke, die zusätzlichen Kinder- und 5-km-Läufe, die leckeren Waffeln im Ziel - kurzum: vielen Dank für die vielen schönen Stunden in Jügesheim der letzten Jahre. Wir blicken hoffend in die Zukunft.

Doch kommen wir zum Renngeschehen des letzten Durchgangs, dem sportlichen Finale der Jügesheimer Winterlaufserie 2021/2022.

Ein würdiger Abschluss

Für den besonderen Anreiz, den finalen Durchgang in Jügesheim etwa dem Lauf Rund ums Bayerkreuz in Leverkusen vorzuziehen, wurden für einen neuen Streckenrekord 500 € ausgelobt. Zu unterbieten waren auf dem Rundkurs durch den Wald ab dem Maingau-Energie-Stadion dafür die Rekorde von Lisa Oed (34:48 min, 2019) und Julian Flügel (29:51 min, 2016).

 

Und prompt standen auch große Namen auf der Startliste: bei den Frauen stachen Katharina Steinruck (Eintracht Frankfurt) und Sabrina Mockenhaupt-Gregor (LV Pliezhausen) heraus, bei den Männern würde Lukas Abele seinem Bruder Marius (beide SSC Hanau-Rodenbach) Tempo machen.

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Das Wetter zeigte sich den Rekordjägern wohl gesonnen: seit Tagen hatte es nicht geregnet und in den Nächten gefroren, sodass die Waldwege (bis auf die berüchtigte Stadionkurve) hart waren; zudem schien die Sonne bei für das Langstreckenlaufen perfekten - und im Vergleich zu den letzten Wochen windstillen - 7 °C. Bühne frei für ein schnelles Finale!

Lukas (1001) und Marius Abele mit dem Ziel, die 30 min zu knacken Tim Könnel (1219) wird Zweiter im Gesamteinlauf Seriensieger Julian Beuchert läuft im Finallauf auf Rang 6

War die Ergebnisliste bereits vor Monatsfrist dicht besetzt gewesen, toppte der Durchgang im März das nochmal deutlich: 99 Läufer*innen knackten die 40-Minuten-Marke, bei 305 Teilnehmenden eine absolut beeindruckende Zahl! Wer 33:00 Minuten lief, wäre gerade einmal 18. geworden - und hätte die Frauenkonkurrenz nicht gewonnen. Katha Steinruck hatte nämlich nicht vor, "nur" den Streckenrekord zu unterbieten.

Neue Strecken-, Serien und Altersklassenrekorde bei den Frauen

Noch am Start empfahl die 45-fache Deutsche Meisterin Mocki ihrer jüngeren Konkurrentin Katha scherzhaft, den Rekord nicht zu deutlich zu steigern, um ihn in Zukunft leichter erneut unterbieten zu können. Irgendwo aus dem Starterfeld schallte es als Antwort nur "Wir sind hier nicht beim Stabhochsprung, Mocki!". Katha ließ sich davon nicht aus dem Konzept bringen und startete ihre Wettkampfsaison 2022 mehr als ordentlich. Einer 16'36 für die erste Hälfte ließ sie eine 16'10 folgen und hatte sich die Streckenrekordprämie damit (32:46 min) redlich verdient. In zwei Wochen steht für die Olympiateilnehmerin von Tokio ein Halbmarathon auf der Wettkampfplanung, einen Frühjahrsmarathon wird sie nicht laufen. Ob es im Sommer die WM in Eugene (USA) oder die Heim-EM in München wird, steht noch nicht fest. Viel hängt von der politischen Lage sowie von der Startzeit in München ab. (Wer die Petition dazu noch nicht kennt, kann hier unterzeichnen.)

Katharina Steinruck läuft neuen Streckenrekord Mocki läuft auf Rang zwei, ihre 34:15 min wären ebenso neuer Streckenrekord gewesen Franziska Baist (3.) gewinnt die Serienwertung mit neuem Rekord

Mocki hingegen, die ihre aktive Karriere beendet hat, ist auch mit reinem "Spaßtraining" nicht zu unterschätzen: unter 35 Minuten hätte sie sich im Vorfeld zugetraut, mit ihrer 34:15 min überraschte sie sogar sich selbst. Seit vier Jahren ist sie nicht mehr schneller gelaufen. In Abwesenheit von Katha hätte es sogar für den Streckenrekord gereicht!

Von der Männergruppe um Mocki profitierte wiederum eine weitere Läuferin: Franziska Baist (SGK Bad Homburg), die bereits bei den letzten beiden Durchgängen in Jügesheim ihre persönliche Bestzeit hatte steigern können, ließ zwar etwas Abstand, konnte sich aber immer wieder an die zurückfallenden Männer heransaugen. Schließlich wurde für sie nicht nur eine erneute Bestzeit von 35:07 min gestoppt, sondern in Summe außerdem noch ein neuer Serienrekord von 1:46:31 h!

Doch damit hörten die Rekorde noch lange nicht auf: etwas unter dem Radar lief etwa 10 Minuten später Margret Göttnauer über die Ziellinie. Die für die LG BSN startende unterbot mit ihren 46'26 den Deutschen Rekord über 10 km in der W70 damit deutlich. Bisher wurde er von Helga Miketta mit 47'05 (2011 in Bonn) gehalten.

Julia Hoff (5., 1197, 36'54) hier noch vor Nina Völckel (4.,1394, 36'41) Jessica Keller (6., 1210, 37'00) vor Julian Hitscher (1196, 37'52) "Raketenmädchen" Lisa Baumgärtner knackt zum ersten Mal die 45 Minuten

Großartige Konkurrenz bei den Männern

Der Streckenrekord bei den Männern war nochmal eine andere Hausnummer, dennoch wollte sich Marius Abele daran versuchen. Sein Training der letzten Wochen deutete darauf hin, dass eine Zeit unter 30 Minuten möglich sein sollte. Als Unterstützung hatte er außerdem seinen Bruder Lukas dabei, der vor einer Woche bei den Deutschen Hallenmeisterschaften Bronze über 1500 m geholt hatte. 15:05 min bei der Hälfte ließen das Vorhaben dann schwierig erscheinen; Marius konnte das Tempo zwar halten, leider aber nicht mehr zulegen. Er gewann das Rennen deutlich nach 30:13 min.

Tim Könnel (TuS 06 Heltersberg) führte dann mit seinen 31'00 die lange Liste der unter 32 Minuten Laufenden an. Ihm folgten der zweite SSC Hanau-Rodenbacher Tristan Kaufhold (31'15) sowie die beiden Triathleten Nils Huckschlag (31'17) und Jonas Uster (31'20, beide Triathlon Team DSW Darmstadt). Auf Rang sechs lief der Seriensieger Julian Beuchert (31'31 / 1h33'59, LAZ Mosbach-Elztal), dann folgten Ruben Zillig (31'35, LG VfL/SSG Bensheim), Leander Fink (31'44, TV Alzey) und Mika Noodt (31'49, VfL Wolfsburg).

Marius Lau (10.) steigt sehr zufriedenstellend in die neue Saison ein (32'09)
Robert Unger läuft neue persönliche Bestzeit (32'25) und noch auf Rang drei der Serienwertung Mit einem Lächeln läuft es sich leichter: Malte Wiesmann läuft 37'42
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Rang zwei in der Serienwertung sicherte sich der vielleicht stärkste Endbeschleuniger (diesmal 6'17 für die letzten 2 km) des gesamten Feldes Björn Dollmann (32'33 / 1h37'17, TV Waldstraße Wiesbaden), der sich nach überstandener COVID Infektion mit seiner Leistung positiv überraschen konnte. Rang drei war heiß umkämpft, hier konnte Robert Unger (32'25 / 1h38'28, Spiridon Frankfurt) Tobias Erbacher (32'52 / 1h38'30) noch ganz knapp überholen. Robert ist derzeit nicht aufzuhalten, seine 32'25 bedeuteten erneut neue persönliche Bestzeit und untermauern seine hervorragende Vorbereitung auf den Hannover Marathon. Tobias lief beeindruckend konstant: alle vier Läufe der Serie beendete er zwischen 32'47 und 32'55.

Ein großes Finale

Und während noch die Heldentaten des Tages gefeiert und die Wunden geleckt wurden, kehrte alsbald wieder Normalität ins Main-Energie-Stadion in Jügesheim ein. Aufgrund von COVID gab es keine Siegerehrung, die Erstplatzierten konnten sich ihren Pokal in Form eines Laufschuhs an einem Tisch im Freien abholen.

Hoffen wir, dass es nicht das letzte große Bestzeiten-Feuerwerk war. Mit großem Dank an das Organisationsteam hoffen wir auf die nächste Auflage im Herbst.

Bericht und Fotos von Markus Heidl

Ergebnisse maxx-timing.de & Infos www.jskrodgau.de

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Träume eines Läuferlebens von Markus Heidl
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Preis: 11,99€ inkl. MwSt. / portofrei
ISBN-13: 9783753424170
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