7.3.20 - 26. Schriesheimer Mathaisemarkt-Lauf

Wir wollen laufen

von Constanze & Walter Wagner 

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Die Frage, ob die Macher bei der Stange bleiben und nach 25 Jahren Mathaisemarkt-Lauf mit gleichem Elan weitermachen werden, wurde am Samstag beantwortet. Ja!

Wieder kamen Läuferinnen und Läufer aller Leistungsklassen, die den Genuss des vielfältigen Stadtlaufangebots zweifelhafter Kasernierung den Vorzug gaben. Den Zuschauern bot sich das bunte Treiben der sportaffinen Nachbarschaft, gepaart mit dem Kräftemessen der regionalen Asse im Vergleich mit ein paar Tupfern Spitzensport. Dafür engagiert sich seit Jahren Christian Alles, der trotzt der häufigen Terminüberschneidung mit der Deutschen Meisterschaft im Crosslauf, es noch immer geschafft hat, Eliteläufer ins malerische Schriesheim zu locken, das wenige Kilometer nördlich von Heidelberg, am Übergang vom Odenwald in die Oberrheinische Tiefebene liegt.

Begrüßung zum 26. Schriesheimer Mathaisemarkt-Lauf unterhalb der Gemäuer der 1235 errichteten Strahlenburg durch Bürgermeister Hansjörg Höfer und der Weinkönigin Sofia, gerahmt von ihren Prinzessinnen Lena und Fabienne (li)
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Mit Eingemeindungen zählt die Stadt etwa 15.000 Einwohner und ist Teil der Metropolregion Rhein-Neckar. Als Umfahrung erleichtert den zahlreichen Pendlern der 1796 m lange Branich-Tunnel die Zufahrt in den Odenwald. Mit der die Stadt in Nordsüdrichtung tangierenden Bundesstraße 3 bleibt den Schriesheimern aber eine hochfrequentierte Verkehrsader. Ist man jedoch in den Altstadtkern eingetaucht, zeigt sich Schriesheim als malerische Weinbaugemeinde, ein lohnenswertes Ausflugsziel überragt von der Burgruine Strahlenburg, mit dessen Bau Conrad I. von Strahlenberg um 1235 begann.

Der Weg durch die bewegte von Kriegen und Zerstörung gezeichnete Geschichte führt uns über Fleckfieber und Pest in die Gegenwart der Corona-Epidemie. Schriesheim, das zahlreiche Rückschläge und den 30jährigen Krieg erdulden musste, zeitweise gar nicht mehr besiedelt war, wollte sich dem sich ausbreitenden Virus nicht beugen. Eine Absage des Mathaisemarkt-Laufs hatte man bedacht, aber sich eindeutig dagegen entschieden.

950 Anmeldungen lagen vor, verständlich, dass nicht nur so manchem Lehrkörper die Sache doch etwas heikel erschien und die Zielerfassung nicht nur durch Leistungseinbruch weniger Einträge erfasste. Mit ca. 770 erfolgreichen Aktiven war das Jahr eins nach dem Jubiläum aber alles andere als ein Ausfall. Davon waren alleine 304 Bambini, die stolz ihre Medaille nach Hause trugen. Unter den Teilnehmern auch zahlreiche Mediziner, zumal seit 14 Jahren in Schriesheim die Deutschen Zahnarztmeisterschaften ausgetragen werden.

Neben den beliebten Schul-Staffelmeisterschaften feierte dieses Jahr die Familien Mixed Staffel Premiere

Die Entscheidung des Teams um Organisationsleiter Michael Stang zur Durchführung wurde begrüßt, über die Veranstaltungsabsagen etwa in Kandel oder Raststatt wurde kontrovers diskutiert. Die Bitte Abstand zu wahren, wie bei anderen Veranstaltungen erbeten, war in Schriesheim gar nicht im Sinne der Läuferinnen und Läufer, wollte man doch möglichst dranbleiben und auf dem Festplatz vor den Schulgebäuden mit Zehntkeller war bei Kaffee und Kuchen enger Kontakt nicht zu vermeiden. Dies wäre entlang der Strecke den Zuschauern gelungen, hätte sie sich nicht in gewohnter Manier an jener Stelle konzentriert, wo man die Sportlerinnen und Sportler in beide Richtungen verfolgen konnte und Alfred Eichler am Mikro über das Geschehen informierte. Die Heidelberger Straße am Alten Rathaus ist mit seinen kleinen Ladengeschäften, Cafés und Lokalen aber auch Alltags anziehend.

Los ging es um 12.30 Uhr mit der Familien-Mixed-Staffel. Neu im Programm und noch mit Anlaufschwierigkeiten trauten sich nur fünf Staffeln an die Aufgabe. Doch gleich aufgeben will man seitens des TV Schriesheim deshalb nicht, einen erneuten Anlauf soll es 2021 geben, quasi eine zweite Chance für Familien. Die es schon diesmal wagten hatten ihren Spaß und die Zuschauer in den Gassen wussten, es geht los. Was andernorts häufig den Walkern überlassen wird, die Straße frei zu fegen, gelang den 20 Akteuren im Wechsel problemlos. Welche Gruppierung das Staffelholz am schnellsten ins Ziel trug war beinahe Nebensache und wird hier auch nicht weiter dokumentiert.

Schnellste Schulstaffel der Klassen 5 und 6 waren die Sechstklässlerinnen
KGS 6b, Proteinriegel vom Kurpfalz-Gymnasium
Bei den höheren Klassen 7 bis 12 gab es ein Fotofinish, das die KGS J1, Kappi Boyz aus der 11. Klasse vom Kurpfalz-Gymnasium mit Fünfhunderstel Sekunden vor den Zwölftklässlern KGS J2, HB Elite 1 desselben Schulinstituts gewann

Schul-Staffelmeisterschaften

An den Schüler-Staffelmeisterschaften beteiligten sich 35 Staffeln erfolgreich, die Rekordteilnehmerzahl des Vorjahres mit 63 Staffeln war außer Reichweite. Einige Schulen mieden wohl derzeit eine Massenveranstaltung. Dem Eifer tat dies keinen Abbruch, der sich bei der Namensgebung zeigte. Am Ende waren es die Kappi Boyz vom Kurpfalz-Gymnasium, KGS J1, die in 6:21 min das Top-Resultat bei den Jungs ablieferten. Geringfügig langsamer die Buenos Diers, ebenfalls Kurpfalz-Gymnasium, KGS 10a, die als schnellste Mädchenstaffel 7:15 min unterwegs waren.

Jugendlauf 4km, DSC Kidsrun 2km und Minimarathon 4km

12.45 Uhr hieß es Bahn frei für die Mittelstreckler, die entweder zwei oder vier Runden absolvieren mussten. Da konnten die Zuschauer und Moderatoren schon mal üben, den Überblick zu behalten, was beim 10 Runden Lauf der Challenge und vor allem beim Volkslauf, dann auf einer 2 km Runde noch mehr Aufmerksamkeit erforderte. Den Gesamtsieg beim Minimarathon hatte man dank der überlegen agierenden Omar Jammeh und Alicia Koßmann immer im Blick, doch huschten etwas überraschend schon nach zwei Runden Kidsrun-Sieger ins Ziel.

Zwischen Familien- und Schulstaffeln wurde der Kidsrun über 2km, der Jugendlauf und Minimarathon über 4km gestartet

Walter Bastian von der MTG Mannheim hatte in der U16, in 7 Minuten glatt, gerade einmal einen Vorsprung von vierzehntel Sekunden auf Moritz Huber vom veranstaltenden TV 1883 Schriesheim. Max Müller vom SV Nikar Heidelberg lag als Dritter in 7:11 min auch noch klar vor dem U14-Schnellsten Till Zimmer (München Rugby Football Club) in 7:23 min. Der nachwuchsstarke TSV Amicitia Viernheim besetze in der männlichen U14 die Plätze 2 bis 4 und erbrachte noch fünf weitere der 15 Resultate dieser Altersklasse. Dritter wurde Corvin Münch in 7:47 min gefolgt von Julius Zengi (7:52) und Kallum Campbell (7:54). Julian Lehnertz ebenfalls vom TSV Amicitia Viernheim war als einziger Teilnehmer des Jahrgangs 2010 als M10-Sieger ungefährdet, in 8:44 min dennoch flugs im Ziel. Schnellste Läuferin über 2 km war Caera Campbell in 7:23 min vom gleichen Freundschaftsclub des hessischen Nachbarn in Viernheim. Ihr folgte Ina Sinn vom Soprema Team TSV Mannheim in 7:56 min ins Ziel, beide U16.

Mehr Mädchen wagten sich in der U14 auf die Straßenlaufbühne, allen voran Manuela Fischer-Koch in 8:41 min vor Theresa Stößer in 9:19 min, wiederum TSV Amicitia Viernheim, und Sophia Rothhammer vom TV 1883 Schriesheim in 9:56 min.

Beim Jugendlauf setzte sich erneut Mira Rehberger vom SV Nikar Heidelberg durch, mit der Zeit von 16:04 min und einem lupenreine Hattrick geht das Teilnahmerecht der 16 Jährigen noch nicht zu Ende. Elli Campbell (TSV Amicitia Viernheim) wurde in 16:31 min Zweite und die vereinslose Marieke Wölfer Dritte in 19:59 Minuten.

Als schnellster Kidsrunner erreicht Bastian Walter (U16) von der MTG Mannheim nach zwei Runden und 7 min das Ziel Bei den jüngeren Nachwuchsathletinnen ist Caera Campbell (U16) vom TSV Armicitia Viernheim mit 7:23 min die Schnellste über 2km Den Jugendlauf über 4km gewinnt U18-Läuferin Mira Rehberger (vorne) vom SV Nikar Heidelberg mit 16:04. Antonia Seitz (255) von der MTG Mannheim wird mit 16:38 schnellste U20-Läuferin Im Ziel des Minimarathon über 4km, der Sieger Omar Jammeh von der MTG Mannheim und die Siegerin Alicia Koßmann von der SG Leutershausen

Erstes Highlight: Minimarathon

Omar Jammeh überragte das Startfeld und für das Fachpublikum galt der Bahnläufer vom engelhorn sports team der MTG Mannheim als Favorit. Dabei sind 4000 Meter für den 800m-Läufer mit einer Bestzeit von 1:48,30 min ungewöhnlich lang. Doch der Sieg des 27-Jährigen, der vor vier Jahren aus Gambia nach Deutschland kam und geduldet ist, war zu keiner Zeit gefährdet. 13:01 min wurden für ihn gestoppt, lange 95 Sekunden musste er auf den Zweiten warten. Omar Jammeh zeigt nicht ohne Stolz auf seinen Trikotsponsor maba! Maler- und Ausbauwerkstätten GmbH in Mannheim, wo er eine Ausbildung zum Maler absolviert. Langstrecken sind für ihn 1500 Meter, aber selten auch mal 5000 Meter, dann ist aber Schluss. Jens Keienburg vom LAV Obernburg wiederholte seinen zweiten Platz vom Vorjahr im Minimarathon, lief nach 14:36 min über die Zielmatte. Dritter wurde M50-Sieger Stefan König (LT Rheinhessen-Pfalz) in 14:59 min. M40-Vielstarter Martin Lück "löwte für mehr Zeit" in 16:27 min als Vierter ins Ziel, löwte später noch 47:50 min im 10 km Volkslauf mit dem gleichen Anliegen. Beim Minimarathon folgte ihm Ralf Röger für "Ein Kiwi gegen Krebs" in 16:37 min.

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Knapp eine Minute hatte auch die 22jährige Alicia Koßmann als Polster auf die 20jährige Janina Fabriz heraus gelaufen. Für Alicia war es das erste Rennen nach dem Darmstadt Cross, ein Ermüdungsbruch stoppte die Läuferin der SG Leutershausen, die nun mit einem Sieg in 14:59 min ein erfolgreiches Comeback feierte. Nichts weniger als den Titelgewinn erhoffte sie sich am folgenden Tag bei den Kreismeisterschaften über 5000m und gern eine 18:30, wo sie bei den Frauen gemeldet hatte, um den für die U23 ausgeschriebenen 3000 Metern auszuweichen. Janina vom Soprema Team TSV Mannheim wurde in 15:57 min Zweite vor Nina Döllgast vom TV Oberbexbach - Orientierungslauf in 17:52 min. 73 Einträge erbrachte der Mix aus Kinder-, Jugend- und Mittelstreckenlauf in den Ergebnissen.

Dieter Albertus aus Dresden und "seine" Athletin Kristina Hendel von der LG Braunschweig bereit zur 1. Teilnahme beim Schriesheimer Mathaisemarkt-Lauf im Elitelauf "KIA Autohaus Doll Challenge" Jedes Jahr dabei: Moderator am Marktplatz Alfred Eichler informiert das Publikum während des mehrstündigen und mehrründigen Laufgeschehens

KIA Autohaus Doll Challenge 10km

Hatte man im Vorjahr, wohl um mehr Zeit zum Feiern herauszuschlagen, nur einen gemeinsamen 10 km Lauf gestartet, bekam man in diesem Jahr zwei Läufe präsentiert. Es war den Assen vorbehalten auf der ein Kilometer langen Runde ihre Strecke abzuliefern, bevor die Masse die gleiche Distanz auf einer 2 km Runde abspulte. Das Frauenrennen war bestimmt vom Rekordversuch von Kristina Hendel. Die 23jährige Kroatin startet für die LG Braunschweig, lebt aber mit Ehemann Sebastian im Vogtland. Das junge Läuferehepaar hat einen 3,5 Jahre alten Sohn. Bei den Männern traute der für das Elitefeld zuständige Christian Alles mehreren Läufern den Sieg zu.

Wohl die meisten Kilometer in den Beinen hatte am Ende der Veranstaltung Nils Stang. Teilnahme an der Familienstaffel, dann an der Schulstaffel und schließlich Führungsradfaher Moderator Alfred Eichler kündigt zunächst eine Fünfergruppe zu Beginn des Eliterennens an: Tobias Riker (35) vom TSV Schott Mainz, Julian Großkopf (13) vom LAZ Ludwigsburg, Tim Könnel (37) vom TuS 06 Heltersberg, Markus Hauber (12) von den Kesselläufer Stuttgart und halb verdeckt Michael Chalupsky vom TV Schriesheim

Vom Start weg war es bei den Männern ein Ausscheidungsrennen mit wechselnder Führung, wobei sich die Konkurrenten gegenseitig zu beflügeln schienen. Nicht alle Hoffnungen erfüllten sich, denn der fordernde Parcours zehrte früh an den Kräften. Anderseits gibt es die Spezialisten, die beim Auf und Ab auf wechselndem Belag erst so richtig in Fahrt kommen. Genau dies bekamen die Zuschauer zu sehen. Bergläufer Tim Könnel vom Pfälzer Tus Heltersberg, erst vor einer Woche gegen Samuel Fitwi bei den Rheinland-Pfalz Meisterschaften im Cross Vizemeister geworden, befreite sich im weiteren Verlauf des Rennens von seinen Mitstreitern und lief letzten Endes überlegen zum Sieg in 30:40 min. Der erst 2018 von Abdi Uya Hundessa auf 30:11 min verbesserte Streckenrekord, rückt in Reichweite und der 25jährige HNO-Arzt am Klinikum Ludwigshafen äußerte sich spontan auch 2021 starten zu wollen. Derzeit lässt der Klinikdienst noch Zeit fürs Training. Den Schwerpunkt der Saison hat er noch in letzter Konsequenz zementiert, nennt die Deutsche Meisterschaften im Berglauf und im 10 km Straßenlauf.

Das Frauenfeld führt Kristina Hendel von LG Braunschweig an, gefolgt von ... ... Aoife Quigly vom TV Schriesheim ... ... und Merle Brunnée von der MTG Mannheim

Platz zwei ging an Julian Großkopf vom zahlreich vertretenen LAZ Ludwigsburg in 31:06 min und Dritter wurde Markus Hauber, M30 und für Kesselläufer Stuttgart nach 31:18 min im Ziel. Tobias Riker vom TSV Schott Mainz, dem Verein des Streckenrekordhalters, vertrat das tiefe Blau in 31:48 min und sicherte sich hauchdünn und zeitgleich den vierten Rang vor Michael Chalupsky, der für das engelhorn sports team - TV Schriesheim startet. Ihm folgte der Vereinskamerad Maximilian Walter in 32:14 min eine Sekunde vor M40-Sieger Tobias Balthesen, Siebter für TV Eberbach. Unglücklich verlief das Rennen für Marius Meyfarth vom engelhorn sports team - LC Hassloch, der sich gut vorbereitet wähnte, mit einer Bestzeit von 31:45 min zum erweiterten Kreis der Sieganwärter gezählt wurde, dann aber in undiskutablen 32:44 min auf Rang 8 den Gang zur Siegerehrung verpasste.

Die Vorjahreszweite Kerstin Bertsch vom SSC Hanau-Rodenbach läuft diesmal auf Rang 4 Drei Frauen vom LAZ Ludwigsburg Sophia Salzwedel (21), Lina Kabsch (14) und Tatjana Ruf (20) folgen auf den Plätzen 5 bis 7., Verena Bröstl von der TSG 78 Heidelberg, letztes Jahr Siegerin des Volkslaufs, folgt auf Rang 8

Kristina Hendel, die kroatische Landesrekorde, etwa über 3000m Hindernis und internationale Meisterschaftsteilnahmen vorweisen kann, eine 10.000m Bestzeit von 33:35 min angibt, lief ein starkes Rennen und siegte in 35:00 min klar, aber an den Streckenrekord von 34:33 min kam sich nicht heran. Die Strecke ist anstrengend, räumte sie ein und beklagte etwas die mangelhafte Lockerheit ihrer Muskulatur, die sie auf das gestrige Training mit 1000m-Intervallen in 3:10 min zurückführte.

Erwartungsvoller Blick von Organisationsleiter Michael Stang, in welcher Zeit werden die Eliteläufer das Ziel erreichen Tim Könnel vom TuS 06 Heltersberg gewinnt mit deutlichem Vorsprung in 30:40 min den 26. Schriesheimer Mathaisemarkt-Lauf Ebenso deutlich dominiert Kristina Hendel von der LG Braunschweig das Eliterennen der Frauen in 35:00 min

Dahinter ging das Duell der beiden engelhorn sports team Läuferinnen anders als erwartet aus. Während Merle Brunnée von der MTG Mannheim Aoife Quigly vom TV Schriesheim eine 35er Zeit zutraute und mit ihrer Straßenlaufbestzeit von 36:50 min da hätte passen müssen, folgte die Trail-Spezialistin mit britischen Wurzeln vielleicht zu forsch der Kroatin. Jedenfalls verlor Aoife ihre sonst demonstrierte Lockerheit, im weiteren Verlauf wurde die Dolmetscherin von Merle passiert, die in 35:49 min auf den zweiten Platz lief, und ihre famos laufende Saison mit einem Sieg in Rodgau über 50 km, der zweitbesten dort erzielten Zeit, bei ihrem allerersten Ultramarathon, erfolgreich fortsetzt. Die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften über Halbmarathon in Freiburg und Marathon in Hannover nennt sie als nächste Stationen. Ob es noch einen weiteren Marathon im ersten Halbjahr geben wird, schloss die angehende Ärztin nicht aus. Aoife hielt den dritten Rang in 36:51 min und wird hoffentlich unverletzt geblieben sein. Trost und Zuspruch fand sie sogleich bei ihren Sportkameraden aus dem Rhein-Neckar-Kreis.

Das LAZ Ludwigsburg nahm mit 9 Athletinnen und Athleten am Elitelauf, der KIA Autohaus Doll Challenge, teil. Schnellste Läuferin des Vereins war Sophia Salzwedel (21) als 5. Frau, schnellster Läufer Julian Großkopf (3.v.l.) als 2. Mann Die ersten 6 der KIA Autohaus Doll Challenge werden geehrt (v.l.n.r.): Maximilian Walter (6.), Michael Chalupsky (5.), Kerstin Bertsch (4.), Lina Kabsch (6.), Sophia Salzwedel (5.), Kristina Hendel (1.), Tobias Riker (4.), Tim Könnel (1.), Markus Hauber (3.), Julian Großkopf (2.), Merle Brunnée (2.) und Aoife Quigly (3.)

Kerstin Bertsch wurde für ASICS Frontrunner in 37:35 min Vierte und übernahm, kaum im Ziel, ihre drei Kinder, so dass sich Ehemann Simon zum Volkslaufstart begeben konnte. Ihr Vorhaben den Paris Marathon zu laufen ist nach Absage wegen Corona dahin. Den zur Vorbereitung geplanten 30km-Lauf "Rund um den Winterstein" in Friedberg will sie aber dennoch absolvieren. Ihr folgte ein Trio des LAZ Ludwigsburg, die sich Schriesheim zur Vorbereitung auf die Halbmarathon-DM in Freiburg ausgesucht hatten. Beste war Sophia Salzwedel, die Lehrerin ist auch noch in ihrer alten Heimat beim LSF Münster im Verein, hat ihren Startpass aber in der neuen Heimat. Sie lief in 38:23 auf den fünften Rang. In Hannover bei der Marathon-DM 2:55 h zu laufen ist ein Ziel, und mehr noch der Bottwartal-Marathon, der für sie krankheitsbedingt 2019 ausgefallen war.

Volksbank Kurpfalz Lauf 10km

Mit 264 Finishern stemmten sich die Volksläuferinnen und Volksläufer dem Coronavirus entgegen. Ob allerdings Alkohol hilft, wie beim ersten und traditionsreichsten Weinfest an der Bergstraße hinter vorgehaltener Hand zu hören war, muss man bezweifeln. Die Frage stellt sich an der Bergstraße und über den Oberrheingraben hinweg bis an die Deutsche Weinstraße, was wird jetzt aus den unzähligen Volksfesten? Denn Absagen drohen nicht nur im Sport. Die Hysterie führt bereits zu leeren Regalen im Einkaufsmarkt und scheint eine größere Bedrohung darzustellen, als die weiterhin mysteriös erscheinende Virusgefahr.

Beim Volksbank Kurpfalz Lauf rund um die Burgruine Strahlenburg (b)rennt nicht nur die Feuerwehr, alsbald herrscht ein reges Hin- und Her am Marktplatz

Doch zurück zum Mathaisemarkt-Lauf, der nun ein wenig mehr in die Wohngebiete ausholte, die bestens abgesperrt waren. Simon Bertsch bildete mit einigen wenigen Mitstreitern eine Spitzengruppe und orientierte sich am Ende wohl doch an seiner Gattin, Rang vier in 36:26 min war seine Ausbeute. Für Thomas Jörder vom SV Altneudorf reichte alles Bemühen immerhin zu Rang drei in 36:12 min. Ein starkes Finish von Benjamin Neuwirth vom LSV Ladenburg führte noch zum zweiten Rang in 36:07 min. Kein Kraut war gegen Philipp Meder gewachsen, der in 35:33 min für die DJK Käfertal-Waldhof siegte. Warum er nicht bei der Challenge startete, diese Frage brachte ihn nicht in Verlegenheit. Der 24jährige BWL-Student, der als Straßenbahnfahrer bei Rhein-Neckar-Verkehrsbetrieben bereits selbst verdient, wusste schlicht nicht, dass er so schnell laufen kann, toppte seine bisherige offizielle Bestzeit von 37:13 min um fast zwei Minuten.

Philipp Meder von der DJK Käfertal-Waldhof gewinnt den 10km langen Volksbank Kurpfalz Lauf Benjamin Neuwirth vom LSV Ladenburg läuft auf Platz 2 Thomas Jörder (152) vom SV 1902 Altneudorf wird 3., Simon Bertsch (387) wird 4. Christopher Gassert vom TV Forst Triathlon gewinnt als 8. die Wertung der Deutschen Zahnarztmeisterschaften

Altersklassensiege gingen in der M40 an Florian Kienle (37:09), Klemens Bollinger wurde M50-Sieger in 38:56 min, Martin Berger beherrschte die M60 in 40:36 min und Michael Grimmer die M70 in 54:38 min.

Auch Katharina Grabinger, Team Nikar Heidelberg, musste sich nach ihrem Sieg in 36:57 min die Frage gefallen lassen, warum sie nicht bei der Challenge gestartet war. Die Antwort der 22jährigen Jurastudentin aus Heidelberg entsprach in etwa der des Männersiegers. Die Triathletin lief persönliche Bestzeit, hatte mit einer so schnellen Zeit bei ihrem ersten Wettkampf 2020 gar nicht gerechnet.

Katharina Grabinger vom Team Nikar Heidelberg führt das Frauenfeld beim Volksbank Kurpfalz Lauf ins Ziel Jara Geissler vom Laufteam Weinheim wird 2. Merle Brunnée von der MTG Mannheim nutzte nach dem 2. Platz mit persönlicher Bestzeit im Elitelauf, den 10km langen Volkslauf zum "Auslaufen" auf den 3. Platz Die Viertplatzierte Elena Berger vom SC Lauf und M50-Sieger Klemens Bollinger vom SV Nikar Heidelberg gemeinsam ein Stück des Weges unterwegs

Jara Geissler vom Laufteam Weinheim folgte lange auf Schlagdistanz, konnte aber nicht verhindern, dass sich der Abstand kontinuierlich vergrößerte. Im Ziel nach 37:25 min war dieser auf beinahe eine halbe Minute angewachsen. Die Dritte ist eine, die es dann doch nicht lassen konnte, beim Trainings-Auslaufen noch aufs Treppchen zu springen. Merle Brunèe lief nach Rang 2 im Elitelauf beim Volksbank Kurpfalz Lauf in 39:26 min aufs Podest. Elena Berger vom SC Lauf wurde in 39:41 min Vierte vor Sophia Möllinger von der TSG 78 Heidelberg in 39:49 min.

In den Altersklassen siegten in der W40 Hilke Roeder in 44:07 min, in der W50 Petra Berger in 46:30 min und in der W60 Samia Nagrassus in 53:57 min.

Katharina Grabinger und Philipp Meder, das Siegerpaar des 10km Volksbank Kurpfalz Lauf, dem vorletzten und mit 264 Finishern fast größten Wettbewerb des 26. Schriesheimer Mathaisemarkt-Lauf ... ... aber eben nur fast, denn die jüngsten Laufathletinnen und -athleten setzen gar mit 304 Zieleinläufen im Bambinilauf den Schlusspunkt der Veranstaltung unterhalb der Strahlenburg
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Lange hatten die Kinderfüße schon gescharrt und konnten es gar nicht erwarten bis sie endlich zum Zuge kamen. Nicht weniger als 304 Kinder wurden in drei Rennen auf zumeist heimatlichen Asphalt geschickt. Die Siegerehrungen waren immer zeitnah nach den jeweiligen Läufen abgehalten worden, so dass einem baldigen Wechsel zur Kirmes oder ins Weinfestzelt nichts im Wege stand. Noch drehte sich dort das Riesenrad, dass die auf der A5 vorbeirauschenden potentiellen Weinfestfans nach Schriesheim lockt. Für den 27. Mathaisemarkt-Lauf sowie den 442. Mathaisemarkt kann man wohl nur auf einen wirkungsvollen Impfstoff hoffen gegen Corona oder gegen Hysterie. Auch gegen ein Wunder hätte wohl niemand etwas einzuwenden. Wegen der ordentlichen Durchführung des Laufs war man den TV Schriesheimern sowie den Helferinnen und Helfern dankbar.

Bericht und Fotos von Constanze & Walter Wagner

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Ergebnisse www.volkslauf.de - Info www.mathaisemarktlauf.de
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