2.2.20 - 27. Johannesbad Thermen-Marathon in Bad Füssing

Mit 2395 Anmeldungen bleibt der Thermen-Marathon sehr gefragt

Heißes Wasser aus der Erde - heiße Rennen auf Asphalt

Masse und Klasse beim Thermen-Marathon und in den Bädern

von Constanze & Walter Wagner 

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Einem Verbot von Massenveranstaltungen war Bad Füssing mit dem frühen Termin zuvor gekommen. Erste Coronavirenfälle wurden aus Bayern gemeldet, doch von einer Hysterie, wie sie uns aus China berichtet wird, wo ganze Stadtbezirke abgeriegelt sind, ist man in Europa noch entfernt. Gar kein Thema war bei den Gesprächen am Rande des Johannesbad Thermen-Marathon der Brexit. Mit den Folgen haben sich wohl längst auch jene abgefunden, denen man schlussendlich die Rechnung präsentieren wird. Unruhig wurde OK-Chef Jürgen Knaus so gegen 2.00 Uhr in der Früh, als grelle Blitze den Nachthimmel erhellten und sich gewaltiger Donner zu gruseligen Sturmböen gesellte. Von dem für das Wochenende angekündigten Starkregen war man am Samstag verschont geblieben, bei bis zu 18° war es deutlich wärmer als in Venedig. Unterm blauen Himmel glänzten die schneebedeckten Alpengipfel. 200 km entfernt und doch bei Fön zum Greifen nah.

Peter Maisenbacher führte einmal mehr mit wortgewandter Moderation durch die 4 verschiedenen Rennen während die Kanonen der Hofmark Böllerschützen mit lautstarkem Kanonendonner den 27. Johannesbad Thermen-Marathon in Bad Füssing starteten
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Sollte es ähnlich kommen wie im Vorjahr, als es bei anhaltenden Schauern in der Nacht abkühlte und Bad Füssing am Morgen unter einer Schneedecke erwachte? Nun mit Kälte war nicht zu rechnen und alle Sorge, es würde ergiebig regnen, war unbegründet, denn los ging es im Trockenen und das hielt eine ganze Weile.

10-km-Lauf

Beste Bedingungen, lässt man den Wind einmal außer Acht. Den erhofften Versuch der LG Telis Finanz Regensburg den eigenen deutschen Mannschaftsrekord von 1:41:02 h bei den Frauen, gelaufen beim Meisterschaftsrennen 2019 in Siegburg (Dattke, Scherl, Mayer), zu verbessern, scheiterte mangels kompletter Anwesenheit des dafür vorgesehenen Damentrios, Thea Heim konnte nicht aus Berlin anreisen. 2018 war es Philipp Pflieger, noch im Trikot der LG aus Regensburg, der den Streckenrekord über 10 km auf 29:32 min drückte. Im gleichen Jahr verbesserte Miriam Dattke den Rekord bei den Frauen auf 33:13 min. Im Vorjahr wollten die Athleten*innen der LG Telis Finanz Regensburg erst am Morgen nach Bad Füssing reisen, was man dann aufgrund des Schnees und der Straßenverhältnisse vernünftigerweise bleiben ließ.

Aufstellung vor dem 10km Rennen: Simon Boch von der LG Telis Finanz Regensburg (li) und Philipp Pflieger (re) vom LT Haspa Marathon Hamburg mit dem Vorträger des Sportsymposium "Wunderläuferland Kenia" am Vortag Jan Fitschen, der sein 10km Rennen aber wegen eines Krampfes in der Wade aufgeben musste Ebenfalls startklar für ein schnelles 10km Rennen, die Damen der LG Telis Finanz Regensburg Domenika Mayer, Miriam Dattke und Corinna Harrer (v.l.n.r) Vorstand der Johannesbad Gruppe Werner Weißenberger und Bernadette Weißenberger bereit für den Halbmarathon. Der frühere Wildwasserkanute erreichte das Ziel nach 1:37:33 Stunden, Bernadette Weißenberger lief 1:56:43 Stunden

Zur 27. Austragung stand wieder eine große Abordnung des Regensburger Erfolgsteams an der Startlinie und bestätigte die Vormacht bei Frauen und Männern eindrucksvoll. Jeweils nur ein einziger Platz in der Top-7 ziert nicht die Eintragung LG Telis Finanz Regensburg in der Vereinsspalte. Hannah Sassnink vom LC Aichach lief in 37:38 min auf Rang fünf, während es sich bei den Männern um Philipp Pflieger handelt, der für seinen neuen Verein LT Haspa Marathon Hamburg gemeldet war. Er war erst am Donnerstag aus einem vierwöchigen Trainingslager in Kenia zurückgekommen, hatte kaum geschlafen und ahnte: "Das wird heute keine leichte Aufgabe."

Die späteren Podiumsplatzierten Philipp Pflieger (1149), Simon Boch (1221) und Moritz Beinlich (1223) führen im 10km-Rennen das teilnehmerstärkste Feld der Veranstaltung an Domenika Mayer (1208) und Miriam Dattke (1211) reihen sich im vorderen Männerfeld ein

LG Telis Finanz Regensburg Trainer Kurt Ring war ziemlich sicher, dass der Streckenrekord erneut fallen würde. Und da das Wetter einigermaßen gut mitspielte, lag er nicht daneben. Simon Boch musste auf der langen Zielgeraden noch an Dutzenden Kindern des Schülerlaufs vorbei. Sein Vorsprung war aber beträchtlich, sein Sieg nicht mehr zu gefährden. Dass der bestehende Streckenrekord fallen würde, war auch bereits sicher. 28:32 min lautet seine Guntime im Ziel, netto wurden 28:31 gestoppt, die neue Streckenrekordzeit und persönliche Bestzeit. Ein vielversprechender Saisoneinstieg für den amtierenden Deutschen Berglaufmeister, der seine Vielseitigkeit 2019 bei weiteren Deutschen Meisterschaften demonstrierte: z.B. Vizemeister im 10km-Straßenlauf und Dritter im Halbmarathon. Bei diesen Meisterschaften holte sich die LG Telis Finanz Regensburg jeweils auch den Mannschaftstitel. Saisonhöhepunkt des 25jährigen Simon Boch sollen die Europameisterschaften in Paris vom 26.-30. August werden, über Halbmarathon oder über 10.000m, was er derzeit bevorzugen würde. Seinen nächsten Halbmarathon läuft er am 16. Februar in Barcelona mit Ziel 63 Minuten, vielleicht auch knapp darunter.

Hoppla, da wird´s schon mal eng. Schüler- und die schnellen 10km-Läufer erreichen gemeinsam das Ziel. Simon Boch findet aber die Lücke zum Streckenrekord ... ... den er um eine glatte Minute auf 28:32 brutto verbessert. Da geht der Daumen annerkennend hoch vom alten Streckenrekordinhaber und heutigen Zweitplatzierten Philipp Pflieger Miriam Dattke verbessert mit 32:50 ihren eigenen Streckenrekord aus dem Jahr 2018 um 23 Sekunden

Nur vier Sekunden langsamer als vor zwei Jahren war Philipp Pflieger, der in 29:36 min Zweiter wurde und somit einen sehr guten Trainingswettkampf in seiner Marathonvorbereitung absolvierte. Sein Saisonziel sind die Olympischen Spiele in Tokyo vom 24.7.-9.8., wo die Marathonläufe klimabedingt in Sapporo ausgetragen werden. Im Schülergewusel tauchte als Dritter Moritz Beinlich auf, der in 30:14 min Dritter wurde. "Letzte Woche war ich noch erkältet", so Moritz, der in Regensburg BWL studiert und bei der LG ein hervorragendes sportliches Umfeld hat. Auch er will in Barcelona laufen, rechnet dort mit einer 64er Zeit.

Ihm folgten die Mannschaftskameraden Max Zeus in 30:40 min und Tim Ramdane Cherif in 30:46 min als Fünfter. Mit Jahrgang 2000 der Jüngste der jungen Regensburger Mannschaft kam Benedikt Brem in 32:27 min vor Dominik Scholler in 32:29 min ins Ziel. Letzterer durfte sich über sein Losglück freuen, denn die Startnummer des angehenden Tierarztes wurde als Sieger einer Dubai-Reise gezogen. Noch unter 33 Minuten blieben M45-Sieger Yves Brack von der DJK Beucherling in 32:43 min und M40-Sieger Stephan Fruhmann von der LG Passau in 32:52 min auf den Rängen 8 und 9. Erstaunliche Siegerzeiten erbrachten auch die höheren Altersklassen, wie ein Blick in die Ergebnislisten zeigt.

 
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Mit Domenika Mayer (1208) und Corinna Harrer (1207) und Svenja Ojstersek (1209) folgen die nächsten LG Telis Finanz Regensburg Läuferinnen auf die Plätze 2, 3 und 4 Hannah Sassnink vom LC Aichach wird in pB 5. Frau und kann als einzige in die Phalanx der LGTFR-Athletinnen einbrechen und verdrängt zwei weitere Läuferinnen des bayrischen Erfolgsvereins auf die Ränge 6 und 7. Schon 2019 lief sie hier pB und auf Rang 2. Gute Arbeit leistete dabei erneut Lebenspartner Michael Sassnink, er diente wie schon im Vorjahr als Tempomacher

Miriam Dattke demonstrierte ihre derzeitige Überlegenheit im Team der LG Telis Finanz Regensburg und siegte in 32:50 min, verbesserte damit den von ihr gehaltenen Streckenrekord um 23 Sekunden, blieb aber 6 Sekunden über ihrer persönlichen Bestzeit, die sie bei ihrem Titelgewinn 2019 in Siegburg gelaufen ist. Deutsche Meisterin wurde die 21jährige Jura-Studentin, die in Mannheim geboren ist und in Berlin aufwuchs, 2019 auch über die Halbmarathondistanz. Der Mannschaftsrekord wurde wie bereits angedeutet zwar nicht verbessert, aber mit Domenika Mayer und Corinna Harrer besetzte die LG Telis Finanz Regensburg das Siegertreppchen ganz allein. Domenika Mayer steigerte sich in ihrer ersten W30er-Saison auf 33:50 min. Im Vorjahr war sie bei der Crosslauf-Europameisterschaft in Lissabon gestartet und belegte mit dem DLV-Frauenteam Rang 6.

Miriam Dattke und Simon Boch von der LG Telis Finanz Regensburg laufen mit 32:49 bzw. 28:32 neue Streckenrekorde

Nur schwer zu erfassen sind die Erfolge von Corinna Harrer, die erst im nächsten Jahr in die W30 wechseln wird. Herausragend neben nationaler Meistertitel und internationaler Silber und Bronze-Medaillen auf Mittelstrecken und im Cross ist in ihrer Karriere die Teilnahme an den Olympischen Spielen in London. Eine Reihe von Verletzungsproblemen führte zum verkündeten Ende ihrer Karriere. An ihre Bestzeit von 33:38 min dachte sie wohl kaum, wäre aber gern mal wieder eine 34er Zeit gelaufen, womit der Mannschaftsrekord in Reichweite geraten wäre. Mit 36:24 min wurde sie in Bad Füssing Dritte. Ihre Marathon Hausmarke von 2:41:58 h lief die frühere Mittelstreckenläuferin Ende Oktober in Frankfurt und sie will auch 2020 Marathon laufen. Ihre Halbmarathon Bestzeit ist sie 2018 in Barcelona gelaufen, 1:13:21 h. Für Überraschungen, so scheint es, ist Corinna Harrer nach dem Leistungssportende noch lange gut.

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Hinter Svenja Ojstersek, einer weiteren Läuferin der LG Telis Finanz Regensburg, Vierte in 36:37 min, kam Hannah Sassnink vom LC Aichach in persönlicher Bestzeit (netto 37:35) auf Rang fünf in 37:38 min. 2015 lief sie in Bad Füssing Marathon und wurde ihn 3:35:42 h Siebte. Im letzten Jahr erreichte sie auf der Schneeauflage in 39:33 min den zweiten Rang beim Zehner. Zwischenzeitlich hatte sie sich, Jahrgang 1986, in Dachau auf 38:32 min. gesteigert. Insgesamt verzeichnet die Einlaufliste bei den Frauen 11 Ergebnisse unter 40 Minuten. Von 815 Zieleinläufen gingen 330 aufs Konto der Frauen.

Halb- und Marathon Athleten verlassen eine Viertelstunde nach dem 10 km Lauf das Start-/Zielareal vor der Johannesbad Therme in Richtung nördlichen Rundkurs Der Nachwuchswettbewerb startet als Schlusslauf um 10:05 Uhr für alle Schüler*innen im Alter von 10-15 Jahren auf einer 1,8km langen Runde. Wer älter oder jünger ist, wird außer Konkurrenz gelistet

Schülerlauf über 1,8 km startete 20 Minuten später

Dass die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit den Teilnehmern des 10 km Laufs ins Ziel einlaufen bringt eine gewisse Unübersichtlichkeit, aber auch die richtige Integration für Kinder und Jugendliche in den Thermen-Marathon. Unklar und für Zuschauer nicht erkennbar bleibt allerdings die Aufteilung der Altersgruppierungen, die außer Konkurrenz starten, wenn sie nicht Jahrgang 2005 bis 2010, also zu alt oder zu jung sind. Sabbom Wado, 15jähriger Mittelschüler aus Fürstenzell, fühlte sich als Sieger und sollte sich nicht entmutigen lassen, dass er ein Jahr zu alt für die Siegerbühne war. Erst seit zwei Jahren trainiert er das Laufen, ist noch in keinem Verein, außer im Fußball. 192 Zieleinläufe, je 96 Mädchen und Jungen wurden offiziell gelistet, dazu kamen 26 außer Konkurrenz Teilnehmende.

Sabbom Wado ist mit 6:47 Minuten schnellster Nachwuchsläufer auf dem 1,8km langen Rennkurs, aber mit Jahrgang 2004 ein Jahr zu alt und somit außer Konkurrenz Hauchdünn ist der Rennentscheid im regulären Schülerlauf, bei dem U16-Starter Marcel Groß von der Realschule Neuhaus in 6:49,01 mit 3/100stel Sekunden vor Phillip Köberlein (U14) vom TS Herzogenaurach die Ziellinie überquert. Und direkt dahinter ... ... mit Lucia Pernicova (U14) von LBK Zelezna Ruda die schnellste Schülerin in 6:49,52 Minuten

Halbmarathon mit großem Ziel

Ganz ohne Berührung des Schülerlaufs schaffen es die Halbmarathonläufer, die gemeinsam mit den Marathonteilnehmern um 10.00 Uhr starten. Da diese größte Gruppierung nach der breiten Startstraße vor der Johannesbad-Therme rechts abbiegt, alle anderen Felder hier stadteinwärts nach links laufen, ist Verflechtungen zunächst vorgebeugt. Da die Streckenführung für den Halbmarathon einer liegenden Acht gleicht, beide Runden aber noch vor dem Thermenareal wieder zusammenlaufen, schaffen es selbstverständlich nicht alle Läufer*innen des 10 km Laufs vor den schnellen Halbmarathonläufern ins Ziel. Dieses belebende Element führt die Halbmarathonläufer auf ihre zweite Schleife.

Schnelle Zeiten, und das schon Anfang des Jahres. Trainer Kurt Ring freut sich mit seinen erfolgreichen Athletinnen- und Athleten der LG Telis Finanz Regensburg Nun wird es langsamer, distanzbedingt. Auf der an der Strecke gelegenen Tribüne stellt Co-Moderatorin Maresa Maisenbacher die Tempomacher für die Marathonläufer von 3:00 bis 4:15 vor

In Führung liegend passierte Thorben Dietz von der LG Filstal das Zielgelände, ihm folgte Tobias Schreindl von der LG Pausau auf Sichtweite, der den Streckenrekord über die Halbmarathondistanz beim Thermen-Marathon mit 1:06:18 h hält, gelaufen 2014. Im gleichen Jahr wurde er in München Deutscher Marathon-Meister. Thorben Dietz, der in Dorsten aufgewachsen ist, fand einen Arbeitsplatz und lebt nun in Ulm, wo er als Klassenlehrer an einer Gesamtschule Sport und Deutsch unterrichtet. Neben dem Vollzeitberuf kommt der 30jährige auf etwa 170 Trainingskilometer in der Woche. Er hatte den Lauf in Bad Füssing gewählt um den vom DLV geforderten Leistungsnachweis von 1:07 Stunden für die Teilnahme am Halbmarathon-Europacup zu erbringen, der im Rahmen der Europameisterschaften in Paris ausgetragen wird. Die DLV-EC-Norm von 1:05:30 min hatte er am 21. September im Tschechischen Ústí nab Labem in 1:04:44 h erfüllt. Nun wollte er mit der früh erbrachten Leistungsbestätigung klar Schiff machen.

Das Halb- und Marathonfeld führen zunächst Tobias Schreindl (2526) und Thorben Dietz (2783) an In der Verfolgung die schnellsten Marathonis, zu erkennen an den gelben Startnummern mit Marco Bscheidl (241) und Josef Diensthuber (258). Noch mit von der Partie die Halbmarathonis Bruno Schumi (2824) und Norman (2666) Banick

"Es war sehr windig", sagte er im Ziel. Mit einem letzten Kilometer in 2:55 min kam er mit der Zeit von 1:06:51 h als Sieger ins Ziel. "Jetzt kann ich in Ruhe für den Europacup trainieren. Die Organisation und das ganze Drumherum war klasse", so Dietz weiter. Beim Berliner Halbmarathon wird er starten und eventuell schneller laufen. Bis dann könnte sich die für den Europacup erforderliche Mannschaft bereits abzeichnen, bei der bis zu sechs Einzelstarter zugelassen sind, einschließlich drei Europameisterschaftsteilnehmer. Eine Mannschaft wird nominiert, wenn ein Athlet die DLV-EM-Norm erfüllt hat und zumindest drei weitere Athleten die DLV-EC-Norm. Erschwerend kommt hinzu, dass der DLV Marathonteilnehmer bei den Olympischen Spielen nicht für die Europameisterschaft nominieren wird, weder über Halbmarathon noch über 10.000 m.

Nach der Nordschleife folgt die Südschleife. Für die Halben ist dann Schluss - die Marathonis laufen die Strecke in Form einer Acht ein zweites Mal

Tobias Schreindl hätte eine Chance zu nutzen gewusst, doch Thorben Dietz leistete sich keine Schwäche. Geringfügig war der Abstand angewachsen, mit 1:07:39 h folgte der seit 10 Jahren bei Günter Zahn trainierde Maschinenbau-Ingenieur auf den zweiten Platz. Im Alter von sieben Jahren begann seine Laufbahn, nun ist er 31 und blickt auf viele Laufjahre zurück. 2020 will er seinen Focus auf die 5000m legen, da er gerade baut, fehlten ihm vielleicht die langen Einheiten für gute Ergebnisse auf den Langstrecken. Doch zunächst wird er die Cross-Saison noch mitmachen, die Bayerischen und die Deutsche Crossmeisterschaft in Sindelfingen laufen.

Thorben Dietz von der LG Filstal gewinnt den Halbmarathon vor ... ... dem Streckenrekordhalter Tobias Schreindl von der LG Passau Auf Rang 3 läuft M40 Sieger Michele Rossi von Atletica Castello

Michelle Rossi von Atletica Castello wurde in 1:12:37 h Dritter und Sieger der AK M40. Knapper Ausgang dahinter, Berglaufspezialist Bruno Schumi (Kelag Energy) lief in 1:13:14 h auf Rang vier vor und siegte in der M35, drei Sekunden dahinter folgte Thomas Angerer (X3 Team). Hinter Norman Banick vom Trumer Tri Team in 1:13:51 h, lief der einstige Mittelstreckenläufer Steffen Co in 1:14:50 h auf Rang 7 und wurde 2. der M40. Die schnelle Strecke wird auch durch die vielen weiteren guten Altersklassenergebnisse belegt.

Platz 4 holt sich Bruno Schumi (2824) knapp vor Thomas Angerer (2566) Norman Banick läuft vor dem Marathonführenden Josef Diensthuber, der noch zwei Schleifen zu laufen hat, auf Rang 6 im Halbmarathon 7. und 2. M40 wird das ehemalige Mittelstreckenass Steffen Co, der mit Bestzeiten von 1:47,15 Minuten über 800 Meter und 2:20,98 Minuten über 1.000 Meter aber auch mit 47,58 Sekunden über 400 Meter (alle Zeiten aus dem Jahr 2007) aufwarten kann

Bei den Frauen war Maria Kerres vom SWC Regensburg bereits in Führung liegend in die zweite Schleife gegangen. Ihr folgte Tina Fischl vom WSV Otterskirchen, die bereits zum zehnten Mal in Bad Füssing dabei war und nach acht Siegen auf verschiedenen Distanzen im Vorjahr beim Marathon erstmal mit Platz 2 vorliebnehmen musste. Maria Kerres war 2018 hinter der 20 Jahre älteren Tina Fischl, die 1:19:19 h lief, in 1:20:31 h Zweite geworden. Im letzten Jahr scheiterte Marias Teilnahme am Wetter, sie war auf dem Weg nach Bad Füssing liegen geblieben. Nun das erneute Aufeinandertreffen, der immer schneller werdenden Regensburgerin gegen die leicht angeschlagene Deutsche Berglaufmeisterin des Jahres 2015.

Maria Kerres gewinnt den Halbmarathon bei den Frauen vor ... ... Tina Fischl, bei ihre 10. Teilnahme beim Johannesbad Thermen-Marathon Karina Maier vom TSV Detag Wernberg wird 3.

Maria Kerres lief ungeachtet ihrer bisherigen persönlichen Bestzeit von 1:18:37 h wie entfesselt und nach 1:16:27 h über die Ziellinie und zum Sieg. Im Alter von 16 Jahren fand sie zum Laufsport, lief bei Volksläufen 10 km. Ihre Bestzeit über 10 km ist 34:09 min. Tina Fischl war mit ihrer Zeit von 1:19:42 h zufrieden, ein gelungener Saisoneinstieg, hatte sie doch in der Wochenmitte beim Training ein Halskratzen verspürt und sah ihre Teilnahme schon gefährdet. Beim Johannesbad Thermen-Marathon lief sie 2017 ihre Marathon Bestzeit von 2:51:40 h. 2018 folgte ihr vierter Sieg über Halbmarathon in Bad Füssing und von 2011 bis 2013 siegte sie dreimal in Folge über 10 km. Nach dem Marathon im Schnee im Vorjahr in 3:00:10 h entschied sie sich kurzfristig diesmal den Halbmarathon zu laufen.

Vorjahressiegerin und Geburtstagskind Elvira Flurschütz (2216) vom SC Kemmern wird bei ihrem geplanten Trainingslauf für die Triathlonsaison diesmal 4. (ihr Schwerpunkt liegt dieses Jahr auf dem Ironman Frankfurt). Links von ihr Constanze Boldt vom SWC Regensburg, 5. und 1. W45 Moderator Peter Maisenbacher stets parat um den schnellsten Zieleinläufer nach seinen Renneindrücken zu befragen. Halbmarathonsieger Thorben Dietz freut sich im Ziel, dass er mit 1:06:51 den vom DLV geforderten Leistungsnachweis von 1:07 h für den Europa-Cup erbringen konnte Tobias Schreindl und sein Trainer Günter Zahn, der als Träger der olympischen Fackel 1972 das Feuer im Münchener Olympiastadion entzündete und es in seiner eigenen Laufvita zu 23 Einzeltiteln bei deutschen Meisterschaften brachte

Karina Maier vom TSV Detag Wernberg wurde in 1:22:56 Dritte und 1. W30. Es war ihre Erstteilnahme in Bad Füssing: "Der Wind war blöd, der Kurs eintönig, aber dafür schön flach." Immerhin pulverisierte sie ihre alte Bestzeit von 1:25:56 h. Sie ist 33, hat eine 10 km Bestzeit von 37:55 min und ist noch keinen Marathon gelaufen: "Eventuell Ende des Jahres."

Elivira Flurschütz vom SC Kemmern, die Vorjahressiegerin in 1:24:13 h und Dritte 2018 in 1:22:26 h begnügte sich an ihrem 31. Geburtstag mit Rang 4 in 1:24:42 h, wie 2016, wo sie in 1:25:54 h ebenfalls Vierte wurde. Ihren sportlichen Schwerpunkt hat sie auf Triathlon gelegt, will 2020 beim Ironman Frankfurt starten und sieht das Laufen mehr als Training. Die Veranstaltung findet sie schön, nicht zuletzt wegen der allen Teilnehmern offen stehenden Therme. 2017 lief sie ihre Bestzeiten über Halbmarathon in Salzburg (1:21:07) und über Marathon in Frankfurt (2:48:20) und finishte den Triathlon in Roth in 10:26 h.

Tobias Schreindl (li.) von der LG Passau, der schon auf allen Distanzen beim Thermen-Marathon gewinnen konnte, zuletzt im Vorjahr über die 42,195 km, fand in Thorben Dietz von der LG Filstal einen starken Gegner vor. Dessen Ziel war es den vom DLV geforderten Leistungsnachweis von 1:07 h zu erbringen. Diese Zeit unterbot er als Halbmarathonsieger in 1:06:50h. Streckenrekordhalter Tobias (1:06:18; 2014) wurde in 1:07:39h Zweiter Halbmarathonsiegerin wird die 24jährige Maria Kerres (li.) vom SWC Regensburg in 1:16:26h. Zum 10. Mal in Bad Füssing dabei, und im Vorjahr erstmals nicht Siegerin auf einer der Distanzen, wird Tina Fischl vom WSV Otterskirchen mit 44 Jahren Zweite in 1:19:41h

Auf den fünften Rang kam W45-Siegerin Constanze Boldt vom SWC Regensburg in 1:26:04 h. Herausragend auf dem 14. Rang Christine Sachs von der LG Mettenheim in 1:37:01 h als W60-Siegerin, die mit vielen Welt- und Europameistertiteln hochdekorierte Ausnahmeathletin.

782 Zieleinläufe dokumentierte Zeitgemaess Timing, darunter waren 208 Frauen.

Wasserträger soweit das Auge reicht und der Tisch ist mit allerlei Leckereien gedeckt. Es muss nur ausgewählt und entschlossen zugegriffen werden

Marathon - der Namensgebende

Einen kleinen Zuwachs konnte die Königsdistanz verzeichnen, doch reichte dieser noch nicht um wieder über die 300 Finisher-Hürde zu klettern. Bei 28 Ausstiegen war nach 293 Zielerfassungen leider Schluss. Lediglich 45 Frauen schafften den Marathon bei zunehmend regnerischem Wetter. Fliegend auf Halbmarathon umsteigen, wie bei einigen anderen Veranstaltungen erlaubt, ist in Bad Füssing - obwohl möglich - nicht gestattet. Man kann noch vor Ort ummelden und erhält eine entsprechende Startnummer. Dadurch behält man besser die Übersicht. Es ist für die Streckenposten schwer genug eingangs der jeweils nächsten Runde zu erkennen, wer in die Süd- und wer in die Nordschleife muss.

Streckenwegweiser vor dem Johannesbad ... ... die Halben laufen ins Ziel, die Marathonis in die nächste Runde

An der Spitze spulte Josef Diensthuber wie ein Uhrwerk seine Runden herunter und siegte überlegen in 2:28:38 h. "Ich habe auf 2:30 h trainiert", sagte der amtierende Deutsche M35-Crosslauf-Meister, Jahrgang 1981. Beim Hamburg Marathon 2016 war er in 2:26:51 h noch schneller gelaufen. Er startet für das oberbayerische Team Reischacher Holzlandlauf. Der Streckenrekord (2:24:42) von Michael Braun (TV Geiselhöring) aus dem Jahr 1994 bleibt also weiterhin bestehen.

Marco Bscheidl hat eine Marathonbestzeit von 2:28:32 h, gelaufen 2012 beim München Marathon. Seine größten Erfolge hat er aber auf der 50 km Distanz im Nationalteam gefeiert. Auch den Thermen-Marathon konnte er schon zweimal gewinnen. 2020 war Josef Diensthuber aber der Stärkere. Für Marco Bscheidl von der LG Passau blieb Platz 2 in 2:35:15 h.

Marathonsieger Josef Diensthuber (258) und der Sieger von 2016 und 2018 Marco Bscheidl von der LG Passau, der nach einem 4. Rang 2019 nun wieder mit Platz 2 aufs Podium läuft Die M50 gewinnt Klaus Mannweiler vom TSV Wolfratshausen als Gesamtdritter Der passionierte Marathon- bis Ultramarathonläufer Sebastian Apfelbacher vom gleichnamigen Weingut in Dettelbach bei Würzburg www.apfelbacher-wein.de bedient zum 3. Mal den zum Jubiläum erstmals angebotenen Zugläuferservice für 3:00 Stunden und führte M55-Sieger Jürgen Steiner (247) und M45-Sieger Christian Jakob (127) in 2:58:23 bzw. 2:58:58 sicher unter die 3:00 h Marke ins Ziel

Klaus Mannweiler vom TSV Wolfratshausen gelang es als Dritter aufs Podium zu springen und seine Altersklasse gewann er obendrein. Mit Jahrgang 1966 ist es seine letzte Saison in der M50 und die 2:44:18 h können sich wahrlich sehen lassen. Er wäre gern schneller gelaufen, war die letzte Runde aber allein. In Bad Füssing läuft er immer seinen Frühjahrsmarathon, 2020 folgt die Marathon-DM in Hannover. Seine Marathonbestzeit ist 2:34 h. Aktiv begann er erst mit 35 Jahren zu laufen, fuhr davor aber Radrennen, Straßenmaschine und Mountainbike. 30 Jahre jünger ist Devon Grass vom Björn Grass Racing Team, der Vierter in 2:44:44 wurde. 12 Männer blieben unter drei Stunden.

Albert Lehrhuber vom SV Schwindegg ist bereits das 27. Mal beim Marathon dabei. Er wird 6. der M65 in 4:36:12 "Pumuckl" Dietmar Mücke ist ebenfalls schon seit Jahren beim Johannesbad Thermen Marathon aktiv. Seit 20 Jahren läuft der Spendenläufer barfuß Marathon - seine pB mit Schuhen 2:56:20 - ohne Schuhe 2:59 Wiederholungstäter sind auch der blinde Marathonläufer Anton Luber und sein Guide Martin Braun. Heuer erreichten sie das Ziel nach 04:00:51 Stunden

Bei den Frauen gelang dies nur Petra Pastorová von MK Seitl Ostrava. Die 43jährige hatte im Vorjahr bei Schnee in 2:55:29 h den Sieg davon getragen, nun war sie deutlich schneller unterwegs. Um ein Haar hätte sie den Streckenrekord von 2:46:04 h aus dem Jahr 1996 gepackt, doch Maria Bak war eben 35 Sekunden schneller. Doch die fünfmalige Tschechische Marathonmeisterin Petra Pastorová kannte den Rekord nicht und hätte vielleicht noch einen Tick schneller laufen können. Dass sie es kann, belegt ihre Bestzeit von 2:36:44 h, gelaufen 2013 in Prag.

Josef Diensthuber vom Team Reischacher Holzlandlauf gewinnt den 27. Johannesbad Thermen-Marathon in Bad Füssing in 2:28:38h Vorjahressiegerin Petra Pastorová, fünfmalige tschechische Marathon-Meisterin, gewinnt auch 2020 den Johannesbad Thermen-Marathon und verpasst in 2:46:39 h den uralten Streckenrekord von Maria Bak aus dem Jahr 1996 nur um 35 Sekunden

Auf Platz 2 lief Margrit Elfers vom SC Kemmern ihren fünften Marathon in 3:03:01 h. Ihre Nettozeit von 3:02:53 h wird nun als persönliche Bestzeit geführt werden. Die Bestzeit davor war sie 2019 beim Düsseldorf Marathon in 3:09:30 h gelaufen. 2018 hatte sie in Bad Füssing am Halbmarathon teilgenommen und wurde Zehnte in 1:29:19 h. Sie ist Mitteldistanz-Triathletin und mit Böhnlein Sports in der Bayernliga. "Der einsetzende Regen hat gut getan, war erfrischend", so die in Bamberg ansässige 26-Jährige, die "läuft, seit sie denken kann."

3:00-Zugläufer Sebastian Apfelbacher mit seinem Gefolge - noch sind Margrit Elfers (213) und Basilia Förster (282) dabei Günter Dieplinger hat die Aufgabe für die 4:00-Wunschkandidaten übernommen, die er mit einer Zielzeit von 3:59:40 netto bzw. 4:00:45 brutto perfekt beherrscht

Dritte wurde die aus Italien stammende Basilia Förster, 2. W40, ebenfalls mit neuer Bestzeit. "Ich bin froh, dass ich unter 3:05 h gelaufen bin, sagte sie nach 3:04:27 h im Ziel. Sie bevorzugt längere Trails bis 200 Kilometer, wurde 13. beim UTMB und zweimal Zweite und einmal Dritte beim Rennsteiglauf Supermarathon.

Zunächst war sie, wie auch Margrit Elfers, dem 3-Stunden-Tempomacher Sebastian Apfelbacher gefolgt. Nach etwa 25 Kilometern fielen beide aus der Gruppe heraus, in der auch M55-Sieger Jürgen Steiner (2:58:23) und M45-Sieger Christian Jakob (2:58:58) liefen. Der Winzer des Weinguts www.apfelbacher-wein.de in Dettelbach bei Würzburg musste eine Entscheidung treffen, und blieb bei denen, die es unter 3 Stunden schaffen würden.

Die nun zweifache Marathonsiegerin des Johannesbad Thermen-Marathon Petra Pastorová nimmt die Glückwünsche von Marina Reiss (links) Presse und Marketing Vertretung, und Christina Feuchtwanger (rechts) HR Generalist Employer, im Zielzelt entgegen Organisator Jürgen Knaus und Marathonsieger Josef Diensthuber vom Team Reischacher Holzlandlauf freuen sich über den erfolgreichen Verlauf des 27. Johannesbad Thermen-Marathon Bis km 25 waren sie in der Obhut von Sebastian Apfelbacher, dann mussten sie abreißen lassen. Die 2. Marathonfrau Margrit Elfers (re) und die 3. Basilia Förster (282) konnten aber Dank der Arbeit des 3:00-Zugläuferservicemannes neue persönliche Bestzeit laufen

Mit insgesamt 2108 Finishern lag die 27. Austragung nur um 13 hinter dem Rekordergebnis der Jubiläumsveranstaltung vor zwei Jahren. Der Johannesbad Thermen-Marathon hat als Frühjahrsklassiker am ersten Februar-Wochenende seinen festen Platz im Kalender und bleibt eine hervorragende Werbung für das Kur- und Bäderparadies Bad Füssing, das als meistbesuchter Kurort Deutschlands seinen langjährigen Wachstumskurs auch 2019 mit 335.543 Gästeankünften und 2,42 Millionen Übernachtungen beibehalten konnte. 1,6 Millionen tummelten sich in der weitläufigen Thermenlandschaft, die von heißem Wasser aus der Erde gespeist wird.

Ob 42, 21 oder 10 Kilometer, nach dem Zieleinlauf lockt das auf 42°C heruntergekühlte Thermal-Mineralwasser mit dem Wirkeinsatz gegen Gelenk- und Rückenbeschwerden
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In der Johannesbad Therme können Läufer nicht nur duschen und sich umkleiden, zur Regeneration erhält jeder Teilnehmer Gutscheine für den Samstag und den Sonntag um auch die Thermalbäder nutzen zu können. Zusätzlich besteht vor und nach dem Lauf eine kostenlose Massage-Möglichkeit. Nicht wenige locken auch diese Angebote zur Teilnahme.

Fotos von Constanze und Walter Wagner

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Ergebnisse www.thermen-marathon.de
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1.2.20 - 27. Johannesbad Thermen-Marathon in Bad Füssing

Sportsymposium im Johannesbad mit Jan Fitschen

Wunderläuferland Kenia - Die Geheimnisse der erfolgreichsten Langstreckenläufer der Welt

von Constanze & Walter Wagner 

Ein Vortrag in der Höhe, dies stand fest, denn eingeladen hatte die Johannesbad Fachklinik in den 10. Stock. Der Saal wurde dennoch voll, wer keinen Sitzplatz mehr ergattern konnte, stellte sich hinter die Stuhlreihen. Keinesfalls ungewöhnlich, dennoch entstand der Eindruck, es wäre noch voller als bei vorherigen Sportsymposien.

Staunen ließ der unverstellte Blick auf die sonnenbeschienenen Alpengletscher in der Ferne, kaum minder der hinunter auf die Bäderlandschaft von Deutschlands Kurmetropole. Der angekündigte Regen war ausgeblieben - Wettervorhersagen seien schwierig bei Fön, lernte ich, was für den Renntag hoffen lässt, ist doch ergiebiger Regen angekündigt.

Der Vorstand der Johannesbad Gruppe Werner Weißenberger (mitte) begrüßt Jan Fitschen zum Sportsymposium hoch über den Johannesbad-Thermen und der stellvertretende Landrat Raimund Kneidinger (rechts ) dokumentiert dies mit einem Selfie
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Im Vorjahr war dieser im Laufe der Nacht in Schnee übergegangen, der Ostbayern heftige Verkehrsprobleme bescherte. Auf 2322 Anmeldungen, davon 356 für den echten Marathon war die Anmeldestatistik bereits am Samstag geklettert, mit ein paar weiteren Dutzend, die sich sonntags noch nachmelden würden, wurde gerechnet.

Doch noch sind wir beim Samstag mit Nudelparty, all überall großes Hallo und Jan(nnn) Fitschen. Das wird nämlich nicht wie beim Turnvater Jahn ausgesprochen, belehrte Moderator Peter Maisenbacher in seinen Einführungen, sondern ganz kurz und schnell.

Mallorca-Team-Abordnung mit v.l. Felizitas Schmidt-Bette, Christina Feuchtwanger, Werner Weißenberger und Stefanie Gaier Moderator Peter Maisenbacher führt durch die Runde: 4x Marathon, 3x Halbmarathon und 1x 10km war die Ausbeute des 11-Monate dauernden Projekts

In eigener Sache eröffneten Mitarbeiterinnen der Johannesbad Gruppe mit Vorstand Werner Weißenberger die Gesprächsrunde, berichteten vom Ausgang des Projekts Johannesbad Mallorca Marathonteam, das für einige beim letztjährigen Thermen-Marathon den Einstieg in ein Leben als Wettkampfläufer brachte. "Gesundheit ist unser Leben", so das Motto, nichts passt da besser als Laufen.

Dann übernahm Jan Fitschen, 10.000m-Europameister des Jahres 2006 das Bühnengeschehen. Vorneweg der Klassiker, ein Filmbeitrag vom größten Moment seiner Sportkarriere. Sein eindrucksvolles Finale in Helsinki, das zum Titelgewinn führte, begeisterte das Auditorium. 2007 kam Jan erstmals ins kenianische Hochland und war, trotz des Erwarteten, beeindruckt von der Vielzahl der dort trainierenden Kenianer, die schneller als er waren, und mehr noch, wie viel schneller sie waren.

Volles Haus in der "Bad Füssinger Höhe" (10. Stock) ... ... also gut akklimatisiert für den Vortrag über Kenias Höhentrainingslager stellen Jan Fitschen und Moderator Peter Maisenbacher fest

Am Ende seiner aktiven Laufbahn, die ihm 28 deutsche Meistertitel einbrachten, würde er ein Buch schreiben und darin die Geheimnisse der erfolgreichsten Langstreckenläufer der Welt aufdecken, dieser Entschluss stand fest. 2015 erschien Wunderland Kenia: 42,195 Erfolgsrezepte Kenias. Die Erkenntnisse sind auch Grundlage seines humorvollen, unterhaltsamen und lehrreichen Vortrags. Welcome to Iten - Home of Champions, so der Einstieg in ein Leben, dessen Tage schon vor Sonnenaufgang beginnen und mit Einbruch der Dunkelheit enden, in der Regel in kargen Unterkünften und mit "Arme-Leute-Essen".

Erst einmal wird vorgelesen über die Geheimnisse der erfolgreichsten Langstreckenläufer der Welt - mit Stirnlampe, denn das erste Training beginnt noch in vollkommener Dunkelheit um 6.00 Uhr in der Früh

Trainiert wird nicht planlos. Nach einem langen schnellen Dauerlauf ist Ruhe angesagt. Intervalle im Höllentempo, die Trabpausen zum Einschlafen langsam. Jeder Dauerlauf wird zum Fahrtspiel. Das Training wird aufgeschrieben und analysiert. Weder Fernsehen noch Computer lenken vom Ziel ab, viel Geld bei einem Lauf etwa in Europa zu verdienen. Mit dem Kapitel Läuferwade, wurde bildhaft demonstriert, dass schnell macht, was man von außen gar nicht sieht. Erkenntnis, man braucht Motivation, doch Kühe oder Kohle kann dies für Europäer nicht sein. Begeisterung fürs Laufen, auf jeden Fall.

Intervalle machen keinen Spaß aber schnell Auf der Suche nach der perfekten Läuferwade durften alle einmal aufstehen und dem Nachbarn die nackten Wadeln zeigen Es gibt nicht den einen Körper eines Athleten. Wo beim Europäer die perfekten Wadenmuskeln sitzen, ist beim schnelleren Kenianer nichts

Nicht ausgeschlossen aus diesem rudimentären Abriss darf Ugali bleiben. Das Wundermittel, ein Brei aus weißem Maismehl und Wasser, ungewürzt und sofern vorhanden mit eigentümlicher Gemüsezugabe kredenzt. In Bad Füssing konnte davon eine Kostprobe genommen werden, Jan hatte die Küche dazu gewinnen können, die Nudelparty mit Ugali zu bereichern.

Bei der Fragerunde ließ das Thema Doping nicht auf sich warten. Jan Fitschen räumte ein, dass die Hemmschwelle wohl gering ist, wenn man zum Geldverdienen läuft. Und dass er zu den beiden Ländern, die bei ARD-Beiträgen an den Pranger gestellt werden, leicht zehn weitere nennen könne.

Das kenianische Leibgericht wird zubereitet: Ugali macht stark Kleine magische Helfer, wie das kenianische Armband, verhelfen ebenfalls zu Leistungssprüngen

Das Sportsymposium hätte wohl noch Stunden weiter gehen können, doch professionell machte Jan Fitschen Schluss, als es am schönsten war. Geschenke gab es zu gewinnen. Für die gefragten Kenia-Bändchen musste man nicht einmal Fragen beantworten. Der Ruf, sie machen im Schnitte pro Kilometer 7 Sekunden schneller, wird sich schon am Sonntag beweisen lassen. Dann läuft Jan beim Zehner mit und Vorstand Weißenberger, der als Wildwasserkanute mehrere deutsche Titel erreichte, wird Halbmarathon laufen.

Am Ende gab es noch das Buch "Wunderläuferland Kenia" mit persönlicher
Widmung von Jan Fitschen
Miriam Bußjäger hat eines der magischen Helfer ergattert - mal sehen, ob sie damit am Sonntag bei ihrem 10km Lauf in kenianische Laufsphären aufsteigt
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Laufen ist einfach, lautet ein Projekt von Jan Fitschen, zur Unterstützung von Laufeinsteigern und Laufen leicht gemacht, ist das Motto von Lauf-Camps mit dem ehemaligen Europameister. Noch ein paar Plätze gibt es für Kurzentschlossene für die nächste Kenia-Reise mit Jan Fitschen, Herbert Steffny und Fotograf Norbert Wilhelmi, der für die Bebilderung von Wunderland Kenia bereits das ostafrikanische Land mit Jan Fitschen bereist hat.

Bericht und Fotos von Constanze und Walter Wagner

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Ergebnisse www.thermen-marathon.de
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