10.1.26 - 16. Offenbacher Suppenschüssel Crosslauf

Allerfeinster Cross in der Suppenschüssel serviert

von Thomas Disser 

 

"Das mit Abstand schlechteste Wetter", attestiert Diethelm Kuttich, 1. Vorsitzender des Offenbacher LC und Orga-Chef der Laufveranstaltungen seines Vereins. Wenn das nicht die beste Voraussetzung für einen Crosslauf der Extraklasse ist. Da ist Lauf-Spaß garantiert! Reichlich Niederschläge der letzten Tage und Stunden, gepaart mit heftigen Temperaturwechseln, machen die Vorbereitungen für Veranstalter und Teilnehmer nicht einfach. Für die Laufhelden ist besonders die Wahl des Schuhwerks entscheidend. Wer heute nicht für ausreichend Grip unter der Sohle sorgt, wird eine Rutschpartie allererster Güte erleben.

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So finden sich neben Spikes und Trail-Geläuf auch Fußballschuhe mit Noppen aus früheren Kicker-Glanzzeiten. Die kommen nun endlich mal wieder zum Einsatz. Durchaus eine gute Wahl.

Strohballen-Hindernisse werden locker (in allen Altersklassen) gemeistert
Nichts für reine Asphalt-Cowboys:
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Aus den 2 Plus-Graden werden im Laufe der gut drei Stunden Veranstaltungsdauer Minus 3. Auch das sorgt für Abwechslung. Und verpasst der Suppenschüssel - wie die Mulde mit einem Höhenunterschied von etwa 5 Metern zwischen Rand und Boden genannt wird - zum Renn-Ende eine weiß gepuderte und mit braunen Schlammstreifen verzierte Optik.

 

Ja, die Suppenschüssel. Die Bedingungen sind auf dem flachen Streckenteil schon nicht einfach und jede Richtungsänderung ist mit Schleudergefahr verbunden. Wer in die Suppenschüssel eintaucht, ist nun besonders gefordert. Im Pendel-Modus geht es rauf und runter, mit zig 180°-Kehren.

Gleichgewichtssinn und Tänzer-Talent ist von Vorteil, will man nicht mit matschigem Hosenboden finishen.

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Aber gerade das scheint die Stammgäste und Neukunden auf der Crosslaufstrecke im Leonhard-Eisnert-Park in Offenbach zu reizen. So steigt in den letzten Stunden der Anmeldefrist die Zahl nochmals an und steht am Ende bei 126. Und da ist schon das nicht einfache Wetter absehbar.

800 m - Sprintcross

Punkt 12 Uhr mittags wird der erste Countdown zur 800-Meter-Kurzstrecke heruntergezählt. Auch wenn es gerade mal 13 Starter sind, von denen einige die Cross-Flat-Rate gebucht haben und noch zwei weitere Male starten werden, hat die Kurzstrecke durchaus ihren Reiz. Und wird auch schnell gelaufen.

Die kürzeste Strecke zuerst: Sprint-Cross über 800 Meter ... hier siegt Jannik Trunk das erste Mal

Besonders schnell ist Jannik Trunk, M30-Starter vom SSC Hanau-Rodenbach, der nach nur 2:49 Minuten im Ziel bei Streckensprecher Hermann Fongar empfangen wird. Er wird später nochmal über die Mitteldistanz von 4000 Metern starten. Einmal mehr wird der Zweitplatzierte Klemens Nothacker (M35) vom TSV Lengfeld starten. Zuerst wird er Zweiter in 3:07 Minuten und dank Cross-Flat-Rate darf er noch zweimal ran. Rang Drei für einen weiteren Flat-Rate-Athleten: Jürgen Branke (M50) von den Eddersheimer Bahnschranken-Gegnern, der die Kurzstrecke in 3:13 Minuten läuft.

2. Sprint-Crosser wird Klemens Nothacker ...
... vor Jürgen Branke Sprint-Cross Siegerin ist Christina Hofmann 2. wird WUK12 Starterin Jeanne Chiron Die 3. Paula Michel von der TSG Lollar gehört noch der WKU10 an

Christina Hofmann (W30) aus Darmstadt hat ebenfalls das Dreierpack als Flat-Rate gebucht und gewinnt die Kurzstrecke in der Damenwertung in 4:34 Minuten. Jeanne Chiron, U12-Schülerin wird Zweite in 5:02 Minuten. Paula Michel WU10-Schülerin wird Dritte in 6:36 Minuten.

2000 m - Schülerlauf

Auch hier finden sich einige Wiederholungstäter, die zuvor die 800 Meter gelaufen sind und jetzt dank ihrer Jugend beim Schülerlauf dabei sein dürfen. Einmal durch die Suppenschüssel zu laufen ist wohl auch zu wenig. Auf einem Bein steht man schließlich auch nicht.

Start des Schülerlaufes über 2000 Meter ... den Hendrik Erdniß (PPR Team Wertheim) gewinnt

Ebenfalls 13 Finisher werden gezählt, von denen Hendrik Erdniß (MJU16) vom PPR Team Wertheim in 8:50 Minuten den Lauf gewinnt. Arthur Maurel startet in der gleichen AK und für den SV 66 Frankfurt wird Zweiter in 9:15 Minuten. Rang drei für Liko Martin, MJU14-Starter für das Tria Team Bruchköbel, der nach 9:17 Minuten das Ziel erreicht.

Bei km 1 sind vier Läufer noch zusammen beim Kampf um die Plätze; Arthur Maurel vom SV 66 Frankfurt (393) hat am Ende die Nase vorn und wird 2. Liko Martin vom Tria-Team Bruchköbel läuft auf Rang 3 Siegerin wird Lena Baumgart SSC Hanau-Rodenbach ... vor Tara Galahn von Spiridon Frankfurt

Lena Baumgart, WJU14-Starterin vom SSC Hanau-Rodenbach, ist die schnellste Schülerin und erreicht das Ziel in 9:59 Minuten. Zweite wird Tara Galahn (WKU12) von Spiridon Frankfurt in 10:49 Minuten. Der dritte Platz geht an Kalina Mikovic von der LG Offenbach. Die ebenfalls in der WKU12 startende Schülerin ist nach 16:04 Minuten im Ziel.

 

4000 m - Mitteldistanz

Seit Jahren starten die meisten Teilnehmer beim Suppenschüssel-Crosslauf über die 4000-Meter-Strecke, diesmal 39 Läuferinnen und Läufer. Dabei ist der Parcours dreimal zu durchlaufen. Sieht auf dem Papier harmlos aus. Die Realität ist eine andere, vor allem heute.

Die kilometerlangen Absperrbänder dienen nicht nur der Streckenführung. Sie werden auch von manchem Laufheld als Halteband verwendet. Auch wenn es wohl eher im Kopf stattfindet, aber man hat doch etwas mehr Stand als freihändig.

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Start über 4000 Meter

Die Techniken, wie in der Suppenschüssel die 180°-Kehren gemeistert werden, sind auf jeden Fall sehenswert. Und zuweilen nicht von Erfolg gekrönt. Die anfangs noch halbwegs gut zu laufende, mit zarten Wiesengrün gezeichnete Innenseite ist in der nächsten Runde schon komplett in Matsch verwandelt und nur mit artistischer Einlage unfallfrei passierbar. Da hilft es vielleicht, einen Extra-Meter in Kauf zu nehmen und weiter auszuholen. Aber nicht zu weit. Das nächste Absperrband wartet schon. Oder man wird auf der Innenbahn überholt.

Stark in der Suppenschüssel: Jannik Trunk Klemens Nothacker läuft auf Platz 2 vor ... ... Marcin Piechowicz

Man kann nur staunen, wie die schnellsten Läuferinnen und Läufer mit diesem Untergrund zurechtkommen. Allen voran Jannik Trunk, dem selbst bei diesen Bedingungen, oder gerade deswegen, der Laufspaß anzusehen ist. Mit deutlichem Abstand legt der für den SSC Hanau-Rodenbach startende M30er eine Klasse-Zeit von 14:49 Minuten hin. Fast eine Minute schneller als die 2025er Siegerzeit, die bei Frühlingswetter gelaufen wurde.

Siegerin auf der Mitteldistanz wird Anne Hegewald Elisabeth Schmidt läuft auf Platz 2 Julia Pinter auf Platz 3

Zweiter wird der Flat-Rate-Starter Klemens Nothacker (M35) vom TSV Lengfeld in 16:04 Minuten. Damit ist er deutlich vor dem polnischen Doppelstarter Marcin Piechowicz (M40) von WKB Piast Wroclaw, der Rang drei bei den Herren erreicht.

Zwischen die beiden vorgenannten Herren mischt sich die Siegerin des 4000m-Laufes, Anne Hegewald vom TV Waldstraße Wiesbaden. In 16:20 Minuten wiederholt sie ihren Vorjahressieg über die gleiche Distanz. Rang zwei für die W20-Starterin Elisabeth Schmidt von den Lex Laufexperten Mainz in 17:02 Minuten. Julia Pinter (W30) vom TV Laubenheim wird Dritte in 18:30 Minuten.

Lorenz Köhl gewinnt die M60
Margret Göttnauer gewinnt in starker Zeit die W70
W65-Siegerin Rita Cord to Krax

Bereits im letzten Bericht über den 2025er Suppenschüssel-Crosslauf musste eine sehr stark laufende W70erin erwähnt werden. Diesmal ebenso. Phänomenal, wie Margret Göttnauer von der LG Bad Soden/Neuenhain die Strecke trittsicher und vor allem schnell meistert. Sogar über 20 Sekunden schneller als 2025, bleibt die Zeitmessuhr im Ziel diesmal bei 20:54 Minuten stehen. Wohlgemerkt bei deutlich schwereren Bedingungen.

Auch der älteste Teilnehmer im Feld verdient Beachtung. Norbert Gündling vom TV Goldbach, Jahrgang 1940 und damit in der M85 startend, ist schon 70 Jahre als aktiver Läufer unterwegs, aber zum allerersten Mal in der Suppenschüssel und nach 29:45 Minuten im Ziel. Für ein Debüt in Offenbach ist es eben nie zu spät.

8000 m - Langdistanz

Sechs Runden auf inzwischen "bestens" zu laufender Strecke. Wer jetzt noch auf halbwegs saubere Laufkleidung hofft, dem ist nicht mehr zu helfen.

Start 8000 Meter: vorne rechts Klemens Nothacker (996), der Schnellste mit Cross-Flat-Rate, wird 4. über die Langstrecke

30 Teilnehmer werden mit dem Start-Countdown auf die Strecke im Leonhard-Eisnert-Park geschickt. Der Nieselregen ist längst zum leichten Schneefall geworden und färbt die letzten verbliebenen Fetzen Grünfläche weiß. Dafür haben die Laufhelden aber keinen Blick, es ist allerhöchste Konzentration gefordert. Spannende Zweikämpfe inklusive. An der Pole-Position ändert sich zwar nicht viel, aber dahinter.

Jonathan Erdniß, für das PPR Team Wertheim in der M20 startend hat zum Ende der ersten Runde die Führung übernommen und gibt sie nicht mehr ab. Nach 29:16 Minuten ist er im Ziel und bleibt als einziger unter der 30-Minuten-Marke.

Langdistanzsieger: Jonathan Erdniß Björn Kuttich arbeitet sich bis auf Platz zwei vor Vorjahressieger Benjamin Fuchs führt zu Beginn und wird am Ende Dritter

Anfangs liegt der Vorjahressieger Benjamin Fuchs (M40) von der Willpower-Community vorne, wird aber dann im Zweikampf mit Björn Kuttich von diesem deutlich geschlagen. Der nun in der M40 für den veranstaltenden Verein Offenbacher LC startende Kuttich kennt sowieso jeden Grashalm in der Suppenschüssel - wenn noch welche zu sehen wären. Entweder Schnee darüber, oder Matsch. Jedenfalls ist Björn in 31:29 Minuten im Ziel und wird von Papa Diethelm, Frau und Kindern freudig empfangen. Benjamin Fuchs wird Dritter in 32:27 Minuten.

Clara Costadura gewinnt das Langdistanzrennen bei den Frauen 2. wird Nadja Heininger vor... ... Clara Hanisch

Die Wertung bei den Damen gewinnt Clara Costadura, W30-Starterin von Spiridon Frankfurt. Nach nur 32:53 Minuten ist sie im Ziel. Platz zwei für Nadja Heininger (W35) vom SSC Hanau-Rodenbach, die nach 33:45 Minuten im Ziel gewertet wird. Eine weitere Läuferin von Spiridon Frankfurt wird Dritte: Clara Hanisch (WJU20) finisht nach 40:58 Minuten.

Vergleicht man die Ergebnislisten 2025 und 2026, sind die Zeiten der jeweils drei Schnellsten deutlich besser. Und das bei dem schlechtesten Wetter aller Zeiten.

Siegerehrung im Vereinsheim: v.l. Detlev Gumbmann vom Orga-Team, 8000m-Sieger Jonathan Erdniß, Siegerin Clara Costadura, Dritte Clara Hanisch
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Durchgefrorener LaufReporter und frisch geduschte Aktive können sich nach dem Laufspektakel im gemütlichen Vereinsheim des VfB Offenbach aufwärmen und leckeren Kuchen mit heißem Kaffee genießen. Mit Lauf-Fachgesprächen ist die Zeit bis zur Siegerehrung überbrückt. Die wird von Detlev Gumbmann professionell und hessisch-original durchgeführt. Seine Helferkollegen sind derweil noch draußen unterwegs und rollen die kilometerlangen Absperrbänder wieder ein. Die werden schließlich zum 17. Mal beim nächsten Suppenschüssel-Crosslauf gebraucht. "Lauf-Spass" inbegriffen.

Bericht und Fotos von Thomas Disser

Ergebnisse & Infos www.offenbacher-lc.de

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