14.1.24 - 40. Rheinzaberner Winterlaufserie - 2. Lauf 15km

Auch hier kann man alles, außer Hochdeutsch

von Jörg Engelhardt 
 

Winterzeit ist Winterlaufserienzeit. Rheinzabern hat sich im Südwesten Deutschlands mit einer schönen und schnellen Strecke unter den regionalen Spitzenläufern der Bundesländer Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen einen ausgezeichneten Ruf erworben.

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Die südpfälzische Stadt, nahe der Grenze zu Baden-Württemberg gelegen, glänzt mit einer hervorragenden Infrastruktur und einem bestens eingespielten Organisationsteam, das unter der Leitung von Daniel Hochmuth in der schönen und obendrein anheimelnd warmen Römerbadhalle eine einladend herzliche Atmosphäre geschaffen hat.

Erneut viel Masse als auch Klasse beim 2. Lauf der 40. Rheinzaberner Winterlaufserie über 15 Kilometer
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Die Südpfalz, anders als beispielsweise das Rhein-Main-Gebiet oder die angrenzende Metropolregion Rhein-Neckar weniger dicht besiedelt, bringt trotz der deutlich geringeren Einwohnerzahl als die beiden genannten Ballungsräume eine bewundernswerte Vielzahl von Laufveranstaltungen hervor.

 

Man denke alleine an den Pfälzer Berglauf Pokal oder den immer noch bestehenden Bienwald-Marathon im nahegelegenen Kandel, das in diesem Jahr auch wieder mit der Ausrichtung der deutschen 100-Km-Straßenlaufmeisterschaften betraut wird. Oder die allein schon im mit Rheinzabern benachbarten Rülzheim stattfindenden drei Laufveranstaltungen pro Jahr.

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Hinzu kommt durch die geographische Nähe zum Großraum Karlsruhe, der ebenfalls eine ziemlich reichhaltige Angebotspalette an gut organisierten und abwechslungsreichen Laufveranstaltungen zu bieten hat, eine nochmalige Erweiterung der Wettkampfpalette vor der eigenen Haustüre. Der bei ortsunkundigen Menschen völlig zu Unrecht als Provinz verschriene Landstrich, bietet also über das ganze Jahr hinweg schöne, aber auch sportlich anspruchsvolle Herausforderungen, die dazu beitragen, dass wie auch beim zweiten Wertungslauf zur Rheinzaberner Winterlaufserie über 15 Kilometer Spitzenleistungen in Hülle und Fülle zu vermelden sind.

Die Römerbadhalle ist der logistische Dreh- und Angelpunkt dieser Veranstaltung
Diese Laufgruppe ist aus Baden-Baden nach Rheinzabern gekommen. Die passenden Shirts zur Winterlaufserie hat sie übrigens selbst entworfen und auf eigene Rechnung drucken lassen

 

Auch das Ambiente drum herum mit der der bereits erwähnten Römerbadhalle sowie dem Zieleinlauf im gleichnamigen Stadion macht auf nahezu alle Teilnehmenden einen sehr motivierenden Eindruck. Dazu trägt auch die sehr fachkundige und zudem noch sehr herzliche und stimmungsvolle Moderation von Wolfgang Behr bei, der als bekennender Pfälzer seinen Dialekt nicht verleugnet, aber auch auf nicht aus der Region kommende Teilnehmer Rücksicht nimmt. Bedeutet: Wolfgang Behr ist zwar schnell als Pfälzer identifizierbar, spricht aber dennoch auch für Teilnehmende aus anderen Regionen Deutschlands, ein grammatikalisch sauberes und vor allem flüssiges Umgangsdeutsch. So fühlen sich alle willkommen.

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Der professionell agierende Moderator verfügt über ein entsprechendes Equipment. "Es gibt große Veranstalter, die könnten mir das Equipment stellen, aber die Vielzahl der kleineren Vereine kann sich solch eine Ausrüstung nicht leisten. Ich will aber auch bei den kleineren Vereinen aus der Region, die die finanziellen Mittel nicht haben, eine gute Moderation abliefern", so Behr, auf den das Baden-Württembergische Moto "Wir können alles, außer Hochdeutsch", auch zutrifft.

Im Römerbadstadion findet später der Zieleinlauf statt. Aber auch zum Warmlaufen wird es von den Teilnehmenden gerne genutzt Wolfgang Behr beherrscht mit respektvoll liebenswürdigem pfälzischen Mundwerk, das Handwerk der gekonnten und kompetenten Laufsportmoderation

Wolfgang Behr stammt aus der Region und lebt in dem zur Stadt Wörth am Rhein gehörenden Stadtteil Maximiliansau im Landkreis Germersheim, zu dem auch die Verbandsgemeinde Jockgrim mit ihrem Ortsteil Rheinzabern gehört. Auch als Läufer kann er auf eine sehr ansehnliche Vita verweisen. Seine Bestzeit über 10 km liegt bei 34:40 min. Seinen schnellsten Marathon hat er in weniger als 2:43:00 h gefinisht. Was bedeutet: Der Mann weiß, wovon, worüber und auch von wem er spricht. Und alle Mitarbeitenden im Organisations- und Helferstab des TV Rheinzabern haben eine sehr freundliche und herzliche Ausstrahlung. Das bestätigten beide Laufkameraden, mit denen ich gemeinsam in der S-Bahn des Karlsruher Verkehrsverbundes nach Rheinzabern gekommen war. Auch sie teilen die Einschätzung, dass die Rahmenbedingungen für Läufer in Rheinzabern immer sehr gut sind.

Es genügt schon ein Blick in die Ergebnisliste, um zur gleichen Schlussfolgerung zu kommen. Wieder war eine überdurchschnittlich hohe Anzahl an Spitzenzeiten, ähnlich wie beim ersten Lauf über 10 Km, kennzeichnend für das sportlich hohe Niveau der gesamten Veranstaltung. Die ersten 8 Männer blieben unter der Marke von 50:00 Minuten. In weniger als 60 Minuten bzw. einer Stunde waren immerhin schon 123 Teilnehmende, 11 davon weiblich, von insgesamt 865 im Ziel. Das hohe Level einer "süddeutschen Meisterschaft" war also wieder zu sehen.

Bei Kilometer 3 wird die ansonsten flache Strecke kurzzeitig durch eine Unterführung unterbrochen Bei 12,5 Kilometer kommt schon Zielfreude auf

Doch der Reihe nach: Simon Stützel (LG Region Karlsruhe), der Sieger des ersten Serienlaufs über 10 Km, war nicht am Start. So war der Weg frei für den von ihm mit einem Wimpernschlag besiegten Julian Großkopf vom LAZ Ludwigsburg. Es war also diesmal ein Württemberger, der nach der zweiten Etappe in das "gelbe Trikot" des Führenden in der Gesamtwertung schlüpfen konnte. Die stärkste Gegenwehr sollte ihm diesmal ausgerechnet ein Läufer aus Nordbaden bieten. Holger Körner (LG Region Karlsruhe) lief die ersten 13 Km nahezu auf gleicher Höhe mit dem heutigen Gesamtsieger, der sich zugleich auch den Erfolg in der MHK sicherte. Die Siegerzeit von Julian Großkopf betrug 48:35 min. Holger Körner war nach 48:46 min. zuhause.

Acht Läufer bilden bei Kilometer 3 die Führungsspitze, v.l.n.r.: Lennart Nies (verdeckt), Julian Großkopf , Uwe Drescher, Rutger Martens, Dustin Uhlig (verdeckt), Jochen Uhrig, Nico Steißlinger und Holger Körner Bei km 12,5 noch sechsköpfig, von vorne nach hinten: Julian Großkopf, Holger Körner, Jochen Uhrig, Lennart Nies, Nico Steißlinger und Rutger Martens

Auf Platz 3 folgte dann der Pfälzer Marathonmeister und Zweitplatzierte des bereits erwähnten Bienwald-Marathons in Kandel aus dem vergangenen Frühjahr: Lennart Nies vom TV Maikammer, der in der Spitze wie auch der Breite zu den führenden Laufvereinen, in der an starken Laufclubs reichen Südpfalz gehört. Seine Endzeit von 48:50 min. brachte ihm außer dem Sprung auf das letzte freie Treppchen noch den Sieg in der Altersklasse M35 ein. Jochen Uhrig von der TSG Weinheim sicherte sich als undankbarer Vierter noch den M40-Sieg, dabei durchbrach er die 50-Minuten-Schallmauer immer noch souverän. Nach 49:05 min. konnte er die Uhr abdrücken und seinen Altersklassensieg perfekt machen.

Mit den auf den Plätzen folgenden Nico Steißlinger (ABC Ludwigshafen-engelhorn sports team - 49:14 min.), dem starken Niederländer Rutger Martens (Soprema TSV Mannheim - 49:32 min.) und dem aus Hessen angereisten Triathleten Uwe Drescher (DSW Darmstadt - 49:40 min.), waren dann auch schon die Plätze 5, 6 und 7 besetzt. Dustin Uhlig (engelhorn sports team-TSV Heilbronn) konnte mit einer Zeit von 49:53 min. als letzter Läufer noch unter 50 Minuten bleiben. Sonst auch oft auf dem Podium zu finden, reichte es für ihn heute nur zu Platz 8.

Arvid Lösel (2217) erreicht als 9. knapp über 50 Minuten das Ziel Leistungsstark präsentiert sich auch die LAV Stadtwerke Tübingen: Martin Rapp gewinnt wie beim 10er die M65 ... ... und in der M75 ist Wolfgang Petersen (links; 318) erneut vorn

Als Schüler und Jugendlicher erzielte Arvid Lösel im Trikot des TV Oberstedten, einem Vorstadtclub der hessischen Hochtaunusgemeinde Oberusel, schon Spitzenplätze im Rhein-Main-Gebiet. Nunmehr im Dress der LG Region Karlsruhe unterwegs, muss er sich schon strecken, um überhaupt noch unter die ersten Zehn zu kommen. Nach 50:04 min. belegt er auf Platz 4 in der MHK gerade mal den neunten Platz. Dies soll keinesfalls seine sportlich hervorragende Leistung schmälern. Im Gegenteil: Denn beim ebenfalls sehr renommierten Erftlauf in Neuss, der dieses Jahr ebenfalls ein Jubiläum feiern konnte, sogar sein Fünfzigstes, hätte er mit dieser Zeit auf der gleichen Distanz noch immer souverän gewonnen. Auch Janosch Kowalczyk vom VfL Winterbach / adidas Terrex, mit der Endzeit von 50:13 min. Zehnter, wäre bei der eben erwähnten Veranstaltung in Nordrhein-Westfalen noch siegreich gewesen.

Melina Wolf führt das Frauenfeld an Auf Platz 2 folgt Sophia Kaiser, hier begleitet vom M45 Sieger Thomas Weber von der LSG Sbr.-Sulzbachtal (2189) und M50 Sieger Christoph Hakenes (141) Tanja Hellmann wird den 3. Platz erreichen

Bei den Frauen sollte es ebenfalls zu einer eindrucksvollen Leistungsdemonstration der Spitzenläuferinnen aus Nordbaden, wie auch der Südpfalz kommen. Melina Wolf von der LG Region Karlsruhe dominierte mit 52:13 min. erwartungsgemäß das Feld der Starterinnen. Da sie allerdings im ersten Lauf über 10 Km nicht angetreten war, wird der Sieg der gesamten Serie nur über ihre Vereinskameradin Sophia Kaiser führen, die mit 53:27 min. erst einmal die Führung in der Gesamtwertung bis zum letzten Serienrennen im Februar übernommen hat. Tanja Hellmann von der LG Rülzheim konnte mit 54:56 min. den letzten freien Podiumsplatz in Beschlag nehmen.

Miriam Weishäupl von der LSG Karlsruhe gewinnt bei ihrer 1. Teilnahme bei der 40. WLS die W45 Luise Dobmeier vom TSV 05 Rot gewinnt nach dem 10er auch beim 15er die W35 Die Führende in der AK65-Zwischenwertung Conny Straub vom Team Evaldo Mühlacker (links) wurde beim 10er 3. und heute beim 15er 4. in der W65

Die ebenfalls in Nordbaden immer sehr erfolgreiche Merle Brunnée (engelhorn sports team / MTG Mannheim), die die bisher letzte Auflage des Dämmermarathons in ihrer Wahlheimatstadt Mannheim gewinnen konnte, kam trotz 55:32 min. nicht über Platz 4 hinaus. Bei nahezu allen anderen Wettbewerben über die 15 Km Distanz, die es in anderen deutschen Bundesländern und Regionen gibt, hätte sie mit dieser herausragenden Zeit, einen überzeugenden Sieg eingefahren. Tamara Schütz (VfL Ostelsheim) feierte mit ihrem fünften Platz zugleich auch den W40-Sieg. Ihre erzielte Zeit: 57:20 min. Vanessa Wilkins (TV Bühl 1847) folgte nach 57:43 min. auf den sechsten Platz und belegte damit auch in der W40 Rang 2.

Die ersten drei Männer über 15 km im Ziel: 2. Holger Körner (LG Region Karlsruhe; 228), Sieger Julian Großkopf (LAZ Ludwigsburg; 2347) und 3. Lennart Nies (TV Maikammer; 1419) Melina Wolf erreicht mit deutlichem Vorsprung das Ziel im 15km-Rennen vor Sophia Kaiser

Mit Emma Simpson Dore und Jule Hedwig, die nach 58:01 min. bzw. 58:03 min. auf den Plätzen 7 und 8 einkamen, unterstrichen zwei weitere Läuferinnen der LG Region Karlsruhe die mannschaftliche Vormachtstellung dieser Startgemeinschaft. Jasmin Volz (MTG Mannheim / Neckarau Parkrun) erreichte in 59:17 min. Platz 9, während Caroline Grauer von der LG Region Karlsruhe nach 59:23 min. gerade so noch den Sprung in die Top-Ten schaffte. Sara Stark vom TSV Talheim sicherte sich mit dem elften Platz in 59:54 min. zugleich auch den dritten Platz in der Altersklasse W40.

Bei der Winterlaufserie in Rheinzabern gibt es selbstverständlich auch eine Mannschaftswertung. Hier sollte dieser der LG Region Karlsruhe, sowohl in der Männer-, als auch in der Frauenwertung nicht mehr zu nehmen sein.

Die schnellsten Frauen und Männer über 15km in Rheinzabern, von links: Tanja Hellmann (3./LG Rülzheim), Sophia Kaiser (2.), Melina Wolf (1.), Holger Körner (2.) (alle 3 LG Region Karlsruhe), Julian Großkopf (1./LAZ Ludwigsburg) und Lennart Nies (TV Maikammer In freudiger Erwartung auf ein wunderbares Läuferfest zum Abschluss am 11. Februar
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Nach den beiden gelungenen ersten Läufen der Serie, sollte es am 11. Februar auch final zum stimmungsvollen Höhepunkt dieser Serie kommen. Es findet außer dem Hauptlauf über 20 Km auch das Rahmenprogramm mit Bambini- und Schülerlauf statt. Ein Volkslauf über 5 Km wird ebenfalls ausgetragen. Dann werden bestimmt noch mehr Zuschauer an der Strecke und im Stadion stehen um die Läufer anzufeuern. Wir können uns jetzt schon auf ein wunderbares Läuferfest zum Abschluss freuen.

Jörg Engelhardt

Bericht von Jörg Engelhardt
Fotos von Ekkehard Gübel & Jörg Engelhardt

Ekkehard Gübel
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Ergebnisse my.raceresult.com Info www.tv-rheinzabern.de
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