12.1.20 - 38. Rheinzaberner Winterlaufserie - 2. Lauf 15km

Serie geht neue Wege

Die Streckenänderung unter die Füße genommen - man sieht mehr vom Dorf

von Hannes Blank 

Es war eine Premiere, noch nie hatte es in der 38jährigen Geschichte der Rheinzaberner Winterlaufserie eine so einschneidende Streckenänderung gegeben. Nach 10 Kilometer zogen die Läufer nicht ein weiteres Mal an der Festhalle, Ort des nicht mehr existierenden Osterlaufs vorbei, und wendeten kurz vor der Straßenunterführung. Nein, die Helfer leiteten die Teilnehmer im Inneren des Orts geradeaus weiter.

Nach einem kurzen Stück führte dann die Strecke wieder aus Rheinzabern heraus, lief an kahlen Feldern entlang und auf den letzten eineinhalb Kilometern wieder hinein ins Römerdorf. Zum ersten Mal liefen dann die Teilnehmer entgegen der üblichen Richtung zum Ziel, ab der bekannten finalen Unterführung war dann wieder alles altbekannt - der letzte Unterführungsanstieg, dann das gelbe Häuschen mit der Uhr darüber und zwei Zielkanälen links und rechts, direkt vor der Integrierten Gesamtschule Rheinzabern.

 
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Am 12. Januar 2020 schien beim 15 Kilometer-Wettbewerb der Winterlaufserie Rheinzabern zuerst alles anders, aber die Veranstaltung blieb sich treu, am Charakter änderte sich nichts.

Start frei zum 2. Lauf der 38. Rheinzaberner Winterlaufserie über 15 Kilometer
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Melina Wolf und Jannik Arbogast bestätigen ihre gute Form

Der Seriensieg 19/20 nach dem abschließenden 20km-Lauf am 9. Februar scheint in trockenen Tüchern zu sein, wenn die Führenden gesund bleiben - was ihnen natürlich zu wünschen ist. Jannik Arbogast hatte am 15. Dezember 2019 auf der 10km-Strecke mit einer Top-Zeit (31:27min) auf dem dritten Platz eine sehr gute Einstiegsleistung abgeliefert. Beim 15er am 12. Januar enteilte er der Konkurrenz früh und erreichte das Ziel sogar in unter 47 Minuten (46:58min).

"Ich bin mit einer 3:12min/km losgelaufen, am Ende der Strecke waren es 3:09min/km", beschrieb es der 27-Jährige. Den Rheinzaberner 20er am 9. Februar hat er fest eingeplant, "...aber es kann noch viel passieren". Danach hat eine andere Sache Priorität, nämlich sein Staatsexamen, das ihn zum Lehrer für Sport und Geographie machen soll. "Ich habe vor, noch weiterhin Leistungssport zu machen, aber für das Staatsexamen werde ich vielleicht pausieren", so Arbogast, der letztes Jahr den Baden-Marathon gewann, sich für das Training dafür aber bisher nicht so richtig erwärmen kann: "Zu zäh", so seine Meinung.

Dichte Felder und hohe Leistungsdichte zeichen die Rheinzabernere Winterlaufserie aus

Platz 2 beim 15er erreichte Jochen Uhrig von der TSG Weinheim in 48:19min. Er ist damit auch heißer Kandidat für Platz 2 der Serie. Uhrig ist zwar ein erfahrener Wettkämpfer über 20km und Halbmarathon, aber der Vorsprung von Jannik Arbogast ist sehr groß. Dritter über 15km wurde LG Region Karlsruhe-Neuzugang Domenik Hahn, er kam vom TV Huchenfeld und brauchte 48:52min. Für den dritten Rang, was die Serienwertung betrifft, kommen allerdings mehrere Athleten in Frage, das Rennen um diesen letzten verbliebenen Podiumsplatz wird spannend.

Jannik Arbogast von der LG Region Karlsruhe gewinnt den 2. Rheinzaberner Durchgang Jochen Uhrig von der TSG Weinheim läuft auf Rang 2 Die LG Region Karlsruhe-Vereinskollegen Domenik Hahn (2) und Sebastian Pieczarek (310) laufen auf die Plätze 3 und 4. Uwe Drescher (Triathlon Team DSW) in ihrem Windschatten wird 6. Balthasar Larisch vom SV Waldkirch läuft noch auf Rang 5 vor

"Ich bin in einem kleinen Grüppchen mit 2 bis 3 Männern gelaufen, es war easy", so beschrieb die 10km- und nun auch 15km-Siegerin Melina Wolf (ebenfalls LG Region Karlsruhe) den Wettkampf am 12. Januar im südpfälzischen Römerdorf. Bei 52:58min blieb die Uhr für sie stehen. Die anderen Läuferinnen ließen auf sich warten: Aoife Quigly (engelhorn sports team) lief fast die ganze Zeit Seite an Seite mit Veronica Hähnle Pohl (TSG Heilbronn) und konnte sich erst auf dem letzten Kilometer durch eine Tempoverschärfung entscheidend absetzen.

Melina Wolf von der LG Region Karlsruhe ist auch beim 2. Durchgang schnellste Frau Aoife Quigly (512) vom engelhorn sports läuft 10 Sekunden vor Veronica Clio Hähnle-Pohl von der TSG Heilbronn auf Platz 2 Merle Brunnée, ebenfalls engelhorn sports team, wird 4.

"Nach den ersten drei Kilometern habe ich gemerkt, dass es mir gut geht", so die 28jährige Übersetzerin aus Heidelberg, die sich richtig freute. Rheinzabern ist ein gutes Pflaster für sie, beim 10er im Dezember lief sie in 36:55min neue persönliche Bestzeit. Für die 15 Kilometer brauchte sie nun 55:04min. Die Winterlaufserie dient ihr als Vorbereitung für den Marathon in Freiburg am 29. März, die Teilnahme am Rheinzaberner 20er im Februar ist fest eingeplant. Veronica Hähnle Pohl wurde zehn Sekunden hinter Quigly Dritte.

 
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Marcus Imbsweiler (188) von der TSG Heidelberg gewinnt die M50. Neben ihm sein Vereinskollege Tim Ellerhoff (5. M30), in der Mitte Alessandro Collerone vom Sparda-Team Rechberghausen, 2. M40 Peter Beil von LSG Karlsruhe (634) wird in 1:02:00 Zweiter der M65. Albert-Eugen Vetter mit der 402 vom LT Unterkirnach gewinnt diese Altersklasse in 1:01:37 Die blinde Langstrecken-Spezialistin Michaela Kummer von der LG Calw gewinnt auch im 2. Durchgang der Winterlaufserie die W55

Das sportliche Niveau war bei den Frauen insgesamt hoch, 14 Läuferinnen beendeten das Rennen in weniger als einer Stunde. Wer hinter Wolf die weiteren Serien-Plätze belegen wird, ist noch weitgehend offen.

Da war doch noch etwas: Der 5km-Lauf

119 Teilnehmer beim 5km-Einsteigerlauf sind ein ordentliches, wenn auch kein überragendes Meldeergebnis. Falls sich dort tatsächlich zukünftige Serienteilnehmer aufhalten, so ist der Lauf jedoch eine gute Investition in die Zukunft. Es gewann ihn Julian Beuchert vom LAZ Mosbach. Der 27jährige Lehramtsstudent war im Dezember den 10er in 32:30min (Platz 9) gelaufen und enteilte auf der 5km-Strecke der Konkurrenz schon nach 800 Metern. Sein Ziel war es, unter 15 Minuten zu bleiben. Das schaffte er nicht, es wurden 15:21min, Beuchert freute sich dennoch: "Ist trotzdem persönliche Bestzeit!". Auf Rang 2 folgte Fabian Pfitzner (LG Calw) in 16:37min, Dritter wurde Vielstarter Dominique Marquedant vom LT Rheinhessen-Pfalz in 16:42min.

Start des 5km-Laufs, an gleicher Stelle wie der 15er, aber 30 Minuten früher Der ehemalige Winterlaufserien-Sieger Frederik Unewisse (2045) lief mit den beiden LG Region Karlsruhe-Nachwuchsläufern Linus Schaller (links) und Tim Schulz (Mitte) den 5km-Einsteigerlauf

Bei den teilnehmenden Läuferinnen wurde nicht ganz so flott gelaufen. Es siegte die 51jährige Heide Merkel von der TG Ötigheim. "Für den 15er bin ich noch nicht bereit", so die Kaufmännische Angestellte zu ihrer Entscheidung, beim 5er mitzumachen, und sie hatte sich vorgenommen, unter 20min zu laufen. "Die Zeit ist mir wichtig", so Merkel. Das gelang ihr in 19:54min, Zweite wurde Sophie Scheck (Baumgärtner Elektrotechnik) in 20:36min vor Pia Kummer (LG Calw), die 20:39 brauchte.

Fazit: Premiere der Streckenänderung gelungen

"Der neue Streckenabschnitt ist okay", sagte Siegerin Melina Wolf - mehr gibt es dazu auch kaum zu sagen. Die neuen 5 Kilometer sind unspektakulär, sie führen flach auf asphaltierten Wegen ein eher landwirtschaftlich geprägtes Rheinzabern mit Maschinenschuppen, Feldern und einem Hofladen (Schilder weisen Feldsalat im Angebot aus) vor. Beim 20er im Februar wird neben dieser Schleife noch eine weitere in Hatzenbühl, kurz nach der ersten Überquerung des Erlenbachs, zu laufen sein - also gibt es auch dort neues zu entdecken. Die Zeiten der zwei Mal zu laufenden 10km-Runde sind vorbei. "Der Grund lag darin, dass die Bahn ihren Takt von 50 Minuten auf 25 bis 35min reduziert hat, und dann ist die Gefahr groß, das weiter hinten laufende Teilnehmer vor verschlossenen Schranken stehen könnten", erläuterte Sabrina Hochmuth aus dem Organisationsteam des TV Rheinzabern.

(Lauf)Kollektiv durch den Winter, am besten bei einer Winterlaufserie wie in Rheinzabern. Stefan Reschwamm (317), Adrian Schuler (351) und Adrian Viering (407) von den Karlsruher Lemmingen erreichten zwischen 53:50 und 54:07 das Ziel ... tatsächlich gemeinsam überliefen Silke Hof (171) und Konjit Marz (1042) von der VLG Maximiliansau mit Judith Baumann vom TV Rheinzabern nach 1:27:35 die Ziellinie
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Ab Juli 2020 werden übrigens auch die Duschen in der älteren der beiden IGS-Sporthallen renoviert werden. Die 10km-Starter im Dezember 2020 werden voraussichtlich noch nicht davon profitieren, weil dann die Bauarbeiten noch nicht abgeschlossen sein werden. Möglicherweise wird dann für diesen Termin in die jüngere Halle umgezogen werden, was ja schon einmal der Fall war. Freuen wir uns jedoch zunächst auf die Berichterstattung über das Rheinzaberner Serienfinale am 9. Februar 2020, wenn Günther Krehl für LaufReport berichten wird!

H. Blank

Bericht von Hannes Blank
Fotos von Ekkehard Gübel - 2 Fotos 5km-Lauf Hannes Blank

E. Gübel
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Ergebnisse & www.laufinfo.eu - Info www.tv-rheinzabern.de

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