artilane® - die Streicheleinheit für Ihre Gelenke
Mehr Infos klick HIER

Laufen plus CalciProtect® - das Dream-Team
Mehr Infos klick HIER

Sportarzt Dr. med. Rudolf Ziegler

Curriculum vitae klick HIER
Internet www.sportdoktor-ziegler.de
Ihre Fragen bitte direkt an info@sportdoktor-ziegler.de
A   K   T   U   E   L   L

Laufen & Gichtverdacht

LaufReport-Leser Thomas B. fragt:

Herr Dr Ziegler,

ich erbitte Ihren Rat. Ich lebe in Thailand, bin 39 Jahre und wiege bei 1,90 m 78,00 kg. Ich laufe seit meinem 6. Lebensjahr. Pro Jahr komme ich auf 5 bis 8 Marathons unter Wettkampfbedingungen. Hier laufe ich zwischen 4:30 min/km bis 5:00 min/km, je nach Vorbereitung. Nach jedem Marathon-Wettkampf reduziere ich für eine Woche auf ca. 50 km/Woche. In der zweiten Woche erhöhe ich die Leistung dann wieder. Ich laufe aber erst dann wieder Tempo-betont, wenn meine Beine sich wieder locker und leicht anfühlen. Unter der Woche laufe ich schnelle 10 km in 04:00 min/km Tempo oder Halbmarathon im gleichen Tempo. 15 km mache ich als Fahrtspiele, versuche aber hier bei 1:10 h zu bleiben. Ich laufe die Marathonstrecke im Training 2 x/Monat (05:15 bis 05:30/km) bei insgesamt ca. 100 bis 120 km/Wo. und zwar regulär wie auch in der Vorbereitung auf einen Marathon. Wechsle regelmäßig die Schuhe. Hatte bis dato keinerlei körperliche Beschwerden, Labor-Check ebenfalls okay. 2 Wochen nach einem Marathon begann aber letzten Dienstag mein linkes Fußgelenk schmerzhaft anzuschwellen, wie bei einer Verstauchung oder Überdehnung, ohne Hämatom. Hier in Bangkok wurde die Diagnose „Gicht“ gestellt. Da ich keinen Alkohol trinke und seit 3 Monaten Veganer bin, der sich hauptsächlich von Früchten und Rohkost ernährt, erstaunt mich die Diagnose dennoch. Und mein Blutbild zeigt normale Harnsäure Werte. Auch vor Umstellung meiner Ernährung habe ich hauptsächlich gegartes Gemüse, Reis oder Kartoffeln gegessen, Süßes nur selten. Bei Fleisch nur mageres Rinderfilet aus Importware von Australien. Huhn nur von lokalen und geprüften Herstellern, Fisch nur roh und Importware aus Japan, da meiner Frau Japanerin ist. Nach Ansicht der Ärzte hier haben 10 bis 15% der Gichtkranken diese Krankheit, ohne dass es Zusammenhänge mit der Ernährung gäbe. Ich bekam ein entzündungshemmendes Mittel, damit klangen Schwellung und Schmerz ab. Gestern bin ich 40 km Rennrad gefahren, ohne Probleme zu bemerken. Laufen ist bis dato nicht möglich. Schwellung hat nach der Radeinheit nicht zugenommen. Was könnte die Ursache sein? In Erwartung Ihrer Antwort verbleibe ich mit freundlichem Gruß.

Sportarzt Dr. med. Rudolf Ziegler aus Heppenheim antwortet:

Hallo mein lieber Marathon-Freak, Mann oh Mann, Sie schenken sich’s aber laufmäßig so richtig ein. Und obendrauf packen Sie noch Beruf, Familie plus Privatleben, oh weh. Aber zunächst schön der Reihe nach und daher direkt zu Ihrem Akutproblem:

Herzlicher Gruß          

Ihr Dr. Ziegler

Laufen & Kälte

In jedem Winter stellt sich die Frage, ob man bei eisiger Kälte überhaupt trainieren sollte. Sportarzt Dr. med. Rudolf Ziegler hat diese schon mehrmals beantwortet. Mit der derzeit anhaltenden eisigen Kälte häufen sich Nachfragen, die nun in der Online-Sprechstunde ausführlich und für die Allgemeinheit beantwortet werden.

Aktuelles Statement vom Sportarzt Dr. med. R. Ziegler aus Heppenheim:

Vorausgeschickt sei der Hinweis, dass ab Außentemperaturen in Gefrierpunktnähe stets die Gefahr von Kälteschäden (= Gewebeschädigung) besteht, Schweregrad je nach aktuell gegebenen Minusgraden und evtl. zusätzlich vorhandenen negativen klimatischen Rahmenbedingungen. Ursächlich hierfür entscheidend ist der mehr oder weniger ausgeprägte Verlust an lebenswichtiger Körperwärme im Gefolge der Abstrahlung. Es gilt hier eine umgekehrte Proportionalität, d.h. je niedriger die Umgebungstemperatur umso größer ist die Abstrahlung und damit auch die Schädigungsgefahr. Zusätzlich negativ verstärkend können wirken:

Sportmedizinisch empfohlene Vorsichtsmaßnahmen zur Prävention von direkt Kälte-bedingten gesundheitlichen Risiken einerseits sowie zur Prävention einer erhöhten Verletzungsgefahr durch den hartgefrorenen unebenen Untergrund andererseits:

  1. Nicht bei Temperaturen unter minus 10 Grad trainieren, bei starkem Wind sollte die Außentemperatur nicht unter minus 5 Grad betragen.
  2. Maximal 90 Minuten unterwegs sein, der Anfänger bzw. Nicht-Leistungsläufer entsprechend kürzer, da die Verletzungsgefahr und die Auskühlungsgefahr bei Ermüdung ansteigt.
  3. Wegen der bei Minustemperaturen nur langsam in Gang kommenden Durchblutungszunahme in der beanspruchten Muskulatur entsprechend langsam das Tempo steigern und vor Wettkämpfen ein ausführliches Warm up-Programm durchziehen.
  4. Nach starken Schneefällen nicht im Wald trainieren (Schneebruchgefahr).
  5. Nicht ermüdet loslaufen und bei Kälte, Eis und Schnee nicht allein trainieren (Hilflosigkeit nach Sturz oder Verletzung)
  6. Trail-Laufschuhe mit entsprechender Stabilität und profilierter Sohle (Rutsch- und Schlitterschutz)
  7. Witterungsangepasste und hochwertige Funktionskleidung (Anziehen nach dem Zwiebelschalenprinzip: je kälter umso mehr Schichten). Zu beachten: Baumwoll-Klamotten haben weder im Sommer und noch weniger im Winter ’was auf der Läuferhaut verloren. Und: Funktionsware bezieht sich natürlich auch auf Unterwäsche, Kopfbedeckung, Handschuhe und Socken. Bei „feuchter Baumwoll-Schießer“ unter der Funktionslaufhose könnten sonst gerade die Herren der Schöpfung nach einem längeren Minuslauf „beim männlichsten aller Teile“ ein blaues Wunder erleben. Im Handel werden sogar Funktionsunterhosen mit speziellem Windschutz angeboten. Thema Handschuhe: Fäustlinge sind wegen ihrer geringeren Abstrahlfläche besser geeignet als Finger-Handschuhe. Besonders anfällig für Kälteschäden sind neben den Fingern auch Zehen, Wangen, Nase, Ohren Kinn, Stirn und Genitalbereich. Daher auch hier Vorsorge treffen, z.B. mittels Schal vor Mund, Nase und Wangen oder auch Verwendung von speziellen Ski-Hauben („Sturmhauben“), wie sie unter dem Helm getragen werden.
  8. Thema „Gefährdung des Atmungstraktes“: Unsere Nasen- und Nasennebenhöhlen-Schleimhäute haben bezüglich unserer Einatmungsluft wichtige Funktionen: Anfeuchten, Reinigen und Erwärmen, letzter Punkt gerade unter winterlichen Bedingungen ja von besonderer Bedeutung. Dieser Effekt geht aber flöten beim Umschalten auf Mundatmung, was wir immer dann tun, wenn wir die Laufintensität gesteigert wird. Wann dieses Umschalten eintritt, hängt natürlich von der individuell entwickelten aeroben Leistungsfähigkeit ab. Zusätzlich haben wir ja bei Minusgraden generell einen erhöhten Wärmeverlust durch die reaktiv gesteigerte Ventilation, was dann unter reiner Mundatmung kaum mehr korrigiert werden kann. Daher mein Tipp: Bei Außentemperaturen unter minus 8 Grad möglichst in einem Bereich trainieren, der noch Nasenatmung zulässt. Der bekannte metallische Geschmack auf der Zunge, den wir bei höheren und hohen Intensitäten gerade bei trockener Kälte verspüren, rührt übrigens von kleinsten Schleimhautschäden im Rachen-Luftröhrenbereich her, die aber relativ schnell wieder abheilen. Bevor es aber zu einer Schädigung der Lungenbläschen (Alveolen) in den tiefen Lungenabschnitten kommt, die ja die Endstrecke der Atmungswege darstellen, treten vorher bereits schwere Erfrierungen oder Frostschäden an den mehr exponierten Körperteilen auf.
  9. Thema „Kälte-Akklimatisation“: Bei wiederholten und längeren Aufenthalten in kalter Umgebung ist unser Organismus durchaus zu Anpassungsleistungen fähig. Sie äußern sich im früheren Anstieg des Grundumsatzes, das leistungslimitierende muskulär bedingte Kältezittern zur verbesserten Wärmeproduktion tritt erst bei tieferen Körperkerntemperatur, auch das Anspringen des subjektiven Kälte-Empfindens ist verzögert. Praxistipp: Trainieren Sie daher bereits im Sommer Ihre Kältetoleranz und Ihre natürliche Resistenz durch regelmäßiges Saunieren und durch generell kaltes Abduschen am Ende jeder Körperreinigung, sommers wie winters.
  10. Gerade in der kalten Jahreszeit sollte ein besonderes Augenmerk auch auf die Ernährungsqualität gelegt werden, um so die Regeneration zu beschleunigen, den Kälte-bedingt erhöhten Energieumsatz optimal auszugleichen sowie die Infekt- bzw. Verletzungsgefahr zu reduzieren. Sportlergerechte Winter-Ernährung sollte daher u.a. setzen auf: Vollkornprodukte, Weizenkeime, Amaranth, Quinoa, Soja, Erdnüsse (zählen wie Soja zu den Hülsenfrüchten), Nüsse, frisch gepresste Zitrusfrüchte, Wintergemüse (Kohl !!), Wintersalate und Seefisch (mindestens einmal pro Woche). Vorsicht vor zuviel Alkohol, Kaffee und Schwarztee: Durch den dadurch provozierten individuell unterschiedlich ausgeprägten Flüssigkeitsverlust wird die Thermoregulationsbreite künstlich beeinträchtigt, von der unerwünscht hohen Ausschwemmung von Mineralstoffen und Spurenelementen ganz zu schweigen. Praxistipp: Täglich maximal 2 Tassen Kaffee oder Schwarztee, dazu immer 1 Glas hochwertiges Mineralwasser trinken (hochwertig heißt u.a. mindestens 80 Milligramm Magnesium pro Liter). Hüten Sie sich auch vor trockenen und überhitzten Räumen, um eine überschießende Austrocknung Ihrer Mund- und Rachenschleimhäute und eine damit einhergehende erhöhte Infektneigung (lokale Antikörper brauchen Feuchtigkeit für ihren Transport und zum Funktionieren) zu vermeiden. Konsequent „über den Durst trinken“, dabei empfehlenswert: hochwertiges Mineralwasser (>80 mg Magnesium/l), Bio-Kräutertee, mit stillem Mineralwasser gestreckte Säfte.

Kommen Sie wohlbehalten durch die knackigen Frosttage!

Ihr Dr. Ziegler

Laufen & Achillessehnen-Probleme

LaufReport-Leserin Katrin Sch. fragt:

Sehr geehrter Herr Doktor Ziegler,

ich wende mich mit einem nun schon länger währenden Problem (seit Oktober 2011) an Sie: Bin 39 Jahre alt und betreibe seit 3 Jahren Triathlon (olympische Distanz). Mein Laufpensum liegt bei ca. 40 km/Wo. mit Läufen zwischen 5-10 km. (Vermutlich) durch das Tragen von zu wenig stützender Laufschuhe (Wettkampfschuhe) brach eine einseitige Reizung der Achillessehne auf. Ich verspüre die typischen Anlaufschmerzen, die nach einigen Metern nachlassen. Die Schmerzen beim Strecken im Bereich vor und oberhalb des Außenknöchels ließen allerdings nicht nach. Ich schloss die Wettkampf-Saison ab, reduzierte die Laufkilometer und machte verstärkt Schwimm- und Radtraining. Dabei kam es allerdings zu einer Schwellung im Bereich des Außenknöchels. Nach dem Besuch bei mittlerweile 2 Orthopäden (Rö-Untersuchung: intakte Sehne mit Entzündungsanzeichen) erhielt ich Salbenverbände (Voltaren®) und Laufpause von 4 Wochen. Beim nächsten Lauf mit Stabil-Schuhen und Sporteinlagen hatte ich keine Probleme mehr. Am nächsten Morgen traten dann aber wieder starke Schmerzen plus starke Schwellung auf. Seit fast 2 Monaten laufe ich jetzt gar nicht. Beim nächsten Orthopäden bekam ich einen Entzündungshemmer gespritzt, ein Tens-Gerät und Einlagen für die Alltagsschuhe. Die Schwellung blieb und die Schmerzen auch. Eine Bewegungsanalyse mit Videoauswertung beim Laufexperten zeigte eine starke Beckenneigung auf der betroffenen Seite. Daraus folgend bekam ich vom Laufexperten die Empfehlung einer Umstellung im Laufverhalten/Bewegungsübungen, um Stabilität in die Hüfte zu bekommen und so die Ausweichbewegung im Sprunggelenk (nach innen) zu beheben oder zumindest zu minimieren (Gesäßmuskeln stärken, Kniebewegung nach innen vermeiden). Leider habe ich keine Überweisung für Krankengymnastik oder manuelle Therapie von meinem Arzt bekommen. Eine weitere Spritze und eine Sprunggelenksbandage habe ich erhalten. Lauftraining wurde mir wieder angeraten - ein Versuch – und wieder bekannter Ausgang. Wie soll ich jetzt vorgehen, um die Schwellung und die Schmerzen in Griff zu bekommen? Die ersten Wettkämpfe starten im Juni. Vielen Dank im Voraus.

Sportarzt Dr. med. Rudolf Ziegler aus Heppenheim antwortet:

Vorausgeschickt sei, dass ein Röntgenbild natürlich keinerlei Aussagen erlaubt über den Zustand Ihrer Achillessehne, da es sich hier ja um ein Weichteilgewebe handelt. Allenfalls kann die Frage beantwortet werden, ob z.B. ein nach oben in Richtung Waden ragender Fersensporn (Haglund-Ferse) ursächlich für Ihr Beschwerdebild sein kann. Hier also nochmals beim untersuchenden Orthopäden nachhaken. Sie haben nichts Genaues erzählt, welche Fußstatik-Probleme bei Ihnen konkret vorliegen. Typischer Weise disponieren mehr oder weniger ausgeprägte Hohl-Knickfüße für das geschilderte Beschwerdebild. Ich verstehe, ehrlich gesagt, nicht so ganz, was die Sprunggelenksbandage bei Ihnen bewirken soll. Üblicher Weise werden solche Orthesen nur eingesetzt bei Zustand nach einer Umknick-Verletzung, nach Operationen am Sprunggelenk etc., wovon bei Ihnen ja keine Rede sein kann. Zumindest haben Sie diesbzgl. nichts erwähnt.

Was kann ich Ihnen jetzt noch raten ... hier geht´s weiter

Aktuelles in LaufReport.de - zur Startseite HIER