Jubiläumslauftreff im Frankfurter Laufshop

Hammersache

Jost Wiebelhaus ist ein Hammertyp. Das findet zumindest Nico, der heute zum Montagslauftreff des Frankfurter Laufshops gekommen ist. Wiebelhaus ist der Inhaber des Shops und Schuld daran, dass es so eine "Hammersache" wie den Lauftreff überhaupt gibt. Darüber freut sich nicht nur Nico allein: Über 150 Menschen sind heute Abend gekommen und füllen den bunten Laden nahe der Frankfurter Konstablerwache mit fröhlichem Geschnatter. Heute ist kein gewöhnlicher Lauftreff - der Frankfurter Laufshop wird in diesen Tagen 15 Jahre alt und das ist ein Grund zu feiern. Mit einem Lauf (wie könnte es anders sein) und anschließendem "Beisammensein" (wie der Vereinsläufer sagen würde). Für alle, die heute das erste Mal dabei sind oder den Laufshop noch nicht so lange kennen, ist das eine gute Gelegenheit, etwas von dem speziellen Spirit des Shops aufzunehmen. Und zu verstehen, dass sie hier, mitten in der Frankfurter Innenstadt, in einem Laden sind, der keine Holding hat, sondern einen Inhaber. Der sein Schaufenster dekoriert, wie es ihm gefällt und nicht, wie es ihm ein Headquarter vorgibt. Wer Wiebelhaus bei seiner kleinen festlichen Ansprache zuhört, merkt den Unterschied.

Berufliches und privates Glück mit dem Frankfurter Laufshop: Inhaber Jost Wiebelhaus und Ehefrau Daniela

In Frankfurt Bornheim nahm alles seinen Anfang - in jeder Hinsicht. Mit dem Frankfurter Laufshop verknüpft der damals leistungsorientierte Läufer auch sein privates Glück. Hier lernte er seine Frau Dani als Kundin kennen und warb mit läufertypischer Ausdauer um sie, bis sie "ja" sagte und ihm nicht nur als Frau, sondern auch als Mitarbeiterin des Shops zur Seite stand. So wurde der Laden zum Familienunternehmen. Auch andere Mitarbeiter sind seit damals geblieben. Kunden sowieso.

Freunde des Hauses: Laufshop-Mitarbeiter Flo Neuschwander, Tinka Uphoff, Sören Kah und Kurt Stenzel Mal was anderes: Essen und trinken im Frankfurter Laufshop

Nur der Lauftreff, der schwächelte zwischendurch ein paar Jahre. Damals in Bornheimer Zeiten gestartet, geriet er nach dem Umzug in die Innenstadt 2003 ein wenig ins Unterholz. Seit zwei Jahren ist er wieder da und wurde schnell zur festen Größe, die alle Arten Läufer Willkommen heißt. Viele der heute populären "urbanen" Lauftreffs überall in Deutschland sprechen eine ganz andere Zielgruppe an als traditionelle Laufvereine. Sie ist jünger, weiblicher, weniger leistungsinteressiert. Wiebelhaus schafft es mit dem Montagslauftreff, alle seine Kunden zu mobilisieren, die coolen jungen Stadtläufer genauso wie die Traditionalisten. Das ist auch heute leicht festzustellen.

Der Montagslauftreff zum 15-jährigen Jubiläum: Noch bunter als sonst

Hubertus etwa war schon vor 15 Jahren mit seiner Frau dabei. Er ist ein erfahrener Läufer, der unzählige Volksläufe auf der Uhr hat. Stolz deutet er auf ein Foto im Gästebuch, das ihn im Jahr 2001 beim Lauftreff zeigt. Aber da gibt es auch Jen, eine junge Frau, die heute zum ersten Mal dabei ist. Von dem Termin hat sie über Facebook erfahren. Sie trainiert gerade auf ihren ersten Halbmarathon und hat Lust, einfach mal gemeinsam mit anderen zu laufen. Beim Lauftreff wird in unterschiedlichen Tempogruppen zwischen 4:30 und 7:30/km gelaufen, so findet jeder eine nette Laufgemeinschaft, die zu ihm passt. Auch Top-Läufer wie Sören Kah oder Tinka Uphoff sind deshalb heute gekommen - jeder kann hier laufen, wie schnell er kann, mag, oder es der Trainingsplan vorsieht. Oder er kann versuchen, sich mit der Prominenz zu messen. Ultraläufer Florian Neuschwander, Mitarbeiter im Frankfurter Laufshop, zieht immer wieder Fans an, die einmal zusammen mit dem Unermüdlichen laufen wollen. Die meisten aber wollen einfach nur montags abends nach einem Laufwochenende ein bisschen "die Beine ausschütteln", wie Klaus sagt, der extra aus Wiesbaden gekommen ist. Es geht ja um nichts. Einfach ein bisschen traben und Heldengeschichten austauschen. Manchmal gibt es etwas Besonderes, man kann eine brandneue Uhr testen oder Schuhe. Heute ist Asics da und lädt zum Testen eines neuen Modells ein. Das funktioniert zwanglos und unkompliziert.

Auch Mainova Frankfurt Marathon Renndirektor Jo Schindler gratulierte seinem "Offiziellen Laufshop" - sogar mit Kuchen

So wächst zusammen, was zusammen gehört - die Läufer der Region mit ihrem Laufshop in der Stadt. Folgerichtig wurde auch gerade ein Vertrag verlängert, den zwei Frankfurter Institutionen miteinander geschlossen haben. Der Laden ist der "Offizielle Laufshop" des Mainova Frankfurt Marathon, mindestens bis 2019. Deshalb darf beim Jubiläumslauftreff auch Marathon-Renndirektor Jo Schindler nicht fehlen. Er bringt mit seinem Team etwas mit, ohne das noch immer kaum ein guter Volkslauf auskommt: einen ordentlichen Kuchen. Also gibt es nach getanem Lauf auch reichlich zu essen und zu trinken. Heute sogar Burger und Pommes. Die entsprechenden Kalorien hat man ja schließlich gerade eingespart. Hammersache.

Bericht und Fotos von Heidi Schmitt

www.laufen-mit-frauschmitt.de

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