Marathon-Weltrekord-Entwicklung

Wann laufen Männer Marathon unter 2:00 Stunden?

Eine ausführliche Analyse mit 2 Tabellen und 3 Grafiken
Autor / Copyright: Herbert Steffny (14.10.2014)

www.herbertsteffny.de

In Berlin stellte der Kenianer Dennis Kimetto mit 2:02:57 Stunden einen neuen Marathon Weltrekord bei den Männern auf und unterbot dabei erstmals die 2:03 Minuten-Schallmauer. Nun flammt erneut die Diskussion und Spekulation auf, ob, wann und wo die 2:00 Stundengrenze unterboten wird. Bei der Pressekonferenz beim Berlin Marathon überhörten offenbar die Übersetzer des Gesprächs mit Dennis Kimetto, dass der Kenianer sich selbst das bereits zutraut. So jedenfalls habe nicht nur ich den Rekordläufer im Saal nach dem Rennen verstanden.

Zuletzt war der 2011 tragisch verstorbene Landsmann und Olympiasieger 2008 Sammy Wanjiru so kühn, dies von sich zu behaupten. Immerhin muss man seit dem 28.9.2014 schon 42,195mal 2:54,8 min/km auf 1.000 Meter laufen, um den Weltrekord zu besitzen. 1:59:59 Stunden wäre sogar ein Tempo von 2:50,6 min/km.

Die Entwicklung des Marathon Weltrekordtempos (Auswahl):

Läufer und Jahr Weltrekord Zeit/km je 10km
Abebe Bikila (ETH) 1964
2:12:12
3:08,0
31:19,8
Derek Clayton (AUS) 1967
2:09:37
3:04,3
30:43,1
Carlos Lopes (POR) 1985
2:07:12
3:00,9
30:08,7
Ronaldo da Costa (BRA) 1998
2:06:05
2:59,3
29:52,9
Haile Gebrselassie (ETH) 2008
2:03:59
2:56,3
29:23,0
Dennis Kimetto (KEN) 2014
2:02:57
2:54,8
29:08,3
Der Wunderläufer im Jahre 2028?
1:59:59 2:50,6 28:26,1

Die Entwicklung beim Marathon der Männer hat sich enorm beschleunigt. War vor ein paar Jahren der Äthiopier Haile Gebrselassie noch der klare Dominator, so ist die Dichte der Topläufer momentan nahezu beängstigend. 2007 und 2008 lief Haile jeweils in Berlin Weltrekord und führte die Jahresweltbestenlisten 2007 in 2:04:26 Stunden mit über zwei Minuten und 2008 in 2:03:59 Stunden mit 1:16 Minuten Vorsprung an. Doch mehrere Kenianer rennen mittlerweile in diesen Bereichen und schneller. Zunächst holte der zum Stamme der Kamba gehörige Patrick Makau 2011 den Rekord nach Kenia. 2013 entführte der zum Stamme der Kalenjin gehörige Wilson Kipsang den Rekord ins Hochland nach Iten und nun stibitzte Dennis Kimetto die Krone in die nur 32 Kilometer entfernte rivalisierende Metropole Eldoret. Nach Kimettos Rekordlauf gratulierte Wilson Kipsang seinem Landsmann, konterte aber zugleich, dass er sich selbst eine weitere Verbesserung zutraue. Kimetto sprach wie erwähnt in Berlin bereits davon noch mehr drauf zu haben. Nicht zu vergessen, dass hinter dem Berlin Sieger Landsmann Emmanuel Mutai mit 2:03:13 Stunden ebenfalls Kipsangs alte Marke unterbot. Nicht ganz abschreiben sollte man auch Geoffrey Mutai, der bereits eine Zeit von 2:03:02 Stunden in Boston erzielte, die aber wegen des Streckenprofils von der IAAF nicht anerkannt wird.

Willkommen in "Iten - Home of the Champions". Unsere InterAir Reisegruppe
trainierte im Revier der kenianischen Meisterläufer!

Weltrekord könnte bei 2:02:38 Stunden stehen

In Chicago wäre am vergangenen Wochenende 14 Tage nach Berlin bei idealem Rennverlauf und den günstigen Wetterbedingungen beim Wettstreit des 2:04:05 Stundenläufers Eliud Kipchoge aus Kenia und dem 10.000 Meter Weltrekordler Kenenisa Bekele erneut der große Coup drin gewesen. Im Frühjahr debütierte der Äthiopier in erstklassigen 2:05:04 Stunden und Streckenrekord in Paris und siegte im Finale weitgehend alleine laufend. Nehmen wir einfach die Standardformeln aus meinem Großen Laufbuch und berechnen daraus die mögliche Zeit für Bekele, so folgern aus seiner 10.000 Meter Weltrekordzeit von 26:17 Minuten glatte 2:02:38 Stunden! Das ist 19 Sekunden schneller als der momentane Weltrekord von Dennis Kimetto (2:02:57 Stunden). Allerdings ist das immer noch ein gutes Stück von 2:00 Stunden entfernt. Doch die Macher in Berlin können trotz guter Ergebnisse in Chicago aufatmen, Bekele hatte nicht ganz die erhoffte Form. Eliud Kipchoge etablierte sich als Sieger in 2:04:11 Stunden immerhin in der Creme de la creme der Marathonelite und auf Platz vier der ewigen Bestenliste nach der Durchschnittszeit der drei schnellsten Leistungen (siehe folgende Tabelle). Auf Platz zwei und drei kamen zwei weitere Kenianer Sammy Kitwara und Dickson Chumba mit 2:04:28 und 2:04:32 Stunden ebenfalls in Tuchfühlung mit dem Weltrekord. Mittlerweile laufen knapp 10 Läufer in Reichweite eines Weltrekords und mit dem Tempomacher Geoffrey Ronoh von Berlin, auf dessen Marathondebüt man gespannt sein darf, klopfen die nächsten Talente an die Tür.

Die Gründe für die rasante Weltrekordentwicklung

Was sind die Gründe, dass der Marathonweltrekord derzeit fast inflationär verbessert wird? Kritische Stimmen vermuten sofort Doping im Spiel, aber damit macht man es sich zu leicht. Nach den Daten der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA wurden die Kenianer von allen Nationen in der Leichtathletik am häufigsten kontrolliert, die Quote der positiven Proben ist aber unter den Nationen die geringste! Der Manager von Kimetto Gerard van de Veen sprach bei der Pressekonferenz in Berlin von 10 Kontrollen (Training und Wettkampf, Blut-und Urintests), die bei seinem Schützling dieses Jahr vorgenommen werden. Auszuschließen ist Doping natürlich nie und es gibt einzelne schwarze Schafe wie Matthew Kisorio auch in Kenia, aber dann müsste es deutlichere Leistungssprünge oder auch isolierte "Ausreißer-Leistungen" geben. Die Tabelle oben zeigt dagegen, dass die besten Läufer auch eine relativ große Konstanz in ihren Leistungen bringen. In der Tat steigt die derzeitige Entwicklung stetig an (siehe auch Grafik 3 unten) und korreliert eher mit der immer größer werdenden Leistungsdichte in Kenia. Das war ähnlich in Deutschland als beispielsweise 1985 sage und schreibe 35 Läufer unter 2:20 Stunden rannten, ein Produkt aus einer rund fünfmal größeren Basis von leistungsorientierten Läufern im Bereich von 2:20 bis 3:00 Stunden. Die kontinuierlichen Verbesserungen sind somit eher ein statistisches zu erwartendes Phänomen. Fast trivial: je mehr Kinder und Jugendliche Läufer werden wollen, desto mehr Talente werden auch gefunden.

Die Talente von Übermorgen haben noch scharenweise Spass am Laufen.
Eine typische Szene bei einem Dauerläufchen in Kenia.
(Foto: Nicole Lönneker)

Idole, Talentreservoire, soziale Motivation und Gruppentraining

Schaut man sich in Eldoret oder Iten um, so trainieren dort zahlreiche große Gruppen mit ihrem Idol und Meister. Innerhalb von zwei Stunden können einem hier ein halbes Dutzend Weltmeister, Weltrekordler oder Olympiasieger über den Weg laufen. Viele von den noch nicht etablierten "Mitläufern" rennen in den Gruppen der Champions mit, kommen aber nie oder selten zu einem Auslandsstart, um ihr Potential zu zeigen oder in Preisgeld umzumünzen. Die Aussicht auf den sozialen Aufstieg ist die wahre Triebfeder des Laufwunders. Die kenianischen Kinder und Jugendlichen aus den Lehmhütten sehen, wie die Laufstars in der Umgebung Steinhäuser und Villen bauen und dicke Autos fahren, Supermärkte, Hotels und Mietshäuser besitzen und wollen es ihnen gleich tun. So wundert es einen Insider kaum, dass Dennis Kimetto 2012 mit seinem "Lehrer" und Trainingskumpel Geoffrey Mutai nach Berlin durfte und dort gleich in 2:04:16 Stunden, brav eine Sekunde hinter seinem Meister bleibend, das bisher weltschnellste Debüt hinlegte. Im Training rennen diese "hungrigen Underdogs" das gleiche Programm wie der Boss der Gruppe. Kein Wunder also für Kenner, dass sie auch im Wettkampf dasselbe leisten können.

Eine von vielen Trainingsgruppen, die im Kamariny Stadion von Iten, Eldoret oder
Umgebung anzutreffen sind. Es rennen rund 30 Läufer mit dem Ex-Weltrekordler
Wilson Kipsang (Mitte, orangenes Trikot) beim Intervalltraining ums Stadionoval.
(Foto, Copyright: Herbert Steffny)

Mit Unbedarftheit zur Höchstleistung - so wie der Nachbar

Hinzu kommt in Afrika eine erfrischende Unbedarftheit. Wenn Du mit den Weltbesten trainierst, orientierst Du Dich automatisch an den höchsten Standards. Wieso sollte man also Angst vor einem Rekord haben? Ein Kenianer zaubert aus dem Computer oder Lehrbuch keinen unnützen Ballast über die Strategie des Gegners oder wo dessen Limit sein könnte. Nichts ist unmöglich. Man läuft einfach vorne mit und wenn man das in Iten oder Eldoret im Training kann, dann läuft man auch in London, Berlin oder New York an der Spitze mit. Das schafft Selbstbewusstsein. Insofern ist die Frage "Wann läuft einer unter 2:00 Stunden?" eine zwar interessante, aber typisch akademische Diskussion von Statistikern, Journalisten, Trainern und Athleten unseres Kulturkreises. Ich glaube nicht, dass in Kenia diese Frage eine wirklich große Rolle spielt. Es gibt kein historisches Bewusstsein über die Entwicklung des Weltrekords. Der Weltrekord ist machbar, Herr Nachbar! Man tut einfach mutig das, was der Meister aus der Nachbarschaft tut.

Schulcrossläufe und einheimische Trainer

Ich erinnere mich noch gut, dass uns der Atem stockte, als der hier damals unbekannte Äthiopier Belayneh Densimo 1988 den Weltrekord in Rotterdam mit 2:06:50 auf unter 2:07 Stunden schraubte. Vor diesen Zeiten hat heute keiner mehr Respekt. Diese akademisch-psychologischen Barrieren, wie im Hochsprung z.B. die 2,40 Meter Grenze, kennen die Afrikaner gar nicht. Hinzu kommen weitere leistungsfördernde Entwicklungen in Kenia: beispielsweise Schulcrossläufe über 6.000 bis 8.000 Meter als Sichtungsrennen, Preisgeldrennen bereits im eigenen Land. Eine verstärkende Wirkung haben einheimische Trainer, teilweise die Top-Läufer der ersten Stunde, wie Patrick Sang, die ihre Landsleute besser als Weiße ansprechen, verstehen und trainieren können und ihr eigenes Know-how an die Landsleute weitergeben. Viele weitere Gründe zur sozialen Motivation und der Triebfeder der Kenianer habe ich in einem ausführlichen Essay in meinem Buch "Das große Laufbuch" dargelegt.

Da rennt die Weltklasse von Morgen im Kamariny Stadion von Iten. Die Nähe zu
den erfolgreichen Idolen motiviert auch den Nachwuchs es ihnen gleich zu tun.
(Foto, Copyright: Herbert Steffny)

Biologische Grenze - geplante Rekorde und Profiläufer

Weltrekorde sind zunächst immer das Größte und selbstverständlich spektakulär. Aber erst wenn ganz viele Talente Marathon laufen, werden die biologischen Grenzen des Menschen wirklich ausgetestet. Die für uns damals erstaunlichen Leistungen der 70er oder 80er Jahre waren eben nur das Abziehbild einer viel geringeren Leistungsdichte einer überwiegend von Weißen oder Japanern dominierten Weltspitze. Die Lebens- und Trainingsbedingungen, Schuhmaterial usw. haben sich zwischenzeitlich auch für Afrikaner verbessert. Die Top-Marathons werden heute unter möglichst idealen Bedingungen für die Elite durchgeführt. Der Brite Steve Jones rannte als letzter 1984 in Chicago in 2:08:05 Stunden einen Marathonweltrekord ohne Tempomacher. Danach begann zunächst Rotterdam alles für den Weltrekordlauf des Portugiesen Carlos Lopes (2:07:12 Stunden, Rotterdam 1985) zu optimieren. Windschatten spendende Betreuungsmotorräder, windbrechende Hasen oder Führungsfahrzeuge mit modernen Uhren, auf denen die Zwischenzeiten auf die Zielzeit hochgerechnet werden, gab es bis in die 1980er Jahre nicht. Ebenso keine vom Veranstalter gestellten Betreuer wie in Berlin, die auf dem Rad vorausfahrend an den Verpflegungsstationen ihrem zugeordneten Topläufer die Trinkflasche reichen. Dazu gehören auch die Preisgelder seit den 1980er Jahren, die den Beruf des Marathonprofis überhaupt erst geschaffen haben. Erst seit den 1990er Jahren kamen dadurch angelockt v.a. die Kenianer und Äthiopier in Scharen hinzu. Und man konnte es sich im (marathongerechten) Alter von über 30 Jahren noch leisten weiter Leistungssport zu betreiben.

Grafik 1: Den Marathonlauf entdeckten die Kenianer erst sehr spät. Kaum registriert wurde
die Leistung 2:09:45 von Joseph Nzau 1983. Erst der Weltmeistertitel von Douglas Wakihuri 1987 in Rom und die Siege von Ibrahim Hussein in New York, Boston und Honolulu führten zu einem Marathonboom der Extraklasse. Heute sind rund 60% der Eliteläufer Kenianer.

Marathon entdeckten die Kenianer erst spät

Die Kenianer wussten 1988, als ich erstmals im Hochland in Iten trainierte, noch wenig vom Marathon. Die Äthiopier galten als die Marathonläufer in Afrika, denn mit den Olympiasiegen in Weltrekordzeit von Abebe Bikila 1960 und 1964 und 1968 in Mexiko City durch Mamo Wolde waren sie dem südlichen Nachbarn damals um Längen voraus. Meine langen 35 Kilometer Läufe im kenianischen Hochland waren für die einheimischen Läufer damals noch erklärungsbedürftig. Als prominentester Vorreiter Kenias darf Ibrahim Hussein gelten, der die Marathons von Boston, New York und Honolulu gewann. Der Kenianer Douglas Wakihuri, wurde zu aller Überraschung 1987 beim Hitzelauf in Rom Weltmeister. Er lernte den Marathonlauf aber in Japan. Danach sinnierte man in Kenia erst, ob das Land der (bisherigen) Hindernis-, Cross-, und Bahnläufer auch Marathon laufen kann. Aus heutiger Sicht kaum zu glauben!

Grenzen des Wachstums auf höchstem Niveau

Trotz dieser rasanten Entwicklungen, von 2:00 Stunden sind auch diese unbedarften, mutigen, hochtalentierten afrikanischen Läufer noch weit, weit entfernt. War die Erstürmung der Weltbestenlisten des letzten Jahrzehnts (Grafik 2) für mich also eher eine statistisch zu erwartende Konsequenz der stetig zunehmenden Dichte enorm motivierter afrikanischer Spitzenläufer, so bleibt die Frage, wieviel mehr Talente kann man im Hochland von Kenia oder Äthiopien noch finden? Möglicherweise ist die Entwicklung bald ausgereizt und es kommt zu einer Stagnation auf hohem Niveau. Tansania hätte Potential, aber das Land interessiert die Welt der Manager bisher kaum. In Uganda hat der Olympiasieg von Stephen Kiprotich unterdessen bereits einen Leistungsschub bewirkt. Wo stecken noch weitere Ressourcen für einen Marathon-Leistungsschub in Richtung 2:00 Stunden?

Grafik 2: Während 2013 nur noch Kenianer und Äthiopier die Weltspitze beherrschten, dominierten 1985 die Europäer die Top-30 Bestenliste mit besseren Leistungen als heute! 9 Europäer unterboten damals die 2:10h Grenze

Erlebnis statt Ergebnis und Chinas Männer spielen Ping Pong

Von der 1. Welt (Europa, USA, Australien usw.) erwarte ich kaum eine weitere Entwicklung. Bei uns laufen zwar mittlerweile Zigtausende Freizeitläufer Marathon, aber im Vordergrund steht mehr und mehr die Fitness und des Erlebnis, statt dem Ergebnis. Die sicher vorhandenen Talente stehen mit 18 Jahren bei uns allerdings beispielsweise auf dem Surfbrett, betreiben bestenfalls als Ausdauersport den imageträchtigen und Material-intensiven Triathlon oder eben nichts. Bei uns schmeißt man angesichts der afrikanischen Übermacht längst die Flinte ins Korn (siehe Grafik 2 und Grafik 3). Wir finden unsere Talente einfach nicht mehr, obwohl ich überzeugt bin, dass ein naturnah aufgewachsenes Kind in der Eifel oder im Schwarzwald das Potential für 2:06 Stunden hätte. Aber warum sollten unsere Kids ausgerechnet Marathon laufen, wo doch da die Konkurrenz am höchsten ist und am Feldberg gerade eine heiße Snowboard-Party mit DJ-Bobo abgeht? China, ein Milliarden Volk, hätte Potential, aber die Ausdauerleistungen des starken Geschlechts sind mir dort ein Rätsel. Spielen die Männer dort vielleicht nur Ping Pong? Die Mongolei, Japan und Korea kann rund um das Reich der Mitte Marathon unter 2:10 Stunden laufen. In China sind scheinbar nur noch die Frauen auf Weltklasseniveau. Die chinesische Männerbestzeit 2013 war nur 2:18 Stunden!!!

Grafik 3: Nach meiner Regressionsanalyse wäre der Weltrekord im Jahre 2028
unter 2:00 Stunden. Voraussetzung - der Trend geht genauso weiter, was aber
sehr fraglich ist. Die deutschen Jahresbestzeiten sind dagegen seit der
Jahrtausendwende erschreckend rückläufig.

Fällt die 2:00 Stunden Grenze 2028?

Doch nun zurück zur Ausgangsfrage: wann wird unter 2:00 Stunden gelaufen werden? Vergessen wir durch Doping manipulierte Leistungssprünge, so stoppt vielleicht der Trend, immer schnellere Zeiten bei den Männern zu erzielen auch knapp vor der 2:00 Stundengrenze. In der obigen Grafik 3 habe ich eine Regressionsanalyse der Jahresweltbestzeiten seit 1970 bis zum aktuellen Weltrekord von Dennis Kimetto 2014 vorgenommen. Schreibt man die Entwicklung einfach fort, was eine gleichbleibende Leistungsentwicklung voraussetzt, dann wäre die 2:00 Stunden Grenze etwa im Jahre 2028 fällig. Ob das stattfinden wird, ist natürlich fraglich und wäre nur bei einer weiteren Expansion des Talentreservoirs wahrscheinlich. Stellvertretend für andere Länder wie Großbritannien, Frankreich usw. ist der Trend (blaue Linie der Grafik) in Deutschland leider gegenläufig. Wir werden im Durchschnitt im Marathonlauf immer schlechter. Respekt gebührt allerdings den (zu) wenigen Läufern, die den Kampf bei uns noch aufnehmen!

Kenia-Reise ins Hochland nach Iten 2015 - Info www.herbertsteffny.de/vortrag_kenia.htm

Marathon-Literaturtipps zum Training & Ernährung: www.herbertsteffny.de/buecher.htm

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Beitrag und Fotos von Herbert Steffny
(www.herbertsteffny.de)

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