Hallo UltraläuferInnen,
ich möchte Ende April in Hanau-Rodenbach meinen ersten 100er wagen. Bis
jetzt bin ich 4 Marathons gelaufen, 2 unter 3 Stunden, 2 mal knapp drüber.
Im Moment laufe ich ca. 120 km/Woche und sonntags einen langen Lauf bis zu 3
Std. und 36 km. Mitte März will ich in Kandel Marathon laufen und dann
noch mal gezielt 6 Wochen bis Ende April für den 100er trainieren.
Nun meine Frage: In der regel laufe ich täglich ins Geschäft, das
sind 13 km recht wellig, ca. 300 HM. Samstags laufe ich so ca. 20 km und sonntags
dann im Moment den langen wie beschrieben. Was bedeutet eine langer Lauf in
Bezug auf den Ultralauf? Wie lange soll ich meine langen Läufe an den Sonntagen
ausdehnen um gut vorbereitet an den Start zu gehen?
Vergessen habe ich noch, bin im Sommer den Bärenfelslauf gelaufen, also
67 km in 5:55 Std. und habe also ein kleines bissel Ultraerfahrung.
Ich freue mich auf Euere Antwort.
Grüsse Stephan
Hallo Stephan,
da machen wir doch mal eine Ausnahme und geben gern auch Tipps für die 100 km DM in Hanau-Rodenbach.
Mit einer Marathonzeit von 2:56 h und Deiner Lauferfahrung bringst Du eine gute Basis mit, auch bei den Deutschen Meisterschaften ein gutes 100 km Lauf-Debüt abzuliefern. Ein Zeitziel hast Du nicht angegeben, ich unterstelle deshalb, dass Du gern unter neun Stunden bleiben willst.
Auch wenn es dazu gegenteilige Ansichten geben wird, ich rate Dir, den langen Lauf am Sonntag (36 km in 3 h = 5 min/km) gar nicht auszudehnen. Vom Trainingstempo bist Du am Limit und Dein Trainingsumfang in der Woche ist auch bereits im erforderlichen Bereich. Was Dir fehlt, ist die Ultramarathon-Routine. Die bekommst Du automatisch durch die Teilnahme an 100 km Läufen. Der Bärenfels-Ultralauf, laut Liste warst Du nur mit 5:50 h unterwegs, hat Dir eine Idee davon gegeben, länger als Marathon zu laufen. Aber da fehlen eben noch drei weitere Stunden, die Du über 100 Kilometer auf den Beinen sein wirst. Genau die zu trainieren ist aber schlecht machbar, denn wichtiger ist ein gesundes Verhältnis von Belastung und Regeneration einzuhalten.
Im Training noch mehr Umfang zu trainieren und im Rennen die persönlichen Grenzen auszuloten setzt voraus, dass man Kenntnisse aus gelaufenen 100 km Distanzen hat, auf denen man aufbauen kann. Doch auch dann, geht man sehr hohe Verletzungsrisiken ein, wenn man auf so langen Strecken, die benötigte Zeit, also die Qualität, nicht außen vor lässt. Die volle Leistung über 100 km auszuschöpfen, ist enorm belastend. Ausnahmen gibt es immer, aber sehr viele leistungsorientierte Ultramarathon-Läuferinnen und -Läufer sind wie die Marathonspezialisten nach sehr wenigen guten Jahren ausgebrannt oder aus orthopädischen Gründen nicht mehr in der Lage, auf hohem Niveau zu laufen. Manchmal können sie aufgrund körperlicher Beschwerden gar keinen Laufsport mehr betreiben. Im Hinblick auf Deine Marathonzeit wäre bei einem gewissen Ausdauertalent durchaus auch eine 100 Km Zeit im Bereich von 8 Stunden denkbar, unter Einbeziehung der genannten Nachteile.
Kurzum. Halte Dein Training so bei. Vielleicht kannst Du die Gesamtbelastung so aufteilen, dass eine zweite längere Einheit in der Wochenmitte möglich wird. Mit der Erfahrung, die Du auf den 10x10 Kilometern im Rodenbacher Wald sammeln wirst, kannst Du Dir dann in Zukunft ein neues Ziel stecken, dass dann auch mit einer höheren Trainingsbelastung einhergehen muss. Übrigens, nichts gegen Deinen Lauf ins Geschäft, es ist aber gerade der sehr flache Kurs in Hanau-Rodenbach, der zwar die schnellen Zeiten ermöglicht, aber auch muskuläre Probleme bereitet, weil die Wechselbelastung welliger Kurse entfällt. Dein Marathon in Kandel passt schon, macht aber eine regenerative Trainingsphase notwendig und setzt voraus, dass Du ohne Verletzungen und Krankheiten durch den Winter kommst.
Dir, alles Gute
Constanze Wagner
Anm.d.Red.: Einiges an Fragen in unserem Ratgeber für die 100 km von Biel ist allgemein gültig klick HIER
Hallo Laufreport-Team,
ich schmökere immer wieder mit Interesse auf eurer Homepage und eurem Internet-Laufmagazin. Echt toll gemacht und immer wieder interessant, vor allem eure Reportagen. Hie und da bin ich selbst dort gelaufen, von wo ihr berichtet habt, und konnte euch immer nur zustimmen in euren Aussagen. Nachdem ihr größtenteils Ultra-Läufer seid bzw. in diesem Bereich viel Erfahrung habt, hätte ich da eine Frage an Euch. Ich möchte Ende Mai den Trollinger-Marathon laufen und vielleicht 4 bis 6 Wochen danach einen (meinen ersten) Ultra-Lauf – entweder den Fidelitas-Nachtlauf in Karlsruhe oder den 60-km-Lauf in Euerbach. Ist dies möglich bzw. könnte es da Probleme geben? Ich hoffe auf euren erfahrenen Rat. Vielen Dank!
Peter Wiedemann
Hallo Peter,
konzentriere dich zunächst auf den Marathon vor deiner Haustür und erlaube Dir eine Woche Regeneration im Anschluss. Sollten sich bei Wiederaufnahme deines Trainings keine durch die Belastung des Marathons hervorgerufenen Verletzungen zeigen, wie etwa Beschwerden an Sehnen, Muskeln, Knie oder Hüfte, dann ist ein zeitnah liegender Ultramarathon durchaus machbar. Die Belastung ist aufgrund der geringen Geschwindigkeit, die man im Allgemeinen bei einer längeren Strecke unterstellen darf, eine andere als beim Marathon. Dass Gesundheitsaspekte dabei unberücksichtigt bleiben, sollte aber klar sein, zumal ein an der Belastungsgrenze gelaufener Marathon, alleine schon nicht gesund ist.
Gruß Walter Wagner
Hallo,
ich habe mir einige FAQ´s durchgelesen und bin unter anderem auf eine
Antwort gestossen, wo ihr einem Läufer abratet, 4 Wochen vor Biel einen
75km Wettkampf zu laufen. Da ich dieses Jahr den Europacup der Ultramarathons
laufen will, muss ich aber gerade dieses tun. Der Rennsteiglauf mit 72 km ist
gerade mal 4 Wochen vor den 100 km in Biel. Beide Läufe zählen aber
zum Europacup. Wie steht ihr dazu?
Ich laufe seit 12 Jahren Marathon (bis jetzt 20) mit Bestzeit 2:52 h und die
letzten Jahre konstant von 3:04 bis 3:12 h. Ich trainiere allerdings nicht nach
euren Plänen. Das Ziel sind so um die 9 Stunden in Biel bzw. erst mal ankommen
und das vernünftig. Anstelle der langen Trainingseinheiten habe ich Marathon
und Halbmarathonläufe eingebaut, die ich allerdings langsam absolvieren
werde. Auch der Rennsteig ist eher ein Trainingslauf. Geplant habe ich 5 Marathonläufe
und 3 Halbmarathonläufe, wobei ich schon einnen Lauf mit 44 km hinter mir
habe (Endzeit 3:15 min). Mache ich da was falsch? Sollte ich die Wettkämpfe
weglassen? Durch Wettkämpfe bin ich motivierter.
Herzliche Läufergrüße
Heribert
Hallo Heribert,
erst einmal will ich richtig stellen, dass nicht alle Läufe des Europacups bestritten
werden müssen um in die Wertung zu kommen. Dennoch werden sich viele der Cupteilnehmer
für Rennsteig und Biel entscheiden. Du hast viel Lauf-Erfahrung und machbar
ist dieser Doppelstart. Dazu raten würde ich dennoch nicht. Ich selbst
bin im Jahr 2000 auch beides gelaufen und eine Woche vor dem Rennsteig noch
den Gutenberg-Marathon in Mainz. Alle drei Rennen für mich auf hohem Niveau.
In Mainz Dritte, beim Rennsteig Zweite und in Biel Erstplatzierte. Die Folge
solcher Wettkampfhäufigkeit war eigentlich immer ein starker Leistungsabfall.
Daraus resultierend laufe ich mittlerweile weniger Rennen.
Der Rennsteig mit über 70 km und, je nach Jahr, etwa vier Wochen danach die 100km von Biel zu laufen sind also riskant. Deine Vorbereitung, mit den langen Läufen innerhalb von Wettkämpfen absolviert, birgt die Gefahr, dass Du zu schnell läufst. Von langsamen Läufen kann ja nicht die Rede sein, in Würzburg bist Du die 44 km in 3:15 h gelaufen. Dem Schnitt von 5 min/km bis 5:30 min/km, der Deinen Zielen bei den Ultramarathons entspräche, bist Du da aber ganz erheblich enteilt.
Allerdings gegen ein oder zwei schnellere Marathons in der Vorbereitung ist nichts einzuwenden. Du sprichst aber von 5.
Klar bist Du motivierter durch Wettkämpfe. Aber genau hier
will ich einhaken. Für das Bestehen bei Ultramarathons wird oft der Kopf zum
entscheidenden Faktor und nicht Fitness und Muskelkraft. Für die Schulung von
Disziplin, Durchhaltevermögen und Psyche ist es deshalb besser, wenn das Training
nicht leicht fällt. Trainingsläufe von drei bis vier Stunden, alleine oder zu
zweit gelaufen bringen mir mehr für die Ultramarathonrennen, als ein langer
Wettkampf, bei dem ich irgendwie doch ständig abgelenkt bin.
Constanze Wagner
Hallo Ihr Laufexperten,
habe eine kurze und knappe Frage an Euch, die mich brennend interessiert. Habe in meinem Marathonvorbereitungsplan einen Crescendolauf. Dieser ist 32 km lang. Nun meine Frage: Soll ich diesen Lauf nüchtern absolvieren (wie die anderen lange Läufe) oder muss man auf Grund der Tempowechsel etwas zu sich nehmen (wenn ja, was???)
Ich beginne gerade mit meiner Marathonvorbereitung (unter 3- Stunden- Plan). Nun tritt bei mir folgendes Problem auf. Da ich in der hügeligen (buckeligen) Eifel zu Hause bin und es immer steil Berg auf und Berg ab geht, schaffe ich es nicht, die Kilometerangaben (z. B. 5:30 min / km) zu laufen und gleichzeitig auch im vorgegebenen Herzfrequenzbereich zu bleiben. Soll ich mich nun an die Kilometerangabe halten, und mit höherem Puls laufen als "vorgeschrieben" - oder soll ich nur nach der Herzfrequenz laufen ???
Bitte um Antwort. Vielen Dank im voraus. Elmar M.
Hallo Elmar,
das Crescendo ist in einer fortgeschrittenen Trainingsphase ein Steigerungslauf,
bei dem zunächst im normalen Dauerlauftempo begonnen wird. Stufenweise werden
einzelne Abschnitte über Tempodauerlauf bis hin zur Wettkampfgeschwindigkeit
gesteigert. Im Marathontraining kann z.B. der lange Lauf über 30 Kilometer als
Crescendo durchgeführt werden, indem man alle fünf bis zehn Kilometer schneller
wird. Danach sollte wenigstens zehn Minuten ausgelaufen werden. Bis hierher
sollten wir übereinstimmen. Diese Erklärung stammt übrigens aus dem
Buch Fit for Fun von Herbert Steffny und Ulrich Pramann. Crescendo ist Italienisch
und bedeutet wachsen, zunehmen und passt schon mal begrifflich ganz gut.
Solltest Du das Laufen nüchtern gewohnt sein, dann würde ich versuchen, auch diese Trainingseinheiten ohne Nahrungsaufnahme zu absolvieren. Damit werden die Steigerungen wohl etwas dünn ausfallen, aber für das Fettstoffwechseltraining ist man doch zum Quälen bereit. Und beim Rennen kann man dann leichter was zulegen. Crescendo ist aber an sich schon eine ziemlich harte Belastung, also auf jeden Fall darauf achten, sich dies nur absolut fit zuzumuten und im Zweifel lieber doch zum Riegel oder Sportgetränk greifen. Ideal ist es, im Training die gleichen Getränke, Gels oder Energiestücke zu testen, die es dann im Rennen zu vertragen gilt.
Was hast Du da für einen auskunftsstarken Plan? Natürlich solltest Du Dich nicht an min/km halten im hügeligen Gelände. Ich selbst trainiere nicht mit einem Herzfrequenzmesser. In hügligem Terrain variiere ich zwischen Dauerlauf / flotter Dauerlauf / Tempodauerlauf / Tempo am Berg. Ich laufe auch fast nur Hügel, mangels flacher Alternativen. Es ist deshalb schon notwendig, gelegentlich auf flachen Strecken die Form zu prüfen und dort Einheiten streng nach min/km anzugehen. Schließlich ist das auf einer schnellen Marathonstrecke gefordert. Ideal für diese diszipliniert zu laufenden Einheiten sind Trainingswettkämpfe. Dort kann man sein Tempogefühl testen und gern auch den Pulsmesser zur Überprüfung der Belastung heranziehen. Keine Frage, wer es bevorzugt ständig kontrolliert zu laufen, der kann auch in den Hügeln Puls messen. Aber irgendwie kommt man dann halt nie die Berge hoch.
Ich hoffe, damit eine Hilfe gegeben zu haben. Weiterhin verletzungsfreie Vorbereitung
Constanze Wagner
Mitten im hessischen Grenzstädtchen Lampertheim gibt es einen “Ableger” von Triagnostik, dem Institut für Sportleistungsdiagnostik und Trainingssteuerung. Und wie der Name schon sagt, werden hier Ausdauersportler der Disziplinen „schwimmen“, „radfahren“, „laufen“ und „alle drei zusammen = Triathlon“ betreut.
Da Heike Kellner, für die Leistungsdiagnostik (LD) zuständig und selbst erfolgreiche Läuferin und Triathletin, noch anderweitig berufstätig ist, bekommt man die Diagnostiktermine vorzugsweise abends und samstags, was dem Durchschnittsfreizeitsportler sehr gelegen kommen dürfte.
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So mancher wird sich fragen, ob LD nicht eher etwas für ambitionierte Sportler ist, die in den (regionalen/nationalen) Ergebnislisten ziemlich weit vorne zu finden sind. Ich muß gestehen, auch mir stellte sich diese Frage, aber ich war neugierig und so begab ich mich auf Heike Kellners Laufband. Alternativ kann die LD auch auf dem Radergometer durchgeführt werden, aber ein Läufer wird sich wohl eher doch fürs Laufband entscheiden. Nach ausführlicher Besprechung was meine Trainingsumfänge, evtl. Verletzungen und Ambitionen betrifft, stieg ich aufs Band. Die Laktatbestimmung wird bei Triagnostik Lampertheim mittels Blutabnahme aus dem Zeigefinger durchgeführt, so daß man ständig in Bewegung bleiben kann. |
Nach Abnahme eines roten Tropfens für die Ruhelaktatbestimmung ging’s los mit dem sog. Feldstufentest. Erstmal ein paar Minuten warm machen und dann wurde das Tempo immer um 1,5 km/h gesteigert. Zwischen den einzelnen Belastungsstufen wurde das Band auf Gehgeschwindigkeit runtergeschaltet, ich gab einen Bluttropfen ab und schon wurde wieder gesteigert. Die letzte Stufe lag ein ganzes Stück über meinem derzeitigen 10 km-Wettkampftempo. Klar, daß auch der Pulsmesser ständig Werte liefern mußte.
So ganz nebenbei begutachtete Heike auch noch meinen Laufstil und gab mir Tips zum kräftesparenderen Laufen.
Während ich duschen und mich umziehen konnte, machte sich Heike Kellner schon an die Auswertung meiner Daten. Der Computer lieferte schöne Kurven und wir sprachen meine Ergebnisse noch durch, ich bekam Trainingsempfehlungen an die Hand und eine Mappe, in der außer meinen persönlichen Auswertungen auch noch allgemeine Erläuterungen und ein paar Dehn- und Kräftigungsübungen zu finden sind.
Die Untersuchung mitsamt Auswertung haben mir vor allem eines gebracht: die Einsicht, daß es auch für LäuferInnen meiner Leistungsklasse sinnvoll sein kann, sich regelmäßig (2x jährlich) einer Kontrolle zu unterziehen. Vor allem, wenn man durch Job, evtl. Familie und noch real existierenden nichtlaufenden Freundeskreis zeitmäßig in seinem Training eher eingeschränkt ist, ist es wichtig, die Quantität durch Qualität zu ersetzen und dadurch die wenige Zeit optimal zur Formverbesserung und –erhaltung zu nutzen.
Eine LD dauert ca. 1,5 h. Da bei Wiederholungen die Datenerfassung entfällt, kommt man dann mit ca. 45-60 min hin. Die Erstuntersuchung kostet 90 €, ab dem 2. Termin bekommt man 10% Rabatt. Gruppen ab 3 Personen zahlen ebenfalls 10% weniger – wobei die Gruppe nicht en bloc erscheinen muß. Wichtig ist nur, daß mind. 3 Personen sich gemeinsam anmelden – unabhängig vom Diagnostiktermin.
Außer dem Feldstufentest werden bei Triagnostik Lampertheim auch noch Hochleistungstests mit Spiroergometrie (Atemgasuntersuchungen) für ambitionierte Sportler durchgeführt, die kosten dann 150 €. Aber auch Übergewichtige und Rehapatienten können hier ihre Leistung einstufen und sich Trainingstips geben lassen. Diese abgespeckte Version der Diagnostik kostet dann auch nur 60 €.
Triagnostik Lampertheim ist in einem Gebäude zusammen mit Physiotherapeuten, Sportmedizinern und Chirurgen, die alle mit zum Triagnostikteam gehören. Im Ernstfall erhält man hier also sowas wie das Rundum-Sorglos-Paket.
Für ortsunkundige Besucher ist der Eingang „Kaiserstraße 11“ übrigens ein bißchen schwer zu finden, bekommt man den Zugang zum Haus doch von der Wilhelmstraße aus, einer Seitenstraße der Kaiserstraße.
Ausführliche Informationen gibt’s im Internet unter www.triagnostik-lampertheim.de
Für LAUFREPORT vor Ort war Gabi Leidner
Eigentlich fahre ich seit Jahren Rennrad und habe hier auch schon bei einigen Radmarathons mitgemacht. Da jetzt wieder die dunkle Jahreszeit beginnt, ist das Fahren nach Feierabend im Freien nicht mehr ohne weiteres möglich. In der Vergangenheit bin ich stur auf der Rolle im heimischen Keller gefahren. Auf Dauer ist dies jedoch sehr monoton und öde. Für dieses Jahr möchte ich mal probieren die Vorbereitung auch auf das Laufen zu erstrecken.
Macht dies im Grundlagenbereich Sinn? Gibt es nur eine Art von Grundlagentraining? Oder ist ein fahrradspezifisches Training im Keller (wg. Schmuddelwetter, Regen usw.) doch besser, aufgrund der Tatsache, dass ja als Berufstätiger nur eine bestimmte Zeit zur Verfügung steht, die dann auch fahrradspezifisch genutzt werden sollte.
Auf Ihre Antwort freue ich mich jetzt schon und verbleibe
mit freundlichen Grüßen Th. Frey
Radtraining ist für Radrennfahrer das A&O, daran gibt es wohl kaum was zu rütteln, auch wenn bekanntlich Traineransichten gern differieren bis hin zum Widerspruch. Die Dauer der Trainingseinheiten macht den großen Unterschied des Radrennfahrers zu anderen Ausdauersportlern. Im Sattel kommen leicht mehrere Stunden zusammen, während auf Füßen die 2-Stundenmarke schon eher selten überschritten wird. Dennoch führen Radrennfahrer, die auch laufen, ihre Rennerfolge mitunter gerade auf die gelaufenen Trainingseinheiten zurück.
Unabhängig von der Frage der Trainingsergebnisse, das möge hier einmal unbeachtet bleiben, kann ich nur dringend dazu raten, einen Teil des Trainings in freier Natur zu absolvieren. Ein Lauf selbst in der Nacht und noch dazu bei schlechtestem Wetter ist ein Erlebnis bis hin zum Abenteuer. Zur Belastung im Beruf ist ein Ausgleich wichtig. Beim Lauf draußen sammelt man viele Eindrücke, egal ob beim Lauftreff oder wenn man alleine durch Parkanlagen, Felder und Wälder streift. Radrollefahren ersetzt dieses Erleben nicht, da kann man die Musik noch so laut stellen.
In meiner aktiven Zeit als Geräteturner wurde ich alljährlich mit einer großen Nachwuchshoffnung des Radrennsports konfrontiert. Der Gute sollte in den Wintermonaten die Körperpartien schulen, die beim Radfahren unberührt bleiben, brach sich aber unabhängig vom Gerät immer gleich am ersten Abend irgendeinen Knochen. Nun ist das Laufen weniger gefährlich als Geräteturnen, aber es birgt gerade für trainierte Radrennfahrer nicht unerhebliche Risiken. Die mitgebrachte Fitness macht es möglich, anders als bei Untrainierten, gleich große Strecken zurückzulegen. Nun werden aber beim Laufen Sehnen, Bänder und Muskeln in Anspruch genommen, die beim Radtraining gar nicht ausgebildet wurden und hier liegt das unerwartete Verletzungsrisiko.
Mein Tipp: Vorsicht walten zu lassen. Nicht das Gefühl gibt
die Grenzen vor, sondern stur die Uhr. Dreimal in der Woche eine halbe Stunde
laufen, Einschränkungen beim Tempo können vernachlässigt werden, denn das Herzkreislaufsystem
ist ja trainiert und 30 Minuten Stoff geben, ist kaum das Problem. Auch Fahrtspiele
einbauen, ein Sprint zum nächsten Baum oder einen Anstieg als Steigerungslauf
angehen. Laufen muss nicht langweilig sein. Daneben die Ausdauer auf der Rolle
trainieren. Treten nach 14 Tagen noch überhaupt keine Zipperleins auf, dann
kann auch mal 10 km gelaufen werden bis zu einer ganzen Stunde am Stück. Im
Zweifel aber doch lieber nach 30 Minuten aufhören. Also auf kleinen Runden -
etwa 5 Km - laufen, damit ein Trainingsabbruch schnell möglich ist. Hält der
Bewegungsapparat, dann kann auch das Ausdauertraining mehr weg von der Rolle
direkt auf die Füße verlagert werden.
Walter Wagner
Hallo Conny, hallo Walter,
mit purem Neid ist erfüllt, wer Eure Seite aus dem fernen Berlin besucht:
so etwas wäre auch hier schön zu haben. Übersichtlich, umfangreich,
aber dank guter Navigatin dennoch leicht überschaubar. Alle wichtigen Nachrichten
rund um den geliebten Sport. Wie war es dort, wo ich´s nicht schaffte
hinzukommen, welche Termine erwarten mich in den nächsten Wochen, was gibt
es Neues auf dem Trainings- und Materialmarkt, was macht die Konkurrenz? Fragen
über Fragen, die ihr präzise zu beantworten wißt. Feine Sache!
Anbei aber noch eine Frage:
Vor einigen Tagen stieß ich in einem Tria-Mag auf einen Artikel über
die "Vorfuß Lauftechnik". So mancher bekannte Triathlet - so
die anpreisenden Klänge - hätte mit der Umstellung auf diese Technik
seine lange stagnierenden Leistungen wieder in Gang gebracht. Ich hab zuerst
nicht schlecht gestaunt, denn über Lauftechnik habe ich mir noch nie ernsthaft
Gedanken gemacht. Rein in den Schuh, raus in den Wald - und jetzt soll ich auch
noch meine Fusshaltung optimieren? Was meint Ihr denn, für wen ist so eine
Technik geeignet, nur für Läufer mit höheren Tempi? Oder auch
für den einfachen Breitensportler? Wie lauft Ihr denn? Oder ist das wieder
eine der Technik- Wunderwaffen, die kurzfristig die Lösung aller Probleme
verspricht, eigentlich aber nur dazu da ist, die Gemüter in Gang zu halten?
So etwa wie Armstrongs Spinning Technik, die angeblich die knappe Antwort auf
die Frage nach seinen Bergfahrkünsten abgibt.
Also: voll des Lobes für Eure Seite und gespannt auf Eure Antwort,
Holger aus dem fernen Berlin.
Georg Supp aus Freiburg, Physiotherapeut vom P.u.L.Z. im Rieselfeld antwortet:
Hallo Holger,
zum Vorfußlaufen ist in letzter Zeit einiges geschrieben worden.
Wie so oft treffen da verschiedene Philosophien aufeinander von denen keine
dem kritischen Hinterfragen nach wissenschaftlichem Nachweis standhält.
Vorneweg folgendes:
Bewegt sich ein Mensch langsam vorwärts dann geht er. Soll's schneller
sein dann läuft er. Die meisten tun es (das Laufen) in irgendeiner Weise
abrollend. Entweder über die Ferse oder mit dem Schwerpunkt Mittelfuß.
Ab einer gewissen Geschwindigkeit ändert sich die Laufart hin zum Vorfußlaufen,
da sich eine schnellere Schrittfrequenz nur über einen dynamischen Vorfußabdruck
erreichen läßt. Manche Läuferinnen und Läufer nutzen diesen
Vorfußstil jedoch von hause aus auch bei lockerem Joggingtempo (steckt
denen wohl in den Genen).
Nun zu deiner Frage:
(Meine Meinung - ohne Anspruch auf Wissenschaftlichkeit - aber unter Beachtung
des gesunden Menschenverstandes)
Im Hochleistungsbereich mag es Sinn machen, sich den dynamischeren Vorfußabdruck
zu nutze zu machen. Wer auf 10.000 m jedoch langsamer als ca. 32 Minuten läuft
braucht sich darüber keinen Kopf zu zerbrechen. Entweder du fällst
bei höherem Tempo und damit gesteigerter Schrittfrequenz automatisch in
den Vorfußlaufstil oder bleibst bei deinem Fersen- oder Mittelfußstil
und hast damit einfach bestimmte Tempogrenzen zu akzeptieren.
Sich als Freizeitläufer (auch als ambitionierter) künstlich einen
Vorfußstil anzutrainieren halte ich für schwachsinnig. Im günstigsten
Fall macht das ganze keinen Spaß, da es sich unnatürlich anfühlt.
Im ungünstigen Fall - und das ist nach meiner Erfahrung als Physiotherapeut
wesentlich häufiger - führt die Umstellung zu Überlastungsbeschwerden
und Verletzungen.
Wir sehen in unserem Zentrum immer wieder Läufer und Triathleten mit Problemen
im Bereich von Vorfuß, Fußwurzel, Achillessehne und Wade nachdem
sie sich am Vorfußlaufen probiert haben.
Wer das Laufen professionell betreibt, kann mit allen möglichen Verrenkungen
am Stil feilen und Dinge umstellen, die zu bremsen scheinen. Wirklich talentierte
Läuferinnen und Läufer brauchen das eh nicht.
Wer läuft um Spaß zu haben und fit zu bleiben, sollte seinen eigenen
Stil finden mit dem er sich wohl fühlt. Den Laufstil gibt es nicht!!!
Viel Spaß weiterhin beim Laufen.
Gruß Georg Supp