21. - 25.9.14 - Berlin "Jugend trainiert für Olympia"

Jugend trainiert für Olympia - 88. Finalveranstaltung

von Almuth Steinhoff

Wenn die Spieler von Hertha BSC beim Bundesligaspiel fünf Sterne auf dem Trikot trugen, ist dies ein besonderer Gruß an die rund 4000 Teilnehmer des Wettbewerbes "Jugend trainiert für Olympia" gewesen, so geschehen am vergangenen Mittwoch. Fünf Sterne - fünf Ringe: der olympische Gedanke lebte in den "Tagen von Berlin" beim Herbstfinale. Am größten Schulsportwettbewerb weltweit nehmen jedes Jahr ca. 800.000 Mädchen und Jungen teil, und wer bei den Schülerweltmeisterschaften dabei ist, hat sich vorher auf nationaler Ebene durchgesetzt.

Fernsehturm in Wolken, leider das Wetter der ersten beiden Tage Austragungsort der Leichtathletikwettkämpfe: Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, auch jetzige Heimstätte des BFC Dynamo

In Deutschland werden die besten Schulmannschaften in einem Qualifikations- und Finalmodus ermittelt. In Kreis-, Regional- und Landesausscheidungskämpfen qualifizieren sich die besten Schüler für das Finale in der Hauptstadt. Das stellt jedes Mal aufs Neue eine organisatorische und logistische Herausforderung dar. Der Deutsche Olympische Sportbund, die Kultusministerien aller Bundesländer und die Sportfachverbände wirken unter Führung der Deutschen Schulsportstiftung mit; die Schirmherrschaft für die beiden Finals (Frühjahres- und Herbstfinale) in Berlin hat der Regierende Bürgermeister, für das Finale im Winter zeichnet der verantwortliche Minister für Schulsport des austragenden Bundeslandes verantwortlich.

Jährlich werden in aktuell fünf Wettkampfklassen knapp zwanzig Sportarten angeboten. Diese sind so ausgewählt, dass sie im Rahmen des Schulsports oder im Rahmen von Sportarbeitsgemeinschaften durchgeführt werden können. Stöbert man in den Ergebnislisten der Sportarten, sind neben den Sportspezialschulen auch Sieger und Platzierte zu finden, die "Sporteigengewächse" sind und eine Tradition der Schule aufgebaut haben und fortführen. Die Mädchen des Gymnasiums Waldkraiburg; Überraschungssiegerinnen im bayrischen Landesfinale, genossen die Zeit in Berlin als Höhepunkt im Schülerleben. Dabei sein, spannende Wettkämpfe bestreiten und Leute kennen lernen - einfach nur krass, das war die einstimmige Meinung der Mädels. Wettkampfhärte trainieren und Bestleistungen im Visier hatten die Teilnehmerinnen, die schon daran gewöhnt sind, bei nationalen Meisterschaften zu starten.

Sprints und Staffeln

Mareike Rösing, amtierende U16-Meisterin im Hochsprung und Schülerin an der Oberschule zum Dom Lübeck, hatte sich eine neue Bestleistung zum Ziel gesetzt und sammelte mit übersprungenen 1,73m wertvolle Punkte für ihr Schulteam. Auch die vierzehnjährige Lea-Jasmin Riecke aus Magdeburg nutzte einen "windlosen" Versuch im Weitsprung und schraubte ihre Bestmarke auf 5,67m. Leonie Tröger von der Cottbusser Sportschule kratzte an der 60m-Marke im Ballwurf.

Maximal zwölf Sportler pro Schule waren in den Schulsportdisziplinen Sprint, 800m-Lauf, Weit- bzw. Hochsprung, Kugelstoßen, Ballwurf, Kugelstoßen bzw. Speerwurf und Sprintstaffel zugelassen. Die meisten Schulmannschaften nutzten das Kontingent auch aus, denn falls die Staffelstabübergabe nicht klappte, musste eine zweite Staffel "absichern". Auf diese Regelung mussten die Mädchen der WK III vom Sportgymnasium Magdeburg setzen. Nachdem ihre erste Staffel aufgrund des Überlaufens der Wechselzone die gelbe Fahne gezeigt bekam (Disqualifikation), sollte das zweite Quartett die ersehnte Bronzemedaille sichern. Am Ende fehlten den Elbestädterinnen sieben Punkte zum Podestplatz.

800 Meter Läufe

Eine Klasse für sich in der WK III stellten die Mädchen und Jungen des Schul- und Leistungssportzentrums Berlin dar, sowohl die Mädchen als auch die Jungen gewannen die Gesamtwertungen. Otto Dietrich von der Siegermannschaft lief eine hervorragende 800m-Zeit von 2:06, 98 min. Noch besser schnitten Paul Weindl vom Gymnasium am Rotenbühl Saarbrücken (2:04,98min) und Jonas Baedecker (2:03,04 min) ab; der schnellste Junge kommt vom Sportgymnasium Neubrandenburg.

Die Neubrandenburger Mädchen der WK II verteidigten ihren Vorjahrestitel, die gleichaltrigen Jungen dieser Spezialschule belegten den zweiten Platz. Hier siegte die Sportschule Potsdam. Die schnellste 800m-Zeit stellte Robert Farken auf. Mit seiner Zeit kratzte der Leipziger an der 700-Punkte-Marke. Die schnellsten Zeiten bei den Mädchen Lill Ann Hochkeppler und Julia Klein (2:13, 85/ 2:13,94 min).

Eine extra gebaute Rampe für die Rollstuhlfahrer am Schwimmbad Schöneberg

Gemeinsam mit ihren nicht behinderten Altersgefährten absolvierten Schüler mit Handicap im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark und in der Schul- und Lehrschwimmhalle Schöneberg ihre Wettkämpfe. Mit der Zusammenlegung rückten so die Sportler von "Jugend trainiert für Paralympics" stärker in den Zuschauerfocus.

Mit 32 Siegerehrungen und einer kurzweiligen Abschlussveranstaltung, die bis ca. 23 Uhr dauerte, wurden die Tage des Herbstfinales beendet. Ein Höhepunkt des Abends war sicherlich der Auftritt der Akrobaten der Artistenschule Berlin.

Die jüngsten Mädchen der Magdeburger Mannschaft Siegerehrung im Regen Medaillenkissen

Trotz aller Euphorie, die auch über die JtfO-Woche andauern wird, ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Finanzierung dieses einmaligen Wettbewerbes nur bis zum kommenden Jahr wirklich gesichert ist. Einer möglichen Olympiabewerbung Berlins dürfte die langfristige Gewährleistung der Austragung sicher nicht schaden.

Ergebnisse unter: www.jtfo.de

Bericht und Fotos Almuth Steinhoff

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