5. Medio Maratón Nuevo Vallarta in Mexiko - (23.11.2013)

Hin und Her im Urlaubszentrum

von Ralf Klink

Fragt man einmal herum, was andere mit dem Begriff "Mexiko" verbinden, dürfte es ein ziemlich breit gestreutes Antwortspektrum geben. Viele denken dabei sicherlich an staubige Dörfer in einer vegetationsarmen Landschaft mit kastenförmigen Häusern aus Lehmziegeln und einer kleinen Kirche auf dem zentralen Platz, wie man sie aus unzähligen Western- und Abenteuerfilmen zu kennen glaubt. Man sieht Kakteenwälder in endlosen Wüsten oder schroffen Berglandschaften vor dem inneren Auge.

Anderen fallen zuerst einmal die Pyramiden Maya-Hochkultur ein, die sich meist mitten in tropischen Urwäldern befinden. Aber auch die Sandstrände von bekannten Badeorten wie Cancun oder Acapulco werden erwähnt. Und natürlich erinnern sich Sportfreunde an gleich zwei Fußball-Weltmeisterschaften, die in diesem Land stattfanden, oder die Olympischen Spiele des Jahres 1968 in der eigentlich ebenfalls "México" heißenden, hierzulande aber meist unter der von den Angelsachsen erfundenen Bezeichnung "Mexico-City" bekannten Hauptstadt.

Mexiko - faszinierendes und farbenfrohes Land im Spagat zwischen Tradition und Moderne
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Es gibt viele Bilder, die man von Mexiko im Kopf haben kann. Und keines ist falsch. Tatsächlich existierte eine enorme Vielfalt von verschiedenen Naturräumen. Angesichts einer Nord-Süd-Ausdehnung von zweitausend Kilometern sowie einem zwischen Meereshöhe und fünfeinhalbtausend Meter hohen Gipfeln schwankenden Profil findet sich praktisch jede nur denkbare Landschaftsform der Tropen und Subtropen. Und hinsichtlich Kultur und Geschichte gibt es ebenfalls eine ganze Menge zu entdecken.

So ließe sich eine ganze Reihe von Gründen für eine Reise nach Mexiko aufzählen. Der Besuch einer Laufveranstaltung gehört allerdings eher weniger dazu. Dabei existieren dort eine durchaus aktive Laufszene und eine ziemlich beachtliche Auswahl an unterschiedlichen Rennen. Vielleicht einmal abgesehen von Brasilien gibt es wohl kaum ein Land in Lateinamerika, das diesbezüglich ähnlich breit aufgestellt ist.

Es findet sich praktisch keine größere Stadt, in der man keinen Marathon laufen kann. Gut zwanzig Läufe über diese Distanz stehen bereits jetzt in den Kalendern. Und die Tendenz ist weiter steigend. Auch für das nächste Jahr sind mehrere Premieren angekündigt. Ohne eigenen Halbmarathon geht es schon gar nicht. In den größeren Metropolen finden sich oft sogar gleich mehrere davon. Vierstellige Teilnehmerzahlen sind dabei völlig normal. Und die Wettbewerbe über kürzere Distanzen sind wenig überraschend noch viel zahlreicher.

Wirklich gleichmäßig verstreut über das mexikanische Staatsgebiet, das etwa die gleiche Fläche umfasst wie Deutschland, Österreich und die Schweiz, Frankreich und die Benelux-Länder sowie Spanien, Portugal und Italien zusammen, sind diese Veranstaltungen allerdings keineswegs. Gelaufen wird nämlich - egal ob mit oder ohne Startnummer auf dem Bauch - hauptsächlich in den Städten.

"Medio Maratón Turístico" heißt der Halbmarathon von Nuevo Vallarta... …was in einer Region, die stark zu großen Teilen vom Tourismus lebt, grundsätzlich nicht unpassend ist

Denn die mexikanische Bevölkerungsstruktur präsentiert sich gleich in mehrfacher Hinsicht ziemlich uneinheitlich. Zum einen konzentrieren sich die Einwohner recht stark auf die urbanen Großräume. Von etwa hundertzehn- bis hundertzwanzig Millionen Mexikanern lebt mehr als die Hälfte alleine in einem der fünfzig größten städtischen Zentren.

Obwohl im Land weitaus mehr Raum vorhanden ist als in Europa, erreicht man damit trotzdem einen durchaus vergleichbaren Verstädterungsgrad. Alleine die "Ciudad de México" hat sich inzwischen zu einer Megametropole von mehr als zwanzig Millionen Menschen entwickelt. Und dabei hat sich das zusammenhängend bebaute Gebiet weit über den "Distrito Federal" - das eigentliche Verwaltungsgebiet der Hauptstadt - ausgedehnt. Ähnlich wie zum Beispiel Washington oder das australische Canberra ist die Kapitale nämlich weder einem der mexikanischen Bundesstaaten zugeordnet noch - wie Berlin oder Wien - selbst ein Teilstaat, sondern mit nur begrenzter Selbstverwaltung der Republik direkt unterstellt.

Mit Washington verbindet México zudem nicht nur die Tatsache, dass die ursprünglichen Grenzen längst nicht mehr ausreichen und die Stadt in die benachbarten Bundesstaaten hinaus gewachsen ist. Wie die Hauptstadt des großen Nachbarn - die von den US-Amerikanern meist mit "DC" als Abkürzung für den "District of Columbia" bezeichnet wird - nutzen auch die Mexikaner oft einfach eine Buchstabenkombination und gehen mit diesem "DF" jeder Verwechslungsgefahr mit dem offiziell "Estados Unidos Mexicanos" heißenden Land aus dem Weg.

Immer neue Hotelbauten wachsen entlang der "Bahia de Banderas" in den Himmel

Verkompliziert wird die Situation auch noch dadurch, dass es außerdem einen Bundesstaat mit dem Namen "México" gibt. Dieser umschließt die Hauptstadt auf drei Seiten und teilt sich mit ihr das zentrale, abflusslose Hochtal "Valle de México". Alle Bezeichnungen gehen auf das in dieser Region einst lebende Volk zurück, das in der abendländischen Geschichtschreibung fast ausschließlich als "Azteken" bekannt ist, sich selbst aber "Mexica" nannte.

Erst mit der Unabhängigkeit, den sich die zuvor im "Vizekönigreich Neu-Spanien" organisierte Kolonie im ersten Viertel des neunzehnten Jahrhunderts erkämpfte, erweitertet sich die Bedeutung des Namens und wurde nicht mehr nur für die bedeutende, zentrale Region sondern für das ganze Land verwendet. Dieses nennt man intern meist nur "la república", während man nicht nur im Falle von México sondern auch bei anderen Bundesstaaten in den Nachrichten einfach von "el estado" spricht, wenn klar ist, auf welches Gebiet sich die Meldung bezieht.

Von Nord nach Süd kann man in der Ciudad de México rund siebzig Kilometer ununterbrochen durch bebautes Gebiet fahren. Von Ost nach West sind es immerhin vierzig. Und wohl nur die beiden hohen Bergreihen, die das auf mehr als zweitausend Meter liegende Hochtal noch einmal um zwei bis drei Kilometer überragen, verhindern, dass dieser gigantische Siedlungsbrei auch auf die beide weniger als hundert Kilometer entfernten und ebenso stetig größer werdenden Millionenmetropolen Puebla und Toluca ausgreift.

Guadalajara als zweitwichtigste Metropole ist ebenfalls über die eigenen administrativen Grenzen hinaus und mit mehreren Nachbarstädten zu einem einzigen dicht besiedelten Großraum verwachsen, der etwa fünf Millionen Einwohner zählt. Und im Norden von Mexiko sieht es in Monterrey mit einer Gesamtbevölkerung von mehr als vier Millionen in Stadt und Vororten kaum anderes aus.

Andere Gebiete des Landes sind dafür dann kaum besiedelt. Gerade in den Wüsten- und Bergregionen im Norden und den Urwäldern des Südens erreicht die Besiedlungsdichte durchaus skandinavische Werte, was angesichts des bekanntlich ziemlich einsamen europäischen Nordens schon eine klare Aussage ist. Und mancher mexikanische Bundesstaat kann diesbezüglich sogar mit der einen oder anderen kanadischen Provinz mithalten.

Weit reicht der Blick über die weite Bucht auf die sich viele Kilometer die Küste entlang ziehenden Ferienanlagen

Doch nicht nur in blanken Zahlen unterscheidet sich die Bevölkerung von Stadt und Land erheblich. Auch die sozialen Gegensätze sind wie in vielen der sogenannten Schwellenländer weiterhin beträchtlich. Während in den Metropolen moderne Hochhaustürme aufragen, man mit Hilfe von Mobiltelefon und Computer kommuniziert, scheint gerade in entlegeneren Dörfern die Zeit oft mindestens fünfzig Jahre oder noch länger stehen geblieben zu sein.

Statt vielspuriger Stadtautobahnen sieht man dort Gassen, die noch immer auf ihren ersten Asphaltbelag warten. Anstelle spritschluckender Geländewagen und Nobellimousinen benutzt man dort weiterhin Eselskarren und Tragtiere. Und längst nicht überall werden auf den Feldern Maschinen eingesetzt. So mancher Acker wird vielmehr wie seit Generationen weitgehend mit der Hand bewirtschaftet. Dass man in solchen Regionen relativ wenig Interesse an Volksläufen hat, ist durchaus nachvollziehbar.

Und so hat nicht nur jede der größeren Städte einen eigenen Marathon oder zumindest einen Halbmarathon sowie mehrere kürzere Rennen im Veranstaltungskalender stehen. Es gibt umgekehrt auch praktisch keine Wettkämpfe abseits der urbanen Großräume oder der touristischen Zentren. Trotz seiner inzwischen immerhin etwa dreihunderttausend Einwohner ist Puerto Vallarta tendenziell eher in die zweite Kategorie einzuordnen.

Schließlich zählt es - obwohl hierzulande weitgehend unbekannt - zu den wichtigsten Badeorten des Landes. Rund fünfzig Prozent der Wirtschaftsleistung der Stadt erbringen die Umsätze der Feriengäste. Und auch etwa die Hälfte aller Arbeitsplätze lässt sich in Hotels, Restaurants oder Transportbetrieben finden. Ohne den Tourismus wäre es einem kleinen Hafenstädtchen ganz sicher nicht gelungen, seine Bevölkerung innerhalb von gerade einmal fünfzig Jahren von damals fünfzehntausend Menschen um den Faktor zwanzig zu steigern.

Rund siebenhundert Kilometer im Westen der Hauptstadt Ciudad de México dehnt sich an der mittleren mexikanischen Pazifikküste eine hufeisenförmige Bucht von rund dreißig Kilometer Durchmesser aus. "Bahía de Banderas", also "Bucht der Flaggen" heißt sie. Und von den meisten Geologen wird sie für jene Stelle gehalten, aus der die Südspitze der sich noch weiter westlich erstreckende Halbinsel Baja California vor zehn bis fünfzehn Millionen Jahren durch die Plattentektonik heraus gerissen wurde.

Leguane gehören zu den typischsten Tieren Mexikos und sind selbst mitten im Stadtgebiet von Puerto Vallarta oft in den Grünanlagen zu beobachten

Im Norden und insbesondere im Süden reichen Gebirgsausläufer, die bereits wenige Kilometer von der Küste entfernt die Tausend-Meter-Marke übertreffen, praktisch direkt ans Wasser heran. Nur im mittleren Teil der Bucht erstreckt sich eine relativ ebene Fläche, die sowohl in der Länge als auch in der Breite eine Maximalausdehnung von etwa zwanzig Kilometern hat und durch die der aus den Bergen kommende Río Ameca seine letzten Meter bis zum Meer zurück legt. Erst dahinter bestimmen dann die "Sierra Madre Occidental" ebenfalls wieder das Bild.

Genau dort wo das im unteren Bereich mit tropischer Vegetation ausgestattete Gebirge an den südlichsten Teil dieser Ebene heran rückt, findet sich umgeben von einem imposanten Panorama die alte Zentrum von Puerto Vallarta. Da zudem etliche langestreckte Sandstrände die Bucht umgeben, hat das bis Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts "Las Peñas" heißende und später nach dem mexikanischen Politiker Ignacio Vallarta umbenannte Städtchen schon von Natur aus vieles mitbekommen, was ein Urlaubsziel auszeichnet.

Doch obwohl man deswegen schon relativ früh in der Stadtgeschichte erste Feriengäste begrüßen konnte, benötigte es ausgerechnet eines Hollywood-Streifens, um die Entwicklung richtig anzuschieben. Im Jahr 1963 drehte John Houston rund um die Bahía de Banderas nämlich den Film "Die Nacht des Leguans". Selbst wenn sie in dem Beziehungsdrama von Tennessee Williams eigentlich nur eine winzige Nebenrolle einnehmen, sind die im Englischen und Spanischen "Iguanas" genannten Echsen übrigens in der Region tatsächlich ziemlich häufig anzutreffen.

Hauptdarsteller des Filmes waren Deborah Kerr, Ava Gardner und Richard Burton. Da Burton außerdem von Elizabeth Taylor zum Drehort begleitet wurde, obwohl beide zu jener Zeit noch mit jeweils anderen Partnern verheiratet waren, fielen zusätzlich zum Filmteam noch etliche Vertreter der Klatschpresse in Puerto Vallarta ein und brachten das Städtchen so in die internationalen Schlagzeilen.

Burton kaufte bald darauf eine Villa und schenkte sie Taylor zum Geburtstag. Und auch nach dem Ende der Arbeiten lebten beide in Mexiko, so dass die Nachrichten von dort weiterhin nicht abrissen. Houston erwarb ebenfalls ein Haus in der Region und kehrte regelmäßig zurück. Und weitere Filmstars folgten. Durch die vielen Berichte angelockt, kamen mit der Zeit dann auch mehr und mehr amerikanische Touristen in den einst so verschlafenen Hafenort.

Aus einem verschlafenen Hafenstädtchen ist innerhalb weniger Jahrzehnte eines der größten touristischen Zentren des Landes geworden

Puerto Vallarta begann deswegen erst langsam, dann immer stärker zu wachsen. Und später setzte man dem Regisseur für seinen Beitrag an diesem Prozess mitten im alten Zentrum ein Denkmal. Wegen der sich südlich der Stadt massiv in den Weg stellenden Berge blieb als Hauptrichtung für die Ausdehnung allerdings nur die Ebene im Norden, wodurch sich die leicht paradoxe Situation ergibt, dass dieses tatsächlich "Centro" genannte Viertel ziemlich am Rand des Stadtgebietes zu finden ist.

Neben der wie oft in Lateinamerika "Malecón" genannten Uferpromenade - eigentlich bezeichnet der Begriff nur eine begehbare Kaimauer - mit ihren vielen Skulpturen ist dort vor allen Dingen die "Iglesia Nuestra Señora de Guadalupe" schon alleine wegen der an eine Krone erinnernden Turmhaube der wichtigste Anziehungspunkt. Obwohl eigentlich nur eine große Pfarrkirche wird sie von den Einheimischen meist als "Catedral" bezeichnet.

Vom "Centro" aus reiht sich entlang der Küste längst für viele Kilometer praktisch ein Hotel ans nächste. Und dahinter entstanden etliche Siedlungen für die von den Arbeitsplätzen angelockten Neubürger sowie die für diese benötigte Infrastruktur. In die besseren dieser Wohnanlagen kaufte sich zudem so mancher "snow bird" ein. So werden Winterflüchtlinge aus Kanada oder dem Norden der USA genannt, die Eiseskälte und Schneemassen in der Heimat aus dem Weg gehen, indem sie gleich mehrere Monate im Süden verbringen.

Auch ein neuer Hafen entstand einige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Allerdings legen dort nicht etwa Frachter, Tanker oder Containerschiffe an. Auch die Marina erfüllt rein touristische Zwecke. In den von Hotels und Ferienwohnungen umgebenen Becken liegen hunderte Yachten und Segelboote vor Anker. Und praktisch jeden Tag kommt auf der vielbefahrenen Route entlang der Pazifikküste ein Kreuzfahrtschiff vorbei.

Ein Bummel auf der langen, gut ausgebauten Strandpromenade von Puerto Vallarta, dem "Malecón" ist dank der vielen verschiedenen Skulpturen ziemlich abwechslungsreich

Der bis ans Meer heran reichende Flughafen verhinderte aber genau wie der in seiner Nähe in den Ozean mündende Río Ameca, dass die Beherbergungsbetriebe noch weiter nach Norden ausgreifen konnten. Etwa ein halbes Dutzend Mal pro Tag wird der "Aeropuerto Internacional de Puerto Vallarta", der mit zweieinhalb Millionen Passagieren pro Jahr zu den zehn verkehrsreichsten Flughäfen des Landes zählt, alleine von der Hauptstadt Ciudad de México aus angeflogen.

Nach Guadalajara, das zwar in der Luftlinie nur zweihundert Kilometer entfernt, aber durch das bergige Gelände nur nach einer vier- bis fünfstündigen Autofahrt zu erreichen ist, und nach Monterrey bietet Aeromexico ebenfalls regelmäßige Verbindungen. Doch landen zudem noch viele Maschinen aus den großen Städten der Vereinigten Staaten oder Kanadas, bringen neue Urlauber vorbei und holen andere ab. Wer aus Europa nach Puerto Vallarta reisen möchte, kommt allerdings um ein Umsteigen irgendwo auf dem amerikanischen Kontinent nicht herum.

Am Flughafen befindet sich auch der Wendepunkt für den Halbmarathon von Puerto Vallarta, der seit einem Jahrzehnt immer Anfang November am Rande der Altstadt gestartet wird. Doch noch einen zweiten "medio maratón" - wie die Einundzwanzig-Kilometer-Distanz in der spanischen Sprache genannt wird - gibt es im Großraum, auch wenn es nicht mehr auf dem Areal der Stadt selbst ausgetragen wird.

Das endet nämlich am Río Ameca. Und mit dem Überqueren der Brücke wechselt man nicht nur in den benachbarten, genau wie die Bucht "Bahía de Banderas" heißenden "municipio" hinüber. Man hat sogar den Bundesstaat Jalisco verlassen und befindet sich jetzt auf dem Boden des "estado" Nayarit. Fast auf seiner gesamten Länge bildet der Fluss nämlich die Grenze zwischen den beiden Territorien.

Von den nun einunddreißig Staaten der mexikanischen Föderation gehört Nayarit eindeutig zu den jüngeren. Erst 1917 war das Gebiet nämlich zur souveränen Landesteil erklärt worden. Und nur drei andere "estados" haben ein noch späteres Gründungsdatum. Zuvor gehörte die etwa die Fläche Brandenburgs umfassende, aber weniger als eine Million Einwohner zählende Region zu Jalisco, wurde dann aber aus diesem heraus gelöst.

Hundert Jahre später gibt es im Bereich von Purto Vallarta allerdings wieder eine Klammer zwischen den beiden. Denn längst fängt die Stadt - schon alleine wegen fehlender anderer Möglichkeiten - an, über den Grenzfluss hinaus zu greifen. Direkt in Norden seiner Mündung beginnt nämlich die nächste große Hotelzone, die sich mehrere Kilometer die Küste entlang zieht. "Nuevo Vallarta" - also "Neu-Vallarta" - hat man dieses Areal dann ganz einfach getauft.

Direkt hinter der Stadt mit ihren großen Yachthafen beginnen die Berge "Sierra Madre Occidental"

Gerade einmal drei Wochen nach dem Rennen auf der anderen Seite des Río Ameca wird im Bereich dieses neu errichteten Urlaubszentrums nun auch bereits zum fünften Mal der zweite Halbmarathon der "Zona Metropolitana de Puerto Vallarta" ausgetragen. Und obwohl sie ein paar Jahre jünger ist, hat diese Veranstaltung bereits den etwas größeren Zuspruch - eine Aussage, die man allerdings auch nicht überbewerten sollte.

Nach europäischen Maßstäben handelt es sich bei beiden nämlich maximal um etwas größere Volksläufe. Während beim "Medio Maratón de Puerto Vallarta" zusammen mit dem als Rahmenprogramm ausgetragenen Fünf-Kilometer-Lauf insgesamt vier- bis fünfhundert Teilnehmer ihre Meldung abgeben, sind es nördlich des Flusses, wo man zusätzlich zur namensgebenden Distanz noch ein Rennen über zehn Kilometer anbietet, in der Summe etwa siebenhundert Starter.

Das hat die Organisatoren von Nuevo Vallarta allerdings keineswegs davon abgehalten der Gemeinschaft internationaler Laufveranstaltungen AIMS beizutreten, bei der man nun in einem Zug mit den Marathons von Berlin, Boston oder Tokio genannt werden kann. Um die in dieser Bemerkung unvermeidlich durchschimmernde Ironie gleich wieder ein wenig heraus zu nehmen, sei allerdings erwähnt, dass sich in der Liste der Mitglieder durchaus einige noch kleinere Rennen finden lassen.

Der Aufnahmeantrag für einen solchen Kreis zeigt aber trotzdem, dass man sich im Touristenzentrum keineswegs nur auf lokales Interesse beschränken will sondern den Lauf auch international aufstellen möchte. Insbesondere Läufer aus den beiden großen Ländern im Norden, die zum Jahresende noch ein paar Tage in der Wärme verbringen wollen, hat man dabei außer Frage im Blick.

Doch ist die Mitgliedschaft in dieser Organisation bei mexikanischen Veranstaltern ohnehin ziemlich beliebt. Immerhin fünfzehn Rennen aus dem Land finden sich inzwischen im Verbund der AIMS. Nur wenige Staaten sind dort noch häufiger vertreten. Deutschland gehört genauso wenig dazu wie Österreich oder die Schweiz. In Europa haben sich ohnehin nur aus Italien mehr Läufe der Gemeinschaft angeschlossen.

Futuristisch und hypermodern oder traditionell und rustikal - auch in Puerto Vallarta lassen sich für beide mexikanischen Extreme fotogene Beispiele entdecken

Auch die offizielle Bezeichnung "Medio Maratón Turístico Riviera Nayarit" gibt ein wenig von den höheren Ambitionen wieder. Schließlich bezieht sich die von Werbestrategen ausgeheckte Bezeichnung "Riviera Nayarit" auf einen mehrere hundert Kilometer langen Küstenabschnitt, bei dem Nuevo Vallarta nur den südlichen Endpunkt darstellt, der allerdings über die weitaus meisten Gästebetten verfügt, während es in den Dörfern und Städtchen weiter in Norden noch weitaus beschaulicher zugeht.

Doch handelt es sich dabei eben auch um gewachsene Ortschaften. In dem auf dem Reißbrett geplanten Nuevo Vallarta herrscht dagegen weitgehend eine touristische Monokultur aus Hotels und Ferienhäusern sowie mehreren Golfplätzen und einer weiteren kleinen Marina. Diese ist sogar weitgehend von der Außenwelt abgeschottet. Egal welche Zufahrt man auch nimmt, ein mit einem Schlagbaum versehenes und von einem Sicherheitsdient bewachtes Portal ist nämlich immer zu passieren.

Ungewöhnlich sind solche Anlagen in Mexiko keineswegs. Auch neugebaute Wohnviertel werden oft von einer Mauer umgeben, auf der zusätzlich meist auch noch Stacheldraht oder ein elektrischer Zaun thront, und lassen sich einzig und allein durch gesicherte Zufahrten betreten. An den Wächterhäuschen vorbei kommt nur, wer dort wohnt oder jemanden besuchen möchte - in diesem Fall aber in der Regel nur mit ausdrücklicher Erlaubnis. "Einfach mal so" lässt sich eine solche "urbanización cerrada" gar nicht betreten.

Wie in anderen Schwellenländern, aber auch Nationen wie USA, in denen große soziale Gegensätze - und damit oft auch eine erhöhte Kriminalitätsrate - existieren, kapseln sich in Mexiko die etwas besser Gestellten zunehmend von ihren finanziell weniger gut ausgestatteten Mitbürgern ab. Keineswegs nur Luxusvillen findet man in solchen Wohnanlagen. Auch manches, was man hierzulande eher unter "Reihenhaussiedlung" einordnen würde, versteckt sich hinter Zäunen und Mauern.

Wirklich kontrollieren lässt sich bei einem Gebiet wie Nuevo Vallarta, in dem sich etliche tausend Urlauber auf mehr als ein Dutzend große Hotels verteilen und zudem auch noch ähnlich viele Menschen arbeiten, die Zugangsberechtigung natürlich nicht. Und so reicht es am Freitag vor dem Rennen für jene Läufer, die außerhalb der großflächigen Ferienanlage Quartier genommen haben, die sich in einem Hotel befindende Startnummernausgabe zu erwähnen, um problemlos passieren zu können.

Die Startnummernausgabe verliert sich im "Gran Salón" des "Hotel Marival" ein wenig

Diese verliert sich im "Gran Salón" des "Hotel Marival" ein wenig. Denn die dort ebenfalls stattfindende "Expo" fällt deutlich kleiner aus, als es die Organisatoren aus einer in Jaliscos Hauptstadt Guadalajara beheimatete Agentur wohl erwartet haben. Nicht einmal eine Handvoll Verkaufs- und Werbestände sind dort aufgebaut, so dass im Saal noch ziemlich viel freier Raum vorhanden ist, den man zu durchqueren muss, bevor man die an der Rückseite aufgebauten Tische erreicht hat.

Neben dem Umschlag, in dem sich die Nummer und das in Mexiko recht weit verbreitete Chipplättchen zur Zeitmessung finden, bekommt man dort auch die im Preis inbegriffene "camiseta". Schließlich hat man für eine Meldung immerhin vierhundertfünfzig mexikanische Pesos - umgerechnet etwa fünfundzwanzig Euro - zu entrichten. Damit bewegt sich der Halbmarathon von Nuevo Vallarta eher im oberen Bereich der nationalen Skala. Die Konkurrenz am anderen Flussufer ist zum Beispiel immerhin zweihundert Pesos günstiger.

Keineswegs unüblich ist die extrem farbenfrohe Gestaltung des T-Shirts. Neben den ohnehin schon bunten Logos von Veranstaltung und Urlaubsregion auf der Brust hat man als großflächigen Hintergrund auch noch Palmen und Vögel aufgedruckt. Der typische vielfarbige Schriftzug "México" auf der Rückseite zeigt zudem die Unterstützung des Laufes durch den mexikanischen Tourismusverband.

Ein wenig holprig gerät allerdings manchmal die Kommunikation mit den Helfern hinter den Tischen. Denn eine ganze Reihe von ihnen beherrscht außer Spanisch eigentlich keine andere Sprache in einigermaßen brauchbarer Form. Gerade angesichts der relativen Nähe sowie des erheblichen wirtschaftlichen und kulturellen Einflusses der USA ist es recht erstaunlich, wie wenig das Englische in der mexikanischen Bevölkerung verbreitet sind.

Zwar lässt sich durchaus bemerken, dass die Kenntnisse zu steigen scheinen, je geringer das Alter wird, und viele Jüngere in der Sprache des großen Nachbarn durchaus halbwegs fließend verständigen können. Aber von der älteren Generation tun sich selbst viele, die eigentlich eine gute Ausbildung besitzen, mit dem Englischen doch relativ schwer. Und je weiter man sich von den Städten weg und ins Land hinein begibt, umso häufiger macht man entsprechende Erfahrungen.

Noch in der Dunkelheit versammelt sich das Läuferfeld zum Start

Selbst in Tourismusgebieten wie Puerto Vallarta, in denen man eine Vielzahl von Gästen aus dem anglophonen Norden hat, ist keineswegs garantiert, das man an Hotelrezeptionen, in den Büros von Mietwagenfirmen oder in Informationszentren wirklich immer einen entsprechend sprachkundigen Gegenüber findet. Es kann also keineswegs schaden, sein Spanisch rechtzeitig ein wenig aufzubessern.

Zumal es selbst bei im Englischen recht bewanderten Mexikanern extrem gut ankommt, wenn man den Kontakt mit ihnen erst einmal in ihrer eigenen Sprache sucht. Neben den stets gültigen Argumenten - wie zum Beispiel dem Zeigen von Interesse am Gastgeberland - kommt in diesem Falle nämlich noch hinzu, dass sich der Beliebtheitsgrad der US-Amerikaner südlich des Rio Grande ziemlich in Grenzen hält.

Dass nach dem mexikanisch-amerikanischen Krieg zwischen 1846 und 1848 Mexiko an die Vereinigten Staaten mehr als ein Drittel seines ursprünglichen Territoriums - weitgehend identisch mit den heutigen Bundesstaaten Arizona, Kalifornien, Nevada, Utah Colorado, New Mexico und Texas - abtreten musste, spielt dabei inzwischen eine eher untergeordnete Rolle, obwohl es den einen oder anderen Mexikaner weiterhin schmerzt.

Viel schwerer wiegt, dass die USA Lateinamerika jahrzehntelang als ihren ureigenste Einflusszone betrachteten, in der sie nach Belieben schalten und walten wollten. Auch gegenüber Mexiko versuchte der mächtige Nachbar immer wieder so zu agieren. Und obwohl das Land einerseits stets versuchte, sich gegenüber dieser Dominanz irgendwie zur Wehr zu setzen, brauchte und braucht man andererseits für die eigene Wirtschaft die Kapitalzufuhr aus dem Norden. So mischen sich bei den Mexikanern dann auch Minderwertigkeitskomplexe mit enormem Nationalstolz.

Doch nicht nur im Großen legen die USA gegenüber ihrem vermeintlichen "Hinterhof" immer wieder einmal eine gewisse Arroganz an den Tag. Auch so mancher amerikanische Urlauber fällt den Einheimischen durch ziemlich überhebliches Benehmen, schroffen Kommandoton und lautstarke Beschwerden über irgendwelche Kleinigkeiten extrem unangenehm auf. Da ist es kein Wunder, dass die "Gringos" im Land keine besonders hohen Sympathiewerte erreichen.

Praktisch direkt in den Sonnenaufgang hinein wird das Feld gestartet

Da diese nach "bester" angelsächsischer Tradition meist davon ausgehen, dass jeder Mensch auf der Welt gefälligst Englisch zu sprechen habe, kommt als Kontrastprogramm dazu selbst der Einsatz von einigen wenigen spanischen Brocken schon positiv an. Wer sich zudem noch mit einem "soy alemán" - oder im Plural "somos alemanes" - als Gast aus dem fernen Europa zu erkennen geben kann, wird mit großer und wirklich ehrlicher Freundlichkeit aufgenommen. Gerade Deutschland hat - aus welchen Gründen auch immer - in Mexiko nämlich einen recht guten Ruf.

Viele deutsch klingende Namen werden sich später in der Ergebnisliste des Medio Marathon Riviera Nayarit nicht finden lassen. Man kommt nur etwa auf eine Handvoll. Und manchmal trügt sogar den Schein. Denn jener "Peter Pollhammer", der über zehn Kilometer in 48:17 die höchste ausgeschrieben Altersklasse "varonil 65 y mas" - die Einteilung beginnt erst mit M40 und endet für die Frauen noch fünf Jahre früher - gewinnt, stammt in Wahrheit aus Kelowna in der kanadischen Provinz British Columbia.

Obwohl man von Seite der Veranstalter das Rennen sogar mit dem englischen Motto "I run, I live" versehen hat, das man nicht nur auf dem großen Transparent über dem Eingang zur Startnummernausgabe sondern auch auf etlichen Plakaten entlang der um das Hotelzentrum herum führenden Hauptstraße lesen kann, machen sich allerdings auch seine Landsleute und die US-Amerikaner in Nuevo Vallarta eher rar. Die weitaus meisten Teilnehmer sind trotz des internationalen Anspruches auch weiterhin Einheimische.

Es ist noch stockdunkel, als die Läufer, die außerhalb der Hotelzone geschlafen haben, ein weiteres Mal die Kontrollhäuschen passieren. Denn der Start für beide Rennen ist bereits für sieben Uhr morgens angesetzt. Und da die Stadt etwa auf dem zwanzigsten Breitengrad zu finden ist, sind trotz sommerlicher Temperaturen Ende November die Tage auch in Puerto Vallarta ein wenig kürzer. Allerdings zeigt sich die Sonne immerhin noch rund elf Stunden am Himmel, so dass man als dunkelheitsgeplagter Mitteleuropäer einiges an Licht tanken kann.

Vorbei an riesigen Hotelpalästen führt die Laufstrecke erst einmal nach Norden

So ist der aufblasbare Start und Zielbogen, der sich direkt vor jenem Hotel Marival befindet, in dem man am Tag zuvor seine Unterlagen bekommen hat, dann auch in das gleißende Licht mehrerer großer Scheinwerfer getaucht. Auf einer kleiner geschotterten Freifläche daneben stehen offene Zelte für die übrige Infrastruktur. Doch allzu viel Raum nimmt diese nicht ein, so dass wer früh genug vor Ort ist, sogar noch einen Parkplatz in nur wenigen Schritten Entfernung zur Startlinie finden kann.

Wirklich große Aufbauten sind bei Temperaturen, die schon vor Sonnenaufgang deutlich über der Marke von zwanzig Grad liegen, und einer Luftfeuchtigkeit von siebzig bis achtzig Prozent auch gar nicht nötig. Alles spielt sich mehr oder weniger unter freiem Himmel abspielen. Und selbst auf Umkleidekabinen kann man verzichten. Denn mehr als ihr Sportdress tragen ohnehin die wenigsten Ankommenden am Körper.

Dieses Wetter ist ziemlich typisch für die Jahreszeit. Doch sind die Schwankungen an der mittleren mexikanischen Pazifikküste sowieso eher gering. Zwischen den höchsten und tiefsten Durchschnittstemperaturen der einzelnen Monate liegen nämlich wenig mehr als ein halbes Dutzend Thermometerstriche. Und fast immer wird dabei auch der Höchstwert von dreißig Grad erreicht.

Einzig die Niederschläge variieren im Verlauf des Jahres erheblich. Es gibt sogar eine echte Regen- und eine regelrechte Trockenzeit. Denn während des Sommers werden von Juni bis September die zehn- bis zwanzigfachen Werte des "Winterhalbjahres" gemessen. In einem einzigen dieser Monate kann dann durchaus einmal beinahe die gleiche Menge herunter kommen, die manche deutsche Stadt in einem ganzen Jahr registriert. So ist die Wahl des Halbmarathon-Termins auch aus klimatischer Sicht durchaus nachvollziehbar.

Nach und nach füllt sich die Startzone. Allerdings geht es dabei entsprechend der meist recht entspannten Mentalität der Mexikaner eher gelassen zu. Wo anderswo längst alle Teilnehmer anwesend wären und man kurz vor dem Start bereits leichte Hektik spürbar würde, trudeln in aller Seelenruhe immer noch neue Laufwillige ein. "Rechtzeitig" hat in Mexiko eben eine völlig andere Bedeutung als in Mittel- oder Nordeuropa.

Kurzeitig verlässt man nach einigen Kilometern das umzäunte Gelände des Urlaubskomplexes an einem der von einem Sicherheitsdienst bewachten Portale

Im Kontakt mit Einheimischen sollte man sich jedenfalls an eine ziemliche Lockerheit und Flexibilität im Umgang mit getroffenen Absprachen gewöhnen. "Fünf Minuten" werden da auch schnell einmal zu einer halben Stunde oder mehr. Selbst ein erst gestern noch verbindlich ausgemachter Termin kann heute schon wieder keine Gültigkeit mehr haben. Und langfristig geht diesbezüglich in der Regel sowieso nichts. Improvisation gehört einfach zum mexikanischen Alltag.

Zeitpläne sind häufig einzig und alleine dazu da, um bereits wenig später komplett über den Haufen geworfen zu werden. Denn mit jeder weiteren Person, die ihre Meinung in die Diskussion einwirft, entsteht eine neue, oft völlig andere Ausgangssituation. Man ist damit schnell wieder bei null angekommen. Und mit einer neuen Planungsrunde beginnt das ganze Spiel von vorne. Dass die Mexikaner dann allerdings andererseits ausgerechnet eine Affinität zu den in vieler Hinsicht fast schon überorganisierten Deutschen verspüren, will dazu nicht unbedingt passen.

Obwohl Mexiko im geographischen Sinn eigentlich eindeutig zu Nordamerika gehört, tut sich damit natürlich eine gewaltige kulturelle Kluft zu den angelsächsisch geprägten Nachbarn auf, das Land nicht nur trotzdem meist in der Schublade "Mittelamerika" landen lässt, sondern eben auch im direkten Aufeinandertreffen durch gegenseitiges Unverständnis zu einer gewissen Eskalation führen kann.

Bei mexikanischen Laufveranstaltungen ist von mangelnder Organisation, Vorbereitung und Planung jedoch nicht das Geringste zu bemerken. Dort entspricht eigentlich alles absolut dem nordamerikanischen oder europäischen Standard. Und zeitliche Verzögerungen gibt es schon gar nicht. Wie in der Ausschreibung angekündigt - "siete horas en punto" ist dort zu lesen - wird genau um sieben Uhr gestartet.

Gemeint ist damit wohlgemerkt die in Puerto Vallarta gültige Zeit. Denn im Gegensatz zum Osten und zur Mitte Mexikos, der inklusive des Bundesstaates Jalisco zur Mitteleuropäischen Zeitzone sieben Stunden Differenz hat, ist Nayarit gemeinsam mit vier weiteren "estados" noch eine weitere Stunde zurück. Und der Nordteil der Halbinsel Baja California hat sich sogar für die auch in Kalifornien gültige "Pacific Time" mit neun Stunden entschieden. Allerdings leben dort auch fast drei Viertel der Bevölkerung in den beiden Städten Tijuana und Mexicali direkt an der US-Grenze.

Nach der Umrundung des mit Palmwedeln gedeckten Wärterhäuschen … ... landet man allerdings bald wieder vor jenem schlossähnlichen Hotel, an dem der kleine Umweg begonnen hatte

Obwohl das zum Bundesstaat Nayarit gehörende Nuevo Vallarta so eigentlich eine andere Uhrzeit als das jenseits des Río Ameca gelegene Puerto Vallarta haben müsste, operiert man aus dem gleichen Argument - also wegen der Nähe zur Schwesterstadt - mit deren Zeit. Die früher eher inoffizielle Regelung ist seit einigen Jahren auch von amtlicher Seite bestätigt, womit die zuvor häufig aufkommende Konfusion zum Beispiel bezüglich der Abgangszeiten von Flügen oder Bussen ein Ende hat. Nun springt die Zeit weiter nördlich irgendwo im menschenleeren Urwald.

Vor dem pünktlichen Start spielt erst noch eine Marinekapelle aus der "base naval" in Puerto Vallarta auf. Und anschließend steht wie bei den Nachbarn im Norden zudem die mexikanische Nationalhymne auf dem Programm. Während man in den USA oder Kanada allerdings andächtig den meist direkt vor Ort a capella vorgetragenen Zeilen lauscht, stimmen die Mexikaner aus voller Brust in den Gesang ein.

Und sie im Refrain dann als "Mexicanos" selbst auftauchen, wird es noch einmal deutlich lauter. Es gibt aber auch praktisch niemanden in Mexiko, der den Text nicht auswendig können würde. Wer nicht allzu spät mit dem Auto angereist ist, hat die schwungvolle Melodie schon einmal zu Ohren bekommen. Denn jeden Morgen um sechs Uhr wird die Hymne von allen Radiosendern des Landes durch den Äther geschickt.

Nachdem die letzten Sekunden herunter gezählt sind und sich das noch einigermaßen überschaubare Feld in Bewegung gesetzt hat, braucht man nur wenige Schritte, um das grelle Licht der Scheinwerfer zu verlassen und in eine hauptsächlich mit Palmen bewachsene Allee einzutauchen. Nicht umsonst heißt die hinter den Strandhotels entlang führende Straße "Paseo de los Cocoteros" - übersetzt "Kokospalmen-Promenade".

Jetzt zeigt sich, wie gut die Startzeit eigentlich gewählt ist. Denn während man nach Norden läuft, beginnt sich der Himmel über den Bergen auf der rechten Seite immer stärker in rot und orange zu färben. Das Feld ist praktisch direkt in den Sonnenaufgang hinein gestartet worden. Mit beinahe jedem zurück gelegten Meter wird es nun ein wenig heller. Und auf der nicht mit übermäßig vielen Straßenlampen versehenen "ruta" ist dies durchaus von Vorteil.

Der "Paseo de los Cocoteros", auf dem man einen großen Teil des Rennens absolviert, trägt mit seinem tropischen Bewuchs den Namen "Kokospalmen-Promenade" keineswegs zu Unrecht

Schließlich muss man in besiedelten Gebieten jederzeit mit den sogenannten "topes" rechnen, die für Läufer zu einer ziemlich unangenehme Stolperfalle werden könnten. Kaum eine Ortsdurchfahrt in Mexiko kommt ohne einige diese Bremsschwellen aus. Und selbst auf mehrspurigen Überlandstraßen wird man vor Kreuzungen immer wieder einmal zum Reduzieren der Geschwindigkeit gezwungen.

Angesichts des nicht unbedingt besonders defensiven Fahrstils der meisten Mexikaner lassen sich solche Vorkehrungen aber durchaus rechtfertigen. Gerade auf dem oft ziemlich verstopften Asphalt der Großstädte werden Verkehrsregeln meist recht frei und ziemlich "südländisch" interpretiert. Da können zum Beispiel aus in einem der weit verbreiteten Kreisel auf die Straße gemalten drei Fahrspuren in der Praxis gerne auch einmal vier oder gar fünf werden, von denen der geübte Fahrer dann allerdings trotzdem gleich mehrere mit einem Zug überquert.

Auf rote Ampeln sollte man sich genauso wenig verlassen wie darauf, dass alle beim Abbiegen auch wirklich den Blinker benutzen. Und Geschwindigkeitsbeschränkungen werden - das kennt man allerdings auch von zu Hause zur Genüge - grundsätzlich nur mit einem Zuschlag mindestens einem Viertel akzeptiert. Allerwichtigstes Utensil eines Autos scheint für manchen Mexikaner ohnehin die Hupe zu sein. Doch hat man sich erst einmal an das vermeintlich völlig ungeordnete Gewusel gewöhnt, funktioniert das System eigentlich sogar ganz gut.

Und dann sind da eben noch die "topes". Es ist eines der ersten Worte, das man in Mexiko dazu lernt. Denn obwohl ungefähr die Hälfte der Warnschilder jenes Wellensymbol zeigt, ist der Rest tatsächlich mit diesem Begriff beschriftet. Da manchmal beides zusammen auftaucht, kann man sogar in manchen Fällen den Sinn begreifen, bevor man das erste Mal mit einer Bodenschwelle allzu unsanft Bekanntschaft machen musste.

Gleich mehrere verschiedene Typen von "topes" sind im Einsatz. Die aus mehreren Reihen von Metalltellern bestehende Variante ist sowohl für Autofahrer als auch für Läufer eindeutig die harmloseste, zumal ihre Formationen gelegentlich schon erhebliche Lücken zeigen. Über die komplette Breite der Straße aufmontierte Gummischwellen, die sich mit ihrem Schwarz deutlich vom Asphalt abheben, kann man zwar gelegentlich entdecken, doch sind sie eher die Ausnahme.

Selbst wenn es sich bei den Hotels fast immer um ziemlich wuchtige und klobige Bauten handelt, besitzen die meisten doch das eine oder andere interessante architektonische Detail

Am häufigsten begegnet man vielmehr Bremshügeln aus Asphalt, die zum Teil eine beträchtliche Höhe erreichen. Eigentlich hat man diese ebenfalls farblich abgesetzt. Doch oft sind diese gelben Markierungen bereits so abgefahren, dass man die Kuppe erst im letzten Moment bemerkt - insbesondere wenn nicht jeder "tope" sein eigenes Warnschild hat, sondern mehrere innerhalb von kurzer Zeit hintereinander folgen.

Gerade im Dunklen wäre solch eine unerwartete und kaum sichtbare Erhebung natürlich auch für Läufer extrem unangenehm. Zwar ist die Zahl der Bremshügel in Nuevo Vallarta verglichen mit vielen anderen Orten in Mexiko nicht gerade übermäßig hoch. Doch ab und zu muss man eben auch beim - komplett auf der Straße abgesteckten - Halbmarathon die Füße halt etwas höher heben.

Auf der linken Seite verdecken anfangs mehrere entlang der Küste aufgereihte Hotelkomplexe den Blick auf die Bahia de Banderas. Rechts dehnt sich dagegen unbebautes, von Büschen und niedrigen Bäumen bewachsenes Brachland aus. Zum einen ist das Gelände ohnehin ziemlich weiträumig angelegt. Zum anderen sind aber längst noch nicht alle Baulücken geschlossen, was spätestens dann klar wird, als nach etwa einem Kilometer auch auf der Seeseite erste offene Flächen auftauchen.

Das Meer kann man aber auch dabei eher aus der Ferne erahnen als wirklich aus der Nähe betrachten. Der "Kokospalmen-Boulevard" hält sich - selbst wenn er dabei mehrere kleine Schlenker vollführt, die ihn auch ohne echte Richtungsänderung optisch nicht als kilometerlange Gerade erscheinen lassen - stets im Abstand von einigen hundert Metern zur Küste. Er ist als reine Zufahrtstraße für die sich am parallel verlaufenden Sandstrand ausdehnenden Hotels konzipiert.

Der zweite Kilometer führt bereits durch weitgehend unbebautes Gelände. Doch kann man wegen der Zäune, von denen viele der Grundstücke umgeben sind, mit ziemlicher Sicherheit vermuten, dass es keineswegs dabei bleiben soll und die Erschließung des Gebietes noch längst nicht abgeschlossen ist. Eines lässt sich allerdings schon zu diesem feststellen: Unter "besonders spektakulär" wird sich der Streckenverlauf vermutlich nicht einordnen lassen.

Immerhin kann man so immer dann, wenn das Buschwerk am Straßenrand ein wenig lichter wird, einen Blick auf den in den verschiedensten Gelb- und Rottönen brennenden Himmel werfen. Es mag vielleicht sogar eher zufällig sein, dass neben Läufern, Palmen und einem durch eine geschwungene blaue Linie stilisiertem Meer auch eine tiefstehende Sonne das Logo der Veranstaltung ziert. Aber es ist durchaus passend.

Die in rosa T-Shirt gekleideten Helfer verteilen an den Verpflegungsstellen kleine Beutel mit fertig abgepacktem Wasser

Irgendwann tauchen dann aber doch wieder die wuchtigen Silhouetten weiterer Bettenburgen vor den Läufern auf. Sie besetzen den Strandabschnitt "Flamingos" und gehören aufgrund der klaren räumlichen Trennung bisher irgendwie noch nicht so richtig zu Nuevo Vallarta. Mittelfristig sollen die beiden Hotelzonen nach den Wünschen der Planer allerdings zu einer Einheit zusammen wachsen. Wo allerdings all die Touristen herkommen sollen, die etliche tausend weitere dabei entstehende Gästebetten füllen könnten, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Ziemlich genau drei Kilometer sind absolviert, als vor einer der luxuriösen Hotelanlagen die erste Wasserstelle auftaucht. Aufgrund der Kombination aus Temperatur und Luftfeuchtigkeit wird sie von vielen schon sehnsüchtig erwartet. Doch die Organisatoren haben sich den für Langstrecken keineswegs optimalen äußeren Bedingungen auch angepasst und deswegen ein weit dichteres Versorgungsnetz als üblich geknüpft.

Nachdem die in rosa T-Shirt gekleideten Helfer der ersten zwei Posten bei den Kilometermarken drei und sechs auf die Läufer warten, wird es in der Folge schon im Abstand von jeweils zwei Kilometer neue Flüssigkeit geben. Für den Halbmarathon sind damit unterwegs neun Getränkestände aufgebaut - mehr als bei so Rennen über die doppelte Distanz. Und da die Laufstrecke weitgehend mit Wendepunktabschnitten ausgelegt ist, verteilen später manche "voluntarios" ihre Bestände zudem auch noch auf der Gegenspur.

Der Begriff "Bestände" ist deswegen absolut passend, weil das Wasser dort nicht in Bechern verteilt wird. Es ist vielmehr in kleine Plastikbeutel - auch international hat sich für sie das ursprünglich französische Wort "sachet" durchgesetzt - eingeschweißt. Diese in Europa weitgehend unbekannten Flüssigkeits-Säckchen sind gerade in Ländern, bei denen es mit dem aus der Leitung kommenden Wassers schon einmal das eine oder andere Problem geben kann, bei Laufveranstaltungen durchaus üblich.

Mit einer weiteren Wende beginnt man endgültig den Rückweg … ... auf dem man ein drittes Mal am schon bekannten Hotelpalast vorbei kommt … … und dann auch alle andere weiteren Ferienanlagen noch einmal in Gegenrichtung passiert

In Südafrika gelten sie nicht nur bei den großen Ultramarathons sondern auch bei praktisch allen anderen längeren Wettkämpfen genauso als absoluter Standard wie während der Rennen in Mexiko. Neben der besseren Wasserqualität haben die Sachets schließlich auch noch den Vorteil, dass sie sich von den Helfern gleich im Dutzend halten und dann ohne irgendeinen Verlust des Inhalts an die Läufer übergegeben lassen. Abnehmer, die sich bei Bedarf zudem gleich mehrere Beutelchen schnappen können, finden sich in Nuevo Vallarta eindeutig genug.

Die Elektrolytgetränke, die man im weiteren Verlauf des Rennens noch bekommt, werden ebenso in Beuteln ausgegeben. Doch im Gegensatz zu den durchsichtigen Wassersäckchen handelt es sich dabei allerdings um Päckchen, die der Getränkesponsor sonst nur im Geschäft vertreibt. Und obwohl diese eigentlich ja ebenfalls für schnelle und einfache Benutzung ausgelegt sein sollten, tut man sich beim Öffnen und Leeren weitaus schwerer.

Kurz hinter der Getränkestelle verlässt die Strecke für einige Zeit den "Paseo de los Cocoteros". An einem Kreisel, neben dem sich ein riesiges und entfernt an ein Schloss erinnerndes Hotel erhebt, in eine der Zufahrtstraßen zum Ferienzentrum ab. Einen knappen Kilometer läuft man den im Osten aufgehenden Sonne entgegen, während auf der durch einen Grünstreifen abgetrennten Gegenfahrbahn der Betrieb langsam zunimmt.

Denn der Ausflug endet ziemlich genau an dem mit Palmwedeln gedeckten Wärterhäuschen. Nur ganz kurz läuft man aus dem umzäunten Gelände hinaus, um dann mit der Umrundung einer kleinen Verkehrsinsel zum ersten Mal den Rückweg anzutreten. Die Teilnehmer des Halbmarathons haben etwa ein Viertel ihrer Distanz hinter sich, die über die zehn Kilometer schon über die Hälfte, als vor ihnen wieder das Rondell mit der nicht ganz unzutreffend "Palace Pacifico" genannten Bettenburg auftaucht, die alleine fast tausend Gäste beherbergen könnte.

Bevor sie jedoch wieder dem Ziel entgegen streben dürfen, müssen die Läufer zuvor erst noch einmal in die andere Richtung den Paseo hinauf. Denn dort ist nach Norden ein weiterer kurzer Begegnungsabschnitt abgesteckt. An einem der Durchlässe in der Grünanlage, von der die Straße auf ihrer vollen Länge geteilt wird, wechselt man dann aber nach etwa einem halben Kilometer doch auf die Gegenfahrbahn und kann nach der dritten Passage der Türme des Palasthotels endgültig den Rückweg über schon bekannten Pfade antreten.

Unter "besonders spektakulär" lässt sich der Streckenverlauf entlang der Ferienanlagen nicht unbedingt einordnen

Für alle, die sich nur für die zehn Kilometer gemeldet hatten, ist dann vor dem Hotel Marival der sportliche Teil der Veranstaltung bereits wieder beendet. Nach dem Überlaufen der Zeitmessmatte gegenüber des Startbogens wartet auf sie eine Medaille und die Verpflegungszone. Der Erste, der dorthin abbiegen kann, ist Diego Arrollo Muñoz. Erst kurz vor dem Ende fängt er den lange Zeit in Führung liegenden und immerhin schon in der Klasse "varonil 50 a 54" laufenden Ignacio Bautista Chavero noch um drei Sekunden ab.

Als wirklich überzeugend lassen sich sind die dabei erzielten Zeiten selbst bei Berücksichtigung der klimatischen Bedingungen allerdings nur schwerlich bezeichnen. Arrollo Muñoz reicht nämlich eine 37:37 für den obersten Platz auf dem Treppchen. Ansonsten schafft es nur noch der Dritte Antonio Orozco Gonzalez mit 39:51 unter die Vierzig-Minuten-Marke. Und ganze einunddreißig Starter legen im Schnitt jeden der zehn Kilometer in weniger als fünf Minuten zurück.

Von den weiblichen Teilnehmern gelingt dies nur der W45-Gewinnerin Adriana Jimenez in 49:52 ganz knapp, womit die Ergebnisse bei den Frauen in Bezug auf die Leistung sogar eigentlich noch schlechter ausfallen als im Herrenbereich. Alondra Nallely Ramos Sahagun sichert sich in 50:40 mit einer Sekunde Vorsprung den zweiten Rang vor der bereits in der W50 antretenden Graciela Hernandez Aro.

Die Halbmarathonläufer setzen ihren Weg dagegen an Start und Ziel vorbei weiter geradeaus fort. Und dabei geht es weit schneller zu. Denn die weit vor dem Feld her laufenden David Gutierrez Miranda und Juan Carlos Razo Juarez sind bereits längst vorbei, als Diego Arrollo Muñoz ins Ziel kommt. Und selbst der Dritte Socorro Valdez Rodriguez lässt den Sieger der kurzen Distanz noch einige Sekunden hinter sich.

Noch deutlicher sieht dieses Bild bei den Damen aus. Denn die Führende Dinora Peña Sanchez benötigt für die ersten zehn Kilometer ihres Rennens beinahe sieben Minuten weniger als die offizielle Siegerin dieser Distanz. Auch Socorro Valdez Rodriguez und Stephanie Murphy sind noch über fünf Minuten schneller. Und insgesamt haben sogar sechs Läuferinnen mit den gelben Startnummern des Halbmarathons ihre Zwischenzeit ausgelöst, bevor die erste Frauen-Endzeit des Zehners notiert wird.

Auch nach dem Passieren des Start- und Zielgeländes geht es für die Halbmarathonis - nun aber ohne die Läufer des Zehners - erst einmal weiter auf dem "Paseo de los Cocoteros" an mehreren großen Hotels vorbei

Weitaus dichter bebaut als der nördliche Teil ist der Süden des Tourismuskomplexes. Zwar ziehen sich auch weiterhin die großen Hotels die Küste entlang. Doch nun stehen auch auf der Landseite der Straße immer öfter einmal Häuser. Gleich mehrere Apartmentanlagen werden passiert. Es sind nicht immer nur reine Ferienwohnungen, die dort angeboten werden. Man kann sich in ihnen auch eine dauerhafte Bleibe erwerben. Und so sind die Einwohnerzahlen Nuevo Vallartas auch ohne Berücksichtigung der jeweils nur kurz verweilenden Urlauber vierstellig.

Doch zu dieser frühen Uhrzeit hat sich natürlich kaum einer von ihnen an die Laufstrecke verirrt - und wenn dann doch eher zufällig. Dichte Zuschauerspaliere kann man nicht erwarten. Der Durchlauf im Zielbereich, wo sich zumindest einige Angehörigen und Freunde versammelt haben, ist abgesehen von den Verpflegungsstellen dann auch einer der wenigen etwas stärker bevölkerten Punkte am Straßenrand. Vom dort aufgesogenen Applaus muss man auf dem Rest der Distanz zehren.

Wie schon in der ersten Hälfte der Strecke verläuft der "Paseo de los Cocoteros" weitgehend geradeaus. Allerdings vollführt er dabei noch immer leichte Schlenker. Zudem müssen auch einige Kreisel umkurvt werden. Allzu weit einzusehen lässt sich der Kurs deswegen also nie. Und selbst wenn es sich bei den Hotels natürlich fast immer um ziemlich wuchtige und klobige Bauten handelt, besitzen die meisten eben doch das eine oder andere architektonische Detail, das sie von allen anderen abhebt und immer wieder für ein wenig optische Abwechslung sorgt.

Eines hat zum Beispiel eine riesige palmgedeckte Eingangshalle direkt an der Straße. Andere setzen sich durch auffällige Zufahrtsportale, kleine bunte Kuppeln auf den Dächern oder ihre farbliche Gestaltung von den übrigen ab. Vielleicht am auffälligsten sind jedoch die beiden übergroßen Gitarren vor dem "Hard Rock Hotel", das man kurz vor dem nächsten Wendepunkt erreicht.

Von den "Hard Rock Cafés", die sich in vielen größeren Städten weltweit finden lassen, haben sicher schon viele einmal gehört. Sie zeichnen sich weniger durch herausragende Küche oder spezielle Getränke aus sondern vielmehr dadurch, dass in ihnen Erinnerungsstücke von bekannten Musikern - neben Goldenen Schallplatten, Kleidung, signierten Fotos oder Plakaten eben insbesondere auch Gitarren - ausgestellt sind. In den letzten Jahren hat man das Konzept zudem auf Hotels übertragen, von denen es inzwischen etwa ein Dutzend gibt.

Eine Brücke führt nach dreizehn Kilometern über den künstlich angelegten Hafen hinweg, in dem etliche Yachten vor sich hin dümpeln

Nach ungefähr nach zwölf Kilometern wird zum dritten Mal die Laufrichtung umgedreht. Und natürlich wechseln die Läufer dabei erneut die Fahrbahnseite. Die Palmen auf dem Grünstreifen in der Mitte können sie sich nun also gleich in doppelter Hinsicht von der anderen Seite betrachten. Vorbei an einem Einkaufszentrum, einem Spielkasino und - man höre und staune - einem kleinen Krankenhaus geht es zurück. Doch nur wenige hundert Meter später biegt die Strecke nach rechts und verlässt ein weiteres Mal die Hauptachse von Nuevo Vallarta.

Und erstmalig auf dem bis dahin brettebenen Kurs geht es dabei auch einige Meter bergan. Denn eine Brücke führt über den künstlich angelegten Hafen hinweg, in dem etliche Yachten vor sich hin dümpeln. Nimmt man die Boote an der ebenfalls prallgefüllten Marina von Puerto Vallarta einige Kilometer weiter südlich hinzu, scheinen die mexikanische Westküste und die Bahia de Banderas keineswegs die schlechtesten Wassersport-Reviere zu sein.

Nicht umsonst fanden 2011 in der Bucht die Segelwettbewerbe der in Guadalajara ausgetragenen Panamerikanischen Spiele statt. Dieses im Vier-Jahres-Rhythmus veranstaltete Sportfest der amerikanischen Staaten kommt bezüglich seiner Teilnehmerzahlen fast schon an Olympia heran. Denn mehr als sechstausend Athleten aus zweiundvierzig Nationen waren in der zweitgrößten mexikanischen Metropole am Start.

Und was Sportarten und Wettbewerbe angeht kann die Großveranstaltung sogar noch höhere Zahlen bieten als der jeweils ein Jahr später stattfindende große Bruder. Neben praktisch dem gesamten olympischen Programm stehen nämlich zum Beispiel auch die auf dem amerikanischen Kontinent recht populären, hierzulande aber eher ungewöhnlichen Disziplinen Baseball, Bowling, Pelota oder Rollschnelllaufen auf dem Plan.

Angesicht der höher steigenden Sonne ist man für den Schatten der namensgebenden Bäume auf dem "Paseo de las Palmas" durchaus dankbar

Diesmal wird man den Kokospalmen-Boulevard allerdings so schnell nicht wieder betreten, denn fast die gesamte zweite Hälfte des Rennens wird auf der anderen Seite des Kanalsystems ausgetragen, das an den Hafen anschließt und sich von dort hinter den Hotels der ersten Reihe ausdehnt. Viele Kilometer lang ist das weit verästelte Netz und ermöglicht dadurch den meiste der Villen und Ferienhäuser, die sich in der zweiten und dritten Reihe befinden trotzdem noch einen direkten Zugang zum Wasser.

Direkt hinter der Brücke führt die Strecke an einigen dieser in ihren Maßen nicht immer unbedingt bescheiden ausfallenden Bauten vorbei. Recht verschieden und keineswegs einheitlich sind dabei die Stile. Neben eher nüchtern ausgefallenen Häusern und solchen, die sich eher traditionelle mexikanische Elementen verwenden, kann man - soweit es die zum Teil recht hohen Hecken und Mauern erlauben - auch das eine oder andere Gebäude mit extrem ausgefallenen Formen und ziemlich moderner Architektur entdecken.

Ohne es wirklich zu merken, schlägt man dabei einen weiten Bogen und läuft auf der Ostseite der wegen der dazwischen liegenden Bebauung nicht sichtbaren Marina wieder Richtung Süden einem - wie der Gegenverkehr zeigt - weiteren Wendepunkt entgegen. Nicht nur die Sonne ist inzwischen deutlich höher geklettert, auch die Temperaturen sind noch ein wenig gestiegen. Und so ist man keineswegs böse darüber, dass man auf dieser ebenfalls als Allee angelegten Straße ziemlich häufig im Schatten unterwegs ist.

Längere Zeit läuft man über die "Palmen-Promenade" entlang eines Golfplatzes

Die zweite Hälfte des "Paseo de las Palmas" - im Spanischen existieren für "Kokospalme" und "Palme" zwei völlig unterschiedliche Begriffe, so dass eine solche Benennung möglich ist, ohne Missverständnisse zu provozieren - wird von einem Golfplatz bestimmt, der um diese frühe Uhrzeit ebenfalls bereits belebt ist. Nicht nur die Läufer versuchen anscheinend der größten Mittagshitze aus dem Weg zu gehen.

Weit stärker als in Europa gehört jenseits des großen Teiches ein Golfplatz als unverzichtbarer Bestandteil zu jedem Urlaubszentrums. In Nuevo Vallarta sind es sogar gleich drei Anlagen. Und noch drei weitere lassen sich außerdem rund um die Bahia de Banderas finden. Nicht nur wegen der deutlich umfangreicheren Ausrüstung sondern auch beim Blick auf die Einschreibegebühren - unter einhundert US-Dollar, der in den Feriengebieten die Rolle einer Parallelwährung spielt, geht es nicht - ist der "medio maraton" jedoch eindeutig das günstigere Angebot.

Wie schon einmal ganz im Norden von Nuevo Vallarta sind die Läufer erneut auf einer der Zufahrtsstraßen unterwegs. Diesmal müssen sie im Gegensatz zum Schlenker weg vom Flamingos-Bezirk das abgegrenzte Gelände allerdings nicht verlassen, denn der Wendepunkt befindet sich nach ziemlich genau zwei Dritteln der Halbmarathon-Distanz bereits einige Meter vor dem Kontrolltor.

Komplett gesperrt ist das auf dem Rückweg ebenfalls weitgehend schattige Asphaltband inzwischen jedoch nicht mehr. Eine der beiden Fahrspuren pro Richtung - die jeweils linke - hat man wieder für den Verkehr freigegeben. Die Läufer werden von den Helfern am Straßenrand sowie von über die Strecke patrollierenden Autos der Organisation immer wieder nach rechts gebeten. Doch viel Betrieb herrscht noch nicht. Und wirklich schnell wird - nicht nur wegen der Warnungen der Ordner sondern wohl auch dank der "topes" - nebenan ebenfalls nicht gefahren.

Auf dem "Paseo de las Palmas" wird erneut eine Begegnungsstrecke absolviert

Bis zum Fuß der Brückenrampe kennt man den Weg bereits. Doch da dem Halbmarathon noch etwa fünf Kilometer zur benötigten Länge fehlen, der direkte Weg zu Start und Ziel aber kaum mehr als zwei Kilometer beträgt, steht dort ein weiterer Ausflug mit einem letzten Wendepunkt auf dem Programm. Statt den weiten Linksbogen zu vollenden, zieht die Strecke nach rechts unter einem großen, ebenfalls wieder bewachten Portal hindurch.

Dass sich dieses an die Architektur der Maya anlehnt, erscheint ein wenig seltsam. Schließlich war diese präkolumbische Hochkultur an der mexikanischen Pazifikküste überhaupt nicht präsent sondern hatte ihre Zentren ja auf der fünfzehnhundert bis zweitausend Kilometer entfernten Yucatan-Halbinsel ganz im Osten des Landes. Dort finden sich gleich mehrere Ruinenstädte und Tempelanlagen von ihnen, die zum Weltkulturerbe erhoben wurden.

Allerdings sind die Maya eben auch ein Markenzeichen von Mexiko. Und auch an der Riviera Nayarit nutzen gleich mehrere Hotels den Namen oder Symbole dieser indigenen Volksgruppe. Sie hat gegenüber den kriegerischen Azteken den weitaus besseren Ruf, gilt als wissenschaftlich hoch entwickelt - das ominöse angebliche "Ende" des in Wahrheit zyklischen Maya-Kalenders war ja vor gar nicht langer Zeit bei Untergangspropheten ein Thema - und zudem als eher "friedfertig".

Doch ist dieses Begriff bei genauerer Betrachtung eben einzig und allein im Vergleich zu ihren diesbezüglich noch weit aggressiver auftretenden Nachbarn zutreffend. Denn die Stadtstaaten der Maya führten mit schöner Regelmäßigkeit ebenfalls Kriege - nicht selten auch untereinander. Und selbst die berüchtigten religiösen Menschenopfer der Azteken lassen sich - wenn auch in etwas geringerem Ausmaß - bei den Maya in ähnlicher Form belegen.

Durch ein an Maya-Architektur erinnerndes Tor läuft man anschließend in den Golfplatz hinein

Es ist eine zumindest aus europäischem Blickwinkel ziemlich ungewöhnliche Mischung von Golfplatz und Wohnanlage, die man auf den nächsten drei Kilometern durchläuft. Zwischen den Spielbahnen erstrecken sich gleich mehrfach von Einzel- oder Reihenhäusern gesäumte Straßen. Auf dem bereits dicht bebauten "alten" Kontinent ließen sich solche Projekte wohl eher schwer verwirklichen. Jenseits des großen Teiches kann man sie dagegen durchaus häufiger antreffen. Und gerade in den mexikanischen Ferienorten sind sie sogar ziemlich üblich.

In einem weiten "S" durchquert die Strecke den "El Tigre Golf & Country Club" - ein nicht wirklich einsichtiger Name, schließlich lassen sich Tiger in Mexiko wie in ganz Nordamerika keineswegs häufiger antreffen. Schlüssiger ist da schon die "Jaguarstraße", denn diese Großkatzen sind in den Urwäldern der mexikanischen Pazifikküste noch immer heimisch. Andere Seitenstraßen sind nach Schildkröten, Tukanen oder Kolibris benannt.

Und dann gibt es da noch den "Paseo de las Mariposas". Mit diesen "Schmetterlingen" sind mit hoher Wahrscheinlichkeit die Monarchfalter gemeint, die sich für Mexiko inzwischen ebenfalls zu einer touristischen Attraktion entwickelt haben. Denn wie Zugvögel wandern die bunten Insekten zwischen ihren Sommer- und Winterquartieren hin und her. Und wie viele gefiederte Flugkünstler legen sie dabei mehrere tausend Kilometer zurück.

Von wenigen Dutzend winziger Überwinterungsgebiete in den mexikanischen Bergen verteilen sie sich im Frühjahr fast über die gesamten Vereinigten Staaten und den Süden Kanadas. Und im Herbst kehren dann mehrere hundert Millionen Falter zu genau den gleichen Kolonien in den Bundestaaten México und Michoacán zurück, von denen ihre Vorfahren mehrere Monate zuvor aufgebrochenen sind. Trotz umfassender Untersuchungen ist noch immer nicht wirklich geklärt, wie ihnen dieses Kunststück gelingt.

Wie immer unter Palmen führt der Kurs vorbei an weiten Grünflächen und mehreren Teichen. Und gleich zu Beginn wird auch eine Brücke unterlaufen, die eigens für die elektrischen Golfwägelchen gebaut wurde, mit dem viele auf dem Platz unterwegs sind. Dann folgt vor dem gegenüber liegenden Portal, das sich zwar baulich vom zuvor durchlaufenen unterscheidet, aber in seiner Form ebenfalls an der indigenen Architektur orientiert, die endgültig letzte Wende dieses an Umkehrpunkten ziemlich reichen Rennens an.

In einem weiten "S" durchquert die Strecke den "El Tigre Golf & Country Club"

Zurück am anderen Eingang - einen Punkt, den man nun auch bereits zum dritten Mal zu Gesicht bekommt - wartet die bisher eigentlich nur aus Begegnungsabschnitten zusammen gesetzte Strecke dann doch noch mit einer kleinen Überraschung auf. Denn die letzten beiden Kilometer läuft man nicht auf schon bekannten Pfaden über den Boulevard der Kokospalmen. Der Kurs bleibt vielmehr noch ein ganzes Stück länger auf der Landeseite des Kanalsystems, das sich auch weiterhin hinter Büschen und Bäumen versteckt hält.

So ist dann auch schon die Markierung mit der "20" und damit zudem die letzte Verpflegungsstelle passiert, als man mit einer Dreiviertelrunde um einen weiteren Kreisel schließlich doch in Richtung Ziel einschwenkt. Als Abschlusshürde stellt sich wenige hundert Meter vor der Linie eine zweite Brücke über den Bootskanal in den Weg, mit der die Zahl der zu bewältigenden Höhenmeter auf einer nahezu völlig flachen Laufstrecke kurz vor dem Ende zumindest zweistellig gemacht wird.

Unter Palmen führt der Kurs vorbei an weiten Grünflächen und mehreren Teichen sowie in den Golfplatz integrierten Ferienhäusern

Nach deren Bewältigung sowie der Rechtskurve am Fuß der jenseits der Wasser wieder hinunter führenden Rampe fehlt dann nicht einmal mehr eine halbe Stadionrunde zur Gesamtdistanz. Eine lange Zielgerade für den Endspurt bleibt den Athleten also nicht. Allerdings muss für um den Sieg weder bei den Männern noch bei den Frauen wirklich gesprintet werden. Vielmehr sind die Abstände zwischen den Plätzen eins und zwei sogar jeweils relativ deutlich.

Doch nicht etwa der noch zur Halbzeit klar führende David Gutierrez Miranda kommt als Erster unter dem knallgelben Bogen durch. Denn auf der zweiten Hälfte hat Juan Carlos Razo Juarez das Kommando übernommen. In 1:17:54 nimmt er dem am Ende 1:20:58 laufenden Gutierrez Miranda noch mehr als drei Minuten ab. Selbst der Dritte Adrian Cisneros Alonso rückt diesem mit seinen 1:21:28 noch einmal ziemlich auf die Pelle.

Dass von der lokalen Zeitung allerdings trotzdem Hauptklassensieger Gutierrez Miranda als Gewinner genannt wird und nicht der deutlich schnellere M40er Razo Juarez - obwohl dieser sogar Einheimischer ist und eigentlich gut bekannt sein sollte - lässt stark vermuten, dass der Reporter sich bei seinen Bericht nur auf die Kategorie "libre varonil" beschränkt hat ohne das Altersklassen-System wirklich zu verstehen. Als Fachmann zeichnet er sich dadurch natürlich nicht unbedingt aus. Doch erlebt man Ähnliches ja hierzulande durchaus auch gelegentlich.

Der Erfolg von Dinora Peña Sanchez ist sogar noch deutlicher. Mit ihrer 1:30:03, die immerhin Gesamtplatz neun bedeuten, ist die aus Puerto Vallarta stammende Läuferin fast fünf Minuten schneller als Stephanie Murphy, die im Ziel mit 1:34:49 gestoppt wird. Auf Platz drei landet nach 1:36:12 die bei zehn Kilometer noch einige Sekunden vor Murphy liegende Socorro Valdez Rodriguez. Da Peña Sanchez die Vierzig noch nicht erreicht hat, bekommt die Presse zumindest bei den Frauen weniger Probleme die richtige Siegerin zu identifizieren.

Beim Verlassen des "El Tigre Golf & Country Club" hat man noch etwa zwei Kilometer bis zum Ziel zurück zu legen

Während sich die Ersten bereits längst an den vor der Sonnen geschützten Tischen der "zona de recuperación" nieder gelassen haben und sich mit Obst und Getränken aus dem im Zielbereich verteilten Verpflegungsbeutel stärken können, tröpfelt der Rest des Feldes nur ziemlich langsam ein. Trotz eines von Profil und Streckenführung für Bestzeiten eigentlich ziemlich geeigneten Kurses kann nämlich nur ein gutes Drittel aller Teilnehmer überhaupt die Marke von zwei Stunden unterbieten.

Selbst viele der an diese klimatischen Bedingungen weit besser gewöhnten Mexikaner klagen unterwegs mit griffigen Kurzformeln wie "es muy caliente" oder "hace mucho calor" - was bei wortwörtlicher Übertragung ein recht gestelzt klingendes "es macht viel Hitze" ergeben würde, aber genau wie die ein wenig besser zu übersetzende erste Formulierung natürlich im Sinne von "es ist sehr warm" verwendet wird - über die sich in Kombination mit der Luftfeuchtigkeit noch höher anfühlenden Temperaturen.

Was sich ansonsten ziemlich angenehm anfühlt, wird bei körperlicher Belastung eben doch schnell ein bisschen zu viel des Guten. Dafür kann man dann aber nach dem Einlauf auch einfach noch längere Zeit im Freien sitzen bleiben, ohne sich viel Gedanken um wärmende Wechselkleidung machen zu müssen, bevor der ganze Tross dann zur Siegerehrung doch noch über die Straße ins Hotel umzieht.

Dort steht nämlich noch der "brunch de premiación" auf dem Programm, wo es abgesehen von Pokale auch noch weit mehr zu Essen und zu Trinken gibt als bei der Erstverpflegung im Zielbereich. Das auch dieses im Startpaket enthalten ist, lässt die Meldegebühr noch etwas weniger überhöht wirken. Pech hat dabei nur, wer ohnehin im ansonsten natürlich für das Rennen optimal gelegenen Marival ein All-Inklusive-Paket gebucht hat.

Neben sonnigen Erinnerungen kann man auch eine Medaille und ein - wie meist in Mexiko - ziemlich buntes T-Shirt mit nach Hause nehmen
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Doch auch ansonsten ist das Quartier angesichts des enormen Angebotes in Nuevo Vallarta sowie seiner etwas älteren Schwesterstadt sicher das kleinste Problem. Viel eher kann man sich natürlich fragen, warum man für einen Halbmarathon, der eigentlich nur kreuz und quer, hin und her durch die Kunstwelt eines Urlaubszentrums führt und dabei abgesehen von einigen Wohnsackgassen kaum eine Straße auslässt, ausgerechnet bis nach Mexiko reisen sollte.

Nun, das Rennen selbst ist vielleicht wirklich kein Grund, sich alleine wegen ihm zwölf Stunden ins Flugzeug zu setzen. Aber es kann Läufern einen zusätzlichen Baustein für ein Reiseprogramm in diesem so großen, abwechslungsreichen und interessanten Land liefern. Und mit einem längeren Blick in die gerade in den Monaten November und Dezember ziemlich vollen mexikanischen Laufkalender lässt sich sogar eine mehrwöchige Tour mit gleich mehreren Starts zusammen stellen, die eine weitere Ergänzung zu den ohnehin so vielfältigen Eindrücken darstellen.

Bericht und Fotos von Ralf Klink

Info & Ergebnisse www.mediomaratonrivieranayarit.com

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