9.6. bis 16.6.12 - 11. EWE Nordseelauf

8 Etappen, 8 Tage, 8 Inseln, 88 Kilometer und die Explosion der Teilnehmerzahlen

von Michael Schardt - Fotos © Photodesign Ralf Graner

Der EWE-Nordseelauf war 2012 aus rein sportlicher Sicht bei den Männern wie bei den Frauen eine überaus einseitige Angelegenheit - zumindest was den Toursieg anbelangt. Bei den Frauen dominierte die Berlinerin Sylvia Jacobs (LC Ron Hill, W50) derart, dass sie allein sieben der acht Etappen als erste beendete. Lediglich bei der Auftaktetappe auf Langeoog (10km) wurde sie "nur" zweite, weil die Kaderathletin des DLV, Heike Bienstein von der LG Olympia Dortmund, zufällig an der Nordsee Urlaub machte, von dem Lauf gehört hatte und ihn als Trainingsmöglichkeit nutzte. Die mehrfache Westdeutsche- und Deutsche Meisterin (Junioren) und Dauersiegerin bei Deutschlands größtem Silvesterlauf von Werl nach Soest gewann zum Auftakt der Tour - auch gegenüber Jacobs - deutlich, nahm aber an weiteren Etappen nicht mehr teil. Jacobs ihrerseits ist keine Unbekannte auf der Tour, denn sie war schon 2010 siegreich gewesen.

Vom Bus aufs Schiff und umgekehrt: Die Läufer waren an allen Tagen, ob zu Wasser oder zu Land, viel unterwegs Start zur 1. Etappe mit der Tagessiegerin Heike Bienstein (1436) von der LG Olympia Dortmund, die zufällig vor Ort Urlaub machte

Dennis Mehlfeld und Sylvia Jacobs siegen

Ebenso klar wie der Sieg von Jacobs in 6:17:05 ging der zweite Platz der Tour an die vereinslose Martina Mischnick (W45) in 6:34:55. Mischnick errang sieben Mal den zweiten Platz der Tageswertung und landete nur bei der ersten Etappe auf Rang 3. Mit einem deutlichen Rückstand auf Mischnick von 22 Minuten folgte als dritte die vereinslose Kerstin Friese (W35) in 6:56:53, die sich vier Mal bei den Einzelwertungen auf dem Podestplatz als dritte platzieren konnte. Diese drei waren gleichzeitig die einzigen Läuferinnen, die unter sieben Stunden blieben.

Eine Gefahr von hinten lauerte auch bei der abschließenden Wattetappe nicht mehr, denn auch Frieses Vorsprung war satt. Die vierte, Maike Kaschorek von pinkpank.de (W40) lag acht Minuten zurück. Kaschorek wurde bei dieser wie schon bei der vierten Etappe dritte, konnte aber gegenüber Friese nur noch eine gute Minute gutmachen. Sie finishte in 7:02:09. Nur eine weitere Läuferin außer den schon genannten stand einmal als dritte auf dem Treppchen, es war die Tagesläuferin Silke Kulik auf Borkum.

Wartezeiten vor und nach den Starts wurden entspannt überbrückt Toursiegerin und Gewinnerin von 7 der 8 Einzeletappen: Sylvia Jacobs aus Berlin Tourzweite wurde Martina Mischnick Kerstin Friese wird 3.

Noch überlegener als Jacobs bei den Frauen gewann Dennis Mehlfeld (MHK, Lübecker SC) bei den Männern die Tour. Der Ausnahmekönner aus Schleswig-Holstein, ausgestattet mit einer 10 km Bestzeit von 30:18 und einer Marathonzeit von 2:26, mehrfacher Landes- und Norddeutscher Meister, gewann alle acht Einzeletappen überlegen und lief insgesamt 24 Minuten Vorsprung gegenüber dem zweiten, Dirk Hohmann (vereinslos, M40) heraus. Mehlfeld blieb es aber knapp versagt, die Marke von fünf Stunden zu unterbieten, vor allem deshalb, weil er sichtlich nicht immer voll auslief.

Seine Gesamtzeit lautete 5:00:07, die von Hohmann 5:24:42. Mehlfelds Siegzeit dürfte auch so etwas wie ein Streckenrekord sein, wenn es einen solchen geben würde. Aber die Vergleichbarkeit der jährlich zu laufenden Etappen ist nicht gegeben. Einen schnelleren Kilometerschnitt als er ist jedenfalls bisher niemand gelaufen in den elf Jahren. Der zweite Platz von Dirk Hohmann war zwar nicht so sicher wie der bei den Frauen, doch auch sein Vorsprung vor dem dritten, Alexander Heemcke (vereinslos, M35), darf mit knapp sechs Minuten als komfortabel bezeichnet werden. Heemcke benötigte 5:30:07 und hatte seinerseits vor dem vierten, Werner Kamps vom SV Hamminkeln (M45), wiederum gute zwei Minuten Vorsprung (5:32:39).

Überlegener Sieger aller Etappen und Gesamtsieger: Dennis Mehlfeld Gesamtzweiter Dirk Hohmann (vorne); dahinter in rot der 4. Werner Kamps
Tourdritter Alexander Heemcke

Die Überlegenheit des zweiten zum dritten zeigt sich auch in den Tagesplatzierungen. Hohmann wurde drei Mal zweiter und vier Mal dritter, Heemcke wurde je ein Mal zweiter und ein Mal dritter. Außerdem auf dem Treppchen fanden sich je einmal als zweiter wieder: Daniel Witte (1. Etappe), Werner Kamps (2. Etappe), Martin Zaunitzer (5. Etappe) und Matthias Wilshusen (8. Etappe) auf seiner Heimstrecke durchs Watt. Kamps und Zaunitzer gelang bei der ersten und vierten Etappe, noch jeweils ein dritter Rang zu erlaufen.

Inselhopping

Als der Nordseelauf vor einem Jahr mit der zehnten Auflage ein kleines Jubiläum feierte, da hatten sich die Veranstalter einige Besonderheiten für die Teilnehmer einfallen lassen. Es gab zwei Grillpartys nach den Läufen, an anderen Tagen spielten Musikbands auf, auch Kleinkunst wurde geboten. Ein besonderes Schmankerl aber hielten sie noch ein Jahr zurück. Denn 2012 gab es statt zwei oder drei Inseletappen derer gleich acht.

Läuferwurm schlängelt sich durch typische Insellandschaft auf Langeoog, dem Ort der 1. Etappe Bei den engen Kurven auf dem Deich war Balance halten die hohe Kunst

Es wurde auf allen sieben bewohnten ostfriesischen Nordseeinseln eine Etappe ausgetragen, und zusätzlich, wie immer abschließend, die Königsetappe von der zu Hamburg gehörenden Kleininsel Neuwerk durchs Watt nach Cuxhaven. Wie die sieben ostfriesischen Nordseeinseln heißen, ist den meisten Küstenbewohnern natürlich bekannt, für die überwiegende Zahl der auswärtigen Teilnehmer aus allen anderen Bundesländern und angrenzenden Nachbarstaaten aber nicht unbedingt. Das wäre bei Günther Jauch vielleicht schon eine 16.000 Euro-Frage. Und wenn man noch die Lage von Ost nach West benennen sollte, könnte Jauch, wohl schon risikolos für den Sender, auf 125.000 Euro oder gar eine halbe Million hoch gehen.

Die Antwort lautet: Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge. In dieser Reihenfolge standen aber nicht auch die Etappen an, denn bei der Planung der Tour spielen logistische Überlegungen eine nicht unentscheidende Rolle, aber auch die Zusagen der Inseln, die Fahrzeiten der Fähren und vieles mehr muss bedacht sein. Der erste Lauf fand auf Langeoog statt. Es folgten Borkum, Spiekeroog, Wangerooge, Baltrum, Juist und das mondäne Norderney.

Charakteristikum der Nordsee: Windpark vor Borkum, dem Ort der 2. Etappe Tägliches Aufwärmprogramm am Strand

Viel organisatorische Arbeit

Sieben Inseln, das bedeutet an der ostfriesischen Küste nicht weniger als sechs verschiedene Fährhäfen. Nur die benachbarten Juist und Norderney werden vom gleichen Hafen, nämlich Norddeich, angefahren. Während die Läufer während dieser Etappen zentral in Bensersiel und Esens untergebracht sind, von dort in morgendlicher Frühe die jeweiligen Reisen zu den Inseln antreten und nach getaner Läuferarbeit wieder zum Hotel zurückkehren, ist für die Abschlussetappe sogar ein Quartierwechsel mit einer Busfahrtzeit von über vier Stunden nach Cuxhaven oder Bremerhaven notwendig.

Touristisch organisiert und präsentiert wird der Etappenlauf von der Nordsee GmbH in Schortens und der Bremerhaven Touristik (BIS), die in diesem Jahr besonders viele Teilnehmer zu betreuen hatten, denn der Gedanke, in einer Woche alle Inseln kennenlernen zu können, mobilisierte rund 25 Prozent mehr Läufer und Walker als noch im Rekordjahr 2011. Das wurde jedenfalls von vielen Aktiven als zusätzliches Motiv angegeben, gerade jetzt mitzumachen. Allzu oft Gelegenheit zum lückenlosen Inselhopping besteht ohnehin nicht, denn nur alle vier, oder fünf Jahre wird dies angeboten. In normalen Jahren gibt es neben Neuwerk meist nur zwei Inselläufe. Für 2013 ist sogar ein abgespecktes Programm mit sechs Etappen und zwei Ruhetagen geplant. Ein kluger Schritt, wie noch zu erläutern sein wird.

Viele kleine Steigungen wie hier auf Borkum waren an allen Tagen zu bewältigen Spiekeroog war Austragungsort der 3. Etappe. - Schönster maritimer Flair

Man will dabei sein - viele Wiederholungstäter

Vielleicht nicht typisch, aber in seiner Weise doch anrührend ist die Geschichte eines Schweizer Laufreporters, eines Berufskollegen des Chronisten sozusagen, der im Anschluss für ein heimatliches Printmedium über den Nordseelauf berichten würde. Er hatte von der Existenz des Nordseelauf eher zufällig durch einen Flyer erfahren, der bei einer anderen Schweizer Laufveranstaltung auslag. Das war aber erst sehr spät der Fall, als das Etappenrennen für Tourläufer schon ausgebucht war. Nach dem Erhalt der Absage, so der ungenannte Reporter, habe er einen "herzzerreißenden" Brief an die Organisatorin Tanja Mehl geschrieben, in seinem Alter - er zähle über 70 Lenze - wäre es wohl die letzte Gelegenheit überhaupt, die Inseltour mitzumachen, da sie nur alle vier, fünf Jahre angeboten werde. Das wäre so etwas wie ein Lebenstraum von ihm.

Laufimpressionen von der 4. Etappe auf Wangerooge

Daraufhin setzte Tanja Mehl wohl alle Hebel in Bewegung und konnte dem Schweizer Publizist doch noch eine Startplatz und eine Unterkunft besorgen, nicht mehr zentral und komfortabel, aber immerhin. Er finishte und war zufrieden und glücklich. Dass er im nächsten Jahr wieder dabei sein wird, ist nicht unwahrscheinlich.

Ein Kennzeichen dafür, dass der Nordseelauf bei den Aktiven sehr gut ankommt, ist die hohe Zahl derjenigen, die wiederkommen, teils auch mehrfach. Ein Läufer und eine Läuferin haben bisher sogar alle 88 Etappen mitgemacht. Der Reiz der Veranstaltung liegt u. a. in der Kombination von Sport und Urlaub, der Möglichkeit, eine Woche die herbe Schönheit der Nordseeküste und des Wattenmeers erleben zu können, das erst vor kurzem zum Weltnaturerbe der Unesco erklärt wurde. Das Wattenmeer ist in dieser Form einzigartig in der Welt und hat eine wichtige ökologische Funktion. Der Nordseelauf lockt aber nicht nur Aktive an; viele der Sportler kommen in Begleitung ihres nicht laufenden Partners oder gar der ganzen Familie. Die Tour ist so organisiert, dass auch Begleiter bei den Bustransfers und Schiffsüberfahrten mitfahren können.

Immer wieder verschiedene Untergründe wie hier auf Baltrum bei der 5. Etappe: Pflaster und lockerer Sand

Rekordteilnehmerzahlen

Seit Gründung des Nordseelauf im Jahre 2002 sind die Teilnehmerzahlen stetig gestiegen. Das zehnte Jubiläum 2011 brachte es auf 4200 Starts bei acht Etappen, also über 500 Läufer pro Teilstück. Mit dieser Anzahl schaffte es der Lauf unter die zehn bestfrequentierten des Landes. Rund 1100 Läufer waren für dieses Ergebnis verantwortlich. Früh ausgebucht waren einige Etappen und das Rundum-Sorglos-Paket für Tourläufer auch 2012. Etwa 1450 Läufer finishten in diesem Jahr eine oder mehrere Etappen. Man kam durchschnittlich auf 600 Läufer pro Etappe und knapp 5000 insgesamt. Ein deutliches Plus.

Interessant ist auch der Blick auf die Tourläufer. Das waren bei den Voranmeldern 471 Aktive, die alle Etappen absolvieren wollten. Von denen traten nur 10 nicht an. Die verbleibenden 462 Teilnehmer teilten sich auf in 407 Läufer und 55 Walker. Unter den 407 Läufern ist der Frauenanteil, wie immer bei Etappenläufen, überdurchschnittlich hoch. 240 männlichen Startern stehen 167 weibliche gegenüber, das sind rund 35 Prozent. Alle Etappen haben hingegen 198 Männer (82,5 Prozent) und 140 Frauen (83,83 Prozent) absolviert. Nur diese 338 Läufer, auch ein erstaunlicher Rekord, gehen in die Tourwertung ein.

Zu Beginn der 6. Etappe auf Juist stand eine Steigung an ... ... dann führte die Wendepunktstrecke nur noch am Nordseestrand entlang

Während in den vergangenen Jahren die meisten Ausfälle auf der zweite und dritte Etappen zu verzeichnen waren, verteilte es sich 2012 recht gleichmäßig auf alle Teilstücke. vermutlich hatten die eindringlichen Ermahnungen der Orga-Crew vor zu forciertem Beginn ihre Wirkung nicht verfehlt. Insbesondere auf der ersten Etappe gingen erfreuliche viele Läufer das Rennen recht verhalten an und verschossen ihr Pulver nicht schon vorzeitig.

Keine Wetterkapriolen

Ein immer wichtiges Thema beim Nordseelauf ist das Wetter. 2011 war es überaus wechselhaft gewesen, da gab es zwei Hitzerennen, zwei bei heftigem Sturm und kühler Witterung, und bei der Abschlussetappe war es so unfreundlich und die Tide derart verzögert, dass ein Lauf durchs Watt einfach nicht möglich war. Die Organisatoren hatten kurzfristig einen Alternativlauf an der Küste hervorgezaubert. Bei der diesjährigen Neuauflage gab es zwar auch ein wenig Wind (ohne eine Brise geht es an der Küste kaum und auf den Inseln schon gar nicht) und ein wenig Regen, aber im Großen und Ganzen herrschten freundliche und sonnige Tage vor. Einzig am Starttag war mit heftigem Gegenwind auf dem Langeooger Deich zu kämpfen, und kühl empfing Norderney die große Läuferschar.

Der Start zur 7. Etappe auf Norderney erfolgte gleich am Fähranlieger und führte ... ... über das Landesinnere zum Konversationshaus

Stellten die Witterungsbedingungen also keine große Erschwernis für die Läufer dar, so wurde diese eher durch die verschiedenen Laufuntergründe und viele zwar kleine, aber knackige Anstiege verursacht. Mal fester und mal ganz lockerer Sand war ständiger Begleiter der Nordseeläufer, am Strand ebenso wie zwischen den Dünen. Auch Schotter oder holprige Wirtschaftswege fehlten nicht. Auf Baltrum gar ging es auf 1000 Metern über einen Feldweg, der bevorzugtes Höhlenbaurevier von Karnickeln ist. Viele Löcher, die schnell des Läufers Verhängnis werden könnten, zeugen davon. Das Organisationsteam hat es sich aus Sicherheitsgründen nicht nehmen lassen, die gefährlichsten davon mit lila Signalfarbe einzukreisen. Der Mann, der die Markierungen anbrachte, wurde fortan nur noch als der weltweit beste Kaninchenlocheinkreiser bezeichnet.

Weniger kann noch mehr werden

Der typische Tagesablauf eines Nordseeläufers sieht ein zeitiges Aufstehen um sechs Uhr in der Frühe oder noch früher vor. Das Frühstück sollte vor sieben Uhr abgeschlossen sein, denn eine beispielsweise einstündige Busfahrt zur Fähre steht an. Nach kurzer Warte- und Einscheckzeit dauert die Hinfahrt zur Insel vierzig Minuten bis über zwei Stunden. Eine kurze Fahrt mit der Inselbahn schließt sich an. Danach geht der Klient Kaffeetrinken, relaxed auf der Wiese oder lässt sich eine Ortsbesichtigung nicht nehmen. Der Start des Laufes findet zwei Stunden nach Betreten der Insel gegen 13 Uhr statt und dauert mehr oder weniger eine Stunde.

Knöcheltiefes Wasser oder rutschiger Schlick bei der 8. Etappe: die Königsetappe durchs Watt von Neuwerk nach Cuxhaven hatte es in sich

Danach ist Carboloading angesagt, denn an allen Standorten haben einheimische Gastronome für billig Geld eine Nudelkanone aufgebaut, manchmal auch ein Küchenbüffet oder andere Speisen. Das ist auch gut so, denn die Zeit bis zur Siegerehrung will verbracht sein. Wenn diese dann inklusive der täglichen Tombola mit dem Hauptpreis einer Wochenendreise auf die nämliche Insel für zwei Personen vorüber ist, warten in dieser Reihenfolge verschiedene Gefährte auf die 500 bis 600 Läufer: Zug, Schiff, Bus. Mit etwas Glück ist man dann um 21 Uhr wieder in der Unterkunft, zuweilen auch erst um 23 Uhr.

Entspannung

Zusammengenommen ist der Aktive bei Etappen auf Inseln also den ganzen Tag in dichtem Beisammensein mit vielen Gleichgesinnten unterwegs. Das empfinden nicht wenige als ganz schön anstrengend, und entsprechend kaputt ist man abends. Die große Kunst deshalb ist das optimale Nutzen der zeitlichen Freiräume, die man zwischendrin immer mal für Minuten oder eine Stunde hat. Gelegenheit zum Fachsimpeln ergibt sich da automatisch, auch zum Knüpfen von Bekanntschaften. Bei aller perfekten Organisation gewinnt bei manchem am Ende der Wunsch Oberhand, nun erstmal für zwei, drei Tage für sich sein zu wollen und sich von dem Trubel zu "entwöhnen".

Diese Befindlichkeit ergibt sich vornehmlich dann, wenn die Tour über alle Inseln ansteht und geschafft ist. Bei den "normalen" Nordseeläufen mit nur zwei Inseln und einem Ruhetag, der diesmal fehlte, ist das schon ganz anders. Dennoch ist die Planung des Organisationsteams fürs nächste Jahr zu begrüßen, die vorsieht, nur zwei ostfriesische Inseln und Neuwerk anzusteuern und desweiteren nur drei Landetappen durchzuführen.

Läufer und Pferdewagen auf dem Weg nach Cuxhaven Dieses Robbenbaby ließ sich durch den Läuferansturm auf Neuwerk nicht stören

Das ergibt in der Summe sechs Etappen und zwei Ruhetage. Auch wenn die sportlich Ambitionierten jetzt etwas meckern könnten; der Urlaubsaspekt des gesamten Unterfangens, der wohl dem größeren Teil der Mitstreiter mindestens auch so wichtig ist wie der läuferische, würde sich gegenüber ersterem erfreulicherweise emanzipieren.

Ein Mehr an Teilnehmern, an Etappen, Fahrten oder Kilometern braucht der Nordseelauf wohl nicht und ist organisatorisch auch kaum noch schulterbar. Mit dem leicht abgespeckten Programm geht der Nordseelauf ohne Frage einer goldenen Zukunft entgegen - und die Veranstalter und Läufer einer entspannteren Zeit.

Bericht und Fotos Michael Schardt
Weitere Fotos © Ralf Graner Photodesign

Info und Ergebnisse unter www.nordseelauf.de

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